Mobbing Stärken/Schwächen?

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Benutzer131160 

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Okay, danke für deine Erklärungen :smile:

Ich glaube du hast nicht verstanden worum es im Leben geht. Es geht darum es zu meistern und nicht darum, dass andere Leute versuchen dich irgendwie hinzubiegen und dir einzureden was du bist

Ahhh vielen Dank! Jetzt habe ich doch tatsächlich 31 Jahre gebraucht um das endlich zu checken :smile: Du hast was gut bei mir :anbeten:
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich bin nach wie vor der Meinung dass Selbsteinschätzung, Überschätzung und Arroganz ganz ganz nah beieinander liegen. Vor allem wenn ich hier lese wie manche sich selbst einschätzen, dann empfinde ich das als äusserst selbstgefällig und arrogant... vor allem weil diese Menschen nicht wissen wie sie wirklich wirken, sie denken halt sie würden so wirken, aber tun sie das denn auch wirklich?

Also das verwirrt mich ja schon ein wenig... wirkst du etwa auf alle Leute gleich? Wo hast du die Konstante "wirklich" wenn nicht in dir? Ich persönlich kann mein Wirkung auf andere recht gut beeinflussen, wenn es sein muss, weil ich eine passable Schauspielerin bin.
Aber selbst bei Freunden sehen die einen mich so, die andern eher anders - und bei beiden bin ich "echt"

Es gibt immer so viele Unterschiede in den Wahrnehmungen, wie es Leute gibt, die einen wahr nehmen. Woher soll ich denn dann wissen wer Recht hat? Der der sagt "Mensch, du wirkst grad so als könntest du gleich ausrasten!" oder dem, der sagt, "ich frag mich, ob dich nie etwas belastet du wirkst so gelassen"
oder doch eher mir, die als einzige weiß, wie oft ich mich wirklich in die Ecke setzen und heulen könnte, und dann aber doch die Zähne zusammenbeiße?
Für mich schließt sich "wirklich wissen wie man ist" und "andere" einfach aus.
Es ist doch ganz klar, dass man nie auf alle gleich wirkt, weil Zwischenmenschliches immer Wechselwirkungen sind. Sonst müssten einen ja alle gleich empfinden. aber es gibt immer Leute mit denen kann man, mit andern nicht... und meist beruht das auf Gegenseitigkeit.
Sich für sein Selbstbild allein auf Fremdwahrnehmungen zu verlassen stelle ich mir enorm verwirrend vor. Woher weiß man, wenn sich etwas widerspricht, wem man denn jetzt glauben soll?

Und davon ganz abgesehen geht's doch gar nicht um die Wirkung nach außen, dass ist für mich ein ganz andres Thema. Es geht um das Kennen seiner Stärken und Schwächen. Irgendwie hat das für mich nichts miteinander zu tun. Die Wirkung nach außen lässt sich kurzfristig enorm beeinflussen, eine Schwäche, die einem das Leben schwerer macht sicher nicht. Das ist harte Arbeit und viel Mühe, daran etwas zu beeinflussen. Wie man auf andre wirkt, sagt für mich eben ziemlich wenig über "wie man ist" aus, und was man "ist" ist nunmal mehr als die Summe aus Stärken und Schwächen - vor allem da beides schlicht Eigenschaften sind, die je nach Situation eine Stärke oder Schwäche sein können.

Ich um Beispiel habe einen Wesenszug in mir, der mich sehr bösartig werden lässt, wenn man mich entsprechend reizt. dann macht es mir diebischen Spaß, andere (vorzugsweise, den, der mich gereizt hat) zu vernichten. Ich mag das nicht, das macht, grade in Freundschaften oder Beziehungen Dinge kaputt, die nie wieder heilen. Den Zug kennen auch nur sehr wenige an mir, und kaum einer würde ihn mir einfach so zutrauen. Trotzdem ist er da, ich kenne ihn und ich gebe mir immer und immer wieder Mühe, ihn im Zaum zu halten. Wegbekommen werde ich ihn nie, dafür ist er zu tief verankert - aber ich konnte lernen ihn zu kontrollieren. Ich kann vom ersten Impuls wieder wegkommen, obwohl der erste Impuls vermutlich immer der derselbe bleiben wird, ab einer gewissen... "Reizintensität". Hätte ich mich jetzt hinstellen sollen und mich beschweren, dass ich kaum Freunde hab, weil sich alle vor mir fürchten?
Dieser Zug an mir hatte Auswirkungen auf meine Umwelt, die ich nicht wollte, weil er mir verbaut hat, was ich gerne wollte. Gute Freundschaften mit Respekt und Vertrauen. Klar kann ich auch sagen Pffft, dann brauch ich eben keine Freunde, ich BIN eben so.
Ich hab aber lieber Freunde, als mich drauf zu versteifen, dass ich es eh nicht ändern kann und man mich gefälligst akzeptieren soll.

Somit ist die Gleichung ziemlich einfach: Charakterzüge, die die Umwelt mit betreffen, können einem im Weg stehen, bei etwas das man zwischenmenschlich (zum Beispiel) gerne hätte. Ich habe gelernt, dass man die andern nie ändern kann. Will man sich also nicht hilflos der Genetik und dem Schicksal ausliefern, ist das einzige, das man in der Hand hat, der eigene Teil dieser Gleichung.
Man ändert sich zwar um mit der Umwelt kompatibler zu sein, aber im Endeffekt macht man sich selbst dadurch glücklicher. Und das wiederum war mir sehr viel mehr wert, als meinen Charakter so zu konservieren, wie er sich zu Kindergartenzeiten geformt hat.[DOUBLEPOST=1372144491,1372144144][/DOUBLEPOST]
Okay, danke für deine Erklärungen :smile:



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Zum Beispiel ist dieses spöttisch überhebliche etwas, dass mich enorm reizen würde, im richtigen Kontakt... und genau das weiß ich. Ich kenne die Trigger, die mich dazu bringen, wirklich, wirklich böse auszurasten, und kann sogar hier im Forum immer wieder üben, ihnen weniger Macht über mein Denken und Handeln zu geben :zwinker:
Manche hingegen stört so eine Art überhaupt nicht, sie bemerken sie nicht mal. Daher sind Wirkungen auf andere eben auch immer zu einem großen Teil von dem andern abhängig... dinge die a cool findet, können b abstoßen. Was ist man nun, cool oder abstoßend? Wem glaubt man, wenn man sein Selbstbild von andern malen lässt?
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ein spannendes Thema.

Vielleicht fängt man am besten erstmal da an, zu überlegen, auf was man selbst bei anderen besonderen Wert legt. Das sind dann meist auch die Dinge, die man selbst drauf hat - oder zumindest anstrebt.

Jeder hat spezielle Stärken und Schwächen. Geht dann letztendlich um die Fähigkeit, sich richtig einzuschätzen, dazu gehört eine ordentliche Portion Selbstkritik, ständige Selbstreflektion und nicht aufhören, das ein oder andere zu verbessern oder zu überdenken und evtl. ganz neu anzugehen.

Sich seiner Stärken und Schwächen wirklich bewusst zu sein - eigene Ziele und Vorstellungen zu verfolgen - und nicht zu sein, wie andere es für richtig halten - kein Schaf zu sein, das alleine keine Lebensorientierung hat.
 

Benutzer127397 

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@NEVAD4 / caotica : Er wird's nie verstehen. Ich bin da auch schon 1000x drauf eingegangen, habe plausible Erklärungen/Beispiele gebracht und dann kommen immer wieder die gleichen Fragen :rolleyes:
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
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Was ich bei einigen Beiträgen hier auch so merkwürdig finde ist dieses Verständnisgeheische für "ich würd so gern, aber ich kann nicht" Gibt's in meiner Welt auch nicht. Entweder ich will nicht wirklich was ändern, und bin zufrieden mit xyz oder ich bin nicht zufrieden und hätts gern anders, dann geb ich mir eben Mühe, nach meinen Möglichkeiten.
Sich über die Ungerechtigkeit der Welt aufzuregen, dass manche von Natur aus mit Talent und Geschick im Umgang mit andern (oder diversen Problemen) ausgestattet sind, und andere eben nicht, ist für mich keine Option. Niemandem steht Fairness bei dem was er kann zu, im Vergleich dazu, was andre können . Jeder hat irgendwo sein Handicap, mit dem er eben so klar kommen muss, dass es ihm nicht im Weg steht. Je nach Charakter der Weg des Klarkommens dann eben Schuldzuweisung zu den andern und der allgemeinen Ungerechtigkeit, Herumjammern, agressive Frustration oder Selbstmitleid, oder Angehen der Arbeit an dem, was einem nicht passt.
Auch wenn man selbst auf einer einsamen Insel eh kein Problem mit Vorhandensein oder Fehler dieser einen Eigenschaft hätte, schön und gut. Aber die Welt (der allermeisten) besteht eben aus Interaktionen mit andern. Die Logik "mimimi, ich bin so und so, alles sagen mir fehlt das und das, aber ich kann doch gar nix dafür, so bin ich eben, warum passen sich da alle andern nicht an? Die Welt ist so ungerecht!!" finde ich einfach lächerlich, weil sie an jeglicher Realität vorbei geht. Ein Geisterfahrer? Neeeein, Huuunderte!! :rolleyes: Mit dem Blickwinkel muss man ja endlos frustriert werden und die Möglichkeit einen sozialen Platz zu finden, an dem man sich wohl fühlt rückt echt in weite Ferne...
 

Benutzer131691  (36)

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Was ich bei einigen Beiträgen hier auch so merkwürdig finde ist dieses Verständnisgeheische für "ich würd so gern, aber ich kann nicht" Gibt's in meiner Welt auch nicht. Entweder ich will nicht wirklich was ändern, und bin zufrieden mit xyz oder ich bin nicht zufrieden und hätts gern anders, dann geb ich mir eben Mühe, nach meinen Möglichkeiten.
Sich über die Ungerechtigkeit der Welt aufzuregen, dass manche von Natur aus mit Talent und Geschick im Umgang mit andern (oder diversen Problemen) ausgestattet sind, und andere eben nicht, ist für mich keine Option. Niemandem steht Fairness bei dem was er kann zu, im Vergleich dazu, was andre können . Jeder hat irgendwo sein Handicap, mit dem er eben so klar kommen muss, dass es ihm nicht im Weg steht. Je nach Charakter der Weg des Klarkommens dann eben Schuldzuweisung zu den andern und der allgemeinen Ungerechtigkeit, Herumjammern, agressive Frustration oder Selbstmitleid, oder Angehen der Arbeit an dem, was einem nicht passt.
Auch wenn man selbst auf einer einsamen Insel eh kein Problem mit Vorhandensein oder Fehler dieser einen Eigenschaft hätte, schön und gut. Aber die Welt (der allermeisten) besteht eben aus Interaktionen mit andern. Die Logik "mimimi, ich bin so und so, alles sagen mir fehlt das und das, aber ich kann doch gar nix dafür, so bin ich eben, warum passen sich da alle andern nicht an? Die Welt ist so ungerecht!!" finde ich einfach lächerlich, weil sie an jeglicher Realität vorbei geht. Ein Geisterfahrer? Neeeein, Huuunderte!! :rolleyes: Mit dem Blickwinkel muss man ja endlos frustriert werden und die Möglichkeit einen sozialen Platz zu finden, an dem man sich wohl fühlt rückt echt in weite Ferne...

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Schön das es noch jemanden gibt, der "Ich kann nicht" für absoluten Schwachsinn ansieht.
Entweder man will, oder eben nicht. Aber das hat mit können nichts zu tun!
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
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Schön das es noch jemanden gibt, der "Ich kann nicht" für absoluten Schwachsinn ansieht.
Entweder man will, oder eben nicht. Aber das hat mit können nichts zu tun!

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Ében. Dass es die einen mehr, die andern weniger Mühe kostet ist nun mal so...aber das führt dann zurück zur Sinnlosigkeit sich darüber aufzuregen oder deprimiert zu sein, dass man gefühlt vom Schicksal so gemein benachteiligt wurde. Dass man es manchmal nicht so hinbekommt, wie man gerne würde... auch normal, aber dann bemüht man sich eben, mit dem was einem zur Verfügung steht. Ein Charakter ist immer "work in Progress" und JEDER hat sein Päckchen zu tragen. Aber natürlich geht's allen andern immer besser.
"Erste Welt Probleme" sag ich da nur ^^
[DOUBLEPOST=1372154899,1372154726][/DOUBLEPOST]
Off-Topic:
Mein Prof, mit dem ich es mal zufällig über das Thema hatte, sagte zu meinen Ausführungen dieserart nur grinsend "Ja, Frau Kollegin, aber eine solche Erkenntnis setzt eine gewisse Intelligenz voraus... darum ist sie nicht so häufig anzutreffen" :grin:
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Wie ich das liebe. "Du kannst alles, du musst es nur wollen!" Das ist doch.. äh... bullshit, aber so hart will ich es eigentlich gar nicht ausdrücken. Empfindet ihr wirklich so, das ihr theoretisch alles könnt und halt selbst dafür verantwortlich seid, wenn es nicht klappt? Es gibt Dinge, bei denen kann man sich bemühen - sicher bekommt es jeder hin, Nudeln zu kochen, wenn er es will - und es gibt Sachen, die kann man nicht durch "wollen" ausgleichen. Ohne Mist jetzt! Genauso gibt es schon einen Grund, warum heutzutage auch psychische Leiden als Krankheiten anerkannt sind. Wer schon mal echte klinische Depressionen hatte, weiß sehr gut, das man manchmal etwas einfach nicht kann. So sehr man es auch möchte!
Irgendwie kommt dieses "du willst ja einfach nur nicht" immer so ignorant rüber :hmm:

Ich kann nicht Physik studieren, weil ich kein mathematisches Verständnis besitze. Selbst mit VIEL Lernen komme ich in dem Bereich nicht weit.
Ich kann ganz schlecht telefonieren, weil ich diverse psychische Traumata am Telefon erlebt habe. Selbst mit viel Reflexion und konstanter Arbeit an dem Problem werde ich nie so unbeschwert zum Hörer greifen wie andere Leute.

Meiner Meinung nach ist es eine Stärke, sich dessen bewusst zu sein, das man nicht alles kann. Und dass das auch okay ist! An bestimmten Dingen kann und sollte man arbeiten, besonders dann, wenn sie einem im Leben einschränken - wie das eben mit den Dauersingles ist, die sich sehr wohl einen Partner wünschen. Aber man braucht nicht arrogant daher kommen und sagen, stell dich nicht so an, du willst offensichtlich nicht.
Ich sehe auch nichts schlimmes daran, sich mal darüber aufzuregen oder darüber deprimiert zu sein, das andere Leute bestimmte Dinge so mühelos hinbekommen wie man es selbst gerne könnte. Mir geht das manchmal schon so.

Off-Topic:
Und scheinbar macht es mich jetzt auch noch dumm, zu denken, ich kann manche Sachen nicht? Herrlich.
 

Benutzer91095 

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Wie ich das liebe. "Du kannst alles, du musst es nur wollen!" Das ist doch.. äh... bullshit, aber so hart will ich es eigentlich gar nicht ausdrücken....

Danke, danke für diesen Beitrag. Ich hab mir überlegt, ob ich auch so einen schreiben soll, aber dann war's mir zu mühsam gegen die Windmühlen der alleskönnenden Intelligenzbestien anzukämpfen :smile: Danke, dass du's gemacht hast.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wie ich das liebe. "Du kannst alles, du musst es nur wollen!" Das ist doch.. äh... bullshit, aber so hart will ich es eigentlich gar nicht ausdrücken. [...]

Man sollte schon unterscheiden zwischen einer psychischen Krankheit und dem normalen Schweinehund. Einem Rollstuhlfahrer werde ich ja auch nicht sagen, dass Hürdenläufer werden kann, wenn er es nur möchte. Aber hier haben wir ja niemand psychisch kranken (ohne jetzt eine Ferndiagnose machen zu wollen), sondern wohl eher einen ausgeprägten Schweinehund... und da kann man etwas ändern, wenn man es möchte.

Das heißt ja nicht, dass man gleich von 0 auf 100 wechselt, sondern sich in entsprechenden Bereichen zu verbessern. Um bei deinem Mathe-Beispiel zu bleiben: Man muss ja nicht gleich Physik studieren, aber mit genug und richtigem Training kann jeder gesunde Mensch in diesem Fach verbessern.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Aber hier haben wir ja niemand psychisch kranken (ohne jetzt eine Ferndiagnose machen zu wollen), sondern wohl eher einen ausgeprägten Schweinehund... und da kann man etwas ändern, wenn man es möchte.
Ich empfinde es als dreist, diese Grenze (zwischen Schweinehund und echter Hürde) für andere Leute ziehen zu wollen. Was bei dir einfach nur etwas Überwindung kostet, kann für jemand Anderen quasi unmöglich sein. Ich finde, es steht mir einfach nicht zu, das für jemand Anderen so endgültig zu definieren.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Man sollte schon unterscheiden zwischen einer psychischen Krankheit und dem normalen Schweinehund. Einem Rollstuhlfahrer werde ich ja auch nicht sagen, dass Hürdenläufer werden kann, wenn er es nur möchte. Aber hier haben wir ja niemand psychisch kranken (ohne jetzt eine Ferndiagnose machen zu wollen), sondern wohl eher einen ausgeprägten Schweinehund... und da kann man etwas ändern, wenn man es möchte.

Das heißt ja nicht, dass man gleich von 0 auf 100 wechselt, sondern sich in entsprechenden Bereichen zu verbessern. Um bei deinem Mathe-Beispiel zu bleiben: Man muss ja nicht gleich Physik studieren, aber mit genug und richtigem Training kann jeder gesunde Mensch in diesem Fach verbessern.

Die Einstellung, dass man sich verbessern kann, ist aber auch etwas, das einem anerzogen wird. Die einen lernen das so, die anderen nicht. Die lernen stattdessen etwas anderes: Nämlich sich mit dem, was da ist, zu arrangieren. Richtig wäre da vermutlich ein gesunder Mittelweg, aber es ist schon ein bisschen ignorant zu meinen, dass es mit dem Willen etwas zu verändern und Fleiß und Ehrgeiz "einfach so" getan wäre. Diesen Willen muss man erst mal finden, wenn man nicht weiß, ob er überhaupt sinnvoll ist. Und man braucht auch einiges an Glück, um den Glauben an Veränderung zu festigen, wenn man ihn nicht in die Wiege gelegt bekommen hat. Stell dir vor, ein Mensch hat Zeit seines Lebens immer versucht, was besseres aus sich zu machen, aber die Früchte konnte er nie ernten, weil er eben Pech hatte oder sich in den entscheidenden Momenten ungeschickt angestellt hat. Wieso soll er den Glauben haben, dass sich durch Fleiß und Ehrgeiz etwas verändert? Manchmal ist es so, dass man für solche Einstellungsänderungen mehr Wissen braucht, als man zur Verfügung hat. Oft braucht man dafür einen Mentor oder ein Vorbild. Wenn man das nicht hat, dann wird's schwierig. Wenn man selbst Vorbilder hatte und die entscheidenden Charaktereigenschaften bekommen hat und die gefördert wurden, dann hat man diesbezüglich einfach enormes Glück gehabt. Das sollte einem schon auch bewusst sein.
 

Benutzer68775  (36)

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@rowan, falls du mich meinst hast du´s falsch verstanden :zwinker: ich meinte nicht, dass man eh alles kann, ich weiß ziemlich gut, dass das nicht so ist. Und der Beitrag mit der Intelligenz von meinem Prof bezog sich eben darauf, dass das Einsehen dessen was man kann und was nicht eine gewisse Intelligenz erfordert.
Ich hab nur drauf hingewiesen, dass ein jammern darüber etwas nicht zu können als einziger Ausweg für mich eher lächerlich ist.
Man sucht dann eben andere Wege, man bemüht sich nach seinen Mitteln, man strebt eben nach Zufriedenheit - Licht an machen, anstatt über die Dunkelheit zu jammern, fasst es wohl am besten zusammen.
Das impliziert keineswegs dass man alles kann - es geht nur darum, wie man damit umgeht etwas nicht zu können :smile:
 

Benutzer127397 

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Es kommt doch auch darauf an, ob man sich mit seiner 'Schwäche' abfinden, damit umgehen und leben kann. Ich finde dieses "Oh Gott alle anderen sind daran Schuld, nur ich nicht" / "Ich wär so gern anders, will aber null dafür tun" schrecklich.
"Etwas Überwindung" ist jetzt auch untertrieben, keiner hat gesagt, dass eine Änderung so leicht ist.

Meiner Meinung nach ist es eine Stärke, sich dessen bewusst zu sein, das man nicht alles kann. Und dass das auch okay ist! An bestimmten Dingen kann und sollte man arbeiten, besonders dann, wenn sie einem im Leben einschränken
Keiner hat das Gegenteil behauptet. So sehe ich das doch auch.
 

Benutzer68775  (36)

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Wenn man das nicht hat, dann wird's schwierig. Wenn man selbst Vorbilder hatte und die entscheidenden Charaktereigenschaften bekommen hat und die gefördert wurden, dann hat man diesbezüglich einfach enormes Glück gehabt. Das sollte einem schon auch bewusst sein.

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Mir ist es das auch, aber jeder den ich kenne, mich eingeschlossen, hat in einem Bereich Pech und im andern Glück gehabt, was die Verteilung diverser Dinge anging. Wie gesagt, mir kommts mit meinen aussagen echt nicht drauf an, jemanden nieder zu machen, weil er eine schlechtere Ausgangslage hatte. Aber man kann immer auf verschiedene Arten mit schlechten Ausgangslagen umgehen. Und als normal gesunder Mensch die Hände im Schoß zu falten und zu sagen, die andern sind Schuld, ich hab doch so viel Pech gehabt, gehört für mich eben nicht in den akzeptablen Bereich, wo ich jemanden noch respektieren kann.
 

Benutzer39498 

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Man sucht dann eben andere Wege, man bemüht sich nach seinen Mitteln, man strebt eben nach Zufriedenheit - Licht an machen, anstatt über die Dunkelheit zu jammern, fasst es wohl am besten zusammen.
Ausschließlich zu jammern ist sicherlich sinnlos. Keine Frage. Aber ich gestehe mir und anderen Menschen schon zu, das man sich auch mal benachteiligt fühlen darf, sich über gefühlte Ungerechtigkeit ärgern kann und auch mal deprimiert im Dunklen hocken, weil man mal wieder nicht weiter kommt. Dieses "jammern" kann sich ja vielfältig ausdrücken - die Einen hocken vor'm Computer und schreiben im Forum, die Anderen putzen die Wohnung, die nächsten betrinken sich. Eins haben alle Ansätze gemein: man weicht dem Problem, der Hürde, aus. Und weil ich nicht perfekt bin und die große Lebensweisheit noch nicht gefunden habe, bleibe ich manchmal vor der Hürde stehen, obwohl auf der anderen Seite das steht, was ich will.

Ich weiß schon, das du dir selber bewusst bist, das du bestimmte Dinge nicht kannst. Aber das, was du Yashin eben noch angekreidet hast - überheblicher Spott - das strahlst du durch diese leicht ironischen, leicht arroganten Beiträge auch aus. Ich finde, man sollte jeden Menschen und jede Einstellung respektieren, egal ob sie einem total abgeht. Respekt ist irgendwo ein Grundwert in meiner Welt und auch "Jammerlappen" respektiere ich, weil sie trotzdem Menschen sind, die meine Empathie verdient haben.
 
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Benutzer91095 

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Mir ist es das auch, aber jeder den ich kenne, mich eingeschlossen, hat in einem Bereich Pech und im andern Glück gehabt, was die Verteilung diverser Dinge anging. Wie gesagt, mir kommts mit meinen aussagen echt nicht drauf an, jemanden nieder zu machen, weil er eine schlechtere Ausgangslage hatte. Aber man kann immer auf verschiedene Arten mit schlechten Ausgangslagen umgehen. Und als normal gesunder Mensch die Hände im Schoß zu falten und zu sagen, die andern sind Schuld, ich hab doch so viel Pech gehabt, gehört für mich eben nicht in den akzeptablen Bereich, wo ich jemanden noch respektieren kann.

Wenn du ihn nicht respektieren kannst, dann solltest du ihm vielleicht nicht mehr antworten. Was soll denn dabei rauskommen?

Natürlich hat jeder in seinem Leben Glück und Pech gehabt. Aber es macht schon einen Unterschied im Bereich "Was kann ich ändern und was kann ich nicht ändern", wenn man da nie "positive reinforcement" erfahren hat, wenn man sich abgerackert hat, um etwas zu erreichen. Mach das mal: 10 Jahre lang immer versuchen etwas zu verändern und zu erreichen, aber anstatt Belohnung dann Strafe oder gar nichts zu bekommen, und dann noch einen guten Willen und die Hoffnung auf Veränderung zu haben, und das in einem Zeitalter, wo man nicht mehr so recht das Jüngste Gericht und einen Himmel und eine Hölle glaubt. Wenn es bei einem selbst so war, dass Arbeit immer auch Erfolg gebracht hat, dann hat man Glück gehabt, aber leider ist das keine Regel, dass Arbeit -> Erfolg.
 

Benutzer131160 

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wirkst du etwa auf alle Leute gleich? Wo hast du die Konstante "wirklich" wenn nicht in dir?

Nein, ich wirke nicht auf alle Leute gleich...und genau deswegen käme ich auch nie auf die Idee von mir selber zu behaupten ich wäre "so" oder "so"..

Ich persönlich kann mein Wirkung auf andere recht gut beeinflussen, wenn es sein muss, weil ich eine passable Schauspielerin bin.

Ich kann meine Wirkung überhaupt nicht beeinflussen, ich bin ein sehr schlechter Schauspieler...lügen oder mich verstellen kann ich nicht.


Es gibt immer so viele Unterschiede in den Wahrnehmungen, wie es Leute gibt, die einen wahr nehmen. Woher soll ich denn dann wissen wer Recht hat?

Genau die Frage stell ich mir auch. Wie kann ich also von mir selber behaupten total cool und selbstbewusst zu sein, wenn mich 10 andere als unselbstbewussten Loser wahrnehmen?

Der der sagt "Mensch, du wirkst grad so als könntest du gleich ausrasten!" oder dem, der sagt, "ich frag mich, ob dich nie etwas belastet du wirkst so gelassen"
oder doch eher mir, die als einzige weiß, wie oft ich mich wirklich in die Ecke setzen und heulen könnte, und dann aber doch die Zähne zusammenbeiße?
Für mich schließt sich "wirklich wissen wie man ist" und "andere" einfach aus.

Hier sprichst du aber von deinem emotionalen Inneren und nicht von Charakterstärken/-schwächen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.


Es ist doch ganz klar, dass man nie auf alle gleich wirkt, weil Zwischenmenschliches immer Wechselwirkungen sind. Sonst müssten einen ja alle gleich empfinden. aber es gibt immer Leute mit denen kann man, mit andern nicht... und meist beruht das auf Gegenseitigkeit.

Richtig.

Sich für sein Selbstbild allein auf Fremdwahrnehmungen zu verlassen stelle ich mir enorm verwirrend vor. Woher weiß man, wenn sich etwas widerspricht, wem man denn jetzt glauben soll?

Genau so verwirrend empfinde ich es, sich nur auf seine eigene, vielleicht (oder sogar wahrscheinlich) verzerrte Selbstwahrnehmung zu verlassen. Woher weiss man, ob sich etwas wiederspricht, ob man sich wirklich selbst trauen kann, oder ob man sich da nicht vielleicht selbst irgendetwas einredet?


Ich um Beispiel habe einen Wesenszug in mir, der mich sehr bösartig werden lässt, wenn man mich entsprechend reizt. dann macht es mir diebischen Spaß, andere (vorzugsweise, den, der mich gereizt hat) zu vernichten. Ich mag das nicht, das macht, grade in Freundschaften oder Beziehungen Dinge kaputt, die nie wieder heilen. Den Zug kennen auch nur sehr wenige an mir, und kaum einer würde ihn mir einfach so zutrauen. Trotzdem ist er da, ich kenne ihn und ich gebe mir immer und immer wieder Mühe, ihn im Zaum zu halten. Wegbekommen werde ich ihn nie, dafür ist er zu tief verankert - aber ich konnte lernen ihn zu kontrollieren. Ich kann vom ersten Impuls wieder wegkommen, obwohl der erste Impuls vermutlich immer der derselbe bleiben wird, ab einer gewissen... "Reizintensität". Hätte ich mich jetzt hinstellen sollen und mich beschweren, dass ich kaum Freunde hab, weil sich alle vor mir fürchten?
Dieser Zug an mir hatte Auswirkungen auf meine Umwelt, die ich nicht wollte, weil er mir verbaut hat, was ich gerne wollte. Gute Freundschaften mit Respekt und Vertrauen. Klar kann ich auch sagen Pffft, dann brauch ich eben keine Freunde, ich BIN eben so.
Ich hab aber lieber Freunde, als mich drauf zu versteifen, dass ich es eh nicht ändern kann und man mich gefälligst akzeptieren soll.

Hmm also so wie ich das jetzt verstehe scheint es dir ja trotzdem wichtig zu sein wie dein Umfeld diesen Wesenszug von dir empfindet. Du beziehst diesen Wesenszug doch ganz klar auf deine Umwelt, deine Mitmenschen...wenn es also wirklich nicht wichtig ist, wie deine Mitmenschen im Bezug zu deinen Stärken oder Schwächen stehen, dann dürfte man bei diesem Wesenszug doch eigentlich nicht von einer Schwäche reden oder? Denn sie ist doch nur eine Schwäche, weil sie in Relation zu deinen Mitmenschen steht. Keine Mitmenschen, also auch keine Schwäche.


Off-Topic:
Zum Beispiel ist dieses spöttisch überhebliche etwas, dass mich enorm reizen würde, im richtigen Kontakt... und genau das weiß ich. Ich kenne die Trigger, die mich dazu bringen, wirklich, wirklich böse auszurasten, und kann sogar hier im Forum immer wieder üben, ihnen weniger Macht über mein Denken und Handeln zu geben :zwinker:
Manche hingegen stört so eine Art überhaupt nicht, sie bemerken sie nicht mal. Daher sind Wirkungen auf andere eben auch immer zu einem großen Teil von dem andern abhängig... dinge die a cool findet, können b abstoßen. Was ist man nun, cool oder abstoßend? Wem glaubt man, wenn man sein Selbstbild von andern malen lässt?

Danke dann weiss ich ja jetzt wie ich in Zukunft auf dich reagieren muss :grin:

Sorry aber etwas anderes fällt mir leider nicht ein, wenn ein 18jähriges Mädel das gerade mal in die Welt guckt mit einem "du hast nicht verstanden um was es geht im Leben" daher kommt....da kann ich leider nicht anders :grin:
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Hm, also ich hab das ja eher auf Charaktereigenschaften bezogen, was ich geschrieben habe.
Ich geh nicht Bad putzen, wenn ich unsicher bin, sondern wenn ich keinen Bock auf Tippen hab :zwinker:

Ich hab hier mehrfach gelesen "ich bin so und so, aber ich kann gar nix dafür, die andern passen sich mir nur nicht richtig an" (sinngemäß) und das ist für mich halt die gleiche Schublade wie "Ich krieg keine ab, weil die Frauen sind so gemein und wollen nur die geilen Arschlöcher"
Das ist ein andres Problem wie ne Mathegleichung, die man nicht gelöst bekommt, obwohl man so gern würde....
ich würde ja Inneres und Äußeres an der Stelle nicht zu sehr vermischen, das führt nur zu solchen Missverständnissen.

Ich wird mit meinen schweinsohren niemals ein guter Musiker werden, oder mit meinen Augen ein guter Handwerker. Ich könnte üben mit harter Arbeit an eine höchstmögliche Stelle zu kommen, wenn ich wollte. Mehr halt nicht. Was ganz anderes ist für mich die Arbeit an inneren Dingen, auch wenn es ähnlich scheint.
Ich werd nie ein niedliches, putziges, hilfloses Wesen werden, wie sehr ich mich auch bemühe, also hab ich mich damit arrangiert, was für ein Typ ich bin, unabhängig davon, was mir besser gefallen würde. Mit meinem Zorn Bindungen nachhaltig schädigen will ich nicht, habs aber in mir - also arbeite ich so gut wie möglich dran, es zu kontrollieren. Verschüchtert und zurückhaltend wollte ich nie sein, hab also dran gearbeitet locker und offen auf andere zuzugehen und mich um deren Bewertungen nicht zu scheren.
Nichts davon ist "perfekt", oder längst so wie ich es gerne hätte, aber ich bemühe mich, und jammere nicht ohne was dagegen zu tun.
Wir meinen eh nicht wirklich was unterschiedliches, wie gesagt, ich schätze, du hast mich großteils einfach falsch verstanden[DOUBLEPOST=1372158743,1372158600][/DOUBLEPOST]
. Wenn es bei einem selbst so war, dass Arbeit immer auch Erfolg gebracht hat, dann hat man Glück gehabt, aber leider ist das keine Regel, dass Arbeit -> Erfolg.

Off-Topic:
War es bei mir nicht immer. Sogar höchst selten. Bei den meisten die ich kenne zusätzlich... trotzdem gibt es unterschiedliche Arten, mit Misserfolg umzugehen. aber vielleicht ist das wirklich angeboren, und keiner kann etwas dafür, wie er Rückschläge aufnimmt. Fände ich zwar irgendwie erschreckend, mich hilflos Genetik und Umwelt ausgeliefert zu wissen, aber wer weiß.
 
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