Sprichwörter, Zitate und "Lebensweisheiten", die euch nerven.

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Benutzer6874  (35)

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Ganz schlimm finde ich auch "Der Klügere gibt nach" :kopfwand:

Der ist doch total sinnbefreit, oder gehts da nur mir so?
Nein, aber der Satz ist leider nicht sinnbefreit. Man stelle sich das Ergebnis vor! :eek:
Der Satz geht höchstens wenn zwei Kinder beim Halma spielen in Streit geraten :zwinker:

"Getroffene Hunde bellen" impliziert aber für gewöhnlich "da muss ja etwas dran sein", und das finde ich echt furchtbar, das hat was von einem Hexenprozess, in dem man jede beliebige Antwort als Indiz für Schuld werten kann.
Wo Rauch ist ist auch Feuer :argh:
Das geht nur als Spass!

Das Ungute an vielen Sprüchen ist ja dass irgend eine unwidersprochene Banalität als Bild auf etwas Komplexes übertragen wird, und dann zu krass unterkomplexen Antworten führt. Manchmal ohne jeden Zusammenhang (mehr möchte ich nicht sagen)
 
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Der ist doch total sinnbefreit, oder gehts da nur mir so?
Nein, aber der war schon dran. :smile:
[doublepost=1496159794,1496158637][/doublepost]
Sowas zählt für mich aber nicht als Sprichwort.
Der Thread heißt aber Sprichwörter, Zitate und "Lebensweisheiten", die euch nerven, deshalb darf das selbstverständlich hier rein.
Anders ist das, wenn man findet
An dem Spruch ist aber durchaus etwas dran.
Das gehört hier nicht her. :nope:
Maximal offtopic, aber nur, wenn ich derselben Meinung bin. :grin:
Was in diesem Fall nicht zutrifft. Natürlich kommt es vor, dass das zufällig eben auch mal passt, mindestens so oft aber auch nicht siehe Erklärung BrooklynBridge. Das ist eben das falsche an vielen Sprichwörtern. simon1986 simon1986 und BrooklynBridge haben das recht gut erklärt. Ich finde auch die Ausnahmenregelung passt da nicht, so z.B. mit meinem und missing_link "Lieblingssprichwort", schließlich heißt es nicht "Die meisten Menschen sind, sofern die Umstände nicht (besonders?) unglücklich sind und (viel?) unvorhergesehenes passiert für den Großteil ihres Glückes ihr eigener Schmied.", sondern der Mist heißt: "JEDER ist SEINES GLÜCKES Schmied." Das heißt, wenn man etwas nicht ausnahmslos meint, dann sollte man es auch nicht als ausnahmefreies Sprichwort ausdrücken.
[doublepost=1496160223][/doublepost]Übrigens da fällt mir auf, dass mich eigentlich vor allem die Dinger nerven, die diesen negativen Touch haben, also so eben wie das noch eins oben drauf setzen, wenns sowieso schon nicht läuft. Oder so wie mit dem Hänschen und dem Hans, ich meine das fordert ja zur Resignation auf. Ebenso alles, das bedeutet, dass man sich gefälligst mit etwas abzufinden, zufrieden zu geben hat oder eben, wenn andere den eigenen Schmerz kleinreden, im Sinne von "bis du heiratest, hast du das wieder vergessen!" u.ä.
 

Benutzer81418 

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Es gibt gute Antworten auf diese nervigen Weisheiten:

«Lieber reich und gesund als arm und krank»
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
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Das gehört hier nicht her. :nope:
Maximal offtopic, aber nur, wenn ich derselben Meinung bin. :grin:
Was in diesem Fall nicht zutrifft.
Hab's dennoch mal für Dich als off topic markiert.


Off-Topic:
Natürlich kommt es vor, dass das zufällig eben auch mal passt, mindestens so oft aber auch nicht siehe Erklärung BrooklynBridge. Das ist eben das falsche an vielen Sprichwörtern.
Tja, man kann eben die Fälle in den Vordergrund rücken, in denen es nicht passt, oder diejenigen, in denen es passt.
 
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Tja, man kann eben die Fälle in den Vordergrund rücken, in denen es nicht passt, oder diejenigen, in denen es passt.
Aber in dem man es zur Regel macht, lässt man das Gegenteil nicht zu (maximal als Ausnahme) und angenommen das wäre 50% zu 50% oder auch nur 80% zu 20% dann wäre das Sprichwort doch nicht in Ordnung, vor allem, weil es im Grunde eine Schuldzuweisung ist, sprich, regst Du Dich auf, bist Du schuld, das ist doch Quatsch.
[doublepost=1496174675,1496174547][/doublepost]Also das wäre dann so wie, "kräht der Hahn auf dem Mist wird das Wetter besser oder es bleibt wie es ist". Sprich es hat gar keine Aussagekraft und dann kann man die Aussage auch lassen.
 

Benutzer164526 

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Aber in dem man es zur Regel macht, lässt man das Gegenteil nicht zu (maximal als Ausnahme) und angenommen das wäre 50% zu 50% oder auch nur 80% zu 20% dann wäre das Sprichwort doch nicht in Ordnung, vor allem, weil es im Grunde eine Schuldzuweisung ist, sprich, regst Du Dich auf, bist Du schuld, das ist doch Quatsch.
Jemand wirft oder schießt mit irgendetwas, und die Hunde, die er trifft, bellen.
Inwiefern lässt sich daraus jetzt eine Schuldzuweisung an die Hunde ableiten?
Es bedeutet doch erst einmal nur, dass derjenige, der sich aufregt, sich in irgendeiner Form direkt oder indirekt betroffen fühlt. Die Legitimität der Aufregung wird dadurch meines Erachtens nicht automatisch in Abrede gestellt.


Off-Topic:
Also das wäre dann so wie, "kräht der Hahn auf dem Mist wird das Wetter besser oder es bleibt wie es ist". Sprich es hat gar keine Aussagekraft und dann kann man die Aussage auch lassen.
"Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ..." hat sehr wohl eine Aussage, nämlich die, dass manch ritualisierter Aufstand erkennbar keinen Einfluss auf die Geschehnisse haben wird.
Das passt z.B. gut zu manchen Aktivitäten unserer Arbeitnehmervertreter, wo mir auch von Anfang an klar ist, dass dabei auf gar keinen Fall irgendetwas sinnvolles herauskommen wird. Aber Hauptsache man hat mal wieder eine Riesenwelle gemacht.
 
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Jemand wirft oder schießt mit irgendetwas, und die Hunde, die er trifft, bellen.
Inwiefern lässt sich daraus jetzt eine Schuldzuweisung an die Hunde ableiten?
Es bedeutet doch erst einmal nur, dass derjenige, der sich aufregt, sich in irgendeiner Form direkt oder indirekt betroffen fühlt. Die Legitimität der Aufregung wird dadurch meines Erachtens nicht automatisch in Abrede gestellt.
Naja, zumindest ICH nehme die Verwendung dieses Sprichwortes eher so wahr, dass jemand sagt, komm du klaust doch auch das Klopapier aus dem Büro, das Gegenüber regt sich auf (vielleicht einfach, weil er Choleriker ist und nicht, weil das sein Schwachpunkt ist) und bekommt erwiedert, aha, getroffene Hunde bellen, ergo du nimmst Klopapier aus dem Büro mit.
"Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ..." hat sehr wohl eine Aussage, nämlich die, dass manch ritualisierter Aufstand erkennbar keinen Einfluss auf die Geschehnisse haben wird.
Das passt z.B. gut zu manchen Aktivitäten unserer Arbeitnehmervertreter, wo mir auch von Anfang an klar ist, dass dabei auf gar keinen Fall irgendetwas sinnvolles herauskommen wird. Aber Hauptsache man hat mal wieder eine Riesenwelle gemacht.
Wenn man nicht gerade Städter ist, aber dennoch meint man müsste aufs Land ziehen um im Anschluß den Nachbarn verklagen, weil sein Hahn kräht, wird man aber das Krähen des Hahns gar nicht als Riesenwelle, sondern als normale Lautäußerung betrachten und dann stimmt Deine Schlußfolgerung nicht. Da das Sprichwort zu einem Zeitpunkt entstand, in dem es nicht wirklich Städter gab, vermute ich stark, dass die Sprichworterfinder das Krähen nicht als Riesenwelle verstanden wissen wollten.
 

Benutzer164526 

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Wenn man nicht gerade Städter ist, aber dennoch meint man müsste aufs Land ziehen um im Anschluß den Nachbarn verklagen, weil sein Hahn kräht, wird man aber das Krähen des Hahns gar nicht als Riesenwelle, sondern als normale Lautäußerung betrachten und dann stimmt Deine Schlußfolgerung nicht. Da das Sprichwort zu einem Zeitpunkt entstand, in dem es nicht wirklich Städter gab, vermute ich stark, dass die Sprichworterfinder das Krähen nicht als Riesenwelle verstanden wissen wollten.
Ein Gockel ist doch das prototypische Beispiel für ein Vieh, das einen Riesenradau veranstaltet, um auf sich aufmerksam zu machen. Und diese Assoziation gibt es ganz sicher nicht erst gestern.
 
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Ein Gockel ist doch das prototypische Beispiel für ein Vieh, das einen Riesenradau veranstaltet, um auf sich aufmerksam zu machen. Und diese Assoziation gibt es ganz sicher nicht erst gestern.
Wachhunde, Wachgänse?

Und Riesenradau? Mal krähen, hauptsächlich frühmorgens? Ich wohne an einer Straße (und an noch ein paar Ärgernissen), ich nehm den Hahn und glaube habe da weniger Riesenradau!
 
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Benutzer160853  (34)

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Ich hoffe, dass dies den Thread nicht überdehnt
Ich hab da noch einen. In meiner Heimatgemeinde wurde vor einem Jahr ein Wirtschaftsverbrecher festgenommen. Dieser hatte mit fingierten Rechnungen Händler für Nutzfahrzeuge betrogen und war schließlich noch flüchtig. Quintessenz im Ort: "Aber der hat doch immer gegrüßt, war doch ganz ein netter.
 

Benutzer164526 

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Als eine der beknacktesten Redewendungen überhaupt empfinde ich "Indianerherz kennt keinen Schmerz".
 

Benutzer160853  (34)

Meistens hier zu finden
Eine Bekannte meiner Mutter pflegt regelmäßig zu sagen, "Die beste Krankheit taugt nichts". :ichsagnichts::ichsagnichts::ichsagnichts:
 

Benutzer133419  (58)

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Ja, offenbar fühlt sich der Beschuldigte davon betroffen. Ich würde mich auch betroffen fühlen, wenn man mir etwas schlimmes vorwirft. Und sogar dann, wenn man mir etwas weniger schlimmes vorwirft, das aber bei mir persönlich einen wunden Punkt trifft.

"Getroffene Hunde bellen" impliziert aber für gewöhnlich "da muss ja etwas dran sein", und das finde ich echt furchtbar, das hat was von einem Hexenprozess, in dem man jede beliebige Antwort als Indiz für Schuld werten kann.

Ja... das hat was von "kein Rauch ohne Feuer", ne? Es bleibt immer was hängen, wenn man erst mal denunziert worden ist.

An dem Sprichwort "getroffene Hunde bellen" finde ich schlimm, dass, wenn man sich nicht beschwert, ja auch was hängen bleibt. Wenn man sich einen Vorwurf beschwert, ist man ein "getroffener Hund, der bellt". Wenn man sich nicht beschwert, heißt es wieder "Schweigen ist Zustimmung".

Es mag schon sein, ok, es mag nicht nur sein, ich kenne es auch aus Erfahrung, dass sich Menschen ganz anders empfinden, als sie sind. Ich habe (zum Glück nur online, es hat mich trotzdem etwas traumatisiert) einen Menschen kennengelernt, der sich für einem Empathen gehalten hat, aber in Wirklichkeit ein Soziopath gewesen ist. Das halte ich aber eher für eine Ausnahme.

Ich denke, dass es öfter vorkommt, dass einem Menschen ein Spruch an den Kopf geknallt wird, wenn er sich berechtigterweise verteidigt. (Ich hab das nicht gemacht... sagt er was, heißt es "getroffene Hunde bellen". Sagt er nix, heißt es "Schweigen ist Zustimmung". Und in beiden Fällten heißt es "kein Rauch ohne Feuer" - sprich, wenn da was geredet wird, muss da auch was sein.)

Ja, in der Tat, das hat was von einem Hexenprozess.

*offtopic* Liest Du gerne Romane, Frau Sophie Brückenbauerin? Ich habe mit 18 von Walt(h)er Lohmeyer den Roman "Der Hexenanwalt" gelesen. Der handelt von Friedrich Spee von Langenfeld, der die "Cautio Criminalis" geschrieben hat, mit der er sich gegen den "Hexenhammer" gewehrt hat. Eine sehr interessante Lektüre für alle Frauen, finde ich. :smile: *offtopic aus* *umarmt die Geschlechtsgenossin* :smile:
[doublepost=1496186290,1496186138][/doublepost]
Als eine der beknacktesten Redewendungen überhaupt empfinde ich "Indianerherz kennt keinen Schmerz".

Das hat mein Opa väterlicherseits oft gesagt. Als Mädchen fand ich es stärkend, weil er mir damit vermittelt hat, dass ich stark sein kann. Für einen Jungen ist das nicht tauglich, weil ich meine, einem Jungen wird damit vermittelt, dass er möglichst wenig Gefühle haben soll.
 
2 Woche(n) später

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
für mich an erster stelle: "ich vertrau dir da, du machst das schon" - ganz nach dem motto: geht mir am arsch vorbei, mach den scheiss alleine. obendrein wird der ausdruck vertrauen pervertiert, denn wenn mans nicht packt hat man direkt die enttäuschung im nacken...
 

Benutzer138875 

Beiträge füllen Bücher
Off-Topic:
für mich an erster stelle: "ich vertrau dir da, du machst das schon"
Habe ich gerade gestern, so ähnlich, zu einem Kollegen gesagt. Der Grund ist aber nicht persönliche Ignoranz, sondern
die Tatsache, dass ich von diesem Themenfeld absolut wenig Ahnung habe, er aber schon.
Soll also vielmehr heißen: "Du hast freie Hand bei Entscheidungen, ich trage die mit, weil Du der Experte von uns beiden bist."
 

Benutzer138994  (40)

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Jedesmal wenn ich den Satz höre bekomme ich Krämpfe im Kopf :argh:
"Jeder ist seines eigenen Schicksals Schmied"
 

Benutzer133419  (58)

Sehr bekannt hier
Jedesmal wenn ich den Satz höre bekomme ich Krämpfe im Kopf :argh:
"Jeder ist seines eigenen Schicksals Schmied"

Ich kenne es so: Jeder ist seines Glückes Schmied. Ja, das kann man so oder so sehen. Dich widert es an, siehst Du es so, dass man an Schicksalschlägen selbst "schuld" ist bzw. sie verursacht hat? Das könnte ich gut verstehen.

Man kann es auch anders sehen... tja... wenn im Leben alles glatt gelaufen ist ohne Schicksalsschläge und man sich sein Glück selbst ohne große Hindernisse schmieden DURFTE. Und dann kann man es natürlich fein anderen an den Kopf knallen - vielleicht sogar aufmunternd gemeint, weil der Gedanke einen selbst ja auch aufgemuntert hat.

Magst Du vielleicht mehr darüber erzählen? Würde mich interessieren. :smile:
 
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