Sozialverhalten in der Öffentlichkeit...

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
...oder auch: spinn ich denn? Mancher mag diese Frage jetzt pauschal mit "ja" beantworten, aber das hilft mir nicht weiter... :tongue:

Eigentlich sind es zwei verschiedene Punkte, die aber ineinander übergehen. Dass ich nicht unbedingt der geselligste Mensch bin und generell von der Menschheit keine besonders gute Meinung habe dürfte bekannt sein - ich ziehe mich lieber zurück, meide andere Menschen zum größten Teil und wäre ziemlich glücklich, wenn ich nicht fast jeden Tag gezwungenermaßen (Einkaufen, öffentliche Verkehrsmittel usw.) Menschen begegnen würde... und viele würde ich einfach gerne instant zum Mond schiessen.

Trotzdem - und das finde ich so absurd - bekomme ich immer wieder den Eindruck, dass ich regelrecht eine Ausnahme damit bin, dass ich andere Menschen bewusst wahrnehme und ihnen auch helfe.

Beispiele:
Eine alte Dame im Rollstuhl beim einkaufen, sie versucht verzweifelt an etwas aus dem Regal zu kommen, kippt dabei fast ihren Rollstuhl um und schafft es nicht. Etliche Leute laufen ungerührt an ihr vorbei... naja, ich hab ihr dann erst nur den einen Artikel gereicht, bin selber weiter einkaufen... und dann nochmal zurück weil ich dachte "vielleicht braucht sie mehr Hilfe", hab sie in einer quasi identischen Situation wieder getroffen... naja, ich hab ihr dann beim gesamten Einkauf geholfen, auch an der Kasse, und nachher noch kurz mit ihr gequatscht bis der Krankentransport zum abholen kam. Ihre Aussage: niemand anders hätte ihr ansatzweise geholfen.
Alter Mann beim einkaufen, beugt sich nach vorne, seine Mütze fällt ihm vom Kopf über den Wagen auf den Boden, er guckt ziemlich verzweifelt - drumherumzulaufen und sich zu bücken wäre ihm wohl nicht leicht gefallen. Ich hätte ja eigentlich erwartet dass irgendwer in der Nähe (6 Leute) sich einfach mel eben bücken und die aufheben würde... nichts, garnichts. Hab also meinen halb eingepackten Einkauf stehen lassen, bin hin, hab ihm seine Mütze gereicht... "es gibt doch noch gute Menschen, vielen Dank!".
Kleines Mädchen auf dem Weihnachtsmarkt, vielleicht acht Jahre, rennt panisch-schreiend durch die Menge: "Oma, Oma, wo bist du??" - ja, nen paar Leute haben geguckt, aber niemand hat ihr geholfen. Hab sie mir geschnappt, beruhigt, ihr versprochen dass wir Oma zusammen finden, sie beschreiben lassen wie Oma aussieht (von oben hat man ja doch mehr Überblick) und wir haben Oma gefunden.

All solche Sachen... immer wieder. Ich greife ja auch nicht gerne ein, eben weil ich Kontakt eigentlich lieber vermeide, aber ich kann doch nicht zusehen wie andere Hilfe brauchen und niemand schaut. Erinnert mich immer wieder an Leute die bei einem Unfall lieber filmen und gaffen, anstatt Hilfe zu leisten. Ich kapiers nicht: ist das heute wirklich normal, solche (in meinen Augen) asoziale Verhaltensweise? Andere sind doch - theoretisch - viel sozialer, geselliger als ich... warum tun die nichts?!?


Der andere Punkt: das wo ich Leute gerne zum Mond schiessen würde. Sonstwie laut Musik hören im Bus, sich über drei Sitze flegeln, in irgendeiner Form (egal ob Parfum oder Körpergerüche) stinken wie nur was, einem (unnötig!) auf die Pelle rücken... warum?
Ich halte es doch eigentlich für selbstverständlich dass man sich bemüht, seine Mitmenschen so wenig wie möglich zu belästigen. Im besten Fall einfach garnicht wahrgenommen zu werden.
Oder, auch: Einkaufskorb inklusive Müll für die Angestellten stehen lassen - anstatt mal eben die drei Schritte zu gehen, die Verpackungen selber wegzuwerfen und den Korb wieder wegzustellen. Oder bei Macces: Soßen auf den Tisch schmieren, Tablett stehen lassen, die "gehasste" Gurkenscheibe an die Fensterscheiben klatschen wo die Angestellten sie wegputzen dürfen: "seid doch selber schuld, sowas auf den Cheeseburger zu machen" - und nen Schritt weiter: kompletter Cheeseburger im Pissior in der Herrentoilette versenkt, Boden unter Wasser und Pisse... warum tun die das?!?
Oder ein Thema hier von PL: in der Nähe schwangerer Frauen rauchen und auf Hinweis trotzdem keine Rücksicht nehmen... nach dem Motto "verpiss dich doch", wenn die einzige Sitzgelegenheit nunmal da ist (mancher erinnert sich vielleicht).


Liegt jetzt der Fehler bei mir, dass ich mehr Sozialverhalten erwarte/Rücksichtslosigkeit und Aufdringlichkeit als wirklich schlechtes Benehmen und beschissenen Egoismus sehe? Spinne ich einfach in meinen Erwartungen, sind die zu hoch - oder sehen das noch andere so? Ist es heutzutage einfach "normal", nur auf sich selber und vielleicht persönlich bekannte Menschen acht zu geben?
 

Benutzer155480 

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Du bist nicht allein. Früher hieß das Verhalten "gute Kinderstube". Hat heute nicht mehr jeder und ich vermisse es auch stellenweise. Dafür freue ich mich aber auch wie Bolle über jeden Schüler im Bus, der für jemanden aufsteht, der den Platz nötiger bräuchte. Da lobe ich direkt mal. :smile:
 

Benutzer72433 

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Da lobe ich direkt mal. :smile:
Das ist ja eigentlich sogar noch der dritte Punkt... niemanden kostet es etwas, ein paar freundliche Worte zu sagen - und trotzdem kommt es kaum mal vor. Von Busfahrern denen ich schon "Danke" gesagt habe (für rücksichtsvolles Verhalten bei Fahrgästen die weniger sicher auf den Beinen waren, für einmischen wenn ein Fahrgast eine junge Frau beleidigt...) habe ich schon mehrfach gehört: "Danke hat mir dafür noch NIE jemand gesagt" - und ich steh dann da und staune. Naja, nein, mittlerweile staune ich nicht mehr... ich kotz nurnoch innerlich und achte mehr darauf, meinen Dank auch mal auszudrücken.

Find ich toll, Demetra Demetra , wenn du das dann auch sagst.
[doublepost=1478887902,1478887771][/doublepost]Und ich muss sagen, "Zustimmung" irritiert mich - heisst das jetzt dass ich spinne und überzogene Erwartungen habe, oder heissts, dass andere meine Meinung teilen? :grin:
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Naja... die Gesellschaft wandelt sich. Mich irritiert solches Verhalten weniger, jeder muss halt für sich selbst entscheiden, ob er sich sozial oder asozial verhält. Und ich meine asoziales Verhalten nicht wertend - ist einfach nur eine Feststellung - die werden ihre Gründe haben.

Bei mir selbst hängt es von meiner Stimmung ab. Bin ich gut gelaunt, dann hole ich der den Zucker aus dem Regal oder hebe die Mütze auf - sofort ich dafür nicht durch den ganzen Laden rennen muss. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich das gar nicht wahrnehme.
 

Benutzer91827 

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Ich bemerke das auch vermehrt- und das eigentlich traurige ist, dass manche Leute dann gar nicht damit umgehen können, wenn man aufmal nett ist/helfen will und entweder stumm dastehen und doof glotzen oder gar unfreundlich werden (man hebt was auf, hält es hin und die Person sagt was wie "Jetzt geben Sie schon her! Holen Sie sich ihr eigenes Produkt xy!").

Ich gehe auch eher selbst 'nen Umweg, um jemandem zu helfen, auch einfach, weil ich gerne Kontakt zu Leuten habe. Ich weiß nicht, ich bin so erzogen worden und habe, was auch immer meine Eltern da richtig gemacht haben, vor meinen Kindern weiterzugeben, wenn ich mal welche haben sollte.
 

Benutzer160278  (25)

Öfters im Forum
Ich mag es gar nicht wenn Leute die "Früher war alles besser"-Keule rausholen. "Heutzutage"...

Für mich ist das keine gute Bais für eine vernüftige Diskussion.
Zum mal Luft rauslassen ist es ok.

Das durfte sich meine Oma schon anhören.
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Und ich muss sagen, "Zustimmung" irritiert mich - heisst das jetzt dass ich spinne und überzogene Erwartungen habe, oder heissts, dass andere meine Meinung teilen? :grin:
Zustimmung heißt, dass ich Deine Wahrnehmung des Themas teile. :grin: Ob Du spinnst musst Du selbst beurteilen. :ninja:
 

Benutzer114808  (34)

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Ich habe als Schülerin jahrelang an der Kasse im
Supermarkt gesessen und was ich da beobachtet habe, ist unglaublich und deckt sich mit deinen Erfahrungen.

Bin selbst z.B. total klein und komme oft nicht ans oberste Regal. Egal ob Supermarkt oder Klamottenladen. Aber Hilfe kann man da echt vergeblich suchen.

Der Fall mit dem Mann in der Bank, der vor den Geldautomaten zusammen gebrochen ist ohne dass jemand geholfen hat, passt doch genau zu dieser Scheuklappen-Gesellschaft.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Ich denke mir ganz oft, das du irgendwie mega Pech mit deinem Umfeld und/oder deinem Wohnort hast. :ratlos: Ich erlebe so was hier eigentlich quasi nie. Weder pöbelnde Jugendliche, noch unfreundliche Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder asoziales Verhalten im Supermarkt.

Ich gehe aber auch nicht mit der Einstellung, das alle Menschen eh blöd sind, durch die Welt, sondern gehe erst Mal davon aus das mir niemand was Böses will. Klar werde ich ab und an enttäuscht, aber seltenst auf die Art und Weise die du beschreibst.

Wobei ich es auch blöd finde, Menschen grundsätzlich ungefragt zu helfen. Ich frage immer freundlich "Darf ich Ihnen helfen?" bevor ich etwas für jemanden in die Hand nehme, und es ist auch schon vorgekommen das ich ein "Nein, aber Danke, das Sie gefragt haben!" zurück bekam. Beispielsweise bei Rollstuhlfahrern, die eine lange Rampe hoch mussten. Nicht jeder davon möchte geholfen bekommen, das muss man respektieren.
Oder bei alten Damen im Supermarkt, die einfach ihren Einkauf im Schneckentempo und mit Mühe erledigen wollen, aber bitteschön selbst, weil es ein Stückchen Selbstständigkeit ist. Alles schon erlebt :grin:
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich mache diese Erfahrungen auch nicht. Wenn ich im Supermarkt Hilfe brauche, frage ich aber auch danach, und warte nicht, bis jemand von alleine kommt. Eigentlich sind alle immer sehr hilfsbereit. Ich selbst schätze mich auch so ein. Wenn ich helfen kann, tu ich's auch, denn ich bereite Leuten gern eine Freude. Mir fällt daher kein Grund ein, bei banalen Sachen wegzuschauen.
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich kann dir nur in (fast) allem zustimmen.wie du weißt,ticke ich ja was soziale kontakte angeht,so wie du (auch wenn ich es zu vermeiden weiß,täglich das haus zu verlassen);ich hab die nur dann,wenn mir danach ist.
ebenso bin ich aber zu großer rücksichtnahme erzogen worden und ich bin selbstverständlich ein sehr hilfsbereiter mensch.
diese eklig-dreisten angewohnheiten einiger,zb angestellten durch dreck uä noch mehr arbeit zu machen,sehe ich auch sehr oft und ich kanns auch nicht fassen.kriege da richtig hass und diejenigen dürfen sich derbe sprüche von mir anhören,wenn ich mitbekomme,wer das war.für mich ist sowas schlicht asozial und solche individuen haben für mich keinerlei erziehung genossen,womit sie mMn jegliches recht auf jedwede rücksichtnahme durch andere verwirkt haben.
zu den situationen, in denen andere hilfe brauchen,kann ich aber sagen:
ich habe schon oft mitbekommen,wie gleich mehrere andere personen zur hilfe eilten,während ich grad auch helfen wollte.zum glück,sonst wär ich wohl noch misanthropischer eingestellt als eh schon...
verstehe dein unglauben,dein ekel und deine wut auf derartigen sozialen abschaum aber bestens,kann ich abschließend nur sagen.ist für mich ein grund mehr (also neben dem problem mit reizüberflutung etc),nur dann das haus zu verlassen,wenn ich unbedingt muss-und das ist eben nicht täglich,hab ja vorräte...
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Ja, das kann vorkommen - besonders beim Einkauf.
da muss ich ihm allerdings zustimmen,denn je nachdem,wie scheiße es mir grad geht und wie sehr ich grad im "muss einkaufen und schnell wieder nach hause,umwelt ist grad folter"- modus bin,bekomm ich natürlich sowas auch nicht immer mit (und wenn das so ist,gehts mir meist zu mies,um jemandem helfen zu können).
kommt aber seltenst vor,da ich an solchen tagen meist vermeiden kann,das haus zu verlassen.
 

Benutzer147358  (27)

Sehr bekannt hier
Ich denke mir ganz oft, das du irgendwie mega Pech mit deinem Umfeld und/oder deinem Wohnort hast. :ratlos: Ich erlebe so was hier eigentlich quasi nie. Weder pöbelnde Jugendliche, noch unfreundliche Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder asoziales Verhalten im Supermarkt.
Ich glaube das kommt wirklich ganz stark aufs Umfeld an. Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, habe ich sowas auch ganz selten erlebt. Allerdings ist es auch ein Ort an dem viele körperlich und/oder geistig eingeschränkte Menschen leben uns die meisten Leute sind es gewöhnt das mal jemand Hilfe benötigt, haben da eben ein Auge für entwickelt. Als ich ausgezogen bin habe ich leider vermehrt andere Erfahrungen gemacht :geknickt:
Ich bin mal zu einer Vorlesung zu spät gekommen, weil ich auf dem Weg dahin ein weinendes Kind die Straße habe langlaufen sehen. Hatte seine Mutter verloren und habe ihr dann geholfen sie wieder zu finden. Konnte keiner verstehen warum ich das gemacht habe :what: Dabei waren das alles ganz nette Menschen.

Das man fragt bevor man was für jemanden macht ist doch in den meisten Situationen eigentlich irgendwie klar :unsure:
 

Benutzer75070 

Meistens hier zu finden
Mir gehts da auch ähnlich wie dir. Ich bin auch nicht grade das, was man einen geselligen Menschen nennt, und eigentlich froh, wenn ich einfach nicht wahrgenommen habe :tongue:
(Aber ich höre auch einfach lieber zu, als selber zu reden.)

Ich habe aber auch den Eindruck, dass ich sehr viel auf meine Mitmenschen achte als umgekehrt. Ich halte Abstand an Supermarktkassen; aber wenn mir jemand grade zum zweiten Mal seinen Einkaufswagen in die Hacken rammt, schubs ich zurück und ernte nur einen blöden Blick "wasn jetzt los?"

Ich laufe aufm Bürgersteig grundsätzlich auf der rechten Seite und ärgere mich, wenn jemand in der Mitte läuft und dabei mal nach links und mal nach rechts schwankt, sodass man nicht vorbei kommt.

Im Urlaub auf Gran Canaria habe ich mal einer filmenden Gafferin die Hand vors Handy gehalten und vor Wut geweint. War am Strand, direkt vor uns Meer mit kleinen Klippen und eine Tauchergruppe, die gegen die Klippen gespült worden ist, sich schwer verletzt hat und mit dem Hubschrauber gerettet werden musste. Ich werde die Hilfeschreie nicht mehr vergessen und ins Wasser konnte man wegen dem Wellengang nicht.
So schlecht kam ich mir noch nie vor und alle stehen da und filmen, zum Kotzen!
Nach zehn Minuten kam wohl mal einer auf die Idee, die Rettung anzurufen (leider kann ich kein Spanisch..).

Nee, ich verstehs auch nicht..
 

Benutzer18889 

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Ich finde diese häufig nicht vorhandene Hilfsbereitschaft im Alltag auch fürchterlich. Obwohl ich wahrlich nicht der netteste Mensch auf Erden bin und viele Leute nicht mag, käme es mir nie in den Sinn, einer alten oder anderweitig hilfebedürftigen Person nicht zu helfen, sofern mir das möglich ist. Ob da nun eine Oma auf dem Hof sitzt, weil sie gestürzt ist, jemand seinen Rollator den Bordstein nicht hochheben kann oder ähnliche Dinge dieser Art: Ich helfe den Leuten immer bzw. biete es an, weil ich nicht übergriffig sein möchte. Manchmal sagen die Leute, dass sie es allein schaffen, aber oft nehmen sie die Hilfe gern an und wer keine Hilfe möchte, bedankt sich trotzdem fürs Angebot. Was bitte ist so schwer daran, sich 5 Sekunden Zeit zu nehmen, um jemandem zu helfen, der es allein nicht besser kann?

Ganz schlimm finde ich beispielsweise auch, wie wenig sich die meisten Leute um Tiere kümmern. Vor einiger Zeit überquerte vor mir eine Entenmutter mit ihren Babys die Straße und wäre fast überfahren worden, wenn ich mich nicht selbst auf die Straße gestellt und die Autos so zum Anhalten gezwungen hätte. Meine Güte, ich habe es auch ständig eilig und drängle gern mal, aber man wird doch wohl wegen 30 Sekunden nicht die Tiere überfahren?! :mad: Ein Baby schaffte es dann absolut nicht und bis ich ihm helfen konnte, war seine Familie nicht mehr zu finden. :what: Baby ins Auto getan, Baby zum Tierheim gefahren, das sich um die Aufzucht kümmert. Andere Leute scheint so ein Tier ja nicht zu interessieren, ist ja "nur ein Tier". Bei dem Satz könnte ich eh kotzen. Wie oft hab' ich verletzte Tiere gesehen, die z.B. angefahren wurden und kein Idiot kümmert sich. Wenn man eine Katze an/überfährt, hat man doch wohl den Anstand, in der Nachbarschaft den Besitzer ausfindig zu machen. Hab' ich schon mehrfach anders erlebt. :confused: Da wird 'ne sterbende Katze auf der Straße liegen gelassen und weitergefahren.
 

Benutzer157470 

Öfters im Forum
Ich gehöre auch zu denen, die ständig irgendwelchen Menschen helfen... ich bin auch sozial genug, mal etwas abzubremsen um ein Auto in eine Lücke zu lassen, das schon ewig aus einer Ausfahrt raus will. Jedenfalls wenn ich sehe, dass hinter mir noch etliche Fahrzeuge folgen und er so keine Chance hätte.
Oder hebe das Kleingeld einer älteren Person auf.

Ich erlebe es hier aber so, dass eigentlich alle sehr hilfsbereit sind. Beispiel letztens, als ich im Bus war. Der Bus hielt an, die hintere Tür öffnete aber nicht, trotz drücken und allem. Da eine ältere Frau raus wollte, wäre sie nicht schnell genug gewesen, zur anderen Tür zu laufen. Der Chauffeur bemerkte das aber nicht. Sofort riefen fast alle Mitfahrer, er solle warten, die Tür gehe nicht auf. Die Frau hatte nichtmal bemerkt, dass er schon wieder fast losgefahren war.

Ich war auch schon dankbar um Hilfe. Ich wollte an einem Morgen ins Ausland, hatte 7 Stunden Zugfahrt vor mir. Weil ich verschlafen hatte, rannte ich zum Bahnhof und wusste, dass ich dann nichts zu essen hätte, wenn ich jetzt einfach einsteige. Bin dann zum Bretzelstand, bestellte ein Sandwich und stellte fest, dass ich ja gar kein Geld dabei habe, weil ich das eigentlich noch holen wollte. Karte war nicht möglich. Eine Frau neben mir realisierte das und bezahlte mir das Sandwich und ein Getränk, sie bestand darauf. Ich war in diesem Moment so extrem dankbar, das wäre eine lange Fahrt geworden ohne Nahrung...
 
A

Benutzer

Gast
Also ich kann deine Beobachtungen schon nachvollziehen, - deine Interpretationen allerdings überhaupt nicht.

Mir ist es auch schon oft passiert - das ich der einzige war, der in der Bahn für eine alte Dame aufgestanden ist, beim Einkaufen einem alten Menschen die Tüten getragen hat oder auf der Bank die Schwingtür als einziger, für den mir nachfolgenden Verkehr offen hielt... es gibt soviele Situationen die mir dazu einfielen, viel zu viele um Sie hier alle zu erwähnen.
In nahezu allen Situationen - in denen, andere Menschen - welche sich in der Nähe aufhielten, bemerkten, das Sie gerade eine Situation verpasst haben, einem anderen zu helfen: beschämt oder peinlich berührt reagierten.

Hin und wieder, wie zum Beispiel in der Bahn - habe ich auch schon andere Menschen darauf aufmerksam gemacht... also ich stehe Beispielsweise (weil alles voll), und neben mir eine tattrige Graudine samt Rollator - während 2 ~ 20 jährige, neben uns auf dem Sitzplatz auf ihre Smartphones starren - nach einer Weile frage ich die beiden höflich, ob Sie es nicht einmal in Betracht ziehen würden - der alten Dame einen Platz anzubieten - das mich das wundern würde - da wir das schon als Kleinkinder verinnerlicht haben... die beiden stehen natürlich instant neben Ihren Plätzen - und stammeln was von... nicht dran gedacht... dachte Sie wollte nicht... bla...

Es ist so oft so - die Menschen haben nicht mehr genug Raum in Ihrem Leben - um über Ihre eigene Nasenspitze hinaus zu blicken, und bemerken Dinge nicht. Macht man Sie darauf aufmerksam (sei es durch die eigene Handlung, oder den offensiven Hinweis) - so rückt die Normale Höflichkeit wieder in Ihr Bewusstsein : "Ja Stimmt - da war etwas."

Sicher gibt es auch "Kinder" die in total wertfrei- oberflächigen Haushalten groß geworden sind - die das gar nicht kennen... selbst DIE verstehen das aber - wenn man es Ihnen nur erklärt.

Mag sein - das dass nicht in jeder Situation möglich ist - dennoch beeinflusst man das Verhalten der Gesellschaft, langfristig am besten - vor allem durch sein eigenes Handeln.

Selbst wenn niemand davon Notiz nimmt, oder man gar (ob eigener Bemerkungen) angenöhlt wird - so ist es am Ende doch aber ein schönes Gefühl jemanden den Tag versüßt zu haben.

BTW: Geht doch einfach mal durch die Strassen in Deutschland .- und achtet darauf, wie wenig Menschen einem in die Augen schauen - oder überhaupt bewusst in der Umgebung umherschauen.... glaubt Ihr ernsthaft, solche Menschen nehmen wahr, wenn einem alten Mann die Mütze runter fällt ?
Dafür solltet Ihr aber nicht die Menschen persê verurteilen, sondern eher die Lebensumstände in welchen Sie leben müssen.
 
A

Benutzer

Gast
welche lebensumstände entschuldigen denn deiner ansicht nach,sich rücksichtslos zu verhalten?

Im Arbeits-/Bürger-/Familienalltag so dermaßen mit Sorgen und Pflichten bepackt zu sein, das man an gar nichts anderes mehr denken kann. Ständig nur im "Hamsterrad" funktionieren zu müssen - z.b.

Es gibt soviele Dinge im Alltag, die einem den Blick für die ganz einfachen Dinge - vernebeln können...
 
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