Sollte sich Deutschland am Libyen-Krieg beteiligen?

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Benutzer56624  (32)

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Seid ihr der Meinung, dass auch die Bundeswehr am möglichen NATO-Einsatz gegen Gaddafi beteiligen sollte? Oder dagegen?
 

Benutzer98230 

Öfters im Forum
Meiner Meinung nach darf man das Abschlachten des eigenen Volkes nicht zulassen. Das erinnert mich irgendwie an die U-Bahn-Schläger, die Fahrgäste drangsalieren und krankenhausreif oder tot schlagen, während alle andern teilnahmslos daneben stehen und sich nicht rühren wollen oder können.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob ein Einschreiten mit Hilfe von Gewalt moralisch (nicht international, das ist Bullshit! Was heißt schon "internationale Verantwortung"?) gerechtfertigt ist. In der Notwehr oder in der Nothilfe darf man sich wehren bzw. einschreiten, bis eine gewisse Verhältnismäßigkeit erreicht wird. Damit ist gemeint, dass man sich mit adäquaten Mitteln verteidigen darf, bis die Gefahr abgewendet wurde, aber nicht darüber hinaus. Derzeit scheint es keinen anderen Ausweg zu geben, als mit bleihaltigen Argumenten auf den Putz zu hauen.

So wie ich das schreibe, bekomme ich verstärkt das Gefühl, dass ich eben falsch angekreuzt habe und eher FÜR eine Intervention bin.

Die Zeit des Redens ist mit dem ersten Blutvergießen vorbei gewesen. Es wird auch nicht aufhören. Gaddafi wird nie die Rebellen besiegen können. Und je mehr er umbringen lässt, umso mehr werden sich gegen ihn stellen. Das ist nur eine Frage der Zeit. Vielleicht erlebt er das ja nicht mehr und er stirbt vorher. Dann ist sein Sohn dran. Der kann das noch eine ganze Zeit lang durchziehen. Wobei ich eh glaube, dass sowieso der Sohn alles deichselt, während er seinen altersschwachen, vermutlich dement bis wahnsinnigen Vater vor die Kameras schiebt.

Das zuvorige "diplomatische" Vorgehen bzw. Einschreiten der Länder, die die Bewegungsfreiheit Gaddafis durch Kontensperrung und Einreiseverbot auf Libyen beschränkt haben, ist mir zu Beginn schon übel aufgestoßen. Nicht, dass man mit Gaddafi hätte reden können. Aber so hat man ihm prinzipiell keine Möglichkeit auf ein Exil gelassen. Wenn er (unwahrscheinlicherweise) darauf eingegangen wäre, hätte er die paar Jahre bis zu seinem Tod im Exil in behördlicher Reichweite und Beobachtung mit einem bisschen Geld ruhig gestellt werden können und die Libyer hätten eine Republik oder eine andere Staatsform, die ihnen zusagt, aufbauen können. Das wäre eine waffenfreie Variante gewesen. Aber der Drang, "etwas" zu tun, war wohl zu groß.

So blieb nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Mit Gewalt versuchen, ein schnelles Ende herbeizuführen oder auf Gewalt zu verzichten und Libyen beim Bürgerkrieg zugucken?
Da fällt mir der Spruch ein: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Falls jemand eine bessere Idee hat, immer her damit. Ich habe nämlich keine.
 

Benutzer29206  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Jetzt nicht mehr; das Kind ist schon im Brunnen.
 

Benutzer2627 

Verbringt hier viel Zeit
Hm, ich bin der Ansicht, dass die erste Bombe auf Gaddafi selbst hätte fliegen sollen. Einmischen ist schon Richtig an sich, aber auf welche Weise wieß ich auch nicht so recht.... ob das so wie jetzt gut ausgeht...?!?
 

Benutzer56624  (32)

Benutzer gesperrt
Ich glaube nicht, dass man mit "gezielten" Angriffen Gaddafi besiegen kann. Gaddafis Armee ist in erster Linie darauf ausgerichtet, seine Herrschaft zu verteidigen, nicht die Sicherheit des libyschen Volkes. Insofern könnte Gaddafi letzten Endes als der lachende Dritte aus diesem Krieg hervorgehen
 

Benutzer98230 

Öfters im Forum
Insofern könnte Gaddafi letzten Endes als der lachende Dritte aus diesem Krieg hervorgehen

Das setzt eine erfolglose Intervention voraus, die die NATO sich nicht leisten kann und darf. Wenn sie sich allerdings nicht bald berappeln, wird aber genau das eintreffen. Ein Fiasko, das uns weit mehr als einen Krieg in Libyen bescheren kann.
 
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