Sollte ein Arzt (Humanmedizin) promovieren und somit einen Doktortitel tragen?

Benutzer15875 

Meistens hier zu finden
Die Begriffe Arzt und Doktor werden häufig synonym verwendet und auch häufig werden Ärzte automatisch mit Herr Doktor soundso angesprochen.

Ich frage mich warum ist das so? Es gibt ja genügend Ärzte die ohne Pormotionen und ohne Doktor- oder Proffessorentitel erfolgreich sind, genauso wie es andere Wissenschaftler sind, die einen Doktortiteltragen aber alles andere als Mediziner sind.

Mein Zahn- und mein Hausarzt verzichten beide darauf, ihren Namen mit einem kleinen Dr. davor zu schmücken und ich bin dennoch sehr zufrieden mit ihnen. Scheint also demnach auch keinen Einfluss auf die Arbeitsqualität zu haben.

Eine Frage noch: Redet man Leute mit Doktortitel auch generell mit Doktor an?
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Eine Frage noch: Redet man Leute mit Doktortitel auch generell mit Doktor an?

Nein, bei mir in der Firma gibt es einige Doktoren (die alle nichts mit Medizin am Hut haben) und keiner von denen wird irgendwie mit Doktor angeredet.
 

Benutzer99259 

Sorgt für Gesprächsstoff
Die Begriffe Arzt und Doktor werden häufig synonym verwendet und auch häufig werden Ärzte automatisch mit Herr Doktor soundso angesprochen.

Ich frage mich warum ist das so? Es gibt ja genügend Ärzte die ohne Pormotionen und ohne Doktor- oder Proffessorentitel erfolgreich sind, genauso wie es andere Wissenschaftler sind, die einen Doktortiteltragen aber alles andere als Mediziner sind.

Mein Zahn- und mein Hausarzt verzichten beide darauf, ihren Namen mit einem kleinen Dr. davor zu schmücken und ich bin dennoch sehr zufrieden mit ihnen. Scheint also demnach auch keinen Einfluss auf die Arbeitsqualität zu haben.
Der Doktortitel hat nichts mit Medizin zu tun. So wie Erdbeeren nichts mit Beeren zu tun haben, aber so genannt werden. Der Volksmund/ die Umgangssprache hat häufiger solche Auswüchse.

Eine Doktorarbeit ist hauptsächlich ein akademischer Grad und der hat relativ wenig damit zu tun wie ein Mensch praktisch arbeitet.

Eine Frage noch: Redet man Leute mit Doktortitel auch generell mit Doktor an?
Wenn sie drauf bestehen. Das darf aber jeder, der einen Doktortitel hat nach eigenem Ermessen entscheiden.
 

Benutzer54457 

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Es gibt ja genügend Ärzte die ohne Pormotionen und ohne Doktor- oder Proffessorentitel erfolgreich sind,

ärzte ohne doktortitel? wo gibt's sowas? in österreich endet das diplomstudium humanmedizin mit der verleihung des akademischen grades eines doktors/einer doktorin der gesamten heilkunde.

"Dr." ist sowohl als titel, der nach erfolgreichem abschluss eines doktoratsstudiums verliehen wird, bekannt, als auch als titel der ärzte-zunft. ich sehe da keinen vorrang einer "tradition" über die jeweils andere.
 

Benutzer88899 

Verbringt hier viel Zeit
Meine Hausärztin z.B. hat keinen Doktortitel und mir ist das egal. Sie wird übrigens oft genug aus reiner Gewohnheit von ihrem Patienten mit "Frau Dr. ..." angesprochen und korrigiert das immer. ;-)
 

Benutzer15875 

Meistens hier zu finden
Dann mag es in Österreich anders sein als in Deutschland.

Mein Hausarzt hat keinen Doktortitel und betreibt sein schätzungsweise 30 Jahren seine eigene Praxis (ok, seit einiger Zeit als Praxisgemeinschaft mit einem Kollegen).
 

Benutzer99259 

Sorgt für Gesprächsstoff
"Dr." ist sowohl als titel, der nach erfolgreichem abschluss eines doktoratsstudiums verliehen wird, bekannt, als auch als titel der ärzte-zunft. ich sehe da keinen vorrang einer "tradition" über die jeweils andere.

Kann man so sehen, aber werden in Österreich nicht auch alle Lehrer mit "Professor" angesprochen? Das ist in Deutschland auch anders
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
Kann man so sehen, aber werden in Österreich nicht auch alle Lehrer mit "Professor" angesprochen? Das ist in Deutschland auch anders

mittelschullehrer bekommen den funktionstitel "Prof.", allerdings, genauso wie universitätsprofessoren, nicht als namenspräfix - im gegensatz zu akademischen titeln. (bei uni-profs gibt es jedoch die möglichkeit, den titel verliehen zu bekommen, dann ist es kein funktionstitel. auch den titel "prof." kann man verliehen bekommen - allerdings ist das dann etwas grundlegend anderes als der mittelschullehrer-prof. alles kompliziert..)

wobei die frage, wer womit angesprochen wird, wer also welche funktionsbezeichnungen für sich in anspruch nimmt bzw. zuerkannt bekommt, ja eigentlich eine andere ist als die frage, mit welchem titel ein universitätsstudium enden sollte.

sogar in den eigentlich total titel-unvernarrten USA hat der medizin-abschluss als "MD" seinen platz.

ganz allgemein sollten diskussionen rund um fragen, wer sich wie nennen dürfen sollte, lediglich die vereinfachung als ziel haben. da kann es sinnvoll sein, den "doktor" nur denen vorzubehalten, die wissenschaftlich gearbeitet haben, aber genauso kann es sinnvoll sein, denen, die mit der akademischen welt keinen kontakt haben bzw. sich in ihren komplizierten organisationsformen nicht zurechtfinden, einen anhaltspunkt zu geben. "Dr." bzw. "MD" sagt was aus. das ist besonders dann notwendig, wenn, wie in den usa, es eine legion an lustigen pseudomedizinischen ausbildungen gibt, die mit "Master of Health blahblah" enden. da täte es mir als mensch auch gut, wenn ich schon am titel erkennen kann, ob das ein "richtiger doktor" ist oder irgendein blahblah-pseudoarzt. ich will diese ganzen master nicht abwerten, aber das ist dort ein bisschen ein geschäftsmodell für unis. also dinge, die bei uns irgendein lehrgang wären, zur uni-ausbildnug aufzublasen und dafür dann studiengebühren zu verlangen. das könnte dann irgendein lifestyle-pseudomedizinischer kram sein, und wenn ich einen arzt in anspruch nehme, würde ich schon gerne wissen, A aus welcher richtung er kommt und B was er ungefähr gelernt hat.

bzw., wenn ich eine etwas "allgemeinere" leistung in anspruch nehme, also etwa physiotherapie oder psychotherapie oder was auch immer, dann macht es für mich auch einen unterschied, ob der/die ausführende ein/e schulmedizinerIn ist oder ein/e etwas progressiver ausgebildeteR. beides hat je nach situation seine vor- und nachteile. und sollte kenntlich gemacht sein.
 

Benutzer87573 

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Meine Hausärztinnen haben zu zweit eine Gemeinschaftspraxis. Eine der beiden hat einen Doktortitel, die andere nicht. Interessiert mich aber auch nicht, ob ein Arzt einen Doktortitel hat oder nicht. Hauptsache ich fühl mich bei ihm/ihr gut aufgehoben und kompetent behandelt.
 

Benutzer70986  (51)

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Ich denke auch, dass es keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen einer Promotion und der Qualität eines "Wald und Wiesen Allgemeinmediziners" gibt, von dem ich mir den Hustensaft verschreiben lasse. Etwas anders sehe ich das bei Spezialisten, wie z. B. dem Chef einer neurochirurgischen Klinik oder so. Dort sollte schon auch der Antrieb vorhanden sein, das Spezialgebiet wissenschaftlich zu begleiten und voranzutreiben. Das sagt natürlich noch nichts über seine chirurgischen Qualitäten aus, aber schon etwas über sein Fachwissen, seine Erfahrung und seine Wissbegier.
 
M

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Gast
Diese verschiedenen Titel finde ich sowieso völlig eine affige Sache und ich muss immer grinsen wenn sie dann so ach so stolz überall betonen ich Herr Dr. sowieso oder leer schlucken, wenn man sie schlicht und einfach nur mit dem Nachnamen anredet.
Ich sage solchen Leuten aus Prinzip schon immer keine Titelanreden vor dem Namen - schliesslich sage ich auch nicht 'ah guten Tag Frau Bäcker Müller' o.ä! ^^
Ein Titel oder kein Titel ist für mich kein Kriterium, ob jemand seinen Job gut macht.
Und das sage ich aus langer Erfahrung mit solchen Leuten.
Ich verlasse mich immer auf meine Intuition und meine Menschenkenntnis und fahre so am Besten.
 

Benutzer70986  (51)

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Ich sage solchen Leuten aus Prinzip schon immer keine Titelanreden vor dem Namen - schliesslich sage ich auch nicht 'ah guten Tag Frau Bäcker Müller' o.ä! ^^
.

Natürlich ist die Anrede völlig schnuppe. Der Doktortitel ist allerdings ein akademischer Grad und keine Berufsbezeichnung.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Bei Ärzten habe ich noch nie drauf geschaut, ob sie jetzt einen Doktortitel tragen oder nicht. - Aber es ist einfach so, dass sehr viele Ärzte (vermutlich die Mehrzahl) einen Doktortitel haben, wodurch sich Doktor als Synonym für Arzt im Volksmund eingebürgert hat.

Eine Frage noch: Redet man Leute mit Doktortitel auch generell mit Doktor an?
Ich habe bisher niemanden, der einen Doktortitel trägt, mit Herr/Frau Doktor XYZ angesprochen.
Auch das sind ganz normale Menschen, die ich einfach bei ihrem Nachnamen oder ihre Vornamen nenne.
Gleiches gilt auch für Professoren. In meinem Fachbereich ist es so unüblich, einen Professor mit Herr Prof. XYZ anzusprechen, dass Alle erst mal blöd glotzen, wenn es doch mal jemand so macht.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mir ist das vollkommen egal, ob da jemand nun eine Doktorarbeit geschrieben hat oder nicht - es sagt gar nichts über die Qualitäten eines Arztes aus. Von daher ist das für mich bei der Arztauswahl auch nicht entscheidend.

Und ich halte es auch so, Doktoren, Professoren oder andere Titelträger nur mit ihrem normalen Namen anzusprechen. Alles andere wäre für mich auch befremdlich.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
als österreicher bin ich es etwas gewohnt ;D überall menschen mit ihren titeln angesprochen zu hören. ich selber mach es nicht, aber eine gewisse "awareness" auf den "titelstatus" einer person hab ich schon aufgerissen. :zwinker: auch wenn es egal ist.

btw. ärzte werden seit jeher "doktor" genannt, das hat sich nicht erst eingebürgert, weil in deutschland manche einen dr-titel kriegen und manche nicht.
 
M

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Gast
Natürlich ist die Anrede völlig schnuppe. Der Doktortitel ist allerdings ein akademischer Grad und keine Berufsbezeichnung.


Ja und wo liegt da der Unterschied?! Erkläre es mir bitte.
Man eignet sich doch Wissen an und das in jedem Beruf, nicht nur als Mediziner.

Auch das ist es mir echt egal ob er diesen akademischen Grad hat oder nicht. Denn wie oben schon erwähnt, ist das ganz und gar kein Garant dafür, dass ich eine guten Arzt vor mir habe, wenn er eben diesen Titel hat.
Sich Wissen anzueignen ist das Eine und es in die Praxis umzusetzen ganz was anderes. Also nützt mir ein Dr. vor dem Namen nichts, ist für mich nur ein Diplom an der Wand und sagt noch nichts aus über seine Fähigkeiten
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
Man eignet sich doch Wissen an und das in jedem Beruf, nicht nur als Mediziner.

es gibt keine ausführlicheren, wissensbezogenen ausbildungen als akademische studien. weil man aber nicht "nachweisen" kann, dass man etwas weiß, weil man einfach nicht in die köpfe der menschen reinschauen kann, und man, ungleich einem tischler, der seine arbeit herzeigen kann, bei einem "wissensarbeiter" meistens nichts wirklich zum anschauen hat, ist es bei wissensbezogenen ausbildungen irgendwo wichtig, zu sehen, was genau der jetzt gelernt hat.

Auch das ist es mir echt egal ob er diesen akademischen Grad hat oder nicht.

auch ärzte ohne dr. haben einen akademischen grad. ich finde es etwas befremdlich, dass es einem "echt egal" sein kann, ob der arzt, der an einem herumdoktort, auch wirklich studiert hat. :rolleyes:
 
V

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Gast
Ja und wo liegt da der Unterschied?! Erkläre es mir bitte.
Ein "Doktor" kann auch ein Doktor der Philosophie sein, oder der Biologie, der Philologie, der Theologie oder was auch immer sein.
Daher ist "Doktor" auch keine Berufsbezeichnung, denn Dokor kann sowohl ein Mediziner als auch ein Geisteswissenschaftler sein (oder ein Mathematiker,...)


Mit ist es eigentlich schnuppe, ob mein Hausarzt einen Doktortitel hat oder nicht.
Eigentlich.
Denn tatsächlich habe ich meinen jetzigen Hausarzt nach dem Doktortitel ausgesucht. Ich bin im Telefonbuch Namen durchgegangen und diejenigen Allgemeinmediziner ohne Doktortitel habe ich für mich aussortiert.
Eigentlich völlig irrational, denn ein Dotortitel ist auch kein Garant dafür, dass der Arzt auch gut ist.
Letztlich habe ich einen gewählt der einen Dotortitel hat und der auf einer Ärztebewertungsseite mehrere positive Bewertungen hatte.

Ich weiß, es ging um Humanmedizin, aber unser Tierarzt hat auch keinen Doktortitel und ist dabei so viel kompetenter als die X Tierärzte MIT Doktortitel, bei denen ich vorher war.

Ach so, einen Arzt rede ich auch dann mit "Herr Doktor ...." an, wenn er keinen Dotortitel hat.

Wenn ich weiß, dass jemand einen Doktortitel hat, dann rede ich denjenigen nur damit an, wenn ich weiß, dass er Wert darauf legt.
Eine Professorin bei uns legt z.B. Wert darauf, dass man sie mit "Professor Doktor" anspricht. Ich find's bekloppt, aber ich brech mir auch kenen Zacken aus der Krone, wenn ich ihren Wunsch respektiere, also was soll's.

Ich find's aber bekloppt, wenn man den Doktortitel auch an der Klingel verewigt. Würd ich nie machen.
 
M

Benutzer

Gast
es gibt keine ausführlicheren, wissensbezogenen ausbildungen als akademische studien. weil man aber nicht "nachweisen" kann, dass man etwas weiß, weil man einfach nicht in die köpfe der menschen reinschauen kann, und man, ungleich einem tischler, der seine arbeit herzeigen kann, bei einem "wissensarbeiter" meistens nichts wirklich zum anschauen hat, ist es bei wissensbezogenen ausbildungen irgendwo wichtig, zu sehen, was genau der jetzt gelernt hat.



auch ärzte ohne dr. haben einen akademischen grad. ich finde es etwas befremdlich, dass es einem "echt egal" sein kann, ob der arzt, der an einem herumdoktort, auch wirklich studiert hat. :rolleyes:

Diese Aussage kommt nicht von ungefähr! Ich habe schon so vieles erlebt was Ärzte anbelangt und ich sage es nochmals: Das Diplom an der Wand sagt für MICH in erster Linie nur das aus, dass diese Person ihre Ausbildung absolviert hat und bestanden hat.
Ob es dann in Wirklichkeit dann ein guter Arzt ist und ich ihm vertrauen kann, kann mir so ein Blatt Papier nicht sagen.
Ich weiss zu viel über diesen Berufsstand und habe meine Meinung über Jahrzehnte an der Front gebildet.

Ich möchte jetzt aber nicht mehr weiter über dieses Thema schreiben. Ich lasse ja jedem seine Meinung und ich habe nur meine Erfahrungen kundgetan.

Gut so?:smile:
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
und ich sage es nochmals: Das Diplom an der Wand sagt für MICH in erster Linie nur das aus, dass diese Person ihre Ausbildung absolviert hat und bestanden hat.
Ob es dann in Wirklichkeit dann ein guter Arzt ist und ich ihm vertrauen kann, kann mir so ein Blatt Papier nicht sagen.
Ich weiss zu viel über diesen Berufsstand und habe meine Meinung über Jahrzehnte an der Front gebildet.

wenn es dir wirklich egal ist, ob dein arzt "einen akademischen grad hat oder nicht", was ist mit der situation, dass dir jemand gegenübersteht, der nie medizin studiert hat und dir ein medikament verschreiben will? dann auch noch egal?
 
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