Sind Frauen selber schuld, wenn sie gering verdienen?

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Benutzer56624  (32)

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Familienministerin Schröder kritisiert den Feminismus und insbesondere dessen Vorreiterin Alice Schwarzer. Schröder ist der Ansicht, dass Frauen selber dazu beitragen, wenn sie geringer verdienten als Männer. Frauen studieren gern Orchideenfächer (Geisteswissenschaften), Männer häufig Ingenieurswissenschaften, und das hätte Konsequenzen auf das spätere Einkommen.
Glaubt ihr auch, dass Frauen selber schuld daran sind, wenn sie geringer verdienen als Männer? Oder sind es die männlichen Diskriminierungen, die schuld am geringen Einkommen der Frauen sind?

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,727643,00.html
 

Benutzer20579  (37)

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Ich finde die Vergleiche seltsam. Ich werde mich nicht beschweren, wenn ich eine Geisteswissenschaft studiere und dann nicht soviel verdiene, als wenn ich in der Wirtschaft arbeite.

Es geht doch eher darum, dass man im gleichen Job weniger verdient. d.h., wenn ein Mann und eine Frau den gleichen Beruf ergriffen haben und DANN die Frau weniger verdient.

Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn man aber z.B. sieht, dass in identischen Berufsfeldern Unterschiede in der Bezahlung nur wg. des Geschlechts vorliegen, dann finde ich das diskriminierend. Sich zu beschweren, weil man irgendeinen Kokolores studiert hat und dann nicht soviel verdient, wie jemand, der etwas mit guten Berufsaussichten studiert hat, das finde ich lächerlich -unabhängig vom Geschlecht. :hmm:
Off-Topic:

edit: Und nein, ich möchte nicht jedem Germanistikstudenten unterstellen, er studiere Kokolores :zwinker: Allerdings höre ich oft Leute jammern, die mit ganz seltsamen Fächerkombis, die eher einem Interesse, als einem damit verbundenen Berufswunsch geschuldet waren, keinen Job finden.


Den verlinkten Spiegelartikel finde ich total albern. Wie immer, wenn es zu einseitig wird - und das ist beim Spiegel ja gerne mal der Fall :zwinker:
 

Benutzer72148 

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Ich stimme Hexe13 vollkommen zu. Man muss schon das richtige Vergleichen.

Allerdings denke ich auch, dass Frauen auch in einem Job, den man mit dem des Mannes vergleichen kann, häufig schlechter verdienen, weil sie es so "wollen".
Viele Frauen, die ich kenne, haben einfach nicht den Ehrgeiz, den der Mann auf dem gleichen Posten hat. Sie haben andere Prioritäten, planen Kinder mit ein und so weiter.
Dagegen kenne ich auch einige Frauen, die das nicht so handhaben und dann auch wirklich mindestens so viel verdienen wie der vergleichbare Mann.
Sicher gibt es Jobs, in denen es wirklich ungerechtfertig ungleich ist. Aber in den meisten Fällen sind die Frauen schon selbst schuld.
 

Benutzer50955 

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Grundsätzlich finde ich den Ansatz des Artiekls nicht falsch, da es gerne heißt "Akademikerinnen verdienen x% weniger als Akademiker" - und hier sind eben alle Fächer drin. Von daher ist es recht klar, dass Frauen, die Kulturwissenschaft studieren, später i.d.R. deutlich weniger verdienen als Betriebswirte bei einer Unternehmensberatung. Einfach mal drauf achten, wie oft in Talkshows und Zeitungsartikeln gesagt wird, wie groß der Unterschied "im Durchschnitt" ist...aussagekräftig müssen diese "Fakten" aber nicht sein.
Diskriminierung wäre es, wenn klar wäre, dass bei Unternehmen Mustermann in Musterstadt Frauen bei gleicher Qualifikation weniger als die dort angestellten Männer verdienen würden...dies dürfte aber nur schwer herauszufinden sein:
1. Gibt es kaum "gleich qualifizierte" Arbeiternehmer/innen, da man sich durch die Abschlussnote, Auslandserfahrung (ja/nein), Zahl der absolvierten Weiterbildungen, Berufserfahrung, Anzahl der gesprochenen Fremdsprachen usw. eben doch unterscheidet. Da es keine Gleichheit zu 100% gibt, ist es auch eher normal, dass es im Gehalt Unterschiede geben muss.
2. Das eigene Gehalt ist immer noch ein Tabuthema. Da es hier so wenig Transparenz gibt, glaube ich Aussagen wie "Frauen werden ja immer benachteiligt" nicht, da die entsprechenden Daten nicht verfügbar gibt. Selbst hier im anonymen Forum merkt man es: Über den letzten Analsex wird bis ins letzte Deteil berichtet...aber wehe es geht ums eigene Gehalt...dann wird es sehr unverbindlich und allgemein.

Wie man hört, soll es aber schon das Problem geben, dass viele Frauen zu bescheiden auftreten, sich bei Gehaltsverhandlungen früh zufriedengeben, und weniger Fordern als ihre Kollegen. Hier könnte man schon von einer "Schuld" der Frauen sprechen.

Ich habe selber mal in einem Thread gefrag, wer gerne Karriere machen will...sonderlich viel Zuspruch gab es dafür von den Frauen nicht. 80 Stunden und mehr die Woche Arbeiten und ggf. Leute entlassen ist eben auch nicht nur schön...und viele entscheiden sich dagegen.
 

Benutzer9517  (30)

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Der Grundsatz Gleicher Lohn für gleiche Arbeit wird oft unterlaufen, indem die Arbeitsplätze von Frauen niedriger eingestuft werden. Das ist schwer kontrollierbar. Dann kommt dazu, dass oft gar keine Lohntransparenz besteht.

Auf den Ehrgeiz würde ich die Unterschiede weniger zurückführen; es gibt unter den Männern sagenhaft faule Kerle - aber sie sind besser vernetzt. Männerseilschaften sind nicht ohne Einfluss. Und dann sind die Frauen, wie Untersuchungen zeigen, selbstkritischer und sehr zurückhaltend bei Lohnforderungen.

Off-Topic:
Dass ein Banker mehr verdient als ein Bibliothekar, ist banal. Darum geht es nicht. Eher um die traditionellen "Frauenberufe", etwa in der Pflege, in denen auch Männer schlecht verdienen.
 

Benutzer42876 

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Diskriminierung wäre es, wenn klar wäre, dass bei Unternehmen Mustermann in Musterstadt Frauen bei gleicher Qualifikation weniger als die dort angestellten Männer verdienen würden...
Aus meiner Praxiserfahrung kenne ich aber solche Fälle. Manche (altmodischen) Personaler kalkulieren einfach die potentiellen Neben-/Folgelohnkosten einer schwangeren Mitarbeiterin mit ein.
Wenn eine Frau sich dann nicht über die üblichen Männergehälter informiert und sich nicht traut die gleiche Forderung zu stellen, dann bieten solche Leute, im Vergleich zu gleich qualifizierten Männern, der Dame zunächst leider ein niedrigeres Gehalt an.
Inwiefern sich das verallgemeinern lässt, sei dahingestellt.
 

Benutzer20579  (37)

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Wie man hört, soll es aber schon das Problem geben, dass viele Frauen zu bescheiden auftreten, sich bei Gehaltsverhandlungen früh zufriedengeben, und weniger Fordern als ihre Kollegen. Hier könnte man schon von einer "Schuld" der Frauen sprechen.
Das Problem daran wird sein, dass vielen Frauen immer noch eingetrichtert wird, dass sie "Everybodys Darling" sein müssen - eine Vorstellung, von denen sich manch ein selbstbewusster Mann schon verabschiedet hat. Man möchte gut ankommen, beliebt sein - und viele Frauen haben Angst, eingebildet rüberzukommen, wenn sie ehrlich sagen, was sie können.

Ich habe mal ein Bewerbungsschreiben verfasst, wo ich auch meine Stärken erwähnt habe - Freundinnen fanden es gleich eingebildet, Freunde fanden es gut - da merkt man schon die Unterschiede. Und diese ewige falsche Bescheidenheit bringt da keinen weiter.
Auf den Ehrgeiz würde ich die Unterschiede weniger zurückführen; es gibt unter den Männern sagenhaft faule Kerle - aber sie sind besser vernetzt. Männerseilschaften sind nicht ohne Einfluss.
Ich sehe das auch so. Ich sehe das da, wo ich jetzt bin, eindeutig - die beiden Männer schieben sich ihre Aufgaben nur so zu, unterstützen sich gegenseitig, pinseln sich gegenseitig den Bauch - und die Frau in der Abteilung ist die Blöde, egal was sie sagt. Ihre Nerven möchte ich haben, da noch ruhig zu bleiben, wenn alles, was man sagt, abgebügelt wird - das ist schon ziemlich eindeutig auch ein Geschlechtsproblem. Und ich bin mir sicher, würde sie da was sagen, wäre sie gleich zickig oder hätte ihre Tage - man kennt das ja... da wird ja schon gemosert, wenn sie mal zur Toilette geht. :rolleyes:
Viele Frauen, die ich kenne, haben einfach nicht den Ehrgeiz, den der Mann auf dem gleichen Posten hat. Sie haben andere Prioritäten, planen Kinder mit ein und so weiter.
Ich finde nicht, dass das was mit Ehrgeiz zu tun hat, eher mit Angst und den Möglichkeiten, die man eben hat. Als Mann kann man immer Kinder zeugen, das ist kein großes Problem. Als Frau muss man direkt Zeit einkalkulieren, die man fehlt - und dann ist man zügig die Blöde. Ich finde z.B. zum Kinderkriegen nie den richtigen Zeitpunkt. Im Studium hatte ich kein Geld, jetzt danach auch nicht, wenn ich erstmal im Berufsleben bin, bin ich die Blöde, wenn ich nach einem Jahr sage, dass ich erstmal ein Kind kriege und weg bin. Es gibt da in meinen Augen einfach zu wenig Möglichkeiten, beides zu kombinieren - und ich möchte mich nicht fürs eins komplett entscheiden müssen. Männer haben es da alleine schon biologisch leichter - was kein Vorwurf sein soll :zwinker: Ich kann nicht sagen, dass ich deshalb weniger ehrgeizig bin - aber ich bin auch nicht unendlich multitaskingfähig und belastbar.

Man muss ja auch mal sehen, wie viele Männer es gibt, für die Hausarbeit und Hausmann (teilweise oder auch ganz) immer noch undenkbare Drohungen sind - und wenn man als Frau eben weiß, dass man im Zweifel Haushalt, Kind und Job an der Backe hat, dann weiß man eben, das 80 Stunden "nebenher" nicht gehen.
 

Benutzer9517  (30)

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Männer sind meist größer; sie haben eine tiefe, oftmals dröhnende, weithintragende Stimme, und sie dürfen in schwierigen Stuationen hässlich aussehen, ohne dass man ihnen ihre Männlichkeit abspricht.
 

Benutzer15848 

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@Hexe
ich stimme dir zu... aber eine (ehrlich gemeinte) Frage:

Ich habe mal ein Bewerbungsschreiben verfasst, wo ich auch meine Stärken erwähnt habe -

Wie kann man ein Bewerbungsschreiben verfassen, wo man nicht seine Stärken erwähnt? Ich schreibe zur Zeit nämlich gerade Bewerbungen und bin deswegen hellhörig und immer daran, Neues auszuprobieren :zwinker: Meinst du, dass du irgendetwas ganz besonders hervorgehoben hast? Oder etwas übertrieben dargestellt? Denn die Variante sich *nicht* selbst gut darstellen gibts wohl nicht wirklich, da würde mich der Unterschied zu den "normalen" Bewerbungen interessieren.


Ich denke schon, dass Frauen oft selbst 'schuld' sind. Ich bin selber ein gutes Beispiel, oder vielleicht liegts auch nicht am Frausein... aber ich suche zur Zeit ganz auch nach Jobs, für die ich im Grunde unterqualifiziert bin, weil ich daneben noch andere Pläne habe, mit denen sich ein 'guter' und erfolgsträchtiger Job sonst schwer vereinbaren ließe... jedenfalls ist es mir im Moment (und für die nächsten 3 Jahre) ziemlich egal, wenn ich dadurch weniger verdiene. Auf Dauer wirds laut meiner Planung damit für mich besser, aber dann bin ich auch schon älter und (vielleicht) in Familienstimmung. Und Familie mit Karriere möchte ich nicht auf Kosten der Kinder vereinen, das weiß ich jetzt schon.
 

Benutzer56624  (32)

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Frauen verdienen bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit in der Regel genauso viel wie Männer. Wenn sie weniger verdienen, liegt es daran, dass sie eben nicht die gleiche Tätigkeit ausüben wie jemand, der mehr verdient. Man muss sich also fragen, warum Frauen in schlechter bezahlten Jobs arbeiten und nicht warum sie schlechter bezahlt würden, was nicht stimmt. Das wollte Schröder doch richtigstellen.
 

Benutzer20579  (37)

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Denn die Variante sich *nicht* selbst gut darstellen gibts wohl nicht wirklich, da würde mich der Unterschied zu den "normalen" Bewerbungen interessieren.
Ich hatte noch einen extra Satz drin, dass ich eine gute Auffassungsgabe habe und dergleichen. Also etwas, was über die Sachen, die offensichtlich aus meinen Zeugnissen hervorging, hinausgeht :zwinker: Das war für die eine Freundin schon zu eingebildet...
 

Benutzer15848 

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Ich hatte noch einen extra Satz drin, dass ich eine gute Auffassungsgabe habe und dergleichen. Also etwas, was über die Sachen, die offensichtlich aus meinen Zeugnissen hervorging, hinausgeht :zwinker: Das war für die eine Freundin schon zu eingebildet...

Ok, ich schreib eigentlich nur so. Meine Ausbildung und Zeugnisse kann man eh auch noch detaillierter nachlesen. Aber ich schreib auch total gern Bewerbungen, eben weil ich mich dann so viel selbst loben kann :grin: Meine Freundin mag das auch gar nicht und traut sich kaum, einen guten Satz über sich selbst zu sagen :confused: Ich dachte, sie wäre da einfach besonders schüchtern.
 

Benutzer28114 

Verbringt hier viel Zeit
Frauen verhandeln weniger hart beim Gehalt, weil sie sich mehr über die Tätigkeit als über das Gehalt definieren. Daher geben sie sich auch mit weniger zufrieden. Außerdem sind Frauen konzilianter, diplomatischer und konsensorientierter. Das ist in der Ellbogengesellschaft ein extremer Nachteil.
 

Benutzer3277 

Beiträge füllen Bücher
Für mich ist die Diskussion nicht nachvollziehbar. In meinem Beruf verdienen alle Frauen exakt das gleiche wie Männer, sofern sie die gleiche Tätigkeit ausüben. Wenn der Chef ein Mann ist, verdient er natürlich mehr. Das hat aber nichts mit Gleichberechtigung zu tun.
 

Benutzer95190 

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Glaubt ihr auch, dass Frauen selber schuld daran sind, wenn sie geringer verdienen als Männer? Oder sind es die männlichen Diskriminierungen, die schuld am geringen Einkommen der Frauen sind?

Eine Frau, die genauso qualifiziert ist, im selben Unternehmen genau dieselben Tätigkeiten ausübt, genau dieselbe Leistung bringt, genau dieselbe Verantwortung trägt, verdient auch genauso viel wie ihr männlicher Kollege. Das ist die Regel. Und wo es mal nicht so ist, liegt es daran, dass ihr männlicher Kollege bei den Gehaltsverhandlungen ein höheres Gehalt herausgeboxt hat und die Frau das nicht konnte oder wollte. Diese Unterschiede gibt es dann aber auch zwischen Männern, manche setzen ihre Gehaltsforderungen durch und manche nicht.
 
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