Sind Fische "dumme" Tiere?

Benutzer90320 

Benutzer gesperrt
Hallo zusammen :zwinker:

Mein Kumpel ist Angler, und ich gehe selbst liebend gerne angeln.
Nur daß er viel mehr Erfahrungen hat und sich mehr darin auskennt.
Er hat neulich gesagt, daß Fische dumme Tieren wären, daß sie nicht mal richtigen Schmerz spüren, wenn sie am Haken hängen.

Ich weiß, daß die Schmerzempfindung bei Fischen kaum ausgeprägt ist.

Aber sind Fische dumm? Die verhalten sich aber auch nicht wirklich intelligent :grin:

Tatsache ist, wenn man nach ihnen greift, verschwinden sie, aber schwimmen dann wieder an :grin:
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
"Dumm" gibt es bei mir in der Tierwelt nicht.
Niedriger entwickelt, ja. Aber nicht dumm.
 

Benutzer53592 

Planet-Liebe ist Startseite
Ich bin weder Zoologe noch Tierpsychologe, weiß auch nichts über ihr Schmerzempfinden (allerdings tut es mir schon im Herzen weh, wenn ich sehen muss, wie mit ihnen beim kommerziellen Fang umgegangen wird und ich möchte auch nicht miterleben, wie ein Angler ihnen den Garaus macht bzw. Goldfische halten, deren Teich nicht größer als eine Wasserpfütze ist)

Prinzipiell halte ich Fische nicht für dumm und so mancher Angler wird doch wohl selber ein Lied davon singen können, wie schwer z. B. ein Wels oder Zander zu fangen ist. :zwinker: (und macht es wirklich Spaß, sich als "Sportler" mit einem derart "primitiven Gegner" zu messen?)
Außerdem ist es doch sehr oft der Fall, dass Tiere zutraulich werden, wenn sie Futter wittern, (ich finde z. B. Kois wirklich herzallerliebst, wenn sie einem aus der Hand fressen, am Finger nuckeln und sich streicheln lassen) wobei das auch bei "höher" entwickelten Gattungen der Fall ist. Genauso wie eine gewisse Anhänglichkeit oder Neugierde.

Vielleicht sollten wir uns als Mensch aufgrund von Unkenntnis und unerforschten Dingen nicht anmaßen, irgendwelchen "niedrigeren" Geschöpfe negative Attribute zu verpassen.
Es ist schlimm genug, dass sich gerade bei Fischen unsere Unfähigkeit massiv widerspiegelt, mit der Erde vernünftig umzugehen, denn sie reagieren auf Umwelteinflüsse und belastete Gewässer äußerst sensibel.
Für mich besitzen fast alle Tier irgendwie einen Charakter, ein Bewusstsein, soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und wenn man gewisse Verhaltensweisen bei den Fischen näher betrachtet, dann kann man über ausgeklügelte Mechanismen echt nur fasziniert staunen.
 

Benutzer103901 

Öfters im Forum
Im Spiegel von letzter Woche war ein Artikel darüber ob Fische Schmerz empfinden können. Es gibt wohl einige Fische, die eine hochentwickelte Gehirnrinde aufweisen und unterschiedliche Formen von Wohlgefühl wahrnehmen können, und in vielen Fällen ließ sich auch Oxytocin im Körper von Fischen nachweisen, ein Hormon, das beim Menschen für den Orgasmus und das Gefühl der Liebe "zuständig" ist. Nur weil ein Lebewesen keinen Schmerz empfindet ist es in meinen Augen noch lange nicht dumm. Es gibt bestimmte Hunde-Rassen, die - einmal in Rage geraten - in der Lage sind, Schmerzen komplett auszublenden, - das sind eben die Hunde, die genau für aggressive und blutige Auseinandersetzungen gezüchtet worden sind und heute als zum großen Teil als "Kampfhund" verschrien werden.
Intelligenz zeigt sich an der Fähigkeit eines Wesens sich einem bisher ungelösten Problem zu stellen und in möglichst kurzer Zeit eine ideale koginitive oder Verhaltens-Lösung zu finden. Ob Fische, die an einem See geangelt werden, alle in einem Rudel zusammen schwimmen und trotz dem Leid ihrer Genossen ebenso unbedacht und herzhaft in den Köder beißen kann ich nicht beurteilen. Die Wissenschaftler im Spiegel-Bericht kamen auch zu dem Resümee, dass man es nicht weiß.
Aber warum sollte es Lebewesen geben, die keinen Schmerz empfinden und einfach nur dumm sind ? Das würde weder aus christlicher noch aus philosophischer Sicht viel Sinn machen (es sei denn, man ist Angler).
Ich finde es bezeichnend, dass Angler sich als "Sportler" bezeichnen, - Aussagen von angelnden Menschen über die angebliche Dummheit von Tieren rückt das in ein (für mich) stimmiges Licht.
 

Benutzer65590 

Beiträge füllen Bücher
Fische werden in der philosophischen Ethikdebatte über Tierrechte gerne mal unter die Kategorie "vermindert empfindungsfähig" eingeordnet (und daher für weniger relevant im Bezug auf Schutzrechte gehalten). Aufgrund welcher biologischen Grundlage dies geschieht, kann ich nicht sagen.

Ob die nicht mal bei Menschen vollkommen definierte Kategorie "Intelligenz" auf Tiere angewendet werden kann, wage ich auch mal zu bezweifeln. Die Empfindungs-Richtung ist vielleicht die bessere, zumal man hier vielleicht auch objektivere Messungen durchführen kann.

Was den konkreten Bezug zum Angeln angeht: so weit ich weiß, wehren sich die meisten Fische in irgend einer Form gegen das Geangeltwerden, was für mich als Argument dafür ausreicht, dass sie es nicht wollen und dass es daher irgendwie nicht gut ist, ihnen diese Behandlung ohne Not angedeihen zu lassen. Wir empfinden vielleicht aufgrund der ferneren Verwandschaft für die geangelte Forelle weniger Empathie als für das gejagte Reh - obwohl ja inzwischen Fisch und Hirsch ihren Disney-Film haben - aber ob der Fisch deswegen weniger leidet oder sich eher mit seinem Tod zu Unterhaltungszwecken abfindet, sei mal dahingestellt.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde auch, dass "dumm" irgendwie eine falsche Kategorie zur Beschreibung von Tieren ist.

Ich finde schon, dass man Fische angeln und damit töten darf, solange man sie danach verspeist. Nur so "zum Spaß" finde ich das nicht richtig.
 

Benutzer46933  (40)

live und direkt
also meine sind immer schon total ausgeflippt, wenn man in die nähe des aquariums gekommen sind, weil die genau wussten, es gibt futter. für so dumm halte ich die nicht.
 

Benutzer29206  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Als langjähriger Hüter eines Aquariums muss ich diesen Gedanken von mir weisen. Das dargebotene Sozialverhalten war schon sehr komplex.

Dieses ganze "hoch, niedrig", "dumm, intelligent", "empfindungsfähig" usw. sind doch alles androzentrische Kategorien, die unseren Platz an der Spitze rechtfertigen sollen. Für mich steht fest, dass wir über Wasserbewohner viel weniger Bescheid wissen als über Landlebewesen, weil wir ebensolche sind.
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
Dumm ist, wer den Anforderungen nicht genügt, die seine gewohnte Umwelt an ihn stellt.

Nun kann man das von den Fischen wirklich nicht behaupten.
Eher von den Menschen. Die lassen sich übrigens leichter angeln als Fische und wehren sich nicht einmal dagegen.

Ethik-Debatten sind ein Kapitel für sich. Sie sind an sich noch nicht der Beweis dafür, dass wir intelligenter sind als die Fische.
 

Benutzer15848 

Meistens hier zu finden
Auch was die Empfindungsfähigkeit betrifft, glaube ich nicht, dass wir uns anmaßen können, über irgendein anderes Lebewesen, noch so klein oder Fisch, zu urteilen, ob und wie es Schmerzen wahrnimmt?

Trotzdem habe ich bis jetzt noch keinen Fisch gesehen, der wirkte, als würde er das Gefangenwerden genießen und dabei nicht in Panik ausbrechen. Das reicht mir eigentlich, es nicht zu tun und ihn auch nicht umzubringen (oder zu essen).
 

Benutzer39497 

Sehr bekannt hier
Dumm ist eher diejenige Sorte von Mensch, die Fischen ihr Tier-Dasein (und damit ihre Rechte als Tiere) dadurch abspricht, indem sie vehement die Tatsache verleugnen oder darüber hinwegsehen, dass Fische wie alle anderen Lebewesen ebenfalls aus Fleisch bestehen, bzw. diese Haltung übermittelt bekommen und unkritisch angenommen haben und sie deshalb bedenkenlos weiterverbreiten.

Dasselbe gilt meiner Meinung nach für Leute, die sich hinstellen und verkünden, dass sie zwar keinerlei Fleisch, jedoch Fisch essen, nur um vor sich selbst und anderen als angebliche Nicht-Fleischfresser den Fleischverzehr zu rechtfertigen.

Ich könnte mich auch hinstellen und behaupten, dass ich zwar kein Fleisch esse, mit Ausnahme jedoch von Rind oder Schwein. Nur dass mich in diesem Fall, im Gegensatz dazu, wenn es um Fisch geht, jeder für bescheuert hält. Hier wird mit zweierlei Mass gemessen und so viele Menschen sehen darüber hinweg und springen mit auf den Zug, indem sie eine allgemeine Meinung einfach übernehmen und nachplappern. Das ist, wenn auch vielleicht nicht dumm, dann doch ziemlich ignorant.
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
Dasselbe gilt meiner Meinung nach für Leute, die sich hinstellen und verkünden, dass sie zwar keinerlei Fleisch, jedoch Fisch essen, nur um vor sich selbst und anderen als angebliche Nicht-Fleischfresser den Fleischverzehr zu rechtfertigen.

Hier wird mit zweierlei Mass gemessen und so viele Menschen sehen darüber hinweg und springen mit auf den Zug, indem sie eine allgemeine Meinung einfach übernehmen und nachplappern. Das ist, wenn auch vielleicht nicht dumm, dann doch ziemlich ignorant.
Es gab früher das Fastengebot der katholischen Kirche: In der Fastenzeit kein Fleisch von Warmblütern essen. Fische (als Kaltblüter) waren erlaubt.
Es ist denkbar, dass sich die früheren Vegetarier vielleicht unbewusst an diesem Fastengebot orientiert haben. Das wäre immerhin eine Erklärung für diese "Inkonsequenz".

Und weil jedem Menschen freisteht, was er isst, darf einer natürlich Fisch essen, ohne dass er deswegen Rindfleisch essen muss. Fleischkonsum macht Fischkonsum nicht besser...
 

Benutzer65590 

Beiträge füllen Bücher
Off-Topic:
Es gab früher das Fastengebot der katholischen Kirche: In der Fastenzeit kein Fleisch von Warmblütern essen. Fische (als Kaltblüter) waren erlaubt.

...und schon die Nummer haben feinschmeckerische Christen unterlaufen, indem sie Biber gegessen haben mit der Begründung, dies sei ja nun offensichtlich ein Fisch - man schaue sich nur diesen fischigen Schwanz an. Nachzulesen u.a. bei Albertus Magnus und Girardus Cambrensis und insgesamt auch nicht klüger als die "Ich ess aber keinen Fisch"-Logik heutiger Vegetarier.


Ich finde die hier geäußerte Ansicht schön, dass ein Wesen nur dann dumm sei, wenn es mit seiner Umwelt nicht zurecht käme. Das trennt "Dummheit" recht passend von "Intelligenz" als menschlicher Kategorie. Allerdings nur auf erster Ebene, denn man wird nicht abstreiten können, dass es Wesen gibt, deren Zurechtkommen mit ihrer Natur keine große geistige Leistung erfordert, ja im Gegenteil eher eine gewisse Dumpfheit (viele Herden- und Massentiere beispielsweise).
 
D

Benutzer

Gast
Bloß weil wir Menschen verlernt haben "Instinktiv" zu handeln, unsere Reflexe und Natürlichkeit verloren haben und sie auch unterdrücken und verleugnen, muss man ein anderes Lebewesen nicht für "Dumm" halten.

Wer die Augen offen hält und sieht, was jeden Tag passiert, in welche Lage sich der Mensch bringt, sich Billiardkugeln in den Hintern schiebt um "Lust und Schmerz" zu empfinden....da fragt man sich natürlich, WER dumm zu sein scheint.

Wir scheinen uns für so schlau zu halten, dass wir sogar uns selber ausrotten - das muss ein Tier oder ein anderes LEbewesen erst mal nachmachen.....Oder sind die dazu zu "dumm"?

:zwinker:
 
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