Sie bittet um Verzeihung

M

Benutzer189593  (29)

Ist noch neu hier
Ich hatte hier bereits 1,2 Beiträge geschrieben in denen ich konkret auf meine Kindheit eingehe. Auf den missbrauch in früher Kindheit bis hin zu verschiedensten Demütigungen und Vernachlässigungen meiner Mutter. Mich klagte steht’s ein schlechtes Gewissen, sie nicht konkret aus meinem Leben geschnitten zu haben und dennoch den Kontakt eingestellt zu haben.

Jetzt ist es soweit. Meine Oma ist zu ihr gezogen weil meine Mutter so allein ist. Der Kontakt zu meiner Oma ist gut aber ich wusste sofort was passieren würde. Es geht jetzt hier nicht darum alles noch einmal aufzuschreiben und ihre Taten hier festzuhalten, ich möchte eigentlich nur gern wissen, was ihr denkt.

Auf Wunsch meiner Oma, schrieb meine Mutter mit vor kurzem einen Brief. Ich hatte fürchterliche Angst und ganz ehrlich.. als der Brief da war, konnte ich ihn nicht lesen.
Ich habe meine Verlobten gebeten es zu tun. Ich konnte mir nicht einmal vorstellen ihre Schrift zu sehen.

Der Brief war inhaltlich ok wobei sie einige merkwürdige Ausreden nutzt. Für mich war von Anfang an klar, egal was da drin steht, ich möchte den Kontakt nicht.

Nun sagt meine Oma mir, meine Mutter leide und hat sich verändert.

Mein schlechtes Gewissen wird dadurch nicht besser. Kann ich einem Menschen und im speziellen meiner Mutter die Vergebung verweigern? Es zerreißt mich aber ich möchte meinem inneren Kind dieses Risiko nicht aussetzen. Ich lebe seit ein paar Jahren erst so richtig, ich kann Atmen, ich kann Lieben. Natürlich sehne ich mich nach ihrer Liebe, wahrscheinlich für immer aber die Angst und der Selbstschutz ist einfach zu groß.

Nun gehe ich mit dem Gedanken ins Bett, dass sie einsam sterben wird, da keiner ihrer Kinder mit ihr Kontakt hat und sie es auch nie wieder möchten.

Ich höre immer wieder, deine Mutter ist auch nur ein Mensch usw.

Ja, ich verstehe das! Aber all das was passiert ist, kann ich nicht noch einmal durchmachen und ich kann es niemals vergessen.

Geht es jemandem ähnlich? Wie sind eure Erfahrungen dazu?

Ich habe bereits einen Brief geschrieben, bevor wir ihren geöffnet haben. Ich wollte meine Gefühle niederschreiben ohne mich von ihren Worten beeinflussen zu lassen.

Ich würde den Brief gern abschicken wobei dieser ziemlich zerschmetternd ist.

Ich frage mich, ob ich damit leben kann.

Ich danke euch.
Maria
 
D

Benutzer188767 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ein halbherziger mit Ausreden gespickter Brief, wird dir nicht helfen. Ich verstehe den Wunsch deiner Oma nach Frieden und Harmonie. Ich verstehe auch, dass deine Mutter diffuse Schuldgefühle hat. Aber auch vermutlich sehr viele gute Ausreden, warum es nicht wirklich ihre Schuld ist, wie es im Brief steht.

Die Initiative der Aussöhnung geht von deiner Oma aus. All die Jahre vorher, hat deine Mutter nicht den Kontakt gesucht, sich nicht versucht mit ihrer Schuld auseinanderzusetzen, sich zu entschuldigen. Meine Meinung ist, dass man dich nicht zwingen kann ihr zu verzeihen. Und so schön Verzeihung wäre, das funktioniert nicht so.

Wenn wirklich von beiden Seiten der Willen da, diese Traumata anzugehen, dann nur mit erfahrener, spezialisierter, professioneller Hilfe in Form einer Therapie. Das würde auch den geschützten Rahmen geben, nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Therapie wird wahrscheinlich wieder Wunden aufreissen, wäre aber auch eine gute Chance auf Heilung. Es müsste geprüft werden, ob deine Mutter dazu bereit wäre. Das wäre für mich auch ein Zeichen, ob sie ihre Entschuldigung Ernst meint, oder der Oma wegen mitmacht. Vor allem musst du auch bereit sein. Entschuldigung auf Knopfdruck geht halt nicht.

Ich freue mich übrigens, dass es dir jetzt gut geht. Diese Leute die dir helfen zu atmen sind heute deine Familie. :knuddel:
 
N

Benutzer180988 

Sorgt für Gesprächsstoff
....

Nun sagt meine Oma mir, meine Mutter leide und hat sich verändert.
....
Bitte entschuldige wenn ich nur auf diesen einen winzigen Aspekt eingehe; zu mehr fühle ich mich nicht berufen.

Diesen Satz kenne ich nur zu gut. Und ja: unter Druck verändern sich Menschen. Und ja, es gibt einem die seltene Chance, einen Menschen von einer schwächeren, angenehmeren, Seite kennenzulernen. Das ist schon eine wertvolle Gelegenheit...einerseits.

Andererseits ist meine Erfahrung: sobald die Schwäche nachlässt- auch wenn nur vorübergehend - kommt der verdrängte Charakter wieder zum Vorschein. Und Du könntest eine Entscheidung zur Hinwendung bereuen... ganz oder nur teilweise.
 
LULU1234

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
Ja, man darf Vergeben verwehren. Ganz einfach. Das ist okay.
Das Entschuldigen ist nur dafür sich Schuld von den Händen zu waschen und sich besser zu fühlen. Es hat nichts mit Reue zu tun.
 
Sorceress Apprentice

Benutzer89539 

Team-Alumni
Mein schlechtes Gewissen wird dadurch nicht besser. Kann ich einem Menschen und im speziellen meiner Mutter die Vergebung verweigern?
Ja. Darfst du. Zu 100%. Du hast dieses Recht absolut.

Ich kenne die Vorgeschichte nicht. Aber du handelst aus Selbstschutz. Deine Mutter hat dir etwas angetan, und sie hat keinen, keinen, keinen verfluchten Anspruch darauf dass du nun dein eigenes Wohlbefinden und deine mentale Gesundheit aufs Spiel setzt, damit sie sich besser fühlt.

Dass sie einsam ist und unter der Situation leidet, ist nicht deine Schuld. Das hat sie selbst über sich gebracht.

Verzeihen, Versöhnung, Frieden Schließen sind sehr wichtige Dinge. Aber manchmal geht es eben einfach nicht. Wenn dein Bauchgefühl sich dagegen wehrt, so einen halbherzigen und offenbar zumindest teilweise faulen Versuch der Entschuldigung so zu akzeptieren, ist das eben so, und darauf solltest du hören.
 
U

Benutzer177622 

Meistens hier zu finden
Du musst ihr deine Verg bung nicht schenken, wenn du das nicht möchtest.
Was sagt so ein schnöder Brief auch aus...?

Wenn sie es ehrlich meint, wird sie das therapeutisch aufarbeiten - auch mit dir zusammen.
Schlag ihr das doch vor. Dann siehst du ja, wie ernst es ihr ist.
 
krava

Benutzer59943  (41)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Mich klagte steht’s ein schlechtes Gewissen, sie nicht konkret aus meinem Leben geschnitten zu haben und dennoch den Kontakt eingestellt zu haben.
Kontakt einstellen IST doch aus dem Leben schneiden. Oder was wäre das für dich sonst?

Auf Wunsch meiner Oma, schrieb meine Mutter mit vor kurzem einen Brief. Ich hatte fürchterliche Angst und ganz ehrlich.. als der Brief da war, konnte ich ihn nicht lesen.
das kann ich verstehen.

Der Brief war inhaltlich ok wobei sie einige merkwürdige Ausreden nutzt.
das heißt sie gesteht keine Fehler ein?

Für mich war von Anfang an klar, egal was da drin steht, ich möchte den Kontakt nicht.
diese Entscheidung ist dein gutes Recht.

Nun sagt meine Oma mir, meine Mutter leide und hat sich verändert.
ja das mag sein. Menschen verändern sich. Aber deine Mutter gesteht ja anscheinend nach wie vor keine Fehler ein, versucht nur dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Und das klappt ja auch.

Mein schlechtes Gewissen wird dadurch nicht besser. Kann ich einem Menschen und im speziellen meiner Mutter die Vergebung verweigern?
ja natürlich. Ein kleiner Brief reicht doch auch nicht aus, um das alles zu vergeben und vergessen!!!
Das kann im besten Fall ein klitzekleiner erster Schritt sein, aber nicht mehr.
Und deine Mutter erwartet jetzt anscheinend, dass du reumütig zu ihr kommst.
Und genau das würde ich auch nicht machen!

Es zerreißt mich aber ich möchte meinem inneren Kind dieses Risiko nicht aussetzen. Ich lebe seit ein paar Jahren erst so richtig, ich kann Atmen, ich kann Lieben. Natürlich sehne ich mich nach ihrer Liebe, wahrscheinlich für immer aber die Angst und der Selbstschutz ist einfach zu groß.
ich versteh das zu 100%.
Es kommt auch drauf an, ohne wen es dir besser geht. Und ohne deine Mutter geht es dir besser!!

Nun gehe ich mit dem Gedanken ins Bett, dass sie einsam sterben wird, da keiner ihrer Kinder mit ihr Kontakt hat und sie es auch nie wieder möchten.
deine Mutter liegt doch nicht im Sterben oder hab ich was überlesen? :ratlos:
Und wenn sich Menschen von deiner Mutter abwenden, dann hat das ja Gründe.
Wer einsam ist, hat daran immer auch (!) selbst schuld. Deine Mutter könnte seit Jahren ihr Leben verändern, in andere Richtungen lenken, Kontakte knüpfen, eine gute Freundin sein etc. Dann hätte sie auch Menschen, die für sie da wären. Das müssen ja keine Kinder sein.


Ich höre immer wieder, deine Mutter ist auch nur ein Mensch usw.
ja du aber auch.

Ich würde den Brief gern abschicken wobei dieser ziemlich zerschmetternd ist.
ich würde ihn wohl nicht abschicken, sondern ihr bestenfalls übermitteln, dass ich weiterhin keinen Kontakt möchte. Ohne weitere Emotionen.

Ich frage mich, ob ich damit leben kann.
Auch ich hab mir diese Frage in Bezug auf meine Mutter schon oft gestellt. Also was wenn sie mal stirbt und wir bis dahin immer noch keinen Kontakt haben? Auch ich habe den Kontakt zu meiner Mutter vor längerer Zeit abgebrochen, wobei sie bislang nie versucht hat, das wieder zu ändern. Aber unabhängig davon will ich keinen Kontakt, nie mehr. Es ist zu viel Zeit vergangen, manchmal gibt es kein Zurück.
Und ich denke, das ist auch bei dir so. Nach der langen Zeit ist es einfach zu spät.
Ja das ist traurig, aber trotzdem Realität.
Und ich zum Beispiel würde auch gar nicht wollen, wenn ich zum Beispiel auf einmal schwer krank wäre, dass meine Mutter dann angerannt kommt und auf einmal soll alles wieder tutti sein. Das ist doch dann nicht echt.
 
J

Benutzer192190 

Klickt sich gerne rein
Frag dich mal wie du selbst damit klar kommst falls es wieder zum Kontakt kommt (Brief usw). Wenn der Gedanke dir ein schlechtes Gefühl verursacht, lass es sein. DU musst damit klar kommen, DIR sind diese Dinge angetan worden. Und nicht deiner Oma. Das deine Oma Harmonie in der Familie möchte, nachvollziehbar. Aber es geht hier um dich. Und es spielt dabei keine Rolle was andere wollen.
Manche Dinge die gerade in der Familie passieren sind nicht wieder gut zu machen. Diese Dinge hätten erst gar nicht passieren dürfen. Du hast bisher ohne den Kontakt zu deiner Mutter leben können. Und manchmal ist das eben genau der richtige Weg.
 
Yurriko

Benutzer174969  (30)

Sehr bekannt hier
Hmm, ich verstehe dich. Ich habe allerdings das Glück, dass meine Oma da anders tickt. Sie würde mir niemals ein schlechtest Gewissen machen. Sie hat auch am Anfang gesagt "Sie ist deine Mutter", als ich ihr aber ganz klar sagte, dass ich dieser Person nicht verzeihen kann, hat sie damit aufgehört bzw. hat es eingesehen.

Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter nicht abgebrochen, obgleich mir andere dazu geraten haben. Besser wäre es eigentlich. Ich lasse sie aber nicht an meinem Leben teilhaben! Sprich, ich nehme jeden 4ten oder 5ten Anruf an, wir "reden" 5-10min, wobei sie überwiegend erzählt während ich kurz und knapp so sachlich und uninformativ wie möglich antworte und das Spielchen spielen wir alle paar wochen erneut. Ich bin bis heute nicht bereit mich komplett zu trennen, auch wenn ich immer wieder mit dem Gedanken spiele einfach sie zu blocken.

Ich würde sie aber nie wieder in mein Leben lassen und habe jeden tieferen Kontaktversuch abgeblockt und gesagt, dass ich das nicht will. Sie würden mein Leben zerstören und das weiß ich. Sie hat auch nie Einsicht gezeigt und auch irgendwann gemeint "Irgendwann muss ja gut sein".

Ich habe für mich einfach eingesehen: Es ist egal was sie sagt oder tut, ich kann ihr nicht verzeihen.
Und das ist okay. Niemand kann eine Verzeihung verlangen. Niemand kann verlangen, dass ich demjenige vergebe.

Deswegen: Wenn du keinen Kontakt willst, dann hab keinen Kontakt. Wenn dir jemand ein schlechtes Gewissen einreden willst, dann setzt klar eine Grenze. Und wenn du deine Mutter zur Verantwortung ziehen willst und ihr diesen Brief schicken willst - mach es. Du hat nichts falsch gemacht! Nicht du hast jemanden misshandelt! Jeder Mensch muss zu seinen Taten stehen und mit den Konsequenzen leben. Lass dir nicht einreden, dass du deiner Mutter vergeben müsstest, weil sie deine Mutter ist. Deine Mutter hätte in aller erster Linie dir kein Leid zufügen dürfen. Es ist okay, wenn du ihr nicht verzeihen willst. Es ist okay, wenn du keinen Kontakt willst.
 
Zauberschnitte

Benutzer189381 

Verbringt hier viel Zeit
Wenn du deiner Mutter verzeihen möchtest, dann zu das.

Wenn nicht, dann nicht. Ich verzeihe meiner Mutter auch einiges nicht und lebe damit sehr gut.

Aber nur wegen Oma..... Nein, zu das nicht.

Auch wenn sie sich geändert haben sollte (was ich zu bezweifeln wage) hat niemand Anrecht das man ihm verzeiht.

Allerdings stört mich hier nicht die Aufforderung zu verzeihen, sondern das Verhalten deiner Oma.
 
Spongella

Benutzer187907  (32)

Öfter im Forum
Ja, du darfst das OHNE schlechtes Gewissen ausschlagen. Du kannst die Entschuldigung bzw das was sie dafür hält wahrnehmen ohne sie anzunehmen. Manche Dinge lassen sich nicht aus der Welt schaffen ohne erneut Schaden zu nehmen.
 
Ziege

Benutzer190851  (72)

Klickt sich gerne rein
Wer will denn bitte entscheiden, wohin sie sich verändert hat?
Ich habe meinen Eltern nie verziehen, daß sie den Mißbrauch an meiner Schwester und mir zugelassen haben und ich lebe sehr gut damit, obwohl beide verstorben sind inzwischen.
Ich lebe gut mit dem Gedanken, daß ich es alleine geschafft habe, aus dieser Hölle zu entkommen und trotzdem ein ziemlich fröhliches Leben hatte.
Verzeihen, nur weil die Oma es möchte? Niemals.
Warum hat die Oma nicht eingegriffen, warum will sie Dich jetzt zwingen, zu verzeihen?
Hat die Oma vielleicht ein schlechtes Gewissen und möchte vor ihrem Tod alles geregelt wissen?
 
Sun am See

Benutzer138543  (27)

Sehr bekannt hier
Liebe Maria, ich bin tatsächlich aktuell in einer sehr ähnlichen Situation wie du. Daher möchte ich dir gerne etwas dazu schreiben :smile:

Ich habe ebenfalls psychischen Missbrauch, Vernachlässigung, Manipulation usw. in meiner Kindheit und Jugend durch meine Mutter, meinen Vater (und meinen Stiefvater) erlebt.
Zu meinem Vater habe ich schon vor 9 Jahren den Kontakt abgebrochen. Zu meiner Mutter vor 7 Jahren stark reduziert, als ich in einer Nacht und Nebelaktion ausgezogen bin.
Nun hat sie aber die letzten Jahre meine Grenzen weiterhin absolut nicht respektiert und ich habe im Mai diesen Jahres komplett den Schlussstrich gezogen und den Kontakt ganz abgebrochen.

Auch ich habe zu meiner Oma eigentlich ein ganz gutes Verhältnis und auch meine Oma ist vor kurzen (vorübergehend?) bei meiner Mutter und meinem Stiefvater eingezogen, da sie an Krebs erkrankt ist.

Meine Oma sagt mir auch ab und zu, dass meine Mutter ja so leidet und es sei doch Familie, "sowas" könnte man doch nicht machen, ich müsste ja irgendwann wieder den Kontakt zulassen. Ähm nein, muss ich nicht. Und wer hat mich gefragt? Ich habe 20 Jahre gelitten. Na ja ich versuche solche Gespräche abzubrechen, bringt ja nichts..
Meine Oma wünscht sich halt Harmonie, wünscht sich, dass wir ihren Geburtstag alle zusammen feiern. Das kann und will ich ihr aber nicht ermöglichen.

Mich klagte steht’s ein schlechtes Gewissen, sie nicht konkret aus meinem Leben geschnitten zu haben und dennoch den Kontakt eingestellt zu haben.
Was meinst du damit? Also wobei genau hast du ein schlechtes Gewissen?

Meine Oma ist zu ihr gezogen weil meine Mutter so allein ist. Der Kontakt zu meiner Oma ist gut aber ich wusste sofort was passieren würde
Was wusstest du?

Auf Wunsch meiner Oma, schrieb meine Mutter mit vor kurzem einen Brief.
Hat deine Oma dir gesagt, dass die Idee von ihr kam?
Alleine, dass deine Mutter nicht mal selbst auf so eine Idee gekommen ist, sollte ja schon alles sagen.
Ich denke deine Oma wünscht sich, wie meine auch, eine heile Familie. Aber es kann eben nicht jede Familie so sein. Und der Wunsch danach darf definitiv nicht über allem stehen. Dir muss es ja auch gut damit gehen.
Aber das ist auch etwas womit ich noch lange lange zu tun haben werde. Ich dachte sehr lange es ist egal was ich fühle, möchte oder eben auch nicht möchte. Um mich geht es nicht. Das habe ich durch das Aufwachsen mit meinen Eltern total verinnerlicht. Und das ist schwer aufzubrechen, aber nicht unmöglich.
Kennst du solche Gedanken? Es klingt so in deinem Text.

Ich habe meine Verlobten gebeten es zu tun. Ich konnte mir nicht einmal vorstellen ihre Schrift zu sehen.
Das war doch eine gute Idee. Schön, dass du da so achtsam mit dir umgehen konntest :smile:

wobei sie einige merkwürdige Ausreden nutzt
Ja super, weißte Bescheid. Hätte sie sich sparen können.

Nun sagt meine Oma mir, meine Mutter leide und hat sich verändert.
Siehe oben. Und du? Du hast nicht unter ihr gelitten? Sie ist deine Mutter. Sie sollte für dich da sein. Nicht umgekehrt.
Weiß ich nicht ob sich solche Eltern verändern können.

Natürlich sehne ich mich nach ihrer Liebe, wahrscheinlich für immer aber die Angst und der Selbstschutz ist einfach zu groß.
Ja ich auch. Ich denke das ist normal. Aber man kann sich seine Eltern halt nicht aussuchen.
Und es ist gut, dass du auf deine Gefühle achtest. Wenn du Angst hast dann solltest du nicht auf sie zugehen. Das ist ein ganz deutliches Gefühl.

Aber all das was passiert ist, kann ich nicht noch einmal durchmachen und ich kann es niemals vergessen.
Das sollst du auch nicht, das musst du auch nicht. Du bist nun erwachen und hast dein Leben. Und allein du entscheidest wen du (noch) in deinem Leben haben möchtest.

Ich würde den Brief gern abschicken wobei dieser ziemlich zerschmetternd ist.
Was bewegt dich denn dazu? Also was erhoffst du dir davon?
Manchmal hilft es ja auch einen Brief an jemanden nur für sich zu schreiben.

Ich frage mich, ob ich damit leben kann.
Womit? Keinen Kontakt mehr zu ihr zu haben?
Seit wann hast du den Kontakt denn eigentlich angebrochen?

Alles Liebe Sun
 
Davide

Benutzer18845 

Verbringt hier viel Zeit
Sun am See Sun am See von mir mal ein Danke und ne Zustimmung für deine Worte die auf den Punkt bringen. Betroffene wissen was ich meine.
 
M

Benutzer189593  (29)

Ist noch neu hier
Hallo ihr lieben,

Entschuldigt. Der Text war vielleicht nicht so klar wie nötig :smile:. Liege seit über ner Woche mit covid im Bett und hab die Chance genutzt, das ganze hier niederzuschreiben.

Ich habe vor ca. 9 Jahren den Kontakt zu meiner Mutter langsam abgebrochen.. zu der Zeit wollte ich Koch wissen, ob sie auf mich zukommt usw. Ich habe allerdings immer nur Beschuldigungen bekommen und vorwürfe warum ich mich nicht melde. Meist an meinem Geburtstag, wenn ich dann überhaupt etwas von ihr gehört habe. Vor 6 Jahren hat es mir gereicht. Ich schrieb ihr, dass ich nicht mehr kann und sie genau wüsste was alles schief gelaufen ist, dass ich nicht darauf eingehen möchte weil ihr das eigentlich alles klar sein müsste und dass sie mit ihrem Schein und rumgehabe nicht mehr bei mir antanzen müsse. Ich sagte nie: verschwinde für immer .. aber ich fühlte es so.

Meine Oma hat starke Schuldgefühle gegenüber ihrer Kinder, vor allem gegenüber ihrer ältesten.. meiner Mutter.
Als meine Oma sich von meinem Opa trennte, nahm er ihr die Kinder Weg und übergab sie seiner Oma (kriegsoma). Dies war nicht schwer, denn meine Oma sprach kein deutsch und wurde als farbige eh nicht so anerkannt, wie es hätte sein sollen. Sie hat Jahre gekämpft, hat dann aber irgendwann aufgegeben und ihr Leben gelebt. Den Kindern ist es sehr schlecht ergangen. 3 Halbschwarze Kinder in der Obhut einer Nazi Oma..

Meine Mutter war natürlich auch so lang ich denken konnte sauer auf sie. Im Alter scheinen sie sich wieder näher gekommen zu sein. Meine Oma sagt: sie kann es so gut nachempfinden, was meine Mutter fühlt, was das mit ihr macht. Wie sehr sie darunter leidet.

Ich denke aber, es ist was völlig anderes. Meiner Mutter waren nicht die Hände gebunden. Sie hat mich persönlich bei den Tätern abgeliefert.. immer wieder!
Sie hat nicht einmal an ihre Kinder gedacht…

Was mich eigentlich so zerreißt ist folgendes… ich hatte immer die Hoffnung, dass es ihr so leid tut und sie einsieht was sie getan hat und dass sie mir die liebe gibt.

Der brief ist am Ende „nur“ mit dem Vorwurf ausgeschmückt, warum ich mich denn nicht gemeldet habe. Der Rest ist: es tut mir leid, ich wusste es nicht..

Ich denke mir jetzt halt.. erstens. Ich weiß nicht ob du wirklich so denkst oder ob das wieder ein Spiel ist und zweitens selbst wenn es ehrlich ist… es ist mir irgendwie egal. Ich will dich nicht.

Das tut mir weh. Ich fühle mich schlecht dabei. Manchmal denke ich, ich fühle sie aber ich weiß auch, dass es das ist, was sie mir jahrelang antrainiert hat. Ich fühle mich schlecht, verantwortlich und gleichzeitig total abgeneigt und angewidert. Ich will nicht aber fühle diese Verantwortung!! Sie ist seit Jahren krank, weil sie nie auf sich geachtet hat, hat nur noch ein Bein usw. Und lässt sich jetzt von meiner Oma pflegen.

Mein verlobter sagte sie schrieb ihm Brief: zum Glück hat mich Oma gedrängt dir diesen Brief zu schreiben..
find ich auch nicht cool, wozu dieser Satz..

Puh, ich hoffe, ich bin jetzt auf das meiste eingegangen..

Der Brief den ich geschrieben habe geht von mir aus. Es sind keine harten Vorwürfe, es sind meine Gefühle und meine Denkweise. Der Brief ist ein Abschiedsbrief und ich habe das Gefühl der muss raus. Gleichzeitig klopft natürlich wieder dieses schizophrene Gefühl an der Tür.

Ich bin froh, dass ihr eure Gefühle und Erlebnisse mit mir teilt. Ihr seid sehr stark und das hilft mir ungemein!!
 
Manche Beiträge sind ausgeblendet. Bitte logge Dich ein, um alle Beiträge in diesem Thema anzuzeigen.
D

Benutzer188767 

Sorgt für Gesprächsstoff
Puh, harter Tobak! Es tut mir wirklich sehr Leid für deine Mutter! Trotzdem ist dadurch ihr Verhalten nur ein Stück weit nachvollziehbar weil sie selbst wohl traumatisiert war, und sich selbst wohl nicht mit ihren Problemen auseinandergesetzt hat, ABER sie ist 100% dafür verantwortlich. Und sie hat ganz schön viel Mist gebaut, und tut es immer noch! Sie schreibt den Brief nicht freiwillig, sieht keine Schuld bei sich, und erwartet von dir Verzeihung und Fürsorge! Und das mit ihren alten Methoden, dich zu manipulieren und bei dir Schuldgefühle zu erzeugen. SO nicht! Stop!

Ob du verzeihen willst oder nicht, und wie du verzeihen willst, liegt immer noch bei dir. Es ist auch okay, dich selbst zu schützen und nein zu sagen. Eine Therapie lege ich dir immer noch nahe. Vielleicht würde auch eine begleitete Aussprache dir gut tun! Natürlich alles zu deinen Konditionen, und natürlich, wenn sich seitens deiner Mutter etwas drastisch ändert. So sehe ich es wie du, dass sie dich nur in eine toxische Beziehung wieder runterzieht. Und deine Energien brauchst du für deine echte Familie, und für deine Heilung :knuddel:
 
S

Benutzer190912  (47)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hast Du denn Geschwister und wie haben die den Umgang mit Eurer Mutter gelöst? Wurden die auch kontaktiert von Eurer Mutter? Wenn Du einen guten Umgang mit ihnen hättest wäre doch ein Austausch mit ihnen über ihre Einstellung eine Option.
Es gibt den Fall dass Menschen verzeihen können ohne dass der Täter Reue gezeigt hat. Für mich wäre ein Verzeihen im direkten Umgang nur mit echter Reue möglich. Ich denke auch, dass es mehrere Etappen wären wenn es denn so käme
- Kontaktaufnahme
- viele Gespräche
- Zeit zur Verarbeitung
- weiter Gespräche
- irgendwann kommt das Gefühl dass man es verarbeitet hat, dass man Abstand gewonnen hat, dass wieder eine Beziehung zu dem anderen enstanden ist und dass es eben gefühlsmässig abgeschlossen ist und dass es keinen negativen Einfluss mehr auf Gegenwart und Zukunft hat

Das ist aber ein langer Prozess und die naive Hoffnung der Oma, dass Ihr Euch nach kurzer Zeit in den Armen liegt ist komplett unrealistisch.
Deine Mutter handelt, weil sie ihre Mutter braucht, aber Verantwortungsgefühl und Reue sind nicht vorhanden. Dementsprechend hast Du jedes Recht, die zarte Pflanze Deines neuen Lebens zu schützen und musst keine Rücksicht auf Deine Mutter nehmen.
Ich hoffe nur, dass Deine Oma Deine Entscheidung akzeptiert und sich nicht auf die Seite Deiner Mutter schlägt

Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem hoffentlich weiterhin positivem Lebensweg!
 
W

Benutzer173794  (39)

Öfter im Forum
Was mich eigentlich so zerreißt ist folgendes… ich hatte immer die Hoffnung, dass es ihr so leid tut und sie einsieht was sie getan hat und dass sie mir die liebe gibt.
ja das kann ich gut verstehen..aber diese Frau die du dir wünscht gibt es nicht..vielleicht kannst du für dein inneres Kind selbst die Mutter sein, die du immer haben wolltest.
Was den Kontakt angeht kann ich dir sagen höre auf dein Bauchgefühl. Das zeigt dir glaube ich schon ganz gut wohin die Reise geht.
Du bist erwachsen und kannst selbst entscheiden. Und du bist niemandem Rechenschaft schuldig.
 
Damian

Benutzer6428 

Doctor How
Liebe M Maria1101

ich möchte nicht im einzelnen auf die Vorfälle eingehen. Ich möchte dir ein Thema näher bringen und dieses Thema ist absolut zentral für dich: Grenzen.
Wir ziehen keine Grenzen an der Stelle an der wie sie zeihen weil wir Schuldgefühle haben oder weil wir gemeine Menschen sind oder weil wir jemandem weh tun wollen.

Grenzen zieht man aus einem Grund und NUR aus diesem Grund: Aus Selbstschutz.

Man kann und darf eine Person lieben und trotzdem eine Grenze ziehen. Eine Person kann einem etwas angetan haben und man kann innerlich zu ihr sagen "Vielleicht bist oder wirst du ein besserer Mensch. Ich wünsche es dir. Ich wünsche dir ein schönes Leben...wirklich. Ich wünsche dir absolut nichts schlechtes. Ich kann aber keinen Kontakt mehr zu dir haben."
Und das reicht. Das ist genug.

Ja...es kann sein, dass deine Mutter leidet und es kann sein, dass die Oma leidet. Es kann auch sein, dass sie es ehrlich meinen (und um an dieser Stelle ein bisschen zynisch zu sein: das ist eher selten der Fall...nicht unmöglich aber selten). Das macht aber keinen Unterschied. DU kannst nicht...und das ist genug.

Schuldgefühle haben eine Funktion. Sie helfen uns "das Richtige"(tm) zu tun. Sie sind aber Nutzlos in so einer Situation.

Du darfst dich lösen und gelöst bleiben. Du darfst diesen Brief verbrennen, in den Keller tun, eine Papierflieger draus machen und nicht darauf antworten. Das ist OK. Du trägst hier keine Schuld und keine Verantwortung.

Übrigens...grüße an deinen Verlobten: Guter Mann! (klingt jedenfalls so).
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und ganz viel Ruhe und ganz viel Liebe.
 
ferdl

Benutzer171790 

Verbringt hier viel Zeit
Keine Hassgefühle mehr gegen einen Menschen haben, der mich schwer verletzt hat, ist mein Verzeihen und Vergeben. Verzeihen hilft in erster Linie dem Verursacher und nicht dem Betroffenen, dem Opfer, den die können oft ein lebenlang nicht vergessen und leiden, bis sie sogar deshalb ernsthaft psychisch erkranken können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren