Sich dem Partner überlegen fühlen-Problem?

Benutzer37  (36)

im Ruhestand
Wurde doch schon in Studien gezeigt, dass sich Männer mit akademischer Bildung oft Frauen ohne akademische Bildung suchen --> Überlegenheit des Mannes. Frauen mit akademischer Bildung jedoch fast nur Männer wollen, die diese auch besitzen. --> Augenhöhe. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.

Dies zeigt doch deutlich die Geschlechterrollen. Der Mann will beschützen und die Frau beschützt werden.
Könnten jetzt bitte andieser Stelle mal die Frauen auftauchen, von denen ich in anderen Threads gelesen habe, dass sie einen höheren Bildungsabschluss haben als ihr Freund (und das waren einige, wenn ich mich recht erinnere)? Das mit den festgelegten Geschlechterrollen möchte ich hier einfach nicht so stehen lassen - und im übrigen auch nicht die These, dass nur Leute mit hoher Bildung beschützen können.

Ich selbst möchte zwar einen Partner, der mit mir auf einer Augenhöhe steht, aber ich definiere das sehr weitgefasst. Ich finde es toll, wenn mein Partner in einigen Bereichen überlegen ist, und finde es auch toll, selbst in einigen Bereichen überlegen zu sein, das ist mir sogar irgendwie wichtig - aber so im Großen und Ganzen muss es sich halt ausgleichen.
 

Benutzer42813 

Beiträge füllen Bücher
@Liza: Ich kann mich hier melden als eine, die in der Vergangenheit mal mit einem Mann zusammen war, der mir intellektuell einfach nicht genug Herausforderung geboten hatte. Auf Dauer hatte es mir nicht gepasst, ich hatte immer mehr das Gefühl, daran einzugehen, dass immer alles von mir ausgehen musste und er viele meiner Interessen einfach nicht teilen konnte/wollte (er war Legastheniker, während ich begeisterte Hobby-Schriftstellerin bin), so dass mir irgendwann ein anderer Mann, der mich mehr herausgefordert hatte und mir ebenbürtiger erschien, einfach ansprechender war.

In dieser Beziehung war in der Regel auch ich diejenige, von der neue Impulse für die Zeitgestaltung ausgingen. Eine Zeitlang funktionierte das gut, ich fand es ganz angenehm. Immerhin war ich selbst tief innen eher unsicher, wenn meine Vorschläge dann immer sehr ernst genommen wurden und höchstens zaghaft von ihm hinterfragt wurden, war das ganz angenehm. Da musste ich nicht entschlossen zu meiner Meinung stehen...

Obwohl ich also nach außen hin die Stärkere war, war ich innen ziemlich unsicher. Irgendwann bin ich dann mit meinem jetzigen Freund zusammengekommen, der erst mal stärker ist und mir intellektuell ebenbürtig ist (auch wenn ich beim IQ-Test vielleicht besser abschneiden würde, kann er mit mir reden, fordert mich heraus, denkt nach und provoziert mich auf nette Weise, hilft mir bei meiner Schriftstellerei).

Da hatte ich dann irgendwann, nach einiger Zeit glücklicher, partnerschaftlicher Beziehung wieder das Problem, dass ich mich innen drin so unsicher fühle, und auf einmal war nicht mehr von Anfang an klar, dass ich die Stärkere bin... Eine Zeitlang war es halt wunderschön, bis dann wieder meine innere Unsicherheit durchkam und ich mich mehr und mehr untergeordnet habe...

Dadurch ist unsere Beziehung in eine Krise geraten, immerhin hat er mich als selbstbewusste, gleichberechtigte Partnerin kennen- und lieben gelernt. Im Moment arbeiten wir beide sehr ausdauernd daran, dieses Partner-Gleichgewicht auf die eine oder andere Art wieder herzustellen - und ganz ehrlich, insgesamt ziehe ich ein partnerschaftliches Modell jedem anderen vor.

Es ist halt nur manchmal anstrengender, wenn nicht einer da ist, der dominiert, Kompromisse finden halt, zu seiner Meinung stehen und es aushalten, dass der andere sie nicht teilt. Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile. Und man muss mit ihnen umgehen können.

Wenn die TE sich jetzt so unsicher ist - ich rate ihr, es einfach mal auszuprobieren. Es kann auch schön sein, jemandem beim Lernen zuzuschauen und es hautnah mitzuerleben, was jetzt Sexualität betrifft. Und was die geistige Ebenbürtigkeit betrifft - Ihr müsst ja nicht alles zusammen machen? Probiert es doch einfach mal aus, wie sich alles entwickelt. Vielleicht entdeckst du ja, dass ganz viele Sachen auf einmal besser passen, als du es dir jetzt vorstellst.

Obwohl ich oben geschrieben habe, dass es mit dem Exfreund davor auf Dauer nicht geklappt hat - wir waren fast drei Jahre lang ziemlich glücklich miteinander, bis es langsam auseinander brach. Das ist ne lange Zeit. Mit meinem jetztigen Freund gibt es viel mehr Krisen, was auch auf Dauer anstrengend ist und die Beziehung ziemlich belastet. Probier es aus, wenn es schief geht, musst du wenigstens nicht bereuen, es nie probiert zu haben!

Lg, Flame
 

Benutzer61325 

Verbringt hier viel Zeit
Ich brauche keinen besonders gebildeten oder intellektuellen Mann. Aber er sollte nicht nur "vor sich hinleben", sondern sich Gedanken über sich selbst, seine Umwelt u.s.w. machen. Man sollte mit ihm richtig reden und diskutieren können, er sollte verstehen, wovon ich spreche.. und emotionale Intelligenz besitzen, um mal dieses Schlagwort zu benutzen. Ich könnte mit keinem Mann zusammensein, der mich nur fragend anguckt oder dumme Witzchen macht, wenn ich über etwas mit ihm sprechen möchte, das mich bewegt. Insofern müssen wir ungefähr auf einer Ebene sein, was Intelligenz und allgemeines Verständnis angeht. Wobei ein leichtes Gefälle ok ist, ob nun in die eine oder andere Richtung :smile:
 
G

Benutzer

Gast
Ich finde Überlegenheit hat in einer Beziehung nichts zu suchen. Der Begriff "Partnerschaft" wird ja nicht umsonst auch für so etwas genutzt.

In meiner Exbeziehung kam es ab und an vor, dass ich kleine Anflüge von Arroganz gegenüber meinem damaligen Freund verspürt habe....das tat der Beziehung nicht wirklich gut.
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
Um mal auch zu senfen: Also erst mal den Begriff "Überlegenheit" will ich nicht benutzen, stattdessen spreche ich von Stärke und Schwächen. Eine gut funktionierende Beziehung setzt - denk ich mal - voraus, dass die unterschiedlichen Stärken/Schwächen der Partner sich untereinander ausgleichen. In der Regel haben z. B. Männer, was Technik betrifft, mehr drauf als Frauen. Was Wortgewandtheit betrifft, haben Frauen (soweit ich aus eigener Erfahrung sprechen kann) die Nase vorn.
Eine andere Sache ist der Bildungsstand/Allgemeinbildung (Ich spreche hier nicht von Intelligenz!) Die einen haben eine grössere Allgemeinbildung, andere nicht. Gründe sind oft fehlende Gelegenheiten, sich ne gute Bildung anzueignen.
Da kann es schon Probleme in der Beziehung geben, wenn der eine Gesprächsthemen über alles weiss, aber der andere partout nicht mitreden kann. Das kann dann für den Gebildeten schnell langweilig werden. Ich z.B. befinde mich in dieser Lage. Obwohl meine Frau intelligent ist, besitzt sie kaum eine Allgemeinbildung. Es ist mit den Jahren zwar besser geworden, aber trotzdem kann ich mich nicht mit ihr richtig unterhalten. Den fehlenden Unterhaltungswert kompensiere ich allerdings damit, dass ich viele Freunde und Hobbys habe.
Zur Intelligenz: Beziehungen, wo der eine strohdumm und der andere Akademiker ist, bezweifle ich, ob das lange gutgeht. Ich kanns mir jedenfalls nicht vorstellen.
Nun zu meinen Erfahrungen:
Bei vielen Frauen hatte ich die leidvolle Erfahrung gemacht, dass sie mir überlegen sein wollten, aber in Wirklichkeit das Gegenteil waren. Um ihre schlechte Bildung/Intelligenz zu verbergen, versuchten sie alle meine Meinungen schlechtzureden bzw. alles besser wissen zu wollen. Sind meiner Meinung nach Minderwertigkeitskomplexe/Selbstwertgefühl bzw. wollten nicht akzeptieren, dass ich ihnen in vielen Dingen überlegen war.
Ich denk, es gibt deren aber auch ebensoviele Männer...

Soviel zu meiner Ansicht in Sachen "Überlegenheit". Bitte korrigiert mich, wenn ich was falsch gedeutet habe, ich betrachte mich nicht als Intelligenzbestie....:schuechte
 

Benutzer10736 

Benutzer gesperrt
Unabhängig davon, wie man jetzt "Ueberlegenheit" definieren will (da scheiden sich wieder die Geister, und die ganze "was ist Intelligenz"-Diskussion können wir uns eigentlich gleich sparen, weil wir sowieso zu keinem Ergebnis kommen werden, wie in jedem Thread zu diesem Thema :zwinker: ), hier war ja die Frage, ob es gutgehen kann, wenn einer sich ueberlegen FUEHLT.

Und da wuerde ich sagen, es gibt Beziehungen, da klappt das bestens (gibt viele Frauen, die es ganz toll finden, einen Freund zu haben, zu dem sie "aufschauen" können). Und es gibt Beziehungen, da fuehlt sich zwar der eine ueberlegen, der andere aber nicht unterlegen - klappt auch unter Umständen. :zwinker:

Es gibt aber auch Beziehungen, da funktioniert das nicht. Weil es der andere Partner nicht mag, wenn der eine sich ueberlegen fuehlt (und das vielleicht auch zeigt).

Meiner Meinung nach hängt die Antwort auf diese Frage jedenfalls nicht von der Definition von "Ueberlegenheit" oder "Intelligenz" ab. Sondern davon, dass einer sich ueberlegen FUEHLT - und dann davon, wie und ob der andere damit klarkommt.

Sternschnuppe
 

Benutzer37284 

Benutzer gesperrt
Um es kurz auszudrücken: Ich denke, solange es nicht zu extrem ist, kann es klappen!! Meistens ist es in einer Beziehung so, dass sich jeder in verschiedenen Bereichen einfach besser auskennt als der andere. Wäre es jetzt aber so, dass einer von beiden dem anderen wirklich sehr überlegen ist und zwar in allen Bereichen, dann wird es bestimmt früher oder später mal Probleme geben.
 
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