Sich "öffnen"

Benutzer135188 

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Hallo,
heute mal zu ein paar Fragen, die mich seit geraumer Zeit umtreiben.

Was versteht ihr unter dem Begriff "sich einer anderen Person öffnen"? Welchen Personen öffnet ihr euch und wie schnell? Was genau fällt für euch unter "sich öffnen"? Über eure Gefühle/Probleme/Schicksalsschläge zu sprechen? Vielleicht aber auch "nur" über eure Hobbies/Interessen? Hat "sich öffnen" für euch auch etwas mit Ehrlichkeit zu tun?

Ausgangspunkt meiner Gedankengänge ist meine Person: Mir fällt es wirklich zum Teil echt schwer mich anderen Personen zu öffnen (so wie ich es definiere). (Aus verschiedenen Gründen, darauf komme ich vielleicht noch in einem anderen Thread zu sprechen)

Ansonsten bin ich gespannt auf eure Antworten! :smile:
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Für mich ist "sich öffnen", anderen Menschen über die Dinge zu erzählen, die in einem vorgehen. Nicht das oberflächliche, nicht die geschönte Version, nicht nur die nüchternen Fakten, sondern auch seine Gefühle, die Dinge die einem vielleicht etwas unangenehmer sind, und eben die Dinge die einen wirklich bewegen.

Traditionell ist das nicht wirklich meine Paradedisziplin, aber damit ging es mir nicht gut. Darum bin ich inzwischen deutlich offener geworden, erzähle mehr über das was in mir vorgeht. Wem ich was erzähle ist unterschiedlich, im Wesentlichen nach Bauchgefühl. Zum Teil ist es schlicht und einfach, wen es interessiert, bzw. wer mir durch seine Reaktion auf bestimmte Dinge zeigt ob sowas erwünscht ist. Dann natürlich auch eher gegenüber Menschen, die mir sympathisch sind, bei denen ich nicht die Sorge habe dass sie etwas was ich sage gegen mich verwenden wollen/können, von denen ich glaube dass sie etwas erwidern können was mir weiter hilft...
 

Benutzer102673 

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Wenn ich es wirklich herunterbreche auf das, was es für mich bedeutet, dann lautet meine Antwort: So zu sein, wie man wirklich ist. Und, wie Brookly so schön sagte: Das zu sagen, was man denkt und fühlt.
Traditionell ist das nicht wirklich meine Paradedisziplin
:jaa:
 

Benutzer166918  (32)

Öfters im Forum
Wenn ich es wirklich herunterbreche auf das, was es für mich bedeutet, dann lautet meine Antwort: So zu sein, wie man wirklich ist.
Du meinst in Gänze?
Für mich bezieht sich das glaub ich eher auf bestimmte Aspekte, Erfahrungen oder Erlebnisse bzw. konkrete Geheimnisse, die man mit einem anderen Menschen teilt. Ich habe vorher noch nie darüber nachgedacht.
 

Benutzer166117 

Öfters im Forum
Sich anderen Leuten zu öffnen bedeutet für mich das was BrooklynBridge BrooklynBridge schon gesagt hat.
Für mich ist "sich öffnen", anderen Menschen über die Dinge zu erzählen, die in einem vorgehen. Nicht das oberflächliche, nicht die geschönte Version, nicht nur die nüchternen Fakten, sondern auch seine Gefühle, die Dinge die einem vielleicht etwas unangenehmer sind, und eben die Dinge die einen wirklich bewegen.

Bei mir kann es schnell gehen sich einer Person zu öffnen. Teilweise gebe ich dann "Stichproben" :grin: ab, um zu schauen wie die andere Person reagiert. Also erzähle eine Kleinigkeit, die nicht nur Oberflächlich ist. Wenn die Person mir dann entgegen kommt, und mir sogar vielleicht helfen will, dann kann das schon schnell gehen das ich mich öffne.
Und wenn er/sie nicht so reagiert, dann werde ich eher weniger tiefere Sachen Preisgeben :zwinker:
Aber ich habe damit kein Problem wenn Leute nur an der Oberfläche kratzen wollen :smile:
 

Benutzer133456  (49)

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Manche Menschen muessen das gar nicht bewusst tun, sondern die sind so. Ich z.B. Wer sich neben mich setzt, weiss innerhalb weniger Minuten eigentlich alles, was es zu wissen gibt. Ist auch eine kulturelle Sache. Ich habe schon einen sehr grossen Schuss Amerika abbekommen, und das macht einen einfach so.
 

Benutzer121794 

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Um eine eher abstrakte Definition zu geben verstehe ich darunter so was wie sein emotional-mentales "Framework" möglichst unverfälscht anderen zugänglich zu machen, also schon vorrangig den ersten Teil deiner Definition. Und ja, das fällt mir mitunter auch ziemlich schwer. Ich bin mit Teilen meiner Lebensgeschichte noch nicht in einem Ausmaß versöhnt, dass ich Offenheit mit einem guten Gefühl zulassen könnte und hab es mittlerweile auch schon völlig automatisiert, nur sehr verhalten Dinge über mich preiszugeben. Einerseits finde ich das auch okay, denn ich hab ganz einfach auch kein gesteigertes Interesse daran, mich einem möglichst breiten Publikum offenzulegen, andererseits gilt es da aber auch eine Balance zu finden, denn es verhindert nun mal auch Anknüfungspunkte, wo ich sie manchmal gerne hätte. Trotzdem, diese Automatismen selbst wahrzunehmen und dort bewusst gegenzusteuern, ist für mich immer mit viel Aufwand und Stress verbunden und passiert daher leider noch zu selten.

Da wo es mir schwerfällt, unterscheide ich interessanterweise gar nicht mehr großartig zwischen verschiedenen Personen und den jeweiligen Vertrauensverhältnissen zu ihnen. Ich habe da keine ausgeprägte Hierarchie. Wahrscheinlich macht es das für mich sogar eher noch schwieriger, wenn mich jemand umfassender kennt und ich befürchten muss, sein Bild von mir anzukratzen. Natürlich gibt es Dinge, die in die ich nur in vertrauteren Verhältnissen offenlegen würde, aber das ist glaube ich eher wieder ein Prinzipiending. Da wo es mir emotional wirklich schwerfällt, macht es für mich kaum einen Unterschied, ob das der vertrauteste Mensch meines Lebens ist oder jemand, den ich gerade kennengelernt habe und für diese Stufe der Offenheit sympathisch und vertrauenserweckend genug halte. Entweder fällt es mir in beiden Fällen ähnlich schwer oder eben wenig bis gar nicht.
 

Benutzer162572 

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Was versteht ihr unter dem Begriff "sich einer anderen Person öffnen"? Welchen Personen öffnet ihr euch und wie schnell? Was genau fällt für euch unter "sich öffnen"?
Für mich ist "sich anderen öffnen", dass eine Person einer anderen einen tiefen Einblick in seine Denkweise, Gefühle und somit quasi seiner eigenen Realität / Weltanschauung gewährt.

Darunter fällt für mich zum Beispiel mit jemandem ungestört zu zweit über meine Sorgen und Gefühle zu sprechen. Und zwar ohne eventuelle Witze oder pseudo - lustige Bemerkungen, die nur überspielen. Nackte Ehrlichkeit, auch wenn es unangenehm ist. Tut im Nachhinein eh immer sehr wohl.

Hat "sich öffnen" für euch auch etwas mit Ehrlichkeit zu tun?
JA! Habe ich ja (unabsichtlich :grin:) schon erwähnt. Ich finde, man kann sich jemandem nur dann vollständig öffnen, wenn man aus ganzem Herzen ehrlich ist. Nur dann ist ja der Sinn meiner Sichtweise des "sich öffnens" erfüllt. Wenn ich der anderen Person dann nur die halbe Wahrheit erzähle, kann ichs mir auch sparen.
[doublepost=1512587601,1512587445][/doublepost]
Ich habe schon einen sehr grossen Schuss Amerika abbekommen, und das macht einen einfach so.
Das finde ich jetzt spannend! Mal ausgehend von meiner Sicht des "sich öffnens" und meinen Erfahrungen in Amerika:

Inwiefern? Ich habe Amerikaner eher so erlebt, dass sie meist zu fast jedem zwar oberflächlich total lieb, offen, und freundlich sind, aber niemanden so richtig an sich heran lassen.

Ok, Edit:
Habe nochmal nachgedacht, und ich glaube du hast recht. Meiner Meinung nach sind Amerikaner zwar nicht so richtig offen, aber auf jeden Fall schon mal ein gutes Stück mehr als wir hier. Würde ich hier auf der Straße jemanden nach seiner politischen Meinung o.ä. fragen, gäbe es sicher wenige die dann spontan darauf antworten würden. In Amerika geht's dann quasi direkt los mit "Hm, I feel like...".
 

Benutzer135188 

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Vielen Dank für die interessanten Antworten! Tatsächlich finde ich mich auch in vielen Definitionen wieder. Zum Beispiel, dass es vom Person zu Person extrem unterschiedlich ist: Einige "öffnen" sich schon nach einem kurzen Gespräch, andere brauchen dafür länger Zeit. Bei mir muss neben der Sympathie gegenüber der anderen Person, v.a. auch Zeit gegeben sein. Ich brauche eben Zeit, um andere Personen einschätzen zu können. Das ist bei mir aber wahrscheinlich auch so ein Persönlichkeitsding: Ich bin, wenn es um Gespräche in größeren Gruppen geht auch eher zurückhaltend und will nicht allzu viel von mir preisgeben. In kleineren Runden (mit den entsprechenden Personen) ist das natürlich was anderes.

Schwierigkeiten habe ich eben auch, weil es Dinge gibt, die ich, würde ich mich "öffnen", erzähle, z.T. noch nicht (ganz) verarbeitet habe. Diese Sachen liegen einfach noch in viel zu junger Vergangenheit und beschäftigen mich noch heute. Das heißt natürlich nicht, dass mir das überhaupt nicht möglich ist, aber es braucht dafür eben mMn eine gewisse Vertrauensbasis.
 

Benutzer102673 

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Witzigerweise stelle ich manchmal fest, dass ich mich eher "Fremden" gegenüber manchmal deutlich offener über meine eigene Gefühlswelt artikulieren kann als vertrauten Personen.
Das liegt wohl an meinem Vertrauensproblem - Fremde kennen vielleicht Beteiligte nicht und können nicht ins Geschehen eingreifen. Und ganz wichtig: Können mich nicht verletzen.
 
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