Shell - Jugendstudie 2015: Was die Jugend heute bewegt

Benutzer90972 

Team-Alumni
Heute wurde in Berlin die aktuelle Shell - Jugendstudie vorgestellt. Sie wird seit 1953 alle drei bis fünf Jahre durchgeführt und wird immer wieder als Beleg herangezogen, wenn es um die Frage geht wie die deutsche Jugend heute "tickt". Ihre Lebenssituation, ihre Einstellungen und Orientierungen sind das zentrale Thema des standardisierten Fragebogens, den von Januar bis März diesen Jahres über 2.500 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren aus dem allen deutschen Bundesländern ausgefüllt haben.

Shell finanziert die Studie seit mehr als 60 Jahren um „[...] mit seinem Engagement für die Jugendforschung seine Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“ zu signalisieren. (dt. Geschäftsführer der Shell Holding GmbH, Dr. Blauwhoff)

Die junge Generation befindet sich im Aufbruch. Marken - oder Produktboykott, Demonstrationen und Petitionen (alles erleichtert durch den Zugang zum Internet) sind für einige Jugendliche heute fester Bestandteil des Alltages. Die aktuellen Entwicklungen (Ukraine-Konflikt, Syrien-Krieg) führen auch dazu, dass immer mehr junge Leute ihr Interesse an Politik entdecken. Die Sorge um Ausländerfeindlichkeit un Terror hat zugenommen, die Offenheit für Zuwanderer aber auch. 82 Prozent der Jugendlichen ist es wichtig, „die Vielfalt der Menschen anzuerkennen und zu respektieren“. (Zitat Shell-Studie) So sinkt die Zahl der Jugendlichen, die angeben ein Problem mit Homosexuellen zu haben weiterhin auf "nur noch" 12 Prozent (2010:15).

Ein Auszug der Ergebnisse:
  • 61 Prozent der Jugendlichen blicken optimistisch in die Zukunft. .Leider zeichnet sich in diesem Punkt die Spaltung zwischen Jugendlichen aus der Oberschicht und denen aus "sozial benachteiligten Schichten" (SZ) deutlich ab
  • 75 Prozent erwarten, dass sie ihre Berufswünsche verwirklichen können.
  • 90 Prozent wollen einen Job, bei dem auch Zeit für eine Familie und Kinder bleibt. 75 Prozent möchten in Teilzeit arbeiten, wenn sie selbst Kinder haben.
  • 64 Prozent wünschen sich Kinder (2010: 69 Prozent). Der Kinderwunsch ist bei den männlichen Jugendlicher stärker zurückgegangen als bei den weiblichen.
  • Fast drei Viertel würden ihre Kinder so erziehen, wie sie selbst erzogen wurden. Dieser Wert nimmt seit 2002 stetig zu.
  • Freunde, Partner und Familie stehen bei den Jugendlichen an erster Stelle: 85 Prozent finden es besonders wichtig einen Partner zu haben, dem sie vertrauen können. (Freunde: 89 Prozent, Familie 72)
  • 99 Prozent der Jugendlichen haben Zugang zum Internet und sind durchschnittlich 18,4 Stunden pro Woche online. (2006: <10 Stunden). Das mobile Internet ist für die Jugendlichen unverzichtbar.
  • zwischen online und offline Aktivitäten wird kaum noch unterschieden
  • Der Großteil gibt an, vorsichtig mit seinen Daten in den bekannten Netzwerken umzugehen. 83 Prozent der Jugendlichen sind bei Facebook registriert. Von den verbliebenen 17 Prozent soll der Großteil unter 14 Jahren und damit "einfach noch nicht dabei" sein.
  • Fast zwei Drittel geben an, dass es ihnen (deutlich oder zum Teil) Spaß macht, im Internet Kontakte zu knüpfen.
Überraschen euch die Ergebnisse? Bestätigen sie den Eindruck, den ihr von den jetzigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 habt?
Was sagen die, deren Einstellungen und Orientierungen die Studie präsentieren soll? Trifft sie eure Lebenssituation?
Findet ihr den Ausdruck "Generation im Aufbruch" gerechtfertigt?


Wer sich genauer zu den Ergebnissen in den anderen Teilbereichen informieren möchte, kann das mit Hilfe der folgenden Links tun:

Quellen und Links zum Weiterlesen:
17. Shell Jugendstudie: eine Generation im Aufbruch (13.10.2015)
Presseportal: 17. Shell Jugendstudie
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Gar nicht mehr so unpolitisch (13.10.2015)
Süddeutsche Zeitung: Das Smatphone ist das halbe Leben (13.10.2015)
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Ein wichtiges Ergebnis wurde leider oben unterschlagen: Sozial abgehängte Jugendliche unterscheiden sich bei den Antworten z. B. zum Zukunftsoptimismus deutlich von Jugendlichen der Mittel- und Oberschicht. Der Artikel der Süddeutschen geht darauf immerhin ein.

Das Ergebnis könnte somit auch lauten: Je priviligierter ich aufwachse, desto mehr Chancen sehe ich in der Zukunft. So trivial wie wahr.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Off-Topic:
Ein wichtiges Ergebnis wurde leider oben unterschlagen: .

Kritik angekommen und aufgenommen. :smile:
Natürlich hast du recht. Das ist (leider mal wieder) ein wesentliches Ergebnis und bei mir durch die Fokussierung auf unsere Haupt - Thematiken hier (Liebe, Familie, Partnerschaft, Internet) unter den Tisch gefallen. Ich habe es oben ergänzt. Danke für den Hinweis!
 

Benutzer18636  (37)

Verbringt hier viel Zeit
Der Großteil gibt an, vorsichtig mit seinen Daten in den bekannten Netzwerken umzugehen. 83 Prozent der Jugendlichen sind bei Facebook registriert.

irgendwie ist das für mich ein wiederspruch
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren