Sexuelle Bildung

Benutzer159927  (30)

Ist noch neu hier
Hi,
da ich neu im Forum bin, möchte ich mich erstmal vorstellen.
Ich bin Eugene, bald 26 Jahre alt und habe, aus aktuellem Anlass, eine Frage, bzw. würde gerne Meinungen zu einem Vorfall hören.

Wie ihr wohl alle wisst, wird man als Kind, früher oder später, durch Schule und/oder Eltern, aufgeklärt.
Für mich war das selbstverständlich, dass man in der Schule recht früh lernte, wie es um Verhütung, das Gefühl der Liebe, Schwangerschaft etc. steht. Vom Gymnasium bis zur Sonderschule.


Daher kam auch meine, zugegeben übereifrige, Annahme, dass ziemlich jeder Mensch bescheid weiß, wie man sich vor Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften schützt. Wenn das Wort ziemlich nicht wäre.


Ein "Bekannter" ( damals guter Freund, nun sieht man sich sporadisch ) kam mir dann letztens mit einer Geschichte, bei der ich fast aus allen Wolken gefallen wär.
Er erzählte, dass seine Freundin behauptet, Schwanger zu sein ( mit seiner Ex hat er schon 2 "ungewollte" Kinder, also durch Verhütungsfehler ). Er regte sich tierisch auf, weil er der festen Überzeugung ist, dass es nicht sein kann und Sie ihn betrügen müsse. Er wolle sich kein "Kuckuckskind" (schreckliches Wort) unterschieben lassen.

Bis hierher vielleicht verständlich, solange man nicht weiß, wie die ersten 2 Kinder zur Welt kamen.
Seine "Verhütungsmethode" war damals, vor der Ejakulation "rauszuziehen" und wo Anders hinzuspritzen. Dass die Methode keinen Erfolg verspricht, war so ziemlich das erste, was ich damals in der Sexualkunde lernte.

Nachdem er sich also 5 Minuten über die "schamlose Behauptung" seiner Freundin echauffiert hatte, erzählte er mir völlig selbstsicher, warum das Kind nicht von ihm sein könne.
Er nutze einer der natürlichsten Verhütungsmethoden des Mannes und das wäre, die Hoden immer warm zu halten, da so die Spermienanzahl abnehmen und die einzelnen Spermien zudem "unbeweglicher" wären, sodass eine Schwangerschaft ausgeschloßen ist. Es wäre also auch nicht nötig, vor der Ejakulation "rauszuziehen".



Da war ich erstmal baff.
Für mich war glasklar, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die Freundin schwanger ist und dass das Kind von ihm ist.
Für ihn war es völlig unverständlich.


Da sich solche Fälle auch durchaus häufen, wie man es im Internet und durch solche Geschichten mitbekommt, stellt sich mir die Frage, wie es in einem so fortschrittlichen Land zu so furchtbaren Bildungsunterschieden kommen kann, zumal Sex kein kompliziertes, aber Aufklärung eben ein sehr wichtiges Thema ist.
Ich war immer im Glauben, dass jeder weiß, wie er sich vor Krankheiten zu schützen hat ( und dennoch vögeln einige scheinbar gewissenlos mit Jeder/Jedem dahergelaufenen ohne Gummi ), ebenso vor ungewollten Schwangerschaften, aber ich wurde eben auf recht beeindruckende Weise eines Besseren belehrt.

Was sagt ihr dazu? Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr mal ähnliches erlebt/gehört/mitbekommen? Wie sind eure Erfahrungen?

Würde mich wirklich brennend interessieren.

MFG
Eugene
 

Benutzer63857  (57)

Sehr bekannt hier
Was soll man dazu sagen? Für mich ist es auch immer wieder unbegreiflich wie wenig die Leute über Verhütung wissen bzw. überhaupt über Sexualität. Da brauchst du nur alleine hier auf PL zu schauen und du schlägst die Hände über deinem Kopf zusammen über soviel Unwissenheit und vor allem Naivität. Ich denke mal, dass die Leute heute in der Schule zu viel dem Unterricht fernbleiben oder sich im Unterricht eher mit dem beschäftigen was auf dem Bildschirm ihres Smartphone zu sehen ist. Allerdings gibts hier auch Beiträge zu dem Thema von Leuten die so alt sind, dass sie es eigentlich wirklich wissen müssten. Naja es scheint halt alles wichtiger zu sein nur nicht das was wirklich fürs reale Leben wichtig ist.
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Habe sowas noch nie gehört. Kann mir auch nicht vorstellen, dass sowas die Regel ist. Andererseits gibt es hier ja mit steter Regelmäßigkeit die typischen Pille + Antibiotikum-Threads...

Der Aufklärungsunterricht in der Schule ist oft genug sehr abstrakt und nicht sehr wirklichkeitsnah. Aber jede Antwort ist eigentlich nur wenige Mausklicks entfernt, wenn man sie wirklich wissen will.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Ich arbeite seit Jahren in einem Aufklärungsprojekt und bekomme auch hautnah in den Schulen mit, was da im Bereich der Sexualaufklärung läuft.
Ich habe inzwischen so einige (wirklich abstruse) Fragen von Jugendlichen und Erwachsenen (und Lehrkräften!) gehört. Vieles zeugt von Un-/Halbwissen und Unsicherheit. Sex ist, mit allem was dazu gehört, in so machen Bereichen eben immer noch ein Tabu. Einiges lässt mit einer kurzen Erklärung aus der Welt schaffen. In anderen Fällen reicht man dem Gegenüber (mit der Beantwortung der Frage) mit Freude einen großen Stapel mit Info-Broschüren und der dringenden Bitte da mal reinzuschauen.

In einigen Schulen wird wirklich ganz tolle Arbeit geleistet. Sowohl durch die engagierten Lehrkräfte, die das Thema sehr ernst nehmen, als auch durch Träger, die in die Schulen gehen und mit den Klassen arbeiten.
Natürlich gibt es noch die Lehrer aus dem vorherigen Jahrhundert, die froh sind, wenn sie die Thematik umschiffen können, weil es ihnen selbst hoch peinlich ist. Es gibt aber auch viele Lehrkräfte und Sozialarbeiter an den Schulen, die in diesem Bereich wirklich einen tollen Job machen.
Problematisch ist in mehreren Bereichen hier der Faktor Zeit: Oft wird durch das Thema gerauscht, es fehlt Zeit (und in einigen Fällen sicher auch die Motivation) sich richtig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Viele Lehrkräfte sind auch nicht auf dem aktuellen Stand was Verhütungsmittel oder STIs/HIV angeht. Auch Träger, die Aufklärungsarbeit anbieten, können oft nur mit Ehrenamtlichen arbeiten und sind daher nicht immer so flexibel, wie es manchmal nötig wäre. In so manchem ländlichen Raum fehlen solche Träger und Projekte auch leider völlig. Umso wichtiger ist es, immer wieder auf Informationsmöglichkeiten zu verweisen ( oder bei Planet-Liebe nachzufragen :zwinker: ).

Es gibt viele große Baustellen und Lücken in der institutionellen Sexualaufklärung. An vielen Stellen wird aber eifrig gearbeitet.

Das von dir genannte Beispiel halte ich aber dennoch für einen Extremfall. Ich frage mich auch, wie er das Warmhalten umsetzt: Mit Wärmepflastern? Eierwärmern? :grin: . Eigentlich ist es überhaupt nicht lustig, sondern viel mehr traurig und erschreckend, wenn es wirklich eine Frau gibt, die sich auf diese märchenhafte "Verhütung" (die natürlich keine Verhütung ist!) einlässt und er sich am Ende auch noch über einen positiven Test wundert.
 

Benutzer136171  (32)

Verbringt hier viel Zeit
Also erst mal ist es wirklich erschreckend wie wenig dein kumpel weiß.

Heut zu tage kann man alles im Internet nach lesen . Du solltest ihm mal diese seite empfehlen.
Aber ihr habt recht , wenn ich ehrlich bin kann ich mich an meinen sexualkunde unterricht kaum noch erinnern. Es sollte für Lehrer in diesem Bereich eine weiterbildung geben.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Es sollte für Lehrer in diesem Bereich eine weiterbildung geben.

Solche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es durchaus. Problematisch ist aber auch hier wieder der Faktor Zeit. Viele Lehrkräfte sind überlastet, da kann ich auch verstehen, dass Motivation abends noch zu einer Fortbildung zu gehen, eher gering ausgeprägt ist. Von Seiten der Schulleitung ist es auch nicht immer ganz unproblematisch einen Kollegen für eine Fortbildung einen oder mehrere Tage freizustellen und auszuplanen. Da hängt ja auch immer der Stundenplan der ganzen Schule dran.
Solche Dinge werden im Kollegium auch gerne untereinander geschoben: "Ach, lass das mal den Dieter machen. Der ist ja Bio-Lehrer." - "Aber das macht bei uns doch jetzt der Ethik/LER- Bereich." "Ne, die Sozialarbeiter sind da zuständig." - und im Endeffekt geht niemand oder nur ein motivierter Kollege hin.
Selbst schon von beiden Seiten und an verschiedenen Schulen erlebt. :zwinker:
Die Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte sind durchaus vielfältig. Da fällt die Wahl (auch von Seiten der Schulleitung) nicht immer auf Sexualkunde.
Das noch als Schwenk aus der Praxis. :ninja:
 

Benutzer136171  (32)

Verbringt hier viel Zeit
Solche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es durchaus. Problematisch ist aber auch hier wieder der Faktor Zeit. Viele Lehrkräfte sind überlastet, da kann ich auch verstehen, dass Motivation abends noch zu einer Fortbildung zu gehen eher gering ausgeprägt ist. Von Seiten der Schulleitung ist es auch nicht immer ganz unproblematisch einen Kollegen für eine Fortbildung einen oder mehrere Tage freizustellen und auszuplanen. Da hängt ja auch immer der Stundenplan der ganzen Schule dran.
Solche Dinge werden im Kollegium auch gerne untereinander geschoben: "Ach, lass das mal den Dieter machen. Der ist ja Bio-Lehrer." - "Aber das macht bei uns doch jetzt der Ehtik/LER- Bereich." "Ne, die Sozialarbeiter sind da zuständig." - und im Endeffekt geht niemand oder nur ein motivierter Kollege hin.
Selbst schon von beiden Seiten und an verschiedenen Schulen erlebt. :zwinker:
Die Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte sind durchaus vielfältig. Da fällt die Wahl (auch von Seiten der Schulleitung) nicht immer auf Sexualkunde.
Das noch als Schwenk aus der Praxis. :ninja:
Ja das kann ich mir vorstellen. Tja das ist sehr schade. Es sollte gesetzlich vorgeschrieben sein , und allgemein besser geregelt werden.
 

Benutzer135422  (42)

Benutzer gesperrt
In unserem Sexualkundeunterricht, den wir so wohl gar nicht extra als Unterrichtstsunde hatten, sondern irgendwo eingebunden wurde kann ich mich gut erinnern.
Wir hatten so eine Art Strichmännchen und sollten die Geschlechtsteile von Mann und Frau benennen. Was man für Krankheiten haben könnte zb an der Eichel, wie man sie reinigt oder wie man Kondome überzog hatte man uns nicht erzählt.
Aufklärungsgespräch mit den Eltern gab es auch nicht. Man musste sich alles selbst beibringen, ohne Internet.
Irgendwann wusste man, das es Kondome gab und wie man sie nutzte und warum. Dann hätte man sich solche Geschichten ersparen können, wie es deinem Kumpel passiert ist, wenn man keine Kinder will.
Gerade in der heutigen Zeit sollte man relativ einfach sein Wissen erweitern können ohne Sexualkunde und ohne seine Eltern oder Freunde fragen zu müssen.
 

Benutzer159029  (29)

Öfters im Forum
Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie dein Kumpel in diesem Alter noch so unwissend sein kann. Klar lernt man nicht alles in der Schule, aber die wichtigsten Themen werden schon durchgenommen und so gut wie jeder in meinen Klassen damals wusste, was es mit Pille und Kondom auf sich hat. Ich denke also auch, dass es sich da viell. um einen extremen Sonderfall handelt. Ab und an liest man sicher abstruse Geschichten, oder hört davon, aber die Regel ist das meines Erachtens nach jedenfalls nicht.
 

Benutzer112508 

Verbringt hier viel Zeit
Unsere Schulen sind sowieso totale Katastrophen, nach der 10ten Klasse wissen die meisten noch nichtmal wofür man Steuern zahlt oder eben richtig verhütet.
Dass man dem Bankkaufmann oder dem Versicherungsmakler nicht unbedingt alles glauben sollte, lernt man erst recht nicht. Kein Wunder dass es bei der Verhütung nicht anders aussieht.
Bei uns gab es sogar Aufklärungsunterricht von ProFamilia, war eigentlich ganz gut, aber auch ausbaufähig. Es wurde z.B. nicht auf die Kondomgröße (mein Lieblingsthema) eingegangen, es wurde einfach gesagt, es gibt auch größere, aber der Standart passt eigentlich allen.

Es sollte generell sowas wie Gesundheitslehre geben, im Sportunterricht kann man auch sinnvollere Sachen machen als immer nur zu spielen.
(Könnte mich jetzt noch Seitenweise aufregen)
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
na dumme menschen gibts nun mal,war leider schon immer so und es wird auch immer so sein.natürlich gibts sowas in meinem umfeld nicht,denn zu solchen individuen vermeide ich kontakt.ich finde es nämlich auch deshalb abstoßend,weil sich solche leute sich keinen deut um andere (in dem fall das mögliche kind und dessen zukunft) scheren.
 

Benutzer114657  (24)

Meistens hier zu finden
Mein Sexualunterricht in der Schule war kaum erwähnenswert... Das Einzige, was wir da gemacht haben war: einem Holzpenis ein Kondom übergezogen und einen Film über eine Geburt gesehen.
Ich hab mich eigentlich selbst aufgeklärt (hauptsächlich Internet). Aber es gibt auch viele in meinem Alter, da Frage ich mich: What the....??

Letztens erzählte mir eine Freundin total überrascht: Sassi! wusstest du das man Aids auch über Sex bekommen kann?? :whoot:

Ich habe innerlich geweint über dieses Unwissen...
 

Benutzer159029  (29)

Öfters im Forum
Mein Sexualunterricht in der Schule war kaum erwähnenswert... Das Einzige, was wir da gemacht haben war: einem Holzpenis ein Kondom übergezogen und einen Film über eine Geburt gesehen.
Ich hab mich eigentlich selbst aufgeklärt (hauptsächlich Internet). Aber es gibt auch viele in meinem Alter, da Frage ich mich: What the....??

Letztens erzählte mir eine Freundin total überrascht: Sassi! wusstest du das man Aids auch über Sex bekommen kann?? :whoot:

Ich habe innerlich geweint über dieses Unwissen...

Ohne nun die Statistik zu kennen, wäre ich doch der Meinung, dass sexuelle Handlungen am ehesten zu Aids führen.
 

Benutzer154388  (24)

Ist noch neu hier
Also, ich hab wenn es um das Thema Aufklärung geht, verdammt Glück gehabt. Das brühmte "Gespräch mit meinen Eltern wo denn die Baby's herkommen" hatte ich schon bevor ich in die Grundschule kam, sogar ist das jetzt schon so lange her, dass ich mich nicht mal dran erinnern kann, dass dieses Gespräch stattgefunden hat, die Inhalte sind aber definitiv kleben geblieben.
Die Sexualkunde die man dann in der Grundschule hat, war einfach der selbe Kram noch mal (Den Penis steckt man in die Vagina und da kommt dann nach 9 Monaten ein Baby raus.).

Auf der Mittelstufe hatte ich dafür echt Glück. Coole, aufgeschlossene Bioreferendarin, die uns mit einer wahnsinnig Motivation wirklich ALLES beigebracht hat, was gefragt wurde. Ich erinner ich mich noch ziemlich gut an eine extrem grafische Powerpoint-Präsentation mit Bildern der verschiedensten Geschlechtskrankheiten. Schocktherapie, aber hat gewirkt.

Den Beweis, dass das nicht bei allen so rund läuft, hab ich sogar in der Familie. Meine Cousine hat jetzt vor einem Monaten ihr erstes Kind bekommen, ungeplant mit 20 dank Verhütung mit der Rauszieh-Methode. Zwischen ihr und ihrem Freund läuft es Gott sei Dank bestens, und auch meiner kleinen Nichte fehlt es an nichts. Dass das bei ungeplanten Schwangerschaften nicht die Regel ist, muss ich wohl niemandem erklären.

Was mich an der Situation deines Kumpels jetzt am meisten stört, ist dass das Kind darunter leiden muss, das Papa zu dumm zum Verhüten war.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Off-Topic:
Ohne nun die Statistik zu kennen, wäre ich doch der Meinung, dass sexuelle Handlungen am ehesten zu Aids führen.

Ich kenne die Statistiken dazu. :zwinker:
Der Infektionsweg von HIV (nach der Infektion ist es nicht automatisch Aids!) ist abhängig von der Region.
In West- und Mitteleuropa wird HIV heute meistens durch ungeschützten Sex (meist - aber nicht nur - zwischen Männern, die Sex mit Männern haben) übertragen. Über den gemeinsamen Drogenkonsum (gleiche Spritze, etc), kommt es hier zu der zweiten Gruppe an Neuinfektionen.
In Osteuropa und anderen Teilen der Welt sind intravenöse Drogengebraucher die Hochrisikio-Gruppe.
In Regionen südlich der Sahara ist die Übertragung von der Mutter auf das Kind (bei der Geburt, aber vor allem beim Stillen), der häufigste Übertragungsweg.

Zu Übertragungswegen und Schutzmöglichkeiten kann man auch in diesem Thread den (fast) aktuellen Stand nachlesen. Da muss ich in den nächsten Wochen nur unbedingt den neusten Stand der Medikamente ergänzen.
 

Benutzer159670  (36)

Verbringt hier viel Zeit
na dumme menschen gibts nun mal,
Es ist doch auch von denen jeder nur so dumm (oder andere so schlau) wie er eben erzogen wird.
Wenn man nichts von Präejakulat weiß, Worte wie "Pearl Index" nicht kennt und nur Sexualpartner hatte, die ähnlich schlecht informiert waren, dann kommt man ja gar nicht an den Punkt, an dem man versteht, dass man sich informieren müsste. Und dann mus man ja auch noch die Möglichkeiten dazu kennen.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Ja, in dem Bereich gibt es viel Unwissen, auch ohne, dass es Extrembeispiele braucht. Ich habe da nur harmlose Beispiele.

Für mich reichen schon die regelmäßigen "Anfangs nutzt man Kondome, aber wenn man sich besser kennt, kann man die weglassen!"-Aussagen, die im Freundeskreis auftauchen - als ob sexuell übertragbare Krankheiten davon abhängen, "wie gut man sich kennt".

Dann natürlich die Grundidee, dass jede Frau die Pille nimmt. Immer und ohne Ausnahme. Ein alter Unikollege von mir sagte zum Thema "Kind anhängen" mal so salopp "Haha, einfach mal die Pille weglassen!" Ich meinte beiläufig "Ich nehm die erst gar nicht" woraufhin er dann völlig entgeistert ausrief: "WAS? Wie verhütet ihr denn dann? Dein armer Freund!"

Ein Freund von meinem Freund entdecke auch mal auf dem Handy einer Freundin von mir die NFP-App, woraufhin sie so beiläufig meinte: "Ja, die hat die Hexe13 auch" Und der Freund rief völlig entgeistert aus: "Was? Weiß der M. davon? Die ist doch bald schwanger!" und ähnliche Aussagen - wo ich mich dann ehrlich gefragt habe, wie er auf die Idee kommt, dass nur einer von uns beiden weiß, wie wir verhüten. :zwinker:

Schlimmere Dinge habe ich zum Glück im Freundeskreis noch nicht erlebt, obwohl ich mich auch immer komisch fühle, wenn im Umfeld mal das Thema Verhütung aufkommt und die meisten Leute keine Methoden kennen, die Nebenwirkungen und Sicherheiten bestimmter Methoden nicht kennen, aber dauernd von "Tropi"-Kindern und geplatzten Kondomen reden. Dann kommt es aber auch komisch, in eine solche Runde reinzufragen: "Habt ihr mal den Penis vermessen und geschaut, welche Kondomgröße ihr braucht?" oder: "Hast du mal überlegt, die Pille abzusetzen und zu gucken, ob du dann wieder mehr Lust auf Sex hast?" - das wirkt immer so übergriffig. :zwinker:

Aber gut, was will man erwarten. Mein Sexualkundeunterricht bestand aus dem Anmalen von Sexualorganen(ich habe eine 1 bekommen!) und Erklärungen über Zellteilungen und Geburten. Dazu bekamen wir alle ein Infoheft von o.b. über die Menstruation.

Später gab es eine Aidsberatung von Externen, die echt gut war. Über HIV und andere Krankheiten weiß ich seitdem genug. Und wir haben gezeigt bekommen, wie man mit Kondomen umgeht, was wirklich hilfreich war.

Über alles andere musste ich mich selbst informieren. Zum Glück war ich Spätzünder, sodass ich kein Problem hatte, alles anzusprechen, als es so weit war. Wer mit 14 Sex hat, hat naturgemäß häufig Probleme, solche delikaten Themen anzusprechen. Eine Freundin von mir konnte in dem Alter Sex haben, aber nur hysterisch kichern, wenn es um das Thema ging. Das ist natürlich nicht so sonderlich clever, wenn mal was passiert oder man eine Panne hat, die man einordnen können muss.
 
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