Sexualkundeunterricht in der Schule

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Angestoßen durch die Meinung eines Users in einem anderen Thread, der Sexualkundeunterricht in der Schule kategorisch ablehnt, möchte ich mit diesem Thread das Thema etwas vertiefen.

Mich interessiert, was ihr von Sexualkundeunterricht in der Schule generell haltet, wie ihr euren eigenen erlebt habt und wie ein guter Sexualkundeunterricht nach Eurer Meinung aussehen sollte (Ziele, Inhalte, Methoden, in welchem Alter etc.)


Bist Du der Meinung, dass Sexualkundeunterricht wichtig ist oder sollte man ihn generell abschaffen? (bitte kurze Begründung)


Wie sah dein Sexualkundeunterricht aus? In welcher Klassenstufe hat er stattgefunden? Welche Themen wurden behandelt? Wie ist er in der Klasse angekommen (Interesse? Belustigung? Scham?). Positive und negative Erlebnisse?


Wie sollte nach deiner Auffassung ein optimaler Sexualkundeunterricht aussehen? ....vorausgesetzt natürlich, dass du diesen Unterricht nicht generell ablehnst.
Welche Ziele sollte er haben?
Welche Inhalte sollten besprochen werden?
Welche Methoden sollten eingesetzt werden?

Siehst Du generelle Gefahren in der Durchführung von Sexualkundeunterricht?
 

Benutzer99782 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich halte Sexualkunde für sinnvoll,ich hatte den 2x. Einmal in der 4. was eher belustigend und etwas schämend war und nocheinmal in der 8./9. (keine ahnung grad) der war gut. Das erste mal war recht bescheuert und ich würde es für diese Altersgruppe nicht machen. Das 2. mal war viel besser und auch informativer. Wir hatten Themen wie Verhütung,Pubertät etc durchgenommen,war alles richtig gut auch ohne Scham und so :tongue: Ich finde das mit 13/14 begonnen werden kann sowas zu vermitteln. Ich sehe keine Gefahren,sondern vielmehr den gegenteiligen Effekt,man erfährt wie wichtig Verhütung ist. Naja als Methode haben wir ma uns ein Kondom etwas genauer angeschaut,woraus es besteht,wieviel es aushält und so. War sehr interessant. Ich finde der Gesichtspunkt Verhütung sollte die größte Rolle spielen,da ohne Kenntnisse drüber viel Schlimmes passiert.
 

Benutzer42813 

Beiträge füllen Bücher
Natürlich muss es in der Schule behandelt werden - und je früher, desto besser. Wenn Mädchen mit 10 ihre Tage kriegen und Brüste haben, dann ist 14 zu spät. Bei einem Mädchen, bei dem von den Eltern nicht viel Unterstützung kommt und das einen Freund hat ("der einzige, der zu ihr hält und der sie wirklcih liebt") - und der will Sex mit ihr...

Dann ist es schon richtig, dass dasThema und das Risiko einer Schwangerschaft schon früh behandelt wird. Klar, solche Mädchen sind die Ausnahme - aber es gibt sie. Wo, wenn nicht in der Schule, soll Aufklärung dann stattfinden?

Leute, die dagegen sind, kommen meiner Ansicht nach meist aus einer fundamentalistischen Ecke, christlich oder muslimisch, beides schon erlebt. Mädchen beschützen. Nie über Sex reden. Ein gutes Mädchen macht so was nicht. Wenn man nicht darüber redet, passiert so was auch nie. Es geht ja um die Familienehre und darum, sich für den Ehemann aufzuheben.

Was ich davon halte, schreibe ich hier nicht, das wäre nicht mehr politisch korrekt.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Bei uns gab es einen Zusatzkurs, den man freiwillig belegen konnte, der aber etwas Geld gekostet hat (wurde von Experten abgehalten, nicht vom Bio-Lehrer). Mädchen und Jungs wurden dabei getrennt unterrichtet. Meine Eltern haben es nicht für nötig gehalten mich dort hinzuschicken. Daher keine Ahnung, was dort gesagt wurde.

Ich hab in der Schule zusätzlich normalen Sexualkunde-Unterricht gehabt. Blöd fand ich es, dass wir einen Lehrer hatten, der Abtreibung abgelehnt hat und uns dementsprechende Dokumentationen gezeigt hat. Aber vermutlich ist das nicht anders zu erwarten gewesen von einer konservativen Schule. Eltern haben sich trotzdem beschwert.

Wir haben in der Schule hauptsächlich über Aids geredet und über die Befruchtung. Themen, die mir gefehlt haben, waren eindeutig: Verhütung und sexuelle Lust sowie weibliche Befriedigung. Das kam im regulären Unterricht eigentlich nicht vor. Verhütung haben wir mal durchgemacht mit einer Biologie-Studentin, die uns ein Kondom über eine Banane ziehen lassen hat, als sie eine Stunde selbst gestalten durfte. Danach nie wieder :zwinker:

Also: Ich gebe für diesen Unterricht eine klare 5. Zum Glück sind meine Eltern immer sehr offen gewesen und es hat mir nicht an Aufklärung gefehlt. Viele Dinge habe ich dennoch erst spät selbst durch Eigenrecherche herausgefunden. Und richtig aufgetaut bin ich erst ganz spät, sodass ich mich heute offen und frei über Sex und so weiter austauschen kann.

Ich finde Sexualkunde wichtig, würde das vllt "projektmäßig" aufziehen und auch die Geschlechter dabei trennen, weil dann vllt Hemmschwellen bei Fragen und Unsicherheiten genommen werden. Es sollte mehr über den weiblichen Zyklus geredet werden, über erogene Zonen, über die weibliche Befriedigung (die ja zum Befruchten schließlich nicht notwendig ist und daher gern weggelassen wird) und über unterschiedliche Verhütungsmethoden. Sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen. Geht schließlich beide was an.
 
C

Benutzer

Gast
Das kommt meiner Meinung nach sehr auf den Staat drauf an. Wenn der Staat Interesse an einer gewissen sexuellen Gesundheit hat, ist es unerlässlich eine gut durchgeführte, sexuelle Aufklärung anzubieten.

Und ich gehe sogar soweit, dass dies in keinster Weise auf die Schule beschränkt bleiben darf. Jegliche Prävention, Information usw. welche vom Staat finanziert und unterstützt wird zur Thematik sollte unter die Thematik der sexuellen Aufklärung fallen. Wie zum Beispiel die HIV Prävention, Gebrauch von Kondomen etc.

Diese Sexualkunde sollte meiner Meinung nach, so wertfrei gestaltet werden wie möglich. Es soll keine Ausrichtung als richtig oder falsch bezeichnet werden, dann dadurch entfällt das Argument, man könne den Personen dies nicht aufzwingen, bis zu zu einem gewissen Grad. Es sollen also vor allem Phänomene erötert und diskutiert werden und nicht verurteilt, pathologisiert oder glorifiziert werden.

Dabei soll der Sexualkundeunterricht in der Schule sich nicht nur mit den biologischen Prozessen von der Sexualität befassen, ich bin sogar der Meinung, dass den sozialen Aspekten, eine viel grössere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.
Ganz wichtig ist auch, dass dieser Unterricht befreit von der Heteronormativität ist. Es soll und darf nicht davon ausgegangen werden, dass die gegengeschlechtliche Vereinigung die richtige ist und die anderen Abweichungen. Dies lässt sich nur durch ein Reproduktionsverhalten untermauern, aber dies ist bei den meisten sexuellen Aktivitäten bewusst ausgeschaltet und deswegen als Argument zu missachten. Es soll aber dabei diese Reproduktion nicht vergessen werden, die ist genauso wichtig.

Es gäbe noch eine vielzahl weiterer Vorschläge und dafür könnte ich Stunden aufwänden um hier zu schreiben und mir fehlt einfach die Lust dazu. Ich habe im Rahmen der Schulreform hier in der Umgebung versucht Informationen zu kriegen, wie es denn mit der Sexualität und Schule aussieht, nach dem Verweis, die betroffene Person sei im Urlaub, hab ich bisher nichts mehr gehört. Zumindest was den Lehrplan 21 anbelangt, wird es wohl sehr stiefmütterlich behandelt.

Für mich ist die sexuelle Aufklärung wichtig und der Staat hat meiner Meinung nach auch ein Interesse daran, eine aufgeklärte Gesellschaft zu haben und auch immer noch bin ich der Meinung, dass solche Foren um eine vielzahl an Beiträgen ärmer werden würden, wenn der Staat eine tiefgreifende Aufklärung über die Sexualität mit all den Facetten errichten würde, wie: Liebe, Beziehungsverhalten, Neigungen, Orientierungen, Eifersucht usw usf.

Durch eine aufgeklärte Gesellschaft kommt man zu einer gesunden Sexualität und die gesunde Sexualität führt zu einem ausgewogenerem Leben.

Das ist meine zusammengefasste Meinung zu diesen Thema.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Bist Du der Meinung, dass Sexualkundeunterricht wichtig ist oder sollte man ihn generell abschaffen? (bitte kurze Begründung)
Sexualkundeunterricht ist wichtig. Es gibt immer noch Leute die nicht von zu Hause aus aufgeklärt werden... was aber geschehen sollte, d.h. ich finde es gut dass die Schule hier Unterricht durchführt.


Wie sah dein Sexualkundeunterricht aus? In welcher Klassenstufe hat er stattgefunden? Welche Themen wurden behandelt? Wie ist er in der Klasse angekommen (Interesse? Belustigung? Scham?). Positive und negative Erlebnisse?
Wir hatten in der 5. und 6. Klasse Sexualkunde. Der Unterricht war leider grottenschlecht. Wir haben zwar gelernt wie Frau und Mann aussehen (also nackt) und wie ein Kind im Mutterleib heranwächst, aber was genau Sex ist und Verhütungsmittel etc. haben wir nicht angeschaut. Es war unseren Lehrern nämlich extrem peinlich...


Wie sollte nach deiner Auffassung ein optimaler Sexualkundeunterricht aussehen? ....vorausgesetzt natürlich, dass du diesen Unterricht nicht generell ablehnst.
Welche Ziele sollte er haben? Alle Schüler altersgerecht (d.h. es sollte mehrmals Sexualkunde durchgeführt werden) über Sexualität und Verhütungsmittel etc. aufklären.
Welche Inhalte sollten besprochen werden? Biologie Mann/Frau, insbesondere Zyklus/Periode bevor diese tatsächlich einsetzt. Dann natürlich Sex allgemein, Verhütungsmittel, Schwangerschaft, Sexuell übertragbare Krankheiten. Auch Homosexualität / Transsexualität könnte besprochen werden.
Welche Methoden sollten eingesetzt werden?Am Besten sollten speziell geschulte Sexualpädagogen den Unterricht übernehmen, damit es den Lehrern nicht peinlich ist... dann Gespräche / Fragestunden...

Siehst Du generelle Gefahren in der Durchführung von Sexualkundeunterricht? Nur falls er nicht Fach- / bzw. Sachgerecht erfolgt.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich halte Sexualkunde für notwendig, um die in manchen Elternhäusern nicht oder nur unzureichend stattfindende Aufklärung der Kinder zu kompensieren.

Ich kann mich nicht mehr genau dran erinnern, wan ich in der Schule Sexualkunde hatte und wie das ablief.
Es war auf jeden Fall irgendwann auf dem Gymnasium in der Unter- oder Mittelstufe im Rahmen des Biologieunterrichts. (Es kann auch sein, dass schon mal in der 4. Klasse ein wenig dazu gemacht wurde oder dass das Thema auf dem Gymnasium zwei mal behandelt wurde. Ein mal in der Unter- und ein mal in der Mittelstufe)
Insgesamt war die ganze Sache auf jeden Fall ziemlich unspektakulär. Man hat eben ein wenig über die anatomischen Unterschiede von Männern und Frauen, über die Funktion der entsprechenden Körperteile, usw. gelernt und auch das Thema Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten wurde kurz angesprochen. Insgesamt gab es dabei für mich keine wichtigen neuen Informationen, weshalb ich auch nicht mehr genau weiß, um was es da ging.
Beschämend war der ganze Unterricht sicherlich nicht, auch wenn es beim einen oder anderen Thema ein wenig pubertäres Gekicher gab.

Sexualkunde erst in der 8. oder gar 9. Klasse halte ich aber für reichlich spät angesichts dessen, dass es durchaus vor kommt, dass man in diesem Alter schon Sex hat - und vorher sollte doch gewährleistet sein, dass Alle wenigstens über die absoluten Basics bescheid wissen und z.B. auch wissen, wie man verhüten kann.

Mir fällt es aber schwer, zu sagen, wie ein guter Sexualkundeunterricht aussehen sollte...
Das Thema sollte eben einerseits von der anatomischen Seite her betrachtet werden und dazu sollten noch sexuell übertragbare Krankheiten, die passenden Schutzmöglichkeiten davor und das Thema Verhütung behandelt werden.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ohne Aufklärung über Schwangerschaft, die Regel, Verhütung und die Risiken von AIDS und anderen Krankheiten geht es mal gar nicht.
Ich denke auch, dass den Kindern grundsätzlich bekannt sein sollte, "wie es läuft". Dass ein Junge z.B. versteht, was eine Erektion ist, und warum da auf einmal so eine Flüssigkeit rauskommt.
Außerdem halte ich es für angebracht, dass man die Vielfältigkeit von Sexualität wertungsfrei anspricht.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
der sexualkundeunterricht sollte denselben sinn haben wie alle anderen fächer in der pflichtschule: gewisse lernziele sind zu definieren und dann bestmöglich umzusetzen.

und was könnten lernziele für sexualkunde sein.. wissen um die biologischen vorgänge, wissen um geschlechtskrankheiten und verhütung, .. dieser ganze wissenskram sollte etwa ein drittel des unterrichts ausmachen. die anderen zwei drittel sollten zur herbeiführung psychosozialer reife auf individuellem level dienen. nicht viele psychischen probleme nehmen in dieser zeit ihren anfang oder müssen später mühsam und zeitaufwendig überwundern werden, und die jugendliche und adoleszente sexualität sind ein quell an minderwertigkeitskomplexen.

psychologische bzw. therapeutische aufmerksamkeit für ALLE jugendlichen gehört eh schon lange umgesetzt, und den sexualkundeunterricht dafür herzunehmen, wäre wohl gar nicht schlecht. ob menschen in dieser zeit des hormonüberschusses ihren sexualtrieb ausleben können oder nicht kann recht entscheidend sein für die weitere entwicklung. also: ein paar stunden fakten über sex, hygiene, verhütung, .. und dann pro person 5-10 stunden psychotherapeutische aufmerksamkeit.
 

Benutzer86779  (36)

Sehr bekannt hier
natürlich muss das gelehrt werden. gerade bei kindern aus untern sozialen schichten gibt es oft nicht das geringste verständnis von krankheiten und empfängnis(verhütung). bedenkt man das gerade in diesen schichten kinder oft schon sehr früh sex haben(13-14 teilweise sogar noch jünger) ist aufklärung schon pflicht.

Kinder leben heute nicht hinter dem mond, also auf die idee sex zu haben kommen sie bei der heutigen medienüberflutung sowieso. also wird sie die sexualkunde auch nicht anstiften es zu tun. und wenn sie es schon tun(mir wäre es auch lieber mein kind würde wenigstens bis 16 oder so warten) müssen sie unbedingt auf verhütung achten.
da viele eltern diese aufklärung nicht leisten muss die schule das eben tun.

---------- Beitrag hinzugefügt um 18:08 -----------

der sexualkundeunterricht sollte denselben sinn haben wie alle anderen fächer in der pflichtschule: gewisse lernziele sind zu definieren und dann bestmöglich umzusetzen.

und was könnten lernziele für sexualkunde sein.. wissen um die biologischen vorgänge, wissen um geschlechtskrankheiten und verhütung, .. dieser ganze wissenskram sollte etwa ein drittel des unterrichts ausmachen. die anderen zwei drittel sollten zur herbeiführung psychosozialer reife auf individuellem level dienen. nicht viele psychischen probleme nehmen in dieser zeit ihren anfang oder müssen später mühsam und zeitaufwendig überwundern werden, und die jugendliche und adoleszente sexualität sind ein quell an minderwertigkeitskomplexen.

psychologische bzw. therapeutische aufmerksamkeit für ALLE jugendlichen gehört eh schon lange umgesetzt, und den sexualkundeunterricht dafür herzunehmen, wäre wohl gar nicht schlecht. ob menschen in dieser zeit des hormonüberschusses ihren sexualtrieb ausleben können oder nicht kann recht entscheidend sein für die weitere entwicklung. also: ein paar stunden fakten über sex, hygiene, verhütung, .. und dann pro person 5-10 stunden psychotherapeutische aufmerksamkeit.

Du meinst es ist entscheidend für die psychische gesundheit, dass hormonstrotzende 12 jährige(die pubertät fängt heute oft schon mit 10-11 an) sex haben?
 

Benutzer65590 

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Bist Du der Meinung, dass Sexualkundeunterricht wichtig ist oder sollte man ihn generell abschaffen? (bitte kurze Begründung)

--Sexualkundeunterricht sollte einmal sozusagen der minimale Standard dessen sein, was der Staat seine jungen Menschen wissen lassen möchte. Also Dinge zum Thema Verhütung und Schwangerschaft, idealerweise aber auch einen kleinen Hinweis darauf, dass Sex und Masturbation und Schwulsein ok sind. - Zweitens sollte Sexualkundeunterricht als normaler Teil der Anthropologie im Biologieunterricht Informationen über die Funktionsweise der Geschlechtsorgane und den Prozess der Entstehung menschlichen Lebens geben.


Wie sah dein Sexualkundeunterricht aus? In welcher Klassenstufe hat er stattgefunden? Welche Themen wurden behandelt? Wie ist er in der Klasse angekommen (Interesse? Belustigung? Scham?). Positive und negative Erlebnisse?

--Einmal in Klasse 5. Themen: PASS AUF SONST WIRST DU SCHWANGER EINSEINSELF und ...ODER VERGEWALTIGT!!! Mehr nicht. Also nichts als Propaganda für kleine Mädchen, entsprechend unergiebig. - Das zweite Mal in Klasse... 12? Thema: Prozess der Entstehung menschlichen Lebens, Gekicher inklusive. Im Buch war zwar auch noch ein Kapitel über den sozialen Aspekt, aber der blieb außen vor. Die rein biologischen Infos waren fundiert, aber natürlich Stand 1995.


Wie sollte nach deiner Auffassung ein optimaler Sexualkundeunterricht aussehen?

--Er sollte die sozialen und die biologischen Aspekte von männlicher und weiblicher Sexualität vorstellen und so erklären, dass auch die dümmste Schantalle und der ignoranteste Kevin kapieren, dass coitus interruptus nichts bringt, dass Schwule auch Fußball spielen können und der weibliche Orgasmus real existiert. Ein paar praktische Übungen und/oder Anschauungsmaterial können auch nicht schaden.
Wichtig: man sollte drauf achten, wie sehr man die Schüler in die Sache miteinbezieht. In einem gewissen Alter kann man von den Kids einfach nicht erwarten, dass sie ihr Schamgefühl weit genug überwinden, um sich zu dem Thema aktiv zu äußern.

Welche Ziele sollte er haben? -- Aufgeklärte junge Menschen zu produzieren, sowohl im mechanischen ("Wie geht das mit dem Kondom?") als auch im ideellen ("Es ist ok, wenn ich masturbiere.") Sinne.

Welche Inhalte sollten besprochen werden? --Neben dem schon angesprochenen sollte vor allem auch eine Auseinandersetzung mit der Mainstream-Sexkukultur erfolgen. Merke: nicht Pornos verderben die Jugend, sondern die Tatsache, dass sonst niemand mit der Jugend über Sex redet!

Welche Methoden sollten eingesetzt werden? --Lehrervortrag, Modelle, Filme, Arbeitsblätter, evtl eine Gruppenarbeit. Und im richtigen Alter auch ein Klassengespräch.

Siehst Du generelle Gefahren in der Durchführung von Sexualkundeunterricht? --Ja. Schlecht zusammengestellt und durchgeführt, vermittelt er nur das Gefühl SEX IST GEFÄHRLICH TU DAS NICHT OMFG!!! und vermittelt weder Wissen noch positive Werte. Da kann ich das auch direkt den Pfarrer machen lassen.
 

Benutzer35070 

Meistens hier zu finden
In der vierten Klasse gab es ein Bidlerbuch indem ein Junge seine ELtern erwischt hat. In der achten oder neunten KLasse wäre das Theman dann dran gewesen, da wir aber mit dem Stoff hingen und unser Biolehrer das ganz nach hinte geschoben hatte, hatten wir vielleicht 3 Stunden dazu, dann war das Schuljahr vorbei. Gute Aufklärung stelle ich mir anders vor!
 

Benutzer97076 

Benutzer gesperrt
dieser unterricht sollte eindeutig zu den pflichtveranstaltungen in der schule gehören und zwar ohne ausnahme, wer nich da is muss halt ne sonderstunde kriegen.

das alter von 13 oder 14 halte ich für perfekt für diesen unterricht, da wissen die meisten schon das es 2 verschiedene arten menschen gibt und sollten noch die details wie verhütung und dergleichen lernen.

am besten dann auchnoch ne pflichtveranstaltung für eltern um auch dort noch die vorbehalte gegen verhütungsmethoden abzubauen, am besten gespickt mit ein paar beispielen bei denen 14 oder 15 jährige mädels schwanger wurden weil die eltern dachten das sie noch zu jung für sex sind und deshalb die pille nicht brauchen
 
D

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Gast
Hatte ich, fand ich gut und wichtig. Wir fanden das wohl auch alle gut, es wurde die Scham etwas genommen und keiner hat Schaden genommen. Das sollte so bleiben und ihn weiterhin geben.
 
D

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Gast
Ich bin da wieder zwiegespalten...... :zwinker:

Sicher sollten Kinder SKUnterricht haben, so früh wie möglich (denke ab dem Zeitpunkt, an dem sie in die weiterführende Schule gehen, also 5.Klasse) und so offen wie möglich - dazu sollten NICHT die Biologielehrer oder gar der Klassenlehrer zuständig sein, sondern andere speziell geschulte Menschen.

DIe Hemmschwelle ist sehr hoch, gerade bei LehrernInnen, die man jeden Tag sieht, die vielleicht noch Klassenlehrer sind und mit den Eltern in Kontakt stehen. Eigentlich gehört in jede Schule, neben dem psychologischen Team, das Hilfestellung in Alltag und Familie gibt, ein - ich nenne es einmal "Dr.Sommer-Team, das auf vertraulicher Basis Hilfestellung, auch anonym geben kann und Ansprechpartner in allen Belangen sein kann.

Es sollte selbstverständlich sein, dass ein Schulkiosk in den weiterführenden Schulen Kondome, OBs und Binden (jeder kann sich Probierpäckchen im Internet bestellen, das könnten die Firmen sponsoren) verkaufen oder zur Verfügung stellen, Am Schulausgang statt Zigarettenwerbung AIDS und VErhütungsaufklärungsplakate, statt Zigarettenautomat - ein Kondomautomat.....usw. In den ZEiten der Ganztagsschulen, in denen die Kinder den größten Teil der Woche verbringen, muss auch mehr in "begleitendem Unterricht" mit Hilfe externer Fachleuten drin sein.

Je offener der Umgang, je häufiger die Präsenz der Dinge, desto "normaler" und selbstverständlicher werden diese Dinge.
Es nutzt nichts, den Kindern im Grundschulalter alles fürs Leben beizubringen (Englisch....PC.....am besten noch Wirtschaftswissenschaft) und sie gehen in der Pupertät an menschlich-psychologischen Problemen kaputt, oder werden mit 15 schwanger.

Seien wir ehrlich, wenn der Sexualkundeuntericht etwas bringen würde, wären die Foren wie auch dieses hier, nicht voll von Fragen, hätten die Beratungsstellen nicht solch großen Zulauf, würde Dr Sommer und Dr Korff nicht in Briefen und Anfragen ersticken. Und das geht schon so, seit es diese Art der Problemlösung per Brief gibt.

Es sollten Schulausflüge zu Kind/Kinderheime geben, in denen 14;15 jährige über ihren Alltag berichten.
Die "Herren der Schöpfung" sollten ebenso über Verhütung aber auch darüber aufgeklärt werden, wenn man mit 16 Verantwortung übernehmen muss....... :zwinker:

EIn ganz großes Manko ist das Elternhaus. Wenn die Eltern schon nicht mitmachen - wird eine SK Unterricht in der Schule auch kaum etwas wett machen können. Und das ist ein Problem......es nutzt garnichts, Angebote bereitzustellen und etwas zu Unterichten, wenn die Kinder nicht Empfänglich dafür sind, wenn niemand Zugang zu ihnen bekommt. Grade, wenn sie selber in die Pupertät kommen oder schon mittendrin sind.

Gelacht haben wir alle, unsere Scherzchen gemacht und aber auch Scham war dabei.
Ein Zwangsunterricht für Alle, das würde nichts bringen. Die Schüler würden das locker "absitzen" und die Fragen, das Wissen das sie brauchen und haben wollen, woanders holen.

Daher ist es sehr schwer, aus meiner Sicht, das an einem Alter festzumachen. Bevor die Kinder/Jugendlichen nicht "fit" gemacht wurden in den Dingen, die Zwangsläufig dazu gehören: soziales Verhalten, Verantwortungsbewusstsein, Miteinander und nicht alles als "selbstverständlich" anzusehen - nutzt ein fundierter Unterricht garnichts. Die LErninhalte sollten die Jugendlichen selber bestimmen, begleitend von geschulten MEnschen, auch aus Beratung und dem Sorgentelefon - denn man liest es immer wieder - hier und in anderen Foren/Zeitschriften oder Chats......die Fragen sind ganz ganz andere, die Antworten auf alle diese Fragen - da ist die staatl. Schule, manchmal sind diese eben nur Verwahranstalten, hoffnungslos überfordert.
Eine "Grundversorgung" wie der SK Unterricht ist OK, hier sollte auf Fachleute und Institutionen, die auch ruhig die Eltern mit ins Boot holen unterstützend begleiten.

Leider wird gerade auch bei diesen Institutionen und beim SK Unterricht gekürzt, es gibt kaum noch Anlaufstellen für junge Menschen mit Problemen ausserhalb der "Schulöffnungszeiten"........(Wir hatten 2 Jugenzentren, eine kirchliche Einrichtung mit Ansprechpartner und alle 2 Wochen Disko sowie eine "Teestube", selbst gegründet, immer offen und 2 geschulten Mitarbeitern besetzt.

Es muss auf die jungen Menschen zugegangen werden, Zugang und Vertrauen erhalten und fördern, und ihnen das Gefühl geben zu können, dass sie selbst "wenn es mal schief läuft im LEben", sie auf uns, Eltern, Lehrern und Vertreter des Staates zählen können.
Dass erreicht man nicht, wenn man sie ein bisschen "lernen" lässt, ihnen 2 Std im Monat mit veralteten Lehr/Lernmethoden das "Leben von Bienchem und Blume" zu erklären.
 

Benutzer59713 

Benutzer gesperrt
Bei uns gab es in der 4. Klasse das erste Mal Sexualkundeunterricht und zwar wurde da dann eher erklärt, wie man Babys macht :grin:. Haben damals "Peter, Ida und Minimum" gelesen. In der 6. Klasse hatten wir dann nochmal Sexualkundeunterricht, da wurde man dann so über die Vorgänge im menschlichen Körper informiert, also z.B. was sich während der Periode im weiblichen Körper abspielt, wie man einen Regelkalender anfertigt und wann Jungs das erste Mal einen Samenerguss kriegen und so. In der 9. Klasse hatten wir dann das letzte Mal Sexualkundeunterricht, darin wurden dann sexuell übertragbare Krankheiten und Verhütungsmethoden besprochen.

So die Aufteilung wann was im Sexualkundeunterricht gemacht wird fand ich an unserer Schule gut, es war immer Altersbezogen, also was einen im entsprechenden Alter so interessiert und angebracht ist. Ich muss aber sagen: Gelernt habe ich nicht viel! Ich weiß selbst nicht wieso... Interessiert hat es mich schon aber wie gesagt, viel gelernt hab ich irgendwie nicht?! Obwohl der Unterricht gar nicht mal so schlecht war. Als es bei mir dann mit der Periode z.B. Ernst wurde (was Einige Zeit nach der 6. Klasse war) hab ich mich selbst im Internet informiert. Als es dann Ernst um das Thema Verhütung und Geschlechtskrankheiten wurde, was schon vor der 9. Klasse war (aber auch nur weil ich einmal sitzen geblieben bin, also ich war 2 Jahre älter wie die Meisten in meiner Klasse :grin:), hab ich mich auch im Internet informiert. Im Internet hab ich einfach die passenderen Informationen bekommen zu einem Zeitpunkt wo es für MICH persönlich wichtig war. Sexualkundeunterricht war zwar interessant und wie gesagt, die Aufteilung find ich gut (also für 4.-Klässler "Wie entsteht ein Baby", für einen 6.-Klässler "Was passiert in meinem Körper" und für einen 9.-Klässler "Was gibt es für Verhütung und was für Krankheiten"; passender hätte man es meiner Meinung nach nicht machen können, aber dennoch passen diese Themen ja nicht immer dazu, was einen gerade beschäftigt, weil sich jedes "Kind" anders entwickelt und diese Dinge zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt wichtig sind). Ich persönlich finde den Sexualkundeunterricht auch sehr wichtig, weil es (leider) sehr viele Kinder und Jugendliche gibt, die sich nicht außerhalb der Schule mit diesen Themen auseinandersetzen und für diese ist es somit die einzige Möglichkeit mit diesen Themen konfrontiert zu werden.
 

Benutzer99777  (25)

Verbringt hier viel Zeit
Ich als noch Schüler hatte ja auch mal. Einmal 4. und 6. . Ich Persönlich finde es in der 4. Klasse ein Wenig zu früh. . In der 6. eher Sinnvoll. Bei uns war die häflte ja schon 14^^. Unsere Lehrerin hat uns alle ein bisschen genauer gesagt was Sache ist oder was wir jetzt so nicht wussten. Aber so im allgemeinen würde ich darauf bestehen das dieses Thema in der Schule prinzipiell an der Reihe kommt.
 

Benutzer36171 

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Bist Du der Meinung, dass Sexualkundeunterricht wichtig ist oder sollte man ihn generell abschaffen?
Wie bitte, abschaffen? Ernsthaft? Sorry, aber das ist doch eine der dämlichsten Ideen, die ich jemals hier im Forum gehört habe. Ich würde gerne auch nur ein einzelnes, sinnvolles Argument dagegen gehören. Ich werde das gar nicht weiter begründen, denn ich denke, dass sich jeder vernünftige Mensch vorstellen kann, dass eine unaufgeklärte Jugend NICHT gut sein kann.
Viele Eltern versäumen es nun einmal ihre Sprösslinge aufzuklären oder vergessen unbeabsichtigt etwas - und da muss selbstverständlich die Schule greifen.
Meiner Meinung nach sollte es eher mehr Sexualkundeunterricht geben, gerade auch später noch. (zum Beispiel nochmals in der 10. Klasse)

Wie sah dein Sexualkundeunterricht aus? In welcher Klassenstufe hat er stattgefunden? Welche Themen wurden behandelt? Wie ist er in der Klasse angekommen (Interesse? Belustigung? Scham?). Positive und negative Erlebnisse?
Schon in der Grundschule hatten wir ein paar Schulstunden lang Sexualkundeunterricht. Das war bei den Jungs mit Neugier, bei den Mädchen meist mit Schüchternheit verbunden (Scham eigentlich nicht). Dabei lernten wir vor allem etwas über unsere Körper und wie die Fortpflanzung beim Menschen funktioniert.
In der 6. Klasse gab es dann nochmal Sexualkundeunterricht. Da wurde dann auch Aids und Schwangerschaft und Sex genau besprochen bzw. es gab auch den ein oder anderen Lehrfilm.

Wie sollte nach deiner Auffassung ein optimaler Sexualkundeunterricht aussehen? ....vorausgesetzt natürlich, dass du diesen Unterricht nicht generell ablehnst.
Alle Themen ernsthaft und ausführlich behandeln, alle Fragen offen beantworten, Toleranz vermitteln, Selbstbewusstsein stärken, keine Meinungen aufdrängen, Diskussionen zulassen.

Welche Ziele sollte er haben?
Allgemein Aufklärung.
Kennen des eigenen Körpers. Selbstbewusstsein und Offenheit im Umgang mit Sex. Schutz vor Aids und ungewollten Schwangerschaften. Und auch Schutz vor Missbrauch, denn gerade unwissende Menschen sind oftmals leichter zu beeinflussen und daher auch zu missbrauchen.

Welche Inhalte sollten besprochen werden?
Schwangerschaft, Verhütung (insbesondere die Handhabung von Kondomen und auch: was man macht, wenn es reißt), Geburt, Kinderwunsch, Krankheiten (insbesondere Aids), Homosexualität/Bisexualität, wenn gewünscht dann verschiedene Arten Sex auszuleben. Und Diskussionen sollten stattfinden. Der Lehrer sollte am besten vorher hier in dieses Forum schauen und sich anschauen, nach was 13, 14, 15-jährige hier so fragen und das ansprechen (zum Beispiel auch: "Ich bin 16 und immer noch Jungfrau - ist das schlimm?").

Welche Methoden sollten eingesetzt werden?
Gespräche, Diskussionen auch innerhalb der Klasse, Gruppenarbeiten, Arbeitsblätter, Lehrfilme, ... Reden ist aber meiner Meinung nach das Wichtigste. Es sollte eine offene Einstellung zur Sexualität vermittelt werden.

Siehst Du generelle Gefahren in der Durchführung von Sexualkundeunterricht?
Nein. Wieso auch?
 
R

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Gast
Ich hatte nie Sexualkundeunterricht. :ratlos: Finde ihn aber wichtig und bin auch der Meinung, dass man dafür nicht nur 2 Biostunden voll peinlich berührter Schüler und einem beschämten Lehrer nutzen sollte. Der Rest wurde ja schon gesagt.
 
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