Sexismus - was ist das?

B

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Gast
Ich habe diesen Thread vor allem aus Neugier erstellt. Auch taucht dieses Thema immer wieder auf und es nimmt mich Wunder, wie PL User dazu stehen. Die folgenden Fragen dienen zur Anregung, jegliche Erfahrungen und Ansichten zu diesem Thema sind aber sehr willkommen :thumbsup:

Wo beginnt Sexismus für euch und wie steht es da mit eurer Toleranz?

Wie steht ihr zu Sexismus? Grundsätzlich schlecht, oder teilweise angebracht / gut begründet?

Habt ihr Erfahrungen mit Sexismus gemacht, die euch nahe gingen?

Beobachtet ihr Sexismus oft im Alltag?

Was ist eure Meinung zum Begriff "Feminazi" oder zu "Wohlwollendem Sexismus"?

Sexismus: Wichtiges Thema, oder nervig?

Sexismus in eurem Umfeld: Wie geht ihr damit um? Wie stark nimmt ihr ihn wahr?

Danke für die Teilnahme, bin gespannt, was dabei so raus kommt :smile:

Feminazi: "Feminazi ist ein abwertender Ausdruck, ein Kofferwort aus (engl.) feminist und Nazi. Im Englischen wird er gegen militante oder extreme Feministen verwendet. [...] Mittlerweile ist der Ausdruck in den USA in die politische Umgangssprache eingegangen und wird, insbesondere von antifeministischen Gruppen, zur Diffamierung von feministischen Positionen und einzelnen Feminsten verwendet.[9][10][11] Anderseits wird der Ausdruck auch von feministischen bzw. liberalen Autoren wie Katha Pollitt oder Joe Klein in ironisierender Weise verwendet um antifeministische Positionen zu karikieren."
Quelle: Feminazi – Wikipedia

Wohlwollender Sexismus: Was als „weibliche Privilegien“ bezeichnet wird, ist oft Ausdruck von wohlmeinendem Sexismus (z.B. aufgehaltene Türen).
Quelle: wohlwollender Sexismus – Feminismus 101
 

Benutzer34075 

Verbringt hier viel Zeit
Hmmmmmm....

Schwieriges Thema, ich denke mal du meinst damit sexistisches Verhalten? Das ist halt immer Definitiionssache.


Wo beginnt Sexismus für euch und wie steht es da mit eurer Toleranz?
Diskriminierung beginnt mit Diskriminierung. Also spätestens bei (bisher augesetztem) Wehrdienst oder der Frauenquote. Männer und Frauen sind nicht gleich und werden es niemals sein. Aber man sollte von Grund auf niemals das Geschlecht mit einbeziehen. Also Angst vor z.B. Schwangerschaft darf niemals eine Rolle spielen.

Wie steht ihr zu Sexismus? Grundsätzlich schlecht, oder teilweise angebracht / gut begründet?
Jedes Geschlecht hat seine Eigenheiten. Ausnahmen bestätigen die Regel. So sollte man verfahren. Einfach z.B. den Bewerber neutral begutachten. Ich finde aber Geschlechterdiskiminierung teilweise angebracht: Im Bergbau braucht man einfach extrem kräftige Menschen, was haben da die meisten Frauen oder ich zu suchen? Wird nicht immer einfach der passende Bewerber ausgesucht? Ist das nicht diskriminierend?

Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin absolut gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes. Wenn eine Frau fachlich geeigneter ist als ich (in meinem Fall IT) soll sie den Job bekommen. Aber nicht aufgrund der Frauenquote! Mir ist bewusst, dass dies leider noch nicht überall angekommen ist, aber ich denke, dass sich viel getan hat. Wenn sich die kleinen und mittleren Betriebe den großen Konzernen in diesem Punkt flächendeckend anschließen, wird es bundesweit ein faires Klima.


Habt ihr Erfahrungen mit Sexismus gemacht, die euch nahe gingen?

Z.B. Frauenquote. Jeder Frau die es sich es hart erarbeitet hat, wird jetzt mit "naja Frauenquote halt" abgestempelt.
Ich habe eine sehr kompetente Chefin, nur wird man sie von außen pauschal abstempeln. Ich finde den Kurs, den die deutsche Regierung einschlägt extrem sexistisch. Meiner Meinung nach wird die Frau dadurch sehr herrabgesetz, schließlich benötigt sie ja Hilfe. Ohne Unterstützung des Staates sind Frauen ja nur Gebährmaschinen... Zum Kotzen!
Ich kenne sehr wohl Frauen, welche wahnsinnige Leistungen auf ihrem Gebiet vollbringen - Auch ohne staatliche Diskiminierung.

Beobachtet ihr Sexismus oft im Alltag?
Siehe Punkt darüber: Frauenquote. Ansonsten eigentlich nicht wirklich.
Doch: Chefärzte, die keine Chiruginennen wollen. "Frauen gehören an den Herd". Ist aber eher selten.

Was ist eure Meinung zum Begriff "Feminazi" oder zu "Wohlwollendem Sexismus"?
Mal wieder: Frauenquote. Ansonsten kann ich in meinem Umfeld keinerlei Anzeichen erkennen.

Sexismus: Wichtiges Thema, oder nervig?
Vieles nervt einfach nur, dass muss ich zugeben. Ich wünsche mir da einfach nur eine Gleichbehandung und "gut is" lapidar gesagt.

Sexismus in eurem Umfeld: Wie geht ihr damit um? Wie stark nimmt ihr ihn wahr?
Außer "Frauen gehören an den Herd" in der Chirugie? Nix. Und das ist gut so!
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Wo beginnt Sexismus für euch und wie steht es da mit eurer Toleranz?
Er beginnt da, wo jemand anfängt, einen anderen wegen seines Geschlechts anders zu behandeln. Die Grenzen sind natürlich manchmal fließend bzw. ist es nicht immer leicht zu beurteilen, ob etwas wirklich sexistisch ist (z.B. wenn ich jemanden attraktiv finde, der außerdem vom anderen Geschlecht ist, und ich ihn anders behandle, weil ich ihn attraktiv finde, aber nicht, weil er vom anderen Geschlecht ist. Oder wenn ich jemanden weniger freundlich behandle, weil er mir nicht sympathisch ist).

Meine Toleranz: Mittlerweile nicht mehr sonderlich vorhanden :zwinker:


Wie steht ihr zu Sexismus? Grundsätzlich schlecht, oder teilweise angebracht / gut begründet?
Finde ich sehr altmodisch.

Habt ihr Erfahrungen mit Sexismus gemacht, die euch nahe gingen?
Keine Erfahrungen, die mich persönlich betroffen haben.

Beobachtet ihr Sexismus oft im Alltag?
Schon, aber nur "nett" gemeinten.

Was ist eure Meinung zum Begriff "Feminazi" oder zu "Wohlwollendem Sexismus"?
Feminazi: Ich verwende das Wort nicht aktiv, aber ich kann verstehen, dass manche Feministinnen sich etwas zu sehr reinsteigern, nie aus der Opferrolle rauskommen, sehr in ihrer Blase gefangen sind, sodass man mit denen eigentlich nicht mehr reden kann, weil einem ALLES vorgeworfen wird. Das hilft der Debatte leider überhaupt nicht. Ist überhaupt nicht konstruktiv. Die Leute sind viel zu problemorientiert.

Wohlwollender Sexismus: Hä? Was für ein bescheuertes Wort. Ich kann damit gar nichts anfangen. Es gibt Dinge, in denen Frauen und Männer sich unterscheiden bzw. wo sie sich in der heutigen Gesellschaft noch unterscheiden, und wo es dann auch Sinn macht, Frauen und Männer unterschiedlich zu behandeln. Hat aber mMn nichts mit "Wohlwollen" zu tun. Beim Türen aufhalten hoffe ich doch, dass Männern anderen Männern nicht die Tür vor der Nase zuknallen lassen :hmm:


Sexismus: Wichtiges Thema, oder nervig?
Wichtig und nervig. Die Abwesenheit von Sexismus ist aber leider keine Selbstverständlichkeit.

Sexismus in eurem Umfeld: Wie geht ihr damit um? Wie stark nimmt ihr ihn wahr?
idR gibt es in meinem Umfeld eher sowas, was ich unter "Machismo" fassen würde. Ist aber meistens nett gemeint. Ich kann damit recht gut umgehen und es gibt dann eine humorvolle Retourkutsche von mir :engel: Zum Glück bin ich nicht auf den Mund gefallen. Ärgern tut mich sowas jedenfalls nicht. Richtig unangenehmen, negativen Sexismus habe ich selbst noch nicht so wirklich erlebt. 1) Ist mein Umfeld dafür zu emanzipiert und 2) Bin ich in erster Linie Ausländer und dann erst "Mädchen/Frau" (bin nämlich nicht besonders "Mädchen/Frau"). Wenn ich mir also was anhören muss, dann ist das eher was rassistisches (das aber dann auch schon mal kombiniert mit was echt fies Sexistischem). Dafür bin ich dann aber auch ziemlich irritiert, weil ich mich frage, in welcher Höhle dieser Mensch eigentlich gelebt haben muss. Ist für mich komplett seltsam.
 

Benutzer159029  (29)

Öfters im Forum
Wo beginnt Sexismus für euch und wie steht es da mit eurer Toleranz?
Generell ist das natürlich schwer zu sagen, da es immer auf den kokreten Fall ankommt. Da jeder Mensch andere Ansichten vertritt, ist es natürlich schwer das ganze einzugrenzen und auch für mich kommt es immer auf die jeielige Situation an, ergo, ob es mit meinen Ansichten übereinstimmt, oder ich eine andere Meinung vertrete, als jene Person, die eine sexitische Handlung ausgeübt hat. An sich bin ich aber ein sehr toleranter Mensch und leben nach dem Prinzip, dass jeder tun und lassen kann, was er möchte, solange er keinem damit schadet. Ob ich es selbst gut finde, das wird keinen interessieren, außer mich selbst und so kann ich natürlich eine gegensätzliche Meinung vertreten und etwas nicht gutheißen.

Wie steht ihr zu Sexismus? Grundsätzlich schlecht, oder teilweise angebracht / gut begründet?
Zwiegespalten ist wohl die korrekte Antwort. Einerseits bin ich bei gewissen Punkten dagegen, wie auch schon bei Berufen bezüglich Schwangerschaft und Co von meinen Vorgängern genannt wurde, andererseits bin ich bei gewissen Punkten wieder etwas dafür, aber das bezieht sich eben auf die persönlichen Ansichten. An manchen Stellen ist es also sicherlich angebracht, an anderen weniger.

Habt ihr Erfahrungen mit Sexismus gemacht, die euch nahe gingen?
Nein, direkt nicht, aber da ich auch noch nicht arbeite, gab es dafür wohl weniger Möglichkeiten. Einzig und alleine meine ehemalige Mathematiklehrerin war der Ansicht, dass Mädchen Mathematik nur auswendig lernen und nicht verstehen...wie sie dann durch ihr Studium kam und als Lehrerin angestellt wurde, mit nur Ausendiglernen, das ist dann natürlich die Preisfrage. :zwinker: Sie hatte damals aber generell nur einen kleinen Teil meiner Mitschüler bevorzugt, alle natürlich männlich, aber andere Jungs, die auch eher durchschnittlicher waren, die waren gleichgestellt mit uns Mädels.

Beobachtet ihr Sexismus oft im Alltag?
Nicht wirklich, aber ich komme nun auch nicht so viel herum, dass ich etwas davon mitbekommen könnte.

Was ist eure Meinung zum Begriff "Feminazi" oder zu "Wohlwollendem Sexismus"?
Feminazi finde ich einen eigenartigen Begriff. Es gibt durchaus Menschen, die mit Feminismus übertreiben, genauso wie jene, die mit Sexismus übertreiben, ergo könnte man da auch einfach bei negativem Feminismus/negativem Sexismus bleiben und müsste nicht neue Begriffe erfinden. Wohlwollender Sexismus kann manches Mal ganz nett sein, aber ist an sich nichts, das ich unbedingt im Alltag benötige, oder unterstütze, aber ich habe auch nichts dagegen. Meine eigenen Ansichten sind mir dann doch wichtiger.

Sexismus: Wichtiges Thema, oder nervig?
Zum Teil wichtig, zum Teil aber auch oft übertrieben.

Sexismus in eurem Umfeld: Wie geht ihr damit um? Wie stark nimmt ihr ihn wahr?
Nehme ihn eigentlich gar nicht wahr, weshalb ich bisher nicht damit konfrontiert wurde und auch nicht damit umgehen musste.
 

Benutzer159142 

Benutzer gesperrt
Kurz und knapp:
„Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.“

Das ist Sexismus. :zwinker:
 

Benutzer135422  (42)

Benutzer gesperrt
Gehört zum Sexismus auch, wenn Stellenausschreibungen von Städten so lauten: Weibliche Bewerbungen bevorzugt behandelt?
Vor ein paar Tagen hat sich bei der Hamburger Morgenpost eine Frau Moderatorin sich aufgeregt, das ein Unternehmen eine Stelle ausgeschrieben hat, das männlicher Bewerber bevorzugt behandelt werden.
Gerade in Städten sollte eine neutrale Stellenausschreibung erfolgen.

Ansonsten erlebe ich es zum Glück weniger.
Aber was darf ich dann noch sagen? Darf ich einer unbekannten Frau sagen: Entschuldigung, sie haben schöne Beine?
 

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Ich hab mir jetzt absichtlich erstmal keine Antworten durchgelesen, weil ich die Fragen spannend finde und unvoreingenommen antworten mag :smile:

Wo beginnt Sexismus für euch und wie steht es da mit eurer Toleranz?

Für mich beginnt Sexismus ganz persönlich da, wo jemand Dinge (nicht) tun soll bzw. Dinge von jemandem (nicht) erwartet werden, weil jemand weiblich oder männlich ist - die Verhaltenserwartung nicht in der Person fußt sondern in dem Geschlecht. Alltägliche Beispiele: Zusammenbau von Möbeln, Kleider kaufen usw.
Sexismus ist für mich auch: ungefragte sexuelle Kommentare oder Kommentare zu Brüsten/Hintern die nicht von meinem Mann kommen, Aufhalten von Türen aufgrund des Geschlechts (ich halte beiden Geschlechtern die Tür auf^^), Kommentare wie "das soll lieber ein Mann machen"...
Außerdem ist es Sexismus, wenn Männern pauschal unterstellt wird, dass sie ihren Trieben unterliegen, wenn von Männern erwartet wird, dass sie im Restaurant die Rechnung übernehmen usw.

Zusammenfassung: Sexismus ist es für mich immer dann, wo ein Mensch nicht mehr aus sich heraus handeln kann, so handeln kann wie er möchte weil er es empfindet/für sich als richtig reflektiert hat, sondern wo er so handeln muss, wie es eine Geschlechtererwartung erforderlich macht.

Wie steht ihr zu Sexismus? Grundsätzlich schlecht, oder teilweise angebracht / gut begründet?
Natürlich gibt es erstmal grundsätzliche Verhaltenserwartungen, so schade das auch ist. Ich sehe in einer aufgehaltenen Tür aber keinen Angriff auf meine Autonomie (insb. da ich z.b. selbst auch Türen aufhalte, weil ich das freundlich (!) finde).
Ich bin von daher dagegen, hinter jeder Handlung sofort eine sexistische Denkweise zu sehen.
Stellt sich jedoch heraus, dass auch in Gesprächen Erklärungsmuster wie "Das ist so, weil du eine Frau/ein Mann bist" wahrnehmbar sind, finde ich das nicht angebracht und sehr unreflektiert.
Beispiel: Betriebsausflug; der Chef fordert einen auf, sich doch mit den Frauen auf den Weg zum shoppen zu machen anstatt mit einer jüngeren Männergruppe zum Kultur-Sightseeing, weil "es doch sicher eher Ihr Fall ist".
Bei allem, was tatsächlich diskriminierend ist, müssen wir über gut oder schlecht nicht reden.

Habt ihr Erfahrungen mit Sexismus gemacht, die euch nahe gingen?
Mit sexueller Belästigung, ja. Und die beginnt für mich auch bei Kommentaren über meine Brüste von irgendwelchen Typen.
Und als Jugendliche hab ich sehr massiv gegen eine bayrisch-dörfliche Rollenvorstellung gekämpft. Während die Frauen bei gemeinsamen Treffen abspülten, tranken die Männer Schnaps. Das war normal und von mir erwartete man ab dem Jugendalter angepasstes Verhalten (=den Frauen helfen). Ja, das ging mir nahe, weil ich es nicht einsehe, warum das "normal" sein soll und weil es völlig unhinterfragt war.

Beobachtet ihr Sexismus oft im Alltag?
Ich arbeite in einem frauendominierten Beruf. Ja. Sowohl von Frauen als auch von Männern.

Was ist eure Meinung zum Begriff "Feminazi" oder zu "Wohlwollendem Sexismus"?

Keine Ahnung. Ich verstehe, wenn manche Menschen manche Feministen/innen zu radikal und militant finden.
"Wohlwollender Sexismus" klingt zwar irgendwie daneben, aber ich müsste mir erstmal mehr Gedanken darüber machen, bisher kannte ich die Begriffe nicht.

Sexismus: Wichtiges Thema, oder nervig?
Definitiv wichtig, und zwar gerade in einer Zeit, in der das Thema so stark instrumentalisiert wird wie nach den sexuellen Übergriffen an Silvester. Vor allem von Seiten, die sich sonst einen Dreck darum scheren und Sexismus verharmlosen oder so tun, als gäbe es ihn nicht.

Sexismus in eurem Umfeld: Wie geht ihr damit um? Wie stark nimmt ihr ihn wahr?

Ich teile sehr deutlich mit, was mir nicht passt oder weise (ohne das Wort zu verwenden) auf sexistische Einstellungen hin, insbesondere was Rollenverteilung in Beziehung und Haushalt anbelangt. Da erlebe ich Sexismus am Häufigsten.
Im Beruf reagiere ich, als würde ich Implikationen ("...weil du weiblich bist, musst du xyz") nicht wahrnehmen und genieße innerlich dann die Irritation :zwinker:

allexm78 allexm78
Aber was darf ich dann noch sagen? Darf ich einer unbekannten Frau sagen: Entschuldigung, sie haben schöne Beine?
Für mich: Nö. Ich geh doch auch weder zu Frauen noch zu Männern hin und drücke ihnen meine Meinung über ihre Augen, Haut, Haare oder Hintern auf. Das hat aber für mich nur indirekt mit Sexismus zu tun und mehr mit Grenzüberschreitung. (Ich meine NICHT eine Situation in einem Date, sondern tatsächlich unbekannte Menschen, die man z.B. in Bus oder Bahn sieht.

Bei Stellenanzeigen sehe ich es zwiegespalten. Ich habe das bei Heimgruppen öfter gesehen und kann da Geschlechterwünsche sehr gut nachvollziehen, da es insb. bei Gruppen mit vielen Jungs schön ist, wenn die einen männlichen Betreuer haben. Frauenquoten finde ich lächerlich.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Wo beginnt Sexismus für euch und wie steht es da mit eurer Toleranz?

Schwer zu beschreiben, aber ich versuche es mal.

  • Sexismus beginnt da, wo eine Person absichtlich wegen ihres Geschlechtes diskriminiert wird. Beispiel: Eine Frau wird nicht eingestellt, weil sie eine Frau ist.
  • Sexismus einer anderen Art beginnt da, wo eine Person gegen ihren Willen ausschließlich als Vertreterin ihres Geschlechtes und nicht darüber hinaus als Mensch dargestellt/behandelt wird. Das Veröffentlichen von Nacktbildern gehört für mich zu Sexismus, weil eine Person auf die körperlichen Merkmale ihres Geschlechtes reduziert wird.
  • Sexismus einer sehr schlimmen Sorte sind beispielsweise auch sexuelle Belästigung und Vergewaltigung, da die Täter hier implizieren, dass sie sich als "starker" Mann nehmen können, was sie von "schwachen" Frauen wollen.
  • Die subtilere Sorte: Werbung, die auf nackte Haut als Hauptmerkmal setzt. Bei Body-Lotion und Parfum mag das ja noch einen Zusammenhang ergeben, aber Auto-Ausstellungen, Wurst- und Bier-Werbung? Ich finde das sexistisch.
Letzten Endes ist es aber an jeder Frau selbst, zu entscheiden, ob sie sich persönlich diskriminiert fühlt. Es gibt viele Graubereiche, nicht jede Frau ist gleich - und auch nicht jeder Mann, denn auch die können sexistisch diskriminiert werden.

Wie steht ihr zu Sexismus? Grundsätzlich schlecht, oder teilweise angebracht / gut begründet?

Richtiger Sexismus ist für mich schon per definitionem unangebracht, denn etwas Angebrachtes fasse ich nicht unter "Sexismus". Diskriminierung, die Hauptbestandteil meiner Definition von "Sexismus" ist, ist nicht angebracht. Punkt.

Habt ihr Erfahrungen mit Sexismus gemacht, die euch nahe gingen?

Nein. Ich habe wirklich krassen Sexismus im Alltag noch nicht erlebt - zumindest nicht ernsthaft.

Beobachtet ihr Sexismus oft im Alltag?

Das einzige, was mir da auffiele, sind Witze. Man kann sich jetzt darüber streiten, was Humor ist, kann und darf, aber ich sehe das locker. Wenn ein Kumpel zu mir sagt: "Warum ist die Frau im Wohnzimmer? ... Die Kette in der Küche ist zu lang!" Dann gehe ich nicht davon aus, dass er Frauen diskriminiert - das ist einfach ein blöder Witz. Genau so kann ich über Witze über Männer lachen. Das ist doch kein Sexismus.

Was ist eure Meinung zum Begriff "Feminazi" oder zu "Wohlwollendem Sexismus"?

Feminazis sind für mich Frauen, die a) ein potenziell wünschenswertes Ziel, nämlich Gleichstellung, zu aggressiv vertreten und damit auch Menschen verurteilen und angreifen, die nichts Sexistisches geäußert oder getan haben, oder b) so verquere Vorstellungen haben, dass sie eben keine Gleichstellung wollen, sondern Frauen höher als Männer stellen. Quasi ausgleichende Gerechtigkeit: Ein paar Tausend Jahre Männer > Frauen, jetzt drehen wir das für ein paar Tausend Jahre um. Klingt doch toll, oder? Ich finde das ganz schrecklich.

Feminazis würde ich auch die Frauen nennen, die innerhalb der Feminismus-Bewegung anfangen, priviligierte und diskriminierte Frauen zu unterscheiden. Es gibt Bewegungen schwarzer Feministinnen, die den weißen Feministinnen unterstellen, gar keine Feministinnen sein zu dürfen, weil sie es besser als die schwarzen Frauen haben und damit gar nicht zur diskriminierten Gruppe gehören. Rassismus innerhalb des Feminismus - da passt "Feminazi" doch wie Arsch auf Eimer.

Sexismus: Wichtiges Thema, oder nervig?

Wichtig! Aber leider von Fällen, die sexismusähnlich und doch nicht sexistisch sind, sehr verwässert. Wenn Brüderle eine Journalistin anflirtet (ja, schon ein Weilchen her), dann ist das a) dämlich, b) sehr ungelenk und c) mit dem Dirndl-Spruch ein ziemliches Arschloch-Verhalten - aber kein Sexismus. Tatsächlicher Sexismus geht gegen einen Großteil des Geschlechts oder das gesamte Geschlecht. Wenn ich mich einer Frau gegenüber arschig verhalte, bin ich kein Sexist, sondern ein Arsch. Wenn ich mich ihr gegenüber arschig verhalte, weil ich glaube, dass man sich allen Frauen gegenüber arschig verhalten sollte, dann bin ich vielleicht ein Sexist.

Sexismus in eurem Umfeld: Wie geht ihr damit um? Wie stark nimmt ihr ihn wahr?

Ich nehme da überhaupt nichts wahr, vor allem, weil ich den Quatsch mit dem generischen Maskulinum nicht für Sexismus halte. Das ist ein grammatikalisches Phänomen des Deutschen, das von sich aus überhaupt keine diskriminierende Bedeutung hat. Die muss man da schon reinlesen - und wenn man will, findet man überall was. Wenn man daran schon rummäkelt, muss man gleich das grammatikalische Geschlecht abschaffen.

Überspitzt: "Warum heißt es denn "Die Schönheit"? Können Männer nicht schön sein? Aber "Die Boshaftigkeit" kann gerne so bleiben, wenn ich mir meine Alte so angucke, HAHAHAHA *Schenkel klopf*"

Nachtrag: In allen Antworten zum Thema "Alltag/Umfeld" habe ich ausschließlich über persönlich miterlebte Fälle (also keine) gesprochen. Ich habe nicht gesagt, dass es keinen Sexismus gibt oder dass ich in den Medien keinen erlebe!
 

Benutzer156506 

Meistens hier zu finden
Wo beginnt Sexismus für euch und wie steht es da mit eurer Toleranz?
Na, Geschlechterdiskriminierung in jeglicher Form und unabhängig von der Richtung fällt für mich darunter. Meine Toleranz hält sich da in Grenzen.

Wie steht ihr zu Sexismus? Grundsätzlich schlecht, oder teilweise angebracht / gut begründet?
Ich halte ihn für unangebracht und in den weitaus meisten Fällen hierzulande für die Folge von Gedankenlosigkeit oder Tradition, welche zu überwinden einfach ein paar Generationen Zeit brauchen wird. Wir haben ja noch nichtmal unseren Rassismus im Griff, und dessen grauenhafte Folgen vor ca. 70 Jahren haben wir ja noch gut in Erinnerung.

Sexismus aus Boshaftigkeit oder regelrechter Frauen/Männer/Menschenverachtung scheint mir jedoch relativ selten zu sein, da kann man aber auch ausser gesellschaftlicher Ächtung nicht viel ausrichten.

Habt ihr Erfahrungen mit Sexismus gemacht, die euch nahe gingen?
Ja. Ich zitiere wörtlich: "Männer sind dumme, schwanzgesteuerte Triebtiere." Es gab da auch noch andere Sprüche, ich habe recht deutlich den Frust meiner weiblichen Verwandten in Bezug auf Männer zu hören bekommen. Bei Protest meinerseits wurde mir versichert, dass ich ja ganz anders wäre. Was das mit einem pubertierendem Jungen anstellt mag sich jeder selbst denken. Ich bin jedenfalls tatsächlich ganz anders geworden. Ich hab lange gebraucht, um mir dessen bewusst zu werden und mich davon zu emanzipieren.

(Anmerkung: Ich liebe besagte weibliche Verwandte trotzdem und trage es ihnen nicht nach.)

Beobachtet ihr Sexismus oft im Alltag?
Es fällt mir immernoch bei meinen Verwandten auf, auch wenn die Sprüche heute nicht mehr so krass sind. Das ist dann eher mal "Männer sind halt so" (Wirklich? Alle 3.6 Milliarden?). Oder auch "Das muss ein Mann machen" oder sowas, wenn mal wieder irgendwas Schweres von A nach B muss oder irgendwas Technisches untersucht/repariert werden muss. Männer haben offenbar stabilere Bandscheiben, und mit Technik kennen sie sich ja eh viel besser aus. Und Frauen sind ja eh schwach und können mit Technik gar nicht. Eigentlich faszinierend, dass derartige Diskriminierungen in beide Richtungen gleichzeitig gehen und man sich sehr erfolgreich selbst diskriminieren kann ohne es zu merken.

Ich protestiere jedenfalls dagegen, wo ich kann, und dann tu ich trotzdem was von mir erwartet wird.

Die Diskriminierung von Frauen durch Männer nehme ich dagegen nicht in dem Maße war, wenn sie nicht grad offensichtlich und direkt vor meiner Nase passiert. Ich bin halt einfach nicht betroffen. Ihre Existenz zu bestreiten liegt mir jedoch fern.

Was ist eure Meinung zum Begriff "Feminazi" oder zu "Wohlwollendem Sexismus"?
Dass manche Leute ihre Ideologie aggressiv und unter grober Vernachlässigung der Rechte Anderer (z.B. auf freie Meinungsäußerung etc.) nach außen tragen kommt vor. "Feminazi" ist jedoch ein Kampfbegriff, der aus einer bestimmten Richtung kommt, und ich möchte ihn daher eher nicht verwenden.

Bei "Wohlwollendem Sexismus" ist für mich schon die Bedeutung weniger klar. Geht es da nur um das Türen Aufhalten? Oder fällt darunter z.B. auch, dass Vater Staat (Ist der Begriff eigentlich diskriminierend?) Frauen aus der Wehrpflicht und der Pflicht zu Ersatzdiensten ausgenommen hatte? In beiden Fällen kann ich da Wohlwollen den Frauen gegenüber unterstellen, aber eigentlich glaube ich eher, dass es sich um sehr alte Vorstellungen von Geschlechterrollen und um Traditionen handelt. Ist also eher ein schwieriger Begriff, nicht völlig ungerechtfertigt aber auch zum Mißbrauch einladend.

Sexismus: Wichtiges Thema, oder nervig?
Wichtig, aber nervig, wie es behandelt wird. Von allen Seiten wird möglichst laut geschrien, aber keiner hört zu. Auch scheint es keinen wirklich zu interessieren, die eigentlichen Probleme anzugehen und Diskriminierung allgemein zu bekämpfen, solang man sich nur gut öffentlich profilieren kann. Die öffentliche Debatte zu dem Thema scheint mir jedenfalls sehr emotional und polarisierend zu sein und nicht sachlich.

Sexismus in eurem Umfeld: Wie geht ihr damit um? Wie stark nimmt ihr ihn wahr?
Wenn ich ihn wahrnehme protestiere ich hörbar. Kommt zum Glück nicht mehr so oft vor.
 
B

Benutzer

Gast
Danke für eure Antworten, habe mir erst jetzt eben wirklich durchlesen können und finde es spannend, was ihr dazu zu bemerken habt :smile:

Eine Anmerkung dazu:
Aber was darf ich dann noch sagen? Darf ich einer unbekannten Frau sagen: Entschuldigung, sie haben schöne Beine?

Ich würde mich über so ein Kompliment jetzt grundsätzlich nicht freuen und von einem Unbekannten auch als leicht unangebracht empffinden. Bin ich auf einem Anlass oder betone meine Beine besonders; d.h., signalisiere, dass ich meine Beine zur Schau stellen möchte, ist es eine andere Sache, aber im Sommer laufe ich z.B. oft aus praktischen Gründen leicht bekleidet herum - nicht, um Aufmerksamkeit zu erregen. Dass ich damit dennoch eine gewisse Aufmerksamkeit auf mich lenke, ist mir natürlich bewusst und es ist auch okay.

Sexistisch würde ich das jetzt nicht unbedingt nennen, ein ähnliches Kompliment könnte auch ein Mann von einer Frau bekommen (auch wenn es, gefühlt, seltener vorkommt. Kann mir auch vorstellen, dass sich manche Frauen darüber freuen würden und deswegen würde ich sie laaaaange nicht als unempanzipiert betrachten! Um deine Frage also zu beantworten: Sexistisch finde ich es nicht, aber leicht daneben - ist aber meine persönliche Meinung!
 

Benutzer101597  (63)

Sehr bekannt hier
Sexismus ist z.B. wenn in der TAZ zwar PolitikerIn steht, aber niemals VergewaltigerIn.
 
P

Benutzer

Gast
Sexismus ist, wenn Frauen aufschreien wenn ihnen ein alter, hässlicher Mann ein anzügliches Kompliment macht und seufzend auf die Knie gehen wenn es ein junger, gutaussehender Mann macht.
Wer mehr darüber erfahren möchte, der guckt hier
 
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