Sex vor der Ehe?

Benutzer83807 

Verbringt hier viel Zeit
Bevor ich heirate will ich wissen ob es auch im Bett passt oder nicht.
Ich kauf doch keine Katze im Sack! :zwinker:

Ehe bedeutet für mich den Partner gefunden zu haben, mit dem ich mir vorstellen kann eine Famlie zu gründen, zu 'leben' und auch den Lebensabend verbringen zu können.
Classic - aber eben meine Vorstellung.
 

Benutzer105719  (36)

Verbringt hier viel Zeit
1. Für mich gibt es keinen Grund zu warten, aber viele Gründe nicht zu warten. Ich wollte mich ausprobieren, erst raus finden, was ich mag, was ich nicht mag. Zudem habe ich auch meinen ersten und auch meinen zweiten und auch meinen dritten...Freund geliebt und weil ich die Männer geliebt habe, wollte ich ihnen nah sein. Da es nur moralisch-ideolisch-religiöse Gründe gibt zu warten (da andere Gründe durch zuverlässige Verhütung ausgeschlossen werden) war das für mich keine Frage. Das heißt nicht, dass ich wahllos gewesen bin, oder es darauf angelegt habe viele Sexpartner zu haben. Ich bin der Überzeugung, dass sexuelle Erfahrungen einen Menschen auch bereichern, reifen lassen, eben Erfahrungen sammeln lassen. Natürlich geht es auch ohne, es ist wie z.B. mit einem Fallschirmsprung. Man muss es nicht machen, aber es ist eine Erfahrung.

2. Das Wort "Muss" benutze ich ungern. Dennoch wäre für mich kein Mann für die Dauer in Frage gekommen, der sich nicht schon etwas ausgetobt hat. Ich möchte nicht nach einigen Jahren verlassen werden, weil er glaubt etwas verpasst zu haben. Aus diesem Grund ist meine erste Beziehung nach 4 Jahren zerbrochen. Damals habe ich sehr gelitten, rückblickend war aber auch das eine gute und richtige Erfahrung.
Ich war schon kein Kind von Traurigkeit, mein Mann hats aber früher noch bissl wilder als ich getrieben (hihi). Und ich bin froh drum, denn er war an dem Punkt, wo er sagte: "Jetzt fühle ich mich bereit. Jetzt bin ich angekommen". Und mir ging es ähnlich. Ohne dass es Garantien gibt, aber ich fand und finde das gut.

3. Die Ehe hat für mich einen sehr persönlichen und symbolischen Charakter. Ich messe ihr keine Bedeutung zu in dem Sinne, dass ich Paare, die sich dagegen entscheiden irgendwie verurteilen würde. Die Beziehung von Unverheirateten ist auch nicht "weniger wert" oder "weniger ernsthaft". Für mich war es jedoch eine Art Schnitt, eine Art Entscheidung nun mein Leben mit diesem Mann zu verbringen. Wo in jeder meiner Beziehungen zuvor ein "es wäre schön wenn es hält, aber wer weiß das schon" mitschwang, habe ich meinem Mann voller Überzeugung und festem Glauben versprochen das Leben mit ihm zu verbringen.
Ich bin sehr froh zuvor meine Erfahrungen gemacht zu haben. Ich habe das Gefühl die Dinge und Männer ausprobiert zu haben, die mich gereizt haben. Ich weiß, dass mein Mann mir alles bietet, was ich brauche, weil ich genau weiß, was ich brauche und mir nicht irgendwann ein Mangel auffallen wird. Meine Sexualität ist sehr ausgeformt, meine Wünsche klar formuliert und ich habe das Selbstbewusstsein sie ohne Scham zu leben.

Und ganz profan kommt noch etwas hinzu: Ich wollte bevor ich mich entgültig entscheide mit einem Mann auch leben, lange Jahre zusammen sein. Welche Beziehung hält denn so lange ohne Sex. Welcher Mann würde das denn mitmachen (abgesehen davon, dass ich es grausig finden würde)? Bevor ich Jemanden für immer an meine Seite hole, will ich doch wissen, ob es überhaupt funktioniert. Ich will nicht in 10 Jahren frustriert sein und mich über meine Entscheidungen ärgern, weil wir absolut sexinkompatibel sind.
Ich war mit einem Mann 2 Jahre zusammen, mit dem es überhaupt nicht gepasst hat. Wir mochten uns und haben viel versucht...ich wollte einfach viel öfter und viel mehr als er. Ich bin froh, dass ich das nicht erst nach einem Ja-Wort gemerkt habe, denn das wäre im Leben niemals gut gegangen.
 

Benutzer42813 

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Ernsthaft begründen lässt sich die Keuschheit bis zur Ehe doch nur religiös

Nö, finanziell. Eine junge Frau hat in Zeiten ohne Verhütungsmittel ein echtes Problem gehabt, wenn sie in der Zeit vor Kindergeld und Hartz 4 und sonstiger sozialer Absicherung ein Kind bekam. Da konnte man auch leicht mal verhungern.

Das ist der eigentliche Grund für "kein Sex vor der Ehe". Die Kinder und die jungen Mütter sollten nicht verhungern. Und dadurch entstand dieser enorme gesellschaftliche Druck, eben keinen Sex vor der Ehe zu haben, junge Mädchen nicht "ins Unglück zu stürzen" etc.

Und die Religionen, die ja genauso verkündeten, dass man nicht töten und stehlen soll, weil das das soziale Miteinander ziemlich kaputt macht, haben eben auch dieses Gebot, diese Regel verkündet. Zum Schutz ihrer weiblichen, unverheirateten Mitglieder. Denn damals machte es tatsächlich Sinn - genau wie das Schweinefleischverbot früher wegen bestimmter Bakterien im Schweinefleisch und der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken auch tatsächlich Sinn machte, als es noch keine Veterinärskontrollen gab.
 
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