Sex mit depressivem Partner

Benutzer188357 

Ist noch neu hier
Hallo!
Ich habe jetzt seit einiger Zeit hier mitgelesen, und ich entschieden, dass ich mich hier registriere und mal meine Situation aufzeige.
Meine Partnerin und ich sind seit etwa 1 1/2 Jahren ein Paar. Vor circa einem 3/4 Jahr hat sich bei ihr eine Depression erkenntlich gemacht (die wohl vorher auch schon da war und nie therapiert wurde, aber durch die aktuelle Situation mit Corona, Problemen im Job, usw. stärker bzw. sichtbar geworden ist). Glücklicherweise konnte ich mit ihr zusammen dies erkennen und sie hat dann auch sich um einen Arzt gekümmert und ich hab sie später dabei unterstützt, einen Therapieplatz für 6 Wochen in einer Klinik zu bekommen.
Auch in der Zeit lief alles gut und ich konnte sie regelmäßig besuchen und am Wochenende durfte sie bei mir schlafen oder bei ihr zuhause. Aus meiner Sicht hat diese Zeit unsere Beziehung sehr gestärkt nicht zuletzt deswegen, dass ich gemerkt habe, dass mir die Beziehung so wichtig ist, dass ich ihr auch bei längerer Krankheit beistehen will.
Seit einigen Monaten wohnen wir auch zusammen und die Situation hat sich etwas stabilisiert, so dass sie zumindest wieder auf die Arbeit geht (und ihr diese auch Spaß macht).
Womit sie leider immer noch kämpft (und was sie auch selbst stört) ist sehr starke Müdigkeit, so dass sie nach der Arbeit eigentlich immer erstmal 1-2 Stunden "Mittagsschlaf" machen muss. Und selbst dann ist es jetzt nicht so, dass sie vor Energie strotzt.
Meine eigentliche Frage geht aber eher noch in eine Richtung die eher hier her passt als in ein Depressionsforum: Wie würdet ihr idealerweise mit Themen wie Sex umgehen? Ich spreche sehr offen mit ihr darüber und auch sie konnte sich da öffnen und weiß, dass sie aktuell eigentlich gar keine Lust auf Sex hat. Interessanterweise haben wir doch dann so 1 mal die Woche Sex der dann auch wirklich gut ist und den nicht nur ich genieße. Dieser entsteht meist aber aus sehr ungewöhnlichen Situationen heraus, ich würde sagen, dass sie "extremere" bzw. "ungewöhnlichere" Arten von Vorspiel braucht um ein bisschen in Stimmung zu kommen.
Glücklicherweise ist sie auch weiterhin sehr interessiert an Körpernähe, Streicheln, Kuscheln, usw. Für mich kann hieraus auch in vielen Situationen gerne mehr entstehen, ich will sie aber auch nicht unnötig unter Druck setzen oder ihr das Gefühl geben, dass es mir nur um Sex geht.

Wie schafft ihr hier die richtige Balance? Ich habe nämlich das Gefühl, dass wenn nicht ich ein bisschen in Richtung Sex "spiele" oder "überleite", dass es dann gar nicht mehr dazu kommen würde, was ja dann schade für uns Beide und nicht nur mich wäre.

Vielen Dank und vielleicht hat ja noch ein Angehöriger ein paar Tipps aus Erfahrungen die man jetzt nicht nur im Internet oder Depressionsratgebern liest!
 

Benutzer171589  (37)

Öfter im Forum
Ich würde das von ihrer Erkrankung unabhängig sehen. Wenn der Wunsch nach Sex sehr unterschiedlich ist, dann birgt das ein gewisses Konfliktpotential. Du scheinst ja mit einer gewissen Empathie gesegnet zu sein, insofern: Vertrau Inituition und Bauchgefühl und notfalls reden. Damit bekommt man vieles hin.
 

Benutzer188390  (51)

dauerhaft gesperrt
Hallo, 2012 "rannte" ich voll in die Depression. Auch Therapie u Klinik. Hab ich alles hinter mir. Gleich vorweg, ganz weg geht es nie. Man lernt, anders damit umzugehen und auf div Signale zu achten. Es wird immer wieder verschiedene Stimmungsschwankungen geben. Darauf stell Dich schonmal ein. Was Lust u Sex angeht, erkannte ich mich lange nicht wieder. Oftmals hielt ich die Nähe nicht aus oder hatte (auch aufgrund von sertralin) keinen orgasmus. Einige Zeit später fühlte ich wieder mehr Lust und es gab/gibt Tage, da könnte ich öfter u stundenlang.
Auch wenn es schwere Momente geben wird, haltet zusammen. Glaubt an euch u eure Liebe !! Allein schafft da kaum jemand raus
Grüße u alles Gute
 

Benutzer188357 

Ist noch neu hier
Vielen Dank für eure Antworten, auch aus Sicht eines "Betroffenen" und die unterstützenden Worte!
Falls jemand noch etwas hat, aus Erfahrung oder anderer Perspektive, dann bin ich da sehr offen und dankbar.
 

Benutzer188357 

Ist noch neu hier
Nimmt deine Partnerin eigentlich AD?
Ja, nimmt sie seit circa 6 Monaten, hat aber auch schon mehrmals gewechselt weil sie Nebenwirkungen hat (Gewichtszunahme und Müdigkeit unter Anderen, und laut ihr auch viel weniger Lust auf Sex).
 

Benutzer186405  (50)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ja, nimmt sie seit circa 6 Monaten, hat aber auch schon mehrmals gewechselt weil sie Nebenwirkungen hat (Gewichtszunahme und Müdigkeit unter Anderen, und laut ihr auch viel weniger Lust auf Sex).
Das kann sehr gut stimmen, das ist bekannt, dass AD Libidosenkung oder sogar Libidoverlust zur Folge haben können.
Ist schon etwas besprochen worden (ärztlicherseits), dass sie die AD dauerhaft wird nehmen müssen?
 

Benutzer188357 

Ist noch neu hier
D Diania bisher hatte ihr Hausarzt die AD verschrieben, sie hat jetzt aber einen Psychiater der sich hier dann wohl langfristig drum kümmert und sich bisher auskennt. Der Therapeut darf scheinbar nichts verschreiben.
Ob es dauerhaft genommen werden muss weiß sie noch nicht, sie hofft aber, dass nein :smile:
 

Benutzer186405  (50)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ob es dauerhaft genommen werden muss weiß sie noch nicht, sie hofft aber, dass nein :smile:
Dann wäre das schon mal ein Zuversichtsbonus, dass auch die Nebenwirkungen verschwinden. Auszuschließen ist es aber nicht, insbesondere, weil sie, wie du schreibst, die Depression schon lange verschleppt.

Das tückische ist, dass auch die Depression selbst eine Senkung der Libido bewirken kann.

Du musst dir selbst natürlich auch die Frage stellen, ob du dauerhaft klar kommen würdest mit der Quantität eures Sexlebens.
 

Benutzer188390  (51)

dauerhaft gesperrt
Aus eigener,leidvoller Erfahrung kann ich das bestätigen. Es gibt Phasen, wo sehr wenig Lust da ist. Dann wieder Tage/Momente wo ich andauernd will. Dazu kommt, das ca die ersten 6-8 Monate als Nebenwirkung kein Samenerguss stattfindet. Oder erst nach langer Zeit. Es gibt zwischenzeitlich ein Orgasmus ähnliches Gefühl. Aber die letztliche Befreiung durch den Abschuss fehlt. Bei Frauen ist es wohl ähnlich aus mit fehlender Lust oder kein Orgasmus
Seit 2012 nehme ich sertralin
 
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