Musik Seit 25 Jahren keine Innovationen mehr?

Benutzer3277 

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Ich habe neulich im TV wieder mal eine Musiksendung gesehen wo es um Musik aus den 1960er bis 1980er Jahren ging, um Beatles, Heavy Metal, Punk, Neue Deutsche Welle, Synthi-Pop usw. Damals gab es ständig neue, innovative Musikrichtungen. Ich habe den Eindruck, dass seit mindestens 25 Jahren nichts neues, innovatives mehr dazu gekommen ist. Alles was heute in den Charts ist oder das man so sieht und hört, scheint irgendwie schon mal da gewesen zu sein. Selbst den allgegenwärtigen HipHop gab es schon vor über 25 Jahren.

Das ist meine Meinung. Wie seht ihr das? Wisst ihr von neuen Trends in der Musik, von Bands oder Musikern die etwas völlig neues machen?
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Es gibt dafür viel zu viele Subkulturen und eine neie dagewesen Vielfallt.

Wenn du Inovationen suchst musst du in de Subkulturen suchen .

Der kontrastreiche Gesang mit eloktrozügen udn Klassikelementen bei l âme Imortelle z.b war vor gar nicht all zu langer Zeit eine Inovation. Halt ehr ein Stilmittel, dass die Formation ausmacht . Wir sind halt in einem Zeitalter angelangt in dem nur noch Gemsicht und Vermsicht wird.
 

Benutzer151969 

Sorgt für Gesprächsstoff
Du hast da durchaus Recht!
Seit Hiphop gibt es eigentlich nur noch Mischungen alter Musikrichtungen....
 

Benutzer35148 

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Es liegt wohl auch daran dass in der Zeit elektrische und elektronische Musikinstrumente erheblich weiter entwickelt wurden, und jetzt entweder nur noch an deren Perfektion gearbeitet wird, oder neuartige Instrumente mit unüblichen Konzepten derart ein Nischendasein fristen, dass sie kaum jemand kennt.

Ein Beispiel für ein traditionelleres Instrument: Hang pan. Die Original-Geschichte dazu:

Kuriositäten:

10 neuartige Instrumente:

Ein Meister im Zusammenmischen von Musikrichtungen: Beardyman, Beatbox-Champion und Sample-Profi.
TED-Vortrag:
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Wir sind an einem Punkt, an dem Innovation nur noch in Nuancen und durch Mischungen möglich ist, weil man alles schon mal irgendwie gehört hat. Danach muss man aber meist abseits der Charts suchen.

Was empfinde ich persönlich als Innovation in den letzten zwanzig Jahren... Hm.

Rammstein. Innovation durch Mischung: Deutscher Gesang mit (vergleichsweise!) extremer Härte und Synth-Einsatz war 1995 auf der ersten Platte neu. Die Band hat es international auch auf nie dagewesene Höhen geschafft - für eine deutsche Band, die keinen Pop macht.

Trailer-Musik. Diese Vermischung von klassischem Orchester und Chören mit Elektronika und nicht-europäischem Schlagwerk hat in der Filmmusik ihren Anfang genommen, zeigt sich in explizit für Vorschauen angelegter Musik sehr komprimiert in einer "auf die Fresse"-Manier. Wer da nicht an Innovation glaubt, sollte sich mal "All Is Hell That Ends Well" von Two Steps From Hell anhören und auf die Dubstep-Einlage am Ende achten. So organisch wurden Wubwub und Klassik noch nie vermischt.

Symphonic Metal. Als Nightwish angefangen hat, klang das noch ganz anders als heute, war da aber schon eine innovative (mal wieder: ) Vermischung. Aber auch heute ist die Organik noch das Alleinstellungsmerkmal, das Nightwish meines Erachtens von anderer (sogenannter) Symphonic Metal-Musik abhebt. Nightwish macht keinen Metal mit dem Orchester als zusätzlichem Instrument - Nightwish schreibt Orchestermusik mit der Band als zusätzlichem Instrument. Zumindest empfinde ich das so.

Von den drei Sparten kann jeder halten, was er will. Vielleicht finden andere die gar nicht innovativ. Bei genauer Betrachtung sollte aber auffallen, dass hier Neues geschaffen wurde. Natürlich durch Vermischung. Wie will man sonst Innovation erreichen, heutzutage, wo es alles schon irgendwie gibt?
 

Benutzer35148 

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Darum geht es ja hier, dass der Neuigkeitsgrad nicht mehr so ausgeprägt ist wie damals.
Ansonsten könnte man auch Dubstep als neue Richtung sehen. So alt ist das ja auch nicht. :zwinker:
 

Benutzer143944 

Verbringt hier viel Zeit
Jede Generation fällt irgendwann in das Loch der Marke "früher war alles besser" und hört dann nur noch "das Beste aus der Zeit, als sie sich noch für Musik interessierten" ;D

Ich bin immer wieder überrascht, wie selbst Bekanntes neu zusammengefügt wird aber auch Neues entsteht. Klar, der Prozess war mal schnelllebiger, aber Stillstand ist gewiss nicht eingetreten :smile: Stillstand ist der Tod und der tritt höchstens ein, wenn wir aus evolutionären Gründen das Gehör an sich verlieren =D
 

Benutzer11466 

Sehr bekannt hier
Ich habe den Eindruck, dass seit mindestens 25 Jahren nichts neues, innovatives mehr dazu gekommen ist. Alles was heute in den Charts ist oder das man so sieht und hört, scheint irgendwie schon mal da gewesen zu sein.
Stimmt - aber die Charts sind nicht die Musikwelt und der Musikgeschmack der Allgemeinheit. Heutzutage spiegeln sie den Geschmack der Konsumenten noch viel weniger wider als vor 25 Jahren, als das Internet und CD-Brenner nicht nur für die Kanzlerette Neuland waren.

Wer heutzutage Neues entdecken will, ist fürs Erste mit Internetradios oder Diensten wie Spotify gut bedient.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Die Genres sind halt heute auch so vielfältig, dass sich fast alles, auch wenn es noch so neu und innovativ ist, irgendwo einsortieren läßt.
Ich glaube nicht, dass die Musikszene heute unkreativer (oder kreativer) ist als vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren.

Das heutzutage viel Schrott in die Charts kommt würde ich dagegen bestätigen.
Wobei, ganz ehrlich, vieles was früher in den Charts war und zur damaligen Zeit von den szenigen Musikinteressierten als Trash betitelt worden wäre, ist heute teils wieder kultig.
 

Benutzer35148 

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Konsumieren ist nun einmal einfacher als Produzieren.

Und wenn man sieht wie sich die Prioritäten der Jugend verschieben ("Hauptsache das größte Smartphone, um besser chatten zu können"), werden tendenziell immer weniger Musik spielen lernen, oder zumindest nur noch am Pad oder am PC etwas zusammen klicken... :ashamed:

Andererseits ist es schon genial, was alles rein elektronisch/softwaretechnisch geht :grin:
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Konsumieren ist nun einmal einfacher als Produzieren.

Und wenn man sieht wie sich die Prioritäten der Jugend verschieben ("Hauptsache das größte Smartphone, um besser chatten zu können"), werden tendenziell immer weniger Musik spielen lernen, oder zumindest nur noch am Pad oder am PC etwas zusammen klicken... :ashamed:
In der Breite mag es zutreffen, dass weniger Kinder und Jugendliche lernen, ein Instrument zu spielen, ich habe aber nicht den Eindruck, dass da gerade weniger vielversprechende junge Acts heranwachsen als in früheren Jahren - eher im Gegenteil.

Unsere schöne neue digitale Musikwelt hat da auch ihr Gutes: Man kann über Youtube, Soundcloud, Instagram und Co bekanntheit erlangen, sich mit anderen Musikinteressierten vernetzen und zusammenarbeiten...

Dazu kommt: der finanzielle Aufwand um klanglich recht ansprechendes Homerecording zu betreiben ist angenehm gering und was manch junger Act da im Schlafzimmer - auch mit echten Instrumenten, nicht nur per Mausklick - zusammenschraubt ist durchaus beeindruckend. Dazu gezieltere Ausbildungsmöglichkeiten wie Pop-Akademie und Co, die durchaus auch interessante Acts hervorbringen... Nee, um den Nachwuchs mache ich mir da weder national noch international Sorgen.

On topic: solche Revolutionen wie sie die Erfindung elektronischer Instrumente, moderne Aufnahmetechnik und die zunehmende Digitalisierung der Musikproduktion mit sich brachten, wird's wohl so schnell nicht mehr geben. Neue Subgenres entwickeln sich aber sicher immer wieder, neue Mischungen, Einflüsse die miteinander verwoben werden, neue Interpretationen älterer Ideen,...

Aber dass da bald mal wieder was ganz großes Neues entsteht - ebenbürtig mit Genres wie Rock oder Hip-Hop - wage ich doch eher zu bezweifeln. Irgendwie gibt's ja schon so ziemlich alles, was man sich so an großen Genres vorstellen kann. So ziemlich alles lässt sich - wenn man denn will - irgendwie in die vorhandenen Über-Genres einordnen. Auch wenn einige Künstler sich über zunehmend durchlässige Genre-Grenzen hinwegsetzen und sich der Genre-Schubladisierung ein Stück weit entziehen. Auch wenn immer wieder "Neues" in Sachen Subgenres entsteht, sei's Grunge, Nu-Metal, Neue Deutsche Härte, Minimal Techno, Dubstep, Chillwave,...

Über zu wenig klangliche Innovation im Musikbereich kann man sich aber imho "trotzdem" wirklich nicht beklagen - Man konnte selten so viel neue und eigene Acts und Klänge entdecken wie heute. Nur sind Charts und Mainstream-Radio die denkbar schlechtesten Orte, um nach musikalischen Innovationen zu suchen - da wird die Masse mit dem bedient, was, der Masse nachweislich gefällt und innovativere sounds sind nur extrem vorsichtig dosiert aufzufinden.

Die entstehen eben meist abseits des Mainstreams, wachsen im Underground und beeinflussen dann irgendwann wenn sie "groß" genug sind und von einem bekannten Künstler aufgegriffen werden in massentauglicher Form den Mainstream, ohne ihn neu zu erfinden. Gerade in der elektronischen Musik passiert da schon einiges und auch im Bereich der Technik gibt es immer wieder Innovationen und Innovatoren, die gekonnt mit den heutigen Möglichkeiten spielen und sie weiterentwickeln.

Ein Nils Frahm nimmt die Klänge seines Klaviers teils mit Mikros IN dem Instrument auf und feilt an Klängen und Atmosphären, aus gesampelten Geräuschen entstehen über digitale Bearbeitung perfekt getimete musikalische Elemente, die Grenzen zwischen organischem und elektronischem Klang verwischen, jemand wie Imogen Heap entwickelt Handschuhe*, mit denen sich digitale Tonmanipulationen live über Bewegungen steuern lassen worüber dann wieder auf recht organische Art elektronische Musik entsteht,... Es gibt schon einiges zu entdecken, wenn man die Augen mal auf und sich selbst auf die Suche macht, statt nur das zu konsumieren, was einem über die großen Kanäle für alle auf's Ohr gedrückt wird.

 
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Benutzer35148 

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Ganz richtig. Vielleicht ist das auch das Problem: es gibt einfach viel zu viel zu entdecken. Dank Internet und tragbaren Geräten kann man jetzt jederzeit und überall fast alles hören.

Andererseits macht es auch richtig Spaß, selber etwas zu machen, oder bei einem Live-Konzert sozusagen handgemachter Musik zu folgen.
 

Benutzer3277 

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Was ist denn für dich eine Innovation ? Ein total neues Genre ?

Genau. Alles was ich an Neuem heute höre vergleiche ich mit Musik die es schon mal so ähnlich gab - und es gab wirklich alles schon mal. Seit HipHop und Techno (Ende der 1980er Jahre) gibt es nur Namen für neue Genres, aber so richtig neu war das alles nicht. Man denke an Kraftwerk, was die Anfang der 1970er (!) Jahre gespielt haben gilt heute noch als revolutionär. :thumbsup:
 
G

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Gast
Genau. Alles was ich an Neuem heute höre vergleiche ich mit Musik die es schon mal so ähnlich gab - und es gab wirklich alles schon mal. Seit HipHop und Techno (Ende der 1980er Jahre) gibt es nur Namen für neue Genres, aber so richtig neu war das alles nicht. Man denke an Kraftwerk, was die Anfang der 1970er (!) Jahre gespielt haben gilt heute noch als revolutionär. :thumbsup:

Wenn jetzt chinesischer Deathmetal plötzlich voll das Ding wird, wäre das dann was völlig neues ?

Ansonsten müsste es dann z.B. neue Instrumente oder neue Techniken geben, mit denen du nie da gewesen Sachen produzierst...
 

Benutzer3277 

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Wenn jetzt chinesischer Deathmetal plötzlich voll das Ding wird, wäre das dann was völlig neues ?

Nein. Es ist egal aus welchem Land oder Erdteil die Musik kommt, musikalisch bleibt es das gleiche. Es gibt ja z.B. "Babymetal" aus Japan (guckt mal bei Youtube rein), das klingt zwar sehr schräg, aber musikalisch ist es auch nichts neues.

Klar gibt es auch Gruppen wie z.B. Rammstein, die ich sehr schätze, aber 1. gibts die auch schon 20 Jahre und 2. liegen die Wurzeln ihrer Musik im Hard Rock und Punk der 1970er Jahre.
 

Benutzer101597  (63)

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P ProxySurfer Was Kraftwerk anfang der 70er gespielt hat wirst du heute nicht mehr hören wollen, das war kiffermusik. Erst ihr viertes Album Autobahn war die Musik für die sie bekannt wurden.

Echte innovation war In Extremo, das gab es vorher nicht.

Und die einzig wahre Innovation war natürlich das Heino Metal singt :smile:
 

Benutzer3277 

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In Extremo waren nicht die ersten, Anfang der 1990er Jahre gab es ähnliche Bands wie Corvus Corax. Auch Feeling B, Vorgänger von Rammstein, experimentierten da bereits mit mittelalterlichen Klängen. Eigentlich gab es in den frühen 1980er Jahren schon Bands die Rock und Mittelaltermusik vereinten, z.B. Ougenweide oder Horch.[/user]
[doublepost=1443822179,1443822000][/doublepost]
Und die einzig wahre Innovation war natürlich das Heino Metal singt :smile:

Das ist zwar originell, aber keinesfalls etwas Neues. Aber wahrscheinlich hast du das eher satirisch gemeint. :zwinker:
 

Benutzer101597  (63)

Sehr bekannt hier
In Extremo waren nicht die ersten, haben es aber auf den Punkt gebracht.
Und die Richtung ist definitiv neu.

Genauso könnte man auch sagen dass Tangerine Dream oder Hot Butter mitte der 70er Techno spielten, wo du das bei Ende der 80er ansetzt. Man kann alles mit "das gab es alles schon" zerreden.
[doublepost=1443823471,1443822555][/doublepost]Hier ist ganz gut die Entwicklung von Mittelalterrock beschrieben, die auch meine Auffassung bestätigt:
Mittelalter-Rock – Wikipedia
 

Benutzer35148 

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Diesen Samstag Abend kam auf Vox ein interessanter Bericht über aktuell berühmte DJs.
Nur schade daß Above & Beyond nicht erwähnt wurden, vielleicht habe ich das nicht gesehen weil ich die erste Stunde verpasst habe.
Aber es gibt wohl schon zuviele "bekannte und berühmte" DJs und Produzenten...

Es hieß, dass sowohl David Guetta und Daft Punk mit ihren Stücken und ihren Shows die EDM erst richtig populär gemacht hätten.
So gesehen ist EDM auch eine Art Innovation, und zwar erst in den letzten 15 Jahren.

Witzig: Laurant Garnier meinte zum Thema EDM: "Electronique de merde"... weil der Hype zu EDM ihm zuviel wird, und weil das wohl viel zu sehr Mainstream geworden ist.

Ist euch auch aufgefallen dass frühere bekannte Stücke in vielen neueren Musikstilen neu gemischt werden?
Weil die Leute das wieder erkennen, oder weil es heute einfach immer noch gut klingt.
Aber das bremst auch die Innovation aus...
 
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