Seid ihr für das dreigliedrige Schulsystem oder Gesamtschulsystem?

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Benutzer56624  (33)

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In Deutschland werden Schüler nach der 4. Klasse in der Regel in Hauptschule, Realschule oder Gymnasium eingeteilt, oder Gesamtschule. Seid ihr für die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems in der Sekundarstufe oder seid ihr für ein Gesamtschulsystem und Abschaffung dieser Gliederung?
 

Benutzer18889 

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Ich bin fürs dreigliedrige System und alle Lehrer, die ich im Umfeld habe, sehen das genauso. Ein Freund von mir ist Realschullehrer. Er hasst es, dass jetzt auch Hauptschüler in seinen Klassen sind und er jede Klassenarbeit aufwändig gestalten muss, da diese Anteile auf Hauptschulniveau haben muss, welche für Realschüler und zudem auch noch Zusatzaufgaben für die besonders guten Schüler. Außerdem sagt er selbst, dass das Niveau deutlich nach unten ging.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
ich habe in meiner schulzeit das dreigliedrige schulsystem und die zusammenlegung von real- und hauptschule zur gesamtschule mitbekommen. als schüler konnte ich das schon nicht verstehen. und jetzt als angehender lehrer noch weniger.
sicherlich ist der grundgedanke des ganzen nicht schlecht. aber man kann einfach ein so großes leistungsspektrum, wie wir es heute nun einmal haben, nicht mit einem kurssystem auffangen. die besseren schüler müssen einfach im tempo zurück stecken, weil man die schlechteren ja nicht auf der strecke lassen kann. ich habe selbst genug stunden miterlebt und teilweise auch mitgestalltet um festzustellen, dass man einfach nicht auf allen gerecht werden kann. die ersten sind längst mit ihrer aufgabe fertig und die letzten haben die aufgabenstellung immernoch nicht kapiert. (gut, das ist auch am gymnasium teilweise so, aber da ist der leistungsunterschied einfach nicht so groß). es funktioniert einfach nicht und von optimaler förderung kann man meiner meinung nach nicht reden. zu mal die schulen auch gar keine kapazitäten für diese kursstunden und förderstunden haben bzw. bekommen. jedes jahr werden stunden gestrichen (allein an meiner praktikumsschule waren es dieses jahr 20 stunden, die nun aus dem kurspool gestrichen werden mussten). wer soll diese kursstunden also erteilen und somit die schüler optimal fördern, wenn die lehrer nicht bezahlt werden?
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich bin für die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems im Zuge einer radikalen, großen, bundesweit einheitlichen Reform des Schulsystems (statt den dauernd durchgeführten, länderspezifischen Reförmchen, die alles nur verschlimmbessern).

Um in einem solchen System den Leistungsunterschieden gerecht werden zu können, brauchen wir aber einerseits deutlich kleinere Klassen, in denen der Lehrer viel individueller auf seine Schüler eingehen kann. Aber andererseits halte ich es zumindest in einigen, wenn nicht gar in allen Fächern für sinnvoll, A-, B- und C- Kurse anzubieten, in die die Schüler je nach Leistung eingeteilt werden, nachdem sie das jeweilige Fach die ersten Jahre in einem gemeinsamen Kurs hatten.
Mit dieser Reform muss auch eine Reform der Lehrpläne und der Unterrichtsmethoden einher gehen.

Bei diesen Reformen hielte ich es auch für sinnvoll, sich in weiten Teilen an den Schulsystemen der skandinavischen Länder zu orientieren und auch reformpädagogische Konzepte (Montessori, usw. - und nicht Waldorfschule!) mit einfließen zu lassen.

Das Argument, dass unser dreigliedriges Schulsystem den Leistungsunterschieden besser gerecht würde als ein Gesamtschulsystem zählt für mich aus verschiedenen Gründen nicht:
1. Ist die Trennung nach der 4. Klasse viel zu früh, extrem willkürlich und vom Wohlwollen der Lehrer abhängig (Teilweise bekommen z.B. Migrantenkinder trotz guter Noten, mit denen sie eigentich aufs Gymnasium dürften, nur eine Empfehlung für die Realschule), was sicherlich nicht zu möglichst homogenen Leistungsniveaus auf den einzelnen weiterführenden Schulen führt
2. Wird nur zwischen durchschnittlich (über alle Fächer gemittelt) guten und durchschnittlich schlechten Schülern selektiert, wodurch in den einzelnen Fächern immer noch gigantische Leistungsunterschiede möglich sind.
3. Die Realität an Gymnasien zeigt, dass es in vielen Fächern trotz der Dreigliederung gigantische Leistungsunterschiede zwischen den Schülern gibt (besonders extrem ist es in Mathe) und dass trotzdem viele Schüler stark über- oder unterfordert werden. Somit scheint die Über- und Unterforderung von Schülern weniger ein Problem der vorhandenen oder nicht vorhandenen Gliederung des Schulsystems, als ein Problem der Unterrichtsmethoden zu sein. - Vor allem, wenn man sieht, dass es einzelne Lehrer doch wieder schaffen, sowohl die schwachen Schüler zu fördern, als auch die guten Schüler zu fordern und wenn man sieht, dass das in kleineren Klassen bedeutend besser funktioniert als in großen Klassen mit 30-35 Schülern.
(gut, das ist auch am gymnasium teilweise so, aber da ist der leistungsunterschied einfach nicht so groß)
Nicht so groß?!? - In der gymnasialen Oberstufe hatte ich Mitschüler, die nicht mal einfachste Prozentrechen-Aufgaben lösen konnten, die den Dreisatz nicht beherrschten, usw., während andere Schüler (wie ich) den Oberstufen-Stoff so trivial fanden, dass sie nach wenigen einleitenden Sätzen eines Lehrers schon wussten, auf was er mit seiner ewigen Erklärung raus wollte, obwohl die Erklärung danach noch mehrmals wiederholt wurde, dass wenigstens die mittelmäßigen Schüler etwas verstehen. - Viel größer können die Unterschiede wohl wirklich nicht mehr sein.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Nicht so groß?!? - In der gymnasialen Oberstufe hatte ich Mitschüler, die nicht mal einfachste Prozentrechen-Aufgaben lösen konnten, die den Dreisatz nicht beherrschten, usw., während andere Schüler (wie ich) den Oberstufen-Stoff so trivial fanden, dass sie nach wenigen einleitenden Sätzen eines Lehrers schon wussten, auf was er mit seiner ewigen Erklärung raus wollte, obwohl die Erklärung danach noch mehrmals wiederholt wurde, dass wenigstens die mittelmäßigen Schüler etwas verstehen. - Viel größer können die Unterschiede wohl wirklich nicht mehr sein.

ich habe mich auf die sek I also die mittelstufe von klasse 7-10 bezogen, da das dreigliedrige schulsystem in der oberstufe ja, durch zentralabi, nicht mehr greift.
sicherlich gibt es auch am gymnasium große leistungsunterschiede (wobei es dort kein 50-50 verhältnis ist, in dem die hälfte alles schon weiß und der rest nichts kapiert. den anteil derjenigen, die alles sofort wissen, halte ich für sehr viel kleiner. lass es von 28 schülern vllt 4 maximal 6 sein.)
ich habe die erfahrung gemacht, dass der unterschied einfach nicht so gravierend ist, wie an einer gesamtschule, wo schüler, die gerade so den weg aufs gymnasium verpasst haben und schüler, die mit ach und krach die 6.klasse geschafft haben, in einer klasse sitzen.

EDIT:
das die teilung der klassen recht früh erfolgt halte ich auch für problematisch, aber grundsätzlich nicht für komplett fehlerhaft. das ganze system muss einfach durchlässiger gestaltet werden, so das ein schüler bei dem es eben erst in der 8. klasse "klick" im kopf macht auch die chance hat ab der 9. klasse aufs gymnasium oder die realschule zu wechseln.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich halte es für sinnvoll, nach unterschiedichen Niveaus zu trennen, um auf unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten einzugehen.
Allerdings finde ich eine strikte Trennung der Schülerschaft eher fragwürdig. Wie schon gesagt, können die Leistungsniveaus eines einzelnen Schülers in vielen verschiedenen Bereichen deutlich divergieren. Daher wäre eine Trennung nach einzelnen Fächern (also Schwierigkeitsgraden der einzelnen Kurse) deutlich sinnvoller.
Wer z.B. allgemein eher schwach ist, könnte dann trotzdem mit seinem Talent für Fremdsprachen punkten und in den Top-Lerngruppen mitarbeiten. Wenn er statt dessen an eine Hauptschule käme, wäre er im sprachlichen Bereich absolut unterfordert.
Abgesehen davon, dass die Hauptschulen ohnehin zu einem Sammelbecken von Migrantenkindern, Chaoten und wirklich schwachen Schülern verkommen sind, so dass die allgemeine Lernatmosphäre mehr oder weniger im A**** ist, und Hauptschüler außerdem mit einem Versager-Image gebrandmarkt werden.
Dass ausgerechnet unser Schulsystem wenig Chancengleichheit ermöglich, wundert mich auch nicht. Eine allgemeine Schulempfehlung kann schon sehr subjektiv geprägt sein, während in einzelnen Kursen die tatsächliche Leistung vermutlich stärker auffällt. Und selbst wenn nicht, wird die Willkür dadurch eingeschränkt, dass es deutlich mehr Lehrer sind, die einen Schüler zu beurteilen haben. Wenn man die Wahl der Kurs-Schwierigkeit nicht ohnehin dem Schüler und seinen Eltern überlässt und lediglich berät.

Ich finde es auch nicht besonders toll, dass verschiedene Gesellschaftsschichten in gänzlich anderen Lebenswirklichkeiten großwerden.
 
J

Benutzer

Gast
interessant bei die Pisa Studie etc. finde ich, dass die Länder besonders gut abschneiden, bei denen die EInwandung sehr hart nach Leistungskriterien erfolgt (z.B. Canada), dort gibt es wahrscheinlich auch kaum integrationsprobleme, weil die Einwanderer ja ausgesucht wurden um Lücken im Arbeitsmarkt zu schließen und daher eine hohe Quilfikation mitringen und diesen Leistungsgedanken wohl auch an die Kinder weitergeben...
Bei der Deutschen Einwanderung ist es ja ganz anderes... vielleicht hat das Deutsche Schulsystem auch daher so schlecht abgeschnitten?
 

Benutzer95038 

Benutzer gesperrt
Ich finde dass das absolut unproduktiv ist, alle Kinder zusammenzustecken. Das ist für alle Beteiligten nur nervig und würde nur zu Frustration führen.
 

Benutzer67771 

Sehr bekannt hier
interessant bei die Pisa Studie etc. finde ich, dass die Länder besonders gut abschneiden, bei denen die EInwandung sehr hart nach Leistungskriterien erfolgt (z.B. Canada), dort gibt es wahrscheinlich auch kaum integrationsprobleme, weil die Einwanderer ja ausgesucht wurden um Lücken im Arbeitsmarkt zu schließen und daher eine hohe Quilfikation mitringen und diesen Leistungsgedanken wohl auch an die Kinder weitergeben...
Bei der Deutschen Einwanderung ist es ja ganz anderes... vielleicht hat das Deutsche Schulsystem auch daher so schlecht abgeschnitten?
Vielleicht liegt es auch daran, dass in Kanada kein Deutsch gesprochen wird oder mehr Schnee liegt. :hmm:
In anderen Worten: Sich bei etwas derart Komplexem wie dem Vergleich von Bildungssystemen auf Einzelfaktoren einzuschießen und dann solche Schlüsse zu ziehen, könnte verkehrter nicht sein.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich habe mich auf die sek I also die mittelstufe von klasse 7-10 bezogen, da das dreigliedrige schulsystem in der oberstufe ja, durch zentralabi, nicht mehr greift.
sicherlich gibt es auch am gymnasium große leistungsunterschiede (wobei es dort kein 50-50 verhältnis ist, in dem die hälfte alles schon weiß und der rest nichts kapiert. den anteil derjenigen, die alles sofort wissen, halte ich für sehr viel kleiner. lass es von 28 schülern vllt 4 maximal 6 sein.)
ich habe die erfahrung gemacht, dass der unterschied einfach nicht so gravierend ist, wie an einer gesamtschule, wo schüler, die gerade so den weg aufs gymnasium verpasst haben und schüler, die mit ach und krach die 6.klasse geschafft haben, in einer klasse sitzen.
Auch in der Unter- und Mittelstufe gab es schon erhebliche Unterschiede, auch wenn diese damals noch nicht so deutlich sichtbar waren.
Einige Schüler wurden in dieser Zeit abgehängt, haben den Stoff nicht verstanden und hatten somit nicht die notwendigen Grundlagen für die nächsten Schuljahre, so dass der Unterschied immer besser sichtbar wurde.
Natürlich waren es nur wenige Schüler, die sehr gut waren und alles einfach so locker geschafft haben. In meinem Mathekurs mit ca. 22-25 Schülern in der Oberstufe gab es 2 Schüler, die extrem unterfordert waren (mein Nebensitzer und ich), einige mittelmäßige und einige eher schlechte Schüler und ca. 4-5 hoffnungslose Fälle, die nicht mal die elementaren Grundlagen aus der Unterstufe beherrscht haben.
EDIT:
das die teilung der klassen recht früh erfolgt halte ich auch für problematisch, aber grundsätzlich nicht für komplett fehlerhaft. das ganze system muss einfach durchlässiger gestaltet werden, so das ein schüler bei dem es eben erst in der 8. klasse "klick" im kopf macht auch die chance hat ab der 9. klasse aufs gymnasium oder die realschule zu wechseln.
Und wie möchtest du diese Durchlässigkeit ermöglichen? - Wenn in jeder Schule das für die Schüler passende Lerntempo und Unterrichtsniveau gewählt wird, fehlen einem Neuntklässler, der von der Realschule aufs Gymnasium wechseln will, viele Dinge, die auf dem Gymnasium einfach vorausgesetzt werden, obwohl er auf der Realschule noch nie etwas davon gehört hat.
Also müsste man, um eine größtmögliche Durchlässigkeit zu gewährleisten, das Gymnasium auf Realschul-Niveau absenken, wodurch die Trennung völlig überflüssig wäre.
Abgesehen davon, dass die Hauptschulen ohnehin zu einem Sammelbecken von Migrantenkindern, Chaoten und wirklich schwachen Schülern verkommen sind, so dass die allgemeine Lernatmosphäre mehr oder weniger im A**** ist, und Hauptschüler außerdem mit einem Versager-Image gebrandmarkt werden.
Das ist auch nicht überall so. In meiner Gegend sind die Hauptschulen nämlich die einzigen weiterführenden Schulen mit akzeptabler Klassengröße (z.B. max. 22 Schüler in meinem Nachbarort) und gerade aus meinem Nachbarort weiß ich, dass die Schüler auf der Hauptschule wirklich intensiv und individuell gefördert werden.
 

Benutzer29290 

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Ich war "dank" meiner Eltern trotz Gymnasialempfehlung 6 Jahre auf einer Gesamtschule bevor ich auf ein Oberstufengymnasium gewechselt bin und fand die Zeit auf der Gesamtschulen absolut grauenhaft. Als sehr gute Schuelerin wurde man absolut nicht gefoerdert und von den schlechteren Schuelern gnadenlos gemobbt. Es mag sicher auch bessere Gesamtschulen geben, aber ich wuerde mein Kind niemals auf eine Gesamtschule schicken.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
ich habe auch mitbekommen, wie schüler schon in der 8. klasse am gymnasium in mathe nicht mehr folgen konnten. aber die anzahl und das ausmaß am gymnasium sind einfach nicht mit dem an einer gesamtschule (bzw. der, an der ich mein praktikum gemacht habe) zu vergleichen. ich weiß nicht, inwiefern du da erfahrung hast. aber ich merke es bei meinen nachhilfekindern, ihren leistungen bzw. dem, was sie mir erzählen genauso. an meinem gymnasium gab es auch defizite, aber zumindest hatten alle ein mindestmaß an grundlagen, was in der gesamtschule teilweise erst langsam aufgebaut werden muss. was schon bedenklich ist, wenn ein 7. klässler nicht einmal mit der einfachsten bruchrechnung klarkommt. (original wortlaut aus einem gespräch mit einem erfahrenen mathelehrer meiner praktikumsschule.)

Und wie möchtest du diese Durchlässigkeit ermöglichen? - Wenn in jeder Schule das für die Schüler passende Lerntempo und Unterrichtsniveau gewählt wird, fehlen einem Neuntklässler, der von der Realschule aufs Gymnasium wechseln will, viele Dinge, die auf dem Gymnasium einfach vorausgesetzt werden, obwohl er auf der Realschule noch nie etwas davon gehört hat.
Also müsste man, um eine größtmögliche Durchlässigkeit zu gewährleisten, das Gymnasium auf Realschul-Niveau absenken, wodurch die Trennung völlig überflüssig wäre.

genau das ist ja das problem, das dieses system hat. eine möglichkeit wäre, dass es orientierungsphasen gibt, in denen eben geschaut werden kann, ob man dem tempo standhalten kann und den bis dahin "verpassten" stoff nachholen kann. vor und nach dem übergang müsste es spezielle angebote geben um defizite aufzuholen (einen sommerkurs, nachmittagsangebote, etc.). ob der schüler das dann wieder annimmt steht auf einem anderem blatt. würden wohl nur die wenigsten,weil es zu viel arbeit macht und bei einigen sicher auch der eigene antrieb fehlen würde. ein kurssystem zumindest in den hauptfächern und naturwissenschaften könnte entsprechende defizite gering halten, wobei da auch wieder das finanzierungsproblem steht, dass das gesamtschulsystem aber genauso hat. ich möchte an dieser stelle noch einmal auf die schule verweisen, der mit 190 schülern (einer klassenstärke von max. 22 schülern) der stundenpool allein in diesem jahr um 20 stunden gestrichen wurde, die jetzt im kurssystem und der kleingruppenförderung fehlen.
eine leistungstempo orientierte förderung ist momentan einfach in keinem der beiden systeme optimal. es müssten viel mehr gelder in die bildung fließen. sicherlich sorgt geld allein nicht für eine bessere schule (auch wenn die OECD studien teilweise den eindruck erwecken), aber es kann bessere vorraussetzungen wie mehr stunden und kleine klassen schaffen. dann könnte vllt. auch das gesamtschulsystem für alle besser funktionieren. unter den derzeitigen bedingungen halte ich das dreigliedrige system einfach für das effektivste.
 

Benutzer96961 

Meistens hier zu finden
Ich wäre ja mal dafür, dass wieder richtige Lehrer eingestellt werden und nicht nur welche, die danach aussehen. Problematisch ist nämlich nicht die Gliederung, sondern es sind die Lehrkräfte an den Haupt- oder Gesamtschulen, die einfach keinen Bock mehr haben.

Besonders in meiner Berufsschule hatte ich das Gefühl, dass man mir nichts beibringen wollte, sondern nur den Stoff runter rattert und Punkt. Also die eigene Begeisterung zur Arbeit fehlte mir total.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
ich finde es ausgesprochen gut, wie es in niedersachsen ist (oder war?) - 4 jahre grundschule, 2 jahre orientierungsstufe auf denen einem auch klar war, dass diese zwei jahre jetzt entscheiden, auf welche schule man später gehen wird, und dann die trennung auf haupt, real und gymi.

und generell: 100% für trennung! zumal diese trennung ja nicht endgültig ist: wer sich als überdurchschnittlich gut/unterdurchschnittlich schlecht erweist kann ja sowieso später noch wechseln/wird gewechselt.

aber sorry: ich hab definitiv keine lust, mein wissen und meine umgangsformen an hauptschülerniveau anzupassen, und selbige haben mit sicherheit auch keine lust - oder können es nichtmal - sich an das anzupassen, was auf meiner schule normal war.

ansonsten könnten wir ja gleich fragen, wieso wir die schüler überhaupt auf klassen aufspalten: haupt- und gymischüler zu mixen bedeutet doch nichts anderes, als das entweder die einen überfordert sind, oder die anderen unterfordert. oder was für übermenschen mit talent zur teilungsvermehrung sollen lehrer bitte sein?
da ich die lehrer nicht als übermenschen ansehe, kann man in dem sinne dann tatsächlich alle eines jahrgangs zusammenschmeissen.. spielt doch eh keine rolle mehr, wie sehr der unterricht auf den einzelnen schüler zugeschnitten ist. und zeit für individuen hat der lehrer eh keine mehr.

das is doch alles mal wieder so nen quatsch von wegen "alle menschen sind gleich" - sind sie aber nicht! und wer jetz grade empört aufschreit: na, kannst du mit einstein, röntgen, daimler, brandenburg oder reis - nur um nen paar beispiele zu nennen - mithalten?

einerseits pocht hier jeder auf "du bist ein individuum und damit was besonderes" - was für mich so selbstverständlich ist, dass es nichtmal erwähnenswert ist, und andererseits müssen doch alle menschen gleich sein und gleich behandelt werden...
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
in österreich bin ich definitiv für die gesamtschule, weil das mehrgliedrige schulsystem bei uns total kaputtEST ist.
 

Benutzer44981 

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ich habe auch mitbekommen, wie schüler schon in der 8. klasse am gymnasium in mathe nicht mehr folgen konnten. aber die anzahl und das ausmaß am gymnasium sind einfach nicht mit dem an einer gesamtschule (bzw. der, an der ich mein praktikum gemacht habe) zu vergleichen. ich weiß nicht, inwiefern du da erfahrung hast. aber ich merke es bei meinen nachhilfekindern, ihren leistungen bzw. dem, was sie mir erzählen genauso. an meinem gymnasium gab es auch defizite, aber zumindest hatten alle ein mindestmaß an grundlagen, was in der gesamtschule teilweise erst langsam aufgebaut werden muss. was schon bedenklich ist, wenn ein 7. klässler nicht einmal mit der einfachsten bruchrechnung klarkommt. (original wortlaut aus einem gespräch mit einem erfahrenen mathelehrer meiner praktikumsschule.)
Ich habe keine Erfahrung mit Gesamtschulen... aber viel größer als während meiner Schulzeit auf dem Gymnasium können die Leistungsunterschiede einfach nicht mehr sein.
Die hoffnungslosen Fälle in meinem Mathekurs sind auch noch in der Oberstufe vor jeder einfachen Bruchrechen-Aufgabe schreiend davongelaufen.
eine leistungstempo orientierte förderung ist momentan einfach in keinem der beiden systeme optimal. es müssten viel mehr gelder in die bildung fließen. sicherlich sorgt geld allein nicht für eine bessere schule (auch wenn die OECD studien teilweise den eindruck erwecken), aber es kann bessere vorraussetzungen wie mehr stunden und kleine klassen schaffen. dann könnte vllt. auch das gesamtschulsystem für alle besser funktionieren. unter den derzeitigen bedingungen halte ich das dreigliedrige system einfach für das effektivste.
Und genau da sind wir eben beim Hauptproblem unseres Schulsystems: Zu wenig Geld.
Natürlich muss nicht jede Investition ins Schulsystem notwendigerweise sinnvoll sein. - Aber verschiedenste Studien zeigen doch deutlich, dass die Staaten mit den besten Bildungssystemen viel mehr Geld für die Bildung ausgeben, woraus man schließen kann, dass auch in Deutschland viele sinnvolle Investitionen möglich wären.
Eine reine Umstellung auf ein Gesamtschulsystem ohne weitergehende Reformen und ohne deutlich mehr Geld fürs Schulsystem, würde die Situation sicherlich nicht verbessern.
Und beide Systeme (dreigliedrig oder Gesamtschule) könnten durch sinnvolle Investitionen deutlich verbessert werden.
Ich denke nur, dass in einem Gesamtschulsystem mit leistungsabhängiger Trennung in einzelnen Kursen das größere Potential steckt.
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
[...]
aber sorry: ich hab definitiv keine lust, mein wissen und meine umgangsformen an hauptschülerniveau anzupassen, und selbige haben mit sicherheit auch keine lust - oder können es nichtmal - sich an das anzupassen, was auf meiner schule normal war.

ansonsten könnten wir ja gleich fragen, wieso wir die schüler überhaupt auf klassen aufspalten: haupt- und gymischüler zu mixen bedeutet doch nichts anderes, als das entweder die einen überfordert sind, oder die anderen unterfordert. oder was für übermenschen mit talent zur teilungsvermehrung sollen lehrer bitte sein? [...]

Ersteres ist doch gerade ein Punkt FÜR die Zusammenlegung der Schulen?
Die Schüler werden ja in Kernfächern trotzdem getrennt unterrichtet, aber z.B. bei Kunst, Sport, Musik usw. finde ich die "sozialen Aspekte" wichtige als die Vermittlung von Kenntnissen, welche ja trotzdem stattfindet. Innerhalb der Klasse lässt sich immer noch differenzieren. Im Zuge dessen könnte man dann gleich noch mal die Inklusionsbemühungen erweitern...
Für mich wäre es bspw. total sinnvoll gewesen, am Gymnasium nicht die ganze Zeit bei Mathe zu hängen und ein großes "HÄ?" im Kopf zu haben, sondern in einem einfacheren Kurs wenigstens ETWAS zu verstehen. Und so gehts meiner Meinung nach allen, die in einem der Kernfächer schlechter als 2 sind. Denjenigen, die einfach überall gut sind, steht es ja frei, die A-Kurse zu besuchen.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
Ersteres ist doch gerade ein Punkt FÜR die Zusammenlegung der Schulen?
Die Schüler werden ja in Kernfächern trotzdem getrennt unterrichtet, aber z.B. bei Kunst, Sport, Musik usw. finde ich die "sozialen Aspekte" wichtige als die Vermittlung von Kenntnissen, welche ja trotzdem stattfindet. Innerhalb der Klasse lässt sich immer noch differenzieren. Im Zuge dessen könnte man dann gleich noch mal die Inklusionsbemühungen erweitern...
Für mich wäre es bspw. total sinnvoll gewesen, am Gymnasium nicht die ganze Zeit bei Mathe zu hängen und ein großes "HÄ?" im Kopf zu haben, sondern in einem einfacheren Kurs wenigstens ETWAS zu verstehen. Und so gehts meiner Meinung nach allen, die in einem der Kernfächer schlechter als 2 sind. Denjenigen, die einfach überall gut sind, steht es ja frei, die A-Kurse zu besuchen.
es geht ja nicht (nur) um den unterricht, sondern grade um die sozialen aspekte. und hätt ich diese lieben schlägertypen der hauptschule auch noch innerhalb der unterrichts um mich gehabt und nicht nur vor/nach der schule, wäre ich jedenfalls sicher garnichtmehr zum unterricht gegangen.

jeder da, wo er hingehört. ganz simpel.
 
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