Freunde Sehr schwierige Situation mit alter Freundin

Benutzer157234 

Meistens hier zu finden
Hallo ihr Lieben,
das Ganze ist recht komplex und ausufernd, ich versuche mich aber kurzzufassen.
Ich bin seit 18 Jahren mit A befreundet. A ist seit gut 25 mit B befreundet. B und ich kennen uns an sich auch schon gut 15 Jahre, hatten aber bislang nie wirklich Kontakt zueinander. Wir alle sind Ende 20.

A ist seit 2 Jahren mit einem Mann zusammen und eigentlich ebenso lange dreht sich jedes Treffen um diesen Mann. Leider nicht im positiven Sinne. So hungert sich A hier und da mal ins Untergewicht, weil er sie beleidigt, sie dick findet (sie hat eine schlanke Figur), jammert nur über die Beziehung, ihre Arbeit, ihr Aussehen, geht kaum noch raus usw. Über die Zeit waren B und ich immer für sie da, auch wenn wir beide in unserer Freundschaft zu A stetig zu kurz kamen. Unsere Belange waren unwichtig, wir waren beide abwechselnd eigentlich nur noch seelischer Mülleiner und es war keine Besserung in Sicht. A hielt B und mich auch immer voneinander fern und sprach bei mir über B auch oft sehr schlecht. Wenn ich mit A gerade weniger Kontakt hatte, hatte sie intensiven Kontakt mit B und andersherum.

Letztes Jahr suchte ich das erste Mal Kontakt zu B, da ich den Freund von A zufällig heftig flirtend mit einer anderen Frau in einem Club sah und nicht wirklich wusste, wie ich mit der Situation umgehen sollte (ich kenne As Ansichten und wusste, dass sie dieses verhalten sehr verletzen würde). Ich habe mich damals entschieden A so neutral wie möglich zu berichten, was ich gesehen hatte, ohne Interpretationen ("ich sah, wie er den Arm um die Frau legte, sich anlehnte...."). A war zu dem Zeitpunkt schon vollkommen beratungsresistent aber dankbar für die Info und ihr Freund hatte nie ein Geheimnis draus gemacht, dass er keinerlei Respekt vor mir hat und mich immer von oben herab behandelt, vorher schon. Mittlerweile hat er sie auch betrogen und sie auch mit etwas angesteckt.

Über die Zeit haben B und ich uns immer mehr um A gesorgt und so kam es, dass wir doch den Kontakt zueinander suchten. Uns einfach mal so getroffen haben, aber immer auch A eingeladen und Bescheid gegeben haben, damit sie sich nicht ausgeschlossen fühlte. Sie wollte sich aber nur selten anschließen.

Vor drei Wochen traf ich A. Sie war wieder sehr schlecht drauf, jammerte und war sehr destruktiv. Wir hatten eine kleine Diskussion, die für mich aber nicht schlimm war. Sie verabschiedete mich auch mit Umarmung, lud mich im Cafe noch ein und war normal, normal-destruktiv. Eine Woche später schrieb ich ihr, dass das letzte Treffen etwas blöd verlief und wie es ihr so gehe. Da teilte sie mir dann mit, dass sie derzeit keinen Kontakt zu mir wünsche. Keine Erklärung. Nichts.
Ich ließ es erst einmal auf sich beruhen und wollte mich sammeln, traf mich am gleichen Tag mit B. Sie fiel aus allen Wolken. Zwar hatte A vor einigen Tagen noch über mich geschimpft (ich hatte die Meinung vertreten, dass man in gewisser Weise veruschen müsse seine Lieben zu schützen, wenn sie es selbst nicht mehr können, ganz allgemein und mit einem Beispiel aus meinem Leben, das mit ihr nichts zu tun hatte. Über diese Meinung war sie wohl sauer), plante mich aber Tag vor meiner Nachricht an sie noch in eine gemeinsame Feierlichkeit Ende des Monats ein. B und ich beschlossen kurzfristig einen Tagestrip ans Meer. Wieder fragten wir A, ob sie mitkommen möchte.

A teilte B mit, sie wolle sich irgendwann sicher mit mir vertragen (ich weiß bis heute nicht, was ich überhaupt verbrochen konkret haben soll, B auch nicht), aber im Moment habe sie da keine Lust drauf und sie wünsche uns viel Spaß. Als ich für den Start des Trips bei B eintraf, hatte sie nachts eine sehr sehr böse Nachricht von A erhalten. Sie erwartete B, solle mich ausladen, denn A brauche diesen Trip, ihr gehe es so schlecht und sie habe bei B ja Vorrang. B verteidigte sich, A wurde nur noch saurer. B und ich fuhren dennoch, hatten einen schönen Tag. Durch die Fahrt verbrachten wir viel Zeit und sprachen auch über den Vorfall. Dabei kam dann heraus, wie extrem mies A über den jeweils anderen von uns sprach, in normalen Situationen, ohne Vorliegen eines Streits und eben wirklich böse Sachen. Ein paar, wenige Beispiele:

- mein Freund sei nur aus finanziellen Gründen mit mir zusammen, ich sei nicht attraktiv genug, als das ihn irgendwas anderes an mir interessieren könnte (wir führen eine binationale Fernbeziehung, ich sprach mit A nie über ihn, sie weiß die Eckdaten, aber da meine Beziehung anders als ihre gut läuft, wollte ich ihr das nie so auf die Nase binden, fremde Kulturen sindeh nicht so ihr Ding und der könne ja nix Gutes von mir wollen, er ist ja Ausländer)
- ich sei unattraktiv, die Menschen auf der Straße würden über mich lachen, weswegen sie sich manchmal schämt (ich sehe normal aus, 5-6 Kilo Übergewicht, nix was großartig auffällt)
- Bs Vater ist Vermieter und als dort eine Wohnung freiwurde, ich zeitgleich sehr unglücklich in meiner Wohnung war und wirklich verzweifelt gesucht hatte, beschrieb sie mich B als totaller Messi und rat ihr dringend davon ab, ihren Vater an mich vermieten zu lassen (B kennt meine Wohnung nun auch und konnte sich As Haltung absolut nicht erklären
- sie reichte Bilder von mir bei ihrem Freund, B und ihrem Bekannten rum und machte sich über mich lustig usw.

- B datet viel online, die Männer würden schlagartig das Interesse an ihr verlieren, wenn sie ihre Figur sehen würden (B sieht vollkommen normal aus), da sie nur Fakebilder in ihren Profilen hätte
- B nutze Menschen permanent aus und ließe sich von A dauernd zum Essen einladen
- B sei insbesondere in ihrer schweren Zeit so dick und unattraktiv gewesen, dass es kein Wunder wäre, dass ihr damaliger Freund sie betrogen habe

B und mich hat die Situation einander nähergebracht. Wir verbringen viel Zeit und wissen beide nicht, wie wir mit A umgehen sollen. Wir haben beide seit Wochen keinen Kontakt, A sucht ihn auch nicht, ist grundsätzlich aber die harmoniebedürftigere und diplomatischere von uns beiden. Wir beide schwanken zwischen "wir kennen uns so lange, es wäre schade" und "so was braucht kein Mensch".

Mir geht es mal besser mal schlechter. Ich bin froh, dass mich die Aussagen von A nicht in meinem Selbstwert kränken (früher wurde ich schwer gemobbt, stark depressiv und auch suizidgefährdet, daher ist das für mich echt ein gutes Ding, hehe), ich weiß, dass das alles mehr mit ihr und ihrer eigenen Unzufriedenheit zu tun hat als mit mir, dass ihr Äußerlichkeiten sehr wichtig sind, sie sich selbst nur darüber definiert und nicht fähig ist etwas schön zu finden, was nicht zu 100% ihrer persönlichken Ästhetik entspricht. Ich weiß, dass bei ihr viel Neid mit reinspielt. B wertet sie mehr charakterlich ab, bei mir dreht es sich vordergründig ums Aussehen. Keines ihrer Lästereien hat sonderlich viel mit der Wahrheit zu tun und manchmal denke ich mir, dass ich da drüber stehen sollte, es locker sehen sollte, das ihr Freund da eine große Rolle spielt. Er hat sie von Anfang an zu isolieren versucht, insbesondere mich schlecht gemacht usw. Aber mich enttäuscht es, dass sie kaum ein gutes Haar an mir lässt, vollkommen grundlos. Es ist wie gesagt rein gar nichts passiert.

B und ich überlengen manchmal den Kontakt selbst zu suchen, stellen aber fest, dass wir A nichts zu sagen haben... Was auch? Das Vertrauen ist so gebrochen, dass es eigentlich nichts gibt, was A sagen könnte.

Was will ich von euch? Ich weiß nicht recht, wie ich die Sache verarbeiten soll. Es nimmt mich mit. Ich bin sauer, traurig, enttäuscht, sauer... Kann oft nicht schlafen. Ich will nicht mit ihr reden und es ärgert mich, dass sie nichts versucht, um Kontakt zu finden. Es ärgert mich, dass ich insbesondere in den letzten Jahren für sie da war, mich sehr zurücknahm und sie das so mit Füßen tritt. Und dann gibt es die Momente, in denen ich mich daran erinnere, wie sie war, als sie noch nicht mit diesem Kerl zusammen war....

Das war so der (sehr) grobe Überblick. Ich hoffe ihr habt damit genug in der Hand, um mir etwas zu raten. Ich würde mir wohl raten, sie in den Wind zu schießen. Aber in 15 Jahren verbindet einen auch viel, eigentlich...
 

Benutzer35148 

Beiträge füllen Bücher
Dein eigener Rat scheint schon der richtige zu sein. 15 Jahre Freundschaft können helfen wenn es ein oder zwei Entgleisungen gibt, aber sie können nicht aufwiegen wenn es ein dauerhaftes krasses und unverschämtes Fehlverhalten gibt.

Man kann eine Freundschaft nicht erzwingen, und manchmal reichen auch weder kleine Geschenke, noch nette Gesten, noch gutes Zureden aus, um sie aufrecht zu erhalten. Irgendwann, wenn die Erkenntnis gekommen ist, dass diese Freundschaft aus dem Rude läuft, und man nur noch gegen Windmühlen ankämpft oder gar selber daran zugrunde geht, spätestens da ist der Zeitpunkt gekommen, nicht mehr an dieser Freundschaft festzuhalten.
Es tut weh, es ist enttäuschend, aber es geht dann leider nicht anders.
Du kannst natürlich B nicht sagen was sie zu tun und zu lassen hat in Bezug auf A.
Aber du kannst A wohl vergessen, wenn sie dich denn nun auch in Ruhe lässt.

Auch wenn es sehr schade ist, nimm es dir nicht zu Herzen, versuch am besten gar nicht mehr über A nachzudenken.

:engel:
 
G

Benutzer

Gast
Ich würde sagen: nur, weil die Frau ihr eigenes Leben nicht im Griff hat und von ihrem Typen permanent runtergeputzt wird, muss sie das nicht auf euch projizieren.

Ich würde ihr definitiv die "Freundschaft" kündigen. Ist ja eh nur eine Einbahnstraße.
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Wunderbar, dass sich die Freundschaft mit B als so krisensicher und ehrlich erwiesen hat. Das ist das Pferd, auf das ich setzen würde. A muss ihre Suppe selbst auslöffeln, ihr beide habt mehr als einen Strohhalm gereicht.
 

Benutzer157234 

Meistens hier zu finden
Ihr Lieben,
danke für eure Rückmeldungen. Es ist noch immer alles beim Alten. Allerdings fliege ich nächste Woch wieder für einige Zeit zu meinem Freund. Ich rechne schon damit, dass A in dieser Zeit Kontakt zu B suchen wird. Es kann also noch spannend werden. Sorgen um B mache ich mir da weniger. Sicherlich ist sie deutlich zugänglicher als ich, unsere frische Freundschaft würde ich aber selbst dann nicht in Gefahr sehen, wenn sich beide wieder vertragen sollten.

Ich habe mit der Sache noch immer zu tun, bin überrascht, dass es mich auf weniger und anderen Ebenen trifft, als ich gedacht hätte. Ich versuche auch viel mir darüber klarzuwerden, was und ob ich noch was von A will. Das hilft.

Würdet ihr irgendwann ein abschließendes Gespräch mit A suchen oder ihr schreiben oder würdet ihr es bei der Stille belassen? An sich weiß ich ja, dass A sich untypisch verhält und kann auch eine Depression nicht ausschließen, die hier vieles erklären würde. Zumal sie bereits eine Therapie begann, abbrach un sich zeitweise nur auf Medikation verließ. So ganz aus der Luft gegriffen ist es also nicht. Sollte man nach 15 Jahren auf so was Rücksicht nehmen?
 
G

Benutzer

Gast
Würdet ihr irgendwann ein abschließendes Gespräch mit A suchen oder ihr schreiben oder würdet ihr es bei der Stille belassen? An sich weiß ich ja, dass A sich untypisch verhält und kann auch eine Depression nicht ausschließen, die hier vieles erklären würde. Zumal sie bereits eine Therapie begann, abbrach un sich zeitweise nur auf Medikation verließ. So ganz aus der Luft gegriffen ist es also nicht. Sollte man nach 15 Jahren auf so was Rücksicht nehmen?
Ich würd's bei der Stille belassen. Meiner Erfahrung nach bringen Gespräche in solch festgefahrenen Situationen nichts mehr - schon gar keine Klärung.
 

Benutzer54465 

Meistens hier zu finden
Ich würde das Gespräch nur suchen, wenn sich an As Situation nochmal ändert, ihre evtl eine Sicht auf die Dinge gibt, die ihr ihre eignen Fehler klar werden lassen. Ich denke leider nicht, dass es in der jetzigen Situation etwas bringt. Wie lange ist jetzt Funkstille? Kann verstehen, dass dich das belastet. Meistens lässt es einen leider auch über längere Zeit nicht los.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren