Schwierige Beziehung

Benutzer108711 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo erstmal.
Ich führe seit knapp 2 Jahren eine sehr, sehr schwierige Beziehung und weiß nicht, ob es klug ist sie zu beenden oder ob ich einfach mehr an mir arbeiten muss, oder wenn beenden, dann weiß ich nicht wie ... usw.

Ich will jetzt erstmal den Verlauf meiner Beziehung schildern, möglichst kurz aber mit allen wichtigen Fakten.

Meine Beziehung besteht im Prinzip aus zwei sehr schwierigen Phasen. Beide haben bisjetzt etwa ein Jahr gedauert und irgendwie wirds nicht besser! :smile:schuettel:smile:

Erstmal will ich sagen, dass ich vor der Beziehung (da war ich 18 Jahre alt) zwar kein wahnsinning übglücklicher Junge war, aber auch kein wahnsinnig depressiver Mensch. Ich denke, ich war irgendwie "normal", d.h. mit meinem Leben zufrieden. Wenn ich mich zurückerinnere, war ich im Sommer vor unser Beziehung sehr glücklich, hatte ein sehr spaßige Zeit. :smile:

Dann hab ich Ende des Sommers meine erste (! das ist wohl wichtig) Freundin kennen gelernt. Ich kannte sie vorher gar nicht und hatte auch überhaupt keine Ahnung (!) wie man eine Beziehung führt. Hatte auch keine großen Ansprüche, wollt einfach mal eine Freundin haben und (das kann wohl keiner leugen, dass er darauf nicht irgendwann Lust hat :jaa:) natürlich auch mal mit einer Frau schlafen.

Der erste Monat war mit meiner Freundin auch noch ganz nett. Ich habe sehr viel Zeit mit ihr verbracht, wir haben uns den ersten Monat jeden Tag so viel es ging gesehen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich da auch noch Lust drauf und war zufrieden.

Dann hatten wir das erste mal Sex, was naja etwas missglückt ist. D.h. ich war wahnsinnig aufgeregt, hab mir halt vorher gesagt "Das darfst du nicht verhauen!" und sie hatte auch keine Erfahrung (war noch Jungfrau, obwohl sie 3 Jahre älter ist als ich, also zu dem Zeitpunkt schon 22).
Das war jedenfalls dann das erste, was nicht so geklappt hat, wie es sollte. Ab dann (aber nicht deswegen!) fing dann eine sehr unschöne Zeit an. Ich will das ganze jetzt mal in Stichpunkten zusammenfassen. Diese Phase ging etwa vom Sommer bis zum nächsten Frühling:

- Sie hat von mir verlangt, dass ich sie jeden Tag, ohne irgendwelche Ausnahmen, sehe. D.h. wir haben jeden Abend (365 Tage im Jahr) zusammen verbracht. Eine Ausnahme gab es nie. Wenn ich gesagt habe "Ich muss für die Schule lernen", hieß es "das kannst du doch nachmittags machen, wenn ich in der Uni Bin". Wenn ich gesagt habe "ich will Sport machen, Freunde treffen... etc." -> "Das kannst du doch dann und dann machen". Das ganze hat sich gesteigert bis sie irgendwann zu mir meinte "Entweder Freunde, oder ich als deine Freundin. Du bist keine Single mehr!".
Sprich ich musste (!) mein ganzes Leben auf ihr aufbauen.

- Irgendwann ging es so weit, dass ich ihr sagen musste (!), dass ich sie liebe. Jeden Tag wollte sie das hören.

- Ich musste es außerdem von selber wollen, mit ihr Zeit zu verbringen. Das musste ich immer so sagen, hat sie mir gesagt.

- Weil das erste mal Sex nicht so hingehauen hat, und auch die male danach nicht optimal liefen (ich war halt total verunsichert durch das verkoxte erste mal und wurde auch nicht sicherer, weil ... ->) hat sie mich deswegen oft fertig gemacht. Ich erinner mich noch einen Abend, wo sie mich 60 Minuten nonstop fertig gemacht hat. Sie hat mich als "Egoist" bezeichnet, weil sie irgendwie der Meinung war, ich würde am Sex nur an mich denken, (tatsächlich war das halt nen psycho krampf in meinem kopf, dass mein penis steif wird, ich nicht zu früh komme, lange durchhalte etc.), ich nichts kann "andere frauen hätten mich schon verlassen" etc.
Sie hat mich da 60 Minuten lautstark runter gemacht und ich habe in der Zeit nicht ein Wort gesagt (!). Nicht ein einziges Wörtchechen und sie nicht eine Pause gemacht. Danach ist sie gegangen und meinte zu mir "wenn du nichts bringst, dann muss sie es mit einem dildo machen". Ich glaube man kann sich vorstellen, wie es mir danach psychisch ging...
Das war natürlich der schlimmste Punkt an der Geschichte, aber sie hat mich sehr oft deswegen fertig gemacht.

- Obwohl ich ihr ständig sagen musste, dass ich sie liebe und obwohl sie von mir gefordet hat, dass ich meine Freunde nicht sehen soll und mit ihr alles machen soll etc., lief da noch etwas, was eigentlich gar nicht dazu passte:
Sie hat sich eigentlich nie etwas von mir sagen lassen und andere Leute, wie einen richtig miesen Schlägertypen aus unserem Dorf, über mich gestellt. Ein Satz vergess ich auch nie wieder "Wenn ich mich zwischen dir und (Name) entscheiden müsste, würde ich mich auf jeden Fall für ihn entscheiden!!!". Das hat sie gesagt, als ich es nicht mehr ertragen konnte, dass sie dauernd was mit diesem Typen macht.

- Eigentlich das schlimmste: Sie hat mir mein ganzes Leben schlecht geredet. Alles was ich gemacht habe, war scheiße. Meine Familie war scheiße und meine Hobbies waren auch scheiße. Teilweise hat sie sich in Lapalien reingesteigert. Z.b.:
Ich habe in der Schule immer Mittags in dem Cafferia, bei der Essensausgabe gegessen. Da ist sie fast durchgedreht "so eine Geld verschwendung. Meine Mutter hat mir immer 2 Brote mitgegeben die ich gegessen habe. Wie kann man so etwas nur tun. etc."
Das ist nur ein sinnloses Beispiel, wo sie sich richtig reingesteigert hat.

u.v.m natürlich. Diese Phase ging bis etwa Mai 2010. Dann folgte eine Phase wo sie Depressionen bekommen hat, (aufgrund von Studiumsabbruch, Problemem mit Eltern, Krankheit und Nebenwirkung von einem Medikament) die ging bis Ende Juli 2010.

Erstmal zur ersten Phase.

Frage 1: Warum hat sie sich so gegen über mir verhalten?

Meine Freundin ist seit Jahren (schon bevor ich sie kannte) immer leicht depressiv gewesen. (was sich dann im Mai in eine richtige Depression verändert hat) Dazu hat sie auch gewisse "Wurzeln". Ihre Mutter ist in meinen Augen (und in den Augen vieler anderer Nachbarn, etc.) eine Irre. Anders kann man es nicht beschreiben. Dreht halt bei jedem bisschen durch, schlägt ihren Mann und beleidigt Mann und Tochter. Teilweise dreht sie Wochen oder Monate durch und kommt aus dem anschreien nicht mehr raus. Totaler Wahnsinn, was da zuhause teilweise abgeht. Der Mann ist psychisch auch ziemlich am Ende und fühlt sich so klein, wie es seine Frau will.
Durch diese ganze Anschreierei zuhause und generell des "familiy-flairs" ist meine Freundin natürlich nicht gerade glücklich aufgewachsen. (Ich würde es da teilweise nicht einen Tag aushalten, wenn ihre mutter mal wieder durchdreht. Um ehrlich zu sein nicht 5 Minuten)

Aus irgendeinem Grund hat sie ihren ganzen Frust (so sagt sie es jetzt selber) an mir ausgelassen. Dazu kam Probleme mit der Arbeit bzw. Ausbildung und Studium. Dann Krankheiten, die lebensgefährlich waren. Irgendwie musste ich wohl darunter leiden. Warum sie das ausgerechnet an mir, ihrem Freund, auslassen musste weiß ich nicht.


Frage 2: Warum hab ich diesen ganzen Mist mitgemacht?
Man muss sich das so vorstellen, dass ich keine Vorstellung hatte, wie es in einer Beziehung läuft. Dazu hat sich so eine Art "Abhängigkeitsverhältnis" entwickelt. Ich habe mich schlecht gefühlt (weil es mir so eingeredet wurde!!), wenn ich nicht bei ihr war. Das war, so hat sie es mir beigebracht, nahezu verboten. Zuhause mal Ruhe zu haben vor der Freundin war tabu. Genauso bei Freunden, es war wie ein Vergehen. Also hab ich mich nur bei ihr "glücklich" gefühlt. Glücklich ist das falsche Wort, weil es eigentlich ausnahmlos immer Streit gab. Irgendwas stimmte ja immer nicht. Aber in meinem Bewusstsein war irgendwie verankert, dass nur wenn ich bei ihr bin, nichts verbotenes tu.

Phase 2: (Juli 2010 bis heute)
Ich habe dann im Sommer 2010 erstmal richtig realisiert, dass meine ganze Beziehung eine Katastrophe ist. Gemerkt, dass alles falsch läuft und mit Freunden erstmal richtig darüber unterhalten. Die haben dann meistens nur groß geguckt und konnten sich das nicht vorstellen. Zwei von drei Freundin hatten mit ihrer Freundin noch nie einen richtigen Streit. Wir hatten fast jeden Tag Streit bzw. es "lag etwas in der Luft".

Die Konsequenz war logisch, ich hab an der Beziehung gezweifelt und wollte sie verlassen.

Als ich sie das erste mal verlassen wollte, war sie am Boden zerstört und wollte sich umbringen. (Ist mit einem Messer von zuhause weggelaufen. War halt ne riesen Nummer, meine Eltern dachten was ist denn hier los (!?))

Da konnte ich sie natürlich nicht verlassen und dachte mir "naja vll wirds ja iwie noch".

Und sie hat sich tatsächlich geändert. Unzwar deutlich! Von grundauf. Es ging auch sonst wieder aufwärts. Ihre Krankheit war weg, ihre Mutter hatte sich in der Phase ma wieder kurz beruhigt, ein neues Studium fing an.

- Sie hat meine Hobbis akzeptiert
- Ich durfe meine Freunde sehen (Was für ein Luxus)
- Sie mochte meine Familie auf einmal. Nicht nur das, sie hat sogar 2 Monate (Juni bis Augst 2010 war das glaube) bei mir gewohnt. Ihre Mutter ist halt durchgedreht und sie hat es zuhause nicht mehr ausgehalten. Dort hat sie eine ganz andere Familie kennen gelernt. Meine Eltern streiten sich fast nie und führen eine wirklich vorbildhafte Familie. Wenn ich die mit ihrer vergleiche, kann ich nur sagen, besser geht es nicht. Auch wenn ich es mit meiner Beziehung vergleiche, leider. :schuettel:
- Sie hat mir nichts mehr schlecht geredet.
- Sie verurteilt ihr eigenes Verhalten von damals und hat sich mehrmals dafür entschuldigt.
- Kontakt zu diesem Dorfschläger hat sie natürlich auch abgebrochen und hasst ihn sogar, weil er halt absolut kein guter Mensch ist.

Trotz allem zweifel ich seit dieser Zeit an der Beziehung.
Es geht nicht in meinen Kopf, dass ich mit einer Frau leben kann, die mich damals so fertig gemacht hat.

Ich wollte sie jetzt insgesamt 4x verlassen. Wir wohnen seit September zusammen in einer Wohnung, und ich hatte schon 2x die Koffer vollstädnig gepackt. Jedes mal ist sie völlig zusammen gebrochen, hat Magenkrämpfe bekommen, geschrien und sonst was.

Sprich: Ich konnte es am Ende immer doch nicht tun.

Ich bin halt psychisch irgendwie mit der Frau "fertig". Ich kanns nicht beschreiben. Ich kann sie irgendwie nicht mehr lieben. So genau weiß ich auch gar nicht warum. Sie gibt sich mittlerweile alle Mühe, hat sich kompplett gewandelt, aber die Luft ist komplett raus.
Manchmal son kleiner Schimmer am Horizont "vll wirds ja doch noch was...", aber tief im Herzen spüre ich seit Monaten "das ist nicht die richtige für dich". :smile:geknickt:smile:

Bis März etwa war ich sogar psychisch total fertig und wollte sie innerlich dauernd verlassen, und hab ihr viele Sachen direkt gesagt. Warum sie früher so zu mir war, dass ich eine liebe Frau wollte, etc. :schuettel:

Habt ihr Ratschläge für mich?
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Puh, ganz harte Geschichte... Eines Vorweg: Es kann nicht sein, dass Du nur aus Angst dass sie sich etwas antut bei ihr bleibst. Das wäre ein Gefängnis und keine Beziehung. Es ehrt Dich, dass Du Dich um sie sorgst, aber Dein eigenes Wohl ist mindestens so wichtig wie ihres. Ich habe beim Lesen den Eindruck, dass eure Beziehung vermutlich nicht mehr zu retten ist....

Ist sie in therapeutischer Behandlung? Auch wenn es sich etwas gebessert hat, das wäre ein wichtiger Schritt. Ich denke da solltest Du ansetzen - und vielleicht auch überlegen ob Dir so etwas selbst helfen würde, mit dem Geschehenen umzugehen. Die ganze Geschichte darf nicht nur auf Deinen Schultern lasten. Du bist nicht für ihr Leben verantwortlich. Und wenn Du die Beziehung nicht mehr willst, einfach nicht mehr kannst, ist das keine Schande. Trenne Dich (Du könntest vorher bei einer psychologischen Beratungsstelle um Rat bitten, um vorbereitet zu sein) und lasse sie notfalls (bei so ner Aktion wie mit dem Messer) zwangseinweisen. Klingt hart, ist dann aber für euch beide das Beste. :hmm: Ich denke sie braucht ganz dringend psychologische Hilfe. Du kannst nicht der sein, der sie ihr Leben lang rettet. Und für Dich sollte Dein Wohl vorgehen.
 

Benutzer106617 

Meistens hier zu finden
Schließe mich brainie an. Du musstest das alles vermutlich deswegen ausbaden, weil sie dich behalten wollte. Ich denke, sie leidet unter extremer Verlustangst. Diese Angst frisst alles an eurer Beziehung auf. und wenn die Mutter eine solche "Irre" ist vermute ich schon fast, dass sich die Verhaltensweise der Mutter so in ihrem Denken verankert hat, dass sie nun im Umgang mit ihren Lebenspartnern genauso ist.
 

Benutzer108711 

Sorgt für Gesprächsstoff
Die Geschichte mit dem Messer und schwere Depressionen von ihr sind schon etwas her, so etwas würde sie nicht mehr tun. Dennoch würde sie natürlich vollkommen zusammen brechen, schreien und vermutlich wieder Magenkrämpfe bekommen. Umbringen würde sie sich nie, davon bin ich überzeugt.

Im Moment bin ja ich der, mit den psychischen Problemen, weil ich die Beziehung nicht richtig verarbeiten kann. D.h. so gesehen müsste ich in eine Behandlung. :zwinker: Aber für etwas zu kämpfen, mit einer Behandlung, was man innerlich nicht mehr liebt, ist natürlich von vornerein eigentlich totaler Schwachsinn. Ich bin dazu auch nicht psychisch instabil oder so. Ich zweifel nur an der Beziehung. Manchmal leicht, manchmal sehr deutlich, wenn mich Erinnerungen einholen.

"Ich denke, sie leidet unter extremer Verlustangst."

Ja, das tut sie.

"und wenn die Mutter eine solche "Irre" ist vermute ich schon fast, dass sich die Verhaltensweise der Mutter so in ihrem Denken verankert hat, dass sie nun im Umgang mit ihren Lebenspartnern genauso ist. "

Sie streitet oftmals ab, wie ihre Mutter zu sein. Sie will sich von ihrer Mutter auch fernhalten und war schon 2x in psychischer Behandlung. Leider war das jedes mal ein Schuss in Ofen. Die erste Psychologin hatte selber ein an der Waffel und hat sich während der Sitzungen immer mehr mit ihrer eigenen Katze unterhalten, als mit ihr. Dazu hatte sie einmal schlechte Laune und meine Freundin durfte dann drunter leiden. Ende vom Lied: Freundin musste während der "Behandlung" weinen und kam völlig verstört zu Hause an. Beim nächsten mal hat sie sich sogar dafür entschuldigt.
Da frag ich mich natürlich, was solche Psychologen eigentlich für Leute sind...
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Im Moment bin ja ich der, mit den psychischen Problemen, weil ich die Beziehung nicht richtig verarbeiten kann. D.h. so gesehen müsste ich in eine Behandlung. :zwinker: Aber für etwas zu kämpfen, mit einer Behandlung, was man innerlich nicht mehr liebt, ist natürlich von vornerein eigentlich totaler Schwachsinn.
vs
Ich zweifel nur an der Beziehung. Manchmal leicht, manchmal sehr deutlich, wenn mich Erinnerungen einholen.

Liebst Du Sie? Willst Du die Beziehung? Da werde ich aus dem was Du schreibst noch nicht wirklich schlau. So wie Du hier schreibst würde ich eher denken, dass Du eigentlich raus willst. Oder ist Dein Problem, das Geschehene zu verarbeiten? Wie ist heute euer Umgang? Ist besser wirklich gut oder nur besser? Wie stabil ist sie wirklich? Was fühlst und denkst Du?

P.S.: Dass ihre Therapien ein Reinfall waren ist natürlich scheisse, Du solltest deswegen aber nicht glauben, dass Psychotherapie immer ein Kack - und damit keine Option ist. Man sollte den Therapeuten und auch die Art der Therapie sorgfältig auswählen, dann kann es aber auch wirklich viel bringen. Gerade nachdem Du von der Vorgeschichte mit ihrer Mutter erzählt hast, denke ich immer noch dass ihr das gut tun würde - und Dir je nachdem auch, wenn Dich das Geschehene zu sehr belastet. Mit sowas sollte man idealerweise vor dem absoluten Ernstfall anfangen. Bevor man am Boden liegt.
 

Benutzer101124 

Benutzer gesperrt
Ich glaube, wenn du irgendwann mal richtig glücklich werden willst, musst du sie verlassen. Und je länger du damit wartest, desto mehr Zeit "verschwendest" du.

Es ist traurig. Aber du darfst dich nicht selbst verbiegen. Sonst bist du irgendwann auch nicht mehr wirklich anders als der Mann ihrer Mutter: Du gibst deine eigenen Bedürfnisse auf.

Sie kann einem leid tun. Aber du hast ihr schon zwei Jahre lang geholfen. Dir kann niemand einen Vorwurf machen. Mach dich lieber frei, dass eine Freundin kommen kann, die besser zu dir passt und mit der du auch mal eine "normale", glückliche Beziehung kennenlernen kannst.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Das ist in der Tat eine sehr schwierige Situation. :frown:

Ich scheue noch davor, dir da einen Rat zu geben. Vielleicht würde es helfen, wenn du ein wenig mehr darüber schildern könntest, wie sich eure derzeitige Beziehung noch gestaltet?

Wenn du bis März dich ständig mit dem Trennungsgedanken geplagt und ihr viele Dinge gesagt hast, muss sie ja auch reagiert haben. Wie sieht sie denn das ganze Problem? Weiß sie, dass deine Gefühle weg sind oder hast du ihr das so nicht sagen können, bzw. revidiert?

Wenn jemand an solch extremer Verlustangst leidet, kann man mit betreffender Person natürlich nicht mehr vernünftig über eine Beziehung sprechen. Das ist so, wie wenn man eine Bombe entschärfen soll und stattdessen die Nerven verliert - das geht dann nicht mehr.

Wenn die Verlustangst euer einziges Problem wäre, könnte man da jedoch sicherlich noch was machen, indem man an eurer Kommunikation arbeitet, mehr Vertrauen schafft und insgesamt mehr aufeinander eingeht. Eben mal ein bisschen als Paar zusammenwachsen, was eine schwere Krise überstanden hat.

Leider ist ihre Verlustangst aber nicht das einzige Problem, denn deine erkalteten Gefühle werden sich durch eine Verbesserung eurer Kommunikation nur schwer wieder herbeireden lassen. Ganz ehrlich gesagt sieht es nämlich ziemlich danach aus, als ob da bei dir nichts mehr für sie wachsen wird... :frown:

Auch wenn sie sich sehr bemüht, bleibt die Liebe leider noch immer grausam. Ehrliches Bestreben wird nur in den seltensten Fällen entlohnt und selbst wenn du es dir selbst wünschst, dass du sie dafür lieben könntest, ändert das nichts an der Tatsache, dass du sie als Person nicht mehr liebst.

Wenn ich über Auswege aus dieser Situation nachdenke, kommt mir folgende Alternative zur Trennung in den Sinn: Freundschaft!

Sie hat diese Verlustangst und du sorgst dich noch immer um sie, wenngleich du keine romantischen Gefühle mehr für sie hast. Wenn ihr euch nun trennt, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass ihr füreinander total aus den Leben des anderen scheiden müsst. Wenn ihr es gut durchsprecht, den Dingen Zeit lasst und ihr euch beide anstrengt, könntet ihr eine Freundschaft aufbauen, nachdem sie eine angemessene Zeit der Trauer für sich hatte und Distanz zwischen euch existiert.

Sie tut mir nämlich schon sehr Leid mit dieser Vorgeschichte und ich würde auch ihr gerne helfen. Wenn das mit der Familie bei ihr so katastrophal ist und ihr soziales Umfeld noch dazu aus Dorfschlägern und sonstigen Flatlinern besteht, dann ist nämlich das allerwichtigste, was sie nun braucht ein Freund!

Nicht so ein Freund, zu dem sie hinläuft, sich an ihn festklammert und mit in ihr Verderben zieht. Und gewiss kein Liebespartner, von dem sie sich sämtliche Bestätigung für ihr Leben holt und der als Mond um sie zu kreisen hat. Aber doch jemand, der sie mal auf ihren Weg begleitet und für sie da sein kann. Einer, der ihr "Stop!" sagt, wenn sie übertreibt und ihr ehrlich sagt, wenn sie sich in alte destruktive Verhaltensweisen verliert. Das würde viel helfen.

Und auch dir würde es vielleicht helfen, aus dieser Partnerrolle zu entkommen und diesen Druck loszuwerden, der in solch entarteten Beziehungen entsteht.

Das heißt natürlich nicht, dass das funktionieren wird oder das es gar einfach wäre. Es gibt auch in der Hinsicht immer diesen gewissen Punkt, wo man dann aus Selbstschutz ein klares Nein kommunizieren muss, was du leider nie gelernt hast. Da, wo man erkennen muss, dass Distanz ein Segen ist, welcher den kurzzeitigen Stress der Trennung wert ist. Ich halte dich aber für reflektiert und klug genug, dass du diesen Punkt spüren wirst, an dem es gefährlich wird. Denn du schreibst selbst viel über psychische Stabilität und wenn du merkst, dass es dich erwischt und du permanenten Schaden davonträgst, ist es kein Egoismus mehr, sich rigoros von diesen Menschen zu entfernen.

Wenn es aber nicht der Mensch selbst, sondern nur das Verhältnis zu diesen Menschen ist, was dich so belastet und du stark genug bist, diese Person noch weiter im Leben zu halten, dann genügt es vielleicht, dieses Verhältnis zu wandeln? :hmm:
 

Benutzer108711 

Sorgt für Gesprächsstoff
@Fuchs: Du hast eigentlich schon alles ganz gut getroffen.

Bin gerade ziemlich traurig, weil alles irgendwie so komisch läuft. :cry:

Meine Freundin ist zur Zeit im Krankenhaus, sie hat so eine chronische Krankheit seit ihrer Kindheit. Jetzt haben die festgestellt, dass sie unheilbar ist, ein Genfehler.
D.h. sie hat jetzt bis ans Lebensende so eine Immunschwäche und eine chronische Darmerkrankung, die auch dauernd Bauchschmerzen auslöst. Dazu haben die ihr gesagt, dass sie als Lehrer (macht das Studium) nicht verbeamtet werden wird, wenn sie solche Krankheiten hat.
Sprich: Sie ist wieder ziemlich down und die Probleme gehen weiter...

Wenn du bis März dich ständig mit dem Trennungsgedanken geplagt und ihr viele Dinge gesagt hast, muss sie ja auch reagiert haben. Wie sieht sie denn das ganze Problem? Weiß sie, dass deine Gefühle weg sind oder hast du ihr das so nicht sagen können, bzw. revidiert?

Sie sagt "aber ich geb mir doch jetzt immer Mühe. Denk doch nicht immer an früher". Stimmt auch, dass sie sich Mühe gibt.

Leider ist ihre Verlustangst aber nicht das einzige Problem, denn deine erkalteten Gefühle werden sich durch eine Verbesserung eurer Kommunikation nur schwer wieder herbeireden lassen. Ganz ehrlich gesagt sieht es nämlich ziemlich danach aus, als ob da bei dir nichts mehr für sie wachsen wird...

Das spüre ich leider auch.

Ich scheue noch davor, dir da einen Rat zu geben. Vielleicht würde es helfen, wenn du ein wenig mehr darüber schildern könntest, wie sich eure derzeitige Beziehung noch gestaltet?

Die letzten 3 Wochen waren "ok". Ok heißt, keine Katastrophe bzw. so:
Sie beschwert sich ab und zu, dass wir zu wenig machen oder ich keine Lust auf sie habe. (nicht sexuell, sondern einfach keine Lust mit ihr etwas zu unternehmen)

Ansonsten sehr langweilig.


Dazu kommt, dass ich mit ihr in diese neue Stadt gezogen bin. Ich bin selbstständig, da konnte ich überall arbeiten und bin letztes Jahgr im September einfach mit ihr mitgezogen.
Das Problem dabei: Ich kenne hier niemanden. Ein, zwei Leute, aber das werden auch nie meine besten Freunde werden.
Ich wohne fast 300km von zuhause weg und bin meist nur am WE zuhause, manchmal auch (wie jetzt gerade) drei Wochen hier und fühle mich wie in einer Isolationszelle. -> Auch ein Faktor, der dazu beiträgt, dass ich hier nicht unbedingt glücklich werde.


Im Prinzip will ich innerlich raus, alles hinter mir lassen. Aber ich kann es nicht so richtig. Dafür tut sie mir zu doll Leid. :geknickt:

Wenn ich sie verlassen würde, hätte sie nicht mehr viele Leute. Ihre Freundinnen sind damals weggezogen und jetzt in der neuen Stadt hat sie 2,3 neue Freundinnen gefunden. Aber dann hätte sie hier auch keine Wohnung mehr, müsste sich eine neue, kleine Wohnung irgendwo suchen.
Zuhause wartet dann ihre kranke Mutter, mit der es immer Streit gibt, sobald sie zuhause ist.

Dazu ihre Krankheiten etc. Sprich, wenn ich sie verlassen würde, würde für sie eine komplette Welt zusammen brechen (sie glaubt oder hofft immer noch, dass wir irgendwann heiraten, Kinder bekommen und alles. Halt wie im Bilderbuch. Trotz dieser ganzen Geschichte. ...)
Es ist wirklich eine arg schwierige Situation für mich.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ihre Geschichte ist hart, und ich verstehe, dass Du da mit Dir und Deinem Gewissen kämpfst... Aber:
Im Prinzip will ich innerlich raus, alles hinter mir lassen. Aber ich kann es nicht so richtig. Dafür tut sie mir zu doll Leid. :geknickt:
Mitleid ist keine Basis für eine glückliche Beziehung. Würdest Du das wollen? Dass jemand aus Mitleid mit Dir zusammen ist? :hmm: Und hat sie nicht irgendwie einen Freund verdient, der sie liebt? Ich verstehe Deine Sorgen und mit Sicherheit denkst Du, dass Du das größte aller Arschlöcher bist, wenn Du sie so verlässt... Aber hast Du, wenn die Gefühle auf Deiner Seite einfach nicht mehr stimmen wirklich eine Wahl? Ich denke da in die Richtung von Fuchs' gutem Beitrag: Wäre es nicht besser und ehrlicher, als Freund, aber eben nicht Partner für sie da zu sein?
Wenn ich sie verlassen würde, hätte sie nicht mehr viele Leute. Ihre Freundinnen sind damals weggezogen und jetzt in der neuen Stadt hat sie 2,3 neue Freundinnen gefunden. Aber dann hätte sie hier auch keine Wohnung mehr, müsste sich eine neue, kleine Wohnung irgendwo suchen.
Klar, es wäre hart, es gäbge Veränderungen. Aber, Du musst auch Dich selbst irgendwie glücklich machen. Willst du Dich für sie aufgeben? Komplett hintenanstellen? Obwohl Du sie nicht mehr liebst? Würde das auf Dauer funktionieren? Ich hab da meine Zweifel. :hmm:
Zuhause wartet dann ihre kranke Mutter, mit der es immer Streit gibt, sobald sie zuhause ist.

Dazu ihre Krankheiten etc. Sprich, wenn ich sie verlassen würde, würde für sie eine komplette Welt zusammen brechen (sie glaubt oder hofft immer noch, dass wir irgendwann heiraten, Kinder bekommen und alles. Halt wie im Bilderbuch. Trotz dieser ganzen Geschichte. ...)
Aber GERADE dann ist es doch wichtig, ihr nicht NOCH LÄNGER etwas vorzuspielen. Du denkst Du schonst sie. Aber irgendwann geht's für Dich dann gar nicht mehr - und dann wird sie Dir vorwerfen, warum Du nicht früher ehrlich mit ihr warst. Klar, das Timing ist beschissen. Du kannst auch nochmal abwarten bis sie aus dem Krankenhaus raus ist. Ein paar Tage in Dich gehen und überlegen was DU willst. Für Deine Zukunft. Für Ihre. Aber spätestens dann wird es Zeit mit Ihr zu reden. Ehrlich zu sein, zu Dir UND zu ihr. Sonst machst Du Dich unglücklich. Und sie mit. Und wenn es Lösungen ausser einer Trennung gibt, könnt ihr die nur zusammen finden... Wenn ihr beide noch an die Beziehung glaubt.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, kannst Du auch vorschlagen bei einer Paartherapie zu schauen ob noch etwas zu retten ist. Aber ich habe ehrlich gesagt den Eindruck, dass Deine Entscheidung längst gefallen ist, Dein Bauch und Dein Herz wissen, dass es so nicht mehr geht. Du musst nur den Mut finden, etwas zu tun. Die Situation ist übel und gemein. Aber ich glaube leider nicht, dass Du wirklich eine Wahl hast. :hmm:
 

Benutzer91202 

Verbringt hier viel Zeit
Puh...hört sich ehrlich total schwierig an :-x

Also das sie sich total geändert hat ist ja ein gutes Zeichen. Als ich den Anfang gelesen hatte dachte ich mir "das wird nie was" aber jetzt scheint sich ja alles zum guten zu wenden.

Aber du hast selbst gesagt, dass du sie nicht mehr lieben kannst, das du nicht verzeihen kannst wie sie damals mit dir umgegangen ist und das du der Meinung bist, das sie nicht die richtige ist und das du oft mit dem Gedanken spielst sie zu verlassen

Ich denke damit hast du dir die Frage schon selbst beantwortet !
 
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