Schere im Kopf?

Benutzer3277 

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Mit dem Begriff "Schere im Kopf" meine ich, dass man, wenn man etwas öffentliches schreibt oder anfertigt (Artikel für Zeitung, Internet-Blog, Film, Buch, Vortrag/Rede, Diplomarbeit, Karikatur usw.) sich überlegt ob man dies oder das lieber doch streicht, weil es zu kritisch oder mißverständlich sein könnte. Sprich, man schneidet einen Artikel lieber aus statt ihn zu veröffentlichen.

Also: Wenn ihr etwas für die Öffentlichkeit schreibt, kommt es vor dass ihr dann selbst etwas streicht, bevor ihr es veröffentlicht, um eventuellen Ärger zu vermeiden? :rolleyes:
 

Benutzer107106 

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Redakteur
Klar macht man das.
Den besten Schreibtipp den ich je bekommen habe war: Du musst so schreiben, dass der Leser den Text versteht und du nicht noch erst etwas erklären musst. Nach dem Motto "Das habe ich doch aber so gemeint". Bei einer misslungen E-Mail, kann ich dem Leser das natürlich in einer zweiten noch einmal genauer sagen, bzw, ihn anrufen. Bei einem Artikel/einer Diplomarbeit oder oder muss der Leser aber meinen Text ohne weitere Nachfrage verstehen. Also muss ich so schreiben, dass alles klar ist.
Um mich nicht ins Kreuzfeuer zu stellen, habe ich schon einige Texte und Artikel von mir am Ende doch sehr abgändert oder zurückgehalten. (Ich schreibe als Beruf). Ich möchte nachts auch noch schlafen können.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich halte das auch für etwas sehr normales und auch sicher nichts Schlechtes. Klar sollte man sich nicht jedes Wort und jede Meinungsäußerung verbieten um nur nicht anzuecken - es kann aber nie schaden, eigene Texte nochmal zu überprüfen. Sich zu überlegen ob das, was man sagen will wirklich ankommt, ob man gerade über sein Ziel hinausschießt, ob man damit jemanden verletzt den man nicht verletzen will, ob man missverstanden werden könnte, ob man damit wirklich das beim Leser erreicht, was man erreichen will, was der Text auslösen könnte und was er auslösen soll - und ob einem das Anliegen oder der Gag auch mal den möglichen Ärger wert sind.

Gilt - das nur am Rande - übrigens auch für solche Geschichten wie Posts in Foren. Bei kontroverseren Texten kann man sich da durchaus auch ab und an das Ganze erst noch mal durch den Kopf gehen lassen, bevor man - gerne mal im Affekt - das Knöpfchen drückt. Selbstzensur hat zwar nicht das beste Image, ist in dieser gemäßigten Form aber und an wirklich sinnvoll. Schreiben ist - wenn man mal im Schreibfluss ist - halt gerne Mal zumindest in gewissem Maße ein kreativer, emotionaler Akt. Das Ganze auch noch mal mit ein wenig mehr Abstand rational und analytisch zu betrachten bevor man es in die Welt entlässt (oder mal jemand anderen zu diesem Zwecke drauf schauen lassen), schadet da selten.
 

Benutzer72433 

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Also: Wenn ihr etwas für die Öffentlichkeit schreibt, kommt es vor dass ihr dann selbst etwas streicht, bevor ihr es veröffentlicht, um eventuellen Ärger zu vermeiden? :rolleyes:
nicht um ärger zu vermeiden, aber wenn ich beim erneuten durchlesen sehe dass ich übers ziel hinaus geschossen bin, der ein oder andere arschtritt zu viel im text enthalten ist oder die provokation so ausgeprägt dass der leser nur dicht macht anstatt nachzudenken - ja, dann streiche ich gelegentlich was oder formuliere um.
tendenziell schreibe ich schliesslich nicht um mir, meinen gedanken und meinen emotionen luft zu machen, sondern um bei dem leser etwas zu erreichen - wenn ich mir das selber verbaue wäre das schlicht dumm.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Sofern ich nicht in Echtzeit mit jemandem chatte, editiere ich alle meine Texte. Das bedeutet, ich lese sie noch einmal durch, prüfe kritisch auf Fehler und auch ob ich mich gut genug für den Rezipienten ausgedrückt habe. Im Netz ist man im wesentlichen das, was man von sich schreibt und daher erachte ich es wichtig, hier achtsam zu sein.

Ärger zu vermeiden gehört auch mit dazu, sofern ich nicht explizit auf Ärger aus bin.
 

Benutzer96776 

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Ja klar, manchmal nehme ich zu "harte" Formulierungen auch raus im Zweifel :zwinker:
 

Benutzer137374  (49)

Benutzer gesperrt
Mit dem Begriff "Schere im Kopf" meine ich, dass man, wenn man etwas öffentliches schreibt oder anfertigt (Artikel für Zeitung, Internet-Blog, Film, Buch, Vortrag/Rede, Diplomarbeit, Karikatur usw.) sich überlegt ob man dies oder das lieber doch streicht, weil es zu kritisch oder mißverständlich sein könnte. Sprich, man schneidet einen Artikel lieber aus statt ihn zu veröffentlichen.
Also: Wenn ihr etwas für die Öffentlichkeit schreibt, kommt es vor dass ihr dann selbst etwas streicht, bevor ihr es veröffentlicht, um eventuellen Ärger zu vermeiden? :rolleyes:
Wenn ich zB in Foren schreibe, sind meine Antworten mindestens um 25% aufgrund von Selbstzensur gekuerzt. Es haengt natuerlich vom Rahmen und Thema ab, wie stark das noetig ist. Und ich kriege trotzdem manchmal noch "Aerger" :zwinker: Bei wissenschaftlichen Arbeiten wie einem Buch, einem Vortrag oder einer Diplomarbeit schiene es mir insofern nicht notwendig, dass die Vorgaben so streng sind, dass man nichts "falsch" machen kann.
 
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