Schüchternheit bekämpfen

Benutzer98402 

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Hallo Leute,
ich habe kein Problem, ja richtig gehört, sondern mein Kumpel hat eines.

Er ist zwanzig Jahre alt und hatte noch nie eine Beziehung, an und für sich nicht schlimm, nur fehlt ihm auch jeglicher Kontakt zum anderen Geschlecht, zumindest zu fremden jungen Mädels.

Er ist sehr schüchtern, sehr sehr schüchtern, ich sehe das bei seiner Körperhaltung wenn er z.B. mit einem ihm bekannten Mädchen spricht, seine Körperhaltung vermag Schüchternheit, ja wirklich, sogar bei ihm bekannten Mädels ist es so (welche er z.B. schon länger durch Verwandte kennt). Aber gut...

Naja, ich sage ihm immer, dass er doch einfach über seinen Schweinehund springen soll und einfach mal mit Fremden reden soll, es passiert doch nichts dabei. Er kann sich einfach nicht dazu überwinden, auch mit Promille im Kopf, also nicht einmal Alkohol gibt ihm Lockerheit. PS: Ich animiere ihn natürlich nicht zum Trinken.

Er eilt dadurch nicht glücklich durch die Welt. Das weiß ich, da wir offen über Dinge sprechen und er mir mitteilte, dass er einsam ist.

Wie kann ich ihn dazu animieren? Gibt es dafür "Übungen"? Tipps?
Natürlich muss es auch in seinem Ermessen liegen, aber ein gut dosierter Arschtritt kann doch sicher einen kleinen Stein ins Rollen bringen..
LG
 

Benutzer26398 

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Er eilt dadurch nicht glücklich durch die Welt. Das weiß ich, da wir offen über Dinge sprechen und er mir mitteilte, dass er einsam ist.

Wie kann ich ihn dazu animieren? Gibt es dafür "Übungen"? Tipps?
Natürlich muss es auch in seinem Ermessen liegen, aber ein gut dosierter Arschtritt kann doch sicher einen kleinen Stein ins Rollen bringen...

Hmm als erstes hätte ich gefragt ob du dir sicher bist das er mit seiner Rolle nicht besonders glücklich ist... aber er sagt es ja scheinbar selbst, bzw. gibt es zu. Das bedeutet das er das Problem kennt!
Natürlich könnte man als Außenstehender sagen das er selbst schuld ist wenn er sein Problem kennt, darunter leidet aber nichts dran andert (oder ändern will???)

Will er denn etwas ändern? Ohne einen Willen seinerseits wirst du ihm kaum behilflich sein können! Verhält es sich nur bei Mädels so?

Letztlich ist er es der über seinen eigenen Schatten springen muss. Du kannst ihm nur dazu animieren, Hilfestellungen bieten etc. Fakt ist das aus einem extrem introvertierten Menschen kaum das extreme Gegenteil wird...

Da du scheinbar nicht so schüchtern bist kennst du doch sicher einge Leute mehr als er? Vielleicht könntest du ihn mit diesen Leuten bekannt machen, unternehmt was gemeinsam... integriere ihn in die Gruppe. Evtl. taut er so auf - von heute auf morgen wird das nicht funktionieren.
Evtl. hilft es wenn du deine Bekannten etwas "vorwarnst" und ihnen sagst das dein Kumpel echt in Ordnung ist aber ansonsten ziemlich ruhig ist...
 

Benutzer98402 

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Hmm als erstes hätte ich gefragt ob du dir sicher bist das er mit seiner Rolle nicht besonders glücklich ist... aber er sagt es ja scheinbar selbst, bzw. gibt es zu.

Ja, da bin ich mir sicher. Er wünscht sich sehr eine Freundin zu haben.
Dass er schüchtern ist gibt er auch selbst zu.




Natürlich könnte man als Außenstehender sagen das er selbst schuld ist wenn er sein Problem kennt, darunter leidet aber nichts dran andert (oder ändern will???)
Naja, ändern will....Das ist so ne Sache.
Schüchternheit kann man nicht von hier auf jetzt ändern, man muss daran arbeiten, aber vielleicht kann er sich nicht dazu überwinden, einen anderen Weg einzuschlagen.

Will er denn etwas ändern? Ohne einen Willen seinerseits wirst du ihm kaum behilflich sein können! Verhält es sich nur bei Mädels so?
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht konkret, aus seinem Munde habe ich noch nie gehört "Ich möchte daran etwas ändern!"
Eher nur die Aussage "Ich bin ja so schüchtern"

Die nächste Frage ist eine gute Frage!! Mir ist einmal aufgefallen, dass er z.B. bei einer älteren Person (ein alter Herr) auch sehr schüchtern war, und den Kopf immer Richtung Boden hängen lies, also ein sehr deutliches Zeichen der Schüchternheit.

Da du scheinbar nicht so schüchtern bist kennst du doch sicher einge Leute mehr als er? Vielleicht könntest du ihn mit diesen Leuten bekannt machen, unternehmt was gemeinsam... integriere ihn in die Gruppe. Evtl. taut er so auf - von heute auf morgen wird das nicht funktionieren.
Hmm, ich glaube, dass dies eher keine so gute Idee ist, da er eher an alten Freundschaften hängt und keine komplett neuen Freundschaften knüpfen mag.
Fällt mir gerade auf, dass das nicht gerade förderlich ist :/


Noch etwas zu seiner Person:
Er ist ein Waffennarr, d.h. er hat Waffen, schießt gerne, jagt im Wald. Er ist kein Amokläufer, sitzt also auch nicht nur zuhause rum, aber eben ein schüchterner Typ. Kann man da etwas herauslesen?
Auf der einen Seite die Schüchternheit, auf der einen Seite die Macht einen anderen umbringen zu können. (soll jetzt nicht heißen, dass er es tut. Sucht er dort Ablenkung?)
Bin leider kein Psychologe, wenn diese Infos nutzlos sind, dann belassen wir es dabei.:smile:
 

Benutzer53291 

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Ich kann ihn gut verstehen, da ich selbst eher der zurückhaltende Typ bin, wobei ich im Vergleich zu deinem Freund mich dann gar nicht mehr so zurückhaltend finde.
Unter Alkoholeinfluss hilft es deinem kumpel nicht sehr aus sich rauszukommen, dass ist bei mir anders, aber ich finde man sollte Alkohol auch nicht unbedingt dazu verwenden, um aus sich rauszuommen, weil ich glaube,wenn du wirklich die Schüchternheit überwinden wilslt, ist Alkohol nicht das Richtige Mittel.Denn man kann ja nciht jedesmal Alkohol trinken, wenn man jetzt jemand ansprechen will.Ohne Alkohol ist man dann ja doch wieder der Alte.

Also ich würd ihm raten, die Schüchternheit an sich als nichts negatives sehen sollte, sondern man eben ist wie man ist.Man sollte erstmal akzeptieren wie man ist.

Also ich mich mach mir auch immer zu viel Gedanken, wenn ich n Mädchen ansprech, aber habs trotzdem einfach mal getan mit Alkohol und ohne und das klappt schon.

Ich denk auch man sollte sich nicht son großen Kopf machen, weil man kennt den ja nicht, den man anspricht udn wenns dann in die Hose geht ists eh wurscht. Und wenn was draus wird umso besser.

Weiß nicht ob das weiterhilft, aber ich red mir manchma eifnach ein "Los jetz, ich mach das schon!".. so positives Gedanken können schon was bewirken. Optimistisch bleiben, es gibt genug Schüchterne Menschen auf dieser Welt und des ist kein Manko.

Im Berufsleben oder Studium lernen sich ja auch oft erst Partner kennen, und wenns passt, dann wird die Schüchternheit schon nichts ausmachen. Ich glaub, wenn man im Beruf die richtige trifft und beide merken, dass sie was füreinander empfiden, dann klappt das schon.

Hautptsach nicht einschüchtern lassen, denn manche versuchen schüchterne Menschen noch mehr einzuschüchtern und dann gilt Kontra geben.Nie was gefallen lassen!
 

Benutzer98402 

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Alkohol hin oder her, auch mit geschätzten drei Promille ist er zu schüchtern.
 

Benutzer26398 

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Hmm, ich glaube, dass dies eher keine so gute Idee ist, da er eher an alten Freundschaften hängt und keine komplett neuen Freundschaften knüpfen mag.
Fällt mir gerade auf, dass das nicht gerade förderlich ist :/
naja also komm... wenn er keine komplett neuen Freundschaften knüpfen mag dann wird er niemals andere Leute kennenlernen!


Noch etwas zu seiner Person:
Er ist ein Waffennarr, d.h. er hat Waffen, schießt gerne, jagt im Wald. Er ist kein Amokläufer, sitzt also auch nicht nur zuhause rum, aber eben ein schüchterner Typ. Kann man da etwas herauslesen?
Auf der einen Seite die Schüchternheit, auf der einen Seite die Macht einen anderen umbringen zu können. (soll jetzt nicht heißen, dass er es tut. Sucht er dort Ablenkung?)
Bin leider kein Psychologe, wenn diese Infos nutzlos sind, dann belassen wir es dabei.:smile:
das Thema würde ich mal komplett außen vor lassen - das hat nichts mit dem Thema zu tun...

Alkohol hin oder her, auch mit geschätzten drei Promille ist er zu schüchtern.
Alkohol ist sicher keine gute Idee in seiner Situation...

Wie gesagt - Schüchternheit legt man nur ab wenn man neue Leute kennenlernt - bzw. überhaupt bereit dazu ist. Ist er dazu nicht bereit wird er auch seine Schüchternheit kaum überwinden können... falls doch wird es ihm nichts bringen wenn er keine Leute kennenlernen will.

Mir scheint dein Kumpel ist tatsächlich etwas unglücklich - aber zugleich auch sehr bequem! Die wenigsten Probleme lösen sich ohne eigenes Zutun in Luft auf. Zumindest das muss ihm klar werden...
Außerdem denke ich schon das es eine gute Idee ist wenn du für ihn als Türöffner fungierst, ihn mit anderen Leuten bekannt machst etc. - oder schämst du dich für deinen Kumpel?
 

Benutzer98402 

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Nein, ich schäme mich nicht für ihn.
Vielleicht sollte ich das wirklich probieren, zumindest probieren, weiß nicht ob er so einwilligt.
Naja, dass er überhaupt keine neuen Freunschaften knüpfen mag ist vielleicht etwas übertrieben, aber ich kenne ihn schon lange und in dieser Zwischenzeit hat er keine komplett neue (gute!) Freundschaft aufgebaut, höchstens eine Bekanntschaft/Freundschaft, tendenz eher zu Bekanntschaft, denn mit Freunden redet man über alles und über solche Themen redet er, sowei ich weiß, nur mit mir.
 

Benutzer102677 

Sorgt für Gesprächsstoff
Also ich würd ihm raten, die Schüchternheit an sich als nichts negatives sehen sollte, sondern man eben ist wie man ist.Man sollte erstmal akzeptieren wie man ist.

Das ist schon mal ein erster Anhaltspunkt! Und Grundvoraussetzung für jeden weiteren Schritt!

Ich war (in manchen Bereichen bin ich es immer noch) früher auch ein sehr schüchterner Mensch. Was aber bedeutet "schüchtern"? Für mich bedeutete es, mich extrem unsicher und unwohl in meiner Haut zu fühlen.

Nun folgendes: Ich bin ein sehr ruhiger Mensch.
Jetzt ist es aber so, dass viele Menschen, die so nicht sind (sondern im Gegenteil: quirlig und aufgedreht sind), diese Eigenschaft lange Zeit abgelehnt haben. Meine Kindergärtner, Freunde meiner Eltern, "Freunde" aus Kindeszeiten, Lehrer, ... ALLE haben mir scheinbar (!) das Gefühl gegeben, dass diese Eigenschaft und somit ICH als Mensch nicht in Ordnung bin. Dass ich fehlerhaft bin.
Dass ich da natürlich erst recht nicht gerne auf andere zugegangen bin, weil diese dann ja meine "Fehlerhaftigkeit" bemerken hätten können, ist wohl irgendwie nachvollziehbar.

Ich (!) habe irgendwann aus eigenem Willen angefangen, meine Unsicherheiten abzulegen. Ich (!) habe Freunde gefunden, die mich so akzeptiert haben wie ich war/bin - auch in meinen "unsicheren" Situationen, Verhaltensweisen. Sie haben mir die nötige Sicherheit gegeben, ich konnte mich zu ihnen zurückziehen. Sie haben es zumindest versucht zu verstehen, wenn ich mich eben nicht getraut habe, einen Jungen einfach anzusprechen.
Durch diese Sicherheit habe ich (!) mich getraut, mich Situationen zu stellen, die mich als unsichere Person hätten bloßstellen können. Ich (!)habe klein angefangen und bin ab und zu einfach auf irgendwelche Personen zugegangen. Ich (!)habe nach und nach gelernt, dass mir diese fremden Personen -in der Regel- nichts böses wollen und positiv auf mich reagieren, mich jedenfalls nicht verstoßen, auslachen oder was ich in meinen schlimmsten Albträumen sonst so erwartet hatte.
Dieser Lernprozess ging so weit, dass ich heute beim Weggehen beinahe bedenkenlos Männer ansprechen kann, die mir gefallen. (Und welche Frau kann das schon von sich behaupten?)

Ich betone aber PROZESS.
Denn: Gewohnheiten legt man in der Regel nicht von heute auf morgen ab. Erst recht nicht sowas Komplexes wie Schüchternheit (ja, Leute, man kann schüchtern, ruhig, zurückhaltend und all die weiteren Begriffe, die gerne synonym verwendet werden, nicht in eine Schublade werfen!).

Ich betone "ich" deshalb, weil eine Veränderung von mir selbst ausgehen muss!
Wenn dein Freund sich nicht wirklich ändern will, kannst du daran nichts ändern. Im Gegenteil. Wenn du es ihm aufzwängst, kann es sogar sein, dass du's nur schlimmer machst.
Deshalb auf jeden Fall unbedingt folgender Rat: Respektier ihn einfach so wie er ist, biete ihm Rückhalt!
Mehr kannst du da wohl nicht machen.
Du kannst ihm höchstens immer wieder klar machen, dass du ihm helfen willst und es tun wirst, wenn er dich darum bittet.

Wo wir aber schon dabei waren:
Wieso ist denn dein Freund überhaupt schüchtern?
Was versucht er denn möglicherweise zu verbergen?
Warum ist er nicht selbstsicher? Was kann er an sich selbst nicht akzeptieren?

Das zu klären, kann vielleicht auch bereits ein kleiner Schritt sein, dass er ein wenig aus sich herausgeht, mehr er selbst wird.

Und übrigens Leute, um nochmal zu meinem "Thema" zurückzukehren:
Man muss nicht aufgedreht und quirlig sein, um Menschen gegenüber offen zu sein.
Man muss keine Quasseltante sein, um bedenkenlos fremde Leute anzuquatschen.
Man muss nur selbstsicher sein. Und das hat ganz sicher nichts mit dem Temperament zu tun!

Am wichtigsten ist es, man selbst zu sein und sich so zu akzeptieren wie man ist.
 
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