Süchtig nach Trauer ?

Benutzer150736  (23)

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Hallo liebe Community,
vor etwas über einem Jahr hat die Frau meines Lebens klargestellt, dass sie nichts mit mir zu tun haben möchte.
Natürlich kamen von Freunden die üblichen Ratschläge, also 'komm unter Leute', 'lenk dich ab' etc., was ich auch versucht habe... An meinen Gefühlen für diese Frau hat sich aber auch nach einem Jahr nichts geändert und da es mir deswegen sehr schlecht geht, bin ich auf die Idee gekommen einen Psychotherapeuten zu kontaktieren. Seit einem halben Jahr rede ich auch mit niemandem mehr darüber, da ich meinen Freunden damit nicht auf die Nerven gehen will. Doch jetzt, da ich mich dazu entschlossen habe etwas gegen meinen Zustand zu unternehmen, bemerke ich, dass ich mich an dieses Gefühl der Trauer, das ich empfinde wenn ich an sie denke, gewöhnt habe. Es ist schon eine Art Erleichterung wenn ich nach einem Tag alleine mit meiner Trauer sein kann. Meine Gefühle, wenn ich an sie denke, sind sehr zwiegespalten, denn einerseits liebe ich sie so sehr, dass nichts was ich hier schreiben könnte das auch nur annähernd beschreiben könnte, aber andererseits werde ich fast wahnsinnig, weil ich weiß, dass mein Leben ohne sie verlaufen wird. Ich war schon einmal kurz davor einfach mit allem Schluss zu machen, was letztendlich auch dazu geführt hat, dass ich einen Psychotherapeuten kontaktieren möchte. Das Gefühl "Freude" fühlt sich mittlerweile dumpf und leer an und ich bemerke, wie die Trauer stattdessen den Platz der Freude einnimmt und ich dadurch Gefühlsexplosionen erlebe, die mich mehr als überlasten. Kann es sein, dass ich traurig sein muss um glücklich sein zu können ?
 

Benutzer101504 

Benutzer gesperrt
Du hast dein Problem meiner Meinung nach schon recht gut erkannt.
Das Mädel hat dich glücklich gemacht und jetzt wo sie weg ist sind alle anderen Gefühle wie betäubt.
Anscheinend willst du aber was fühlen, da du aber nur überhaupt was fühlst wenn du an sie denkst, ist dir die Trauer, dass ihr nicht mehr zusammen seid lieber, als garnichts zu fühlen. Nun, das ist nicht ungewöhnlich, aber für dein Alter ist ein Jahr in diesem Zustand doch sehr lange. Du scheinst ein sehr emonotionaler Mensch zu sein und mit dem Taubheitsgefühl nicht umgehen zu können, also hast du dich dran gewöhnt dich in deine Trauer zu flüchten.

Das ist für eine Weile auch Ok, denn so kann man alles erstmal verarbeiten.
Abet ein Jahr ist zu lang! Du gewöhnst dich so sehr an dieses Trauergefühl, dass es immer schwieriger wird andere Gefühle zuzulasden und ohne es leben zu können.

Daher haben auch deine Freunde recht. Auch wenn es dir erstmal nichts zu bringen scheint, musst du dich wieder ins Leben stürzen. Versuch auch andere Gefühle zuzulassen, auch wenn sie im moment noch abgestumpft wirken. Knutsch mal auf einer Party rum, treff dich mit Mädels und Freunden. Musst ja nichts festes draus werden lassen. Versuch deine Trauer vielleicht sogar in Wut zu wandeln, dass sie dich so leiden lässt.
Beweis ihr, dass du auch ohne sie klarkommst und glücklich werden kannst, oder beweise es dir wenigstens selbst.

Du musst aus deiner Höhle raus! Der weg dir professionelle Hilfe zu holen ist da schonmal ein Schritt in die richtige Richtung. Aber vegetier nicht dein Leben, sondern LEBE dein Leben.
Du kriegst das schon hin.
 

Benutzer138875 

Beiträge füllen Bücher
Vorweg: JA, setze den Gedanken mit der Therapie in die Tat um! Du stellst selbst fest, dass Dein Verhalten selbstzerstörerische Züge annimmt. Nimm' die Hilfe eines Therapeutens in Anspruch!

Leid, wie in Deinem Fall in Form von Verlust, vermag tiefe Gefühlsempfindungen freizusetzen. Jeder kennt wohl das verzweifelte Gefühl von Trauer und hat dabei festgestellt, dass der seelische Schmerz es vermag, uns ans Mark des eigenen Bewusstseins zu führen. Übrigens der Grund dafür, warum uns Dramen eindringlicher fühlen lassen und dauerhafter aufrühren als Komödien.

Weil Deine Liebe zu ihr nicht erwidert wurde, scheint sie Dir nunmehr unmöglich.

Diese Partnerschaft, von Dir als hoffnungslos eingestuft, wird nun von Dir einseitig und geheim gelebt. Das macht sie umso weniger umsetzbar. Du hast Dich also entschlossen, diese Liebe für Dich selbst, im Stillen, weiterzuführen und in dieser Misere bist Du Dir selbst der einzig Verbündete. Und diese einsamen Wünsche spenden Dir eine Tiefe an Gefühlen, wie Du sie in vermeintlich wertloseren alltäglichen Situationen nicht mehr vorfindest. Siehst Du das Hamsterrad, in dem Du Dich aufhältst?

Ich glaube, dass Deine verzweifelte Liebe inzwischen das Zugangstor für Dein Bedürfnis nach Flucht darstellt.

Die von Dir beschriebene Unmöglichkeit dieser Liebe liefert Dir die entsprechende Motivation für eine Realitätsflucht, die Du inzwischen, wie Du schon erkannt hast, suchtartig betreibst. Und Du erkennst auch, dass Dich diese Sucht beraubt und Dein Seelenheil beeinträchtigt. Dann ist der zwangsläufig nächste Schritt, das Muster zu entlarven, das Dich in diese Gefühlsspirale gebracht hat und einen Weg zu finden, aus ihr zu entkommen.

Und deshalb: Geh' diesen nächsten Schritt und suche Dir einen Therapeuten! Alles Gute!
 

Benutzer6428 

Doctor How
Einerseits stimme ich Dark durchhaus zu, andererseits weiß ich nicht ob du nicht tatsächlich Depressionen hast.

Sicherlich wirst du selbst wissen, dass "traurig sein um glücklich sein zu können" blödsinn ist. Was du vielleicht nicht weißt ist: Man verliebt sich, man glaubt die Liebe seines Lebens gefunden zu haben, man trennt sich und stellt dann bei der nächsten fest, dass die Gefühle die man vorher hatte NICHTS im Vergleich zu den Gefühlen sind, die man dann aktuell hat. Ich hab das jetzt 2 Mal durch. Mittlerweile kann ich meine vergangenen Beziehungen (und auch die, die nix geworden sind) sehr objektiv beurteilen. Ich sehe wie unglücklich ich war und wie unglücklich ich geworden wäre, wäre ich mit den Damen zusammengekommen mit denen ich nicht zusammen war.

Du siehst das noch nicht. Du willst es auch nicht sehen, weil du im Augenblick mehr fühlst, als deinen Kopf zu nutzen.

Vermutlich wirst du mir das alles aber gar nicht glauben...wichtig ist aber -> lass dich von nem Therapeuten durchchecken!
 

Benutzer150736  (23)

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Daher haben auch deine Freunde recht. Auch wenn es dir erstmal nichts zu bringen scheint, musst du dich wieder ins Leben stürzen. Versuch auch andere Gefühle zuzulassen, auch wenn sie im moment noch abgestumpft wirken. Knutsch mal auf einer Party rum, treff dich mit Mädels und Freunden. Musst ja nichts festes draus werden lassen. Versuch deine Trauer vielleicht sogar in Wut zu wandeln, dass sie dich so leiden lässt.

Alles schon durch :geknickt: aber nach spätestens einer Woche haben mich die Gefühle immer wieder eingeholt... Und wütend könnte ich auf Sie niemals sein.
 

Benutzer101504 

Benutzer gesperrt
Alles schon durch :geknickt: aber nach spätestens einer Woche haben mich die Gefühle immer wieder eingeholt... Und wütend könnte ich auf Sie niemals sein.
Du musst dir schon viel mehr zeit lassen, als nur 1 Woche! Di bist seit einem Jahr in dem Loch, da geht das nicht vorbei, wenn man gerade mal 1 Woche mir Freunden was unternimmt!
 

Benutzer150736  (23)

Ist noch neu hier
So war das nicht gemeint, aber ist ja auch nicht so wichtig
 
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