Ritzen... Niemanden sagen?

Benutzer24817 

Verbringt hier viel Zeit
Geht wieder um meine gute Freundin und immer noch das gleiche Thema...

Ihre Therapeutin hat ihr dringend davon abgeraten, irgendwem davon zu erzaehlen, dass sie wieder ritzt, das wuerde die anderen Personen nur zu stark belasten...
Das man es nicht jedem erzählt ist ja klar, aber engen Freunden, denen man sich anvertrauen will? Kein Wunder, dass ich das nur auf Nachfragen rausgekriegt hab.
Bei meinem letzten Thread war ich ja schon davon ueberzeugt, dass diese Therapeutin ihren Namen nicht verdient, aber das macht schon fast den Eindruck, als wenn sie ihre "Kunden" auch in Zukunft bei sich haben will....

P.S.: Wenn wer eine Idee hat, wie ich ihr helfen kann (sie will ja aufhoeren, es kommen aber immer wieder Rückfälle), immer her damit :frown:
 

Benutzer27262  (37)

Verbringt hier viel Zeit
Zur Therapeutin, ich könnte mir folgendes vorstellen:
Wenn deine Freundin anderen vom Ritzen erzählt, dann macht man sich wie du Sorgen um sie. Das kann dann dazu führen, dass sich die Freundin auch noch dafür verantwortlich fühlt, dass sie andere Menschen mit ihren Sorgen belastet was zum erneuten Ritzen führt.
So in etwa könnte ich mir das zumindest vorstellen
 
K

Benutzer

Gast
An sich nachvollziehbar, aber ich habe noch nie gehört, dass so ein Tip ge-
geben wird. Ritzen wird i.d.R. als Hilferuf der Seele aufgefasst - auch von
Freunden. Die sind zwar nicht direkt in der Lage zu helfen, können aber durch
mitwissen und sich sorgen durchaus eine indirekte Hilfe geben.

Sie bilden ein "Web of Trust", ein Netz von Mitwissern und damit vertrauten
Personen, in das man sich fallen lassen kann. Mir sind Fälle bekannt, in denen
dann irgendwann die Gespräche (auch mitten in der Nacht) das Ritzen nach
und nach abgelöst haben.

Eine selbstgewählte Isolation um andere nicht zu belasten - die sich sicherlich
gerne so "belasten lassen", wissen sie doch von den wirklichen Problemen des
oder der Betroffenen - würde ich für wenig hilfreich halten.

Aber gut, _ich_ bin kein Therapeut. Ich bin nur Freund und Zuhörer.

LG
 

Benutzer31690 

Meistens hier zu finden
Und wenn Freunde das jetzt zufällig mitbekommen, fühlen die sich nicht ganz ernst genommen *befürcht*
Ich finde, man muss mit Freunden über alles reden können und es belastet die anderen vermutlich mehr, wenn sie merken, da ist irgendwas, aber nicht genau wissen was.
 
K

Benutzer

Gast
Also ich weiss nicht, ich habe diese Krankheit leider auch... deshalb sprech ich ein wenig auserfahrung obwohl ich net zu ner therapeutin gehe...
Also erstens einmal es ist verdammt schwer jemand anderem davon zu erzählen so wars auf jedenfall bei mir... wissen auch nur 2 personen... Ok bin auch männlich und da ist es vieliecht schwerer so etwas denbesten freundin erzählen... aber auf jedenfall wenn andere leute davon wissen hat man weniger druck auf sich.. man muss nicht immer aufpassen das jah auch niemand nur ein schnittchen sieht oder so ähnlich... ausserdem derjenigen person der mans erzählt sollte man das nicht einfacht so erklären sondern ihnen auch seiten geben wo sie sich informieren können sonst verstehen sie es eh nicht... z.B Rotelinen.de ist eine gute seite dazu (spreche hier wieder aus eigener erfahrung)
Ausserdem zu ner therapeutin würd ich so oder so nicht gehen wenn niemand davon erfahren soll und eine therapeutin sollte so etwas auch nicht sagen. Was ist wohl schlimmer ein mensch der ne tonne halten oder noch 10 andere personen die noch die hälfte davon abnehmen?
Also meiner meinung nach sollte deine Freundin einfach wenn sie das so gut anderen erzäheln kann sich 5 gute vertrauenswürdige freunde suchen oder so und denen das erzählen aber so das anchher nicht die ganze schule von weiss... das ist nie gut naja wenn weitere fragen hast kannst mich gern fragen
Hau rein und viel glück deiner freundin
MFg aus der schweiz
 

Benutzer28726  (31)

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Ähm, ritzen? Und sie solls keinem sagen?
Ähm, bei mir war das sehr offensichtlich das es sogar der letzte Depp gesehen hat.
Die ganze Hand war voller Schnitten.
Naja, wenn sie meinen.
Also, ich wüsste nicht wie du ihr helfen kannst.
Mach einfach das was dein Magen sagt.
 

Benutzer24817 

Verbringt hier viel Zeit
Kringel schrieb:
z.B Rotelinen.de ist eine gute seite dazu (spreche hier wieder aus eigener erfahrung)
Danke, die Seite guck ich mir durch... Falls die Seite noch wer sucht, die richtige komplette URL ist www.rotelinien.de

killerzelle schrieb:
Ähm, bei mir war das sehr offensichtlich das es sogar der letzte Depp gesehen hat.
Sie ist so "geschickt", dass sie es jetzt im Sommer an den Beinen macht...

Insbesondere auch vielen Dank an den PN-Schreiber.
 

Benutzer31692  (37)

Verbringt hier viel Zeit
Also mein Therapheut (bei dem ich jetzt schon seit über einem Jahr bin und der wirklich ausgesprochen gut ist, ich habe schon weitaus inkompetentere erlebt) hat mir vor einiger Zeit mal geraten beim Krafttraining meinen Arm nicht allzu deutlich zu zeigen, also zumindest den Oberarm (welcher um einiges "schlimmer aussieht als der Unterarm) immer zu bedecken, weil es eben genug unreife Menschen gibt die mit SVV nicht umgehen können und einem damit sogar uU aufziehen, was wiederum zu Selbstvorwürfen, Scham usw. führt, woraus ein Rückfall ins selbstverletzende Verhalten resultiert.
Aber ich bin mir sicher das er mir niemals gesag hätte das ich mit niemanden darüber sprechen soll, denn das Leid in Worte fassen und nicht durchs Schneiden sondern durch Worte zum Ausdruck bringen, das ist der erste Schritt zur Genesung.
Denn mit Menschen die einem gut kennen und denen man vertraut kann und sollte man auf jeden Fall über das Schneiden an sich, wie auch über die Auslöser für das Verhalten sprechen.
Wenn du mich fragst scheint die Therapeutin wirklich ihren Beruf verfehlt zu haben.

Pontos schrieb:
Wenn wer eine Idee hat, wie ich ihr helfen kann (sie will ja aufhoeren, es kommen aber immer wieder Rückfälle), immer her damit :frown:

Richte ihr erst mal aus das sie nicht auf den Schwachsinn hören soll, welchen ihre Therapeutin ihr da erzählt. Sie soll mit den Menschen denen sie vertrauen kann sprechen, denn wie ich schon geschrieben habe ist der erste Schritt in Richtung Genesung, Worte für sein Leid zu finden. Emotionen durch Worte und nicht durch Schnitte zum Ausdruck zu bringen.
Das einzige was du tun kannst ist:
Zuhören.
Wenn möglich ohne Kommentare abzugeben. Einfach nur zuhören und evtl. die betroffene Person einfach in den Arm nehmen und eine Weile halten.
Dadurch erfährt sie etwas was sie anscheinend seit sehr langer Zeit nicht mehr bekommen aber dennoch sehr gebraucht hat: menschliche Zuwendung und Nähe. Das Gefühl etwas Wert zu sein. Manchmal bewirkt so eine Umarmung viel mehr als tausend Worte, vorrausgesetzt sie ist dazu bereit. Aber das merkt man in den meisten Fällen im Laufe eines Gespräches.
Ich wünsche dir viel Glück.
 
M

Benutzer

Gast
ich denke, dass die therapeutin nicht unbedingt unrecht haben muss. vielleicht hat deine freundin sie auch nur falsch verstanden. oder es mit anderen worten gesagt, als ihre therapeutin meinte. so unrecht hat die therapeutin nämlich gar nicht wenn sie deiner freundin rät es nicht gleich jedem auf die nase zu binden. es kann nämlich gut sein, dass es wieder auf deine freundin zurück fällt und sie dadurch wieder in eine stimmung kommt in der sie sich selbst verletzt. dadurch dass sie anderen davon erzählt, weckt sie sorge in anderen, und fühlt sich dadurch wieder schuldig.
wie wär´s denn, wenn du vielleicht mal mit zu der therapeutin gehst und fragst, wie du deine freundin unterstützen kannst(natürlich nur, wenn deine freundin das möchte)?
und weisst du, ob das bei deiner freundin vielleicht "borderline" oder eine andere persönlichkeitsstörung ist?
 
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