Rien ne va plus

Benutzer153093  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich weiß grad nicht weiter: Nichts geht mehr. Ich hab das Gefühl, dass nichts, was ich tue mich weiterbringt. Ich habe keine Ahnung, was ich will, hab keinen Job, keine Wohnung, keine Beziehung. Und am meisten stört mich, das mich das alles so fertig macht. Ich will nicht so sein. Ich will nicht traurig sein, ich will nicht jammern, ich will nicht zu laut lachen, weil ich sonst womöglich heulen müsste. Ich will fröhlich und optimistisch sein - aber ich schaff es einfach nicht.

Baustelle 1: Seit ich mit der Schule fertig bin, komme ich einfach nicht weiter. Ich lande dauernd bei irgendwelchen (unbezahlten) Praktika, ohne aber anschließend eine Aussicht auf eine fixe Stelle oder sonst was zu haben. Und einen ordentlichen Job find ich schon garnicht. Und es fällt mir immer schwerer, mich irgendwo zu bewerben, weil ich inzwischen selbst das Gefühl habe, dass ich einfach nichts kann.
Ich hab mich dieses Jahr endlich (wieder) aufgerafft, Aufnahmsprüfungen auf der Fachhochschule zu machen - aber da will mich keiner.

Baustelle2: Ich wohne seit 5 Jahren mit meiner Familie ca. 80 km weit weg von dem Ort, wo sich eingentlich mein gesamtes Leben abspielt. Ich war dort in der Schule und hab auch jetzt meinen Freundeskreis dort. Momentan verbringe ich jedes Wochenende dort. Aber jedes Mal muss ich dann entweder alleine nach Hause fahren oder ich lande bei irgendeiner Freundin auf der Couch, was zwar ok ist, aber wenn das jedes wochenende so läuft fühl ich mich erstens lästig und zweitens ist es einfach anstrengend, weil man da doch nicht so gut schläft. Ich möchte so gerne umziehen, aber ohne Job ist das natürlich schwierig, auch weil mir da natürlich keiner eine Wohnung vermieten will.

Baustelle 3: Etwas, das mich in letzter Zeit sehr beschäftigt: Ich habe noch nie jemanden geküsst, der mir etwas bedeutet (hat). Ich habe zwei mal einen Mann geküsst, oder besser gesagt mich küssen lassen. Der Erste hat mir eigentlich garnicht gefallen - aber ich war ein bisschen betrunken und einfach so froh, dass mich doch endlich einmal irgendjemand küssen will. Und der zweite war zwar ganz süß, allerdings weiß ich bis heute nicht mal seinen Namen. Und beide haben anschließend ganz schnell das Interesse verloren.
Ich wünsche mir einfach so sehr jemanden, der mich einfach mag und mir das auch zeigt. Dazu kommt, dass ich momentan auch ein bisschen Angst habe, mich zu verlieben - die letzten Male ist das ordentlich schief gegangen (kurz zusammengefasst: die letzten beiden waren schwul). Und ich fühl mich so allein.

Ich schaffe es einfach nicht, in einem der Bereiche etwas zu ändern und habe aber das Gefühl, dass sich nirgends was ändern kann, solange sich in den anderen Bereichen nichts tut. (Der Satz war ein bisschen wirr, aber vielleicht versteht ihr trotzdem, was ich meine.)
Ich fürchte mich auch immer mehr, etwas zu probieren - sei es eine Anfrage für eine Wohnung zu schicken, oder mich irgendwo zu bewerben - weil ich so oft enttäuscht worden bin. Außerdem kommt, wenn es dann wieder nicht klappt, dann wieder alles hoch, was bei mir nicht gut läuft - und ich weiß nicht, wie oft ich das noch aushalte.

Ich weiß eigentlich garnicht, worauf ich hinaus will. Ich hoffe einfach, dass jemand etwas sieht, was ich nicht sehe, oder dass jemand einfach weiser als ich ist und mir vielleicht DEN Tipp geben kann. Ich höre meistens: Du bist ja noch so jung - allerdings fühlt sich das erstens nicht so an, vor allem wenn es drum geht, dass ich noch nie eine Beziehung hatte. Und zweitens ändert das nichts daran, dass es oft so weh tut.
 

Benutzer17409 

Meistens hier zu finden
Wie alt bist du ?
Welchen Schulabschluss hast du ?
Was ist seit dem Schulabschluss geschehen in deinem Leben ?
Was ist ein ordentlicher Job für dich ?
 

Benutzer153093  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich bin 20. Ich hab Matura (oder Abitur). Ich hab seither wie gesagt mehrere Hospitanzen/ Praktika gemacht (im Theater, zuletzt beim Radio). Und ein ordentlicher Job ist einer, bei dem ich eine sinnvolle Aufgabe habe und dafür auch angemessen bezahlt werde.
 

Benutzer34914 

Meistens hier zu finden
Hi,

das klingt alles ziemlich hart, aber Du darfst Dich davon nicht runterzeihen lassen. Wenn Du keine Ahnung hast was Du willst musst Du dir erstmal bewusst werden was Du willst. Im Grunde kannste deine Situation so vergleichen, dass dein Leben ein Schiff ist und planlos umher fährt ohne einen festen Kurs.

Zu Baustelle Nummer 1: Wieso sollte die eine Fachhochschule net wollen? Wenn Du eine Aufnahmeprüfung ablegen musst ist diese ausschlaggebend in Kombination mit deinem Schulabschluß ob Du nen Platz bekommst. Wenn es bei einer Hochschule net klappt, bei anderen versuchen, auch die was weiter entfernt sind. Das mit den unbezahlten Praktika ist leider eine miese Sache geworden in unserer Gesellschaft, aber im Grunde im Vorfeld was ausmachen mit festen kurzem Zeitrahmen. Und immer weiter bewerben irgendwann kommt nen positiver Besscheid. Gibt viele die bewerben sich mit sehr guten Abschlüssen jahrelang und bekommen erst spät was, Schuld liegt an der Wirtschaft da diese den Arbeitsmarkt kaputt machen, aber da müssen viele durch und da biste net allein.

Zu Baustelle 2: Mal daran gedacht in ne WG zu ziehen und mit nem Aushilfjob und finanzieller Unterstützung der Eltern das ganze zu finanzieren?

Zu Baustelle 3: Ist nen schwieriges Thema, aber ich glaube es wäre erstmal wichtiger deine Grundstrukturen im Leben zu festigen mit den Bereich Job und ggf. Auszug in eigene Wohnung. Wenn das steht, wirst Du wesentlich mehr Selbstbewusstsein haben und auch ausstrahlen, was Dir hilft Leute kennen zu lernen auch auf der Beziehungsebene. Und lass dich von den 2 vorherigen Erlebnissen nicht verunsichern, hake es ab und verbuch es unter Erfahrung.

Und wenn Du meinst, dass Du das alles allein nicht schaffst, nimm Hilfe in Anspruch. In einer Therapie helfen Sie einen wie man sein Leben in die richtige Richtung bringt, sich motiviert und mit Rückschlägen umgeht. Zudem ist es in meinen Augen keine Schwäche, wenn man sich professionelle Hilfe in dieser Form holt, mir hat es sehr geholfen.
 

Benutzer69465 

Verbringt hier viel Zeit
Ich kann dich total gut verstehen und mir geht es in vielen Punkten sehr, sehr ähnlich - man möchte optimistisch sein, um sein Leben besser gelaunt zu leben und um überhaupt genügend Elan zu haben um seinen Kram auf die Reihe zu bekommen (Job, Wohnung, Beziehung). Bin nur ein paar Jährchen älter als du und stehe bzw. stand vor fast identischen Problemen. Da ich diese leider noch nicht gelöst habe, bzw. diese Fragestellungen immer wieder in meinem Leben auftauchen, kann ich dir leider keine optimalen Tipps geben. Aber vielleicht hilft es dir zu sehen, dass du nicht alleine bist mit deinen Sorgen und Baustellen :smile:

Zu Baustelle 1: Nach meinen Studium im Medienbereich war es auch echt schwer, einen Job zu finden. Job 1 habe ich über einen Verwandten bekommen, musste dafür allerdings an den Arsch der Welt umziehen. Wollte dann wieder näher an meine Heimat ziehen und habe eine Art "Zusatzausbildung" bzw. eine Art Praktikum gemacht, das mir total gut gefallen hat (war auch näher an meiner Heimat). Leider wurde ich dort nicht übernommen und war dann arbeitslos. Habe monatelang gesucht bis ich einen richtigen Job gefunden hatte, der mal seriös bezahlt wird und das sogar in meiner Heimatstadt! Dort am Ende der Probezeit leider eine betriebsbedingte Kündigung bekommen (dem Unternehmem geht es nicht gut) und jetzt steh ich auch wieder mal ohne Job da. Motivation für erneute Bewerbungen und das Selbstwertgefühl sind natürlich absolut im Keller aber ich werde wieder kämpfen!


Auch wenn es schwer ist: Du musst daran glauben, dass nach einer schweren Zeit voller Unklarheiten auch wieder schönere Zeiten kommen!

In welchem Bereich möchtest du denn eigentlich arbeiten? Gibt es ein Praktikum, was dir gut gefallen hat und dir gezeigt hat, welcher Job etwas für dich wäre?

Zu Baustelle 2: Ist und war bei mir fast genauso. Penne und pennte auch dauernd bei meinem besten Kumpel, der das Glück hat, immernoch in unserer Heimat zu wohnen und dort total sicher verwurzelt zu sein mit Familie, Job, Beziehung. Mich hat es an verschiedene andere Orte verschlagen. Ich beneide ihn so sehr und weiß nicht, wo mich die Zukunft beruflich hinführen wird. Du hast recht, es ist sau anstrengend mit der ganzen Fahrerei und man schläft einfach weniger erholsam als in der eigenen Wohnung. Und man möchte seinen Freunden nicht zur Last fallen... bei meinem Kumpel gibts schon ein Gästezimmer quasi nur für mich :ashamed:


Diese Baustelle kann gelöst werden, wenn du einen Job in Heimatnähe findest und dir dann eine Wohnung suchst. Habe ich ganz genauso gemacht. Habe nach Jobantritt in meiner alten Heimat erstmal einen Monat im Hotel gewohnt, bis ich dann dort meine Wohnung gefunden habe. (Schwieriger Wohnungsmarkt) War auch ätzend und hart, aber da musste ich nach dem Tod meiner Mutter leider auch noch durch (hätte ja sonst erstmal bei ihr wohnen können...)


Zu Baustelle 3: Auch hier geht es mir quasi genauso wie dir. Habe quasi keine wirkliche Erfahrung mit Frauen, bin sogar ungeküsst und das belastet mich auch sehr. Fühle mich auch oft ziemlich alleine, gerade jetzt im Moment, wo mir die Scheisse wieder mal bis zum Hals steht. Ich denke SnakePlisken hat recht: Du (und ich auch) solltest erstmal an den anderen Baustellen arbeiten. Job suchen, Lebensmittelpunkt finden und dann lernst du vielleicht einen netten Mann kennen. Auch hier darfst du die Hoffnung nicht aufgeben, auch wenn alle anderen in deiner Umgebung scheinbar herumturteln und glücklich sind. Deine Ausstrahlung wird besser sein, wenn du mit dir im Reinen bist und dann ist es sicher einfacher.

Ich fürchte mich auch immer mehr, etwas zu probieren - sei es eine Anfrage für eine Wohnung zu schicken, oder mich irgendwo zu bewerben - weil ich so oft enttäuscht worden bin. Außerdem kommt, wenn es dann wieder nicht klappt, dann wieder alles hoch, was bei mir nicht gut läuft - und ich weiß nicht, wie oft ich das noch aushalte.

Ich kenne diese Angst nur zu gut. Ehrlich, den Satz hätte ich auch schreiben können. Wenn ich mich so fühle
Du hast schon so viel erreicht! Dein Abi war bestimmt auch kein Zuckerschlecken. Du kannst dich JETZT nach der ganzen Mühe nicht hängen lassen, weil es momentan schwierig ist! Was der Mann im Video (besonders ab 3:50) erzählt, hilft mir öfters durch meine Motivations-Löcher, wenn ich mal wieder einen kleinen Arschtritt brauche. Lass dich nicht von der sehr pathetischen und amerikanisch-übertriebenen Inszenierung stören und hör es dir vllt. mal an :zwinker:



Sorry für diesen Riesen-Beitrag. Will deinen Thread nicht hijacken, aber ich erkenne mich in so Vielem wieder^^ Ich hoffe, meine Denkanstöße helfen dir.



LG
 

Benutzer153093  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke für eure Antworten :smile:

Zu Baustelle 2: Mal daran gedacht in ne WG zu ziehen und mit nem Aushilfjob und finanzieller Unterstützung der Eltern das ganze zu finanzieren?

Ja, das ist der momentane Plan. Allerdings gibt es kaum WG Angebote dort, wo ich hinwill. Bzw. sind die teilweise nicht günstiger, als eine kleine Wohnung.

Ich weiß ja, dass ich das alles irgendwie, irgendwann schaffen werde (muss!). Aber es gibt immer wieder so Momente - wie gestern Nacht, als ich den Beitrag verfasst habe - wo ich einfach nicht schlafen und nur noch heulen kann. Wahrscheinlich hängt es auch damit zusammen, dass ich nächste Woche Geburtstag habe und praktisch wieder ein Jahr vergangen ist, wo quasi nichts passiert ist. Ich bin sowohl emotional als auch von der Lebenssituation her genau am selben Punkt, wie vor einem Jahr. Und das zieht mich ziemlich runter...
 

Benutzer34914 

Meistens hier zu finden
Man kann nur runtergeogen werden, wenn man sich runter ziehen lässt und ich glaube Du siehst das Leben zu negativ. Klar deine Situation hat sich in deinen Augen nicht verbessert, aber auf der anderen Seite musst Du es auch mal so sehen, dass sie sich auch nicht extrem verschlechtert hat.

Versuch Dich mal an den Kleinigkeiten des Lebens zu erfreuen, positive Erlebnisse (egal wie klein oder groß) zu feiern und negative Erfahrungen anders zu betrachten. Ich nehme negative Erlebnisse so auf, dass ich daraus Vorteile ziehen kann in Form von Erfahrungen und Methoden, wie ich mich verbessern kann.

Und ja man darf ruhig heulen wenn einem danach mal ist, aber irgendwann muss man sich ranhalten und auch mal die harte Schale rauspacken anstatt dieses "Heul"-Gefühl die ganze Zeit mit sich rumzu schleppen.

Das ist zwar ganz einfach geschrieben, aber ist in Wirklichkeit harte Arbeit, aber wenn man den Willen hat was zu ändern, dann kann man das auch schaffen.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Um auf eigenen Beinen stehen zu können, musst du erstmal Geld verdienen. - Und nur mit einem Schulabschluss und ohne Ausbildung, abgeschlossenes Studium, o.Ä. dürfte es schwer bis unmöglich sein, einen ordentlichen Job zu finden.
Also: Los gehts! Überlege, was du machen willst (Studium? - Wie soll das finanziert werden? Oder eine Ausbildung?), bewerbe dich und wenn es wegen dem Ort der Ausbildung / des Studiums notwendig ist oder wenn du einfach nur genügend Geld hast, zieh bei deinen Eltern aus.
 
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