Religion/Kirche und Liebe

G

Benutzer

Gast
Finde es ja recht witzig, wie viele bekennende Gläubige sich in einem Sex-Forum rumtreiben :hmm:

Schwarzweißdenken at its best. Warum ist es so schwer für dich, dass sich christlicher Glaube und in einem Sexforum aktiv sein nicht widersprechen müssen?

Diese Diskussion hab ich zumindest schon 3-4 Mal hiergeführt und mich erstaunt immer wieder, dass es doch meistens (Achtung, könnte falsch verstanden werden und vielleicht fühlen sich manche angegriffen!) die so vernünftigen und rationalen Atheisten nicht schaffen, den Standpunkt des anderen zu verstehen.

Passender Artikel in der Zeit vor zwei Monaten: Religion: Atheisten nerven

"Nervig bis unerträglich allerdings wird er, wenn auf Staunen und Sekundenstille eine Grundsatzdiskussion über Sinn und Unsinn von Religion folgt. Das läuft oft so: Irgendein bekennender Heide fühlt sich durch meine bloße Existenz persönlich beleidigt und schmeißt mir ein "Religion lässt sich heilen" oder "Katholizismus ist alimentierter Kindesmissbrauch" an den Kopf. Das führt zur sofortigen Rudelbildung. Auf einmal sehe ich mich nicht mehr nur einer Partygemeinschaft, sondern einer Menge selbst ernannter Aufklärer und Vernunftverteidiger gegenüber, die in mir das personifizierte Mittelalter zu erkennen meinen."
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Off-Topic:
Ja, es gibt sie. Es gibt die Vollpfosten die mit der Bibel in der Hand ihren Blick auf die Menschen völlig abschirmen und Hass predigen, was völlig hirnrissig ist. Aber nur weil diese Bekloppten am lautesten Schreien, haben sie nicht zwingend die Mehrheit hinter sich. Güte, Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Akzeptanz, Verständnis, das ist das was viele Christen antreibt. Und nicht Hass, Angst, Engstirnigkeit und Wut.

Vielleicht ist das so, ich weiß es nicht. Meine Erfahrung mit religiösen Menschen habe ich aus meiner katholischen Schule und meiner Zusammenarbeit (im Rahmen der Flüchtlingshilfe) mit christlichen Vereinen und Politikern/Unterstützern der CDU (die sich übrigens mehr als gewunden haben, noch hinter Merkel zu stehen und gleichzeitig ihre eigenen Interessen zu verfolgen). Und was ich von Seiten meiner katholischen Mitschüler und den Politikern/Unterstützern der CDU mitbekommen habe, ist halt leider an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten gewesen. Ich denke, dass diese Leute eher die Mehrheit darstellen (also Leute, die christlich sind und die CDU wählen und oberflächliche christliche Familien, die Kirche machen, weil Tradition und weil's zum guten Ton gehört). Vielleicht irre ich mich. Aber ich begegne sehr selten Christen, für die ihr Glaube auch in guten Zeiten relevant ist, nicht nur in schlechten. Bzw. wo ihr Handeln durch ihren Glauben bestimmt ist.
 

Benutzer84435 

Meistens hier zu finden
Naja, viel Sinn ergibt das m.E. nicht wirklich.

Wenn ich schon an ein imaginäres, nicht beweisbares Wesen als den Schöpfer des Universums glauben möchte - dann denke ich mir doch gleich eine coole Religion selbst dazu aus.

Auch wenn es einen Gott gibt, wüssten wir nie was der von uns will. Also: Wieso so ne altbackene Religion wie das Christentum wählen?

Und weil das für mich keinerlei Sinn ergibt, kommt eine religiöse Partnerin nicht in Frage :zwinker:
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Für mich stehen Glaube, Spiritualität und Religion in einem so krassen Gegensatz zu meiner Weltanschauung, dass eine Beziehung nicht möglich wäre. Es geht ja nicht nur um ein paar Stunden in der Woche in der Kirche sondern um den ganzen Klimbim dahinter.

Ich kann Harley’s Post mehr oder weniger übernehmen, nur dass ich diese Menschen nicht automatisch alle für dämlich halte. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand nicht ausschließt, dass es vielleicht „mehr“ gibt, als wir sehen können (also Agnostiker). Was ich aber für ziemlich dämlich halte, sind die Lehren aller großen Religionen sowie spiritueller Gurus. Leute, die sowas (am besten noch wörtlich und ungefiltert) übernehmen und sich komplett entgegen ihrer sonstigen geistigen Fähigkeiten verhalten kann ich nicht ganz ernst nehmen. Solche Menschen taugen für mich auch höchstens für eine Bekanntschaft, nicht für eine Freundschaft. Und für eine Beziehung dann natürlich erst recht nicht.

Edit: meine beste Freundin in der Grundschule war übrigens Zeugin Jehovas :upsidedown:
Interessant finde ich im übrigen alle Religionen und Bräuche und lerne auch gerne was drüber. Das einzige, was ich nicht haben kann ist halt wenn jemand wirklich aktiv glaubt und kirchlich/spirituell involviert ist. Mit Papier-Christen/Juden/Muslimen/whatever habe ich kein Problem.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer161456 

Meistens hier zu finden
Wir haben unsere Kinder übrigens getauft.
Unsere Gedanken dazu waren damals:
Man kann nur ablehnen oder wollen, was man kennt. Daher erst mal kennen lernen.
Austreten kann man ja immer.

Wir wollten unseren Kindern die Erfahrung einer örtlichen Kirchengemeinde nicht vorenthalten. Diese ist aber newusst ausgesucht.
sehr jung, liberal und tolerant.

Und es ist aufgegangen. Beide Kinder haben Konfirmation gemacht und waren anschliessend nicht mehr in der Kirche gesehen ... :tongue:
Ganz der Papa...

Aber die Erfahrung und die behütete Zeit in einer geerdeten Gruppe kann ihnen keiner mehr nehmen.
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
Off-Topic:


Vielleicht ist das so, ich weiß es nicht. Meine Erfahrung mit religiösen Menschen habe ich aus meiner katholischen Schule und meiner Zusammenarbeit (im Rahmen der Flüchtlingshilfe) mit christlichen Vereinen und Politikern/Unterstützern der CDU (die sich übrigens mehr als gewunden haben, noch hinter Merkel zu stehen und gleichzeitig ihre eigenen Interessen zu verfolgen). Und was ich von Seiten meiner katholischen Mitschüler und den Politikern/Unterstützern der CDU mitbekommen habe, ist halt leider an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten gewesen. Ich denke, dass diese Leute eher die Mehrheit darstellen (also Leute, die christlich sind und die CDU wählen und oberflächliche christliche Familien, die Kirche machen, weil Tradition und weil's zum guten Ton gehört). Vielleicht irre ich mich. Aber ich begegne sehr selten Christen, für die ihr Glaube auch in guten Zeiten relevant ist, nicht nur in schlechten.
Off-Topic:
ist wahrscheinlich schon ein Unterschied, ob man im katholisch-dörflichen Kontext unterwegs ist oder in der evangelischen Großstadt. :frown: mir tut das wirklich leid zu lesen. “what would jesus do?“ sicherlich nicht CDU wählen und Flüchtlinge rausschmeißen.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Off-Topic:
ist wahrscheinlich schon ein Unterschied, ob man im katholisch-dörflichen Kontext unterwegs ist oder in der evangelischen Großstadt.

Ich bin auf eine katholische Schule in der Großstadt gegangen. Ich rede in erster Linie von gut betuchten, urbanen Menschen, sowohl bei meinen Mitschülern als auch bei den CDUlern. Aber im Dorf ist es vermutlich anders, aber ähnlich "schlimm" :grin:
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Sagen wir mal, ihr lernt eine Frau oder einen Mann kennen, ihr geht auf ein paar Dates, findet euch sympathisch und es besteht Potential für "mehr". Nach einiger Zeit erwähnt diese Frau/dieser Mann aber, dass er aktives Kirchenmitglied ist. Sie/Er glaubt an Gott, geht regelmäßig in die Kirche und findet die Institution der katholischen Kirche gut.
Wie reagiert ihr?
Wäre das für euch ein Ausschlussgrund die Person weiter zu treffen?
Würdet ihr versuchen sie zu bekehren?
Was, wenn die Person auch gerne kirchlich heiraten möchte?

Wie sieht es mit anderen Religionen aus? Seid ihr da offener?

Ja, für mich wäre das, in dem Umfang, ein absolutes KO-Kriterium. Das würde mir einfach sofort zeigen, dass wir entweder moralisch ganz und gar nicht im Einklang sind, denn gerade die katholische Kirche ist für mich eine Intuition, die man nicht guten Gewissens gut heißen kann oder sie nicht die notwendige Neugier besitzt, um ein ihr so wichtiges Thema dann auch ordentlich zu recherchieren.

Meine Frau "glaubt" auch, allerdings nicht aktiv und auch nicht wirklich an das was in der Bibel steht. Sie geht vielleicht einmal im Jahr, an Weihnachten oder so, mit ihren Eltern in die Kirche. Ich sagte ihr von Anfang an, dass eine kirchliche Hochzeit für mich nicht in Frage kommt. Genau so hab ich ihr gleich gesagt, dass ich niemals unser Kind taufen lassen werde, außer wenn er später selbst den Wunsch dazu äußert.

Die eigentliche Religion ist mir dabei egal, eine Person, die ihr Leben stark von einer Religion beeinflussen lässt, wird einfach nicht zu mir passen.
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
Off-Topic:


Ich bin auf eine katholische Schule in der Großstadt gegangen. Ich rede in erster Linie von gut betuchten Menschen, sowohl bei meinen Mitschülern als auch bei den CDUlern. Aber im Dorf ist es vermutlich anders, aber ähnlich "schlimm" :grin:
Off-Topic:
Mein Mann wurde auf dem katholischen Kloster-Gymnasium auch gemobbt bis zum Geht nicht mehr. Auch von den Lehrerinnen, weil er eben kein Katholik war. Mein Verständnis dafür liegt auch bei null...
 

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:

ist wahrscheinlich schon ein Unterschied, ob man im katholisch-dörflichen Kontext unterwegs ist oder in der evangelischen Großstadt. :frown: mir tut das wirklich leid zu lesen. “what would jesus do?“ sicherlich nicht CDU wählen und Flüchtlinge rausschmeißen.
Ah, ganz so würd ich's auch nicht sagen. Wie gesagt: Ich komm aus dem Allgäu. Dörflicher und katholischer geht es kaum.
Und trotzdem kenn ich grad auf dem Dorf da viele Menschen, die sich in ihrer Freizeit ein Bein ausgerissen haben, um Sammelaktionen für notleidende Kinder - auch nicht-christliche :zwinker: - auf die Wege zu bringen, die Flüchtlingsfamilien durch den Ämterdschungel helfen oder im Sportverein die Jugend trainieren, um so ihren Teil zu leisten.
Klar, gibt auch die engstirnigen, fremdenfeindlichen Unverbesserlichen. Die gibt es aber auch bei den Protestanten in der Großstadt :zwinker:

Oder kurz: Idioten gibt es überall, die hat keine Gemeinschaft für sich gepachtet. Ebenso, wie es überall auch gute Menschen gibt, die sich engagieren für andere.
 

Benutzer161456 

Meistens hier zu finden
Vielleicht ist das so, ich weiß es nicht. Meine Erfahrung mit religiösen Menschen habe ich aus meiner katholischen Schule und meiner Zusammenarbeit (im Rahmen der Flüchtlingshilfe) mit christlichen Vereinen und Politikern/Unterstützern der CDU (die sich übrigens mehr als gewunden haben, noch hinter Merkel zu stehen und gleichzeitig ihre eigenen Interessen zu verfolgen). Und was ich von Seiten meiner katholischen Mitschüler und den Politikern/Unterstützern der CDU mitbekommen habe, ist halt leider an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten gewesen. Ich denke, dass diese Leute eher die Mehrheit darstellen (also Leute, die christlich sind und die CDU wählen und oberflächliche christliche Familien, die Kirche machen, weil Tradition und weil's zum guten Ton gehört). Vielleicht irre ich mich. Aber ich begegne sehr selten Christen, für die ihr Glaube auch in guten Zeiten relevant ist, nicht nur in schlechten. Bzw. wo ihr Handeln durch ihren Glauben bestimmt ist.
Deine schlechten Erfahrungen tun mir Leid.
Aber auch religiöse Gemeinden sind immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft.
Warum sollte es da keine Idioten geben?
Genau so wie es auch überall sehr liebensweete Personen gibt.

Es ist auch hier nicht hilfreich von Einzelerfahrungen auf eine ganze Gruppe zu schliessen und zu urteilen.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ist doch "nur" Religion? Ich muss ja nicht mit in die Kirche. :grin:
Was ist denn für dich Religion?
Manche Menschen kommen ja nicht damit klar, wenn der Partner nicht dieselben Lieblingsbands hat – da würde ich, als super unmusikalischer Mensch, ja auch sagen "ist doch nur Musik?!".
Aber was ist denn grundlegender als die Weltanschauung? Ist doch "nur" wie mein Partner die Welt sieht, was er denkt was nach seinem Tod passiert, was er glaubt wieso er lebt ... finde ich jetzt irgendwie wichtiger als was er sich abends bei Netflix reinzieht.

Ich bin getauft, konfirmiert, war auf einer katholischen Privatschule und jahrelang in der evangelischen Gemeinde aktiv. Ich kenne einige sehr aktive Gläubige, die ich cool oder menschlich super finde. Ja, natürlich trinkt auch der total engagierte Kirchgänger mit mir seine 10 Bier und plaudert über seine Sexgeschichten. :grin:

Aber in einer Beziehung kann ich mir das trotzdem schwer vorstellen. Der Unterschied im Blick auf die Welt wäre mir einfach zu groß. Mir fällt es so schwer zu verstehen.

Einerseits bei Menschen, die eher "passive Christen" sind – also Heiraten, Taufe und Weihnachten ja, der Rest nein
"Würdest du dich als Christ bezeichnen?"
- "Ja, schon."
"Glaubst du an Jesus?"
- "Joa.."
"Glaubst du, dass er Gottes Sohn ist und die Menschheit erlöst hat?"
- "Hm ne joa weiß nicht... ist mir auch egal."

Das hatte ich schon mal in einer Beziehung, ich kann es nicht nachvollziehen und will es nicht noch einmal. Ich verstehe nicht, wieso einem eine kirchliche Hochzeit und dass man Christ ist wichtig ist, aber was das bedeutet eigentlich egal ist. Irgendwo verliere ich da auch den Respekt, weil es mir so unreflektiert vorkommt. Vielleicht hat es mir auch noch niemand verständlich erklärt. Aber das
Wenn geheiratet wird, wird in der Kirche geheiratet, man geht auf Taufen, mal spricht der Pfarrer der örtl. Gemeinde auch auf einem Geburtstag, Allerheiligen verbringt man auf dem Friedhof
wäre für mich der Inbegriff dessen. Warum tut ihr denn das alles, wenn Religion egal ist? Einfach weil das Event schön ist? Das kann ich irgendwo nachvollziehen, aber wieso muss es dann den kirchlichen Anstrich haben?

Ich verstehe auch das Argument der christlichen Werte nicht so wirklich. Ja, ich teile viele dieser Werte auch. Aber das Christentum hat soziales, mitfühlendes, altruistisches Verhalten nicht gepachtet. Warum muss es christlich sein, wenn es gute Werte sein sollen?

Zusammengefasst würde ich sagen, ich verstehe nicht, warum jemand Christ ist, wenn als "Gründe" dann christliche Werte und Events kommen, aber Jesus und die ganze Theologie dahinter keine Rolle spielen oder nicht von Interesse sind.

Und dieses Unverständnis würde eine Partnerschaft schwierig machen. Hatte ich ja schon.

Andererseits fällt es mir auch bei Menschen schwer, die wirklich "into it" sind und sich aktiv damit auseinandersetzen. Ich kann das zwar besser nachvollziehen und auch respektieren. Aber das ist dann doch einfach zu weit weg von meinem Glauben, wenn es um den Teufel, Himmel, Sünden, Hiob, die heilige Dreifaltigkeit ... usw. geht. Natürlich interpretiert diese Themen auch jeder für sich anders, aber sie sind ja dennoch Teil der christlichen Lehre. Und ich glaube einfach nicht, dass etwas davon wahr ist – was nur ein Gefühl ist, genau wie daran zu glauben.

Wir haben unsere Kinder übrigens getauft.
Unsere Gedanken dazu waren damals:
Man kann nur ablehnen oder wollen, was man kennt. Daher erst mal kennen lernen.
Austreten kann man ja immer.
Kostet halt Geld. :tongue: Warum dann die christliche Taufe? Warum keine anderen Religionen kennenlernen?
 

Benutzer160853  (34)

Meistens hier zu finden
Religiöse Frauen sind für mich ebenso ein no go wie Anhängerinnen von Homöopathie, Astrologie oder Verschwörungstheorien.

Finde es ja recht witzig, wie viele bekennende Gläubige sich in einem Sex-Forum rumtreiben :hmm:

Ich will dir etwas ganz schreckliches sagen: Christen haben Sex, Juden haben Sex, Moslems haben Sex und auch Menschen aller anderen Religionen haben Sex, es wird jetzt noch schlimmer: Die Kinder von Christen werden meist nicht durch ein Eingebung eines Engels gezeugt.
Die Eskalation beende ich damit, dass Vielen Sex sogar Spaß macht und sie drüber reden wollen/können.
Ich bin Atheisten befreundet, mein bester Freund ist übrigens auch kein Mitglied einer Religion, wir verstehen uns trotzen/genau deswegen sehr gut.
Ich finde in meinem religiösen Leben immer putzig, wie mir Atheisten meinen Glauben erklären und auslegen wollen. Die Toleranz, die gerade überzeugte Atheisten einfordern endet jedes Jahr Kafreitag. Es ist inzwischen Usus Prozessionen zu Karfreitag zu stören. Es ist eben grässlich, dass dieser eine Abend tanzfrei ist, welch irdischer Weltenbruch.
Ich komme aus einer trikonfessionellen Familie. Lutheraner vom Schwarzen Meer, Katholiken aus dem Sudetenland und die reformierten Protestanten aus Hessen. Wir haben es immer so gehalten, dass jeder in seinen theologischen Grundüberzeugungen und Eigenheiten geachtet wird und dies auch bei anderen achtet. Die beschworene Toleranz ist eben keine Einbahnstraße.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wäre das für euch ein Ausschlussgrund die Person weiter zu treffen?
Es wäre zumindest ein Ausschlussgrund für eine Beziehung. - Genau wie andere Formen von (Aber-)Glaube, Spiritualität, usw.

Mit einer Frau, die irgendwie aus familiärer Tradition Kirchenmitglied ist und ohne große Überzeugung und ohne Engagement in der Kirchengemeinde an Weihnachten und ähnlichen Feiertagen in die Kirche geht, könnte ich mich vielleicht noch arrangieren... Aber alles, was darüber hinausgeht, ist einfach nichts für mich.

Würdet ihr versuchen sie zu bekehren?
Nein. Ich erkläre zwar gerne, warum ich nichts von Glaube und Religion halte, aber bin trotzdem der Meinung, dass jeder Mensch selbst zur Erkenntnis kommen muss, dass Glaube und Religion bescheuert sind. :tongue:
Und bei einer Frau, die nur an Weihnachten der gläubigen Oma zuliebe mit in die Kirche geht und sonst auch nichts von dieser Institution hält, könnte ich mir die Frage, wieso sie dann noch Mitglied in diesem Verein ist und dafür ziemlich viel Geld ausgibt, wohl nicht verkneifen.
(Wobei es ja durchaus Gründe dafür geben kann. - Sei es z.B., dass man sonst schlechter einen Job findet, oder dass man sonst enterbt wird. So was kann ich auch durchaus nachvollziehen, da ich trotz nicht vorhandenen Glaubens opportunistisch genug war, um mich der Geschenke wegen konfirmieren zu lassen.)

Was, wenn die Person auch gerne kirchlich heiraten möchte?
Das kommt für mich nicht in Frage...
Genau so wenig, wie die Taufe meiner Kinder, sofern der Wunsch nicht einzig und alleine ihrem Willen entspringt - und zwar in einem Alter, in dem sie zumindest einigermaßen einschätzen können, in was für eine Organisation sie sich da begeben wollen.

Wie sieht es mit anderen Religionen aus? Seid ihr da offener?
Es gibt zwar durchaus Religionen und Glaubensgemeinschaften, die ich etwas mehr oder weniger unsympathisch finde (die katholische Kirche finde ich z.B. schlimmer, als die Evangelische)... aber letztendlich lehne ich (fast) alle Formen von Glaube und Religion ab, weshalb es auch ziemlich egal ist, welcher Glaubensgemeinschaft sie angehört.

Einzige Ausnahme: Bekennende Pastafari. Ich glaube zwar selbst nicht ans FSM, aber finde die ganze Ausrichtung dieser Religion trotzdem sehr sympathisch. Ramen.
Ach ja... Frauen, die an das IPU glauben, wären auch in Ordnung.

Ich finde es echt krass, wie schnell hier dann wieder ausgesiebt wird. Ist doch "nur" Religion? Ich muss ja nicht mit in die Kirche. :grin: Genauso, wie mein Partner nicht mit mir zum Sport muss. Oder stelle ich mir das zu einfach vor?
LULU1234 LULU1234 hat ja bereits schön ausgeührt, dass Glaube und Religion massive Einflüsse auf das Privat- und Beziehungsleben haben:
Leider gibt es ja Entscheidungen, die man teils religiös als Paar treffen muss, oder eben nicht: Hochzeit, Sex vor der Ehe, Kindstaufe/Beschneidung, Beerdigungen, Umgang mit Trauer, Verhütung, Abtreibung behinderter Kinder, Pille danach, etc. man kann da nicht immer sagen, dass man mit seiner Religion den Partner nicht behelligen mag, weil er automatisch mit drin hängt.
In sofern müsste ich als Partner einer gläubigen Frau keinesfalls in die Kirche gehen, um von diesem Glauben beeinflusst zu werden.

Letztendlich gibt es doch nur drei Möglichkeiten:
1. Sie ist nicht gläubig und bildet sich zu all diesen Themen eine eigene Meinung - unabhängig von der kirchlichen Vorgabe (wie z.B. "kein Sex vor der Ehe"). - Genau, wie ich es auch mache.
2. Sie bezeichnet sich als gläubig und bildet sich trotzdem eine eigene Meinung, die von der kirchlichen Vorgabe abweichen kann. Aber diese Glaubens-Rosinenpickerei finde ich dann schon ziemlich inkonsequent und befremdlich.
3. Sie hält sich konsequent an die kirchlichen Vorgaben. Einerseits finde ich viele dieser Vorgaben, wie z.B. "kein Sex vor der Ehe" total bescheuert. Und andererseits möchte ich keine Partnerin, die blind irgendwelchen Vorgaben folgt, sondern eine nach Kants Definition aufgeklärte Partnerin, die dazu fähig ist, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen.

Irgendwie kann ich das so nicht beantworten, ich arbeite selbst bei einem kirchlichen Träger, habe selbst meine Ausbildung in einer ev. Einrichtung vollzogen, somit auch Religionspädagogik als Fach gehabt und bin eigentlich sehr tolerant diesbezüglich eingestellt. Ich habe bisher in meinem Leben auch keine fanatischen Christen kennen gelernt, auch wenn ich bei dem Wort "katholisch" etwas schlucken muss. Mein Chef ist selbst Theologe und einer der tolerantesten Menschen, die ich kennen lernen durfte.
Bei unserem Träger war es bisher immer so, dass nur konvertierte Arbeitnehmer einen unbefristeten Vertrag bekamen - sehr konservative Einstellung und hat mir Bauchschmerzen bereitet. Ich bin nun aber die Erste, die einen bekommen hat, ohne mich dem Glauben anzuschließen. Da passiert gerade viel in den Köpfen der Leute. Das hat mich bestärkt, bei diesem Arbeitgeber bleiben zu wollen.

Bisher war also der Austausch mit den Gläubigen in meinem Umfeld immer sehr angenehm, vielleicht lag es auch daran, dass ich eine echt tolle Lehrerin während meiner Ausbildung hatte, die selber Pastorin war. Diese Frau war nicht nur gläubig, sondern klug, tolerant und jederzeit bereit, über Religion zu diskutieren. Ich mag Menschen, die trotz ihrer Lebensweise aufgeschlossen und offen für andere Meinungen sind. :smile:

Ich persönlich kann mit Religion wenig anfangen, bin selbst wohl Agnostiker und kann mir auch keine Heirat in der Kirche vorstellen. Ich würde nicht mal Weihnachten feiern, wenn meine Familie da nicht drauf bestehen würde. Das ist mir alles zu doppelmoralig, wenn ich selbst nicht an die Geburt Jesu glaube.

Deswegen kann ich andere Religionen trotzdem akzeptieren und tolerieren, ich hab so gar schon in einer muslimischen Kita gearbeitet und das hat mir persönlich geholfen, diese Religion zu verstehen.
Ich bin nämlich kein Fan davon, etwas zu verteufeln, ohne wirklich darüber Bescheid zu wissen. Deshalb lebe ich nicht danach, deshalb kann man mich auch nicht bekehren, aber ich habe Verständnis. :smile:

Persönlich muss ich auch sagen, dass ich es selbst immer etwas kritisch sehe, wenn Menschen andere Lebenseinstellungen extrem ablehnen und frage mich immer, woran das liegt, dass da so die Emotionen hoch kochen. Vielleicht liegt es auch an meinem genügsamen Gemüt, dass mir andere Menschen zu egal sind, dass ich da ernsthaft solche Emotionen produzieren könnte. Oder ich bin einfach extrem tolerant, weil ich selbst für meine Ansichten nicht angegriffen werden möchte.

Ich schweife ab, zurück zur Ausgangsfrage. Ich könnte einen religiösen Menschen daten, wenn man mich nicht zwingt, diese Religiosität mitzutragen. Ich will nicht in die Kirche, nicht in den Chor und ich will auch nicht beten. (Obwohl ich das könnte, sogar kurze Suren) Und ich würde auch nicht kirchlich heiraten, dann lieber gar nicht.
Solange man mich nicht zu sehr mit seiner Religion nervt, kann ich das wunderbar ertragen. Sobald es aber ins missionarische oder gar fanatische abrutscht, ist bei mir auch Schluss. Aber das wäre es auch bei anderen Dingen, die mich zu sehr in meiner Weltanschauung bedrängen.

Ich meine, solche Leute gibt's auch zu genügend ohne das sie religiös sind. Für mein Gefühl viel zu viele. :grin:
Da sprichst du eine sehr interessante Sache an. - Denn es gibt wirklich auch Leute, die (trotz oder wegen?) ihres Glaubens total nett, hilfsbereit, tolerant und weltoffen sind. Und diese Leute sind als Kollegen, Bekannte, Nachbarn, usw. oft sehr angenehme Zeitgenossen, mit denen ich mich echt gut verstehe. Manche dieser Leute sind fast schon zu gut für diese Welt.
Aber ich weiß trotzdem nicht, ob ich mit einer solchen Frau eine Beziehung führen könnte, weil mir das Phänomen des Glaubens einfach total fremd ist, so dass mir das Verständnis dafür fehlt, und weil ich die Glaubensgemeinschaften als Institutionen angesichts ihrer vielen schlechten Seiten einfach nicht leiden kann. Und so kommt bei mir unweigerlich die Frage auf, wie diese "guten", netten Leute eine Organisation mit so vielen Schattenseiten guten Gewissens unterstützen können. - Und als einzig plausible Erklärung fällt mir dann Naivität ein.

Würde sich z.B. herausstellen, dass in meinem Sportverein, in dem ich mich bisher echt pudelwohl fühle, über Jahrzehnte hinweg Fälle von sexuellem Missbrauch durch Übungsleiter vertuscht und damit auch indirekt unterstützt würden, könnte ich mich mit diesem Verein nicht mehr identifizieren und würde ihn verlassen - möglicherweise, um zusammen mit Gleichgesinnten, die ebenfalls ausgetreten sind, einen neuen Verein zu gründen.

Ja im Namen der Religion wird viel Mist gemacht (genauso aber auch im Namen von Politik, Kapitalismus oder Fantum). Trotzdem müssen wir anerkennen, dass Religion Werte vermittelt. Unsere gesamte europäische Kultur wäre ohne die christlichen Werte niemals möglich gewesen. Unsere Grundgesetze basieren auf biblischen Werten. Ich verteufle daher eine Religion nicht. Ich beschuldige die Menschen, die sich Religion als Ausrede nehmen um ihre bescheuerten, egoistischen Taten, ihre Blindheit und Egoismus zu rechtfertigen. Und das gilt genauso für Politik, Kapital, Gesundheit und was auch immer.
Naja... gewisse Regeln und Verhaltensweisen haben sich einfach als äußerst nützlich für das menschliche Zusammenleben erwiesen. Damit meine ich Dinge, wie Hilsbereitschaft, oder die goldene Regel. Dass diese grundlegenden Werte dann auch von religiösen Regelwerken aufgegriffen werden, ist klar. Aber das wird alles auch in ähnlicher Form von anderen Menschen, Organisationen und Ideologien fernab jeglichen übersinnlichen Glaubens aufgegriffen. - Einfach, weil es sinnvoll ist.

Die Geschichte zeigt aber, dass viele dieser Werte und Grundrechte in der Praxis erst gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden mussten, die im gegensatz zu irgendwelchen frommen Regeln in heiligen Büchern auch immer Machtapparate waren, bzw. es bis heute sind.

Off-Topic:
Aktuell gibt es keine weiblichen katholischen Prister. Das werden soweit die meisten Menschen der Welt denken...
Ich gehe mal davon aus das du unterstellst dass das von jedem Katholiken gut gefunden wird? Das du damit falsch liegst ist anhand anderer Beiträge in diesem Thread relativ offensichtlich.
Naja... Katholiken mögen es vielleicht nicht gut finden, dass ihre Kirche das weibliche Geschlecht massiv diskriminiert. Aber zumindest tolerieren sie es in sofern, dass es für sie kein Grund ist, die Kirche zu verlassen.
Und der Großteil der der Katholiken toleriert es noch in einem weitaus größeren Umfang, indem sie sich nichtmal aktiv an Bemühungen beteiligen, diese Geschlechterdiskriminierung endlich abzuschaffen.

Das gleiche gilt natürlich auch für die vielen weiteren Schattenseiten der katholischen Kirche, wie z.B. Vertuschung von sexuellem Missbrauch in einem gewaltigen Umfang.


Die Frage ist doch womit man leben kann. Und für viele Menschen reicht es eben das sich die katholische Kirche in Richtung Gleichberechtigung für Frauen, Homosexuelle etc. bewegt.
Naja... ich würde ja eher sagen, sie wird vom gesellschaftlichen Fortschritt getrieben, der sich auch in der Basis der einfachen Gläubigen ausbreitet, während sich die Führung mit Händen und Füßen dagegen wehrt, so dass es letztendlich nur im Schneckentempo voran geht.

Off-Topic:
Ich find das ja total merkwürdig dass Katholiken in Deutschland anscheinend den Ruf haben radikaler zu sein - mein (das österreichische?) Bild ist da genau andersrum. Man muss sich ja nur mal die USA anschauen :ninja:
so herum hab ich das noch gar nicht gekannt.
Naja... die evangelische Kirche (in Deutschland) betreibt im gegensatz zur katholischen keine massive Geschlechterdiskriminierung, kennt kein Zölibat, hat kein unfehlbares Oberhaupt, ist halbwegs offen gegenüber Homosexualität, usw.
Und zumindest in der evangelischen Kirchengemeinde in meiner Heimatstadt gibt es echt viele nette, hilsbereite und engagierte Menschen der Kategorie "brav, fromm und zu gut für diese Welt" und "würde keiner Fliege was zuleide tun".

Mit irgendwelchen erzkonservaitven Evangelikalen in den USA hat das echt überhaupt nichts zu tun.

Die katholische Kirche (in Deutschland) finde ich dagegen ziemlich befremdlich. Auf der einen Seite gibt es von oben verordnet eine strenge Sexualmoral, Zölibat, Propaganda gegen Homosexualität, usw. Und auf der anderen Seite wird in kathloischen Hochburgen Karneval als Halligalli-Drecksauparty zelebriert und viele Gläubige scheren sich einen Scheißdreck um all die erzkonservativen Vorgaben von oben.


Und ja, das ist jetzt natürlich ziemlich pauschalisiert und auf die Spitze getrieben... aber ich wollte einfach mal meinen Eindruck von diesen beiden großen Glaubensgemeinschaften in Deutschland schön bildlich darstellen.

Off-Topic:
Und sorry, aber wenn von der Kirche als "Verein" geredet wird, muss auch damit gelebt werden, wenn ich den "Verein" mit anderen Vereinen vergleiche :zwinker: Und das ists ja: Bedeutet dem Kind das später alles nichts, dann tritt es einfach aus. Wars eben mal Mitglied in dem Verein - wayne? :zwinker:
Off-Topic:

Als ich aus meinem alten Sportverein ausgetreten bin, habe ich einen entsprechenden Brief an die Geschäftsstelle geschrieben und fotan wurde kein Mitgliedsbeitrag mehr von meinem Konto abgebucht.
Als ich aus der evangelischen Kirche austreten wollte, musste ich ins Rathaus gehen und erstmal eine Gebühr für diese Amtshandlung abdrücken. Das finde ich schon ziemlich dreist.
Und darüber hinaus gibt es zumindest in manchen Glaubensgemeinschaften die Haltung, man würde durch die Taufe für den Rest des Lebens zum Christen und auch ein Austritt aus der Institution Kirche nicht aus dem Christentum austreten.
 

Benutzer147358  (27)

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Naja... ich würde ja eher sagen, sie wird vom gesellschaftlichen Fortschritt getrieben, der sich auch in der Basis der einfachen Gläubigen ausbreitet, während sich die Führung mit Händen und Füßen dagegen wehrt, so dass es letztendlich nur im Schneckentempo voran geht.
Selbst wenn das so stimmt, ist es doch ein Grund mehr in der Kirche zu bleiben und nicht wie von die gefordert auszutreten.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Und so kommt bei mir unweigerlich die Frage auf, wie diese "guten", netten Leute eine Organisation mit so vielen Schattenseiten guten Gewissens unterstützen können. - Und als einzig plausible Erklärung fällt mir dann Naivität ein.
Sollten mich diese Fragen beschäftigen, richte ich sie an meinen Gegenüber, anstatt mich von meinen Vorurteilen leiten zu lassen.

Wenn ich einen Menschen sympathisch finde, dann bin ich gewillt, mir seine Geschichte anzuhören, warum er so ist, wie er ist. Ich verstehe nicht, was ich verlieren kann, wenn ich diesem Menschen erst mal normal kennen lerne ohne ihn für seine Gelaubensrichtung zu verurteilen.

Es ist schwierig für mich, Interesse für jemanden zu entwickeln oder gar mich zu verlieben - dafür müssen einfach viele Dinge passen. Ich brauche eine gewisse Zeit, um Gefühle zu entwickeln, bisher hat sie auch immer ausgereicht, um jemanden richtig kennen zu lernen. (Mein 1. Freund hat Theologie studiert)
Wenn es scheitert, dann höchstens an charakterlicher Kompatibilität und Weltansichten, nicht weil er katholisch, gläubig ist oder in die Kirche geht.

Ich bin selber völlig religionsfrei erzogen worden, ich würde so gar sagen, ich habe bis zum Alter von 16 Jahren nicht mal Berührung mit dem Thema gehabt.(Weihnachten und Ostern wurde halt so ohne Grund gefeiert)
Und trotz keinerlei Berührungspunkte bin ich auf einer ev. Schule gekommen, um meinen Realschulabschluss zu verbessern. Das war die einzige, die mich noch annahm, obwohl das Schuljahr schon begonnen hatte.

Und auf dieser Schule waren alle Religionen vertreten, ich war 2 Jahre lang mit einem Muslimen sehr gut befreundet, meine älteste Freundin (kenne ich seit 15 Jahren, also die Hälfte meines Lebens) kommt aus Polen (oder sie sagt Oberschlesien, das macht einen Unterschied :grin:) und ist gläubig erzogen worden.

Seitdem habe ich immer wieder mit "der Kirche" zu tun (schulisch, arbeitstechnisch) und bisher habe ich keinen einzigen Menschen getroffen, der mich wegen meiner Ungläubigkeit abgelehnt hat oder belehren wollte.
Ich habe keinen einzigen kennen gelernt, der irgendwie starr, engstirnig und nicht offen für andere Meinungen oder Ansichten war.

Und diese Leute sind als Kollegen, Bekannte, Nachbarn, usw. oft sehr angenehme Zeitgenossen, mit denen ich mich echt gut verstehe. Manche dieser Leute sind fast schon zu gut für diese Welt.
Aber ich weiß trotzdem nicht, ob ich mit einer solchen Frau eine Beziehung führen könnte, weil mir das Phänomen des Glaubens einfach total fremd ist, so dass mir das Verständnis dafür fehlt, und weil ich die Glaubensgemeinschaften als Institutionen angesichts ihrer vielen schlechten Seiten einfach nicht leiden kann.
Du findest diese Menschen menschlich total toll, "zu gut für diese Welt", aber dir steht dein Verständnis im Weg. Wieso?
Wenn ich ehrlich bin, ist deine Vorstellung von Partnerschaft, so wie das kennen lernen, Familienplanung und alles drum herum so extrem "christlich" geprägt, dass ich es verwundernd finde, dass du dich dagegen so wehrst. Dir würden sämtlich Türen offen stehen, wenn du deine Verbissenheit etwas ablegen könntest. :grin:

Ich könnte auch einen Menschen lieben, der glaubt, es würden irgendwo noch Drachen existieren - oder Einhörner.
Oder noch viel cooler, Zombies. Halte ich für wenig realistisch (aus meiner Sicht), aber ich würde ihn dafür nicht ablehnen. Wenn er daran glaubt und es sich für ihn gut anfühlt, why not? Solange er mich nicht bekehren will (obwohl das bei Zombies nicht schwer wäre, ach was sage ich, bei Drachen auch :whoot:) und Niemanden schadet, könnte es mir nicht egaler sein. Ich kann mich so gar über solche Themen unterhalten, ohne meinen Gegenüber zu vermitteln, dass ich ihn völlig Panne finde.
Off-Topic:
Wenn man sich mal an seine eigene Kindheit zurück erinnert, woran man da alles geglaubt hat, wie toll das war und die Erwachsenen da mitgespielt haben, da würden auch die wenigsten seinem 3 Jährigen Kind sagen: "Also pass' mal auf, Drachen gibt es nicht. Spiele bitte lieber mit Echsen, Salamandern und Krokodilen, denn die gibt's wirklich." Kann man machen, ist man halt arschig.
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
reed reed : Top Beitrag! :thumbsup:

Den Umgang, den Bria und ihr Mann miteinander bzgl. des Glaubens haben, könnte ich mir in einer Partnerschaft vorstellen. Sobald das Date aber missionieren wollte, würde ich das als übergriffig empfinden und entsprechend wäre die Sache für mich gelaufen. Genauso wäre es gelaufen, wenn das Date aus meiner Sicht krude Vorstellungen hat (kein Sex vor der Ehe oder sowas). Ich finde es immer leicht zu sagen, man möchte sein Kind nicht taufen lassen oder von der Kirche fern halten. In ländlichen Gegenden ist das leichter gesagt als getan. In meiner Kindheit gab es neben ein paar Sportvereinen die meisten Freizeitaktivitäten bei kirchlichen Trägern. Wenn man sich aktiv gegen die Kirche entscheidet leidet also ggf. das Kind. Zudem sind aktive Kirchenmitglieder in kleinen Dörfern meist bekannt und vielseitig aktiv, wie z.B. von Ishtar Ishtar erwähnt, auch im Sportverein tätig. Es vermischt sich einfach viel und dieses Aufklärerische "Anti-Kirche"-Sein funktioniert am Dorf nur bedingt. Zumindest meiner Erfahrung nach. Das Kind fällt ebenfalls (negativ?) auf, wenn es nicht an der Konfirmation oder am Religionsunterricht teilnimmt.

Sollte mein Partner in der Beziehung zum Glauben finden, müsste ich sehen, wie ich damit umgehen kann.

Als ich jünger war, war ich selbst u.A. bei freikirchlichen Veranstaltungen unterwegs und meine nun verschiedene Facetten von Glauben zu kennen. Glaube kann in verschiedenen Ausprägungen gelebt werden (wenn ich hier ständig lese: am Sonntag in die Kirche gehen, bekomme ich echt die Krise :grin: Man kann doch auch gläubig sein, ohne dem Gottesdienst beizuwohnen). Die Doppelmoral nichts von der Kirche zu halten, aber dennoch ihre Tradition wahrzunehmen oder von ihren Vorteilen zu profitieren, kann ich nicht verstehen und an der Stelle hätte ich wohl Probleme mit einem Date.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren