Ratlos, Erziehungswissenschaften oder Lehramt?

Benutzer122860 

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Hallo...

ich weiß echt nicht mehr weiter, deswegen wende ich mich heute mal an euch im Forum.

Ich fange ab dem 1.4 an auf Lehramt zu studieren und kann mir diesen Beruf auch echt recht gut vorstellen. Habe 4 Wochen lang ein Praktikum in einer Realschule gemacht und war soweit echt zufrieden.
Generell finde ich Pädagogik sehr interessant. Würden meine Noten es zulassen dann hätte ich vermutlich Psychologie studiert.
Jetzt gibt es ja noch das Fach Erziehungswissenschaften, was ich an sich auch echt interessant finde, weil ich z.B nach dem Studium in Beratungsstellen arbeiten könnte.
Nur hört man ja oft, dass es wirklich schwer ist, in diesem Bereich einen festen Job zu bekommen... außerdem soll die Bezahlung auch sehr schlecht sein.
Das ist bei Lehramt wiederum anders.. nur der pädagogische Aspekt ist eben nicht soooo extrem vorhanden wie bei Erziehungswissenschaften.
Die Frage ist, was soll ich tun? :frown:
Lehramt studieren oder eventuell zu Erziehungswissenschaften wechseln, falls ich angenommen werde?Ich bin so ratlos
 

Benutzer113955 

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Was ist dir denn wichtiger, sicherer Job (falls das jetzt so ist, da bin ich nicht informiert) oder ein Job der dich interessiert und den du gerne tust? Gerade im Studium stelle ich es mir schwierig vor etwas zu studieren, was einen eigentlich eher weniger interessiert. Kennst du den Studiengang Bildungswissenschaft? Da könnte vielleicht aucb etwas für dich sein. Wieso gehst du nicht mal zur Beratung in der Uni?
 

Benutzer64981  (34)

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Ich bin pro Erziehungswissenschaft. In erster Linie, weil ich um mich herum viele Lehramtsanwärterinnen habe, die keine Chance auf einen Job haben, weil der Markt zu überlaufen ist oder sie ne blöde Fächerkombi gewählt haben.
Im Bereich 'Erziehung' (den Lehrer nun mal so gar nicht übernehmen sollten :zwinker: ) hast du wahrlich ein sehr breit gefächertes Angebot und ja, die Bezahlung ist... nicht prickelnd. Im TVÖD sieht es da noch am Besten aus - ist nicht viel, aber reicht zum (normalen) Leben.
Im Endeffekt geht man aber nach Interesse - würde niemals etwas studieren, was mich nicht zu 100% anspricht, weil es viel Geld gibt am Ende. Würde dir auch raten, die Studienberatung in Anspruch zu nehmen!
 

Benutzer121323 

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Ich kenne das Deutsche Schulsystem nicht so gut, jedoch könnte man sich auch mit Weiterbildungen weiterentwickeln. Welche Art von Pädagogik interessiert dich?

Als Beispiel hab ich mal folgenden Link gefunden: klick mich

Die besste Beratung wirst du wohl von der Uni erhalten, die können dir Sagen, welche Wege es gibt.
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Winterkind hat schon die richtigen Fragen gestellt.
Wenn Du auf einen sicheren und einigermaßen planbaren Job aus bist - mach Lehramt. Mit ner vernünftigen Fächerkombi.

Deine Befürchtungen bei den Erziehungswissenschaften sind durchaus reell. Und auch da ist nicht in jedem Job der pädagogische Aspekt vorrangig :zwinker: Leider muss Bildung/Betreuung/etc. mittlerweile einfach billig sein, so dass man mehr damit zu tun hat, den Laden am Laufen zu halten und für Pädagogik keine Zeit hat bzw es schlicht nicht erwünscht ist.
TVÖD zahlt kaum noch jemand - kann man getrost vergessen. Hausverträge sind die Tagesordnung. Mindestlohn 13,irgendwas/Stunde. Es sei denn, Du hast supermäßig Glück und Beziehungen (!!!) und kommst im Jugendamt unter. Und selbst die sourcen zum Beispiel vielerorts z.B. ihren familienunterstützenden Dienst schon an Bildungsträger aus.
 

Benutzer151969 

Sorgt für Gesprächsstoff
Gerade in der schule ist "der pädagogische Aspekt" heute stark vorhanden! Der Erziehungsauftrag überwiegt häufig im Vergleich zum Bildungsauftrag.
Das mit dem "festen Job" als Lehrer ist in einigen Bundesländern nicht mehr so einfach wie noch vor ein paar Jahren und hängt ganz klar auch von Fächerkombinationen ab.
 

Benutzer127113  (33)

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Mit sozialen Studiengängen ist es sehr schwer in Deutschland einen guten Job zu finden. Die Verträge sind nahezu alle befristet und die Bezahlung liegt weit unterhalb vom dem, was man mit einem abgeschlossenen Studium erwarten sollte. Dazu kommt dann noch, dass sehr viele der immer mehr werdenden Studenten "irgendwas soziales" studieren, weil sie nicht wissen, was sie sonst machen sollen. Mitlerweise gibt es in diesen Bereichen weit mehr Absolventen als offene Stellen.

Zum Thema Lehramt muss erstmmal eines festgehalten werden: Die Berufsaussichten sind abhängig vom Bundesland. Einige Bundesländer verbeamten (sicherer Job, gutes Einkommen), andere nicht (weniger Geld, unsicherer Job). Einige der Bundesländer, die Lehrer aus Kostengründen nichtmehr verbeamten, stellen Lehrer auch nur befrsitet ein- wie es im öffentlichen Dienst mitlerweile üblich ist.
Dazu kommt dann noch eine starke Abhängigkeit von der Fächerkombination: Es wird zwar immerwider behauptet, dass Lehrer gesucht werden, aber das ist Bullshit. Es herrscht nur in bestimmen Fächern Leherermangel, während andere so überlaufen sind, dass es schwierig wird, überhaupt einen Job zu finden.
Wenn du wirklich Leherer werden willst, dann nimm eine Kombination aus Mathe/Physik oder Physik/Chemie. Damit findest du auf jeden Fall einen Job. Hast du dich hingegen für Deutsch/Geschichte/etc. wird der berufliche Einstieg nicht gerade einfach für dich werden.
 

Benutzer15352 

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Wenn Du auf einen sicheren und einigermaßen planbaren Job aus bist - mach Lehramt. Mit ner vernünftigen Fächerkombi.
Die da wäre :grin:? Meist weiß man ja nicht, was in 7 Jahren an den Schulen gerade Mangelfach ist. Wenn ich sehe, wie viele fähige Junglehrer sich aktuell von Vertretungsstelle zu Vertretungsstelle hangeln, würde ich jedem von der Berufswahl abraten. Im Vergleich dazu habe ich als Geisteswissenschaftlerin geradezu traumhafte Berufsaussichten - und das will was heißen.
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
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Da ich mich für die andere Variante entschieden habe, bin ich da nicht auf dem Laufenden.
Soweit ich das hin und wieder mal von befreundeten Lehrern mitbekomme ist das wohl je nach Bundesland unterschiedlich.
Naja, ein bisschen abschätzen kann man sicher schon, wie viele Lehrer in den nächsten Jahren in welchen Fächern in Rente gehen und wie stark die Jahrgänge werden, oder?

Ich kann halt nur von EW/Päd/SozPäd abraten, wenn man ein Zukunfts-Sicherheits-Freak ist, vernünftig verdienen will oder nicht sowieso vorhat, ausgiebigst Elternzeit zu machen und anschließend teilzeit arbeiten will :zwinker:
 

Benutzer15352 

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Da ich mich für die andere Variante entschieden habe, bin ich da nicht auf dem Laufenden.
Soweit ich das hin und wieder mal von befreundeten Lehrern mitbekomme ist das wohl je nach Bundesland unterschiedlich.
Naja, ein bisschen abschätzen kann man sicher schon, wie viele Lehrer in den nächsten Jahren in welchen Fächern in Rente gehen und wie stark die Jahrgänge werden, oder?
Nee, leider nicht. Trotz Pensionierungswelle werden nämlich immer weniger Lehrer eingestellt, da nicht automatisch neue Stellen geschaffen werden und selbst Naturwissenschaften sind leider kein Einstellungsgarant mehr. Als mein Mann zu studieren anfing, hieß es noch, die Jobchancen wären gut, jetzt hingegen sind seine Fächer maßlos überlaufen - und zwar bundesweit. Wenn deine Lehrerfreunde in deinem Alter sind, hatten die noch das Glück, den Rest der "guten alten Zeit" abzugreifen, das ist heute leider alles schwieriger - Tendenz steigend :frown:.
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
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Nee, leider nicht. Trotz Pensionierungswelle werden nämlich immer weniger Lehrer eingestellt, da nicht automatidch neue Stellen geschaffen werden und selbst Naturwissenschaften sind leider kein Einstellungsgarant mehr. Als mein Mann zu studieren anfing, hieß es noch, die Jobchancen wären gut, jetzt hingegen sind seine Fächer maßlos überlaufen - und zwar bundesweit. Wenn deine Lehrerfreunde in deinem Alter sind, hatten die noch das Glück, den Rest der "guten alten Zeit" abzugreifen, das ist heute leider alles schwieriger - Tendenz steigend.


Ja, das sind sie tatsächlich. Ist alles schon ein paar Jahre her mit dem Studium.
Also auch nicht mehr unbedingt eine gute Idee...
Weißt Du, wie das mittlerweile an den Berufsschulen aussieht? In meinem Hinterkopf schwebt immer mal wieder der Plan eines Quereinstiegs vorbei, aber auch da hab ich schon sehr gemischte Äußerungen zu gehört.
 

Benutzer15352 

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Ja, das sind sie tatsächlich. Ist alles schon ein paar Jahre her mit dem Studium.
Also auch nicht mehr unbedingt eine gute Idee...
Weißt Du, wie das mittlerweile an den Berufsschulen aussieht? In meinem Hinterkopf schwebt immer mal wieder der Plan eines Quereinstiegs vorbei, aber auch da hab ich schon sehr gemischte Äußerungen zu gehört.
Als Erziehungswissenschaftler/Pädagoge kann man es an beruflichen Schulen durchaus mal probieren. Wie es bei staatlichen Schulen aussieht, weiß ich nicht, aber die privaten sind da durchaus interessiert. Ist da dann halt ohne Aussicht auf Verbeamtung und daher nicht soo gut bezahlt.
 

Benutzer122860 

Verbringt hier viel Zeit
Erstmal lieben Dank für eure Antworten.
Ich merk schon, ist alles nicht so prickelnd u. jeder Beruf hat so seine Vor- und Nachteile.
Ich werde mich im Wintersemester vermutlich für Erziehungswissenschaften bewerben. (Habe bereits mit Lehramt begonnen) Wenn ich nicht angenommen werde, dann wird's eben Lehramt, was ich jetzt auch nicht schlecht finde.

Scheint wirklich schwer zu sein das ganze...
 

Benutzer112177 

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Ich habe ein Jahr lang Erziehungswissenschaften studiert, aber nicht in Deutschland. Jedenfalls hat mir der Erziehungsteil eigentlich auch sehr gut gefallen; aber der Wissenschaftsteil war halt auch ein wesentlicher Baustein vom Studium - und das fand ich so langweilig, dass ich schlussendlich Fach gewechselt habe. Empirische Sozialforschung hier, quantitative und qualitative Forschungsmethoden da, dann nochmal mehr Forschungsquatsch, wissenschaftliches Zitieren als Sahnehäubchen. Mir wurde das einfach zu viel und es überwog dann auch den Anteil an spassigen Kursen, die mit Pädagogik zu tun hatten.
 

Benutzer18889 

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Ich habe ein Jahr lang Erziehungswissenschaften studiert, aber nicht in Deutschland. Jedenfalls hat mir der Erziehungsteil eigentlich auch sehr gut gefallen; aber der Wissenschaftsteil war halt auch ein wesentlicher Baustein vom Studium - und das fand ich so langweilig, dass ich schlussendlich Fach gewechselt habe. Empirische Sozialforschung hier, quantitative und qualitative Forschungsmethoden da, dann nochmal mehr Forschungsquatsch, wissenschaftliches Zitieren als Sahnehäubchen. Mir wurde das einfach zu viel und es überwog dann auch den Anteil an spassigen Kursen, die mit Pädagogik zu tun hatten.

Naja, wenn ein Fach Erziehungswissenschaften heißt, muss man wohl damit rechnen, dass die wissenschaftliche Arbeit einen Großteil des Studiums ausmacht. :grin: Wenn man daran kein Interesse hat, ist das Fach aber wohl nicht die richtige Wahl. Ich denke, da bieten die Modulkataloge auch eine gute Orientierungshilfe vorab.

Mein Master-Studiengang enthält auch überwiegend Kurse zum wissenschaftlichen Arbeiten. Ich würde sagen, das ist inzwischen mehr als der sonstige fachliche Input. Ich finde das aber gut, weil es mich auf dem Gebiet sicherer werden lässt und da viele von uns sowieso danach promovieren wollen, sehen wir das wohl überwiegend positiv.
 
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