Quarter-life Crisis - wer kennt sie noch? :D

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Gast
Hallo,

in letzter Zeit beobachte ich an mir selbst und in meinem Freundeskreis (alle Mitte 20) ein interessantes Phänomen: wir scheinen alle mehr oder weniger in einer Art Sinnkrise zu stecken.

Das Studium geht langsam zu Ende, es beginnt der Ernst des Lebens in der Arbeitswelt, der Freundeskreis dünnt aus, es werden Hochzeitspläne geschmiedet und entschieden, wie und wo man leben möchte, oder man wird als Single von Torschlusspanik befallen...

Alles wird auf einmal so ernst, Entscheidungen haben nun eine enorme Tragweite und das unbekümmerte Leben scheint erstmal vorbeizusein für die nächsten Jahre, immerhin ist das ja nun die Phase, in der man sich so langsam eine Zukunft (guten Job, Partner, Kinder, Haus...) aufbauen sollte.

Den Titel habe ich gewählt, weil auf mich persönlich viele "Symptome" dieser Krise zutreffen, die laut Wikipedia ( :tongue:) sind:
  • sich „nicht gut genug“ zu fühlen, wenn man keinen den eigenen akademischen oder intellektuellen Fähigkeiten entsprechenden Job findet
  • Frust und Konflikte in Beziehungen sowie in der Arbeitswelt
  • Identitätskrise und Persönlichkeitsunsicherheit
  • Zukunftsangst, Unbehagen wegen der nahen Zukunft
  • Ungewissheit über die Qualität der bisherigen Leistungen und Erfolge im Leben
  • Neubewertung enger Freundschaften nach anderen Kriterien
  • Unzufriedenheit mit der beruflichen Stellung
  • Nostalgie und Zurückwünschen in die Zeit als Student, Schüler oder Lehrling
  • Tendenz gefestigte Meinungen zu einem Thema zu haben
  • soziale Interaktion mit anderen langweilt
  • finanzieller Stress
  • Einsamkeit
  • der bisher unerfüllte und nun aufkommende Wunsch nach eigenen Kindern
  • das Gefühl, dass - irgendwie - alle um einen herum besser und erfolgreicher sind als man selbst
Mir geht es momentan teilweise echt nicht gut, weil mich viele dieser Punkte belasten und ich hoffe sehr, dass ich aus diesem Loch bald wieder herauskomme. Vielleicht würde es ja helfen, wenn man sich mit Mitleidenden austauschen könnte. :tongue:

Mich würde interessieren, ob ihr diese Phase kennt, ob ihr vielleicht selbst gerade drinsteckt oder ob ihr sie erfolgreich hinter euch gebracht habt? Oder fiel euch dieser Schritt gar nicht schwer?

Off-Topic:

Falls es ein passenderes Unterforum gibt, bitte verschieben! :smile:
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Hallo,

in einer typischen Quarter-life Crisis befinde ich mich nicht, aber ich kenne das Phänomen, und außerdem geht's mir momentan selbst auch nicht so gut :grin: Symptome sind bei mir ähnlich, aber Ursachen andere. Letztendlich denke ich, dass es eine ganz natürliche Phase ist, in der man eben zwischen zwei Stühlen steckt. Die eine Lebensphase geht vorbei/ist im Begriff zum Ende zu kommen und das neue Ungewisse steht bevor. Oft ist es auch so, dass das Studium nicht mehr als ein Hinausschieben der eigenen Entscheidung ist, was man mit dem Leben eigentlich tun will. Und nach dem Studium merkt man dann, dass man zwar vllt klüger ist, aber mehr wissen tut man deswegen noch lange nicht. Ich denke, man kann diese Zeit also sinnvoll nutzen, um die eigenen Ziele im Leben nochmal zu überdenken und möglicherweise auch umzugestalten. Das klingt alles leichter als es ist, das weiß ich selbst genauso gut. Aber ne bessere Möglichkeit fällt mir nicht ein, als aus der Phase das Produktivste zu machen, was geht. Letztendlich muss ich auch sagen, dass ich Leute kenne, die aus ihrer Quarter-life Crisis nie rausgekommen sind und die 10 Jahre später vor der Erkenntnis stehen, dass ihnen langsam aber sicher die Zeit davon läuft und sie einfach verpasst haben, Gelegenheiten und Möglichkeiten zu nutzen, die sich ihnen geboten haben.
 

Benutzer108566 

Sehr bekannt hier
*meld* :grin:

Für mich hat sich im letzten halben Jahr ganz viel verändert. Studium beendet, neuer Job, Wohnungssuche, Überlegungen ob mit dem Partner zusammenzuziehen, erste eigene Wohnung.

Was mich am Meisten quält, ist der neue Job. Ich bin wirklich zufrieden mit dem Arbeitsbereich, dem Team, der Führungsqualität, dem Klientel und überhaupt. Aber mich stresst mein eigener Leistungsdruck ungemein. Ich kann nach der Arbeit kaum abschalten, ständig drängen sich Gedanken auf, ob ich auch an alles gedacht habe, was ich noch zu tun habe, ob man zufrieden mit meiner Arbeit ist, ob ich den Ansprüchen genüge und überhaupt. Welpenschutz ist jetzt einfach vorbei. Ich habe keine Schonfrist als Berufseinsteiger in diesem Team. Neulich ist es in der Supervision herausgebrochen und ich saß da wie ein kleines schluchzendes Mädchen, das wissen möchte, ob man es auch lieb hat. :confused: So kenne ich mich gar nicht. Weder von Nebenjobs, noch aus diversen Praktika. Aber dieser erste richtige Job mit voller Verantwortung, schafft mich. Aber das ist vermutlich normal und ich muss meine eigenen Ansprüche an die Realität anpassen und aufhören mich ständig selbst in Frage zu stellen. :zwinker:

Was ich auch merke, ist dass sich auch meine Ansprüche an meine Partnerschaft verändern. Ich werde kritischer, plane vorausschauender (oh Gott, ich habe Urlaub für uns für Juni'13 gebucht! :eek:). In mir ist der Wunsch zu wissen wo es hingeht. Er ist da noch nicht so weit, er ist erst im nächsten Jahr mit der Ausbildung fertig und weiß noch gar nicht wo's ihn hinverschlagen wird. Er ist da unkomplizierter und kann gar nicht verstehen warum ich gerne wissen möchte, ob er sich vorstellen kann, ob wir "demnächst" zusammenziehen. :ratlos:

Ja... Spannend! :grin: Tut gut zu lesen, dass das nicht nur mir so geht.
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Ich finde schon, dass man betonen sollte, dass manche dieser Symptome nichts mit persönlichem "Versagen" zu tun haben, sondern zu einem gehörigen Maße strukturell bedingt sind.
Da es immer mehr Hochschulabsolventen gibt, wird es schwerer einen Job zu finden, da die Konkurrenz größer wird. Die größere Konkurrenz sorgt dafür, dass mehr Leute bereit sind, für weniger Geld zu arbeiten bzw. ein (schlecht bezahltes oder gar unbezahltes) Praktikum zu machen, um Lücken im Lebenslauf zu vermeiden. Da kommen dann automatisch die finanziellen Probleme. Verschlimmert wird diese Situation dannn och durch Abstiegsängste, die durch die Diskussion wie die über die "Generation Praktikum" entstanden sind. Größere Unsicherheit entsteht zudem, da Neueinsteiger immer häufiger nur Zeitverträge bekommen, mit denen man seine Zukunft eh nicht planen kann. Wenn noch die oft geforderte räumliche Mobilität ins Spiel kommt, wird das zur Belastungsprobe für viele Beziehungen, da oft nicht beide umziehen wollen oder können und eine Fernbeziehung für viele auch keine Option ist usw.

Sprich: Vieles davon ist keine persönliche Krise, sondern strukturell bedingt. Da muss man nicht immer alles auf sich beziehen.
 
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Gast
aber ich kenne das Phänomen, und außerdem geht's mir momentan selbst auch nicht so gut :grin: Symptome sind bei mir ähnlich, aber Ursachen andere.
Mir geht es auch aus anderen Gründen momentan nicht so toll, aber ich glaube, diese Phase trägt dazu bei, dass man sich manchmal vielleicht schlechter fühlt, als es ansonsten der Fall wäre.:hmm:

dass ihnen langsam aber sicher die Zeit davon läuft und sie einfach verpasst haben, Gelegenheiten und Möglichkeiten zu nutzen, die sich ihnen geboten haben.
Das stimmt, das Studium ist wohl die Zeit, in der man die meiste Freiheit hat, gleichzeitig aber auch den meisten Druck, denn man sollte die Zeit ja trotzdem möglichst sinnvoll nutzen, ohne mehrere Semester zu verschwenden...

Ja... Spannend! :grin: Tut gut zu lesen, dass das nicht nur mir so geht.
Ja, das stimmt. :smile:

Die Situation, dass der Partner evtl. noch an einem anderen Punkt im Leben ist, ist natürlich auch eine Belastung.

@ MrShelby: Natürlich ist es z.T. auch ein strukturelles Problem, das ändert aber nichts daran, dass es einen persönlich belastet und somit bezieht sich diese Krise natürlich auf einen selbst. Man kann ja schlecht sagen, dass man einfach mal von all den gesellschaftlichen Strukturen Abstand nimmt, um sich damit nicht beschäftigen zu müssen.

Die Frage ist daher, wie man mit dieser Zeit am besten umgeht.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Die Frage ist daher, wie man mit dieser Zeit am besten umgeht.

Ich glaube, das muss man individuell lösen, weil dann doch jede Situation sehr unterschiedlich ist. Ich persönlich bin halt jemand, der gerne versucht, die positiven Seiten an so einer Krise wahrzunehmen. Und, Freundschaften überdenken, die eigenen Fähigkeiten in Frage stellen, sich der eigenen Schwächen bewusst zu werden -> das sind für mich keine schlechten Sachen. Ich weiß aber natürlich nicht, was das mit jemandem macht, der von Haus aus ein nicht so gutes Selbstbewusstsein hat. Ich denke, das kann den dann schon mal in eine leichte Depression werfen.

Letztendlich denke ich aber auch, dass solche Krisen wichtig sind, um voranzukommen und sein eigenes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Aber es stimmt, die Stimmung, in der man dabei ist, ist alles andere als gut und konstruktiv. Mir hilft da nur die Hoffnung, dass es vorbei geht und nach jedem Regenschauer die Sonne wieder scheint. Momentan habe ich leider das Gefühl, dass die Phase, in der ich bin, das größte Potenzial hat, mich negativ und langfristig zu prägen. Deswegen ist momentan alles, was ich mache, mit einem deutlich flauen Gefühl in der Magengegend verbunden.
 

Benutzer66279 

Sehr bekannt hier
Ich fühle mit dir! :zwinker:
8/10 Semestern meines Studiums sind abgeschlossen und ich müsste mich jetzt eigentlich um ein Masterthema in der Industrie kümmern und überlegen, wo ich später mal leben will. Dann dieses Damokles-Schwert, das jede Lust auf Zweisamkeit bzw. Bemühungen zu neuen Bindungen abtötet, weil man weiß, dass man die Gegend hier in spätestens einem Jahr verlassen wird und eine Fernbeziehung keine Option ist.
Im Prinzip hast du fast alles auf den Punkt gebracht, was mich momentan auch beschäftigt. Ich hatte persönlich vom Master viel mehr erwartet als das, was im Endeffekt geboten wurde. Dadurch fühle ich mich nicht wesentlich höher qualifiziert als als Bachelor und stelle mir die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, noch die Masterarbeit zu schreiben. (vom höheren Gehalt mal abgesehen) Auch bin ich mit meinen Noten überhaupt nicht zufrieden. Vor allem weil mein Umfeld aus ziemlichen Leistungsträgern besteht. Da blendet man gern aus, wenigstens noch zur relativ guten Hälfte des Studiengangs zu gehören. *g*
Der Gedanke, dass in spätestens einem Jahr mein im Studium neu aufgebauter Freundeskreis wieder in alle Himmelsrichtungen verstreut sein wird und man sich wieder alles von Neuem aufbauen muss, kotzt mich auch jetzt schon an. (so war es ja nach dem Abitur auch schon, ich hab heute vllt. noch zu 80% aller Freunde aus der Oberstufe sporadisch Kontakt - aus den Augen, aus dem Sinn)
 
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Gast
Aber es stimmt, die Stimmung, in der man dabei ist, ist alles andere als gut und konstruktiv. Mir hilft da nur die Hoffnung, dass es vorbei geht und nach jedem Regenschauer die Sonne wieder scheint. Momentan habe ich leider das Gefühl, dass die Phase, in der ich bin, das größte Potenzial hat, mich negativ und langfristig zu prägen. Deswegen ist momentan alles, was ich mache, mit einem deutlich flauen Gefühl in der Magengegend verbunden.
Das Gefühl kenne ich nur zu gut. Entscheidungen werden immer wichtiger und haben eine größere Tragweite...

Am Selbstbewusstsein liegt das denke ich nicht unbedingt (ich bin mit meinem jedenfalls zufrieden^^), mir machen v.a. die Dinge Angst, auf die ich selbst keinen Einfluss habe. Mein beruflicher Werdegang wird in den nächsten 2 Jahren hart sein, aber das traue ich mir zu.
Angst macht mir eher die Tatsache, evtl. keinen Anschluss mehr zu finden, weil alle in dem Alter dann schon Partner und feste Freundeskreise haben und niemand mehr (wie an der Uni) Anschluss und neue Leute sucht. Klar, da kann man auch selbst aktiv werden, aber das sagt sich so leicht, wenn man alle 6 Monate umziehen muss und eine total stressige Woche hat.:hmm:

Dann dieses Damokles-Schwert, das jede Lust auf Zweisamkeit bzw. Bemühungen zu neuen Bindungen abtötet, weil man weiß, dass man die Gegend hier in spätestens einem Jahr verlassen wird und eine Fernbeziehung keine Option ist.
Der Gedanke, dass in spätestens einem Jahr mein im Studium neu aufgebauter Freundeskreis wieder in alle Himmelsrichtungen verstreut sein wird und man sich wieder alles von Neuem aufbauen muss, kotzt mich auch jetzt schon an.
Ohja, das belastet mich ebenfalls, zumal ich in den nächsten 2 Jahren 3-4x umziehen werde, somit sind sowohl eine Beziehung als auch der Aufbau eines Freundeskreises nahezu utopisch und diese Aussicht ist verdammt frustrierend. :ratlos:
Außerdem scheint es mit zunehmendem Alter schwieriger zu werden, Freunde oder wenigstens Bekannte zu finden, mit denen man etwas unternehmen kann.
Ich freue mich einerseits auf die Veränderungen (und es wird wirklich Zeit, dass ich aus dieser Stadt wegziehe), aber die Aussicht, dass es nie wieder so einfach sein wird wie an der Uni, Kontakte zu knüpfen, stimmt mich wirklich traurig und ich habe Angst, zu vereinsamen. :ashamed:


Ich finde es aber wirklich sehr beruhigend, dass es mehreren so geht. :zwinker:

Off-Topic:

Manchmal fühle ich mich wie Ted, der ja so gerne schon alt wäre, weil dann all diese Entscheidungen schon getroffen sind... :grin:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer109947 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Quarter-Life Crisis?! Endlich habe ich einen Namen für meinen momentanen Zustand :grin:

Nein, mal im Ernst... Ich denke, es geht vielen Leuten in unserem "Alter" so. Das sieht man meistens nur nach außen hin nicht, weil es hinter einer Fassade aus "Coolness", "Seht-her-was-ich-alles-schon-erreicht-habe"-Gehabe und "Ich-habe-alles-im-Griff"-Mentalität versteckt wird... in meinem Freundeskreis beobachte ich so ein Verhalten öfters (und ich nehme mich da selbst auch manchmal nicht aus :ashamed: ). In Wahrheit hat aber jeder so seine, mehr oder weniger großen, Baustellen... die kommen nur leider erst zu Tage, wenn die Gesprächsthemen tiefer als "Und-was-machst-du-grade?" gehen.

Ich frage mich nur, warum das so ist? Liegt es an unserer Leistungsgesellschaft? An der Ellenbogen-Mentalität? Kann man sich überhaupt noch Schwächen erlauben? All das beeinflusst natürlich die Generation der Mit- bis Endzwanziger, die nun mal an einem entscheidenden Punkt in ihrem Leben steht (Studium, Berufseinstieg, Familienplanung, Zukunftssicherung, etc...) Und das schlechteste was man machen kann, ist sich ständig mit anderen zu vergleichen. Ich weiß, ist einfach gesagt, aber die Umsetzung ist gar nicht so einfach...

Ich für meinen Teil befinde mich im Moment auch an irgendeinem undefinierbaren Punkt zwischen zwei Abschnitten. In gut 9 Monaten sollte ich meinen Bachelor in der Tasche haben (mein erster qualifizierender Berufsabschluss nach einer abgebrochenen Ausbildung, *yuhu*) aber was dann? Master... wenn ich übernommen werde, dann auf jeden Fall. Und danach? Familie... nach jetzigen Stand bin ich davon soweit entfernt, wie die Jungfrau vom Kind :tongue: Haus bauen... erstmal einen Job finden. Altersvorsorge... in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrise... das ich nicht lache :rolleyes: (Finanzielle) Unabhängigkeit... schau ma mal!

Und während ich mir diese Fragen stelle und versuche, den Anforderungen des täglichen Uni-Wahnsinns gerecht zu werden, fangen viele meiner Bekannten an, zu heiraten... Kinder zu kriegen... sich wieder scheiden zu lassen... ein Haus zu bauen... die Welt bereisen... Aber halt, ich will mich ja nicht vergleichen! :kopfwand: Zusätzlich zu dieser Situation schlägt mir auch noch mein vermeindlicher Gesundheitszustand zur Zeit ein wenig auf den Magen (mein Körper macht zur Zeit Dinge, die er eigentlich nicht machen sollte)... aber das gehört wohl auch zum "alt werden" dazu *duck* :tongue:

Wenn sich das alles unter dem Begriff der Quarter-Life-Crisis zusammenfassen lässt, dann fühle ich mich definitiv zumindest im Anfangsstadium davon betroffen. Aber hey, das haben schon Generationen vor uns geschafft :jaa: ... irgendwie!

Das Leben ist halt kein Ponyhof! :thumbsup:
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Benutzer65313 

Toto-Champ 2008 & 2017
Ach ja, das tut mir jetzt auch irgendwie gut zu wissen, dass das ein allgemeines Phänomen ist :grin: Mir gehts genau so. Jeder einzelne Punkt ist wahr. Und ich verzweifle manchmal richtig daran und denke mir, wie blöd ich doch eigentlich bin, dass ich mir solche Gedanken mache...
Ich weiß nicht genau, was ich jetzt schreiben soll, aber allein diese Tatsache baut mich jetzt doch etwas auf. Danke für den Thread :grin: :smile:
 

Benutzer12784  (40)

Sehr bekannt hier
Hehe wartet mal bis ihr 30 seid, die ersten paar Jahre Arbeit hinter euch habt, drauf kommt, dass es keinen Spaß macht und ihr mit nem Haufen anderer 30 Jähriger in nem neuen Studium sitzt. Die langjährige Beziehung gescheitert, vom gemeinsamen Haushalt wieder zum WG leben gewechselt wird, während rund herum die Freunde heiraten und Kinder bekommen.
Da fällt einem das Ausgehen schwer denn um 8 in der Früh will man eher ins Bett als ins Frühbeisl und bitte redet mich dann nicht vor 18 Uhr an.

Es scheinen die Jahre nach der Quarterlife Crisis nur ein übergang zur Midlife Crisis zu sein. Aber gut man überlebts.
 

Benutzer35148 

Beiträge füllen Bücher
Was ist wenn man es selber einfach ganz bewußt einmal langweilig haben will, mal durchschnaufen, sich neu orientieren oder einfach in ruhe alles reflektieren möchte, was man erreicht hat?
Muss man das denn unbedingt hinter einem beschönigenden oder gekünstelten Begriff verstecken,
nur um vielleicht nicht als faul und bequem und antriebslos zu gelten?
Nach der Mid-life-crisis kam die Zeit der Burnouts, und nun das.
Quarter-life-crisis? Im Schwäbischen könnte man sagen, "dr hot oi Viertele zwenig g'het", oder so ähnlich :ROFLMAO:
Der Wahnsinn hat Methode :ROFLMAO:

Wahrscheinlich verbraten die meisten Menschen heutzutage viel zu viel Zeit mit sinnlosen Dingen, und suchen sich dafür eine (eher sinnfreie) Rechtfertigung, weil sie auf einmal merken, dass der Ernst des Lebens sie eingeholt hat, und sie damit nicht fertig werden...
Natürlich brauchen sie dann Hilfe, natürlich sicherlich auch irgendwelche Mittelchen, um darüber hinweg zu kommen.

Ach leuts, bleibt auf dem Teppich und laßt euch nur ja nichts einreden..
Etwas gesunder Menschenverstand, etwas Selbstachtung, gute Freunde, etwas Ablenkung, das sollte reichen :thumbsup:
 

Benutzer65313 

Toto-Champ 2008 & 2017
:rolleyes:Ich lasse mir nichts einreden, im Gegenteil, bis vor wenigen Stunden wusste ich nicht, dass es für das, was ich empfinde, einen Begriff gibt. Mir geht es schlecht. Phasenweise richtig schlecht. Ja, mag sein, dass andere Leute mit so etwas kein Problem haben, aber mit meinen Lebensänderungen im letzten Jahr komme ich nun einmal nicht klar. Umzug, neuer Job, kein Geld (trotz Job beantrage ich gerade Unterstützung, also auch kein Geld für Freizeit), neue Verantwortung, keine Freunde mehr (und glaubt mir, ich versuche krampfhaft welche zu finden, vermutlich zu krampfhaft...), kein Partner. Ich lebe momentan nur für die Arbeit und frage mich nun einmal, was eigentlich der Sinn des Ganzen ist, warum ich noch aufstehen sollte, wenn ich am Abend dann doch nur wieder einen langweiligen Tag von Essen und Arbeit hinter mir habe. Ich freue mich über jedes Lachen von mir, weil das einfach selten geworden ist. Ich bin in einer Sackgasse und weiß nicht mehr weiter. Auch meine Eltern und Geschwister können mir nichts raten.

Und nun sagt mir bitte nicht, dass ich das leicht nehmen soll. Das ertrage ich nicht.
 

Benutzer12784  (40)

Sehr bekannt hier
:rolleyes:Ich lasse mir nichts einreden, im Gegenteil, bis vor wenigen Stunden wusste ich nicht, dass es für das, was ich empfinde, einen Begriff gibt. Mir geht es schlecht. Phasenweise richtig schlecht. Ja, mag sein, dass andere Leute mit so etwas kein Problem haben, aber mit meinen Lebensänderungen im letzten Jahr komme ich nun einmal nicht klar. Umzug, neuer Job, kein Geld (trotz Job beantrage ich gerade Unterstützung, also auch kein Geld für Freizeit), neue Verantwortung, keine Freunde mehr (und glaubt mir, ich versuche krampfhaft welche zu finden, vermutlich zu krampfhaft...), kein Partner. Ich lebe momentan nur für die Arbeit und frage mich nun einmal, was eigentlich der Sinn des Ganzen ist, warum ich noch aufstehen sollte, wenn ich am Abend dann doch nur wieder einen langweiligen Tag von Essen und Arbeit hinter mir habe. Ich freue mich über jedes Lachen von mir, weil das einfach selten geworden ist. Ich bin in einer Sackgasse und weiß nicht mehr weiter. Auch meine Eltern und Geschwister können mir nichts raten.

Und nun sagt mir bitte nicht, dass ich das leicht nehmen soll. Das ertrage ich nicht.
Da kommt dann aber einiges mehr zusammen. Hast du, wenn es dir so schlecht geht überlegt dir eventuell Hilfe zu holen oder mit jemanden zu sprechen?
 

Benutzer35148 

Beiträge füllen Bücher
Bria, Du zeigst selber wie sehr es dabei auf die Umstände ankommt.
Die eigenen Probleme sind für einen nunmal die größten und belastendsten.

Versuchst Du Dich mit aller Gewalt alleine durchzubeißen, oder siehst Du noch einen Silberstreif und die Chance auf eine Änderung?
Ich behaupte auch nicht daß es einfach ist, aber vielleicht muß man sich manchmal etwas eingestehen,
und dann den Mut haben, etwas zu ändern. Vielleicht sogar wenn man vieles verliert oder aufgeben muß.
 

Benutzer65313 

Toto-Champ 2008 & 2017
Da kommt dann aber einiges mehr zusammen. Hast du, wenn es dir so schlecht geht überlegt dir eventuell Hilfe zu holen oder mit jemanden zu sprechen?
Naja, das sind eigentlich die Punkte, die im ersten Posting stehen :zwinker: eben sehr ausgeprägt, aber das ist es ja - bei dem einen ist so etwas stärker, beim anderen eben nicht. Jeder reagiert anders, manche belastet so etwas mehr. Deswegen finde ich es ein bisschen... unsensibel zu sagen, dass solche Dinge doch gar nicht so schlimm sind.
Ich bin ohnehin schon in Therapie, eigentlich wegen anderer Dinge, aber so kommt auch das hin und wieder zur Sprache. Aber das reicht noch lange nicht aus, es kann ja auch nicht helfen, denn die Situation lässt sich nun einmal nicht ändern. Man kann Freunde, Partnerschaften und Geld nicht aus der Luft herzaubern, und diese drei Dinge bräuchte ich, damit es mir besser geht :zwinker:[DOUBLEPOST=1350942579,1350942304][/DOUBLEPOST]
Bria, Du zeigst selber wie sehr es dabei auf die Umstände ankommt.
Die eigenen Probleme sind für einen nunmal die größten und belastendsten.

Ja, natürlich. Ich bin egoistisch und denke nun einmal in erster Linie an mich. Aber heißt das, dass meine Probleme objektiv gesehen gar nicht so schlimm sind? Vielleicht. Aber wenn man tagein, tagaus einsam in der Wohnung sitzt sieht man nicht mehr sehr viel objektiv.

Versuchst Du Dich mit aller Gewalt alleine durchzubeißen, oder siehst Du noch einen Silberstreif und die Chance auf eine Änderung?
Ich behaupte auch nicht daß es einfach ist, aber vielleicht muß man sich manchmal etwas eingestehen,
und dann den Mut haben, etwas zu ändern. Vielleicht sogar wenn man vieles verliert oder aufgeben muß.

Nein. Wo soll da eine Änderung kommen? Vielleicht in ein paar Monaten, wenn ich mehr Geld verdiene und mir auch mehr Freizeitaktivitäten oder Sportvereine leisten kann. Ich träume ja von einem Tanzkurs... Aber momentan kann ich nichts ändern. Ich drehe mich im Kreis. Würde ich einen Silberstreif sehen wäre es ja nicht so schlimm, daran könnte ich mich festhalten. Aber ich kann an der Situation nichts ändern. Ich habe schon zwei Arbeitstellen und mich bei einer dritten beworben, mehr kann ich nicht tun. Ich mache jede Aktivität mit, von der ich etwas mitkriege, Freundschaften sind dadurch noch nicht entstanden. Ich habe das Gefühl, schon ziemlich viel aufgegeben/verloren zu haben nach dem Studium. An noch mehr würde ich zerbrechen.
 

Benutzer35148 

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Was würde Dich denn glücklich machen, Dir mehr Lächeln ins Gesicht zaubern?
 

Benutzer3277 

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Nein, ich kenne diese Art Krise nicht. Klar gibt es auch bei mir Veränderungen, z.B. dass Freunde heiraten, wegziehen. Ich bemühe mich trotzdem, immer unter Leuten zu sein, bin z.B. in mehreren Vereinen, viel unterwegs und habe Hobbies, wo ich Leute treffe. Und Partys lasse ich auch nicht aus.
Nutze deine jetzige Zeit wo du jung bist! Was wirst du sagen wenn du mal 70 bist, Freunde sterben weg, jede Menge Krankheiten stellen sich ein, die Rente reicht nicht usw.[DOUBLEPOST=1350944009,1350943504][/DOUBLEPOST]
Ohja, das belastet mich ebenfalls, zumal ich in den nächsten 2 Jahren 3-4x umziehen werde, somit sind sowohl eine Beziehung als auch der Aufbau eines Freundeskreises nahezu utopisch und diese Aussicht ist verdammt frustrierend. :ratlos:

Darf ich fragen, warum du in den nächsten 2 Jahren 3-4 mal umziehen musst? Ich musste das doch auch nicht, bin in meinem Leben erst 1 mal umgezogen - von meinen Eltern in eine eigene Wohnung.
 
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Gast
Na, ihr macht einem ja Mut... :zwinker:

Es ist aber hilfreich zu wissen, dass man damit nicht alleine ist, ehrlich. In meinem Umfeld geht es zwar auch fast allen so, aber der Unterschied ist hier, dass da alle (wirklich alle, bis auf meinen Ex) vergeben sind und daher wohl anders gelagerte Sorgen haben als ich.

@ Proxy: Ich muss berufsbedingt umziehen, das sieht meine weitere "Ausbildung" so vor.

@ Bria: Das klingt ja nicht gut bei dir, das tut mir leid. Ich verstehe dich aber sehr gut. Mir fehlt es momentan teilweise irgendwie echt an Lebensfreude, ich frage mich jeden Tag, wozu ich das alles eigentlich mache. Ich kann es nicht mehr ertragen, alleine zu sein - dabei war ich immer jemand, der gerne alleine war, teilweise tagelang, ich war damit immer zufrieden, aber momentan könnte ich heulen, wenn ich mal alleine in der Wohnung bin oder gar nur alleine in der Bib sitze. :hmm:

@ Reliant: Naja, das macht auch nicht gerade Mut. Da verliert man ja noch mehr die Motivation, wenn nichtmal die Aussicht besteht, dass es in einigen Jahren besser wird. :ratlos:

@ kopfsache: Ja, vergleichen bringt nichts. Mache ich aber gar nicht unbedingt. Heiraten (wie viele meiner Freunde es tun) möchte ich zB gar nicht, aber ich hatte mir schon immer vorgestellt, eben mit Mitte 20 nicht mehr Single zu sein und mich dann auch einfach erwachsener zu fühlen, als ich es jetzt tue. Im Prinzip habe ich bisher nix geschafft, falle ich durchs Examen, habe ich 5 Jahre umsonst studiert. Verdienen werde ich die nächsten 2 Jahre einen Hungerlohn und danach ist eh fraglich, ob ich eine vernünftige Stelle bekomme.

Mich stört es, dass ich keine Lebensfreude mehr habe im Moment. Ich kenne mich so nicht. Oft denke ich, wenn ich jetzt einen Autounfall hätte und tot wäre, wäre es mir auch egal, weil ich momentan nichts habe, wofür es sich wirklich zu leben lohnt.:ratlos:

Off-Topic:
Puh, das zu schreiben, fiel wirklich schwer. :hmm: :ashamed:

Klar gibt es Dinge, von denen ich träume und mit denen ich versuche, mich zu motivieren, aber das klappt leider nicht so wirklich und viele davon liegen eben auch nicht komplett in meiner Hand, daher ist es fraglich, ob ich diese Ziele überhaupt erreichen werde.
 

Benutzer65313 

Toto-Champ 2008 & 2017
Was würde Dich denn glücklich machen, Dir mehr Lächeln ins Gesicht zaubern?
Freunde, bestenfalls ein Partner, die Aussicht auf Kinder, ein Tanzkurs, ein Ballettkurs, Schauspielerei, mehr Geld, eine wii ( :grin: ), weniger Sorgen um meine Existenz. Kleine und große Sachen :grin: Ich bemühe mich, die Dinge zu erreichen, bisher hat das aber noch nicht geklappt. Tanzkurs zB am Geld, der Ballettkurs und die Schauspielerei an meinen Arbeitszeiten.

@Riot: Ich kenne das, mit dem Gedanken "Lebensfreude". Ich würde mir nie nie nie das Leben nehmen, weil ich paradoxerweise vor dem Tod viel zu viel Angst habe :grin: Aber in Momenten wie diesen kann ich wirklich gut verstehen, warum Leute das in Kurzschlussreaktionen tun.
Wenn ich meine Eltern und Geschwister und meine beste Freundin (leider hunderte km weit weg) nicht hätte... dann wäre an "Lebensfreude" rein gar nichts mehr da. Momentan ist Weihnachten (!) mein kleines Ziel, darauf freue ich mich, weil ich letztes Jahr Weihnachten alleine verbracht habe und ich die Zeit in der Familie sehr schätze. Aber ich finde es schon irgendwie ein bisschen traurig, dass in den nächsten zwei Monaten nichts ansteht, auf das ich mich freuen kann, oder das meinem Leben einen Sinn gibt. ^^
 
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