Psychologie der Frau

Benutzer120535 

Öfters im Forum
Ira gibt mir mit einer Äußerung grade zu denken. Nämlich der Unterschied zwischen: Sagen und Handeln. Ich möchte das mal aufgreifen, und jetzt aber zwischen "Sagen" und "Denken" bzw. "Fühlen" unterscheiden. Das möchte ich auch ganz gerne mit einem Beispiel füllen. Vorweg: Ich bin weder schüchtern, noch wirklich unsicher auf zwischenmenschlicher Ebene. Ich hatte nur eine Phase, in der mit das Gegenüber schlichtweg nicht so wichtig war, da ich selber eigene Probleme hatte. Jetzt habe ich hingegen wieder viel mehr im Griff, mich selbst natürlich auch. Mir fällt aber als Beispiel folgendes auf:
Wenn ich nach einem Treffen gefragt habe, dann habe ich einen Korb bekommen. In etwa der Wortlaut: "Es tut mir sehr leid" usw. Eben auch mit vielen Smileys o. ä. Nun weiß ich aber, dass es einfach nur kurz und knackig das hier bedeuten sollte (in meinem Fall): Nein.
Ich wusste das zu dem Zeitpunkt nicht, dachte es täte ihr wirklich leid etc. Einfach, weil ich nicht an irgendwelche geltenden Regeln geglaub habe. Die gibt es bis heute natürlich nicht, aber man kann sich in unserer Gesellschaft ja an Regelmäßigkeiten orientieren. Sowas suche ich! Ich habe nämlich noch nie irgendwas gehabt, was mir mein Beispiel wirklich erklärt hat. Zu der Zeit hatte ich auch kein PL. Und ich will auch nicht, dass ihr mir irgendwas vorschreibt. Erst recht keine Stereotypen, oder Frauen sind so oder so. Aber eben solche Standards, wo jetzt vielleicht sich auch viele an die Stirn fassen und denken: "Warst du denn emotional völlig blind?!". Denn genau das war ich ja nicht, denn ich bin nur einer solchen Regelmäßigkeit zum Opfer gefallen. Und um mir in meiner etwas naiven Art etwas Schmerz zu ersparen, möchte ich eben vieles lieber vorher schon wissen.

Steinzeit, Einparken, Nörgeln... Das muss höchstens aus Statistiken entspringen. Und diese wiederum können mir was über eine "Durchschnittsfrau" sagen. Aber die gibt es nicht! Alle Frauen sind anders, eine reine Durchschnittsfrau wird es auch nie geben. Und deshalb bringen mir Stereotypen nichts, abgesehen von banalen und unbegründeten.

Das mit der erhöhten Emotionalität interessiert mich. Und vor allem, wie man die deuten kann. Das Erkennen davon, das muss ich schon selber leisten (außer bei dem Geschriebenen, da wäre mir ein guter Rat wilkommen!). Nur das Deuten würde mir dann noch schwer fallen.

Allgemein beim Menschen würde ich es außerdem so formulieren:
Jeder Mensch besitzt Emotionen, die er verschieden stark auslebt. Diese Emotionen kann er auf der einen Seite andere Menschen erkennen lassen, auf der anderen Seite können die seine Emotionen erkennen.
Wenn man seine Emotionen offen zeigt, dann kann man zum Beispiel einfach die Empathie von anderen wollen oder eben andere an seiner guten Stimmung teilhaben lassen.
Emotionen an anderen erkennen ist hingegen etwas schwieriger. Denn nicht alle erkennbaren Emotionen stimmen vielleicht mit der wirklichen Emotion des Subjekts überein. Es gibt als Abweichungen durch die Wahrnehmung von uns auf die Emotionen anderer.
In der Regel erkennt man nun immer bewusst und unbewusst die Emotionen anderer und deutet sie. Ich würde mir gerne etwas bewusster werden. Außerdem möchte ich auch bewusster meine Emotion zeigen können, damit sie für andere auch leichter zu deuten ist.
Gleichzeitig muss ich aber in der Schule z.B. im Gespräch mit einem Lehrer die Emotionen ausschalten und möglichst Rational denken. Das heißt, dass ich eher in die andere Richtung geschult bin, nämlich das Gesagte vom Menschen unabhängig von Emotion, herkunft, was auch immer, wahrzunehmen. Wie kann ich dem entgegenwirken: Wie kann ich mich emotional nett ausdrücken und auch gleichzeitig im Denken mich korrekt ausdrücken?
Diese Frage(n) stellen sich mir genau jetzt, da ich mich im Denken soweit etwas auskenne. Ich bin niemand, der sich außerordentlich schnell entwickelt. Aber ich versuche mich immer sehr gründlich zu entwickeln. Gleichzeitig möchte ich vieles erfassen, und nicht nur verstehen. Ich habe ein gutes Gedächtnis, kann mir schnell Dinge einprägen. Ein gutes Verständnis habe ich auch, aber mir fehlt eben das Gefühl, um die Welt wirklich zu begreifen.

So, ich hoffe das ist noch einigermaßen verständlich geworden. Ich finde es sehr schwer in einem so großen Bereich präzise zu fragen, ohne eine zu große Streuung der Antworten in andere Bereiche (-> z.B. Stereotypen, Klischees) zu erhalten.
Mein Ziel ist aber umso einfacher: Eine Frau glücklich machen können, die mich auch glücklich macht.
Um das zu können, möchte ich mich erstmal auch allgemein damit befassen, wie ich wahrgenommen werde und wahrnehme. Denn leider hat man nicht immer eine "Testfrau", die einem alles ungeschönt sagt was sie denkt und empfindet. Vielmehr erwarten Menschen (nicht nur Frauen!) von anderen, dass sie bestimmte Dinge beherrschen. Da dies in diesem Forum aber keine Rolle spielt (Stichwort: "Mir gefällt, dass jedes Alter vertreten ist und man nicht ausgelacht wird, wenn man Fragen stellt, die man sonst eher von einer 16-Jährigen erwarten würde." -VelvetBird), seid ihr meine ersten Anprechpartner neben guten Freunden.

Danke fürs Lesen :zwinker:
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich denke es gibt einen Unterschied zwischen der Existenz der Emotionen, dem Bewusstsein über diese und dem Zeigen nach außen.

Existenz gibt es eigentlich immer, Emotionen sind da ob man will/es merkt oder nicht. Und es ist eigentlich auch immer gut, sich dieser Emotionen bewusst zu sein, d.h. dass sich die rationale Ebene mit der emotionalen beschäftigt. Hier sollte man sich aber wirklich nur selbst beobachten, die Gefahr ist dass man dann rational schnell normativ denkt: Ich sollte jetzt das und das fühlen, weil es angemessen/nachvollziehbar/am besten wäre. Aber damit versperrt man sich den Blick auf seine Gefühle. Man sollte sie nur beobachten, und es auch akzeptieren wenn man Gefühle hat die einem rational gesehen nicht passen.

Das nächste ist: Zeigt man diese Gefühle? Das ist auch ein schwieriger Bereich. Hier gibt es bestimmte soziale Normen, aber auch tatsächliche Notwendigkeiten, Gefühle nicht immer zu zeigen. Ich denke hier sollte man vor allem überlegen, was tatsächlich (un)angemessen ist, und nur wenn man unsicher ist die Normen als Orientierung zu nehmen. Beispielsweise würden sich auf einer Beerdigung viele von einem lachenden und scherzenden Zeitgenossen beleidigt/gestört fühlen, daher halte ich es für angemessen, sich dort ernst zu zeigen und Freude/Belustigung nicht offen zu zeigen, falls man sowas empfindet. Und genau das hat ja auch Einzug in den sozialen Normenkanon gefunden. Allerdings gibt es auch andere Herangehensweisen an Trauer, und je nach dem welche Personen anwesend sind bzw. wer beerdigt wird, könnte Lachen durchaus auch positiv aufgenommen werden. Die Normen sollten also nicht als starrer Kodex verstanden werden, sondern eher als eine kulturelle Leitlinie was in etwa angemessen ist und was nicht, und was durchaus hinterfragt werden darf.

In der Schule macht es durchaus Sinn, nicht allzu emotional zu reden, da man somit oft auch einen gewissen Abstand zu Themen schafft und andere Sichtweisen besser verstehen kann. Zumal sich über Emotionen meist schwer diskutieren lässt, über logische Argumente hingegen schon. Daher macht es im Unterricht durchaus Sinn, emotional etwas zurück haltender zu sein - aber im Einzelnen kann etwas Emotion durchaus auch ganz gut sein. Ein trockener Unterricht kann etwa durch einen kleinen Scherz durchaus aufgelockert werden, und im Deutschunterricht kann es auch sehr interessant sein wenn man äußert dass einen eine bestimmte Lektüre bedrückt/erheitert/aufwühlt etc., aber aus den o.g. Gründen ist es im Allgemeinen schon sinnvoll wenn man die Emotionalität nicht immer ganz frei raus lässt.

Es gibt natürlich noch viele andere Gründe, warum man Emotionen manchmal etwas deckeln sollte: Zorn frei ausleben kann sehr destruktiv sein... nicht jeder Mensch kommt mit Emotionalität gut klar und darauf sollte man Rücksicht nehmen... etc. Nur bei all diesen Sachen sollte man sich schon bewusst sein was man fühlt, und warum man es fühlt. Denn gerade diese Bewusstheit erleichtert es ja auch oftmals, seine Emotionen zu kanalisieren.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni

Ich habe das Gefühl, dass du ein großes Problem mit Empathie hast bzw. mit dem Einordnen von Verhaltens- und Denkweisen einer anderen Person, deswegen willst du diese Anleitung haben, um dich besser in diesem gesellschaftlichen Etwas von Etiketten und Diplomatie zurecht zu finden.

Persönlich fällt mir dazu ehrlich gesagt nichts ein, was man dir raten könnte, außer, dass du versucht, möglichst viel Kontakt mit Menschen zu haben und dich selbst Situationen auszusetzen und dann drüber reflektierst. Stichwort: Learning by doing.
 
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