Psychologe / Therapien - Eure Erfahrungen?

D

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Gast
:smile:
Auch ich habe Erfahrungen sammeln dürfen und bin (3 Jahre nach Robert Enke) gerne bereit auch hier darüber zu reden. Im privaten Umfeld mache ich es auch - nur um die Menschen zu sensibilisieren, und nicht um sie selber zu einem Besuch oder zu einer Therapie anzuhalten.
Ich rede niemanden krank - wenn ich aber soweit bin, Hilfe anzunehmen oder einzusehen, dass ich ein Problem habe - erwarte ich, dass mir geholfen wird, dass Menschen in meinem Umfeld davon wissen, auch um Veränderungen wahrzunehmen und mir später auf die Finger schauen zu können.
Denn meist merkt man es selber nicht - wenn man (wieder) die Symptomatik zeigt und sich zum Negativen verändert.
Da sind gute Freunde und Partner Gold wert, die ohne Vorurteile sind und die Bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen - die einem dann raten, mal wieder "in sich zu gehen".
Zumal man sowieso bei Medikamentenvergabe Bescheid sagen sollte!

Kaum ein Thema wird öfter verschwiegen, verschleiert und ist mit sovielen Vorurteilen beflastert, wie die Themen BurnOut, Psychiatrie und Depressionen sowie der Medikamentenwirkungen.

In der Phase des Zusammenbruchs habe ich mir nicht eingestehen wollen, wie es um mich steht. Warnsignale überhört und überspielt!
Ich bin körperlich krank geworden, hatte Beschwerden ohne Ende, der Körper hatte keine Energie mehr und war ausgezehrt - meine Organe und Lymphsystem sowie Schilddrüsen haben einfach aufgehört zu funktionieren. Der Stoffwechsel hat sich verlangsamt......

Einschließlich meines Hirns. Ich stand eines morgens auf dem Weg zur Arbeit am Bahnhof und bin zusammengeklappt.
Schweissausbrüche, schnelles Atmen, Schmerzen in der Brust. Ich wusste nicht mehr, wer ich war und wo ich hin wollte!
Bin dann aber mit dem Rad direkt zum Arzt - der hat sofort EKG gemacht, weil er vermutete, dass ich einen Herzinfarkt hatte.....Ich war nicht mehr in der Lage ne Spülmaschine einzuräumen, einen PC zu bedienen oder ne Exceltabelle anzulegen. Ich habe 8 Stunden gebraucht, um mich anzuziehen oder zu Waschen.
Heute fehlen mir gut 4 Monate, die sind komplett verschwunden.
Dann kamen die Depreionen. Jemand hat einfach die Farbe aus meiner Welt gelassen. Ich habe nur noch S/W gesehen und absolut NICHTS gefühlt! Keine Emotionen mehr.
Dann Angst, Panik und wieder Migräne, Schmerzen und 30 Std Schlaf am Stück......

NICHTS! Die anschließenden Untersuchungen im Krankenhaus und anderen Ärzten ergaben:
Körperlich (bis aufs Übergewicht) und Organisch kerngesund.
Verspannungen in den Muskeln. Wassereinlagerungen. Gefahr der Gichtschübe. So gut wie keine Spurenelemente oder Vitamine mehr im Körper. Gefahr an Zucker zu erkranken. Miserableste Blutwerte.
"Die Leber hat fast ihren Dienst quittiert. Sie ist gesund, aber sie hat sich schlafen gelegt"........

Alle Beschwerden waren psychischer Natur!

SO musste ich erstmal lange krank geschrieben werden und mein Körper, meine Organe erstmal wieder ans Arbeiten gebracht werden! Dann überweisung zum Psychiater und Facharzt für Psychotherapie....
Der hat mich erstmal fast 6 Monate auf Tabletten eingestellt und NICHTS machen lassen, bevor er mir die Telefonnummer der Therapieeinrichtung UND der Tagesklinik gab.

-------------------------
Ich erwarte von mir und von denen, die sich in die Hilfe begeben, dass sie Arbeiten. An sich, ich an mir und ich lese und lerne sehr viel um Bescheid zu wissen, sowie um wirklich etwas zu verändern.
Kein Medikament hat bisher geholfen, wenn ich es nicht selbst wollte - keine Therapie hat gefruchtet, wenn ich nicht selber bis fast zur (seelischen) Erschöpfung mitgearbeitet hätte.

Ich habe dabei gesessen, wie Patienten einer Klinik 2 Telefonate geführt haben und dann auf niedrigsten Niveau gemeckert haben. Über das ganze System, über fehlende Hilfe uswuswusw.
Ich habe Patienten erlebt, die sich alle 2 Jahre in eine Klinik einweisen ließen ....... um sich aufpäppeln zu lassen und regelmäßig Essen zu bekommen......

LEider wird ja nie in der Presse über die Veränderungen im Gesundheitswesen berichtet, die unsere Regierung verzapft...!
Off-Topic:
Am 1. Dezember 2011 hat der Bundestag das GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) in 2. und 3. Lesung verabschiedet. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2012 in Kraft.
Off-Topic:

Nach dem bisherigen Gesetzentwurf sind allein in NRW über 1.000 psychotherapeutische Praxissitze vom Abbau bedroht.
Die „Überversorgung“, von der die Krankenkassen sprechen, existiert nur auf dem Papier. In NRW wartet ein psychisch kranker Patient rund 3,5 Monate auf ein erstes Gespräch beim Psychotherapeuten – das ist länger als im Bundesdurchschnitt (3 Monate).
„Ziel des Gesetzes ist es, die Verteilung der Praxissitze am tatsächlichen Bedarf der Menschen auszurichten“, antwortete beispielsweise Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU im Bundestag.
Eine Lösung haben sie aber nicht. Im Gegenteil. Mehr noch: Sie sind vor den Lobbyisten eingeknickt. In den Ballungszentren sollen zugunsten der ländlichen Gebiete Praxen abgebaut werden. Vorrang haben Kliniken der Krankenkassen und Strafkliniken für Straftäter, die psych. krank sind......


Ich habe 2 Therapieen gemacht. Eine über 2 Jahre nach dem 3. Alkoholentzug.
Eine Psychotherapie nach BurnOut, Zusammenbruch, Panik/Angsattaken und Depressionen.
Die 2. Therapie ist seit 3 Wochen abgeschlossen.
Nach 9 Wochen Tagesklinik, 8 Wochen REHA war ich insgesamt fast 1 1/2 Jahre in Betreuung.

- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?

1. Therapie direkt im Anschluss an den Entzug.

Tagesklinik: ca 4 Monate nach Vorstellungsgespräch.

(Das war mene Entscheidung - mein Arzt wollte mich sofort einweisen - dann hätte ich nach 3 Monaten Klinik 8 Wochen Tagesklinik und sofort anschließend eine Therapie im Haus gemacht.)

REHA: Ab Antragstellung 6 Wochen

Therapie: gut 3 Monate

- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?

Am Anfang hatte ich 2 pro Woche. Dann 1x pro Woche. Doppelstunden.
Dann 1x die Woche Einzelstunden.
Ich konnte meine Psychologin immer erreichen und auch per Mail mit ihr kommuniziert.
Die Termine wurden je nach meinem "Zustand" gemacht.
Zum Ende hin alle 2 Wochen dann nach 4 Wochen und nun ist Ende (auch meine Entscheidung)

- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?

Kam ganz auf meinen Zustand an. ICH war der Boss und meine Therapeutin hat schnell umschwenken können falls etwas Akut anlag. Wir haben geredet, geschrieben aber auch kleinere Spielchen gemacht.

- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?

Alles in Allem hat sich das hingezogen über fast 4 Jahre!

-
Warum und wie wurde sie beendet?
Weil ich es so wollte - und...weil ich keinerlei Anzeichen einer Erkrankung zeigte. Ich habe ja auch alle 4 Wochen Fragebögen ausfüllen dürfen. Ausserdem bekam ich das Gefühl, dass die Gespräche nichts mehr brachten - und ich dort hin ging, nur um die Stunden abzuarbeiten?
Mir wurden 45 Sitzungen genehmigt, dazwischen war dann Tagesklinik und REHA - dort gab es auch Psychologen und Gespräche. Insgesamt habe ich 38 Sitzungen in Anspruch genommen.
So sind wir auch Kaffee trinken gegangen und haben uns im Cafe unterhalten.

- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?

Ja. Den ersten Psychologen habe ich abgelehnt. War nicht mein Fall.
Die Psychologin war wirklich einmalig. Sie hat mich aber auch sehr viel arbeiten lassen - mir aber immer gesagt, dass ich der Boss bin - dass alles nach meinem Willen geschieht. Ich hatte immer das Gefühl, dass
ich Fortschritte mache und dass ich die Theman erarbeite...

Ich hattte wirklich sehr schnell Vertrauen und ich habe ALLES erzählt. Sie hat das gelernt und es ist ihr Beruf.
Das sind doch keine Diskobekannten, die hinterher tratschen, uber das was sie hören....! Wir reden von Menschen, die mehrere Patienten am Tag haben und die Dinge sachlich bearbeiten und aber auch Nichts mit nach Hause nehmen. Das sind Profis, sonst könnten die nicht bestehen oder den Beruf ausüben, wenn es anders wäre.....!

- Hat man Dir wirklich helfen können?

JA! Auch und WEIL ICH ES WOLLTE!

- Was fandest Du insgesamt positiv?

Alles.

- Was fandest Du insgesamt negativ?

Ausser, dass die Psychologen in einer REHA Fließbandarbeit leisten mussten - man das manchmal an der Qualität gespührt hat - eigentlich Nichts.


- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?

Ja. Ich wurde mehrfach angerufen und mir wurden Vorwürfe gemacht.
ICh war aber nicht in der LAge mit denen zu reden! Einmal war ich Fix und Fertig und hab 3 Tage im Keller gesessen.

Ich habe- sofort nachdem ich einigermaßen auf dem Damm war, die Krankenkasse gewechselt.

Mit der Genehmigung der Therapieen oder anderer Leistungen gab es nie Probleme.

Schrecklich ist die Papierflut, mit der man zugeballert wird - ich war zeitweise nicht in der LAge, überhaupt was auszufüllen. Heute habe ich 4 Aktenordner voll!
Krankengeld, Übergangsgeld, ARGE, Arbeitgeber, KK, Kliniken, REHA , RV undundund.....


- Deine Tipps für Terminsuchende?

Beharrlich bleiben. Immer und immer wieder anrufen. Vorbei gehen.
Die Krankenkassen fragen. Mit den Menschen reden! Ganz wichtig! Meist haben die Hausärzte ganz andere Möglichkeiten! Zur Caritas oder ähnlicher Einrichtung gehen.

Ich weiss, das hört sich einfach an! Ich habe solche Angst gehabt und bin auch ein paar mal dran vorbei gegangen...In der Depresiven Phase habe ich mich garnicht erst hingetraut.
Aber es gibt immer mal wieder "lichte Momente!"....Dann bin ich sofort hin und habe sowas von geschwitzt und gezittert.......mir bald in die Hose gemacht.

Sehr wichtig ist, dass Freunde und Bekannte davon wissen! Vertraut euch an! Jeder hat (s)ein Päckchen zu tragen und je mehr Menschen Bescheid wissen, desto mehr wird geredet. Und nicht weggeschaut!

Irgendeiner ist dabei, der nen Tipp hat - oder der einen an die Hand nimmt und zum Arzt scheift......

UND BITTE! :zwinker: Man kann sich ja bei 3 oder 4 verschiedenen anmelden - aber dann BITTE wieder absagen, sobald man einen Platz hat und nicht die Wartelisten verstopfen.......Denn es warten wirklich sehr viele MEnschen darauf auch ne Chance zu bekommen! Danke!

Scheut euch nicht davor, auch einen Arzt/Therapeuten abzulehnen. Die Menschen drängen sich nicht auf und sind nicht böse! Jeder kann eben nicht mit Jedem.

Ehrlich sein. Nicht zu sagen: "Das geht dem garnichts an..." .....
Man lernt sehr viel über sich, es wird geholfen, wenn man es selber will. Aber nicht einfach sagen, dass nutzt alles nichts, bloss weil man noch nicht bereit ist, eine Therapie zu machen.
Manchmal braucht es eben 3 oder 4 Anläufe!

- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?

Nein. Ich kann nur Empfehlen, dass sich MEnschen nicht verstecken und sich helfen lassen!
Jeder ist anders, hat ein anderes Krankeitsbild und ist garnicht bereit, eine Therapie zu machen.

- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)

Wie oben! :zwinker: Wir sind - auch mit Depressionen und / oder einer psychischen Erkrankung mündige und erwachsene Menschen. IMMER NOCH Selbstbestimmt.
Ja, ich habe positive Erfahrungen gemacht - aber das ist nicht zu Übertragen auf einen anderen Menschen.

Menschen, die das abtun oder anderen therapeutische Hilfe absprechen - die glauben kranke Menschen verurteilen zu müssen/dürfen - die haben keine Ahnung und sind es nicht Wert, dass man ihr Gelaber beachtet. Niemand braucht sich zu verstecken - jeder hat ein Recht auf eine Behandlung - und sehr sehr viele Medikamente haben keine oder weniger Nebenwirkungen als bekannte und frei verkäufliche Schmerzmittel.

Leider sterben auch sehr viele Menschen oder nehmen sich das Leben. Das ist aber so. Entweder ein Mensch ist bereit für eine Therapie, oder aber er geht vor die Hunde. Das ist beim Alkoholiker genauso, wie jemand, der Depressionen hat.
Ein Mensch, der sich das Leben nehmen will - der macht es auch. Der findet "seinen Weg".
Auch in einer Klinik oder der Geschlossenen!

Das hört sich schlimm an ist aber so.

Daher kann ich nichts empfehlen ausser, dass sich wirklich jeder frühzeitig Hilfe holt. Der Focus liegt auf "frühzeitig".
UNd Hilfe annimmt und sich den Kopf frei macht von den ganzen Märchen über "geschlossene Abteilungen", über Bekloppte, über Psychopharmaka usw.
Kein Mensch/Arzt oder ein Land hat Interesse daran, Menschen "kaputt zu Therapieren" oder ganze Landstriche mit MEdikamenten "ruhig zu stellen".......!
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Off-Topic:
Das gehört eigentlich nicht wirklich hier hin, aber der Don hat mir das nochmal in Erinnerung gerufen: der erwähnte Krankenhauspsychologe hat sich gegen Ende des Gesprächs ziemlich ereifert. Darüber, dass bei Männern zwischen 35 und 45 Depressionen/Burn-Out etc quasi eine Volkskrankheit sind. Die aber komplett verschwiegen und fast tabuisiert wird. Einerseits von der Gesellschaft, weil Männer in dem Alter schlicht nicht psychisch krank zu werden sondern Karriere zu machen und ihre Familie zu versorgen haben. Andererseits aber auch von Männerseite aus mit den quasi gleichen Gründen.
Habe ich erst nicht geglaubt. Aber als ich mich wieder einigermaßen traute, unter Menschen zu gehen, habe ich wieder in "meiner" alten Kneipe mit Kellnern angefangen, war ja eh arbeitslos (das war meine eigene Konfrontationstherapie :zwinker:). Komischerweise konnte ich mit meiner Krankheit sehr offen umgehen, und was ich dann dort erfuhr, als ich dann und wann mal davon erzählte, war Wahnsinn: geschätzt die Hälfte aller Männer ab einem gewissen Alter haben von sich aus ähnliche Dinge erzählt, mal extremer, mal weniger. Mir sind mehr oder weniger fremde, gestandene Männer um den Hals gefallen und haben sich bedankt, dass das mal einer ausspricht. Denn da es so verschwiegen wird, ist den Männern gar nicht klar, dass sie nicht alleine dastehen. War's mir bis dato ja auch nicht.
 

Benutzer121749  (31)

Benutzer gesperrt
- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
Nicht lange - bin zu meiner Hausärztin, von ihr habe ich zwei Telefonnummern bekommen und ich glaube, dass ich direkt eine Woche später einen Termin für ein Erstgespräch hatte.
- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
Ich hatte die ersten 2 Jahre jede Woche einen Termin, mittlerweile sehen wir uns alle 2 Wochen, da es mir besser geht.
- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
Ich mache eine Gesprächstherapie - wir unterhalten uns über das, was mich derzeit beschäftigt, über mein Verhalten, meine Vergangenheit, haben verschiedene Tests gemacht und mehr.
- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
Ich bin seit 2010 in behandlung.
- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
Sympatisch und ich bin wirklich seeehr ehrlich bei ihr - vertraue ihr total.
- Hat man Dir wirklich helfen können?
jap, durch die gespräche mit ihr habe ich mich selbst besser kennenlernen können - bin froh den schritt in die therapie gegangen zu sein.
- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
keine probleme
- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
Ja!
- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)
Eine Therapie bringt nur etwas, wenn man sich auch wirklich helfen lassen will - meiner mutter hat es nichts gebracht, weil sie sich nicht geöffnet hat - psychologen sind auch nur menschen, sie können nicht deine gedanken lesen - ohne reden funktioniert da nix.
 
M

Benutzer

Gast
Ich hatte bisher leider nur drei Beratungsgespräche. Alle Versuche eine Therapie zu beginnen, sind fehlgeschlagen. Ich finde die Situation absolut desaströs... Ich hab von der kassenärztlichen Vereinigung erst neulich wieder eine Liste mit allen in Frage kommenden Therapeuten im Umkreis bekommen und alle (!) angerufen. Von denen, die mir sympathisch waren, konnte mir knapp die Hälfte einen Termin in einem (halben) Jahr anbieten bzw. nicht mal das, sondern ich solle dann erst noch mal anfragen, und die andere Hälfte hat bis auf Weiteres keine neuen Patienten mehr aufgenommen. Daher schildere ich mal nur meine bisherigen Erfahrungen, wenn das okay ist:

Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
1) ca. zwölf Wochen.
2) ca. acht Wochen.

Wie oft fanden die Termine statt und wie lange dauerten sie?
1) zwei Gespräche à 50 Minuten.
2) ca. 30 Minuten.

Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
1) Gespräche, Problemanalyse, Erläuterung der geplanten Therapieform/Verlauf.
2) Gespräch, "Problemanalyse", aufgestanden und gegangen.

Warum und wie wurde sie beendet?
1) Der Therapeut hat mir zugesagt, dass wir in drei Monaten mit der Therapie beginnen könnten, dann war er aber plötzlich doch "ausgebucht" und ich hab in die Röhre geguckt. Blöd war eben, dass ich zwei anderen Therapeuten bereits abgesagt hatte und die dann auch direkt wieder nichts mehr frei hatten.

2) Er hat keine Therapie vorgeschlagen, sondern mich nur verständnislos angesehen und dummes Zeug geredet, ich hab daraufhin die Praxis verlassen.

War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
1) Der war richtig toll. Älterer Mann, sehr angenehm und ruhig, absolut vertrauenswürdig. Ich hab ihm beim ersten Gespräch quasi schon alles erzählt, das ist förmlich aus mir rausgesprudelt.

2) Auf den ersten Blick war er mir sympathisch, er schien auch sehr kompetent.

Hat man Dir wirklich helfen können?
1) Es wurde die Hoffnung geweckt, mir wirklich helfen zu können, aber das hat dann ja nicht geklappt. Was es umso schlimmer gemacht hat.

2) Nein. Ich habe auf diesen Termin hingefiebert, war schon wochenlang krankgeschrieben, meine Ausbildung stand auf dem Spiel und dann ist alles zerplatzt. Rückblickend hätte ich wohl stattdessen im KH vorstellig werden sollen, aber als ich damals aus der Praxis kam, hätte ich mich fast vor die Stadtbahn geworfen.

Was fandest Du insgesamt negativ?
1) Dass er dann doch keinen festen Therapieplatz anbieten konnte und ich einfach hängengelassen wurde, nicht mal eine Verweisung an einen Kollegen o.ä. bekommen habe, sondern einfach ... nichts.

2) Seinen Spruch, nachdem ich ihm heulend (!) akute Probleme geschildert habe: "Und was soll ich da jetzt machen? Hand auflegen und dann ist alles wieder gut?!" Tja, damals war ich erst 19 oder 20 und sowieso nicht in bester Verfassung, aber heute dürfte er sich was anhören und eine Beschwerde hätte es oben drauf gegeben.

Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
Nein.

Deine Tipps für Terminsuchende?
Tja, da habe ich keine, ich lese gespannt hier mit. "Nehmen, was man kriegen kann" kann's ja wohl auch nicht sein. Und nicht mal das hat bei mir funktioniert.

Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
Ja, auf jeden Fall. Ich bin mir sicher, dass man mir (und vielen anderen Menschen) mit der richtigen Therapie des passenden (Sympathie, Kompetenz) Therapeuten weiterhelfen könnte. Aber da die Situation ist, wie ich sie geschildert habe, ist das leichter gesagt als getan.
 

Benutzer119178 

Sorgt für Gesprächsstoff
Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
letztendlich 2 Wochen, musste aber lange dafür rumtelefonieren, um einen Therapeuten zu finden, der in absehbarer Zeit loslegen konnte (bei manch anderen wär der Termin erst nach 6 Monaten gewesen)

Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
ca. 1 oder 2 mal im Monat. Am Anfach dauerte das so 45 min, aber ziemlich bald nur noch einfach hallo sagen, also höchstens 5 min (war aber auch von mir so gewollt)

Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
Nicht viel, ich sollte nur immer erzählen was es so neues bei mir gab. Nur am Anfang zum Kennenlernen gabs etwas "tiefere" Gespräche.

Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
18 Monate

Warum und wie wurde sie beendet?
Die Krankenkasse hat 18 Monate Therapie von mir verlangt. Freiwillig hätte ich die Therapie sowieso nicht so lange gemacht und war deshalb froh, als es vorbei war.

War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
Ehrlichgesagt hatte ich so meine Probleme mit ihr, aber es war wie gesagt die einzige Therapeutin, die nach kurzer Zeit Termine vergeben hat. War aber nicht so schlimm, weil ich eh gar kein Bedürfnis hatte, mit einem Psychologen zu reden.

Hat man Dir wirklich helfen können?
Nein :tongue:

Was fandest Du insgesamt positiv?
nichts - halt: es gab Kaffee und Tee

Was fandest Du insgesamt negativ?
Dass ich die Therapie eigentlich überhaupt nicht wollte und brauchte.

Gab es Probleme mit der Krankenkasse
Nein

Deine Tipps für Terminsuchende?
Viel rumtelefonieren.

Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
Kann ich so nicht beantworten. "Meine" Therapie würde ich niemandem weiterempfehlen und fand sie absolut sinnlos. Wenn man aber selbst Hilfe sucht - klar!
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Warum und wie wurde sie beendet?
Die Krankenkasse hat 18 Monate Therapie von mir verlangt. Freiwillig hätte ich die Therapie sowieso nicht so lange gemacht und war deshalb froh, als es vorbei war.

Verlangt? Da hattest Du wohl ein sehr spezielles Problem, dass nicht nur Dich, sondern auch andere gefährdete? Wenn Du magst, würde mich interessieren, wie es dazu kommt, dass man jemanden in eine Therapie zwingen kann?


:thumbsup: PS: Ich finde es total klasse, wie gut das Thema hier aufgenommen wurde und sich jeder Mühe gibt zu berichten. Ich denke, darüber zu lesen und sich was dazu vorstellen zu können, wird vielen helfen, die mit dem Gedanken spielen psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
 

Benutzer119178 

Sorgt für Gesprächsstoff
Verlangt? Da hattest Du wohl ein sehr spezielles Problem, dass nicht nur Dich, sondern auch andere gefährdete? Wenn Du magst, würde mich interessieren, wie es dazu kommt, dass man jemanden in eine Therapie zwingen kann?
Haha, ne. Ich musste diese Therapie machen, um von der Krankenkasse eine OP gezahlt zu bekommen. Deswegen ist "zwingen" vielleicht etwas zu drastisch ausgedrückt..allerdings war die OP für mich auch unumgänglich, deswegen hab ich das so blöd geschrieben.
 

Benutzer109402 

Meistens hier zu finden
Also, meine Therapie (Verhaltenstherapie wg. Depressionen und Angststörung) ist gerade erst am Anlaufen, am Dienstag habe ich die 4. oder 5. Sitzung. Kann also nicht abschließend über die gesamte Therapie berichten, nur bis zum aktuellen Stand.

Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
Bei meiner jetzigen Therapeutin habe ich nach knapp vier Wochen einen Termin zum Erstgespräch bekommen. Davor habe ich allerdings schon ein halbes Jahr nach einem Platz gesucht und war auch schon medikamentös eingestellt. Nach diesem einstündigem Erstgespräch meinte sie, das sie sich die Arbeit mit mir vorstellen kann und ich solle ihr nach eigener Bedenkzeit meine Entscheidung über Therapiebeginn mitteilen. Hab ich auch gemacht. Der eigentliche Therapiebeginn war aber erst jetzt im Herbst, ca. 6 Monate nach dem Erstgespräch. Es hat also von meiner anfänglichen Diagnose meiner Hausärztin nach einem Zusammenbruch im letzten Herbst ein ganzes Jahr gedauert, bis es los ging. Es ist unglaublich überfüllt und ich wurde bei einigen Therapeuten gleich abgewiesen, da sie in diesem Jahr gar keine Termine mehr hätten (als ich Januar anrief, mit Überweisung und auch schon in psychiatrischer Obhut). Und das ist eine sehr schwierige Situation, wenn es einem sehr schlecht geht und es einem viel Energie abverlangt, überhaupt zu suchen und anzurufen.. Es ist übrigens meine erste Therapie.

Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
Ich habe alle zwei Wochen einen Termin, der ca. 50 Minuten dauert.

Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
Am Anfang ging es eher darum, das die Therapeutin einen Überblick über meine Biografie und die verschiedenen Stadien der Depression und Angst bei mir bekommt. Dazu habe ich auch Hausaufgaben aufbekommen, z.B. das aufschreiben negativer Gedankenspiralen und Lebenslauf inklusive meiner seelischen 'Einbrüche'. Ursachensuche. Ansonsten fülle ich ab und an einen Fragebogen aus, über momentane Verfassung oder gewisse Einstellungen. Es wird auch besonders auf aktuelle Probleme und Ängste eingegangen. Ich denke, im Fortlauf der Therapie werden sich gewisse Punkte herauskristallisieren, an denen wir verstärkt arbeiten. Es werden auch Ziele und Erwartungen an die Therapie besprochen, wie Medikamente absetzen oder das Erreichen einer stabileren inneren Stabilität..

Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
Bin noch dabei, ich denke es sind erstmal die obligatorischen 25 Stunden bei der Krankenkasse beantragt.

Warum und wie wurde sie beendet?
Bin noch mitten in der Therapie.

War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
Ja sie ist mir sympathisch, ist ja auch sehr wichtig. Ich halte mich beim Erzählen auch nicht zurück, auch was Themen wie Suizidgedanken betrifft etc.

Hat man Dir wirklich helfen können?
Das werde ich erst am Ende wirklich wissen. Ich habe aber ein positives Gefühl.

Was fandest Du insgesamt positiv?
Bis jetzt hilft mir die Therapie, meine Gedanken zu ordnen, Grenzen zu meinem Wohl zu ziehen und ein fachliches Feedback zu bekommen. Ich fühle mich gut danach, verstanden und gut aufgehoben. Die Therapie gibt mir auch ein gewisses Ziel und Hoffnung.

Was fandest Du insgesamt negativ?
Die Wartezeit und das man bei der Suche nach einem Platz doch sehr allein gelassen wird. Gerade wenn es einem so schlecht geht, das einem alles unmöglich erscheint und man auch nicht auf Arbeit gehen kann. Dann ne Liste abzutelefonieren und oft abgewiesen zu werden, war schon schwierig.

Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
Da es meine erste Therapie ist und auch eine von den Krankenkassen zugelassenen, glaube ich nicht. Der Antrag ist vor zwei Wochen abgeschickt worden, also mal sehen, was die Therapeutin am Dienstag meint.

Deine Tipps für Terminsuchende?
Nicht aufgeben, es geht um deine Gesundheit, deine Lebensqualität. Und das Leben (am Leben bleiben) überhaupt.

Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
Ich würde empfehlen, sich nicht zu scheuen, bei einer psychischen Krankheit professionelle Hilfe anzunehmen, wenn man möchte. Und sich diese Hilfe nicht verwehren, weil man beipielsweise Angst hat, was die "anderen" sagen oder weil man es alleine schaffen muss und doch 'normal' ist und und und..

Wenn ja/nein, warum?
Weil psychische Krankheiten genauso ernst zu nehmen sind wie physische. Und genauso vorkommen und 'normal' sind. Und in der Gesellschaft immernoch tabuisiert sind. Jeder Mensch hat das Recht, Hilfe zu bekommen, um selbstbestimmt und gesund & glücklich (per eigener/individueller Definition) sein Leben leben zu können.
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
1. Therapie: Keine Ahnung. Da war ich erst 11 und meine Mutter hat mich da hingeschleppt.

2. Therapie: Puh, vielleicht 2 Wochen, maximal. Allerdings war ich auch akut extrem fertig und suizidal. Aus heutiger Sicht hätte ich direkt in die Psychiatrie gehört.

- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
Einmal die Woche bis alle zwei Wochen.

- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
1. Therapie: die Therapeutin hat versucht, mich zum reden oder spielen oder sonstiges zu animieren und ich hab nicht wirklich mit ihr gesprochen und alles abgeblockt.

2. Therapie: ich bin zu ihr hingefahren, hab etwas gewartet und dann haben wir eine Stunde lang geredet (Verhaltenstherapie). Ich hab ihr von meiner Situation erzählt und wir haben eben Lösungen für die Probleme gesucht.

- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
1. Therapie: ein paar Termine

2. Therapie: Etwa ein halbes Jahr, wobei wir das eigentlich nach 2 Monaten wieder hätten beenden können, da meine depressive Phase von einem Tag auf den anderen weg war, als ich bei ihr in Behandlung war. Allerdings hat sie mich weiter zum Psychiater geschickt und wollte eben noch ein Auge auf mich haben und da sein, falls ich wieder eine depressive Phase gehabt hätte.

- Warum und wie wurde sie beendet?
1. Therapie: Nach ein paar Terminen haben meine Mutter und die Therapeutin eingesehen, dass sie mich zu nichts zwingen können, was ich nicht will und da ich nicht das Gefühl hatte, dass die gute Frau irgendwas hilft wurde der Spaß beendet.

2. Therapie: da ich nicht mehr depressiv war, sowieso weggezogen und in psychiatrischer Behandlung war, sie also nichts mehr für mich tun konnte wurde die Therapie beendet.

- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?

1. Therapie: ich wollte da nicht hin, also war die Frau mir auch unsympathisch. Aus heutiger Sicht wäre sie sicherlich nett und sympathisch gewesen

2. Therapie: Meine Therapeutin und ich waren uns super sympathisch. Wir haben manchmal, wenn sie danach frei hatte sogar überzogen und noch über gemeinsame Hobbies etc. geredet.

- Hat man Dir wirklich helfen können?
Die erste konnte mir nicht helfen, weil ich es nicht wollte. Die zweite konnte mir, solange es mir schlecht ging, insofern helfen, weil sie mit mir Strategien besprochen hat um meine Panikattacken zu umgehen. Allerdings hatte ich mir 70% dessen im Lauf der Jahre sowieso schon selbst angeeignet. Ansonsten tat es eben gut, jemanden zu haben, mit dem ich die kreisenden Gedanken und meine Gefühle besprechen könnte.
Gegen die Grunderkrankung (bipolare Störung) können/konnten jedoch beide nichts machen.

- Was fandest Du insgesamt positiv?
Bei der Kinderpsychologin fand ich, dass sie super kindgerecht eingerichtet war. Hätte man mich nicht gegen meinen Wille dort hingezwungen dann hätte es auch was werden können mit der Therapie.
Bei der zweiten war eigentlich alles positiv. Die Frau, das Ambiente, die Techniken. Ich hab mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt.

- Was fandest Du insgesamt negativ?
Dass ich zur ersten Therapie gezwungen wurde, obwohl ich das nicht wollte.

- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
Die ersten 5 Sitzungen waren Probesitzungen, der Rest wurde schnell und anstandslos übernommen.

- Deine Tipps für Terminsuchende?
Auf jeden Fall erst mal zum Hausarzt gehen und die Probleme dort schildern. Der kann realistisch einschätzen, wie dringend ein Fall ist und im Notfall sehr schnell einen Termin organisieren. Außerdem kennen die Hausärzte die Therapeuten in der Nähe und wissen, wer kompetent ist.
Bei mir waren Hausärztin, Psychologin und Psychiaterin sehr eng vernetzt, waren auch gegenseitig von der Schweigepflicht entbunden und das hat sehr geholfen.

- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
Wenn Probleme bestehen, mit denen man allein nicht klarkommt und wenn man WILLENS ist, diese anzugehen, dann ja

- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)
Zentraler Punkt ist der Willen der zu behandelnden Person. Wenn man keine Hilfe will, dann bringt auch ein noch so toller Psychotherapeut nichts. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist das schwierig. Außerdem spielt die Sympathie/die Chemie zwischen Patient und Psychologen eine wichtige Rolle. Leuten von Depressionen und schlechten Gedanken zu erzählen ist viel intimer und macht verletzlicher, als über sein Sexleben zu reden.
 

Benutzer124104 

Sorgt für Gesprächsstoff
- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
Ich kam recht schnell dran, weil das Gespräch am Telefon ihr wohl sehr zugesetzt hat.
- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
Jede Woche 45 minuten
- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
Ich habe die meiste Zeit geredet, das hat mir leider wenig geholfen, aber das ist bei jedem indivuell
- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
ca. ein halbes Jahr, dann habe ich es abgebrochen
- Warum und wie wurde sie beendet?
weil sie mir nichts gebracht hat. klar habe ich mich befreit gefühlt Dinge endlich mal auszusprechen die ich seit Jahren für mich behielt, aber ansonsten hat es mir leider nichts gebracht.
Ich habe Termine abgesagt und habe mich nicht mehr gemeldet
- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
Ja, menschlich kamen wir super miteinander klar
- Hat man Dir wirklich helfen können?
Dort leider nicht, aber ich war vor kurzem auf einer Kur & da konnte manmir sehr gut helfen
- Was fandest Du insgesamt positiv?
Dass sie viel Geduld mit mir hatte
- Was fandest Du insgesamt negativ?
Dass sie wenig dazu gesagt, nichts analysiert hat oder ähnliches
- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
Nein
- Deine Tipps für Terminsuchende?
Klipp & klar sagen was dein Problem ist & sagen wie dringend es ist.
- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
Ja, in der Regel schon. Man muss nur die/den richten Therapeuten finden
- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)[DOUBLEPOST=1353332514,1353332150][/DOUBLEPOST]Ich glaube, es kommt auch auf das Problem drauf an. Deswegen sollte mal genau sagen was das Problem ist.
Wenn man am Telefon schon heult, kommt das warscheinlich auch gut, weil der/die Therapeut merkt, wie sehr sie das Thema belastet.
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
Ich war mal als Kind kurzzeitig bei irgendeinem seltsamen Kinderpsychologen, .....
Aufgrund dieser Erfahrung bin ich von diesem Therapie-Psychologen-Gedöns nicht wirklich überzeugt und ich würde wohl auch nicht mehr zu einem Therapeuten gehen.
Exakt die gleiche Erfahrung musste ich auch machen. Von daher habe ich zu dem Ganzen die gleiche Meinung und bedarf daher keines weiteren Kommentars.
 

Benutzer124104 

Sorgt für Gesprächsstoff
Man sollte aber nicht alle unter einem Kamm scheren.. Ich habe zB erst nicht soo gute Erfahrungen & danach sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht und wurde eines besseren belehrt :smile:
 

Benutzer123860 

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Ich finde das absolut grausam !!! Okay, dass Nachfrage heut zu Tage größer als das Angebot ist, ist kaum wunderlich und wenn es nicht mehr thearpeuten gibt, kann man sie nicht her zaubern. Aber manchmal frage ich mich wirklich ernsthaft, unter welchen Kriterien die Patienten ausgewucht werden bzw bevorzugt werden. Die psyche wird immernoch total utnerschätzt, wenn jemand einen Herzinfarkt bekommt, sagt man ihm ja auch nicht er solle doch noch ein par Monate warten. Und manchmal können auch psychische Erkrankungen sehr plötzlich das Leben beenden , oder, was ja auch schon reicht, das Leben wirklich unglaublich erschweren, wenn nicht fast schon nicht mehr möglich machen. Ich leide seit Jahren unter Depressionen (sag ich mal, ich muss mich ja schließlich selbst therphieren :zwinker: ) . Es war mal schlimmer und mal erträglicher, aber ich fühlte mich nie normal und ausgeglichen. Ich hatte immer schon viele Ängste, hab kaum etwas gewagt, für nichts den Arsch hoch bekommen, mich nie freuen können. Damit hab ich sogar gelenrt zu leben. Aber seit sich vor kurzem etwas in meinem Leben sehr negativ verändert hat , ist es schlimmer geworden. Ich bin fast nur noch stark übermüdet, super lichtempfindlich, bekomm nix mehr auf die reihe, bin deswegen joblos, und bin zwar nicht mal traurig, aber dafür völlig leer und gefühllos. Ich fühle mich wirklich wie halb gestorben. Als wär ich nix halbes und nix ganzes eben und habe mehr und mehr Angst vor Menschen. Wie soll man so produktiv weiter leben , wenn man nicht schnell hilfe bekommt ????? Aber nein ! Ich bekomme entweder die Antwort, dass ich locker 1 Jahr warten kann oder ich bekomme nicht mal eine rückmeldung, was ich echt SEHR HART finde. Ich kann nur froh sein, dass ich mich selber noch unter Kontrolle habe und nicht den Wunsch verspüre mir das Leben zu nehmen. Jedenfalls noch nicht und ich kann nur hoffen, dass ich weiterhin so "klar" bleibe, denn Hilfe bekommt man ja nicht. Sry, war evtl mehr als du wissen wolltest :smile2:. Aber ich muss mich einfach darüber aufregen !!! Habe also auch sehr, sehr schlechte Erfahrungen,was die Terminvergabe angeht. Ob die Therphie danns elber was bringt, würde ich nur zu gerne beantworten können, aber soweit kam es ja nie .
 

Benutzer53338 

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Ich finde das absolut grausam !!! Okay, dass Nachfrage heut zu Tage größer als das Angebot ist, ist kaum wunderlich und wenn es nicht mehr thearpeuten gibt, kann man sie nicht her zaubern. Aber manchmal frage ich mich wirklich ernsthaft, unter welchen Kriterien die Patienten ausgewucht werden bzw bevorzugt werden. Die psyche wird immernoch total utnerschätzt, wenn jemand einen Herzinfarkt bekommt, sagt man ihm ja auch nicht er solle doch noch ein par Monate warten. Und manchmal können auch psychische Erkrankungen sehr plötzlich das Leben beenden , oder, was ja auch schon reicht, das Leben wirklich unglaublich erschweren, wenn nicht fast schon nicht mehr möglich machen. Ich leide seit Jahren unter Depressionen (sag ich mal, ich muss mich ja schließlich selbst therphieren :zwinker: ) . Es war mal schlimmer und mal erträglicher, aber ich fühlte mich nie normal und ausgeglichen. Ich hatte immer schon viele Ängste, hab kaum etwas gewagt, für nichts den Arsch hoch bekommen, mich nie freuen können. Damit hab ich sogar gelenrt zu leben. Aber seit sich vor kurzem etwas in meinem Leben sehr negativ verändert hat , ist es schlimmer geworden. Ich bin fast nur noch stark übermüdet, super lichtempfindlich, bekomm nix mehr auf die reihe, bin deswegen joblos, und bin zwar nicht mal traurig, aber dafür völlig leer und gefühllos. Ich fühle mich wirklich wie halb gestorben. Als wär ich nix halbes und nix ganzes eben und habe mehr und mehr Angst vor Menschen. Wie soll man so produktiv weiter leben , wenn man nicht schnell hilfe bekommt ????? Aber nein ! Ich bekomme entweder die Antwort, dass ich locker 1 Jahr warten kann oder ich bekomme nicht mal eine rückmeldung, was ich echt SEHR HART finde. Ich kann nur froh sein, dass ich mich selber noch unter Kontrolle habe und nicht den Wunsch verspüre mir das Leben zu nehmen. Jedenfalls noch nicht und ich kann nur hoffen, dass ich weiterhin so "klar" bleibe, denn Hilfe bekommt man ja nicht. Sry, war evtl mehr als du wissen wolltest :smile2:. Aber ich muss mich einfach darüber aufregen !!! Habe also auch sehr, sehr schlechte Erfahrungen,was die Terminvergabe angeht. Ob die Therphie danns elber was bringt, würde ich nur zu gerne beantworten können, aber soweit kam es ja nie .

Aber was hindert dich denn daran trotzdem Termine zu vereinbaren, zumal das bei dir ja etwas ist, was schon länger anhält? I.d.R. verkürzen sich die Wartezeiten dann sowieso nochmal ungemein, z.B. weil Termine ausfallen. Das Hilfe nicht da ist, stimmt ja so nicht. Sie ist schon da - es dauert nur in der Regel etwas länger, bis man dann auch einen Termin bekommt. Für akute Fälle gibt es auch noch die Psychiatrie, aber so weit sollte es natürlich nicht kommen. Gute Alternativen bieten auch Beratungsstellen und Sozialpsychiatrische Dienste oder die ambulanten Sprechstunden in der PIA. Wenn du seid Jahren schon darunter leidest, dann hättest du aber auch schon vor Jahren einen Termin ausmachen können. Verstehst, wie ich mein?
 
S

Benutzer

Gast
Ich finde das absolut grausam !!! Okay, dass Nachfrage heut zu Tage größer als das Angebot ist, ist kaum wunderlich und wenn es nicht mehr thearpeuten gibt, kann man sie nicht her zaubern.

Das Problem sind in erster Linie die fehlenden Kassensitze (also die Voraussetzung, eine Praxis zu eröffnen und über die gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen).

Ein weiteres Problem sind die katastrophalen Weiterbildungsbedingungen für Psychotherapeuten. Die Ausbildung kostet zwischen 20000 und 30000 Euro und dazu kommt, dass man trotz abgeschlossenem Hochschulstudiums (ist schließlich die Voraussetzung für die Weiterbildung) als "Praktikant" eingestuft wird und dementsprechend in vielen Kliniken entweder nichts oder nur wenig (z.b. 400 Euro für eine 40 Stunden Woche!!) verdient. Wenn man einen Klinikplatz ergattert, für den man z.B. 1400 Euro brutto bekommt, ist das schon wie Weihnachten und Ostern zusammen :zwinker:

Herrn Bahr scheint dies aber nicht zu interessieren, es steht eben keine fette Ärztelobbyschaft dahinter, die man pampern muss. Die Gesetze müssen dringend geändert werden - man liest es doch auch an euren Erfahrungsberichten! -, aber es wird seit vielen Jahren dafür gekämpft und bisher hat sich nicht viel getan. Okay, es soll wohl bald eine neue Berechnung geben, sodass mehr Kassensitze geschaffen werden, aber weder verbessern sich die Ausbildungsbedingungen noch gibt es einen großen Durchbruch. Traurig, aber wahr.
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Bitte lasst den Thread nicht ausarten - warum weshalb wieso es zu wenig Hilfe gibt.
Das hilft Hilfesuchenden wenig und nimmt den Mut, es wenigstens zu probieren.
Gibt ja auch eine Menge Beispiele hier wo schnell und gut geholfen werden konnte.
 
S

Benutzer

Gast
Off-Topic:
Auch wenn es Dich nicht interessiert, möchten andere vielleicht wissen, warum es monatelange Wartezeiten gibt. Es ist auch beruhigend zu wissen, dass es nicht an einem selbst liegt, sondern den politischen Umständen geschuldet ist. Wenn immer alles unter den Teppich gekehrt wird, wird sich auch nichts ändern! Es muss sich aber was ändern, damit auch die Situation für Patienten verbessert wird. Alles zu vertuschen hat ja gerade erst zu den Missständen geführt. Aber okay, ist nicht mein Thread - die Realität wird die meisten leider schnell einholen, so leid es mir tut. :zwinker:
 

Benutzer29206  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Meine erste Therapie habe als fünfjähriges Kind gemacht; meine Mutter hat sich damals gedacht, unsere Probleme miteinander durch eine Therapie meinerseits lösen zu können. Der von ihr erhoffte Effekt ist nicht eingetreten, warum die Therapie irgendwann zu Ende lief weiß ich nicht mehr. Bei diesem Therapeuten habe ich mit Klötzen und Indianer/Cowboy-Figuren gespielt und mit einer Polaroidkamera am Ende jeder Sitzung Bilder von den gebauten Häusern/Türmen/Gräbern gemacht. Alle Informationen über die Gründe der Therapie, vor allem die Interpretationen des Psychologen, sind nur über meine Mutter mit großem zeitlichen Abstand zum Geschehen auf mich gekommen und deswegen in meine Beziehung zu ihr eingebettet.

Sehr viel später, vor etwas mehr als zwei Jahren, hat meine Partnerin einen Termin für mich gemacht und mich beim ersten Mal dorthin begleitet, nachdem ich ein paar Mal mit eindeutiger Absicht auf dem Balkongeländer gestanden hatte. Meine Angaben beziehen sich auf die zwei darauf folgende Therapien.

- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
Drei Tage beim ersten Mal, eine Woche beim zweiten. Dass ich Privatpatient bin hat dabei sicher eine entscheidende Rolle gespielt.

- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
Am Anfang zwei, drei Mal die Woche, später einmal pro Woche oder seltener. Die erste Therapie dauerte ein knappes Jahr, die zweite habe ich vor einem Monat bei der gleichen Therapeutin begonnen. Die Sitzungen gehen offiziell 50 Minuten, die tatsächliche Zeit orientiert sich aber ein stückweit am Bedarf - Sitzungen über anderthalb Stunden waren bei entsprechendem Terminkalender immer ohne Aufpreis drin.

- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
Als ich das erste Mal dort war, tröpfelte das Gespräch - meine Lebensmüdigkeit abzuklopfen ist sicher zähe Arbeit gewesen. Dann und später und auch jetzt noch gibt es kurz die Frage "Wie geht es so" und dann sofort den Einstieg in ein Gespräch über das aktuell behandelte Problem. Einmal wurde Hypnose versucht, das hat nichts Neues zu Tage gefördert. Manchmal wurden Formulierungen für benötigte Atteste abgestimmt, manchmal über die Wirkung des Medikaments geredet.

- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
Etwa 11 Monate.

- Warum und wie wurde sie beendet?
Irgendwann kam man gemeinsam zum Schluss, dass es zur Zeit nichts weiter zu tun gäbe. Ich habe mich dann aber schwer getan, die Therapie sofort zu beenden und habe noch ein paar Sitzungen hinten dran gehängt; von den Gesprächen musste ich nämlich genau so "ausschleichen" (Sprech für langsames Absetzen eines Medikaments) wie von den Pillen.

- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
Da ich in den ersten vier, fünf Sitzungen sehr apathisch und kaum ansprechbar gewesen bin - auch die Erinnerung versagt hier - habe ich erst eine Weile nach Aufnahme der Therapie über die Therapeutin nachgedacht. Von ihrer Kompetenz war ich bald überzeugt, die Sympathie kam viel, viel später. Trotzdem ist auch jeder Therapeut ein Mensch und wird nicht allen Fragen die gleiche Offenheit gegenüber bringen können. Dann hat mir eine klare Gesprächsführung geholfen, die mir auch in konfusen Momenten die Gewissheit gibt, dass meine Auswahl der angesprochenen Inhalte richtig gewesen ist. Und da die Therapie im Ansatz lösungsorientiert arbeitet, erzähle ich nicht alles, was mich bedrückt, sondern richte meine Aufmerksamkeit meinen Gefühlen gegenüber auf das Feld, das gerade bestellt wird.

- Hat man Dir wirklich helfen können?
Ja, allerdings ist es von der Erkenntnis bis zur Internalisierung ein sehr weiter Weg bei mir. Oft habe ich während der Therapie mehr verlangt, als mir selbst möglich war. Abgesehen von einer ersten Stabilisierung und durch die Medikamente veränderten Lebensführung habe ich die Ergebnisse der Therapie erst nach ihrem Ende wirklich wahrgenommen. In Zeiten akuter Schübe bin ich jetzt in der Lage, Symptome im Vorfeld wahrzunehmen und im Ernstfall alleine eine Filiale des Krisendienstes anzusteuern. Andere Aspekte der Krankheit wurden dadurch erträglicher, indem mir die Therapie das Vertrauen gegeben hat, sie zusammen mit der Außendarstellung meines Lebens zu "managen".

- Was fandest Du insgesamt positiv?
Meine Therapeutin ist intelligent und pragmatisch genug, die verschiedenen Schulen und Traditionen ihrer Arbeit als Baukasten zu begreifen. Ich hatte nie das Gefühl, dass aus ihrem Mund eigentlich die Stimmen der maßgeblichen Bücher sprechen, die es zu diesem Thema gibt. Mir wurde nie etwas Falsches versprochen oder ein Fortschritt vorgegaukelt der keiner war.

- Was fandest Du insgesamt negativ?
Für ein eingrenzbares Krankheitsbild ist eine Gesprächstherapie für mich die beste Lösung - alles, was darüber hinausgeht (Beziehungen, Familienverhältnisse, Sozialisierung) ist für diese Form zu groß. Ich habe einmal eine Familienaufstellung nach Bert Hellinger gemacht, da können ganz andere Knöpfe gedrückt werden.

- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
Ja, ohne Antrag gibt es nur 20 Stunden im Jahr, Anträge sind ambulant sehr schwierig zu begründen. Ich habe daher insgesamt sicher über tausend Euro zugeschossen.

- Deine Tipps für Terminsuchende?
Macht bei den Wartezeiten bitte keine Abstriche in der Qualität, es bringt überhaupt nichts und zerstört im schlimmsten Fall das Vertrauen in die Heilung an sich.

- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
Für Depression auf jeden Fall.
 
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