Psychologe / Therapien - Eure Erfahrungen?

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mir fällt immer wieder auf, wie locker leicht hier der Gang zum Psychologen bzw. eine Therapie empfohlen wird, wenn jemand arge Sorgen und Probleme hat, sich depressiv fühlt usw.

Meine Erfahrungen sind zwar nicht persönlicher Natur, aber ich habe das schon mehrmals mitbekommen, dass absolut keine zeitnahen Termine bei einem Psychologen zu bekommen sind.

Beispielsweise als die Mutter meines Stiefsohns gestorben ist - unter wirklich argen Umständen für das Kind, war es nicht möglich, einen Termin bei einem Psychologen im Umkreis von 100 km unter acht Monaten Wartezeit zu bekommen. Nur über tausend Ecken und beruflichen Beziehungen des Vaters wurde eine Psychologin gefunden, die immerhin einen Monat später mit einer Gesprächstherapie begann. Ich fand die "Therapie" total sinnfrei, da vorwiegend mit dem Kind gespielt, aber nicht viel gesprochen wurde, dazu nur einmal im Monat für ein paar Stunden stattfand und nach einem Jahr von heute auf morgen eingestellt wurde, weil die Therapeutin der Praxis in Rente ging. Sie empfahl auch keine weitere psychologische Betreuung, war der Meinung, das Kind brauche keine weitere Unterstützung ... :confused: wäre also kein Notfall. Der Vater gab es irgendwann auf eine Zweitmeinung einzuholen, weil alle Praxen in der Umgebung einfach keine Termine frei hatten.
Ich könnte noch einige ähnliche Fälle nennen, wo selbst bei akuter Selbstmordgefährdung und sogar nach versuchtem Selbstmord keine vernünftige psychologische Behandlung erfolgte, weil zeitnah eben kein Termin zu bekommen war. Im Schnitt wäre die Wartezeit 8 bis 12 Monate gewesen ...

Also für mich sieht das so aus: Wenn man jemanden, der Hilfe braucht, endlich davon überzeugt hat, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen - steht der doch gleich wieder vor dem nächsten Problem: keinen Termin zu kriegen ... Liege ich falsch?

Mich würden deshalb mal Eure Erfahrungen in Kurzform interessieren.

- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
- Warum und wie wurde sie beendet?
- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
- Hat man Dir wirklich helfen können?
- Was fandest Du insgesamt positiv?
- Was fandest Du insgesamt negativ?
- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
- Deine Tipps für Terminsuchende?
- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)
 
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Benutzer50283 

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Ja, das ist definitiv ein Problem. Ich selbst habe noch nie eine Therapie gemacht, aber eine Freundin hatte vor Kurzem regelmäßig Panikattacken. Über Notfalltermine in der Psychiatrie (da gibt's wohl spontan Leute, die Zeit haben?), hat sie dann doch recht schnell einen Platz gefunden. Leider hat das aber nicht genügt und nun ist sie stationär aufgenommen worden - ebenfalls total spontan.
 

Benutzer86199 

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Hallo Trouserbond,

die lange Wartezeit auf Therapieplätze ist tatsächlich eher der Normalfalls als die Ausnahme (von Privatpatienten mal abgesehen). Hierbei liegt der Fehler im System: Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) regelt wieviel Psychotherapeuten sich in einem bestimmten Gebiet niederlassen dürfen (und so ihre Leistungen über die Krankenkassen abrechnen dürfen). Diese Anzahl der Sitze richtet die KV nach dem sogenannten Bedarf aus. Leider ist es jetzt aber nicht so, wie mit gesundem Menschenverstand zu erwarten wäre, dass sich der Bedarf aus dem durchschnittlichen Prozentsatz der Menschen mit psychischer Störung ergibt, die eine Psychotherapie anstreben. Der Bedarf wurde zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit (als das Psychotherapeutengesetz erlassen wurde) festgelegt, indem man sich anscheinend dachte: "Aha - heute gibt es eine bestimmte Anzahl an Praxen. Na so viel wird man wohl auch zukünftig brauchen, also nennen wir das mal Bedarf." Diese Festlegung führt zu der von dir beschriebenen faktischen Untervorsorgung, die leider im Kinder- und Jugendlichenbereich noch viel schlimmer ist als bei den Erwachsenen.
Wenn tatsächlich niemand einen freien Therapieplatz in der Region hat, kann man noch eine Ausnahmeregelung mit der Kasse anstreben. Nachzulesen hier http://www.psychotherapiesuche.de/fragen-antworten (irgendwie kann ich keinen Link einfügen) unter "Welche Möglichkeiten habe ich, wenn in meiner Stadt kein Behandler einen freien Platz hat?".

Hoffe, das war nicht OT, weil es mehr Hintergrundinfos als eigene Erfahrungen sind?
 
A

Benutzer

Gast
Ich hab ja schon eine Therapie wegen Angststörungen hinter mir und hab jetzt die zweite Sitzung bei der Sexualtherapie hinter mir, zur letzteren kann ich natürlich noch nicht so viel schreiben :smile:

- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
Bei beiden Therapien etwa einen Monat, wobei ich bei der zweiten Therapie selber den einen Monat Wartezeit vorgeschlagen habe (weil ich gerade beim Umziehen war) vielleicht hätte ich sonst auch früher einen Termin bekommen.

- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
Bei der Verhaltentherapie wegen Angststörung war ich einmal im Monat da und wenn ich mich richtig erinnere, dauerte es immer eineinhalb Stunden, da ich damals noch bei meinen Eltern auf dem Land gewohnt habe und die Anfahrt etwa eine Stunde dauerte, darum haben wir seltenere und dafür längere Einheiten gemacht. Jetzt bei der Sexualtherapie sind sie einstündig enmal in der Woche. Die Therapeutin meinte, die Abstände müssen kurz sein, da wir immer Übungen machen und sie schnell mal das Feedback braucht, um besser daran arbeiten zu können.

- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
Bei der Therapie wegen Angststörung haben wir zwei, drei Jahre ca. nur geredet und zwar über alles mögliche, was gerade in meinem Leben vorgeht, viel über die Vergangenheit, natürlich auch viel über meine Ängste und wie ich sie erlebe. Danach ging es dann gezielt zur Bekämpfung meiner Angst durch Konfrontation. Bei der Sexualtherapie kriegen wir in erster Linie Übungen auf, diese bsprechen wir dann bei den Terminen und reden mit der Therapeutin über unser Sexualleben und auch über die sonstige Partnerschaft.

- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
Die Angsttherapie hat drei, vier Jahre gedauert. Die Sexualtherapie wird ein paar Monate dauern.

- In welcher Art und Weise wurde sie beendet?
Die Angsttherapie endete etwas abrupt, da meine Therapeutin einen Unfall hatte und mehrere Monate im Krankenhaus sein musste, da ich aber sowieso so gut wie fertig war, haben wir gleich gesagt, dass wir das erstmal so lassen können und wenn ich in einem Jahr doch noch Probleme hab, kann ich wieder kommen, wobei ich aber sehr zufrieden mit den Ergebnissen war.

- Hat man Dir wirklich helfen können?
Ja, ich bin zwar noch immer ein ängstlicher Mensch, aber das ist erheblich weniger geworden. Panikattacken hatte ich mittlerweile seit Jahren keine mehr.

- Was fandest Du positiv?
Ich mag den spielerischen Charakter von Therapien sehr und auch dass man mal Fragen gestellt bekommt, über die man nicht so nachdenken würde. Unangenehme Themen, die man gerne verdrängt oder auch nicht mit Freunden besprechen will (weil sie vielleicht peinlich wären) kann man dort ganz locker besprechen. Ich fühle mich nach Sitzungen immer total befreit und ausgeglichen.

- Was fandest Du negativ?
Negativ ist vielleicht nur, dass man ab und zu erstmal ein bisschen rumsuchen muss, bevor man einen Therapeuten gefunden hat, der zu einem passt. Wobei das durch das Internet sehr viel einfacher geworden ist, da die meisten Therapeuten schon Fotos online haben, wodurch man schonmal grundlegende Antipathie ausschließen kann.

- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
Beim ersten Mal gab es keine Probleme, da war die Angststörung auch schon so stark, dass es mich "im Alltag erheblich behindert"e. Die Therapie war auch komplett gratis. Ob es jetzt Probleme geben wird, kann ich noch nicht sagen, da ich das mit der Kasse erst regeln muss.

- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)

Ja, und das mach ich hier im Forum ja auch öfters. Darum hab ich mich jetzt auch verpflichtet gefühlt hier zu antworten :grin: Ich glaube es würde sehr vielen Menschen guttun, wenn sie in einem ungezwungenen Rahmen über ihre Probleme und Ängste reden würden. Vorher weiß man gar nicht, dass es doch etwas ganz Anderes ist mit einem Therapeuten über das tägliche Leben zu reden als wenn man es "nur" mit Freunden oder dem Partner bereden würde. Z.B. hab ich bereits nach zwei Sitzungen Sexualtherapie eine vollkommen neue Sichtweise auf meine Probleme und das obwohl meine Probleme schon seit Jahren Gesprächsthema mit Freunden und dem Partner sind.

Die meisten Probleme sind ja mit einem "Ich würde das gerne ändern, aber ich weiß nicht wie" oder "ich würde das gerne ändern, aber das geht ja einfach nicht, da fehlen mir Möglichkeiten" behaftet und genau hier kann ein Therapeut eben sehr gut ansetzen.

Nachtrag: Wegen den Kassen und so sollte ich noch anmerken, dass ich ja in Österreich wohne.
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ja, das ist definitiv ein Problem. Ich selbst habe noch nie eine Therapie gemacht, aber eine Freundin hatte vor Kurzem regelmäßig Panikattacken. Über Notfalltermine in der Psychiatrie (da gibt's wohl spontan Leute, die Zeit haben?), hat sie dann doch recht schnell einen Platz gefunden. Leider hat das aber nicht genügt und nun ist sie stationär aufgenommen worden - ebenfalls total spontan.

Danke für Deinen Beitrag - allerdings gings mir nicht um Kliniken, da hörte ich auch, dass sie jeden aufnehmen und evtl. auch für ein paar Tage da behalten. Aber es erfolgt keine Behandlung im Sinne von Psychotherapie.
 

Benutzer50283 

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Danke für Deinen Beitrag - allerdings gings mir nicht um Kliniken, da hörte ich auch, dass sie jeden aufnehmen und evtl. auch für ein paar Tage da behalten. Aber es erfolgt keine Behandlung im Sinne von Psychotherapie.
Doch, sie hat dort ihre Psychotherapie weitergeführt und wohnt nun seit ~2 Monaten dort, also nix mit tageweise. Es handelt sich allerdings auch um eine Klinik, die ihren Schwerpunkt eben nicht auf die medikamentöse Behandlung legt.
 

Benutzer98976 

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- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?

Es hängt von der Stadt ab. Hier gibt es hohe Arbeitslosen- und Studentenzahlen, da sind die Wartezeiten trotz vieler Therapeuten teilweise 2 Jahre lang oder es gibt überhaupt keine Wartelisten und man muss Glück haben, just in dem Moment anzurufen, in dem gerade oder bald ein Patient fertig wird.
In der Stadt, in der ich vor dem Studium gewohnt habe, hat es drei bis sechs Monate gedauert. Aber eher drei.

- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?

Einmal die Woche in der ersten Therapie (Verhaltenstherapie) à 55 Minuten.
In der derzeitigen (Tiefenpsychologisch) zunächst einmal die Woche, nun einmal alle zwei Wochen à 50 Minuten.

- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?

Geredet, in der Hauptsache. Man erzählt aus seinem Alltag und anhand dessen zeigen sich Probleme auf, die bearbeitet werden sollten. In der Verhaltenstherapie sah das so aus, dass ich versuchte, mein Verhalten zu ändern und im Groben die Hintergründe dazu zu verstehen.
In der Tiefenpsychologie erzähle ich auch aus meinem Alltag, wir sprechen aber viel tiefgreifender und genauer über die Hintergründe meiner Gefühle und Schwierigkeiten. Deren Begreifen hilft mir so wahnsinnig, dass wir nur selten über meine konkreten Verhaltens- oder Reaktionsmöglichkeiten sprechen müssen oder ich entwickle die Vorgehensweise weitestgehend selbst, die Therapeutin unterstützt nur hin und wieder mit guten Frage, die mir aufzeigen, wo noch 'Schwachstellen' liegen.
Manches Mal gibt es eine Sitzung mit dem sogenannten katatymen Bilderleben, das ist immer sehr krass, sehr kraftraubend aber auch verdammt gut. Meistens mache ich direkt danach einen unheimlichen Entwicklungsschub. Ich soll dann zu den Szenarien, die dabei in meinem Kopf entstehen, Bilder malen und beim nächsten Mal mitbringen. Auch das ist immer eine harte Nummer, bringt aber widerum ebenfalls sehr viel.

- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?

2 Jahre die Erste, die zweite wird etwa 2 1/2 dauern.

- Warum und wie wurde sie beendet?

Die Erste wegen eines Umzuges, die Zweite hoffentlich, weil ich für mich alles Wesentliche klären und mit der Vergangenheit abschließen konnte.

- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?

Bei einem unsympatischen Psychologen würde ich niemals bleiben. Wie soll ich da intimste Dinge von mir preisgeben?
Lieber suche ich weiter.

- Hat man Dir wirklich helfen können?

Ja, wobei ich heute denke, dass ich statt der ersten Therapie in ein betreutes Wohnen gehört hätte, um aus meinem desaströsen Elternhaus rauszukommen.
Die Zweite hilft unheimlich und zum ersten Mal in meinem Leben habe ich so etwas wie Normalität und Glück.

- Was fandest Du insgesamt positiv?

Da jemanden sitzen zu haben, der mir und nur mir zuhört. Und der mich versteht, weil er sich damit auskennt. Kein Unverständnis, kein Lachen, keine Abwertung aufgrund meiner Probleme. Das ist eine wertvolle Erfahrung, die mir zuvor in meinem Leben niemals zuteil wurde.

- Was fandest Du insgesamt negativ?

Dass ich es überhaupt brauchte. Lieber wäre ich in einer liebevollen Familie aufgewachsen. Ansonsten war meine erste Therapeutin sehr jung, ich fühle mich bei der Jetzigen deutlich wohler und die Tiefenpsychologische Therapieform passt viel besser für mich.

- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?

Nein, niemals. Die zahlen das alles anstandlos.

- Deine Tipps für Terminsuchende?

Sich vom Hausarzt oder von Freunden jemanden empfehlen lassen. Der Hausarzt kann oft auch direkt anrufen und einen Termin vereinbaren. Ansonsten bei möglichst vielen Therapeuten anrufen, um die Chancen zu erhöhen. Und sich vorher unbedingt grundlegend informieren (lassen), welche Therapieform angebracht wäre.

- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?

Wenn derjenige kein stabiles&liebendes soziales Umfeld hat, welches ihm aus schweren Zeiten hilft. Wenn derjenige die Probleme selbst nicht lösen kann, sondern darin gefangen ist und daher Hilfe braucht. Wenn jemand und/ oder dessen Umfeld nicht versteht, woher die Schwierigkeiten kommen, weil die Gründe so tief liegen und nicht greifbar sind. Wenn derjenige eine Therapie wünscht.
Ich persönlich bin sehr dankbar dafür, diese Hilfe zu bekommen. Habe es auch schon mehrfach Personen aus meinem persönlichen Umfeld oder hier im Forum empfohlen, wenn ich den Eindruck hatte, dass es helfen könnte. Die meisten wollen jedoch nicht, und da insistiere ich auch nicht weiter. Von einer Freundin habe ich mich aber aufgrund dessen von ihr distanziert, denn ihr Krankheitsbild wurde zu belastend für mich.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich war mal als Kind kurzzeitig bei irgendeinem seltsamen Kinderpsychologen, o.Ä., weil ich damals schnell in die Luft ging wie das HB-Männchen.
Ob es längere Wartezeiten, Krankenkassen-Probleme, o.Ä. gab, weiß ich nicht... aber meine Erfahrungen, dass die Sache völlig sinn- und nutzlos war und dass eigentlich nur irgendwie gespielt wurde, decken sich mit den Erfahrungen mit deinem Stiefsohn.
Deshalb wurde die Sache auch recht schnell wieder abgebrochen und ich habe es später, als der Leidensdruck groß genug war und die Rahmenbedingungen gepasst haben, selbst geschafft, mein Problem in den Griff zu bekommen.
Immerhin war dieser Psychologe ein recht netter Mann, so dass die "Therapie" nicht unangenehm war.
Isgesamt war die ganze Sache also einfach nur vergeudete Zeit und vergeudetes Geld.

Aufgrund dieser Erfahrung bin ich von diesem Therapie-Psychologen-Gedöns nicht wirklich überzeugt und ich würde wohl auch nicht mehr zu einem Therapeuten gehen.
Ich habe einfach den Eindruck, dass ich mit meiner sehr rationalen Art nicht wirklich zugänglich für dieses Psycho-Zeugs bin und dass ich mir bei den meisten Problemen selbst besser helfen kann.

Aber wenn jemand ohne derartige Vorerfahrungen große Probleme hat, mit denen er nicht selbst fertig wird, ist es doch trotzdem zumindest einen Versuch wert, mal einen Therapeuten aufzusuchen. Man hat ja nichts zu verlieren und es gibt sicherlich auch Leute, denen eine solche Therapie bei ihren Problemen helfen kann.
Sonst gäbe es ja überhaupt keine Daseinsberechtigung für Psychotherapeuten, etc. und die Krankenkassen würden derartige Dinge auch nicht bezahlen, wenn sie niemandem helfen.
 

Benutzer67771 

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Off-Topic:
Ich war mal als Kind kurzzeitig bei irgendeinem seltsamen Kinderpsychologen, ...
... aber meine Erfahrungen, dass die Sache völlig sinn- und nutzlos war und dass eigentlich nur irgendwie gespielt wurde, decken sich mit den Erfahrungen mit deinem Stiefsohn.
Deshalb wurde die Sache auch recht schnell wieder abgebrochen ...

Isgesamt war die ganze Sache also einfach nur vergeudete Zeit und vergeudetes Geld.

Aufgrund dieser Erfahrung bin ich von diesem Therapie-Psychologen-Gedöns nicht wirklich überzeugt und ich würde wohl auch nicht mehr zu einem Therapeuten gehen ...
Und du meinst nicht, dass du den tieferen (psychologischen) Sinn hinter diesen "Spielen" mit deinem kindlichen Geist (und psychologischen Nichtwissen) einfach nur nicht gesehen hast?
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Und du meinst nicht, dass du den tieferen (psychologischen) Sinn hinter diesen "Spielen" mit deinem kindlichen Geist (und psychologischen Nichtwissen) einfach nur nicht gesehen hast?
Selbstverständlich sollten die Spiele irgendwo einen gewissen Nutzen haben - und selbst ohne großartiges psychologisches Wissen ist klar, in welche Richtung das alles gehen sollte. (Nämlich in Richtung Geduld, Steigerung der Frustrationstoleranz, usw.)
Aber trotzdem hat mich diese Spiel-Therapie bei meinem Problem kein Stück weiter gebracht. - Und auch da habe ich gewisse Vermutungen, warum mir das überhaupt nicht geholfen hat.
Erst später konnte ich meine Probleme durch völlig andere Dinge lösen.
 

Benutzer121281  (33)

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- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
Ich habe 3 verschiedene Anläufe hinter mir. Der Ersttermin hat im Schnitt um die 4 bis 6 Wochen auf sich warten lassen.
- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
Einmal die Woche 45 oder 60 Minuten.
- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
Gespräche, Gespräche, Gespräche, Ursachenforschung. Bei der zweiten dann auch neurologische Untersuchen und medikamentöse Einstellung (bipolare Störung).
- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
Die erste nur 2 Monate (die Dame war eine mittlere Katastrophe), die zweite gut ein Jahr und die dritte ebenso nur 2 Monate (da habe ich erkannt, dass Therapien nicht der richtige Weg für mich sind).
- Warum und wie wurde sie beendet?
Die erste, weil ich mit der Frau überhaupt nicht klar kam - und ich halte sie immernoch für unfähig. Die zweite, weil die Einstellung gepasst hat und meinerseits kein Geprächsbedarf mehr bestand (mit der Option, später nochmal zu kommen, sollte sich was ändern) und die dritte, weil es wie erwähnt für mich nicht mehr gestimmt hat und ich gemerkt habe, dass ich da andere Mechanismen brauche.
- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
Mit dem Erzählen hatte ich nie Probleme, aber die grundsätzliche Chemie muss natürlich schon stimmen. Daher auch der Abbruch der ersten Therapie. Wenn ich das Gefühl habe, dass da nichts zurückkommt, dann funktioniert es nicht.
- Hat man Dir wirklich helfen können?
Jein. Der zweite Anlauf hatte auf jeden Fall den positiven Effekt der Ursachenfindung, das hat mir einen wichtigen Impuls gegeben. Aber die wirklich grossen Schritte fanden ausserhalb der Therapien statt.
- Was fandest Du insgesamt positiv?
Einen sehr kompetenten Menschen, der nach kurzer Zeit den richtigen Riecher hatte und die richtige Diagnose stellen konnte. Selbst laut auszusprechen, was genau schief läuft, kann ausserdem beim reflektierten Denken helfen.
- Was fandest Du insgesamt negativ?
Zu oft wird man in die Opferrolle gedrängt (zumindest habe ich dies gefühlt), grade bei meiner Vorgeschichte war das immer der Fall.
- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
Nein.
- Deine Tipps für Terminsuchende?
Da habe ich keine, da es für mich nie ein Problem war. Vielleicht ist das bei kindern und Jugendlichen aber noch was anderes als bei Erwachsenen.
- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)
Jein. Man muss irgendwo auch der Typ dafür sein, ich bin der Meinung, nicht jeder ist dafür geeignet. Aber vielen Menschen würde es sicherlich gut tun, mit nicht-involvierten Menschen ein Gespräch über ihre aktuelle Situation zu führen. Und grade bei Angststörungen, Zwangshandlungen, usw halte ich da professionelle Hilfe für angebracht.
 

Benutzer53338 

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- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?

1. Mal: drei Wochen
2. Mal: drei Monate
3. Mal: paar Wochen

- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?

1. Mal: 1x wöchentlich zu je 60 Minuten
2. Mal: unterschiedlich, so wie die Termine passen, im Schnitt 1x im Monat zu je 60 Minuten

- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?

Krisenintervention, Ursachenforschung, Trance/Hypnose

- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?

1. Mal: 2 Jahre
2. Mal: seid inzwischen 3 Jahren in Behandlung

- Warum und wie wurde sie beendet?

1. Mal: wurde von mir beendet
2. Mal: läuft aktuell noch
3. Mal: wurde von mir abgelehnt

- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?

Bei 1 und 2, ja.

Eine Therapeutin war mir damals nicht sympatisch und ich habe mich nicht gut aufgehoben gefühlt, im Nachhinein betrachtet hatte sie damals aber schon den richtigen Riecher. Das sie dann aber beim Erstgespräch von Heim und Betreuten Wohnen sprach, sprich mich aus der Familie nehmen wollte hatte mich damals abgeschreckt.

- Hat man Dir wirklich helfen können?

Beim 1. Mal: ja, definitiv.
Beim 2. Mal: Ja, auch, hatte zwischendrin u.a. akut paranoide Schübe, Wahnvorstellungen und Beziehungsideen, vom schlimmsten seid einigen Wochen symptomfrei. Vielleicht aktuelles Beispiel: ich hatte in den vergangenen Wochen extreme Angstattacken, was meine Arbeit betroffen hat. War ich auf Arbeit, war alles in Ordnung, war ich zu Hause haben sich die Gedanken nur noch um die Arbeit gedreht und ich hatte angst. Die Therapiestunde hat mir dann insofern geholfen, dass ich erkannt habe, dass die Arbeit nicht das Problem ist, sondern das ich meine Angst nur verschoben hatte. Meine Schwiegermutter ist vor kurzem an Brustkrebs erkrankt, der Tumor konnte vollständig entfernt werden aber es stand noch bis vor wenigen Tagen aus, ob die Leber befallen ist. Das mit meiner Schwiegermutter habe ich komplett von mir weg geschoben und die Angst, die ich um sie hatte, auf meine Arbeit gerichtet.
Beim 3. Mal: s.o.

- Was fandest Du insgesamt positiv?

Zu lernen, warum man handelt, wie man handelt und das dieses Handeln in Anbetracht der Tatsachen nachvollziehbar ist.


- Was fandest Du insgesamt negativ?

Beim 1. Mal: ich kann mich an nichts negatives erinnern.
Beim 2. Mal: Unünktlichkeit meiner Therapeutin
Beim 3. Mal: s.o.

- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?

Beim 1. Mal: nein, die Therapie lief über eine Beratungsstelle und wurde nicht über die Krankenkasse abgerechnet.
Beim 2. Mal: nein.
Beim 3. Mal: nein, wobei da auch nur das Erstgespräch zustande kam.

- Deine Tipps für Terminsuchende?

Es gibt das Krankenkassenärztliche Verzeichnis in dem alle Therapeuten aufgelistet sind, die Seite findet man im Internet.
Mehrere Therapeuten anrufen, mehrere Termine vereinbaren. Oft werden Termine frei und aus 6 Monaten werden mal schnell nur ein paar Wochen.
Es gibt 5 Probesitzungen, das heißt man hat die Möglichkeit zu testen ob es klappt oder nicht klappt.
Als Alternative zur Überbrückung der lange Wartezeiten gibt es Beratungsstellen, Sozialpsychiatrische Dienste und Sprechstunden in den PIA's
Viele Beratungsstellen haben als ehrenamtliche Mitarbeiter Therapeuten und Psychologen in den Teams, die eine Therapie anbieten im Rahmen der Beratungsstelle

- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?

Das kommt immer auf den Menschen an und was derjenige sich von einer Therapie erhofft.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer118675 

Meistens hier zu finden
Ich finde das sehr interessant - mir ist auch aufgefallen, das soft so zu einer Therapie geraten wird, als könne man das jederzeit in Anspruch nehmen und ich weiß auch, dass tatsächlich manche Leute nichts von Wartezeiten wissen - und dass manche eben wirklich monatelang oder länger warten müssen, obwohl es dringend wäre. Ich finde es zwar generell gut, wenn man zu einer Therapie ermuntert wird (anstatt dass das immer nach tabuisiert wird), aber manch einer ahnt wohl nicht, dass das nicht unbedingt so auf die Schnelle zu bewerkstelligen ist ...

Ich selbst habe damals wohl Glück gehabt, was die Wartezeit anging. Ich bekam schon nach ca. einer Woche einen Termin und hatte am Telefon noch nicht einmal gesagt, worum sich mein Problem dreht. Ich hatte das so gemacht: Mir von der kassenärztlichen Vereinigung die zugelassenen Therapeuten in meiner Nähe geben lassen, dort angerufen - bei einer war nur der AB und die Stimme klang mir nicht sympathisch :grin:, das andere war ein Mann und ich wollte zu einer Frau und die dritte klang nett und ich bekam wie gesagt schon sehr schnell einen Termin.

Die Therapeutin war mir an sich sympathisch, hatte eine freundliche, warme Ausstrahlung - aber viel geholfen hat sie mir leider nicht. Ich hatte irgendwie das Gefühl, sie versteht nicht wirklich, wie ernst es mir mit meinen Problemen ist und sagte dauernd so Sachen wie "Aber Sie sind ja eine so junge, hübsche Frau, da wird das Leben bald wieder aufwärts gehen, Sie haben doch nicht wirklich Grund, so traurig zu sein" oder "Lenken Sie sich ab, gehen Sie viel in die Natur" und da haben mir ehrlich gesagt manche Laien bessere Tipps gegeben. Es klang für mich alles sehr nach eher hilflosen Plattitüden, die ich vielleicht von meiner Oma erwartet hätte. Und einmal war es das krasse Gegenteil, als ich da meine Gedanken erzählte, meinte sie sofort, dass wenn sich das nicht schleunigst ändert sie mich einweisen müsse - das machte mir Angst und ich verschweig meine Gedanken von da an und brach dann schnell ab. Die Frau war an sich wie gesagt freundlich, sonst hätte ich es gar nicht erst versucht, aber ich fühlte mich hinterher immer entweder unverstanden oder eben eingeschüchtert, weil ich nicht eingewiesen werden wollte.

Mit der Krankenkasse gab es kein Problem.
 

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Off-Topic:
Ich habe einfach den Eindruck, dass ich mit meiner sehr rationalen Art nicht wirklich zugänglich für dieses Psycho-Zeugs bin
Off-Topic:
Ich frag mich ja schon, wieso man es dann gleich so abwertend nennen muss ("Psycho-Zeugs"?). Ich denke, es gibt Situationen, in denen es ohne Therapie nicht geht. Und zwar völlig (!) unabhängig von einer eher rationalen oder emotionalen Lebenseinstellung...



- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
1.Mal: zwei Wochen. Ich hatte großes Glück, das ging nur durch Zufall.
Aktuell: ich bin in der Wartezeit - waren 3 Wochen. Ich muss aber dazu sagen, dass ich jede einzelne Psychotherapiepraxis hier abgeklappert habe inkl. Krisendienste und Ambulanz. (Die psych. Ambulanz bietet übrigens häufig auch Therapieplätze an.)

- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?

1x/Woche, in Krisenzeiten 2x/Woche - jeweils 50 Minuten

- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
Meistens haben wir gesprochen. Also, ich habe gesprochen - über das, was aktuell passierte, über die Dinge, die passiert waren.
Manchmal durfte ich etwas malen, theoretisch hätte ich Musik machen dürfen, manchmal hab ich was geschrieben oder etwas Geschriebenes oder Gemaltes mitgebracht, über das wir gesprochen haben.

- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
Wenn man die Pausen abzieht: ca. 4 Jahre (übrigens auch tiefenpsychologisch, mit Verhaltenstherapie kann ich nichts anfangen)

- Warum und wie wurde sie beendet?

Wir haben die Therapie beide (Thera und ich) als abgeschlossen betrachtet, was sie zum damaligen Zeitpunkt auch war. Dass aktuell Therapie ansteht hat mit dem damaligen Problem wenig zu tun.

- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?

Das war für mich Voraussetzung! Ich denke, im Kinder- und Jugendbereich liegt hier oft auch ein Problem, dass man nicht selbst so gut eingreifen kann. Man hat ja theoretisch 5 Therapeuten zur Auswahl (theoretisch!!), und hätte ich damals nicht zu meiner Therapeutin gewollt, hätte ich weitergesucht. Alles andere finde ich sinnfrei.

- Hat man Dir wirklich helfen können?

Definitiv.

- Was fandest Du insgesamt positiv?

Puuuh.
Zu lernen, dass ich mit meinen ganzen Idiotien nicht allein dastehe. Mit mir umgehen lernen.
Dass jemand ehrlich zu mir war.
Dass ich mit jemandem völlig frei über meine Probleme sprechen konnte, ohne diesem jemanden Angst einzuflößen oder "Du musst in eine Klinik!" zu hören.

- Was fandest Du insgesamt negativ?

Eigentlich gar nichts. Im Moment diesen Marathon, bis ich endlich das Erstgespräch vereinbaren konnte, dass es Hilfesuchenden so schwer gemacht wird.

- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?

Damals nicht, wobei sie nach der x-ten Verlängerung gesagt hat, dass jetzt aber erstmal gut ist.
Eventuell gibt es jetzt Probleme, weil die Kasse nicht noch eine Tiefenps. Therapie zahlen will.
Ob die Kasse Probleme macht oder nicht, hängt aber teilw. auch vom Verhandlungsgeschick/Gutachtengeschick des Therapeuten ab.

- Deine Tipps für Terminsuchende?

Insistieren! Nachfragen, nachfragen, nachfragen. Auch mal meckern und klar machen, dass man nciht aus einer Laune raus angerufen hat.
Zumindest in Bayern: die Koordinationsstelle Psychotherapie anrufen.

- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)
Ja. Hab ich sogar hier schon, trotz meiner kurzen Anwesenheit.
Ich denke, es gibt
a) Probleme, mit denen man selbst nicht klar kommt (Verhaltensweisen, die man nicht selbst besiegen kann, Traumata...) oder/und
b) Probleme, die man mit der Umwelt nicht besprechen möchte (Verhaltensweisen, Empfindungen, Traumata...)
und für die man eine professionelle Unterstützung benötigt.
Ein professioneller Blick von außen, den kaum ein Freund so haben kann, kann Ursachen von Verhalten (&Problemen) aufdecken und einem einfach eine neue Sicht geben.
Oh, und: man kann man selbst sein (lernen). Man darf heulen, wenn man heulen muss, man darf der absolute Mittelpunkt sein in diesen 50 Minuten und muss nicht auf sein Gegenüber Rücksicht nehmen. Das kann so unglaublich heilsam sein.
 

Benutzer42813 

Beiträge füllen Bücher
Aus genau diesem Grund gibt es in allen größeren Städten psychologische Beratungsstellen. Da kriegt man innerhalb von einer Woche einen Termin. So lange, wie man auf einen Therapie-Termin wartet bzw. überhaupt danach sucht, können die einen auch betreuen. Man kann dann einmal oder auch drei Mal (wenn es ganz schlimm ist) pro Woche oder auch nur alle zwei oder drei Wochen dahingehen und mit dem Berater/der Beraterin reden, über die konkrete Situation, was einen besonders quält, was einem helfen kann...

Manchmal, bei akuten Sachen, reicht das sogar schon. Und wenn nicht - dann ist man während des Wartens auf den Therapietermin nicht ganz alleine mit seinen Problemen.

- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?

Einen "Schnuppertermin", um zu schauen, ob die Chemie stimmt, habe ich bei verschiedenen Therapeuten innerhalb von zwei Wochen bekommen. Die, die sich ihrer monatelangen Wartelisten alleine für Schnuppertermine rühmen, traue ich rückblickend nicht mehr. Eine Therapie muss nicht viele Jahre dauern, um zu wirken. Man kann zwar viele Jahre an einem Menschen herumtherapieren und findet immer wieder etwas - aber mein Anspruch an eine Therapie ist eher "Heilung von psychischen Beschwerden" und nicht "Tiefenerforschung meiner Seele". Und so was braucht gar nicht immer 3 bis 5 Jahre.

- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?

Am Anfang wöchentlich, dann zweiwöchentlich, inzwischen monatlich.

- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?

Ich link dir hier noch mal einen Beitrag von mir
https://www.planet-liebe.com/threads/therapie-und-jetzt-wird-es-eher-schlimmer.297631/

Und hier zitiere ich mich selbst aus diesem Thread:
Ich habe damit losgelegt, dass ich erst mal die Auswirkungen erzählt habe, wegen denen ich zu ihr komme. Als nächstes haben wir überlegt, woran ich erkennen will, wenn ich gesund geworden bin, was in meinem Leben sich dann verändern und anders anfjühlen wird, und jetzt sucht sie gemeinsam mit mir mittels bestimmter Techniken, Gesprächen, etc. nach Ursachen, wobei gleich der Fokus mit auf Ressourcen gelegt wird, die früher oder später zur Heilung beitragen können.

Sie ist jemand, der "ressourcenorientiert" und "lösungsorientiert" arbeitet, und hat mir am Anfang erklärt, dass sie immer so arbeitet, dass sie davon ausgeht, dass ich alles, was ich zum Gesundwerden brauche, bereits besitze. Sie sieht ihre Aufgabe nicht darin, mich als "Halbgöttin in weiß" zu heilen, sondern mich auf dem Weg zu begleiten, auf dem ich lernen kann, bestimmte Dinge in meiner Vergangenheit zu "befrieden", ohne sie zu verdrängen, und Lösungen zu finden, die in meiner jetzigen Lebenssituation angemessen sind.

- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?

Ich bin seit bald einem Jahr in Behandlung. Die meisten der Symptome sind inzwischen verschwunden. Gelegentlich flackern sie noch auf, aber ich gehe davon aus, dass ich bald gesund geschrieben werde.

- Warum und wie wurde sie beendet?

Möglichweise bei der nächsten Sitzung im Dezember, evt. auch noch einen oder zwei Monate länger. Grund: Die Symptome quälen mich nicht länger. Ich fühle mich psychisch wieder gesund und belastbar.

- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?

Das ist ein Prozess - aber die ersten Sekunden entscheiden bereits über das Bauchgefühl. Das muss unbedingt stimmen. Es gibt wissenschaftliche Studien, nach denen der Erfolg der Therapie ganz wesentlich von der Beziehungsebene zwischen Therapeut und Klient abhängt. Aus diesem Grund bezahlen die Krankenkassen auch mehrere Schnuppertermine bei verschiedenen Therapeuten - denn die wollen ja auch nicht so viel Geld in eine Therapie investieren, die nachher erfolglos bleibt.

- Hat man Dir wirklich helfen können?

Ja.

- Was fandest Du insgesamt positiv?

Das ist jetzt wieder gesund bin - oder so gut wie. Das ist so toll... Dafür bin ich jeden Tag dankbar. Ich hatte mich irgendwann so daran gewöhnt, dass es mir schlecht ging... Und jetzt geht es mir wieder gut. WOW!

- Was fandest Du insgesamt negativ?

Dass ich früher nicht gesund war. Es hat mich so viel Kraft und Lebenszeit gekostet, so völlig überflüssig, es wäre gar nicht nötig gewesen... Aber auch dieser Gedanke quält mich jetzt nicht mehr. Denn jetzt ist gut - und morgen hoffentlich auch.

- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?

Meine Therapieform (systemische Familientherapie in Kombination mit Hypnosetherapie) wurde von der Krankenkasse nicht übernommen. Der Grund dafür liegt darin, dass systemische Familientherapie zwar laut Studien sehr wirksam ist, aber sie nicht so funktioniert, dass man sagen kann "Das und das Symptom = die und die Krankheit ==> die und die Therapiemethode". Daher gibt es keinen Behandlungsschlüssel oder so... Jedenfalls steht es aus diesen Gründen (noch) nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen. Diese Infos habe ich aus einem Fachzeitschriftenartikel.

Aber ganz ehrlich - das Geld war es mir wert. Ein Jahr lang 70 Euro im Monat, damit ich jetzt wieder gesund und glücklich bin? Früher habe ich ein Vielfaches davon für Frustshopping als Kompensationsstrategie ausgegeben.

- Deine Tipps für Terminsuchende?

Während der Wartezeit unbedingt eine Beratungsstelle aufsuchen. Und dort vielleicht auch wirklich mal darüber reden, was für eine Therapieform für die eigenen Probleme am geeignetsten sind.

Im Hinterkopf behalten, dass systemische Familientherapie oft viel wirksamer, effizienter und heilsamer ist als eine langfristige Psychoanalyse - man sie aber selbst bezahlen muss. Dadurch, dass sie so effizient ist, halten die Kosten sich dann dennoch in Grenzen.

- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?

Ja. Absolut. Aber nur bei jemandem, dem man vertraut, den man respektiert und bei dem das Bauchgefühl absolut stimmt. Wie gesagt - es ist belegt, dass das für den Therapieerfolg absolut nötig ist.

- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)

Hierfür verweise ich auf meinen Thread, den ich oben gelinkt habe. Er ist sehr ausführlich - und ich mag hier nicht alles noch mal schreiben ^^.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer92501  (41)

Meistens hier zu finden
Hallo!

Ich schreibe auch mal was zu diesem Thema, einfach, weil ich auch sehr oft auf meiner Arbeit vor der Frage stehe, ob ich noch bei der Lösung der Probleme zur Seite stehen kann, oder ob ich externe Hilfeangebote machen muss. Aber ich muss dazu sagen, dass ich selbst auch Therapien hinter mir habe und auch meinen Teilnehmern immer versuche zu erklären, dass eine Therapie hilft und man nicht als verrückt gilt, nur weil man zu einem Psychologen u.ä. geht.

Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
1. Therapie ca. 2 Wochen. Obwohl mein Hausarzt mir damals riet, doch über die Hochschule einen Psychologen zu suchen, weil er damals keine gute Prognose hatte, dass ich schnell einen Termin bekomme. Das wollte ich damals nicht, weil ich dann nur niederländische Therapeuten empfohlen bekommen hätte und das fand ich eher nicht so toll, auf einer anderen Sprache sein Innerstes nach Außen zu kehren.

2. Therapie (beim gleichen Therapeuten) angerufen, innerhalb von einer Woche nen Termin bekommen. Allerdings musste ich da 2x anrufen und hab beim 2. Anruf auf den AB geheult.

Wobei ich vor meiner ersten Therapie noch nen Kursus gegen Prüfungsangst gemacht habe (deswegen auch meine 1. Therapie), der mich super weiter gebracht hat. Nämlich gar nicht, außer, dass ich gelernt habe, dass ich 1. nicht zu blöd bin, um Prüfungen zu bestehen und 2. nicht alleine mit dem Problem da stehe, sondern auch noch andere Menschen darunter leiden.

Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
1. Therapie: hmmh, ich glaube 2 - 3 Mal im Monat. Erst haben wir viel geredet. Der Therapeut, ein klasse Mensch, hat mich erst kennengelernt, mein Selbstbewußtsein nach oben gepuscht und mich danach in eine Art Trance versetzt und hat mir in mehreren Sitzungen damit meine Prüfungsangst genommen. Fand ich sehr genial. Ich denke, dass eine Sitzung zwischen 60 Minuten (Gesprächstherapie) und 120 Minuten (Trance) gewesen sind. Wobei ich NIE wusste, wie lange ich bei dem auf der Couch saß.

2. Therapie: am Anfang 2x im Monat, danach ca. alle 3 Wochen. Dort habe ich meine Familie und meine Wut auf selbige thematisiert.

Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
1. Therapie: da gings erstmal vorrangig um meine Prüfungsangst und um mein total bescheidenes Selbstbewußtsein, was Ablehnung durch meinen Vater und meinen damaligen Freund betraf. Ich muss sagen, er hat mir wirklich geholfen, einfach nur durch ein paar Phrasen und durch Augen öffnen. Die Rollenverteilung zwischen meinem Ex und mir haben sich danach sehr stark verändert. Irgendwann war ich nicht mehr abhängig, sondern er...das war einfach nur interessant zu sehen und hat mir die Augen geöffnet. Dann während der Trance hat er mich in Prüfungssituationen gesetzt und mich meine Empfindungen spüren lassen und meine körperlichen Aktivitäten während dieser Situationen aufleben lassen. Danach und währendessen bin ich an einen schönen Ort, wo ich mich wohl fühlte...dies wurde einige Male wiederholt, bis ich irgendwann nicht mehr die negativen Gefühle aufbauen konnte, die ich bei Prüfungen empfand...danach habe ich keine einzige Prüfung mehr vermasselt.

Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
1. Therapie: 5 - 6 Monate ca.
2. Therapie: ca. 8 - 9 Monate

Warum und wie wurde sie beendet?
1. Therapie: hmmh, eigentlich baut Therapie 2 irgendwie darauf auf. Also, ich wusste, dass ich diese Therapie machen musste. Allerdings war ich in Therapie 1 noch nicht so weit, sie weiter zu führen. Meine Prüfungsangst war weg, aber der Rest, der in Therapie 2 zur Sprache kam, darüber hätte ich damals nicht reden können. Deswegen habe ich Therapie 1 irgendwann abgebrochen und Therapie 2 war beendet, weil es einfach keinen Gesprächsbedarf mehr gab. Ich habe alles gesagt und besprochen, was ich wollte und sowohl Therapeut und auch ich waren darüber eins, dass wir cutten können, aber mit der Option, dass ich mich jederzeit bei ihm melden kann.

War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
Da ist jedes Mal der Gleiche war, ja...ich mein, ich wusste bei beiden Therapien, dass ich mit ihm niemals nen Kaffee trinken gehen würde, weil ich ihn ein wenig Zwanghaft fand, was sein Aussenleben anging (haben uns natürlich auch ein wenig über Beruf und Berufung unterhalten und wieso man das ist, was man ist und welche Ansichen er und ich im Bereich Bildung haben und ich fands etwas straight, was er so dachte und machte), aber sonst war es genau das, was ich wollte und brauchte...Zu Beginn wollte ich mehr über ihn erfahren, aber er war da sehr professionell und hat mir schon schnell klar gemacht, dass ich im Mittelpunkt stehe und nicht er. Ich mit meinen Problemen wichtig bin und diese nicht verdrängen muss, sondern ICH wichtig bin. Das war richtig gut. Irgendwann fand ich es super, dass ich da sehr egoistisch wurde und mich freute, dass ich mal nicht zuhören musste, sondern ich jemanden hatte, der mir zuhörte und es nur um mich geht :cool:

Hat man Dir wirklich helfen können?
Definitiv ja.

Was fandest Du insgesamt positiv?
Das ich wichtig war, ich meine Probleme sortieren und lösen konnte und ich dadurch erwachsen und gewachsen bin. Ich habe mich, laut meinem Umfeld, dass sich nicht von mir abgewendet hat, weil sie meine Veränderung doof fanden, zu einem positiven Vorteil verändert habe.

Was fandest Du insgesamt negativ?
nichts. Alles war gut.

Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
Nein, es gab keine. Mein Hausarzt hat beide Therapien befürwortet und ich hatte innerhalb von einigen Tagen die Zusage der Kasse, nachdem ich meinen 1. Termin bei meinem Therapeuten hatte.

Deine Tipps für Terminsuchende?
Oft den selben Therapeuten anrufen. Je öfters man sich in Erinnerung bringt, desto eher hat man die Chance auf einen Termin. Denke ich...oder im Sommer anrufen, dann hat man eher die Chance auf einen Platz, als im Winter (habe beide Therapien im Sommer angefangen und ich denke, deswegen hab ich so schnell die Chance bekommen)

Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
Ich mache es sehr oft in meiner Arbeit...ich kann zwar ne Menge Probleme lösen, aber keine psychisch bedingten. Da empfehle ich den Besuch des Hausarztes mit Überweisung zur Therapie. Aber ich betone auch immer wieder, dass das jeder Teilnehmer selbst für sich entscheiden muss. Denn der Weg zu einer Therapie ist ein Prozess, den jeder selbst entscheiden und gehen muss. Oder eben auch nicht. Aber zumindest kann ich sensibilisieren für eine Therapie.

Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)
Wie gesagt, jeder Mensch muss für sich selbst entscheiden, ob er eine Therapie machen will oder nicht. Immerhin werden da Sachen angepikst und thematisiert, die einen in die Situation gebracht haben, in der man steckt. Da muss jeder einzelne selbst wissen, ob er schon an dem Punkt ist, den er benötigt, um das zu thematisieren.
Ich denke auch, dass man es nicht unfreiwillig machen kann. Ich sehe bei Straftätern, die eine Therapie als Auflage erhalten und diese Therapie dann unfreiwillig machen (müssen), kein Therapieerfolg stattfinden kann. Ist meine Meinung dazu.
Aber: man kann zumindest die Möglichkeit ins Spiel bringen...klar, man stürzt erstmal nochmehr ab, weil es ja auch schmerzt, wenn man seine Probleme thematisiert, analysiert und anpackt. Aber, die Stärke, die man dabei gewinnt und das Wohlempfinden danach (zumindest bei mir war der Effekt gegeben), ist nichts gegen den Zustand vor der Therapie.
Ich konnte ganz viel dabei über mich lernen, über meine Familie und bin mit mir im Reinen. Es war kein schöner und leichter Weg, aber er hat meinen Weg geebnet und die Kurven darin begradigt. Ich weiß, dass mein Lebensweg jetzt nicht weiter schwierig ist, aber er ist einfacher und schöner zu begehen.

Viele Grüße
Heike
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Off-Topic:
Auch von mir ein dickes "Danke" an Dich, Trouserbond, für diesen Thread und auch an Alle, die bisher so ausführlich geantwortet haben. Kommt auf jeden Fall in meine persönliche Referenz-Liste!


Ich habe eine Therapie (besser gesagt: 2, aber dazu gleich) gemacht nach meinen Panikattacken, die eine mittelschwere Depression in Verbindung mit Burn-Out mit dem Symptom Agoraphobie zur Folge hatten bzw. dadurch ausgelöst wurden (das habe ich immer noch nicht so ganz verstanden, ist wohl auch eher ein Henne-Ei-Problem...)

(Die erste Therapie war die absolute Pleite und ich habe sie abgebrochen, diese wird in der Folge als 1. bezeichnet. )
- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen?
1. Nachdem ich das zweite Mal mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren wurde (Verdacht auf Herzinfarkt), kam direkt am nächsten Tag der Krankenhaus-Psychologe und sagte mir sehr schnell ins Gesicht: "ich wette, die Ärzte finden Nichts bei Ihnen, das ist rein psychisch". So war es auch. Daher wollte ich danach gerne nochmal zu ihm, er hatte aber für Monate keinen Termin frei. Also bin ich zu meinem Hausarzt und der hat dann mal rumtelefoniert. 3 Wochen späte rhatte ich den ersten Termin (war damals aber noch privat versichert)
2. nach Abbruch der ersten Therapie habe ich viel versucht und hatte Glück und bin im Rahmen eines Studienprojektes am hiesigen Klinikum als Proband aufgenommen worden. Es war trotzdem eine vollwertige Therapie. Der Zeitraum zwischen Abbruch und Neuaufnahme betrug etwa 6 Wochen. Ohne diese Studie hätte es wohl viel länger gedauert.

- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie?
1. einmal die Woche
2. einmal die Woche

- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht?
1. Gesprächstherapie. Sollte es sein. Bestand aber nur aus: viel-seitige Fragebögen zu Hause ausfüllen, in der Sitzung kurzes Gespräch über den vom vorletzten Mal (der vom letzten Mal war mit seiner Software noch nicht ausgewertet) und Besprechung des neuen Fragebogens. Blablabla. Außerdem unzählige "ich werde sie sicher heilen", nur fing er nie an damit und hat mir die eigentliche Wahrheit über Depressionen verschwiegen
2. kombinierte Gesprächs- und Konfrontationstherapie, zu Zweiterem ist es aber nicht mehr gekommen. Am Anfang gab es auch paar Fragebögen, aber es wurde sehr viel geredet. Gut geredet, sehr gute Fragen gestellt, sehr tief in meine Gedanken eingedrungen.

- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert?
1. nach 6 Sitzungen von mir abgebrochen
2. nach 9 Sitzungen wegen Zeitproblemen abgebrochen, nicht so von mir gewollt

- Warum und wie wurde sie beendet?
1. von mir beendet wegen offensichtlicher Unfähigkeit und fragwürdiger Berufsauffassung des Therapeuten
2. die Therapeutin (angestellt am Klinikum, also nicht mit eigener Praxis) wollte/konnte nur zu den üblichen ÖD-Arbeitszeiten Sitzungen abhalten, ich hatte gerade einen neuen Job (nach 1 Jahr Arbeitslosigkeit) und wollte/konnte da nicht in den ersten Wochen direkt früher weg

- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt?
1. oberflächlicher Schwachmat. Schwätzer. Nein, war mir von der ersten Minute an unsympathisch. Hätte ich etwas mehr Therapie-Erfahrung zu dem Zeitpunkt gehabt, hätte es keine zweite Sitzung gegeben. Er hat von mir nur Belanglosigkeiten zu hören bekommen, hat sich damit aber auch zufrieden gegeben,
2. vom ersten Moment an sehr sympathisch. Sehr junge Therapeutin, sehr engagiert und interessiert. Klug, sensibel und analytisch. Sehr ehrlich und direkt (und nein, ich habe mich nicht in sie verliebt :zwinker:). Sie hat viel aus mir herausgekitzelt und ich habe mich nie unwohl dabei gefühlt.

- Hat man Dir wirklich helfen können?
1. Absolut nicht
2. Sehr, ohne sie (Therapie und Therapeutin) hätte ich letztes Jahr, als die Depression noch mal leicht ankam, das nicht so schnell überwunden

- Was fandest Du insgesamt positiv?
1. nichts
2. v.A., dass sie mir recht schonungslos ganz am Anfang gesagt hat, dass sich viel bei mir ändern wird und ändern muss. Dass ich mir abschminken kann, dass "gesund werden" bedeutet, Alles wird so wie früher. Und dass ein Depressiver immer ein Depressiver ist und bleibt, es kommt nur darauf an, wie man damit umzugehen lernt. Und da haben wir immer d'rauf hingearbeitet

- Was fandest Du insgesamt negativ?
1. Alles. s.o.
2. wenig. Enttäuscht war ich von dem Ende, dass sie da so unflexibel war. Ich hättte gerne noch die Konfrontations-Übungen gemacht

- Gab es Probleme mit der Krankenkasse?
1. und 2. nein, war aber auch privat versichert

- Deine Tipps für Terminsuchende?
immer erst zu einem Arzt des Vertrauens gehen, z.B. Hausarzt. Der hilft dann weiter

- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen?
uneingeschränkt: ja

- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...)
Es gibt einfach Dinge, die kann man mit sich alleine oder Partner/Freunden/Familie nicht hinreichend klären. Unentdeckte und/oder unbehandelte psychische Probleme können Einem das ganze weitere Leben schwerer machen als nötig.
Gerade psychische Probleme können sehr mannigfaltige Ursachen und Ausprägungen haben, da kommt man als Laie und Betroffener meist gar nicht d'rauf, bzw. versperren Einem die Probleme die "gesunde" Sicht auf sich selbst. Da kann eben nur jemand von außen helfen, der entsprechend ausgebildet ist.

Off-Topic:
Ich habe einfach den Eindruck, dass ich mit meiner sehr rationalen Art nicht wirklich zugänglich für dieses Psycho-Zeugs bin und dass ich mir bei den meisten Problemen selbst besser helfen kann.
Habe ich auch gedacht bis zu dem Zeitpunkt damals (und habe weit krasser über diesen Psycho-Kram gedacht als Du :zwinker:) . Ich wünsche Dir, dass Du so etwas nicht mitmachen musst, aber wenn in 10/15 Jahren Dein erster Burn-Out anklopft, dann erinnere Dich mal an diesen Thread. Und ich muss auch ganz klar sagen: wenn dieser Typ im Krankenhaus nicht so überzeugend und direkt gewesen wäre, weiß ich nicht, ob ich diesen Weg gegangen wäre.
 

Benutzer56469  (36)

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- Wie lange hast Du auf einen Termin warten müssen? 1 Woche
- Wie oft fanden die Termine im Monat statt und wie lange dauerten sie? Es wäre alle 2 Wochen gewesen.
- Wie liefen die Termine ab, also was wurde gemacht? Ich war nur beim ersten Termin weil ich quasi dahin geschickt wurde von meiner damaligen Vertrauenslehrerin, es wurde besprochen warum genau ich das mache, wann genau, usw.
- Wie lange hat die Behandlung/Therapie insgesamt gedauert? Weiß nicht wie lange sie gedauert hätte. Ich schätz mal bis das Problem behoben gewesen wäre.
- Warum und wie wurde sie beendet? Da ich das von Anfang nicht wollte war der erste Termin der einzige für mich. Habe von meiner Seite aus gesagt das ich das nicht möchte.
- War der Psychologe Dir überhaupt sympathisch, konntest Du Vertrauen aufbauen, also alles erzählen, was Dich bedrückt? Da ich ja nur ca 1 Stunde bei ihr war (war ne Frau) konnte ich sie nicht so richtig kennen lernen da ich aber ja von Haus aus das ganze nicht wollte hab ich mich nicht bemüht Vertrauen aufzubauen.
- Hat man Dir wirklich helfen können? Ich sag mal von mir aus die hätte mir nicht helfen können, das "Problem" bestand dann noch ca. 4-5 Jahre und ich hab dann letztendlich selber damit aufgehört und brauchte niemanden dazu.
- Was fandest Du insgesamt positiv? -
- Was fandest Du insgesamt negativ? Dass man mich dort hingeschickt hat obwohl ich nie gesagt habe ich möchte das.
- Gab es Probleme mit der Krankenkasse? Die erste Sitzung war umsonst.
- Deine Tipps für Terminsuchende? Mit einem Vertrauens(Lehrer) gehts schneller. Oder wenn man Beziehungen hat der einen Psychiater/Psychologen kennt.
- Würdest Du aufgrund Deiner Erfahrungen eine psychologische Behandlung/Therapie empfehlen? -
- Wenn ja/nein, warum? (Hier kanns dann gerne ausführlicher werden ...) Der Betreffende muss es wirklich wollen. Dh er darf nicht gezwungen werden eine Therapie zu machen. Wenn er selber nicht will wird, selbst wenn er hingeht, die Therapie nicht anschlagen! Meiner Meinung nach kann man niemanden dazu zwingen eine Therapie zu machen. Ich wurde deßhalb hingeschickt weil es damals die ganze Klasse mitbekommen hat und einige dachten wohl ich würde mich umbringen wollen (was aber nicht stimmte) und die teilten dann die Sorgen der Vertrauenslehrerin mit.
 
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