Psychisch am Ende

Benutzer101406 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hey Leute :herz:

Es geht darum, dass ich kein Bock mehr zu leben habe. Ich weiß nicht was ich tun soll, aber ich denke sehr oft danach, wie es ist wenn man einfach nicht mehr lebt. Also mal ganz zurück zu Zeiten wo ich noch glücklich war. Ich war mit meiner mittlerweile Ex-Freundin zusammen. Es hielt 2 1/2 Jahre. Wir waren glücklich, alles schien perfekt. Nach einer Zeit jedoch (musste) sie sich trennen. Wir führten eine Fernbeziehung, sie wohnte mit dem Zug ca. 1 1/2 Std. entfernt. Leisten konnte ich es mir nicht mehr dort hinzufahren. Sie war die Frau meines Lebens und ist sie immer noch. Wir haben noch Kontakt, sie steht mir bei allen Problemen beiseite. Ich bin froh sie noch zu haben! Wir hatten am Ende der Beziehung ein paar Streitigkeiten, diese sind aber geklärt. Gott sei Dank! Da es zum Zeitpunkt unserer Beziehung mit meinem Geld nicht gut aussah (ich war "Schüler") und man sich das auf Dauer nicht leisten konnte, habe ich aus Liebe von meinem Willen aus, illegal das Geld reingeholt. War in der Scene unterwegs und habe Betrügereien begangen um dort hinfahren zu können. Es ging sehr lange gut bis ich eines Tages gepackt wurde. Habe damals viel Mist gemacht was ich auf jedenfall heute bereue. Betrug/Kreditkartenbetrug. Mich hat nichts abgehalten. Letztendlich so schlimm sie es auch fand - nach langem Überlegen, hat sie sich entschieden, zu trennen. Für mich brach eine Welt zusammen!! Sie war meine erste Freundin, ich habe kein Streit mit ihr gehabt, wir haben uns oft gesehen bis auf die letzten Tage/Wochen. Wir haben Dinge gemacht was sonst nicht üblich ist. Die ganze Beziehung war liebevoll. Ich war für sie auch der erste Richtige mit dem sie zusammen war. Ich habe alles von ihr gelernt gehabt. Ihr 1. Mal hatte sie mit mir. Nun... Nachdem sie sich getrennt hatte war erstmal kein Kontakt. Ich war wütend und traurig. Dann begann der Schrecken meines Lebens... Polizei kam, ich wurde Festgenommen. Ich musste mich ca. ein halbes Jahr unter Schwachmaten und Verrückten begeben. Als ich draußen war in der Freiheit war ich ein fröhlicher Mensch, es gab (kaum) einen schlechten Tag, es war alles bestens. Nach 3 Monaten also der Gerichtstermin dort wurde entschieden, dass ich nicht rauskomme. Mein Anwalt musste also Berufung einlegen. Nochmal 3 Monate später kam ich endlich raus, dort hat mich das Landgericht entlassen. Ich war draußen, fühlte mich dreckig und sehr, sehr traurig. Ich hatte die falschen "Freunde". Kommen wir nun zu meiner jetzigen Situation. Ich habe keinen einzigen Freund so mag ich es nennen, höchstens einen, der ist aber nicht zu erreichen. Ich müsste es nochmal versuchen ihn zu besuchen. Ich habe Stress im Leben.... Ich habe jetzt Bewährung bekommen - bin aber bald fertig... So ist schonmal ein bisschen mein Leben eingeschränkt. Wie heißt es so schön? "Unter Aufsicht"... Es sind nun über 2 Jahre vergangen. Ich der Zeit habe ich nicht viel gemacht. Ich wohne alleine mit meiner Mutter, mein Vater war ein Arschloch.... Er ist nicht bereit Unterhalt zu zahlen. Daher habe ich nun auch Stress mit dem Gericht! Ich habe derzeit noch keinen Abschluss, bin 22, dies kommt aber durch den Umständen zustande! Klar finde ich es nicht schön, möchte mich auch keinesfalls vom Staat ernähren lassen. Daher habe ich mich nun um eine Maßnahme gekümmert vom Arbeitsamt. Das sollte bald beginnen. Es ist mir ehrlichgesagt vergangen irgendetwas zu machen. Der Termin beim Gericht ist schon da. Ich kann heulen, ich habe echt keine Kraft mehr. Meine Mutter geht Arbeiten und ich möchte meine Schule beginnen. Mir fällt die Decke auf dem Kopf zusammen. In U-Haft wo ich war musste ich "lernen" keine Angst zu zeigen, man musste sich abgeben damit, dass man hilflos war. Ich habe Angst länger draußen zu sein in der Stadt weil ich niemanden kenne und mit niemanden was machen kann. Was soll ich also draußen sinnlos rumlaufen? Ich habe zwar eine Freundin allerdings ist die Motivation etwas mit ihr zu unternehmen = 0. Ich fahre dort ab und zu mal hin. Derzeit ist es für mich ein Rätsel ob ich weiterhin Unterhalt bekomme obwohl ich die Maßnahme noch nicht begonnen habe. Die Schule habe ich nicht geschafft weil ich unregelmäßig da war. Es hat mich einfach alles runtergezogen! Es hieß erst ich würde keine Vorzensuren für die Prüfungen bekommen. Sah ja alles ganz ok aus. Habe die Fächer soweit alles gut bestanden bis auf ein paar anderen. Dort bekam ich die Vorzensur mit "6" bewertet. Habe alles gegeben war auch gut allerdings kam ich dort nicht mehr raus. Habe also als Endnote eine 5 bekommen. In dem anderen Fach war es genauso. Das heißt also. Zwei fünfen. Nun macht mein Vater Stress und will nix zahlen. Was soll ich mit meinem Leben noch anfangen? Denke oft daran ob es nicht schmerzfreie Mittel gibt um sein Leben zu beenden. Ich hocke hier WAHRE ZWEI JAHRE, sogar noch mehr und es ÄNDERT SICH NICHTS. Ich habe niemanden. Warum ich noch kein Schulabschluss habe ist ganz einfach: Ich war in der Schule nicht der, der viele Freunde hatte. Ich hatte nur Arschlöcher auf der Schule und DAMALS war es so, dass wenn man nicht die richtige Kleidung getragen hat, man auch nicht zu den Leuten gehört. War also immer alleine in der Schule. Das ging eine ganze Weile bis mir die LUST am Besuchen der Schule vergangen ist. Ich bin heute praktisch schon ein Abiturient (noch höher)... Habe ca. 15 Jahre rum und es ist echt heftig was mir passiert ist. Es wurde gedroht in der Schule mit Schlägen usw., sodass ich auch garkeine Lust mehr hatte die Schule zu besuchen. Nun möchte ich meine Schule durchziehen. (Die Maßnahme). Allerdings denke ich auch viel nach was ich machen kann damit ich keine Probleme mehr habe. Was soll ich 15 Stunden am Rechner hängen, Tag für Tag? Im Prinzip würde mich keiner mehr vermissen.

Was kann ich also noch tun um glücklich zu werden? Es wird NICHTS besser!!!!!! Ich lebe mehr als 2 Jahre unter Agressionen und meiner Trauer. :cry:

Danke für die Helfenden.
 

Benutzer59943  (39)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Hallo

Also wenn du völlig aus dem Nichts in den Knast gewandert bist, dann müssen diese "Geldbeschaffungsaktionen" ja schon ziemlich heftig gewesen sein. Denn im Normalfall hat man als Nichtvorbestrafter ja beste Chancen, erstmal Bewährung zu bekommen.

Dass die Zeit im Knast sehr prägsam für dich war, das kann ich mir vorstellen.
Hat sie dich denn auch in irgendeiner Weise etwas gelehrt? Also bist du sozusagen ein anderer Mensch geworden?

Welche Ziele hat dein Leben?
Das ist wohl die Kernfrage für dich. Wo siehst du dich in 2-3 Jahren, um jetzt mal von der näheren Zukunft zu sprechen. Wo willst du zum Beispiel beruflich hin?
15 Stunden am PC hängen willst du nicht, das will kaum jemand. WAs willst du dann? Von deinem Schulabschluss mal abgesehen. In welche Richtung könntest du gehen? Wo sind deine Begabungen, Interessen usw.?

Du musst da mal irgendwo ansetzen. Geh in irgendeinen Verein, mach einen Sprachkurs oder etwas ähnliches. Einfach, um wieder unter Menschen zu kommen. Es ist nicht gut, wenn du dich völlig abschottest. Und ein paar Freunde braucht man einfach und auch du kannst sicherlich wieder welche finden.
Ich hab während meiner Schulzeit auch viele negative Erfahrungen gemacht, bin zum Schluss auch immer seltener hin gegangen, hab auch mein Abi deswegen versemmelt, nur hatte ich da wenigstens schon die mittlere Reife in der Tasche.

Du hast dich aufgegeben und das liegt vermutlich daran, dass du kein Ziel mehr hast.
Da musst du ansetzen, das musst du ändern. Setz dir ein Ziel! Und arbeite konkret darauf hin. Auch kleine Schritte sind wichtig.

Was ist denn das Ziel deiner Maßnahme, an der du jetzt teil nimmst?

Dass dein Vater sich mies verhält, ist traurig, aber dein Glück sollte davon nicht abhängen. Du bist erwachsen, du bist für dich selbst verantwortlich und weil er keinen Unterhalt zahlt, musst du trotzdem nicht kriminell werden und du kannst trotzdem deinen Schulabschluss nachholen, dir einen Job suchen oder was ähnliches.

Was war in den letzten 2 Jahren los?
Warum bist du da auf der Stelle getreten? Wie hast du die Zeit rumgekriegt?
 

Benutzer101406 

Sorgt für Gesprächsstoff
Natürlich. Ich habe draus gelernt und mache keine kriminellen Sachen mehr. Manchmal denke ich aber es ist besser lieber in den Knast zu gehen, anstatt draußen alleine zu vergammeln. Das würde mich in meiner jetzigen Situation auch nicht mehr jucken. Als ich dort raus kam war schon alles geregelt. Ich war alleine und bin es immer noch. Ich habe Agressionen, bin schon ein halber Psychopath. Meine Zeit nach dem "Knast" ist einfach Mist gewesen. Ich hab eine Frau kennengelernt. Sie hat mich enttäuscht, in welcher Art und Weise kann man sich ja denken und ab da war Schluss. Dann war ich nicht mehr zu Retten. Ich hätte kein Problem mit Gewalt, ich würde das Leid den Frauen auch antun was ich durchmachen musste. Aber ich denke immer dran - wenn ich ihr jetzt was antuhe dann ist ganz vorbei. Ich denke ja auch dran das es Scheiße war in Uhaft gewesen zu sein damals. Daher mach ich nichts. Meine Gefühle sind schon jetzt verletzt da brauch ich nicht noch jemanden der rummacht mit anderen Kerlen. Natürlich sind auch viele Geldbeschaffungsaktionen vorgefallen, soviele, dass ich sie garnicht aufzählen kann.

Ziele sind natürlich erstmal meinen Abschluss zu holen. Beruflich hatte ich eigentlich etwas im Büro vor was aber mit einem Hauptschulabschluss schwer wird. Genauere Planungen hab ich da noch nicht gemacht. Die Idee mit dem Verein habe ich mir auch schon gemacht allerdings zieht mich eher alles runter, sodass ich garkeine Lust habe was zu machen, ich denke immer, dass ich sowieso alleine bin und erst garnichts machen muss. Wenn ich nach Hause kommen würde wäre sowieso alles wieder gleich!


Das Ziel der Maßnahme ist es ein Schulabschluss und ein Praktikum zu absolvieren.

Es muss nur irgendeine Kleinigkeit sein dann geht mein Blutdruck hoch und ich werde zum Tier. Trauer habe ich noch nie ausgelassen. Wenn ich allerdings alleine draußen bin und ich weiß das niemand bei mir ist könnte ich echt heulen.
Die letzte Zeit hatte ich mich schon für eine Schule angemeldet allerdings kam ich nicht richtig dazu. Mir ist die Lust vergangen sodass ich im 2. Halbjahr unregelmäßig dort erschienen bin.
 

Benutzer59943  (39)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Wie stehst du denn zu Tieren?
Ich hab ganz oft die Erfahrung gemacht, dass Tiere Seelen heilen können und einem letztlich viel mehr geben können als alle Menschen zusammen. :smile: Auch ich hatte Krisen, auch ich stand kurz vor Psychotherapien oder sogar mehr und ohne meinen Hund wäre ich wohl mit ziemlicher Sicherheit in einer stationären Therapie gelandet bzw. hätte das gebraucht, weil ich sonst einfach nicht mehr klar gekommen wäre.

Ist jetzt nur ein pauschaler Rat, den sicher auch viele Menschen lächerlich finden, aber ich poste ihn trotzdem mal. :smile:

Nimm mal Kontakt zum örtlichen Tierheim auf und frag, ob du da helfen kannst. Ich bin mir sicher, dass dir eine Aufgabe helfen kann. Dafür brauchst du auch keinen Schulabschluss und ob du mal im Knast warst, dürfte da auch keinen interessieren. Da gehts nur um Hilfe und eben deine ehrlichen Motive. Ich bin mir sicher, du könntest irgendeine Aufgabe oder eine ehrenamtliche Tätigkeit finden, die dir auch etwas zurück gibt.

Dass dich eine Frau enttäuscht hat, ist traurig, aber das kann im Leben leider immer passieren. Egal, ob man im Knast war oder nicht. Das tut weh, das prägt - ganz klar.

Hast du mal über ein Anti-Agressions-Training nachgedacht? Bzw. irgendein Ventil für deine Agression, das eben nichts mit GEwalt zu tun hat?
Sport zum Beispiel?

Und wie siehts mit einer Therapie aus? Dass du einfach mal mit jemandem reden kannst?
 
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