Private Krankenversicherung

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Benutzer99591 

Öfters im Forum
Hallo zusammen,

ich habe gerade mein Studium gemeistert und bin nun dabei mein Hobby zum Beruf zu machen. Problem ist aber, dass ich eine private Krankenversicherung benötige. Ich habe jetzt schon diverse Beitragsrechner bei den Krankenversicherungen durch und habe auch schon versucht mich anderweitig im Internet zu informieren. Dabei bin ich gnadenlos überfordert. Die Beiträge variieren teilweise um 200 €. Ich habe auch schon Beratungsgespräche vereinbart, möchte mir aber dabei natürlich auch nichts aufschwatzen lassen.
Daher bitte ich euch um ein paar Tipps und Erfahrungen.
Ich möchte selbstverständlich mindestens den Schutz der gesetzlichen Versicherung. Ist das immer der geringste Tarif, der angeboten wird?
Würdet ihr mit oder ohne Selbstbeteiligung wählen? Ich gehöre schon zu den Menschen, die immer etwas auf der hohen Kante verfügbar haben. Aber bringt das auch was?
Wie sieht es mit Krankentagegeld aus? Bei manchen Versicherungen ist es dabei, bei anderen eine extra Versicherung. Hier habe ich auch das Beispiel, das bei Versicherung A mit Tagegeld der Beitrag um 150 € steigt. Bei Versicherung B kann eine seperate Versicherung abschließen für 55 €. Ist so etwas empfehlenswert?
Hier seht also Fragen über Fragen. Ich danke euch schon einmal für eure Tipps.

Gänseblümchen
 
U

Benutzer

Gast
Hallo Gänseblümchen,

das ist wirklich schwierig! M u s s t du wirklich in eine private KV? In meinem Umfeld gibt es einige, die dort sind, und die es verfluchen, und zwar v.a. aus zwei Gründen:
1. Wenn man einen Vertrag abschließt, dann gelten zuerst in jungen Jahren sehr niedrige Beiträge. Aber niemand kann dir sagen, wie stark sie in Zukunft ansteigen. Meine Großeltern zum Beispiel sind in der PKW (beide pensioniert) und zahlen inzwischen über 600,-€ pro Monat (kein Witz!) und kommen nicht mehr in die GKV zurück.
2. Man muss ja bekanntlich Krankenkosten erstmal auslegen und bekommt sie hinterher erstattet. Ein Freund von mir (chronisch krank mit Diabetes) legt pro Monat gut 1.000€ aus und macht alle zwei Monate einen Antrag an seine PKV, muss also immer erst 2.000€ auslegen...
Na ja, wenn du z.B. eine Verbeamtung anstrebst, bleibt dir ja kaum etwas anderes übrig, als in eine PKV zu gehen, weil dein Arbeitgeber keinen "Arbeitgeberanteil" zahlt, sondern nur die Hälfte deiner Krankenkosten direkt vergütet. Du hättest also einen riesigen Verlust, wenn du von dir aus in einer GVK bliebest. Es sei denn - du wärest nicht ganz gesund. Die PKV führt ja für die meisten Tarife einen "Gesundheitscheck" durch, den du erstmal bestehen musst, ansonsten bietet man dir in der Regel an, dich mit einem Risikozuschlag zu versichern, der nicht gering ist. Dann könnte es sich doch lohnen, in der GKV auf eigene Kosten zu bleiben.

Jetzt aber zu deiner eigentlichen Frage:
Hast du keine Freundinnen, Verwandte oder Arbeitskollegen, die in der PKV sind und die du nach ihren Erfahrungen fragen kannst? Es ist sehr schwer, aus der Ferne solche Tipps zu geben. Ich kenne viele Leute, die in der Debeka sind, die insgesamt sehr zufrieden mit dieser Kasse sind. Leichter ist es, auf deine konkreten Fragen zu antworten:
- Der günstigste Tarif, der in einer PKV angeboten wird, liegt mit Sicherheit unter dem Schutz einer GKV. Insbesondere bei Vorsorgeprogrammen und Kuren sind die GKVs oft besser und großzügiger als die PKVs. Ein Problem ist auch, dass du bei einer PKV immer einen festen Leistungskatalog abschließt. Der ist in der Regel viel größer als bei einer GKV, wird aber nie verändert. Wenn es also neue medizinische Entwicklungen gibt, dann bleibst du u.U. außen vor, was bei der GKV nicht passiert.
- Ich persönlich würde einen Tarif ohne Selbstbeteiligung wählen. Wenn du nämlich, nachdem du schon bei der PKV versichert bist, irgendeine Krankheit bekommst, die dauerhaft mit hohen Kosten verbunden ist (siehe mein Freund mit Diabetes), dann fällt die Selbstbeteiligung Monat für Monat wieder an, und irgendwann wird es für dich eng.
- "Krankentagegeld" ist mir bisher nur begegnet, wenn man im Krankenhaus ist und auf die Wahlleistungen (Chefarztbehandlung/ Ein-Bett-Zimmer) verzichtet - dann bekommt man als Anteil an den gesparten Kosten einen bestimmten Tagessatz. Ansonsten sind wir heutzutage ganz gut für Krankheiten abgesichert, finde ich. Ich würde darauf verzichten.

Hat das schon ein bisschen geholfen? Sonst nochmal ganz konkrete Fragen stellen, bitte!

LG!
 

Benutzer37399 

Benutzer gesperrt
- Ich persönlich würde einen Tarif ohne Selbstbeteiligung wählen. Wenn du nämlich, nachdem du schon bei der PKV versichert bist, irgendeine Krankheit bekommst, die dauerhaft mit hohen Kosten verbunden ist (siehe mein Freund mit Diabetes), dann fällt die Selbstbeteiligung Monat für Monat wieder an, und irgendwann wird es für dich eng.
Die Selbstbeteiligung fällt einmal im Jahr an, die ersten x. Euro musst du selbst übernehmen. Aber doch nicht monatlich?!
Ich habe vor ein paar Jahren in einen (Studenten-) Tarif ohne SB gewechselt, da ich meine 1.200 Euro mit nur einem Arztbesuch oft schon weg hatte. Würde mir überlegen, wie oft du wirklich zum Arzt gehst/krank bist und mir danach den entsprechenden Tarif aussuchen.
Vergessen: Ich reiche Rezepte/Rechnungen etwa 2x im Monat ein und habe bei Rechnungen das Geld auf dem Konto, bevor ich sie bezahlen muss. Praktisch.

Mein Vater ist als Selbstständiger seit etwa 30 Jahren in der PKV, der monatl. Beitrag liegt trotzdem nicht bei 600 Euro. Da kann man je nach Bedarf/finanziellen Möglichkeiten innerhalb der Tarife wechseln. Zumindest bei uns.
 

Benutzer103898 

Benutzer gesperrt
Na ja, wenn du z.B. eine Verbeamtung anstrebst, bleibt dir ja kaum etwas anderes übrig, als in eine PKV zu gehen, weil dein Arbeitgeber keinen "Arbeitgeberanteil" zahlt, sondern nur die Hälfte deiner Krankenkosten direkt vergütet. Du hättest also einen riesigen Verlust, wenn du von dir aus in einer GVK bliebest. Es sei denn - du wärest nicht ganz gesund.


Das stimmt nicht so ganz.
Auch Beamte können sich freiwillig gesetzlich versichern. Insbesondere für Familien mit vielen Kindern lohnt sich das durchaus, weil in einer PKV jeder einzeln versicher werden muss und damit zusätzliche Beiträge fällig werden. Eine Familienversicherung wie in der GKV gibt es dort nicht.

Vergleichen lohnt sich auf jeden Fall!!
 
U

Benutzer

Gast
Hallo Zwergenfrau, hallo RandomWalk,

danke für eure Klarstellungen. Das mit der Selbstbeteiligung habe ich wirklich nicht richtig gewusst, und dass sich alle Familienmitglieder in der PKV selbst versichern müssen, stimmt natürlich, auch ein wichtiger Punkt, an den ich nicht gedacht habe.
War keine böse Absicht von mir - vielleicht können wir ja gemeinsam Gänseblümchen ein bisschen helfen.

Dass es mit dem Einreichen bei Zwergenfrau so gut klappt, finde ich prima! Ich kenne es aber auch anders, nicht jeder hat Lust und ist so diszipliniert, alle zwei Wochen einen Antrag an seine Krankenkasse auf Kostenerstattung loszuschicken. Und Rezepte musst du in jedem Fall erstmal auslegen - da hilft nichts!

Gänseblümchen - bevor wir wild herumspekulieren - sag' 'mal 'was zu deiner Familienplanung und zu den Gründen, warum du in die PKV "musst"!

Lg
 

Benutzer18846 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo,

meine ganz dringende Empfehlung: Such Dir jemanden der für die Beratung qualifiziert ist! Also einen unabhängigen Berater, nicht von irgendeiner Gesellschaft. Das Thema ist zu wichtig und zu viele Auswirkungen als dass Dir hier irgendeiner aus dem Forum dafür die richtigen Ratschläge geben kann. Zumal die Berater auch für Falschberatung haften...

Die ersten Ratschläge (die fast alle von GKV Versicherten kommen) zeigen, dass das Thema etwas komplexer ist... wer es als "muss" bezeichnet sich privat zu versichern, der hat das System nicht verstanden. Wer bei Beiträgen von 600€ für eine PKV (inkl. PV) von horrenden Beiträgen spricht, der hat das System ebenfalls nciht verstanden und scheinbar noch nie seinen Lohnzettel angeschaut...dann wird er nämlich festsetellen, dass die 600€ für die gebotene Leistung günstig sind, im Vergleich zu den 600€ die man als gesetzlich Versicherter (inkl. AG Anteil) ebenfalls zahlt und dafür kaum Leistungen erhält.

Ich würde sofort auf meine gesetzliche KV verzichten... die hat bisher von mir nur Tausende von € kassiert und außer ein paar Cent für Porto noch nichts leisten müssen!
Und der Weg bei den KV - Beiträgen ist für die Zukunft klar gezeichnet es geht nach oben... und zwar sowohl bei den Gesetzlichen als auch bei den Privaten (wobei hier die Politik einen nicht unerheblichen Anteil der Beitragserhöhungen zu verschulden hat). Die Leistung bei den Gesetzlichen geht immer weiter zurück... bei den Privaten hat man einen Vertrag, die abgeschlossene Leistung wird lebenslang erbracht, egal was passiert.

Wer sich für seine Gesundheit verantwortlich fühlt, der ist in der PKV gut aufgehoben, wer wegen jeder Kleinigkeit gleich einen Arzt aufsuchen will, der sollte besser bei der GKV bleiben.

Gruß

PS: Um eine Private Versicherung, mindestens als Zusatz, kommt man als Selbstsändiger eh nicht rum...denn das Gesetzliche Krankengeld ist zum einen in der Höhe deutlich begrenzt, zum anderen wird erst nach 6 Wochen gezahlt und zu guter letzt ist nach 2 Jahren auch noch Schluss. Als Selbstständiger muss das Krankengeld jedoch so hoch sein, dass deine sämtlichen Kosten gedeckt sind, einschließlich einer Vertretung wenn es sich um eine längere Krankheit handelt...sonst bist du nämlich am Ende einer längeren Erkrankung auch noch am Ende deiner Selbstständigkeit angekommen oder fängst wieder von Null an... so einen Ausstieg verkraftet man gerade als Existenzgründer nicht.
 

Benutzer103898 

Benutzer gesperrt
Such Dir jemanden der für die Beratung qualifiziert ist! Das Thema ist zu wichtig und zu viele Auswirkungen als dass Dir hier irgendeiner aus dem Forum dafür die richtigen Ratschläge geben kann.
Dem kann man nur mit Nachdruck zustimmen !!!
Wer bei Beiträgen von 600€ für eine PKV (inkl. PV) von horrenden Beiträgen spricht, der hat das System ebenfalls nciht verstanden und scheinbar noch nie seinen Lohnzettel angeschaut...dann wird er nämlich festsetellen, dass die 600€ für die gebotene Leistung günstig sind, im Vergleich zu den 600€ die man als gesetzlich Versicherter (inkl. AG Anteil) ebenfalls zahlt und dafür kaum Leistungen erhält.

Da ist zweifellos etwas Wahres dran, allerdings ist das bessere Preis-Leistungsverhältnis zumindest dann irrelevant, wenn man sich die absolut gesehen höheren Beiträge nicht leisten kann (oder will).

Und die Beitragshöhe während des Erwerbslebens sind auch nicht wirklich der problematische Punkt. Interessant wird es im Alter, wenn man Rente oder Pension bezieht und die Beitragshöhe in der GKV entsprechend dem aktuellen Einkommen rel. niedrig wäre, es die PKV jedoch nicht im geringsten interessiert, wie hoch Rente oder Pension sind, die Beiträge dort entwickeln sich nämlich unabhängig vom Einkommen.

Und zuletzt sind in der GKV ggf. der Ehepartner und beliebig viele Kinder kostenlos mitversichert, in der PKV kostet das alles extra.

Das soll alles weder eine Werbung für oder gegen PKV oder GKV sein, nur Tatsachen, die man bei der Entscheidung berücksichtigen sollte.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Da ist zweifellos etwas Wahres dran, allerdings ist das bessere Preis-Leistungsverhältnis zumindest dann irrelevant, wenn man sich die absolut gesehen höheren Beiträge nicht leisten kann (oder will).

Richtig, die Sätze der PKV muss man nämlich erst mal bezahlen können, was grade als Selbstständiger in der Anfangsphase ein ziemliches Problem sein kann. Ich hab das Thema selbst durch, im letzten Jahr habe ich teilweise monatlich nicht mal genug für die Versicherungsbeiträge verdient.
 

Benutzer26398 

Beiträge füllen Bücher
Die Frage ist doch ob der Threadstarter sofort in eine private Krankenvesicherung rein muss - er schreibt da er sein "Hobby zum Beruf" machen will - er wird daher wohl kaum ein Beamter werden...

Ich bin zwar Laie - aber ich wüsste nicht das man gezwungen ist in eine PKV zu gehen...
 

Benutzer43798  (41)

Sehr bekannt hier
Die Frage wo man sich versichert ist leider nicht so leicht zu beantworten, denn oftmals hat man gar keine Wahl.
Warst du in deinem Leben nie gesetzlich versichert wirst du auch nie in die gesetzliche KV reinkommen. Das ist u.a. dann der Fall, wenn du durch deine Eltern seit Geburt privat verischert warst.

Bei mir gab es da immense Probleme. Ich hatte genau diesen Fall. Und mein Studium hat mir, da Privatschule, nicht ermöglicht in die GKV reinzukommen. Erst als ich zwei Jahre festangestellt gearbeitet hatte bin ich gewechselt. Nun bin ich wieder selbstständig und verdiene noch nicht so viel.
Ich war seit Beginn meiner Selbstständigkeit freiwillige gesetzlich versichert. Die KV hatte zwar einen netten Support, das wars aber auch. Die Leistungen waren niedrig und mein Beitrag, der die unterste Grenze war, lag um die 300 Euro, welche ich als Selbstständiger komplett alleine trage. Das muss sich jeder Selbstständige vor Augen führen, dass er keinen Zuschuss von 50% durch einen Arbeitgeber bekommt wie es Festangestellte tun, völlig egal ob privat oder gesetzlich oder freiwillig versichert. Am Ende gab es mit der Berechnung meines Beitrags so viele Formulare und Anträge, dass ich ein halbes Jahr gar nichts bezahlen musst/konnte und plötzlich zum Jahresende wollten sie alle Beiträge auf einmal haben.
Jetzt bin ich wieder zur privaten KV gewechselt. Ersten zahle ich insgesamt 100 EUR weniger, aber habe mehr Leistungen inklusive Krankenhaustagegeld und Unterhaltszuschuss ab dem 29. Krankentag. Außerdem werde ich nun auch vom Staat bezuschusst. Ich habe eine Selbstbeteiligung von 600 EUR im Jahr, was bedeutet, solange ich keine Ausgaben über diesen 600 EUR habe bezahle alles ich. Und da ich wenig krank bin komm ich da kaum hin. Werde ich aber wirklich mal krank, mit Operation und Reha und so weiter dann komme ich deutlich darüber. Diese Kosten werden dann eingereicht und wiederum vond er KK erstattet. Ich finde 600 EUR Selbstbeteiligung nicht viel. Zumal ich, sofern ich im Jahr nichts eingereicht habe eine Rückerstattung von etwas über 1000 EUR bekomme, was im Endeffekt etwa drei Monatsbeiträge sind. ich zahle also nochmal weniger auf den Moant aufgerechnet.
Zusammengefasst kann ich also sagen ich zahle die Hälfte an Beiträgen im Vergleich zur GKV bekomme aber doppelte Leistungen.

Mir wurde hier von meiner Finanzberaterin dazu geraten und ich bin sehr glücklich darüber. Also ganz klar deutlich informieren lassen von jemand der sich damit auskennt und vergleichen lassen.
 

Benutzer26398 

Beiträge füllen Bücher
Warst du in deinem Leben nie gesetzlich versichert wirst du auch nie in die gesetzliche KV reinkommen. Das ist u.a. dann der Fall, wenn du durch deine Eltern seit Geburt privat verischert warst.
sorry aber das stimmt so überhaupt nicht!:schuettel: V.a beschreibst du doch selbst dein "munteres" Hin- und Herwechseln!:ratlos:
 

Benutzer99591 

Öfters im Forum
Ich danke euch für eure Beiträge.

meine ganz dringende Empfehlung: Such Dir jemanden der für die Beratung qualifiziert ist! Also einen unabhängigen Berater, nicht von irgendeiner Gesellschaft. Das Thema ist zu wichtig und zu viele Auswirkungen als dass Dir hier irgendeiner aus dem Forum dafür die richtigen Ratschläge geben kann. Zumal die Berater auch für Falschberatung haften...
Genau das hätte ich gerne mal. Nur wo finde ich den?

Es tauchten noch einige Fragen zu meiner Lebenssituation auf:
Ich lebe in einer festen Beziehung, wo Heirat und Kinder in 2-3 Jahren durch aus denkbar sind. Mein Partner ist festangestellt und verdient gut, so dass er meine Recherchen zur PKV gespannt verfolgt. Ich tendiere aber schon dazu, dass wenigstens einer in der GKV bleibt.

Ich bin derzeit noch Student und zahle derzeit den Studentenbeitrag an eine GKV. Neben meinem Studium habe ich langsam angefangen mir ein zweites Standbein aufzubauen. Ich habe jahrelang Leistungssport betrieben und möchte nun mein Wissen weitergeben.

Mir ist auch bewusst, dass ich mich freiwillig in der GKV versichern kann. Nur liegen die Beiträge hier wesentlich höher, da ich auch keine Existenzgründungszuschuss erhalte. Am Anfang ist das Einkommen natürlich auch nicht gerade üppig, sodass ich mir schon über meine Ausgaben Gedanken machen muss.
Als am meisten beängstigend empfinde ich, dass ich nicht mehr in die GKV wechseln kann. Also ich habe hier schon Angst vor dem Alter. Zu mal ich auch in der Zukunft sicher kein Jahreseinkommen größer 60.000€ haben werde.
 

Benutzer94944 

Meistens hier zu finden
Nun gebe auch ich noch meinen Senf dazu. Das ist ein sehr schwieriges Thema und es gibt so viele Aspekte, das man diese hier alle gar nicht erörten kann. Ich will nur auf einige wenige eingehen:

1. "Hobby zum Beruf machen", das klingt nach Selbstständigkeit. Dann kannst Du in eine PK oder freiwillig gesetzlich versichert werden. Bei einer angestellten Tätigkeit, was ja auch mal ein Hobby gewesen sein könnte und dann eben zum Beruf wird, ist ein Wechsel in die PKV zwar inzwischen einfacher, aber nicht einfach so nach dem Studium. Daran sind gewisse Voraussetzungen geknüpft. Solltest Du zudem schon einmal länger krank gewesen sein, selbst wenn Du heute völlig gesund bist, bist Du für die PKV ein Risiko - und das kostet Dich entsprechend. Bist Du chronisch krank, was ich nicht glaube, aber ich ergänze es der Vollständigkeit halber, kommst Du ggf. gar nicht rein oder nur mit erheblichen Zuschlägen von bis zu 100%.
2. Mit oder ohne Selbstbeteiligung. Ich denke, das Beispiel von Solloki ist gut und zeigt die Vorteile auf. Zudem sollte man sagen, dass der Monatsbeitrag mit Selbstbehalt geringer ist als ohne. Bist du nicht sonderlich anfällig, dann lohnt sich der Selbstbehalt. Aber bedenke: man weiß nicht, was kommt.
3. Krankentagegeld ist etwas Sinnvolles. Der Begriff sollte aber nicht mit Krankenhaustagegeld verwechselt werden, was hier aber leider gemacht wurde. Statt Krankenhaustagegeld, auch wenn Telefongebühren etc. teuer sein können, ist es doch sinnvoller, wenn man nach einem Krankenhausaufenthalt wieder zuhause ist, aber noch nicht wieder arbeiten kann, dies sich absichern zu lassen. Ein Arbeitnehmer bekommt ein Krankengeld ja nach sechs Wochen (aber nicht das volle Nettogehalt), die ersten sechs Wochen besteht Lohnfortzahlung. Ein Selbstständiger hat die freie Wahl, ab wann Krankengeld gezahlt werden soll und auch in welcher Höhe - dementsprechend kostet diese Absicherung. Die Höhe des Krankentagegeldes berechnest Du, indem Du Dir Deine monatlich anfallenden Kosten auflistest. Anmerken möchte ich aber, dass die Höhe des Krankengeldes begrenzt ist, schließlich soll man im Krankheitsfall sich ja nicht bereichern können.
4. Zu überlegen ist, wenn mal Kosten anfallen, ob Du die vorauslegen kannst. Die eine PKV handelt schneller und Du hast das Geld schneller als die Rechnung fällig wird, die andere eben nicht.
5. Familienplanung wurde ja schon angesprochen. Hier liegen die Vorteile bei der GKV, wobei ich nur von den Kostenvorteilen spreche.
6. Insgesamt ist halt Vorsicht im Alter geboten.
7. Natürlich sind die Beiträge in der GKV hoch, wenn man sich den AG-Anteil hinzudenkt, im Vergleich zu den PKV-Beiträgen, die man selbst zu tragen hat - aber der interessiert ja den Arbeitnehmer nicht wirklich, sondern nur den personalvollkostenrechner. Es kommt eben darauf an, was die TS eigentlich machen möchte, sprich Selbstständigkeit oder nicht.
8. Unter gewissen Voraussetzungen erhältst Du bei Selbstständigkeit einen Zuschuss zu den Versicherungskosten.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Es tauchten noch einige Fragen zu meiner Lebenssituation auf:
Ich lebe in einer festen Beziehung, wo Heirat und Kinder in 2-3 Jahren durch aus denkbar sind. Mein Partner ist festangestellt und verdient gut, so dass er meine Recherchen zur PKV gespannt verfolgt. Ich tendiere aber schon dazu, dass wenigstens einer in der GKV bleibt.

Das würde ich auch sagen, einer sollte auf jeden Fall bei der GKV bleiben, Stichwort: Familienversicherung! Grade wenn ihr dann Kinder habt, ist es ein Irrsinn, mehrere Köpfe separat privat zu versichern, wenn in der Gesetzlichen der Ehepartner und die Kinder kostenlos mitversichert werden können.

Mir ist auch bewusst, dass ich mich freiwillig in der GKV versichern kann. Nur liegen die Beiträge hier wesentlich höher, da ich auch keine Existenzgründungszuschuss erhalte. Am Anfang ist das Einkommen natürlich auch nicht gerade üppig, sodass ich mir schon über meine Ausgaben Gedanken machen muss.

Bist du dir sicher, dass die Beiträge höher liegen? Wie schon jemand erwähnte, bei der privaten Krankenversicherung kommt z.B. auch eine Gesundheitsprüfung auf dich zu, da können kleine Dinge den Monatsbeitrag schon ziemlich erhöhen. Außerdem musst du auch so immer wieder mit einer regulären Beitragserhöhung rechnen; mir ist das in meinen 1,5 Jahren Versicherungszeit zweimal passiert, der Beitrag erhöhte sich in der Zeit von 259 Euro auf satte 404 Euro.

Ich bin zwar Laie - aber ich wüsste nicht das man gezwungen ist in eine PKV zu gehen...

Doch, das kann passieren, wenn man wie ich von Geburt an über die Eltern privat versichert ist. Nach dem Studium war ich selbstständig tätig, konnte mich aber nicht freiwillig gesetzlich versichern, da ich nicht die notwendige Vorversicherungszeit in der GKV vorweisen konnte. Ich habe das Problem inzwischen durch die Aufnahme in die Künstlersozialkasse gelöst, aber das klappt natürlich nur bei den entsprechenden Berufen.
 

Benutzer99591 

Öfters im Forum
Dank euch tendiere ich jetzt doch wieder zur freiwilligen GKV :hmm:

8. Unter gewissen Voraussetzungen erhältst Du bei Selbstständigkeit einen Zuschuss zu den Versicherungskosten.
Was meinst du damit? Von wo kann der Zuschuss kommen?

Es kommt eben darauf an, was die TS eigentlich machen möchte, sprich Selbstständigkeit oder nicht.
Bei mir ist es wirklich ein schmaler Grat zwischen Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit. Es ist aber definitv kein Angestelltenverhältnis. Ich habe keinen Vorgesetzten nur diverse Auftraggeber.

@In Love And War: Der Anstieg deiner Versicherungskosten schockt mich schon sehr. Ich bin davon ausgegangen, dass diese nur mit zunehmenden Alter steigen. :ratlos:

Wie umfangreich ist so eine Gesundheitsprüfung? Fallen da auch mögliche erbliche Vorbelastungen rein? Die Krankenakte meiner Mutter ist wirklich äußerst umfangreich. Sie reicht von Depression bis zu Herzerkrankungen, wo eine Vererbung nicht auszuschließen ist. Ansonsten habe ich an chronischen Krankheiten nur Neurodermitis, die ich aber sehr gut im Griff habe und hierzu seit ca. 10 Jahren keinen Arzt mehr konsultiert.
 

Benutzer94944 

Meistens hier zu finden
Ich habe an den Existenzgründungszuschuss gedacht, aber der kommt ja bei Dir nicht infrage, da Du kein ALG I bekommst. Also bitte vergessen. Ich war am Tippen, als Du Deinen Beitrag schon abgeschickt hast.

Die Gesundheitsprüfung ist nicht umfangreich. Es sind Fragen zu Dir, auch zu Vorerkrankungen in Deiner Familie, die Du wahrheitsgemäß zu beantworten hast, da ggf. die Versicherung bei Unwahrheit nicht zahlt.

Eines möchte ich aber noch anführen: Freiberuflichkeit ist Selbstständigkeit. Man differenziert bei Selbstständigkeit zwischen Freiberuflichkeit (freie Berufe) und gewerblichen Berufen. Beim einen ist das Finanzamt Ansprechpartner, beim anderen das Gewerbeamt.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
@In Love And War: Der Anstieg deiner Versicherungskosten schockt mich schon sehr. Ich bin davon ausgegangen, dass diese nur mit zunehmenden Alter steigen. :ratlos:

Nein, das kann dir grundsätzlich jederzeit passieren, bevorzugt dann, wenn du mal ein Jahr öfter beim Arzt warst, irgendeine Erkrankung festgestellt wurde etc. - halt alles, was dich zu einem stärkeren Kostenfaktor macht.

Deine chronische Neurodermitis könnte dir z.b. schon einen höheren Beitrag bescheren, unabhängig davon, ob du sie bislang im Griff hast. Chronische Erkrankungen sind für Versicherungen immer ein Risiko, weil da jederzeit wieder Behandlungsbedarf kommen kann, und zwar ein Leben lang. Auch erbliche Vorbelastung kann für dich finanziell zum Nachteil werden.

Auch deshalb halte ich es für sehr wichtig, dass du dich nicht auf irgendwelche Beitragsrechner im Netz verlässt, sondern von einem Berater wirklich mal prüfen lässt, was für ein Beitrag auf dich zukäme, unter Berücksichtigung deiner konkreten Krankengeschichte.
 

Benutzer18846 

Verbringt hier viel Zeit
Nein, das kann dir grundsätzlich jederzeit passieren, bevorzugt dann, wenn du mal ein Jahr öfter beim Arzt warst, irgendeine Erkrankung festgestellt wurde etc. - halt alles, was dich zu einem stärkeren Kostenfaktor macht.

Nein, das ist völliger Nonsens! Der einmal abgeschlossene Vertrag ändert sich nur aufgrund insgesamt gestiegener Prämien...eine weitere Gesundheitsprüfung, die Basis einer Änderung der persönlichen Risikobewertung wäre, gibt es nur bei Vertragsänderungen. Und selbst hier könnte man, wenn man zB wegen einer gewünschten Verbesserung der Leistungen eine Tarifänderung beantragt und bei der Gesundheitsprüfung plötzlich etwas chronisches festgestellt wird und folglich ein Risikozuschlag anfallen würde, einfach beim alten Tarif bleiben und es gibt dann auch keinen Risikozuschlag.

Gruß
 

Benutzer21122 

Verbringt hier viel Zeit
Vor allem bei der PKV nicht nur nach dem günstigsten Angebot schauen. Mit entscheidend ist die Beitragsstabilität, da die Tarife ja regelmäßig erhöht werden können. Je nach Mitgliederstruktur gibt es Versicherungen, bei denen die Tarife zuletzt ziemlich angezogen haben und in den nächsten Jahren weiter stark steigen werden. Es gibt da zB bei der Verbraucherberatung diverse ausführliche Vergleichstests. die ich unbedingt in Ruhe durcharbeiten würde.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Nein, das ist völliger Nonsens! Der einmal abgeschlossene Vertrag ändert sich nur aufgrund insgesamt gestiegener Prämien...eine weitere Gesundheitsprüfung, die Basis einer Änderung der persönlichen Risikobewertung wäre, gibt es nur bei Vertragsänderungen. Und selbst hier könnte man, wenn man zB wegen einer gewünschten Verbesserung der Leistungen eine Tarifänderung beantragt und bei der Gesundheitsprüfung plötzlich etwas chronisches festgestellt wird und folglich ein Risikozuschlag anfallen würde, einfach beim alten Tarif bleiben und es gibt dann auch keinen Risikozuschlag.

Gruß

Ich kann nur sagen, dass sich bei mir die Monatsbeiträge innerhalb von 1,5 Jahren zweimal erhöht haben, in einer Zeit, in der bei mir eine chronische Erkrankung festgestellt wurde, die häufigere Arztbesuche und nicht ganz billige Medikamente erfordert.

Ob das eine nun mit dem anderen zusammenhängt, sei dahingestellt. Das ändert aber nichts daran, dass die TS damit rechen muss, dass sich ihre Monatsbeiträge auch schon vor dem Rentenalter erhöhen können.
 
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