Job Praktikum? Oder besser weiter suchen?

Benutzer98383 

Verbringt hier viel Zeit
Ich denke es kommt auch darauf an, was man studiert hat und in welchem Bereich man dann arbeiten will. Als Lehrerin würde es keinerlei Sinn machen noch ein unbezaltes Praktikum ans Referendariat zu hängen. :zwinker: Man hatte schon eine Menge Praktika und ist ja auch gerade mit dem (zwar nicht gut, aber immerhin bezahlten) Referendariat durch. In anderen Bereichen macht es vielleicht eher Sinn.
Und hätte ich etwas studiert, was so ungefähr alle studieren und es somit viel zu viele Absolventen gibt, die einen Job suchen, dann würde ich vermutlich auch versuchen durch ein Praktikum in eine Fimra zu rutschen oder Erfahrungen zu sammeln, die sich im Lebenslauf gut machen.
Ist ein Studium nämlich sehr theoretisch und ich kann keine Praxiserfahrung vorweisen, die ja oft erwünscht ist, so kann ein Praktikum doch auch hilfreich sein, wenn sich neben mir noch viele Leute ganz ohne Erfahrung bewerben.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Tja... das Problem der Generation Praktikum besteht wohl überwiegend in den Bereichen, in denen sich dank viel zu großem Angebot und viel zu kleinem Bedarf an Absolventen immer jemand findet, der dumm oder verzweifelt genug ist, um sich ausbeuten zu lassen.

Aus diesem Grund habe ich schon mal ein Studienfach gewählt, bei dem die Grundvoraussetzung für diese Ausbeutung (Angebot >> Nachfrage) nicht existiert.

Hätte mir jemand nach dem Studium ein unbezahltes der schlecht bezahltes Praktikum (alles unter 1500€/Monat wäre völlig indiskutabel gewesen) oder ein Praktikum ohne die Aussicht auf eine richtige Beschäftigung nach maximal 3-6 Monaten, so hätte ich denjenigen wohl entweder ausgelacht oder ihm sehr deutlich meinen Unmut über seine Unverschämtheit und die daraus für mich entstandene Zeitverschwendung kund getan und mich auf nimmer wiedersehen von diesem Unternehmen verabschiedet.

Aber inzwischen haben sich diese Überlegungen für mich erledigt, da ich gerade von einem recht ordentlich bezahlten Praktikum nach wenigen Monaten in eine unbefrsitete Beschäftigung im gleichen Unternehmen wechsle. - Und dieses Praktikum habe ich auch nur angenommen, weil mir das Unternehmen sehr gut gefallen hat, weil die Gründe, warum man mir für den Anfang nur ein Praktikum anbieten konnte, plausibel waren und weil die Aussicht auf einen zügigen Wechsel in eine richtige Beschäftigung von Anfang an klar war.
 
A

Benutzer

Gast
Wie würdet ihr das angehen?
Ein Praktikum annehmen, um etwas zu haben?
Sich in der Zeit trotzdem überall weiter bewerben, falls man doch irgendwo direkt eine "richtige" Stelle bekommen könnte?
Und dann einfach das Praktikum abbrechen?
Wie soll man dann trotz Praktikum eventuell zu anderen Vorstellungsgesprächen?
Oder einfach in der Zeit des Praktikums nichts weiter tun?

Vorweg: ob Praktika oder nicht, bewerben solltest Du Dich weiterhin, es kann schließlich immer was spannendes kommen, was Du stattdessen machen willst/ kannst :smile:

Ansonsten bin ich kein großer Fan von Praktika nach dem Studium, denn zumeist bekommen Absolventen richtige eigene Aufgabenbereiche für kein bis nur wenig Gegenleistung (Lohn/ Honorar), bei voller Verantwortung, so dass ich dies kategorisch für mich ausgeschlossen habe. Gegen Praktika wähend des Studiums an sich habe ich allerdings weniger Argumente.

Ich war nach meinem Studium lange arbeitssuchend und hätte einige unbeahlte Praktikumstellen haben können, die ich aber dankend abgelehnt habe. Mag vielleicht daran liegen, dass ich als Naturwissenschaftler andere Voraussetzungen habe, als viele Absolventen in geisteswissenschaftlichen Fächern. Aber ich war nie so verzweifelt un habe irgendwas angenommen und mich unter Wert verkauft, und dafür habe ich heute einen guten Job :smile:

Bzgl. Vorstellungsgesprächen sehe ich weniger ein Problem: potentielle Arbeitgeben müssen davon ausgehen, dass Du nicht jederzeit verfügbar bist. Bekommst du eine Einladung, dann gehe proaktiv auf den Arbeitgeber zu und erläutere ihm, dass Du in einer festen Anstellung (egal ob Praktikum oder "echter Job") bist und bitte um einen zeitlich passenden Termin. Normalerweise sollte genau das funktionieren, da es Deine Loyalität zum aktuellen Arbeitgeber zeigt und das immens wichtig ist für künftige Arbeitgeber.
 

Benutzer95651  (35)

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Ich möchte in diesem Thema gar nicht genau auf meinen Freund eingehen, aber, er hat etwas sehr theoretisches studiert, aber deswegen ja schon Praktika und einen Hiwi-Job in dem Feld gehabt :zwinker:

Es interessierte mich nur, da es so aktuell in meinem Umfeld ist.
Aber da sich der Laden nach der Anfrage wegen Bezahlung Dauer nicht mehr gemeldet hat, scheint das wohl auch erledigt zu sein.
 

Benutzer15352 

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In vielen - gerade geisteswissenschaftlichen - Bereichen ist es absolut Usus, über ein Praktikum den Fuß in die Tür namens Berufswelt zu kriegen. Anschließend gibts dann immer noch keine Festanstellung, sondern mit viel Glück das Angebot für ein Trainee resp. Volo. Und mit nochmal ner Prise Glück winkt nach zwei Jahren die Übernahme. Falls nicht, sind oben genannte "Stationen" dennoch Voraussetzung, um sich in anderen Betrieben bewerben zu können. Das ist halt die Realität. Unbezahlte Praktika würde ich aber definitiv nicht annehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer7078 

Sehr bekannt hier
Da gibts durchaus Voraussetzungen, die das "erlauben", oft wird es sogar gewünscht.
Also pauschal kann man nicht sagen "Das geht nicht".
nenne doch mal ein paar von den Voraussetzungen.
Ich finde das nämlich schon sehr widersprüchlich, da man alles über 15 Stunden Tätigkeit, auch unentgeltlich, bereits angerechnet bekommt und anteilige abgezogen bekommt und sich sogar Sprachkurse oder andere Weiterbildungen, die man selber zahlt (weil das Arbeitsamt nichts fördern will) und die vielleicht 5 Stunden die Woche ausmachen angeben muß.
 
L

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Ich finde das eine gute Idee, denn es ist wirklich so, dass die meisten Firmen Berufserfahrung voraussetzen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
nenne doch mal ein paar von den Voraussetzungen.
Ich finde das nämlich schon sehr widersprüchlich, da man alles über 15 Stunden Tätigkeit, auch unentgeltlich, bereits angerechnet bekommt und anteilige abgezogen bekommt und sich sogar Sprachkurse oder andere Weiterbildungen, die man selber zahlt (weil das Arbeitsamt nichts fördern will) und die vielleicht 5 Stunden die Woche ausmachen angeben muß.

Das kannst Du in der entsprechenden Broschüre nachlesen - müsste auch downloadbar sein.
Absprechen muss man es sowieso immer im Einzelfall.
 

Benutzer102949 

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Welche Broschüre denn?

Wenn das Amt noch nicht mal für 3 Tage Probezeit einspringt (war bei meinem Freund so), dann ganz sicher auch nicht für längere Praktika. Ich habe davon noch nie etwas gehört. Und mein Freund hat das mal angesprochen, weil er über diesen Weg an eine Stelle gekommen wäre, bzw. selbst wenn nicht, würde sich das trotzdem sehr gut in seinem Lebenslauf machen, aber die haben das nicht mitgemacht.
 
1 Woche(n) später

Benutzer95651  (35)

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Von wegen weiter bewerben während eines Praktikums:
Mein Freund war vor kurzem bei einem Vorstellungsgespräch (für ein Praktikum) und wurde gefragt, ob er sich denn nebenbei noch woanders bewirbt. Er bejahte dies und wurde daraufhin angefahren, dass er das während des Praktikums aber zu unterlassen hätte, da er in der Zeit zu 110% nur für dieses Praktikum da zu sein hat :eek:
Und mal wieder wäre die Übernahme danach auch überhaupt nicht sicher gewesen...
 
L

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Gast
... dass er das während des Praktikums aber zu unterlassen hätte, da er in der Zeit zu 110% nur für dieses Praktikum da zu sein hat :eek:
Das ist doch einfach nur ein blöder Spruch. Keiner ist doch so dumm und bewirbt sich nicht anderweitig, wenn er ein Praktikum macht...
 

Benutzer95651  (35)

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Schon klar, aber die Frau soll da wohl echt hart und unfreundlich geworden sein. Wobei da auch nichts gewesen wäre mit Freizeit für andere Vorstellungsgespräche.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Von wegen weiter bewerben während eines Praktikums:
Mein Freund war vor kurzem bei einem Vorstellungsgespräch (für ein Praktikum) und wurde gefragt, ob er sich denn nebenbei noch woanders bewirbt. Er bejahte dies und wurde daraufhin angefahren, dass er das während des Praktikums aber zu unterlassen hätte, da er in der Zeit zu 110% nur für dieses Praktikum da zu sein hat :eek:
Und mal wieder wäre die Übernahme danach auch überhaupt nicht sicher gewesen...
Da wäre ich wohl einfach nur aufgestanden und hätte dem Chef, Personaler oder wer auch immer beim Vorstellungsgespräch war, einen Vogel gezeigt.
Man muss sich ja auch in der Rolle des Bewerbers längst nicht Alles gefallen lassen.

Ich würde die Sache eher als Tauschgeschäft ansehen: Ich biete der Firma meine Arbeitskraft, während sie mir dafür Geld bietet - und damit bin ich sicherlich nicht der Bittsteller, der jeden Schwachsinn zu akzeptieren hat und froh sein muss, wenn ihm irgendwo gütigerweise ein Job angeboten wird.
 

Benutzer112402 

Öfters im Forum
Also ich würde ein Praktikum machen. Habe auch gerade nach einem gesucht und mir wurde gesagt, dass Neueinstellungen momentan eher selten sind. Die meisten Unternehmen warten ab, was die Wirtschaft macht.

Was das Geld angeht, das hängt fürchte ich ganz stark vom Studiengang ab. Ich habe z.B. noch keinen Abschluss, verdiene meines Erachtens aber recht gut, aber im Vergleich mit Freunden aus meinem Kurs sogar noch am schlechtesten. Der Masterabschluss sollte das Gehalt dann eigentlich nochmal einen Tick in die Höhe treiben (was auch rein theoretisch so umgesetzt wird, ein Freund von mir macht sein Praktikum beim gleichen Unternehmen, hat aber schon seinen Bachelor und verdient deutlich mehr).
 

Benutzer117686 

Verbringt hier viel Zeit
Guten Abend!

Ich bekomme im Bekanntenkreis immer öfter mit, dass einem als Berufseinsteiger nach dem Studium in bestimmten Gebieten so gut wie nur Praktika angeboten werden. Schlecht bezahlt und mit wenig Wahrscheinlichkeit danach übernommen zu werden.

Wie würdet ihr das angehen?
Ein Praktikum annehmen, um etwas zu haben?
Sich in der Zeit trotzdem überall weiter bewerben, falls man doch irgendwo direkt eine "richtige" Stelle bekommen könnte?
Und dann einfach das Praktikum abbrechen?
Wie soll man dann trotz Praktikum eventuell zu anderen Vorstellungsgesprächen?
Oder einfach in der Zeit des Praktikums nichts weiter tun?

Bin gespannt, wie ihr das machen würdet oder vielleicht sogar gemacht habt!

Lg

Praktika gibt es nur so viele weil ein Großteil so dämlich ist kostenlos oder für minimale Bezahlung zu arbeiten.
Würde keine mehr Praktikas machen, würden die Stellen fest besetzt werden. Aber jeden Tag steh ein... auf... :zwinker:

Aber hey, wäre ich Chef würde ich mich auch über kostenlose Arbeitskräfte freuen :thumbsup:
 

Benutzer102949 

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Praktika gibt es nur so viele weil ein Großteil so dämlich ist kostenlos oder für minimale Bezahlung zu arbeiten.

Off-Topic:

Sorry, aber ich kann's langsam nicht mehr hören. Für viele Absolventen ist ein Praktikum nun mal das einzige, was man angeboten bekommt und lieber gehe ich für wenig oder nichts arbeiten, wenn ich dafür keine Lücke im Lebenslauf habe und mich währenddessen oder danach mit einem ausgezeichneten Arbeitszeugnis bewerben und zusätzlich die ersten wertvollen Erfahrungen sammeln kann. Kaum jemand ist heiß auf unterbezahlte Praktikumsstellen und niemand würde dafür einer gutbezahlte Stelle absagen. Aber in vielen Fällen geht es eben nicht anders.
 
S

Benutzer

Gast
Off-Topic:

Sorry, aber ich kann's langsam nicht mehr hören. Für viele Absolventen ist ein Praktikum nun mal das einzige, was man angeboten bekommt und lieber gehe ich für wenig oder nichts arbeiten, wenn ich dafür keine Lücke im Lebenslauf habe und mich währenddessen oder danach mit einem ausgezeichneten Arbeitszeugnis bewerben und zusätzlich die ersten wertvollen Erfahrungen sammeln kann. Kaum jemand ist heiß auf unterbezahlte Praktikumsstellen und niemand würde dafür einer gutbezahlte Stelle absagen. Aber in vielen Fällen geht es eben nicht anders.

Trotzdem hat er ja recht. Würde es niemand machen, gäbe es keine unbezahlten oder schlecht bezahlten Praktikumsstellen.
 

Benutzer95651  (35)

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Off-Topic:

Für viele Absolventen ist ein Praktikum nun mal das einzige, was man angeboten bekommt
Aber genau das ist doch gerade das traurige daran!
Man hat 3 oder 6 Monate was und darf danach schon wieder suchen und in der Zeit ist es sehr wahrscheinlich auch nicht leicht weiter zu suchen und Zeit für andere Vorstellungsgespräche zu finden.
Das Angebot für meinen Freund wäre 3 Monate Praktikum für ca. 900€ und eine 55h Stunden Woche, da es da wohl üblich ist, von 8-20Uhr zu arbeiten + zusätzlich ne knappe Stunde Anfahrt.
Das ist doch echt ein Witz!
 

Benutzer102949 

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Trotzdem hat er ja recht. Würde es niemand machen, gäbe es keine unbezahlten oder schlecht bezahlten Praktikumsstellen.

Wir befinden uns aber nicht mehr in der Lage, wo man sich das aussuchen kann. Die meisten Absolventen aus meinem Studiengang sind froh genug, wenn sie nach einem halben bis ganzen Jahr Arbeitslosigkeit für 1800 Brutto Arbeit finden. Und es spricht meiner Meinung nach nichts dagegen die Zwischenzeit für ein Praktikum auszunutzen, damit man überhaupt was in der Hand hat. Außerdem wird es nicht passieren, dass keiner mehr eine Pratikumsstelle annimmt, warum sollte man sich auf die anderen verlassen. Und es sind nicht diejenigen Schuld, die es annehmen, sondern die, die es anbieten.
 
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