Plastiktüten-Abgabe

Benutzer7078 

Sehr bekannt hier
Ich finde der Schritt ist eigentlich viel zu klein. Ich habe mal wieder das Gefühl, das damit von anderen weit wichtigeren und nachhaltigeren Themen abgelenkt wird.

Damit man mich nicht falsch versteht. Im Supermarkt habe ich noch nie eine Plastiktüte mitgenommen, ich hab immer einen Korb, Rucksack oder Tasche dabei. Ich plane Lebensmitteleinkäufe und da komm ich nie in die Verlegenheit da keine Tüte beizuhaben.
Bei allen anderen Einkäufen nehme ich durchaus auch Plastiktüten entgegen, allerdings nicht immer, sondern schon ein wenig kalkuliert. Für Kleinkram brauche ich keine Tüte, die passen immer in meine Handtasche. Habe ich in einem Geschäft etwas eingekauft und eine Tüte erhalten, dann schau ich im zweiten Geschäft ob die Ware noch in die erste Tüte mit hineinpaßt. Immer öfter habe ich allerdings auch schon einen Beutel dabei, nur manchmal reicht der eben auch nicht. Wenn ich weiß, das die Tüten z.b. biologisch abbaubar sind, wie zb im Globetrotter oder es Papiertüten sind, dann nehme ich bevorzugt von dort eine Tüte mit.
Zu Hause schmeiß ich die Tüten aber auch nicht sofort weg, sondern verwende sie als Müllbeutel weiter.
Ich versuche somit so weit wie möglich Tüten zu vermeiden und wenn ich doch welche habe, dann werden sie mehrfach verwendet und zum Schluß als Müllbeutel genutzt.

Ich finde jedoch, das 22 Cent als Abgabe nicht genug sind. Man sollte dann schon 50 Cent verlangen für die klassische Plastiktüte. Sind sie biologisch abbaubar oder aus Papier sollten sie weiterhin gesondert behandelt werden. Im Supermarkt sieht man es ja immer wieder, da wird der Einkauf aus dem Wagen in 3 Plastiktüten verstaut, der Wagen dann abgestellt und die Tüten 10 m bis zum Auto getragen. Da könnte ich regelmäßig mit dem Kopf schütteln.

Leider gelangt auch genug Plastikmüll aus Deutschland in die Meere. Was manchmal, in den Flüssen, an den Flußufern oder in Seen und an deren Ufern an Plastik zu finden ist, was automatisch, wenn auch nur in Partikeln in die Nord- oder Ostsee gelangt. Selbst wenn das nur 1% des gesamten Plastikanteils in den Weltmeeren ausmacht, dann ist das 1% zu viel.
Dafür reicht aber eine Abgabe und Reduzierung der Plastiktüten in Deutschland nicht aus, das Bewußtsein der Menschen muß dahin gehend erweitert werden, das man seinen Müll nicht einfach in die Natur schmeißt, egal ob Plastiktüte oder anderen Müll.
Was man insbesondere in den Seen in Deutschland so alles findet und was das an Mengen sind, das glaubt man kaum. Bei einem jährlich stattfindenden Clean-Up Day eines Sees (und dieser ist nicht sehr tief und sehr groß) wird jedesmal soviel rausgeholt, das 1 Container nciht mehr reicht. Von normalen Hausmüll über Kinderwagen und Fahrrädern. Und da ist die gesamte noch zu Fuß zu erreichende Uferböschung etc. noch nicht dabei, das ist rein der Müll der im Wasser liegt und von Tauchern rausgeholt wird.

Ich habe bei einem Tauchgang im Urlaub eine Schildkröte gesehen, die sich in einer Plastiktüte verheddert hatte gesehen. Das tat mir im Herzen weh. Es ist etwas anderes, wenn man weiß, das es so ist oder passieren kann. Wenn man es tatsächlich sieht und weiß, man kann der Schildkröte nicht helfen, dann wird man in dem Moment mit der nackten Realität konfrontiert.

Sicherlich ist Deutschland nicht der Hauptverursacher von Plastikmüll in den Meeren und es ist dringend notwendig auch in anderen Ländern das Bewußtsein zu schaffen, das man den Müll nicht einfach wegschmeißt und das man auch dort die Verwendung von Plastiktüten einschränkt wird. Aber gerade im Punkt Plastiktüten sehe ich persönlich nicht das Problem, das wir damit nicht anfangen können, es tut uns nicht weh, wenn wir darauf verzichten.
 
S

Benutzer

Gast
Off-Topic:
Übrigens: Wenn man wirklich mal etwas gegen Plastikschrott und Umweltverschmutzung tun will, dann muss die gesetzliche Gewährleistung für bestimmte Produkte wie - vor allem - Elektroartikel auf mindestens 5 Jahre hochgesetzt werden. Was allein an Umweltgiften in dem Gerät steckt, an dem Du sitzt und hier schreibst, davon kannst Du zwei Jahre lang bei jedem Einkauf 3 kostenlose Tüten verbraten - und das hält dann in der Regel maximal 3 Jahre, tendenziell eher weniger...
Und die Chance ist nicht gerade gering, dass Dein Rechner, Notebook, Tablet, whatever letztlich vom Entsorgungsbetrieb Deiner Wahl nach Afrika oder Indien verschifft wird, um es dort endgültig (und illegal) der (niemals einsetzenden) Verrottung zu überlassen.

Geeeeenau. Aber es ist immer leicht, auf Menschen herumzuhacken, die Verhaltensweisen zeigen, die einem selbst fremd sind bzw. die man sich selbst abgewöhnt hat.

Es ist schließlich so, dass die wenigsten hier noch mit einem Uralthandy von Nokia herumlaufen oder an einem Amiga schreiben, nicht wahr?! :rolleyes:

 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ist halt die Frage, ob einem die 22 Cent weh tun, wenn man für 200 Euro Klamotten gekauft hat.
Das sicherlich nicht, leider kaufe ich persönlich selten für 200€ ein :zwinker:

Sollte ich keine Tasche dabei haben, in der ich meine Einkäufe transportieren kann, würde ich entweder nicht im Einzelhandel einkaufen oder mir die Sachen im Internet bestellen, wo der Versand oft auch noch kostenlos ist...Da fragt sich dann, was besser ist für die Ökobilanz :confused:
 

Benutzer121793 

Benutzer gesperrt
Plastik ist aber nicht gleich Plastik. Die unterschiedlichen Polymere haben schon ziemlich variable Recyclepotentiale.
Wustes du,das von allen Plastikverpackungen,die wir sammeln,(so auch alte Plastiktaschen) nur 1/3 wieder verarbeit,.. während 2/3 verbrannt werden ?
 
V

Benutzer

Gast
Ich frage mich gerade, ob wirklich so viel Leute die Plastiktüten nach dem Einkauf einfach wegwerfen.
Wir verwenden sie immer mindestens noch als Mülltüten, oft verwenden wir sie vorher auch mehrfach, um den Einkauf zu transportieren. Ich dachte eigentlich, das mache fast jeder so.
Ansonsten haben wir dank Schwiegermutti Unmengen an Stofftaschen, so dass wir bei geplanten Einkäufen meistens eben diese Taschen verwenden. Oder den Rucksack. Oder den Transportkorb im Kofferraum.
Wenn ich doch mal eine Plastiktüte brauche, bin ich gerne bereit, dafür zu zahlen. Ob die paar Cent aber tatsächlich umwelttechnisch was ändern, wage ich leider zu bezweifeln.
 
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Benutzer56700 

Meistens hier zu finden
Kein Grund zur Aufregung wegen der paar Cent...:zwinker: Beim rewe kosten die schon länger und im Normalfall kaufe ich auch welche da ich quasi nie etwas zum tragen dabei habe. Meist werden sie als Mülltüte weiterverwendet oder als Tragebehälter für Pfandflaschen.
 
D

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Gast
Off-Topic:


Geeeeenau. Aber es ist immer leicht, auf Menschen herumzuhacken, die Verhaltensweisen zeigen, die einem selbst fremd sind bzw. die man sich selbst abgewöhnt hat.

Es ist schließlich so, dass die wenigsten hier noch mit einem Uralthandy von Nokia herumlaufen oder an einem Amiga schreiben, nicht wahr?! :rolleyes:


Auch hier muss man die Möglichkeiten ausloten. Auf etwas Plastik zu verzichten ist eine Leichtigkeit, das ist bei Elektrogeräten schon anders und vor allem gibt es keine Alternativen. Natürlich sollte man aber auch hier seinen Konsum überdenken, selten neues kaufen, altes weiterverkaufen, gebraucht kaufen, verwenden bis es wirklich kaputt geht.
Teilweise sind die Geräte aber eben notwendig, so kann man heute ohne Laptop eigentlich nicht mehr studieren.
Aber grundsätzlich hast du recht, vielen ist in anderen Bereichen Umwelt und Naturschutz auch egal und hier tun sie so, als wäre es ein wichtiges Anliegen für sie.
 

Benutzer24152 

Verbringt hier viel Zeit
Ich bin gegen diese Zwangsabgabe. Es ist in meinen Augen eine weitere Massnahme der "Ökodiktatur" - der Mensch muss zum Guten erzogen werden. Wer Ressourcenschonend leben will kann das tun. Wer zu blöd oder unwillig dafür ist - tja das ist der Preis einer freien Gesellschaft. Ich bezweifle zudem (wie meine Vorrednerin) stark, dass die meisten Leute ihre Tüte einfach wegwerfen. Das hängt wahrscheinlich von der Erziehung ab...

Zwecks des Recyceln der Polymere (=Plastik :smile: ). Die Materialeigenschaften hängen zum einen von dem Polymer selbst ab (sozusagen eine Kohlenstoff/Wasserstoff/Sauerstoffverbindung die mit einigen anderen Elementen versetzt wurde) als auch von ihrer Kettenlänge (Das Basismolekuel wiederholt sich mehrmals) ab. Im Endeffekt beduetet dass du kannst zwar die Aldituete wiedereinschmelzen und zu einer neuen Aldituete machen (das geht ein Paarmal). Aber die Kombination Aldituete mit Jogurtbecher ist schonmal deutlich unschöner (für den Produktionsmenschen). Jogurtbecher zu Jogurtbecher ist übrigens auch unschön zwecks Lebensmittelsicherheit. Im Endeffekt ist das Umweltfreundlichste und Ressourcenschonendste was man mit dem Plastikmüll machen kann: ungereinigt und getrocknet in die nächste Müllverbrennungsanlage zwecks Stromerzeugung. Aber das ist natürlich nur der technische Aspekt:eek:

Der ganze Schrott im Meer - wie wärs den mal mit einem Verbot des Mülls als deklarierter "Rohstoff" in dritte Weltländer (oder nur nach Russland) zu exportieren. Entweder der Dreck wird einfach so ins Meer gekippt und irgendeine Hafenbehörde unterschreibt mit "ja haben wir erhalten". Oder das Zeug wird irgendwo in Afrika auf den Boden gekippt und in mühseliger Handarbeit von den Leuten zerlegt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Elektromülldeponie_Agbogbloshie (und da gibt es noch ein paar deutlich unschönere Berichte für Recherchewillige)

So etwas zu stoppen hätte mal eine positive Auswirkung auf die Umwelt. Aber dann müsste ja eine Alternative im eigenen Land gefunden werden. Sozusagen vor der eigenen Haustüre. Und aus dem Augen, aus dem Sinn gelle?
Dann doch lieber eine Zwangsabgabe auf die Plastiktüte :rolleyes:.
 

Benutzer32430  (35)

Meistens hier zu finden
Zig Millionen Tonnen Plastik liegen in unseren Weltmeeren herum, vergiften und töten Lebewesen

Und welchen Anteil daran haben Tüten aus dem Kaufhof und vom REWE? Lass mich raten...0,0001%?
Natürlich gibt es diese verseuchten Regionen, aber damit haben die deutschen Kleinverbraucher nunmal nichs zu tun.
Das ist genauso eine widersinnige Ideologie, wie das Wassersparen in Deutschland, "weil es in Afrika Wassermangel gibt".
Genauso wird sich am Plastikmüll im Meer nix ändern, auch wenn die Tüte hier 5 Euro kostet.

aber natürlich sind andere Länder da viel rückständiger und bornierter, heißt aber nicht, dass wir nicht Vorbild sein können.

Klar, noch freiwillig und aus lauter Öko-Wahn dafür zahlen, um uns von anderen Ländern auslachen zu lassen. Wenn es andere Länder überhaupt interessiert.

Genau, machen wir es wie in China und kippen einfach alles ins Meer, wie es uns passt. Ein hoch auf die Freiheit!

Hä? Wieso sollten wir?


Wir brauchen Vorschriften, die meisten Menschen sind einfach nicht weitsichtig und umsichtig genug, um viele ihrer Handlungen abzuschätzen.

Typisch Grün :smile: "Ich habe Recht und muss allen anderen mein Weltbild aufzwingen, um sie zu besseren Menschen zu machen"

Und Freiheit endet dort, wo man anderen schadet. Mag sein, dass es einige nicht interessiert, was so auf der Welt passiert, Poltik und eine Gesellschaft ist aber dafür da, ihr Fortbestehen und das Wohlergehen aller auf dem Planeten zu schützen. Und da das die Menschen alleine oft nicht hinbekommen und ihren eigenen Vorteil (Freiheit) höher Stellen als den Schaden, brauch es Gesetze und Vorschriften.

okay, ziemlich weit ausgeholt :smile:
Aber klar, wir brauchen noch mehr Vorschriften. Es ist ja nicht so, dass wir schon durchdrungen genug wären. Glühlampen verboten (-> die Welt ist also fast gerettet), Umweltzonen (-> Welt noch ein Stück mehr gerettet) und bald noch die Duschköpfe usw.

Ich habe keine Lust auf diese ganze Sch***e, die man uns aufdrückt, die keine Auswirkungen auf den Rest der Welt hat, und uns letztlich nur Geld kostet. Soll natürlich nicht heißen, dass es keine sinnvollen Fortschritte in die Richtung gibt.

Omg, rot-grün wäre der größte Graus als Sieger bei der Bundestagswahl. *schüttel*

Zur Sache: Nein ich benutze die Tüten beim Lebensmitteleinkauf nicht. Nur wenn ich mich arg verschätzt habe, muss eine dazu nehmen, kommt aber fast nie vor. Bei sonstigen Einkäufen benutze ich sie schon, wenn nötig. Oft stopfe ich dann aber auch alles weitere in eine Tüte, wenns passt.
Grund: unpraktisch.

Und zusätzlich dusche ich so lange wie ich möchte, wasche unter fließendem Wasser ab und sprenge im Sommer den Rasen (wenn ich einen Garten hätte :zwinker:), und zwar egal wie viele Kinder in Afrika verdursten. Und wisst ihr auch wieso?? Weil das hiesige Wasserverbrauchsverhalten 0,000000000000000000 Einfluss auf Wasser in Afrika hat :smile: Ganz einfach. Und genauso wenig Einfluss haben eben deutsche Plastiktüten in den Weltmeeren!
 

Benutzer128822  (32)

Ist noch neu hier
Wenn man Plastiktüten nicht möchte, soll man sie verbieten. Ich bin gegen das Abkassieren von der Regierung.

Wer sich nicht vorstellen kann, in einer künstlichen Welt zu leben, soll sich im Wald aus Blättern ein Nest bauen. Wir leben heute schon in einer fast vollständig künstlichen Umwelt. Unsere Flüsse sind Kanäle oder begradigt oder renaturiert. Alles ist davon künstlich. Ein Kanal ist ein Fluss wo nie einer war. Ein begradigter Fluss ist ein künstlich verbesserter Fluss. Ein renaturierter Fluss ist der Beweis dafür das ihr euch keine Sorgen machen müsst, dass eine künstliche Natur künstlich aussehen wird. Renaturierung ist die künstliche Nachahmung der Natur. Das heißt man kann einen graden Kanal für die Schiffe bauen und einen schönen Kanal für Touristen.

Wir können die Natur auch nicht mehr retten. Überlegt euch wie viel Atommüll wir haben. Es ist utopisch zu sagen, dass der verschwindet, wenn man noch mehr Umweltschutz betreibt. Die Natur ist schon zerstört. Was wollt ihr retten? Was ihr in Wahrheit möchtet ist einen status quo erhalten. Die Eiszeit war auch Natur. Wenn ich sagen würde, dass ich der Natur helfen möchte wieder in diesen Zustand zurückzukommen, würden alle zurecht sagen, dass ich verrückt bin. Wenn heute jemand sagt alles soll und muss auf ewig in der Natur bleiben wie es heute ist, ist er Umweltschützer? Ja, das sagt man. Aber genau genommen sitzt er mit mir in einem Boot. Ihr seid doch meine Mitstreiter. Ihr wollt auch nicht die Natur. Natur ist, wenn eure Ehefrau Falten bekommt und graue Haare. Natur verändert sich. Was die Naturschützer wollen ist, dass ihre Ehefrau ewig 20 Jahre bleibt. Sie soll so bleiben wie sie ist und dahin geht euer ganzes Bestreben. Genau das gleiche ist es bei mir. Nur denke ich an die zukünftigen Generationen, die vielleicht einen anderen Geschmack haben als wir. Wenn ich eine Klimaanlage vererbe, müssen meine Kinder es nicht dauerhaft auf 23 Grad lassen. Sie können an einen Knopf drehen und die Temperatur einstellen, die ihnen gefällt. Ich weiß auch den meisten Umweltschützern ist die nächste Generation wichtig, aber ihre Lösungen sind wie ich gezeigt habe unflexibler als sie sein könnten. Es grenzt an Ökodiktatur und mancher skeptische Umweltschützer sollte ehrlich in sich hineinhören, ob er meine Ideen nur ablehnt, weil er Macht über andere Menschen ausüben möchte.
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Wir leben heute schon in einer fast vollständig künstlichen Umwelt. Unsere Flüsse sind Kanäle oder begradigt oder renaturiert. Alles ist davon künstlich.
Bisher ist es nicht gelungen, auf Dauer eine stabile, künstliche Umwelt aufzubauen und das selbst auf kleinstem Maßstab. Schon nach kurzer Zeit bricht in solchen Experimenten alles zusammen. Also, so weit würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. :zwinker:

Wir können die Natur auch nicht mehr retten. Überlegt euch wie viel Atommüll wir haben. Es ist utopisch zu sagen, dass der verschwindet, wenn man noch mehr Umweltschutz betreibt.
Och, doch, noch hätten wir genug Platz, wenn es nötig ist. Der Atommüll ist jedenfalls, sofern er nicht gerade in die Atmosphäre gesprüht wird, nicht dazu geeignet, die ganze Erde zu zerstören.

Die Natur ist schon zerstört. Was wollt ihr retten?
Die Natur ist doch noch da. Schau zum Fenster raus. Wir erschließen die Natur und zerstören einzelne Lebensräume, ja. Ein paar Arten haben wir auch ausgerottet, ja. Aber das gab es schon vorher und die Erde erholt sich, bis zu ihrem Ende in ein paar Milliarden Jahren, ganz gut, auch ohne unsere Hilfe, keine Angst.

Mir geht es nicht darum, der Erde oder Natur an sich zu "helfen". Mir geht es darum, für die folgenden Generationen nicht einen ganz so großen Müllberg und ein bisschen Grün zu hinterlassen und das ist mit ein bisschen Einsatz kein Problem.

Die Eiszeit war auch Natur. Wenn ich sagen würde, dass ich der Natur helfen möchte wieder in diesen Zustand zurückzukommen, würden alle zurecht sagen, dass ich verrückt bin.
Die nächste Eiszeit kommt auch ohne dein Zutun. Wir helfen der Natur momentan auch irgendwohin, zumindest halte ich das für möglich, aber davon spreche ich gar nicht. Mir geht es nicht um den Klimawandel. (Kann es sein, dass du alles, was mit "Umwelt" zu tun hat, in einen Topf wirfst? Tipp: Etwas Differenzierung wäre nicht schlecht.) Mir geht es um den Müll und um Resourcen. Mir geht es, wie gesagt, darum, dass meine Kinder noch eine lebenswerte Welt vorfinden und dass irgendwelche zukünftigen Menschen nicht den Kopf über uns schütteln und denken: nicht einmal auf eine läppische Plastiktüte konnten die verzichten.

Wenn heute jemand sagt alles soll und muss auf ewig in der Natur bleiben wie es heute ist, ist er Umweltschützer? Ja, das sagt man.
Nein, das sagt man nicht. :confused:

Natur ist, wenn eure Ehefrau Falten bekommt und graue Haare. Natur verändert sich. Was die Naturschützer wollen ist, dass ihre Ehefrau ewig 20 Jahre bleibt.Sie soll so bleiben wie sie ist und dahin geht euer ganzes Bestreben.
Nein, auch das stimmt nicht. Niemand, den ich kenne, würde das behaupten. Du vergisst ganz einfach, dass wir in dieser Welt leben. Du kannst nicht heraus, so sehr du dir das wünschst und diese Welt hat elementare Regeln, die wir nicht (!) verändern können. Das Altern können wir nicht verhindern (Stichwort Entropie), nur herauszögern. Den Schwund von Erdöl können wir nicht verhindern, nur herauszögern. Wir können lediglich versuchen, möglichst gut mit dieser Welt zu recht zu kommen und damit meine ich eben nicht, dass eine Generation alles zusammen rafft und wie Könige lebt und hinterher einen Müllberg hinterlässt. Nun, realistisch betrachtet, wird genau das immer passieren (das ist nämlich natürlich und menschlich), aber man könnte ja versuchen den Müllberg nicht größer, als nötig zu hinterlassen, aber das scheint den meisten ja schon zu großer Verzicht zu sein.

Wenn ich eine Klimaanlage vererbe, müssen meine Kinder es nicht dauerhaft auf 23 Grad lassen. Sie können an einen Knopf drehen und die Temperatur einstellen, die ihnen gefällt
Nein, das können sie nicht, wenn alles Erdöl weg ist und niemand sich je darum gekümmert hat, alternative Energiequellen zu erforschen.

Es grenzt an Ökodiktatur und mancher skeptische Umweltschützer sollte ehrlich in sich hineinhören, ob er meine Ideen nur ablehnt, weil er Macht über andere Menschen ausüben möchte.
Ja, genau, deswegen war dein Vorschlag oben auch Plastiktüten zu verbieten. :grin:
 
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D

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Gast
Und welchen Anteil daran haben Tüten aus dem Kaufhof und vom REWE? Lass mich raten...0,0001%?
Natürlich gibt es diese verseuchten Regionen, aber damit haben die deutschen Kleinverbraucher nunmal nichs zu tun.
Das ist genauso eine widersinnige Ideologie, wie das Wassersparen in Deutschland, "weil es in Afrika Wassermangel gibt".
Genauso wird sich am Plastikmüll im Meer nix ändern, auch wenn die Tüte hier 5 Euro kostet.

Da hast du definitiv recht. Bei den Plastiktüten geht es in dem Fall auch mehr darum, dass dann ein Betrag davon gespendet wird (wenn das auch wirklich passiert), um Umweltsünden anderer Länder etwas entgegenzuwirken. Wie wirksam das ist, weiß ich nicht. Ich finde das dennoch lobenswert und einen guten Schritt. Ethisches Verhalten ist eben nicht zwangsläufig am finanziell sinnvollsten.
Außerdem ist das ja auch immer eine Frage, wo das Plastik produziert wird. Um ehrlich zu sein, weiß ich das aber bei den Plastiktüten nicht.


Klar, noch freiwillig und aus lauter Öko-Wahn dafür zahlen, um uns von anderen Ländern auslachen zu lassen. Wenn es andere Länder überhaupt interessiert.
Zieh doch nach China oder Usbekistan, wenn dir das alles scheiß egal ist. Wenn bei dir Profit wichtiger ist als alles andere, dann brauchen wir aber auch nicht diskutieren. Ich weiß ja mittlerweile, dass FDP und CDU Wähler es nicht so mit reflektierten-ethischen Denken haben, da ist eben der Götze der Wirtschaft lukrativer.


Typisch Grün :smile: "Ich habe Recht und muss allen anderen mein Weltbild aufzwingen, um sie zu besseren Menschen zu machen"
Jup, wenn du dich mit der basalen Entwicklung philosophisc- ethischer Gedanken unserer Geschichte nicht auskennst kann ich da aber auch nix für. Aber "Nach mir die Sintflut" ist eben kein allzu reizvoller Gedanke und es ist nun einmal ein Minmalkonsens, dass Einzelfreiheit dort enden muss, wo diese das Wohl einer Gesellschaft einschränkt. Jedes ethische Prinzip kommt zu dieser Erkenntnis und letztlich ist unsere Gesellschaft auch grundsätzlich danach aufgebaut (Mord ist verboten, macht vielleicht Spaß, aber ist nicht sooo günstig für gesellschaftliches Zusammenleben :zwinker:). Daher müssen bestimmte Dinge gegen den Willen bestimmte Ultrahedonisten (ich nenn die jetzt mal so^^) durchgesetzt werden, deren einziges Interesse darin besteht, ihr Glück zu erreichen.
Wie diese Maßnahmen dann aussehen (und welche sinnvoll sind), ist natürlich eine andere Frage.


okay, ziemlich weit ausgeholt :smile:
Aber klar, wir brauchen noch mehr Vorschriften. Es ist ja nicht so, dass wir schon durchdrungen genug wären. Glühlampen verboten (-> die Welt ist also fast gerettet), Umweltzonen (-> Welt noch ein Stück mehr gerettet) und bald noch die Duschköpfe usw.

Da stimm ich dir zu, das waren wirklich nicht die besten Ideen. Aber über die wirklich effektiven Maßnahmen würden Leute wie du und die ganzen Lobbyistenverbände nur noch mehr Sturm laufen, könnte ja dem heiligen kapitalistischen System schaden und die Gewinnmaximierung beeinträchtigen.

Ich habe keine Lust auf diese ganze Sch***e, die man uns aufdrückt, die keine Auswirkungen auf den Rest der Welt hat, und uns letztlich nur Geld kostet. Soll natürlich nicht heißen, dass es keine sinnvollen Fortschritte in die Richtung gibt.
Das sehe ich auch so, aber andere Länder kann man nicht zwingen und China interessiert es momentan eben nicht, was mit der Umwelt passiert, oder mit den Menschenrechten usw. Sinnvolle Entwicklungen wären daher oftmals ein Handelsboykott oder Einfuhrverbot bestimmter Waren zum Beispiel. Aber das würde unserer Wirtschaft natürlich auch enorm schaden und müsste auch von anderen Ländern (Abnehmern) unterstützt werden.

Ergo: Klar, viele der Umweltmaßnahmen greifen zu kurz oder sind nicht sinnig, da sind wir uns einig. Aber wirklich effektive Maßnahmen bedürfen einer Weltgemeinschaft und das wird so schnell nicht funktionieren. Also, was ist deine Lösung? Zurücklehen?
 

Benutzer128822  (32)

Ist noch neu hier
Es geht um zwei verschiedene Sachen. Warum verwechselt ihr das? Man kann Plastiktüten ablehnen und deswegen verbieten. Das lehne ich ab, weil ich von Umweltschutz nichts halte. Man kann Plastiktüten teurer machen, weil man für die Armen kein Mitgefühl empfindet. Das lehne ich ab, weil es unsozial ist. Wenn jemand die Armen verachtet, soll er das aussprechen und es nicht Umweltschutz nennen. Wenn jemand Umweltschutz betreiben möchte und der Meinung ist Plastiktüten schaden der Umwelt, soll er Plastiktüten verbieten.[DOUBLEPOST=1365845127,1365844727][/DOUBLEPOST]
Ergo: Klar, viele der Umweltmaßnahmen greifen zu kurz oder sind nicht sinnig, da sind wir uns einig. Aber wirklich effektive Maßnahmen bedürfen einer Weltgemeinschaft und das wird so schnell nicht funktionieren. Also, was ist deine Lösung? Zurücklehen?

Wenn wir vom Umweltschutz überzeugt wären, würde es sich lohnen dafür Krieg zu führen. Wir führen auch in Afghanistan Krieg für Demokratie und Freiheit. Der Unterschied ist, dass wir Demokratie und Freiheit für sinnvoll halten. Über Umweltschutz denken wir das nicht.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Es geht um zwei verschiedene Sachen. Warum verwechselt ihr das? Man kann Plastiktüten ablehnen und deswegen verbieten. Das lehne ich ab, weil ich von Umweltschutz nichts halte. Man kann Plastiktüten teurer machen, weil man für die Armen kein Mitgefühl empfindet. Das lehne ich ab, weil es unsozial ist. Wenn jemand die Armen verachtet, soll er das aussprechen und es nicht Umweltschutz nennen. Wenn jemand Umweltschutz betreiben möchte und der Meinung ist Plastiktüten schaden der Umwelt, soll er Plastiktüten verbieten.
Jetzt wirst du zum barmherzigen Samariter... Aus welchem Grund ist dem Armen mehr geholfen (oder weniger geschadet), wenn du Plastiktüten verbietest, als wenn er 22ct zahlen muss wenn er eine will?
 

Benutzer128822  (32)

Ist noch neu hier
Jetzt wirst du zum barmherzigen Samariter... Aus welchem Grund ist dem Armen mehr geholfen (oder weniger geschadet), wenn du Plastiktüten verbietest, als wenn er 22ct zahlen muss wenn er eine will?
Die Frage muss andersherum gestellt werden. Ihr fordert etwas, darum müsst ihr es begründen. Warum ist der Umwelt geholfen, wenn wir mehr für Plastiktüten ausgeben?
 
D

Benutzer

Gast
Wenn wir vom Umweltschutz überzeugt wären, würde es sich lohnen dafür Krieg zu führen. Wir führen auch in Afghanistan Krieg für Demokratie und Freiheit. Der Unterschied ist, dass wir Demokratie und Freiheit für sinnvoll halten. Über Umweltschutz denken wir das nicht.

Wo führen wir denn für Demokratie und Freiheit Krieg? Wir führen Krieg im Namen von Öl, Ressourcen und Geld. Freiheit und Demokratie ist uns doch scheiß egal. In Afghanistan haben wir (unsere Freunde die USA) Jahre lang die Taliban finanziert, damit sie gegen die Russen ins Feld ziehen, wir verkaufen an zig Diktaturen, die die Menschenrechte mit Füßen treten Waffen und Panzer.

Und ich will auch definitiv nicht, dass wir für die Umwelt einen Krieg führen, ich will, dass wir bestimmte Dinge unterlassen, die die Umwelt enorm belasten aber sowas funktioniert eben nur, wenn genug Länder mitmachen und da gebe ich dir recht, das interessiert momentan eigentlich fast kein Land und wenn nur als Schaubild oder Fundament.[DOUBLEPOST=1365845699,1365845589][/DOUBLEPOST]
Die Frage muss andersherum gestellt werden. Ihr fordert etwas, darum müsst ihr es begründen. Warum ist der Umwelt geholfen, wenn wir mehr für Plastiktüten ausgeben?

Weil, der Idee nach, ein Teil des Geldes dafür gespendet wird, die Umwelt zu schützen.
Wie können ja auch gleich richtig anfangen, die Steuer auf Kerosin erhöhen, Massentierhaltung abschaffen und kein Billigprodukte aus China mehr einführen. Bin ich total dafür. :zwinker:
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Die Frage muss andersherum gestellt werden. Ihr fordert etwas, darum müsst ihr es begründen. Warum ist der Umwelt geholfen, wenn wir mehr für Plastiktüten ausgeben?
Das wurde hier schon an verschiedener Stelle argumentiert. Und du konterst damit dass man, wenn überhaupt, Plastiktüten ganz verbieten sollte. Aber was an einem Verbot besser ist als an einer Abgabe, legst du nicht dar.
 

Benutzer128822  (32)

Ist noch neu hier
Wo ist der große Unterschied, ob wir Politik für die Umwelt machen oder Krieg für die Umwelt führen?
Wenn eine Frau vergewaltigt wird und nur Nein gesagt hat, statt ein Pfefferspray dabei zu haben und zu benutzen, ist es dann keine Vergewaltigung mehr? Ist es einvernehmlicher Sex, wenn sie sich nur mit Worten wehrt?
Das ist der Unterschied zwischen Politik und Krieg. Im Krieg wehrt sie sich mit Gewalt und in der Politik mit Worten. Daraus einen großen Unterschied zu machen, ist weit hergeholt.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Die Vergleiche werden mir zu abstrus
Wo ist der große Unterschied, ob wir Politik für die Umwelt machen oder Krieg für die Umwelt führen?
Wenn eine Frau vergewaltigt wird und nur Nein gesagt hat, statt ein Pfefferspray dabei zu haben und zu benutzen, ist es dann keine Vergewaltigung mehr? Ist es einvernehmlicher Sex, wenn sie sich nur mit Worten wehrt?
Das ist der Unterschied zwischen Politik und Krieg. Im Krieg wehrt sie sich mit Gewalt und in der Politik mit Worten. Daraus einen großen Unterschied zu machen, ist weit hergeholt.
Die Vergleiche werden mir zu abstrus. I'm out.
 
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