Partnerschaft früher und heute

Benutzer94422 

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Liebe Com,

die ersten Zeilen sind immer die schwersten. Worum geht es in diesem Thema? Ist das wieder einer dieser...? Nein, ist es nicht. Die Frage, die ich mir stelle, warum machen wir es uns so schwer, gerade die Akademiker? Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen Partnerschaft und Bildung, also dass der höhere Bildungsgrad für Schwierigkeiten in der Partnerwahl sorgt?

Zugegeben, mein Beobachtungskreis ist nicht so groß, als könne man von "Flächendeckend" sprechen. Aber jetzt nur aus meiner Familie: Mein Opa hatte 8 Kinder, woraus insgesamt 23 Enkel resultierten. Der älteste Enkel ist 37, der jüngste 6. Lassen wir die Nachzöglinge weg, bleiben aber immer noch 20 potentiell in einer Partnerschaft lebende Enkel. Davon sind 12 m und 7 w. 1 m ist verheiratet + 3 Urenkel (die teilweise älter sind als meine jüngsten Cousins :grin:), der Rest aller m ist Single. Bei den w ist es genau andersrum, dort ist zwar keine verheiratet, aber alle bis auf 2 sind vergeben. Abgesehen von den jüngsten, die noch zur Schule gehen/Abi machen, sind alle bis auf 3 entweder bereits fertige, oder angehende Akademiker.

Jetzt ist es nicht so, dass man schicksalsergebend wartet, bis der/die vorbeischaut. Und es ist auch nicht so, dass wir alle unförmige Soziopathen wären - im Gegenteil, meine Cousinen würde ich doch schon als sehr sexy bezeichnen und auch meine Cousins müssen sich nicht verstecken. Und ich weiß auch, dass sich alle eine Partnerin wünschen. Da bleibt dann das obligatorische Gespräch mit den Eltern nicht aus und auch die sagen nicht: "Hey, bei uns wars früher genauso ein Krampf", nein, die sagen: "Wir verstehen gar nicht, warum ihr euch da so schwer tut".

Gut, meine Eltern und meine ältesten Onkel & Tanten kamen in einer Zeit zusammen, wo die Emanzipation noch eine Bewegung, war, die größtenteils überm großen Teich veranstaltet wurde. Lediglich meine jüngste Tante und mein jüngster Onkel sind damit großgeworden und selbst die Taten jetzt nicht den Gefallen, Probleme mit der Partnerfindung vorzutäuschen (naja, vllt. meine Tante).

Wie ist das ganze denn jetzt bei uns in der Nachbarschaft? Genau das selbe - jeder der "Alten" ist verheiratet, alle Jahrgang Nachkriegsjahr bis ca. 1960.

Wenn ich das jetzt mit meiner Facebook-Freundesliste vergleiche... 35 vergebene (wo ich teils beide Partner in der Liste habe) zu 50 Singles, also großzügig gerundet, 40 % vergeben, 60 % Singles.

Also woher kommt das? Das man Single ist, nur weil es keine Partner gibt, stimmt nicht. bei 60 % ist immer was dabei. Und wie war das? Statistisch wohnen in Hannover knapp 50 % Singles... Also was ist das Problem, wieso machen wir es uns so schwer?
 

Benutzer48617 

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Hä? Ich versteh nicht ganz, wo du den Zusammenhang zwischen fehlender Partnerschaft und Bildung konstruieren willst ...
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Eine meiner Freundinnen und ich haben uns erst neulich ausführlich darüber unterhalten.

Zum einen weiß ich, dass es Akademikerinnen schwer haben, weil viele Männer keine Partnerin wollen, die einen höheren Bildungsabschluss hat als sie selber. Das heißt die meisten Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten fallen auf einen Schlag weg.

Meine Großeltern waren keine Kinder von Traurigkeit, waren beide verliebt oder gar in Partnerschaften, hatten aber Sex miteinander und meine Oma ist schwanger geworden. Sie haben geheiratet, weil man das so machte und waren über 50 Jahre zusammen. Aber: Sie haben nicht aus Liebe geheiratet. Und das geht vielen der älteren Generation so. Außerdem ist Scheidung etwas was man einfach "nicht macht", das hat zum Beispiel die Tante meiner Freundin ihr erzählt. Die sind auch nicht alle glücklich in ihren Beziehungen, aber man lässt sich nicht Scheiden, dass gehört nicht ins Bild.

Und ich erinnere mich an eine Studie aus England die besagt, dass 57% der Frauen ihre Männer sofort verlassen würden, wenn sie es sich finaziell nur leisten könnten. Aber viele ältere Frauen sind noch abhängig von ihrem Mann.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Aaaalso :smile: hab das auch schon ausführlich mit andern besprochen... und für mich haben sich 3 Hauptpunkte herauskristallisiert, die recht gleichwertig sind, wie ich finde.

Punkt eins: tatsächlich die steigende Bildung
Frei nach Steinzeit hab ich mal gelesen, sehr hoch qualifizierte Frauen haben es schwer - und sehr niedrig qualifizierte Männer.
Sprich, aus der Gaußschen Normalverteilung fallen der Bierbäuchige Schulabbrecher und Hartz 4 empfänger raus, genauso wie die Managerin eines Weltunternehmens mit Milliardenumsatz.
Klingt für mich logisch.

Punkt 2 Immer mehr Tenzden zu Egozentrik und der Fixierung auf Verwirklichung des ganz persönlichen dauerhaften Glücks.
Steigende Egozentrik, Selbstverwirklichung, steigende ansprüche im Job, tausend Möglichkeiten, von denen man mindestens zweitausend wahrnehmen möchte... kurz, man ist oft schon völlig ausgelastet damit, sich mit sich selbst zu beschäftigen, und stellt das sehr oft auch an die erste Stelle - vor Familie und Partnerschaft.
Zweckgemeinschaften sind nicht mehr sinnvoll, Liebe und Glück gehen über alles, sobald man denkt das stimmt nicht mehr 100% trennt man sich lieber.

Punkt 3: Gesellschaftlicher Wertewandel
Außerdem denke ich, dass es heute einfach nicht mehr "notwendig" ist, in einer Partnerschaft zu leben, rein vom wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekt gesehen.
Man hat die Wahl zwischen unzähligen Modellen, ohne dann hungern zu müssen oder geächtet und exkommuniziert zu werden.

In diesem Geist wurde die Generation spätestens der achtziger erzogen, und wir erziehen unsere Kinder genauso... Wertewandel nicht ausgeschlossen.
Früher "gehörte es sich einfach" verheiratet zu sein, und Scheidung ging nicht, was sollen denn die Leute sagen. Viele aus der Generation meiner Eltern wären niemals so lange zusammen geblieben, wenn die gesellschaftlichen Konventionen nicht gewesen wären, wie sie waren.

Fazit:
Für mich als Vollblut Beziehungsgegnerin stellen das sehr sinnvolle Entwicklungen dar, und ich sehe darin die größten Säulen für eine sinkende Zahl derer, die in festen, monogamen, langen Beziehungen leben.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Für mich als Vollblutbeziehungsfreund ist diese Entwicklung auch großes Glück :zwinker:
Egal wie man es dreht, man hat Freiheiten. Auch wenn viele Menschen sich nichts sehnlicher Wünschen als dass die Welt in Schwarz und Weiss einteilbar ist und sich gerne Regeln von irgendwelchen Sekten, Esoterikern oder anderen Gestalten aufschwatzen lassen, weil sie meinen damit die Freiheit eingrenzen können und die Welt ja garnicht so kompliziert ist.

Ich habe keine Angst vor diesen Freiheiten. Im Gegenteil, wenn ich sogar noch intelligent genug bin, nicht das nächstbeste zu nehmen und mir 24 Stunden am Tag einreden zu müssen, dass alles eitel Sonnenschein ist, dann habe ich doch eher was gewonnen...

Mathematisch / logisch) hochintelligenten Menschen mögen häufiger schierigkeiten haben, da es oft so ist, dass diese Menschen die soziale Intelligenz nicht mit Löffeln gefressen haben. Trotzdem schließt die eine Intelligenz die andere nicht aus.

Vielleicht liegt dein Problem doch irgendwo anders begraben...
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen Partnerschaft und Bildung, also dass der höhere Bildungsgrad für Schwierigkeiten in der Partnerwahl sorgt?

Wenn der gebildetere Partner auf den anderen herunterblickt und seinen höheren Bildungsgrad bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit raushängen lässt, dann sicherlich.
Einfacher wird's, wenn sich beide, unabhängig vom Bildungsgrad, auf Augenhöhe begegnen können, ohne sich zu verbiegen.

Weitere Argumente zu früher wurden ja schon genannt. Abgesehen davon, dass die Frauen nach dem Krieg erstmal nehmen mussten, was noch da war und die Ostfront überlebt hat - mal etwas krasser ausgedrückt.

Frei nach Steinzeit hab ich mal gelesen, sehr hoch qualifizierte Frauen haben es schwer - und sehr niedrig qualifizierte Männer.

Das hat Dr. Eckard von Hirschhausen mal erklärt: Männer suchen sich Frauen, die dümmer sind als sie. Damit fallen die klügsten Frauen und die dümmsten Männer raus. (Wer das nicht nachvollziehen kann, muss Single sein... :grin:)

kurz, man ist oft schon völlig ausgelastet damit, sich mit sich selbst zu beschäftigen, und stellt das sehr oft auch an die erste Stelle - vor Familie und Partnerschaft.

Zumindest in dem Zeitrahmen, in dem man selbst "leben" und sich nicht durch private Zwänge einschränken lassen will. Mit Kind und Kegel reist es sich eben schlechter als alleine. Wer Familie hat, kann nicht hemmungslos saufen und ficken.
Und dann, wenn die Zeit kommt, da der Familiensinn doch über das Solosein und lose Bindungen siegt (und man von den verpaarten Freunden mitleidig angeguckt wird, wenn man als überzeugter Single unterwegs ist), verengt sich die Zahl der Kandidatinnen allein aus biologischen Gründen, aber auch aus beziehungstaktischen (vom ersten Kuss bis zum ersten Kind dauert's dann doch meist wenigstens zwei bis drei Jahre, bis eine Beziehung entsprechend gefestigt ist).

Für mich als Vollblut Beziehungsgegnerin stellen das sehr sinnvolle Entwicklungen dar, und ich sehe darin die größten Säulen für eine sinkende Zahl derer, die in festen, monogamen, langen Beziehungen leben.

Lass mich raten: Du glaubst, dass Du mit Riestern einen schönen Lebensabend haben wirst... ? :link:
 
S

Benutzer

Gast
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Dumm fickt gut.... Demenstprechend findet die untere Bildungsschicht schnell neue Opfer. Und Akademiker diskutieren alles ins kleinste als einfach mal zu machen... Offenbar fehlt mir die Bildung um das "Problem" zu verstehen. Vorallem im Zusammenhang mit Akademiker. Nach wie vor sind wir alle Menschen mit gründsätzlich den gleichen Eigenschaften.
 

Benutzer65590 

Beiträge füllen Bücher
Zwei Gedanken dazu. Erstens, der "Single" ist eine neue, in Zügen postbürgerliche Lebensform, die es zur zeit unserer Großeltern einfach noch nicht in der Masse gab. Insofern ist es irreführend , unsere Generation mit der Generation 1920 zu vergleichen.
Historischer Abriss: ich sage damit nicht, dass wir Kinder des späten 20. Jahrhunderts die erste Generation der westlichen Kultur sind, die nicht mehr mit 20 heiraten. Tatsächlich ist ein spätes Heiratsalter oder gar der lebenslange Verzicht auf eine formelle Ehe für unsere Kultur nicht untypisch, was aber in der Vormoderne zumeist wirtschaftliche Gründe hatte. Der soziale Zwang, aber auch die flächendeckende Möglichkeit zur Ehe, das ist, wie so vieles, ein Produkt des bürgerlichen Zeitalters.

Allerdings ist wirklich neu am "Single", dass er seinen ehelosen Zustand nicht unbedingt als Übergang, sondern eben als Lebensform begreift. Das Ziel des Single ist nicht unbedingt das schnellstmögliche Eingehen einer monogamen Ewigkeitsbeziehung - möglicherweise kultiviert er das Alleinleben, akzeptiert wechselnde Beziehungen, sucht sie vielleicht sogar. Kurz, nicht jeder Single will sich ewig binden.

Insofern sollte man den Single nicht nur nicht an den Realitäten von 1920 messen, sondern auch nicht an der Mentalität. Die Ehe ist nicht das Maß aller Dinge; der Single von heute ist eine vollkommen gleichberechtigte Lebensform.

Und zweitens: ich glaube nicht, dass man "Akademiker sein" und "anspruchsvoller sein" (beziehungsweise implizit: "aufgrund der eigenen Qualität mehr Anspruch haben") automatisch miteinander verbinden muss. Das ist so ein Klassendenken. - Tatsächlich ist der Besuch einer Uni doch heutzutage nur ein Fortbildungsschritt unter vielen; extrem viele junge Leute qualifizieren sich genausogut über Fachausbildungen, Fachhochschule oder Spezialistenausbildungen weiter.
Tatsächlich hängt der eigene Anspruch in Beziehungsdingen doch mit dem eigenen Charakter zusammen. Salopp gesagt: ich hab` einen Kumpel, der ist Doktor der Biologie und fickt alles, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Begründung: "Macht Spaß". Ansonsten übrigens ein Zeitgenosse mit erlesenem Geschmack. - Auf der anderen Seite kenne ich einen, der ist Bauleiter, und der ist bei Frauen so unfassbar pingelig, dass es fast schon unerträglich ist. Ansonsten ein vollkommen unkomplizierter Mensch, der gerne mal zwei verschiedene Socken anzieht und an Autos pinkelt.

Fazit: es ist heute vielleicht etwas komplizierter mit dem Beziehungskram als "früher". Warum? Weil die Gesellschaft nicht mehr so viel für einen entscheidet. Es gibt mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Das ist natürlich einerseits `ne tolle Sache, aber andererseits eben auch geeignet, alles schwieriger zu machen. Der Mensch als soziales Tier funktioniert einfacher, wenn er gruppendynamische Automatismen befolgen kann, sprich: wenn er sich verhält wie alle. Alle heiraten, also heirate ich auch; das macht alle glücklich, und mich auch, denn ich erfülle die Erwartung. Zur Erlangung dieses Glücksgefühls sehe ich (und meine potentielle Partnerin) über gewissen Probleme hinweg. Spätfolge: unglückliche Ehe. Aber Hauptsache alle Konventionen erfüllt.

Denn ich weiß ja nicht, wie das bei euch war: aber ich habe die Ehen meiner Großeltern und sogar noch die meiner Eltern-, Onkel- und Tantengeneration, die allesamt letztendlich aus Konvention geschlossen wurden, am Ende als extrem unglücklich empfunden - aber die Scheidung wollte keiner, weil, das macht man ja nicht.

Da nehme ich doch lieber die unsichere, aber dafür freie Beziehungsform - beziehungsweise: die Beziehungsformen - der Jetztzeit. Allerdings macht man sich vielleicht unnötig unglücklich, wenn man auch heutzutage noch all das, was man beziehungstechnisch tut, am Idealbild der bürgerlichen Liebesehe und Ewigbeziehung misst. Denn wenn man mal genauer hinschaut: die gibt es eigentlich gar nicht so wirklich.

Und das sage ich als jemand, der sich neulich verlobt hat :zwinker:
 

Benutzer68775  (36)

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Lass mich raten: Du glaubst, dass Du mit Riestern einen schönen Lebensabend haben wirst... ? :link:

Ich dachte da dann eher an meine 47 Katzen und die Eulen :tongue:

Off-Topic:
mann mann mann, immer das selbe... Wie, dein Endziel is nicht die glückliche Familie? *puresunverständnis dannerleuchtung* aaaah, du hast sicher noch nicht den richtigen Mann getroffen!
Sonst müsstest du ja gern allein bleiben wollen, das kann doch niemand wollen :rolleyes: jaaa man verliert etwas die Geduld mit den Erklärungen, warum man NICHT dran glaubt Beziehungen seien der wahre Weg zum Glück^^
 

Benutzer101597  (63)

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Mein Bildungsstand macht es mir auch schwer.
Ich hab gelernt mein Wäsche zu waschen, mir was zu kochen, meine Wohnung zu putzen, und mein Geld zu verdienen.
Daher fallen bei mir viele Gründe weg, warum andere Männer eine Frau brauchen:smile:
 

Benutzer77893 

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mann mann mann, immer das selbe... Wie, dein Endziel is nicht die glückliche Familie? *puresunverständnis dannerleuchtung* aaaah, du hast sicher noch nicht den richtigen Mann getroffen!
Sonst müsstest du ja gern allein bleiben wollen, das kann doch niemand wollen :rolleyes: jaaa man verliert etwas die Geduld mit den Erklärungen, warum man NICHT dran glaubt Beziehungen seien der wahre Weg zum Glück^^

Nun gut dann magst du Beziehungslos glücklich werden, aber du kannst doch nicht im ernst meinen, dass es eine gute Entwicklung ist, oder?
Sind die Familien so zu wieder?
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Nun gut dann magst du Beziehungslos glücklich werden, aber du kannst doch nicht im ernst meinen, dass es eine gute Entwicklung ist, oder?
Sind die Familien so zu wieder?

Ich glaube in der Tat, dass die Vervielfältigung der Möglichkeiten sich ein Lebens- und Beziehungsmodell auzusuchen das zu einem passt, ohne übertriebene gesellschaftliche Vorgaben eine positive Entwicklung ist.

Zuwider klingt so allgemein ablehnend und verteufelnd^^ Mir ist es schnuppe was die andern machen, so lange sie mich machen lassen was ich will. Einige meiner besten Freunde gründen grade Familien, ich hab sie trotzdem lieb.

Ich strebe nur keine eigene an, weil ich mir im Moment nicht vorstellen kann, dass mich das glücklich macht. Was ist jetzt daran so verwerflich, dass immer Gründe dafür was mit mir nicht stimmt gesucht werden müssen? :rolleyes:

Und ja, ich verfalle dem Trend zur Egozentrik, ist mir vollkommen bewusst :smile:
 

Benutzer94422 

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Ich werd auch noch meine Stellung dazu beziehen, befinde mich grad aber auf Elternvisite. Möchte aber an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich gegen einen Kleinkrieg der Pro- und Contrafamilien-Partei bin. Diskutiert darüber, aber bleibt sachlich (ich wittere Flames)
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Mal abgesehen von dem bereits erwähnten historisch neuen und mittlerweile halbwegs etablierten Lebensmodell des Singles und dem "die Ehe ist nicht das Maß aller Dinge", was zu genüge angesprochen wurde, ist die Frage von Dark glaube ich eine andere:

Wenn es wirklich so wäre, dass das Singledasein gewollt und als erstrebenswerte Lebensform betrachtet wird, warum gibt es dann noch immer so viele unglückliche Singles? Dark schreibt ja, dass sich die Singles in seiner Familie durchaus nach einem Partner sehnen aber keinen finden - trotz nicht verkennbarer Auswahl!

Und das ist schon eine merkwürdige Entwicklung, die ich ebenfalls bestätigen kann, auch was das Bildungsniveau anbelangt. Da sind Akademiker doch irgendwie so bindungsfreudig wie Edelgase: es passiert nichts, außer vielleicht ein wenig Gejammer. Woher das kommt, ist eine schwierige Frage, die ich auch nicht zu beantworten wage. Ich mache mir aber auch so meine Gedanken:

Mir kommt es häufig so vor - und das kann ich auch an meinen Umfeld beobachten - dass von den suchenden unglücklichen Singles meistens extrem hohe Erwartungen an die Partner gestellt werden und wenig Kompromissbereitschaft besteht. Es wird verkrampft versucht, andere Menschen in die eigene Wunschform zu pressen, was bei fortgeschrittener Individualisierung nicht mehr funktioniert. So wie man heutzutage massig Zeit darin investiert, Smartphones und Tarife miteinander zu vergleichen um als ach so kluger Akademiker auch ja das optimale Modell zu ermitteln, so wird das auch mit der Partnerwahl betrieben: da will man mittlerweile nicht mehr einfach einen netten Freund oder eine nette Freundin, sondern da muss das Modell kompromisslos alles bieten können: Schönheit, Wortwitz, Intelligenz und Granate im Bett. Und darauf will man auch nicht warten - das muss sofort alles klappen. Und da wird die Luft dünn: Gesamtkunstwerke gibt es nämlich nicht so viele, wie verzweifelte Singles und noch weniger kommt man an eins, da diese natürlich begehrt und sich diesem Faktum aufgrund ihrer Intelligenz auch noch bewusst sind.

Daraus kann man jetzt vieles ableiten, was ich eigentlich überhaupt nicht ableiten mag. Ich will überhaupt nicht andeuten, dass die Menschen mal nicht so hohe Ansprüche stellen sollten. Ich meine, wer wäre ich? Ich mache das ja selbst... :grin:

Ich glaube aber, Menschen lassen sich mit ihren Vorstellungen und Wünschen in dieser Sache gegenseitig sehr alleine und viele Probleme kommen daher, dass einfach Orientierungslosigkeit darüber besteht, was der Mensch konkret von der Liebe zu erwarten und für sein Leben zu hoffen hat.
 

Benutzer77893 

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Ich glaube in der Tat, dass die Vervielfältigung der Möglichkeiten sich ein Lebens- und Beziehungsmodell auzusuchen das zu einem passt, ohne übertriebene gesellschaftliche Vorgaben eine positive Entwicklung ist.

Das Lebensmodell konnte man damals wie auch heute frei wählen. Ja für Frauen ist es heutzutage noch leichter geworden und das ist auch gut so!

Aber der Trend vieler Frau, aber auch vieler Männer zu Egozentrik ist keine positive! Außerdem scheint gerade der Bildungsstand die Egozentrik zu fördern...


Und ja, ich verfalle dem Trend zur Egozentrik, ist mir vollkommen bewusst :smile:

Und diesen Trend findest du auch noch gut? Nur wegen deiner kostbaren Freiheit?! Wenn alles so denken würden, würde die folge sein das man einander nicht mal mehr hilft... Willst du in einer Gesellschaft leben die im Grund kein mehr ist, denn wenn jeder sich selbst der nächst ist, ist man am Ende schnell ganz alleine. Klar die ONS etc. die aus puren Egoismus noch zu Stande kommen, also auf Sex muss man vielleicht nicht verzichten, aber Freundschaften haben dann auch keine Berechtigungen mehr...

Willst du in so einer Welt leben? Ich nicht...

Ob man nun ein Leben lang für immer eine Partnerschaft eingeht, dass steht auf ein ganz anderes Blatt! Aber in einer Welt in der nur Egozentrik existiert ist es nicht schön zu leben. Ich will damit auch nicht deine Vorstellung ändern du darfst und sollst auch so Leben wie du willst. Aber die Entwicklung das jeder nur noch auf Egozentrik aus ist, kannst du nicht gut heißen!
 

Benutzer68775  (36)

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Ich glaube aber, Menschen lassen sich mit ihren Vorstellungen und Wünschen in dieser Sache gegenseitig sehr alleine und viele Probleme kommen daher, dass einfach Orientierungslosigkeit darüber besteht, was der Mensch konkret von der Liebe zu erwarten und für sein Leben zu hoffen hat.

Das meinte ich mit der Aussage, dass an die Liebe an sich übersteigerte Erwartungen genährt werden, und man sich trennt, sobald diese nicht mehr erfüllt werden, da es sicherlich noch was Besseres gibt, wo alles einfach so funktioniert.
Liebe wird meines Empfindens nach mehr und mehr auf die Verliebtheit reduziert.
Beobachtung ganz ohne Bewertung.

Vielleicht sind es nicht die Ansprüche an potentielle Partner, die es schwieriger machen, sondern die Ansprüche an die Partnerschaft und damit an die Liebe an sich?

Ich für mich kann sagen, so gern ich Single bin, wenn ich ihn backen könnte, würd ich vermutlich auch, zeitweise, nicht nein sagen :zwinker:
Aber in der Realität beschränken sich meine Ansprüche auf "ich muss verliebt sein und wir müssen Freunde sein" - das beinhaltet alles :smile:
Da mir das verlieben so schwer fällt und das Single sein ziemlich verlockend einfach ist... siehe bereits genanntes Ergebnis.
 

Benutzer77893 

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Mal abgesehen von dem bereits erwähnten historisch neuen und mittlerweile halbwegs etablierten Lebensmodell des Singles und dem "die Ehe ist nicht das Maß aller Dinge", was zu genüge angesprochen wurde, ist die Frage von Dark glaube ich eine andere:

Ich habe sehr wohl verstanden wie die Fragestellung ist! Und ich will ausdrücklich nochmal darauf hinweisen das ich hier niemanden "Flame" wenn er Singel bleiben möchte! Aber die Begründung das aus Egozentrik zu tun, kann ich nicht gut heißen...

Wenn es wirklich so wäre, dass das Singledasein gewollt und als erstrebenswerte Lebensform betrachtet wird, warum gibt es dann noch immer so viele unglückliche Singles? Dark schreibt ja, dass sich die Singles in seiner Familie durchaus nach einem Partner sehnen aber keinen finden - trotz nicht verkennbarer Auswahl!

Und damit sind wir wieder beim Thema. Denn warum soviel unglücklich Singel sind, hat glaub ich damit auch was zu tun. Denn viele sehnen sich nach nähe oder Partnerschaft bekommen sie aber selten, eben auch aus Gründen der Egozentrik. Denn die Überzeugungen beißen sich gegenseitig ein wenig.
In einer Gesellschaft, in der ganz klar ist, wonach jeder sucht, wäre das ganze kein Problem....
Das ist sicherlich nur einer der vielen Gründe, wieso es immer mehr unglücklich Singel gibt, aber es liegt auch eben an der Transparenz.

Und das ist schon eine merkwürdige Entwicklung, die ich ebenfalls bestätigen kann, auch was das Bildungsniveau anbelangt. Da sind Akademiker doch irgendwie so bindungsfreudig wie Edelgase: es passiert nichts, außer vielleicht ein wenig Gejammer. Woher das kommt, ist eine schwierige Frage, die ich auch nicht zu beantworten wage. Ich mache mir aber auch so meine Gedanken:

Nun einmal das es weniger Gemeinsamkeit mit der Norm gibt, aber auch das sich Ansprüche durch das Bildungsniveau dementsprechend auch erhöhen. Und vor allem weil die Zeit durch ein andere Zielsetzung fehlt. Wenn für einen die Karriere und Familie sehr wichtig sind, dann sind das leider zwei Sachen, die sehr schwer unter einem Hut zu bekommen sind.

..., sondern da muss das Modell kompromisslos alles bieten können: Schönheit, Wortwitz, Intelligenz und Granate im Bett. Und darauf will man auch nicht warten - das muss sofort alles klappen. Und da wird die Luft dünn: Gesamtkunstwerke gibt es nämlich nicht so viele, wie verzweifelte Singles und noch weniger kommt man an eins, da diese natürlich begehrt und sich diesem Faktum aufgrund ihrer Intelligenz auch noch bewusst sind.

Eben ist aber auch neu einer der vielen Gründe.

Ich glaube aber, Menschen lassen sich mit ihren Vorstellungen und Wünschen in dieser Sache gegenseitig sehr alleine und viele Probleme kommen daher, dass einfach Orientierungslosigkeit darüber besteht, was der Mensch konkret von der Liebe zu erwarten und für sein Leben zu hoffen hat.

Und dann sind wir wieder bei der Egozentrik und zur fehlender Transparenz....

---------- Beitrag hinzugefügt um 13:30 -----------

Ich für mich kann sagen, so gern ich Single bin, wenn ich ihn backen könnte, würd ich vermutlich auch, zeitweise, nicht nein sagen :zwinker:
Aber in der Realität beschränken sich meine Ansprüche auf "ich muss verliebt sein und wir müssen Freunde sein" - das beinhaltet alles :smile:
Da mir das verlieben so schwer fällt und das Single sein ziemlich verlockend einfach ist... siehe bereits genanntes Ergebnis.

Fehlt dann nicht einfach die Kompromissbereitschaft???
 

Benutzer68775  (36)

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Fehlt dann nicht einfach die Kompromissbereitschaft???

Jap, ganz eindeutig. Aber mal ehrlich, wozu soll man einen Kompromiss eingehen, wenn einem nicht etwas fehlt, das man nur haben kann, wenn man eben jenen Kompromiss eingeht?

Ich sehe den Rechtfertigungsgrund einfach nicht so ganz. aus welchen Gründen, außer den egoistischen, sollte man denn freiwillig Single sein?

Beispiel ganz grob:
Alle Freunde sagen Birnen sind total toll, und Äpfel irgendwie komisch. Kann man zwar essen, aber man nimmt doch lieber die Birnen, die fehlen doch auch total sonst.
Man selbst stellt aber fest eigentlich mag man beides ganz gern, je nach Lust, mal das eine mal das andere lieber... aber eigentlich sagen einem Äpfel aus vernünftigen Gründen dann doch mehr zu, weil sie nicht so gatschig sind, man sich nicht einsaut und danach alles klebt etc.
Wieso soll man dann diesen Kompromiss eingehen müssen? aus welchen Grund genau?
Man mag ja Birnen schon ganz gern, aber sie zeigen einfach mehr Nachteile als Äpfel, die man wirklich gerne mag, und die einem auch so absolut reichen würden.
Isst man dann nicht einfach öfter und lieber Äpfel und die Birne muss ganz besonders süß und saftig sein, damit man denkt, naja, dann zieh ich eben das Shirt aus und dusch danach?

Ist die Analogie erkenntlich?
Preisfrage, was sind Äpfel, was sind Birnen :zwinker:
 

Benutzer77893 

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Jap, ganz eindeutig. Aber mal ehrlich, wozu soll man einen Kompromiss eingehen, wenn einem nicht etwas fehlt, das man nur haben kann, wenn man eben jenen Kompromiss eingeht?

Nun aber das scheint ja nicht der Fall zu sein, denn es gibt halt zunehmend unglücklich Singles! Und das war doch auch die Frage?!

Ich sehe den Rechtfertigungsgrund einfach nicht so ganz. aus welchen Gründen, außer den egoistischen, sollte man denn freiwillig Single sein?

Sehe ich ja auch so, aber das ganze widerspricht sich etwas und vor allem beißt es Partnerschaften.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Die Frage war glaub ich, zusammengefasst, wo die Unterschiede liegen, dass es heute schwerer zu fallen scheint, passende Partner zu finden im Vergleich mit ein, zwei Generationen früher. Mein ertser Beitrag hat die nach meiner Meinung zu Grunde liegenden Wandel durchnummeriert :zwinker: Du hast nach Berwertungen dieser Entwicklungen gefragt und ich hab geantwortet - und wir scheinen es eben unterschiedlich zu bewerten, was absolutkein Problem ist :smile:
 
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