Partner ist depressiv

Benutzer148661 

Ist noch neu hier
Hallo ihr Lieben,

ich muss unbedingt meinen "Kummer" loswerden.

Ich habe einen wunderbaren Mann kennengelernt.
Wir verstehen uns blendend. Verbrachten viel Zeit miteinander und alles lief super. So, wie ich es mir immer gewünscht habe.

Vor kurzen wurde er dann komisch und ich hab ihn drauf angesprochen.
Er meinte er steht kurz vor einer Depression. Er erzählte mir, dass er dies schonmal in der Form hatte. Er fühle sich leer, scheut sich aber (noch) vor einer Therapie. Ich habe dafür Verständnis gezeigt und meinte ich bin für ihn da. Jedoch gibt es Tage, da kapselt er sich total ab und ich denke sofort er will mich verlassen (Ich habe dahingehend auch einen ziemlichen Klatsch weg muss ich dazu sagen).

Als er wieder bei mir war meinte er, er ist gerne bei mir und war auch sehr lieb zu mir, aber ich komme mit diesem zeitweisen Schweigen seinerseits nicht richtig zurecht. Natürlich geht es in erster Linie um IHN. Ich möchte ihm helfen, aber ich bin derzeit mit der Situation etwas nun ja nicht überfordert, aber ich kenne sowas in der Form nicht.

Ich muss dazu sagen, dass ich selbst ein recht "schwacher" Mensch bin. Ich komme mit Abweisungen nicht klar und gehe ständig vom Schlimmsten aus. Es fällt mir auch schwer abzuschalten. Ich denke oft über ihn bzw. die Situation nach. Wie ich ihm helfen kann, ob und wann ich ihn in Ruhe lassen soll, ob ich auf IHN zugegehen soll und und und....

Ich weiß, dass niemand von euch eine ultimative Lösung hat, aber vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir im besten Falle "gut zureden" :sorry: Ich weiß derzeit einfach nicht wie ich mich am besten verhalten soll.
 

Benutzer152140  (32)

Klickt sich gerne rein
Ich weiß, dass niemand von euch eine ultimative Lösung hat

Die ultimative Lösung bezweifle ich auch zu kennen.
Aber ich denke, es wäre ein großer und wichtiger Schritt, es wenigstens mal zu versuchen, in professionelle Betreuung zu gehen. Wenn das nichts bringt oder ihm nicht zusagt, kann er's ja auch wieder sein lassen. Aber besser früher diesen Schritt machen, als später. Am Ende verliert er dich dadurch noch, dann geht es ihm bestimmt noch viel schlechter...

Ich muss dazu sagen, dass ich selbst ein recht "schwacher" Mensch bin.

Ich habe schon öfter aus dem Bekanntenkreis gehört, dass solche Dinge am Ende dann nicht nur einen Menschen, sondern gleich mehrere dauerhaft belastet haben. Und wenn du schon sagst, du schätzt dich persönlich auch eher schwach ein, würde ich umso mehr den Versuch machen, damit an jemanden heranzutreten, der sich auf dem Gebiet auskennt.
 

Benutzer146984 

Meistens hier zu finden
bei einer Depression ist es normal, dass der Erkrankte sich abkapselt und nicht mehr von allein die Kraft hat sich zu helfen. Insofern kann ich dir also schonmal die Sorge nehmen, dass er schweigt, weil er mit dir nichts mehr zu tun haben will.
Um ihm zu helfen solltest du ihn mMn darin bestärken sich professionelle HIlfe zu suchen. Ob er noch nicht die Notwendigkeit sieht oder es nicht mehr von allein schafft, würde ich als nicht sicher erachten.

Ich habe eine Freundin, die immer mal wieder sowohl manische als auch depressive Schübe hat. Bei ihr habe ich gelernt, dass es v.a. wichtig ist, dass man unvoreingenommen ist gegenüber der Sache und zuhört. Keine sinnlosen Ratschläge oder Vorwürfe wie "mei bist du schwach, stell dich nicht so an".
Wichtig ist auch, dass man dem Patienten nicht zeigt "kuck mal, die Welt ist so schön. Lach doch mal, dann geht es dir besser." Er kann ja in dem Moment gar nicht das Schöne sehen, ihm diese Unfähigkeit auch noch extra vorzuführen ist wenig hilfreich.
Spaziergänge an der frischen Luft und sportliche Betätigung sind Sachen, die helfen und zu denen du ihn eventuell animieren kannst. Abgesehen davon gibt es meines Wissens wenig Hausfrauenrezepte.

Depression ist eine Krankheit. Und ein entsprechender Facharzt kann nicht nur ihm helfen sondern dir sicher auch bessere Ratschläge zum Umgang mit deinem Partner geben, als wir hier das können.
 

Benutzer148661 

Ist noch neu hier
Vielen Dank erstmal für eure Worte.


Spaziergänge an der frischen Luft und sportliche Betätigung sind Sachen, die helfen und zu denen du ihn eventuell animieren kannst. Abgesehen davon gibt es meines Wissens wenig Hausfrauenrezepte.

Depression ist eine Krankheit. Und ein entsprechender Facharzt kann nicht nur ihm helfen sondern dir sicher auch bessere Ratschläge zum Umgang mit deinem Partner geben, als wir hier das können.

Durch meinen Hund sind wir sogar "gezwungen" das Haus zu verlassen. Da mein Partner ansich ein richtiger Naturbursche ist, kann ich ihn dazu immer sehr gut animieren und bin immer heilfroh das er sich dazu wirklich immer aufrafft.

Das am Ende nur professionelle Unterstützung hilft ist mir bewusst. Ich werde ihn in einem passenden Moment darauf ansprechen. Ich bin schon froh, dass er sich mir gegenüber überhaupt öffnet.

Aber heute musste es einfach mal raus. Sich das einfach mal von der Seele reden tat mir gut.

Ich hoffe wo bekommen das hin...
 

Benutzer109511  (28)

Planet-Liebe Berühmtheit
Lavendel0815 Lavendel0815 hat in ihrem sehr guten Beitrag eigentlich schon alles gesagt.
Ich wünsche euch beiden viel Kraft, um die Lage zu meistern. :knuddel:
Für euch beide ist das keine einfache Situation, das weiß ich aus Erfahrung (bin sowohl selber depressiv erkrankt als auch betroffen durch depressive Erkrankung im nahen Umfeld).

Wichtig ist vor allem, dass dein Freund sich traut, sich Unterstützung zu suchen und sich helfen zu lassen. Alleine kommt man aus einer Depression nämlich normalerweise nicht mehr raus.
Und wichtig für dich ist es, sein Verhalten nicht persönlich zu nehmen, denn es hat nichts mit dir zu tun.
Zudem musst du aufpassen, dich nicht selber zu überfordern. Nimm dir auch immer genug Zeit für dich, sodass du Kraft tanken und entspannen kannst. In so einer schwierigen Zeit ist das immens wichtig.
 
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