Partner akzeptiert Trennung nicht

bildertage_44
Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #1
Ihr Lieben,
ich brauche Euren Rat.
Mein Bauchgefühl zieht gerade ganz klare Grenzen, aber mein Verstand hinterfragt, zweifelt und hat Angst, etwas falsch zu machen.

Möglichst kurz zusammengefasst:

Wir sind seit 15 Jahren zusammen, gemeinsame Firmen, die sich allerdings seit fast 10 Jahren mehr oder weniger in der Krise befinden - dh wir manövrieren uns seitdem durch einen Alltag voller wirtschaftlicher/beruflicher Sorgen. Zeitgleich zu den Sorgen kam unsere Tochter (10J) zur Welt, das quasi liebste und sorgenfreieste Kind überhaupt.
Zu diesem Zeitpunkt kauften wir auch ein altes Haus, das wir in den letzten Jahren mit viel Ärger und viel Geld renovierten.

Wir waren also permanentem Druck von außen ausgesetzt, dennoch schafften wir uns im Inneren zumindest mit unserer Tochter einen Alltag, der schön und liebevoll war.

Ich merkte dennoch immer wieder, dass ich mich nicht angekommen fühlte, tlw auch für andere Männerkontakte offen war (ausgesprochen in der Beziehung, ohne Betrügen).

Der Zustand der Anspannung stieg in den letzten Jahren immer mehr, es kam zu einigen unschönen streitsituationen, in denen ich mich völlig unverstanden gefühlt habe.

Das nahm in letzter Zeit zu und während ich normalerweise geschwiegen habe, gab ich vor 3 Monaten Kontra und nahm eine Eskalation in Kauf. Er beschimpfte mich wüst, was ich bis heute nicht verwunden habe. Ich sagte ihm dann im Streit dass ich mich trennen werde. Das war so nie geplant, aber ich fühlte mich von ihm überhaupt nicht respektiert.

Ich spürte dass ich mich schützen muss und nahm mir, vorsorglich, eine Wohnung im Nachbarort. Ich erzählte es ihm und sagte, dass ich Abstand brauche, dass ich diesen Ort als Rückzugsort für mich haben möchte und dass wir es so handhaben können, dass unsere Tochter es erstmal nicht mitbekommt (Büronutzung, tagsüber)

Es folgten - seitdem - Wochen der Gespräche und Streits, in denen er mich unter anderem an den Handgelenken festhielt und mir den Mund zuhielt. Ich war völlig in Panik, er hat sich zwar entschuldigt, aber immer wieder relativiert ('vielleicht ist das, was du tust, viel schlimmer', 'das war eine Schutzmassnahme').

Wir drehen uns im Kreis mit Diskussionen, ich habe unsere Kommunikation in der Beziehung als Marker ausgemacht - ich hatte ihm sowohl vor 12 Jahren als auch vor 5 Jahren in Briefen geschrieben, dass er meine Gefühle nicht respektiert, dass unsere Gespräche nicht verbindend sind und dass ich das Gefühl habe, ich bin für ihn nie genug.

Er lässt all das jetzt nicht gelten als (schleichenden bzw. akuten) Trennungsgrund. Er bezichtigt mich als Verräterin, als Schuldige, und sagt, dass ich ihm noch eine Chance geben 'muss'. Ich würde unsere Familie und das Leben unserer Tochter zerstören.

Ich habe ihm nun schon mehrmals gesagt, dass ich keinen Weg zurück sehe, dass ich ihm nicht mehr vertraue , dass ich ihn nicht mehr liebe und die Trennung möchte. Aber er akzeptiert es einfach nicht und beharrt auf Gesprächen und Versuchen, die ich schuldig wäre. Ich kann nicht mehr. Ich will das Leben unserer Tochter nicht zerstören, aber ich will nicht mehr.
Ich habe ihn gebeten, er soll drüber nachdenken ob wir unserer Tochter gemeinsam sagen, was los ist oder ob ich das alleine tue. Aber er negiert es völlig und will mich scheinbar so zwingen, zu bleiben oder eben mit dem Kopf durch die Wand zu gehen.

Ich habe ihm gesagt, ich werde nie schlecht über ihn sprechen, aber ich würde gerne im Konsens gegenüber unserer Tochter handeln. Aber das scheint nicht möglich zu sein.

Er wirft mir vor, dass ich nicht gesagt hätte, wie schlimm es um uns steht. Den Vorwurf verstehe ich einerseits, allerdings lässt er damit außer Acht, dass eben die Beziehungskommunikation schon lange nicht intakt war und durch den äußeren Druck auch gar nicht stattgefunden hat.

Ich will nicht mit dem Kopf durch die Wand. Und ich will unserer Tochter auch nicht schaden. Aber ich kann und will nicht mehr weitermachen. Ist so gerechtfertigt oder bin ich etwas schuldig? Bitte fragt gerne nach, es ist unmöglich alles in einen kurzen Post zusammenzufassen.

Danke!
 
AK3
Benutzer191142  (43) Öfter im Forum
  • #2
Du zerstörst das Leben eurer Tochter nicht, wenn du dich trennst. Punkt!
Lass dir das nicht einreden.

Kinder sind clever. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie bereits jetzt etwas mitbekommt, zumindest ahnt. Und zudem unter euren Streitigkeiten leidet. Auf eine gewisse Weise wird sie sich dafür mit verantwortlich fühlen. Was natürlich nichts mit ihr zu tun hat.

Handgreiflichkeiten gehen gar nicht. Und es ist nicht deine Schuld, wenn er derart reagiert. Dafür ist er verantwortlich.

Ich finde, dass du den richtigen Schritt gemacht hast und dir Trennung ausgesprochen. An deiner Stelle würde ich mit der Tochter in die Wohnung ziehen. Ihm sagen, dass du auf diese Weise nicht mehr weitermachen willst und das Fortführen der Beziehung nicht als sinnvoll siehst. Mehr ihm deutlich, dass sein Verhalten unangebracht ist und dich nur weiter von ihm entfernt.

Du brauchst dringend Abstand vom ihm und hole dir bitte Hilfe, z.b. beim weißen Ring.

Es klingt nach einer sehr ungesunden Situation. Aber du bist nicht alleine und du musst nicht alleine da durch.
 
Fantasy.
Benutzer172046  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #3
Du bist es allerhöchstens deiner Tochter schuldig, ihr beizubringen, dass man nicht in einer Beziehung bleiben muss, die einem nicht guttut. Du bist es ihr und dir selbst schuldig, euch vor weiteren Handgreiflichkeiten zu schützen.

Bei allen Entscheidungen zwischen zwei Menschen gilt die härtere Grenze. Wer zuerst nein sagt, legt fest, wo das Ende liegt. Du hast Nein gesagt, du hast deine Grenze erreicht, er noch nicht. Da gibt es keinen Kompromiss, deine Grenze gilt.
Und anstatt zu versuchen, zu verstehen, wieso du hier den Schlussstrich ziehst, versucht er psychisch wie physisch, diese Grenze zu überschreiten. Wer Grenzen nicht akzeptieren kann, kann keine gesunde Beziehung führen.

Zu allem anderen hat AK3 AK3 schon vieles gesagt. Du musst das nicht allein entscheiden, gerade bei der ganz konkreten Umsetzung können Anlaufstellen wie der weiße Ring, Caritas, Diakonie oder was ihr sonst in der Nähe habt weiterhelfen. Die hätten, wenn ihr auch über gemeinsame Firmen verbunden seid, möglicherweise auch rechtliche Anlaufstellen.
 
SchafForPeace
Benutzer12529  Echt Schaf
  • #4
Und ich will unserer Tochter auch nicht schaden.
Du würdest ihr langfristig mehr Schaden, wenn du in der Beziehung bleibst :smile:

Es ist wirklich super, dass du bereits eine verfügbare Wohnung hast :smile:

Gibt's Frauenberatungsstellen in eurer Umgebung?
 
Tiffi36
Benutzer223478  Sorgt für Gesprächsstoff
  • #5
Ich kenne deine Situation. Ich habe damals auch Briefe geschrieben, sogar mit Stichpunktliste, damit man es verstehen muss. Aber meinb Damaliger hat mir auch vorgeworfen, das ich ihm ja mal hätte was sagen können und das er eine 2. Chance verdient hat. Das ich mittlerweile bei über 5 Chancen angekommen war hat er nicht mal registriert. Was ich gefühlt und gedacht habe war ja mein Problem, er sieht das anders.....
Kinder hatten wir Gott sei Dank keine, also bin ich nach Aussprache der Trennung ausgezogen, als ich was neues hatte, ohne ihn. Nicht mal da wollte er es war haben.
Nicht mal, wo ich jetzt einen neuen habe will er es wahr haben, dafür macht er mir vorwürfe.

Ich denke nicht, das du ihn von der Trennung "überzeugen" kannst. Wenn er es nicht akzeptieren will ist das sein Problem. Wenn er die Schuld bei sich nicht erkennt ist es auch sein Problem, was aber auch heißt, das er sich nicht ändern wird. In seinen Augen macht er ja nichts falsch, was eben nicht der Wirklichkeit entspricht.

Such dir bitte bevor du komplett gehst einen Anwalt und vielleicht auch schon hilfe beim Jugendamt falls er dich über eute Tochter zum bleiben erpressen will. Lass dich beraten, wie du euch schützen kannst und was deinem Kind zusteht.

Ich drück dich ganz doll, du schaffst das!
 
J
Benutzer199726  Sehr bekannt hier
  • #6
Folgendes solltest du jetzt tun:

-Nimm Kontakt zu Beratungsstellen vom Jugendamt auf. Nutzt gerne einen Mediator von dort.
-Nimm dir einen Anwalt.
-geh ins Haus und hole und sichere deine Unterlagen.
-hol deine Tochter zu dir.
-vermeide jeglichen Kontakt zwischen Tochter und dem neuen F+
-dass ein neuer Mann an deiner Seite ist finde ich nicht ideal. Konzentrier dich jetzt ganz auf deine Tochter, sie ist das Wichtigste
-Stell dich auf einen Rosenkrieg ein und sicher dich ab
 
DirtyOldMan
Benutzer210299  Öfter im Forum
  • #7
J janewayne
Verwechselst du da nicht gerade die beiden Storys von der Threadstarterin und von Tiffi36?
Die TS hatte doch nichts von einem neuen Mann / F+ in ihrem Scherbenhaufen erwähnt, oder habe ich da etwas überlesen? 🤔

Ansonsten halte ich deine Ratschläge durchaus für zielführend, nur vielleicht nicht gleich die ganz hatten Bandagen von wegen Tochter mit zu ihr nehmen, etc.
 
J
Benutzer199726  Sehr bekannt hier
  • #8
J janewayne
Verwechselst du da nicht gerade die beiden Storys von der Threadstarterin und von Tiffi36?
Die TS hatte doch nichts von einem neuen Mann / F+ in ihrem Scherbenhaufen erwähnt, oder habe ich da etwas überlesen? 🤔

Ansonsten halte ich deine Ratschläge durchaus für zielführend, nur vielleicht nicht gleich die ganz hatten Bandagen von wegen Tochter mit zu ihr nehmen, etc.
Doch hatte sie. Schau in den Thread "bester Fick des Lebens". Es ist nicht zielführend mit einem anderen eine F+ zu beginnen wenn es noch zig andere offene Baustellen gibt. Zumal wir nicht wissen ob die Tochter tatsächlich "wartungsarm" ist oder in dem Lebensentwurf (Haus, 2 Firmen, kreisende Ehe) nur einfach kein Platz für sie war und sie sich zurück genommen hat.
Klingt jetzt hart und herzlos aber ich sehe es so, dass die Tochter das Wichtigste ist und alles, wirklich alles andere hinten anstehen sollte.
 
AK3
Benutzer191142  (43) Öfter im Forum
  • #9
Doch hatte sie. Schau in den Thread "bester Fick des Lebens". Es ist nicht zielführend mit einem anderen eine F+ zu beginnen wenn es noch zig andere offene Baustellen gibt.
Interessant, das würde hier im Thread nicht erwähnt von der TS.
Uuuuund ich kann dir nur zustimmen.
Bevor etwas neues angefangen wird, sollten zunächst die Baustellen geklärt werden.
 
Topfrose
Benutzer215713  (41) Öfter im Forum
  • #10
Eine Trennung braucht keinen "nachvollziehbaren" Grund. Jeder hat das Recht, jederzeit zu gehen. Der Partner muss dem nicht zustimmen. Natürlich ist eine Aussprache fair. Aber einmal muss reichen. Und selbst das muss noch nicht mal sein, wenn man Eskalation befürchtet. Es wird sogar öfters Frauen die sich aus missbräuchlichen Beziehungen trennen, von solchen Aussprachen abgeraten, weil sie einfach auch gefährlich sein können.
 
T
Benutzer228096  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #11
Wenn man die Threads der TE kurz überfliegt (gibt ja auch schon welche vor dem Fick), dann scheint das ja eine ziemlich komplizierte Geschichte zu sein, bei der ich persönlich auch durchaus Glaube, dass ihr Lebenspartner mit der Situation überfordert ist. Nichtdesttrotz sind körperliche Übergriffe genauso Tabu wie emotionaler Druck ala "Denk doch an unsere Tochter".

Kann ein Partner die Trennung nicht akzeptieren und es sind dann noch zusätzlich Kinder, Immobilen und Firmen involviert, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es früher oder später vor Gericht landen wird.

Daher wäre mein einziger Tipp, den ich geben kann: Einen Anwalt suchen.
 
bildertage_44
Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #12
Danke für die bisherigen Antworten! Es ist tatsächlich eine sehr komplexe Situation und ich merke durch den 3-monatigen Dauerkonflikt wie viel schon die letzten Jahre schleichend passiert ist.

Hier wurden ja auch schon andere Threads von mir erwähnt, insofern möchte ich das gerne auch hier thematisieren. Insbesonders J janewayne ist sehr aufmerksam. Grundsätzlich spielt die neue Bekanntschaft im Alltag keine Rolle, da er in einem anderen Land lebt und wir uns daher nicht regelmässig sehen. Er ist auch nicht Grund für die Trennung, aber sicher in irgendeiner Form "Katalysator". Wir hatten in der Trennungsphase viel digitalen Kontakt und ich habe in den letzten Wochen erkannt, wie eine respektvolle Kommunikation und ein respektvoller Umgang in einer Beziehung aussieht, wie man Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer nimmt etc. Ich habe an mir selbst gearbeitet, am Umgang mit meinen Emotionen und daran, dass ich mich und meine Gefühle nicht selbst ständig übergehen darf, nur um Harmonie zu haben. Ich bin ein Mensch, der wenig konfrontativ ist und immer Angst hat, mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen "zu viel" zu sein.

Ich habe schon lange gespürt, dass in meiner Beziehung etwas fehlt, ich konnte es aber nicht benennen. Ich habe in den letzten Monaten sehr viel analysiert und alte Nachrichten gelesen und dann ist mir wie Schuppen von den Augen gefallen, wie manipulativ er kommuniziert: er lobt und tadelt einen für die gleichen Dinge - heute habe ich die Arbeit so toll erledigt, am nächsten Tag wirft er mir vor, ich würde immer als erstes in der Badewanne liegen und Ruhe brauchen. Er sagt, "du hältst mich seit 10 Jahren auf", er differenzierte immer zwischen "ich" und "ihr" und dass ich nie zu seiner Welt gehört hätte. Ich habe dadurch endlcih verstanden, warum ich mich innerlich immer mehr abgewendet hatte. Wenn es Uneinigkeiten gab, sagte er: entweder bist du zu dumm oder zu langsam. Ich hatte in meinem Leben mehr schlechte Beziehungen als gute, also ich bin gewöhnt, dass ich mich "unterordne", Harmonie suche, aber womöglich auch nicht "auf den Tisch haue" und mich eher zurückziehe.

In den letzten Wochen hat er gezeigt, dass er meine Grenzen nicht respektiert, weder im Gespräch, noch körperlich, noch in Entscheidungen. Und dass er unsere Tochter als Druckmittel einsetzt, ist menschlich das letzte. Allein aus diesem Grund kann ich mir keinen ehrlichen Neustart vorstellen. Er besteht aber weiterhin auf Gespräche, verlangt "tätige Reue" von mir für mein Schweigen und meinen innerlichen Rückzug, verlangt eine Chance und bezeichnet mit als Verräter und mein Handeln als Todsünde. Er findet auch, dass ich an allem Schuld bin, während ich von einem Kreislauf unserer Muster spreche. Er setzt mich unter Druck, er lässt einfach nichts gelten, was ich sage. Ich habe ihm bisher gesagt: die Beschimpfungen und die körperliche Gewalt kann ich nicht akzeptieren, sie waren der Kipp-Punkt. Ich habe ihm gesagt: es g eht mir besser, wenn wir Abstand haben und nicht zusammen s ind, dass ich ich in den letzten Monaten gemerkt haben, dass ich ihn nicht vermisse, dass ich keine Anziehung verspüre, dass ich deshalb lediglich auf der Eltern und Berufs-Ebene weitermachen kann. Ich sagte ihm auch, dass ich tlw. merke, dass mich seine Meinung gar nicht mehr interessiert (er sagte: du wirst alt! ich habe darauf nicht mit Nachfrage reagiert, warum er das denkt. ich sagte ihm dann, dass ich solche Aussagen gar nicht ernst nehme und es mich deshalb nicht interessiert). all das lässt er an sich abprallen und besteht jetzt darauf, dass alles ein Missverständnis gewesen sei und ich ihm die Möglichkeit zur KOrrektur geben muss.

Diese Endlos-Gespräche bedrängen mich, sie drehen sich im Kreis, er stellt mich als die einzig Schuldige dar, die nicht einlenkt. Ich kann einfach nicht mehr, er drängt mich dazu "mit dem Kopf gegen die Wand" und gegen jeden Widerstand zu gehen. Und ich habe keine Ahnung, wie ich da raus kommen soll.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #13
Wenn man die Threads der TE kurz überfliegt (gibt ja auch schon welche vor dem Fick), dann scheint das ja eine ziemlich komplizierte Geschichte zu sein, bei der ich persönlich auch durchaus Glaube, dass ihr Lebenspartner mit der Situation überfordert ist. Nichtdesttrotz sind körperliche Übergriffe genauso Tabu wie emotionaler Druck ala "Denk doch an unsere Tochter".

Kann ein Partner die Trennung nicht akzeptieren und es sind dann noch zusätzlich Kinder, Immobilen und Firmen involviert, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es früher oder später vor Gericht landen wird.

Daher wäre mein einziger Tipp, den ich geben kann: Einen Anwalt suchen.

Danke für den Tipp. Ich habe insofern nichts zu verlieren, als dass ich ihm alles überlasse. Ich habe ihm gesagt, er kann das Haus haben, ich möchte nur im Falle des Verkaufes meinen Anteil haben (Höhe benannt). Was die Firmen betrifft, bin ich bereit, alle Projekte weiter zu machen / abzuschließen, um ihm ein alleiniges Weiterführen zu ermöglichen.

Ich will ihm nicht schaden und ich stehe zu meinen Verpflichtungen. Aber ich will von ihm nicht privat "in Geiselhaft" genommen werden. Ich verstehe, dass ihm meine Entscheidung nicht gefällt. Aber er kann doch nicht einfach meine Sicht "nicht gelten lassen" und weiter verlangen. Das ist genau das, was er seit Jahren tut und was mich innerlich so ausgehöhlt hat.
 
Topfrose
Benutzer215713  (41) Öfter im Forum
  • #14
Bembelschorsch
Benutzer186758  (53) Öfter im Forum
  • #15
Vielleicht sieht er deine Großzügigkeit auch als Schwäche.
"Tätige Reue" ja was soll man da noch sagen, das würde für dich nur Sinn machen , wenn du was verbockt hättest und noch oder wieder in die Beziehung willst.
Er realisiert gar nicht das du raus willst bzw. schon raus bist.
Ich wäre auch für sofortige räumliche Trennung. Alleine das er das mal versteht.
Und bei mir haben sich die Warnhaare aufgestellt als du schriebst wie er dich angepackt hat.
Deine Grenze wird nicht akzeptiert und seine Grenzen verschieben sich. Ich halte das für potentiell gefährlich.
Wenn du kannst bitte eine Frauenberatungsstelle aufsuchen.
 
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J
Benutzer199726  Sehr bekannt hier
  • #19
Hast du eine Freundin, die für dich sortieren kann? Bist du in einem guten Netzwerk? Ich würde nun alle aktivieren, die du hast. Anwalt, Mediator:in, Beratungsstellen. Mach dir eine Liste und arbeite alles ab. Versuche einen klaren Kopf zu behalten und sachlich alle Baustellen abzuarbeiten.
Hast du alle wichtigen Dokumente bei dir und greifbar? Auch fürs Kind?
Ich schätze deinen Ex so ein, dass es Probleme geben wird. Hol dir da Hilfe ins Boot. Das ist wichtig!
 
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bildertage_44
Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #28
Aus eigener Erfahrung und aus vielfacher Anschauung: Kinder sind oftmals resilienter, als wir Erwachsenen verstehen wollen.

Das hat zum Teil auch damit zu tun, dass wir als Erwachsene viel verwurzelter in einer (angeblichen) "Normalität" sind, deren Wegbrechen uns dann entsprechend erschüttert, während für Kinder in ihren ersten Jahren oft so viel ständig neu und ständig anders ist, dass sie viel leichter akzeptieren können, wenn Dinge sich ändern.

Der wichtigste Fixpunkt für Kinder sind naturgemäß oft die Eltern, beziehungsweise ein Elternteil. Solange das da ist, ist die Welt halbwegs in den Fugen. Deswegen kommen sie zum Beispiel auch oft mit Umzügen ziemlich gut klar.

Die eigentliche Mühsal der Ebene beginnt oft erst anschließend und im langfristigen Prozess der Trennung: Wenn dann nämlich die Eltern (oder ein Elternteil) nicht mehr "da" ist oder beide schlecht übereinander sprechen und so weiter.
Ja, ich teile Deine Meinung auch und denke, wenn man das gut hinbekommt, ist es nicht das Ende der Welt, sondern eben ein neuer Lebensabschnitt. Er sieht das nicht so. Er lehnt es ab, dass unser Kind ein Trennungskind sein soll und schiebt eben das (vermeintliche) Wohl des Kindes vor alles. Aber seine "Erpressungsversuche" zeigen mir, dass es ihm gar nicht um unsere Tochter geht, sondern das nur sein Hebel für Kontrolle über mich ist. Denn wenn es ihm um die Tochter gehen würde, wäre er zumindest in der Hinsicht kooperativ und das ist er nicht. Das ist erschreckend. Er sagt: ich werde unserer Tochter die Wahrheit sagen, dass Du mich nicht willst.
Ich habe ihm dann auch shcon gesagt: dann sag, was Du für nötig hältst. Aber ich werde bei unserer Tochter nie schlecht über dich sprechen.
 
J
Benutzer199726  Sehr bekannt hier
  • #44
Ja, ich habe Freunde, die unterstützen können. Die Sache mit der Wohnung ist ja zum Glück schon geregelt. Ich kann dort übernachten und - basic - auch die Tochter. Das heißt, ich / wir können jederzeit gehen.

Vielleicht ein kurzes Update:
Ich habe heute in der Früh nochmals mit ihm gesprochen und sagte ihm, dass es für mich keinen Weg zurück gibt und dass ich das Schauspiel vor der Tochter nicht so weiterführen kann. Er fragte mich dann, ob ich es ihr vor dem Feriencamp sage, was ich verneint habe. Mein Plan war eigentlich, ihr die Wohnung zu zeigen und dort mit ihr zu sprechen, aber sie ist heute abend noch länger unterwegs. Aber vielleicht morgen. Ich habe den Eindruck, ab dem Moment wo unsere Tochter es weiß, wird er 1. meine Entscheidung ernst nehmen und 2. sich dann um die Tochter entsprechend kümmern. Er ist jetzt schon wie ausgewechselt: statt morgens ins Handy zu starren, spielt er jetzt mit ihr Federball. Sie ist zwar erfreut, aber sie fragt sich gerade auch, was das alles soll. Er verhält sich jedenfalls volllkommen anders als sonst, alleine das ruft ihr Misstrauen hervor.

Ich habe heute auch eine Erklärung aufgesetzt, was meine Haltung zu Haus, Konto und Firmen angeht. Er hat mir bisher nicht geglaubt, dass ich ihn finanziell nicht ausnehmen werde. Ich werde ihm die Erklärung vielleicht - wenn es passen sollte - heute abend geben. In meiner Wahrnehmung ist sie ist sehr zu seinem Vorteil (was mir egal ist und mich vor seinen Unterstellungen schütze) - insofern hoffe ich, dass er hier meinen guten Willen erkennt.
Warum denn das? Ich würde das den/die Anwälte klären lassen.
Warum sollst du auf alles verzichten? Wozu auch die Hektik und Hysterie? Eins nach dem anderen. Erst das Kind, dann die Güter. Hast du mittlerweile einen Anwalt oder dich beraten lassen?
Sei bitte nicht so blauäugig, nicht dass dir später beim Sorgerecht noch ein Strick draus gedreht wird weil du keine finanziellen Mittel hast.
Frauen werden so oft mittellos vom Hof gejagt und stehen dann ohne alles da. Oft auch ohne Sorgerecht. Daher nochmal der Apell: lass dich beraten. Und wenn du da superdolle Hemmungen hast lies dich zumindest ein oder schau ein paar Youtube Videos zum Thema.
 
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Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #48
Danke für Eure Beiträge, ja, ihr habt recht, ich bin da wahrscheinlich einfach zu gutmütig und gebe ihm lieber 'alles' als mich zu streiten. Wir hatten in den letzten Jahren so viele firmenbedingte juristische Auseinandersetzungen, sodass ich irgendeinem Streit in der Hinsicht vorbeugen möchte.

Es kam nun allerdings ohnehin anders als gedacht. Er hat mich gestern Abend wieder in ein Gespräch verwickelt, welches wir heute Morgen fortgeführt haben. Wir waren dann zwei Stunden spazieren und wir haben vieles aus der Vergangenheit diskutiert. Er wollte wieder nicht aufhören zu reden, wollte mich wieder zum Weitermachen bewegen. Ich bin dann ziemlich verzweifelt ins Büro gefahren.

Dann rief er mich plötzlich an, weinend, sagte, dass er meinen Brief von vor 5 Jahren nochmals gelesen hat (ich sage ihm seit Wochen, dass da alles drinsteht, wie ich es auch heute empfinde) und erst jetzt einiges realisiert hat. Dann hat er wohl mit einer gemeinsamen Freundin telefoniert, die ihm offenbar auch gesagt hat, dass er mich nicht mehr unter Druck setzen darf. Jedenfalls bat er mich darum, dass wir eine möglichst schonende Lösung für Tochter finden.

Der Konsens aus dem persönlichen Gespräch, das wir dann geführt haben, ist:

wir sind getrennt und starten ab sofort eine sanfte Übergangsphase:
Gespräch mit Tochter, dass ab sofort die Woche organisiert wird in Familienzeit/Mama&Tochter/Papa&Tochter Zeit.
Basis für die Tochter soll vorerst das gemeinsame Zuhause sein, das er für die Mama/Tochter Tage verlässt und bei Freunden schläft
Tochter darf von meiner Wohnung wissen und auch dort sein, aber vorerst im Haus als Lebensmittelpunkt bleiben

Die Hauptsache ist für mich, dass er die Trennung endlich akzeptiert hat und unsere Tochter nun in den Fokus stellt. Ich hatte ursprünglich auch auf einen 'schleichenden' Übergang, ohne großen Knall, für sie gehofft und wenn er sich an unsere Abmachung hält, wird das gut funktionieren, ohne dass sie das Gefühl hat, alles zu verlieren. Sie gewinnt im Laufe der Zeit einen neuen Ort, die Wohnung, und ich bin ziemlich sicher, dass es sich in die Richtung entwickeln wird, dass sie oft und gerne auch dort ist.

Ich atme jetzt erstmal durch und vertraue darauf, dass das der Beginn einer neuen Phase ist, in der ich endlich nicht mehr nur funktionieren muss, sondern Zeit für unsere Tochter und auch für mich habe und nicht mehr auf seine Meinung angewiesen bin.
 
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Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #49
Es ist einige Zeit vergangen und ich wollte mal ein Update geben.
Im Nachhinein gesehen war dieses geschilderte Gespräch mit der Vereinbarung wohl nur ein "Trick" von ihm, um den Druck kurzzeitig rauszunehmen. Was danach folgte war nämlich erstmal: nichts. Er hielt sich nicht an die Vereinbarung, er war weiterhin immer zuhause und das führte sogar dazu, dass ich (vor allem an den Abenden) auch mehr zuhause war, um nicht die einzige zu sein, die von unserer Tochter weg ist.
Er nannte mich unbeirrt weiter Schatz und tat teilweise so, als ob nichts gewesen wäre. Das führte immer wieder zu weiteren Diskussionen, Streits, Eskalationen. Ich sagte ihm: bitte lass uns schauen, dass wir erstmal wieder eine freundschaftliche Basis finden. Eine Liebesbeziehung kommt für mich im Moment nicht in Frage, nicht wenn wir keine Basis haben.
Aus meiner Sicht offenbarte fast jedes Gespräch weitere tiefe Gräben und Unverständnis. Ich habe mich noch nie in meinem Leben so unverstanden gefühlt. Aber an ihm prallten meine Sichtweisen immer wieder ab. Er überschüttete mich mit Monologen, die Abwertungen, Vorwürfe, Lobhymnen, Bitten und Flehen ("rette mich") enthielten. Er erpresste mich weiterhin emotional - mit Haus, mit Arbeit, mit Tochter. Ich habe mich immer mehr abgegrenzt, was ihn immer tiefer in die Verzweiflung stürzte.
Ich hatte vor ein paar Tagen Tochter spontan die Wohnung ("mein Büro") gezeigt und ihr gesagt, dass ich hier jetzt öfters arbeite, weil ich gerade auch ein bisschen für mich sein möchte. Sie nahm das sehr gut auf, was ihn wiederum anstachelte.
Jedenfalls ging er gestern heulend zu unserer Tochter und sagte unter anderem:

Mama liebt mich nicht mehr und will mich loswerden, Mama lügt seit Wochen, Mama zerstört die Familie, sie hatte seit Wochen keine Lust an deinem Baumhaus weiterzubauen. Mama hat sich heimlich eine Wohnung für sich genommen. Mama greift zu unfairen Methoden, Mama will nichts von uns wissen. Mama ist doof und weiß nicht, was sie tut.

Er manipuliert, er ist aggressiv, aber hat keinerlei Einsicht.
Ich habe gestern ihr Bett in der neuen Wohnung aufgebaut, es wird wohl kein Weg an einem harten Cut vorbeiführen.

Heute morgen erwischte er mich noch 5 Minuten alleine. Er sagte wieder: bitte bleib stehen, geh nicht weg. Ich sagte: nach der Aktion gestern gibt es kein Stehenbleiben mehr.

Er merkt nicht, was er anrichtet. Wir haben am Donnerstag einen Termin zur Paartherapie, ich möchte dort versuchen zu klären, wie wir akut den Alltag mit unserer Tochter regeln können. Sonst möchte ich gar nichts mehr.

Ich habe seine Freunde und seinen Bruder informiert und sie gebeten, mit ihm zu sprechen. Ein bisschen noch, dann bin ich hoffentlich raus.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #50
UPDATE
Die letzten Wochen waren wirklich hart. Es eskalierte mehrmals, einmal auch vor unserer Tochter, da schubste er mich vor ihren Augen durch den Raum. Am nächsten Morgen als sie weg war, blockierte er mir wieder die Tür, hielt mich fest, hielt mit den Mund zu und verletzte mich mit seinem Kopf an meiner Schläfe. Ich bin dann irgendwie noch aus dem Haus, in dem Wissen, dass ich abends (vereinbart) im Büro schlafe.
Am nächsten Tag hatten wir den Therapietermin. Ich sagte dort, dass ich unter diesen Umständen nicht mehr nach Hause gehen werde und eine Akutlösung möchte, wie wir die nächsten Tage handhaben. Er zeigte sich kooperativ und auch ich kam entgegen. Wir einigten uns auf Nestmodell und dass wir abwechselnd mit Tochter im Haus sein würden.
Das funktionierte erstmal und nahm für mich sehr viel Druck aus der Sache. Bei dem zweiten Therapie-Termin stellte ich klar, dass wir hier keine Paartherapie machen, sondern eine Gesprächsbasis für unsere anderen Ebenen (beruflich, Eltern). Nach diesem zweiten Termin wollte er das nicht mehr weiterführen. Nach einer weiteren Woche meinte er, dass es keine Vereinbarung gibt und er das Haus auch nicht mehr verlassen wird.

Ich fühlte mich hilflos und erpresst, da ich nach wie vor nicht "mit dem Kopf durch die Wand" und das Kind einfach mitnehmen wollte. Nach einem Streit zeigte er sich dann doch wieder kooperativ und wir teilen die Wochen auf, wobei es jetzt auch gemeinsame Tage im Haus gibt, an denen wir uns neutral begegnen / ausweichen.

Ich habe inzwischen einen Termin bei einer Mediatorin gehabt und ihn gefragt, ob er ebenfalls hingehen würde (heute war sein Termin). Ich schilderte ihr 1,5 Stunden lang alles aus meiner Sicht. Nach einer halben Stunde fragte sie mich, ob es für meinen Ex eine Diagnose in Richtung Borderline geben würde - sie meinte dieses: schwarz-weiß, Freund-Feind Denken, das Nichthören meiner Worte etc. würde auf so etwas hindeuten. Ich sagte ihr, dass er es vor Jahren mal selbst ins Spiel gebracht hat, aber heute bestreitet , das jemals gesagt zu haben. Ich habe daraufhin weiter recherchiert und bin auf den "verdeckten Narzissmus" gestoßen. Ich will nichts pathologisieren, sondern einfach nur verstehen...und das beschreibt ihn zu 100 Prozent. Ich habe heute auch mit seinem langjährigen Freund telefoniert (kennen sich seit 40 Jahren) und er bestätigt das auch. Auch in Hinblick auf seine Vorbeziehungen und sonstigen "Incidents". Ich fühle mich wie versteinert und geschockt. Es erklärt so vieles aus den letzten 16 Jahren, das ich nicht verstanden habe. Ich habe mich selber schon lange nicht verstanden und nicht gefühlt, mir fallen so viele Situationen der letzten Jahre ein, die für mich so schlimm waren und wo ich immer wieder eingelenkt habe, mich entschuldigt habe, nichts gesagt habe - nur um des Friedens willen. Dass ich nur geschwiegen habe, um es nicht eskalieren zu lassen, weil ich mit Reden ohnehin keine Chance hatte.

Ich fühle mich schrecklich. Ich weiß, dass er nichts dafür kann und ich weiß auch, dass er selbst verzweifelt ist und es ist nicht böse meint. Diese Störung würde all das endlich erklären. Aber es ändert nichts im Ergebnis. Nichts daran, dass ich mich wirklich emotional "kaputt gemacht" fühle und immer noch täglich seine Vorwürfe, seine beschuldigenden Worte, seine Abwertungen im Kopf habe...
 
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Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #54
Wende dich an Hilfsorganisationen, hol dir Unterstützung. Hast du alle relevanten Unterlagen? Eigenes Geld und eigenes Konto? Hast du deine Verletzungen dokumentiert? Ich nehme an, angezeigt hast du ihn nicht - aber schau, dass du das selbst oder besser ärztlich dokumentierst. Die Option der Anzeige steht dir dann noch offen.
Vielen Dank für Deine Warnungen. Ja, natürlich habe ich mir über all das auch Gedanken gemacht. Ich möchte aber eine eskalativere Vorgehensweise nach wie vor vermeiden. Vor allem auch deshalb, weil sie unsere Tochter in einen Konflikt bringen wird. Ja, sie hat diese Situation miterlebt. Sie hat es auch bei mir angesprochen und wir haben darüber geredet, dass das auch der Grund ist, warum jetzt vieles anders ist und warum ich Abstand vom Papa brauche.
Seitdem wir bei diesen Therapeuten waren ist keine Gewalt mehr vorgefallen und auch nur ein Streit. Diesen habe ich dann aber abgebrochen und gesagt, dass ich nur mehr im Beisein anderer mit ihm über unsere Beziehung und Lösungen sprechen werde. Ich habe die Termine bei der Mediation jetzt in die Wege geleitet. Da wir auch zusammen arbeiten, müssen wir akut auf gewissen Ebenen weiter funktionieren und ich bin auch nach wie vor bereit, das zu tun. Ich habe ihm aber auch gesagt, dass ich deshalb auf eine private Vereinbarung bestehe, in der der Umgang mit Tochter geregelt ist, damit wir uns auf Berufliches fokussieren können. Ich möchte auch nicht jede Woche hoffen müssen, dass er "mitmacht".

Ich hatte in der Akutphase mit zwei Beratungsstellen gesprochen, die Gewaltberatung hat mir gesagt, dass bisher zu wenig vorgefallen ist und hat dazu geraten, "den nächsten Streit eskalieren zu lassen und dann die Polizei zu rufen." Ich tu mir damit wirklich schwer. Ich merke ja, dass seine Verzweiflung echt ist, aber dennoch: ich kann sein Verhalten nicht akzeptieren. Die zweite Frauenberatungsstelle war lösungsorientierter und hat mir geholfen, einige Dinge (z.B. Obsorge) für mich zu klären, um Sicherheit zu gewinnen.

Unterstützung ist gut ... vor allem wenn es da ggf. eine pathologische "Erklärung" gibt. Da kann man sich dann entrechend informieren, damit gerade das:


eben gerade nicht passiert.
Ja, ich hoffe auch immer noch, dass ich die letzte Konsequenz nicht ziehen muss. Ich möchte eine völlige Eskalation vermeiden. Auch wenn ich sehe, dass mein Verhalten nicht zwingend das Ergebnis beeinflusst. Er legt meine Kooperation offenbar immer wieder als "Schwäche" aus, aber ich denke, er merkt aktuell auch, dass ich emotional für ihn nicht mehr verfügbar bin. Er ist seit einiger Zeit kooperativ und respektiert meine Distanz. Allerdings weiß ich eben nie, wie lange das anhält.
 
T
Benutzer228096  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #58
Dann hoffen wir mal, das Du nicht irgendwann mal einer Person gegenüber "zu viel warnst", die darauf panisch reagiert und damit dann ganz viel kaputt macht.
Ich verstehe deinen Punkt nicht. Ich versuche mich im Allgemeinen mit konkreten Tipps im Forumzurückzuhalten, wenn verschiedene Optionen zur Auswahl stehen. Aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass wenn ein Partner die Trennung nicht akzeptiert und körperliche Übergriffe/Gewalt im Spiel ist, der einzig sinnvolle Rat sein kann räumlichen Abstand zu gewinnen und einen Anwalt schoneinmal vorsorglich zu kontaktieren. Die meisten Trennungen, bei denen ein Partner die Trennung nicht akzeptiert und körperlich übergriffig wird, enden zum Glück nicht in einem Femizid - auch wenn das andersherum eben oftmals der Ausgangspunkt für eine solche Tat war. Aber selbst dann, wenn es nicht zum Äußersten kommt, dürfen niemals körperliche Grenzen bei einer Trennung überschritten werden und man sollte versuchen Situationen zu vermeiden, in denen so etwas wieder passieren kann.
 
bildertage_44
Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #59
Das ist aber arg dünnes Eis auf das du dich begeben würdest und du tust dich zurecht (und zum Glück) damit schwer!
Ich frage mich gerade, wie eine halbwegs professionelle Organisation eine derart riskante Handlung ernsthaft empfehlen kann…
Ja, das hat mich auch gewundert. Ich habe mich ziemlich unwohl damit gefühlt. Da brauche ich es nicht darauf anzulegen, sondern packe einfach so meine Sachen..

Dann hoffen wir mal, das Du nicht irgendwann mal einer Person gegenüber "zu viel warnst", die darauf panisch reagiert und damit dann ganz viel kaputt macht.
reed reed Danke Euch beiden. Ich sehe beide Positionen: Vorsicht und Warnung ist gut, aber ich sehe auch, dass ein panisches Verhalten und solche Eskalationen vielleicht nicht immer richtig sind. Es ist - für einen selbst wie auch für Außenstehende - wirklich schwer, einen "richtigen", "guten" oder vielleicht auch nur "gangbaren" Weg zu finden. Ich habe mich in den letzten Monaten oft gefragt, ob ich nicht gleich hätte gehen sollen, denn dann wäre ich jetzt schon viel weiter. Andererseits hat dieser Weg auch dazu geführt, dass ich überall genau hinschaue, zu Erkenntnissen komme und mit diesem langsamen Weg hoffentlich (!!!) mit dem Tick weniger Zerstörung auch zu einer Lösung komme.

Ich würde hier nicht schreiben, wenn ich überzeugt von allem wäre, das ich tue. Ich bin für jeden Rat dankbar und versuche einfach weiterhin, eine neue Lebenssituation zu schaffen, die nicht alles, was davor war, zerstört. Meinen persönlichen Preis zahle ich ohnehin, aber ich möchte den für meine Tochter und auch die Bezeihung zu ihrem Papa möglichst gering halten. Sie wird sich ihre Meinung zu allem dann sicher später noch bilden..
 
LULU1234
Benutzer107106  Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
  • #62
Ist das Jugendamt involviert?
Wenn nicht, solltest du das wirklich bald machen. Das ist jetzt kein Spaß mehr. Wenn jemand in der Schule das mitbekommt, was bei euch abgeht, wird das gemeldet. Und dann schreitet das JA ein. So genannte 8a-Meldungen (Kindeswohlgefährdung) werden ernst genommen und bei euch geht es um handfeste Gewalt vor den Augen des Kindes. Ich teile die Sorge, dass das weiter eskalieren wird. Es gibt Trennungsberatung beim JA. Die sind genau für solche Fälle da.
Ihr könnt also Paar nichts mehr besprechen. Du brauchst auch keine Moderation. Du brauchst einen Anwalt für Sorgerecht und das Jugendamt im Boot. Stell dich auf lange Verhandlungen beim Familiengericht ein, das wird nichts mehr mit einer einvernehmlichen Trennung und schlage dir das Nestmodell aus dem Kopf. Und betrete nie wieder dieses Haus ohne eine weitere (am besten männliche oder stärkere) Person.
 
Weseraue
Benutzer192870  (54) Verbringt hier viel Zeit
  • #74
Ich halte Deine Ansicht nicht nur für extrem, sondern auch für völlig unlogisch.

Menschen können lernen. Nur weil jemand einmal Gewalt angewendet hat, muss er / sie das nicht wieder tun. Es gibt genug Belege von gewalttätigen Straftätern, die erfolgreiche Anti-Gewalttrainings absolviert haben.

Außerdem denke ich, das jeder Mensch gewalttätig werden kann. Die Hürde ist sehr individuell und ändert sich im mMn im Laufe des Lebens auch durchaus.
Du darfst das gerne als extrem ansehen. Wer sich nicht im Griff hatte und gegenüber seinem Partner gewalttätig geworden ist, hat bei mir seine Chance verspielt.
Natürlich darf er seine Chance haben... beim nächsten Partner vielleicht, wenn er ernsthafte Schritte zu einer Änderung vornimmt. Leider wiederholen sich Muster immer wieder. Wenn eine Frau eine Chance einräumt, ist das ihre Sache...ich würde es nicht mehr machen. Und durch meine Arbeit im Sozialamt hatte ich immer wieder Kontakt zu entsprechenden Familien, bei denen der Mann wiederholt gewalttätig war und die Frauen bei ihm geblieben sind... warum auch immer.
 
reed
Benutzer116134  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #75
Off-Topic:

S Souvereign Meine Ansicht steht deiner diametral gegenüber. Ich weiß aber nicht, wie sinnvoll die Diskussion ist und finde deinen Ton auch ziemlich herablassend.

Letzten Endes glaube ich dir, dass du etwas Hilfreiches beitragen willst, genau wie ich. Was hilfreich ist, darin unterscheiden wir uns wohl.
Wie wäre es, wenn Du Dich etwas mehr bemühen würdest, das Geschriebene zu verstehen.
Vielleicht kann ich dir intellektuell einfach nicht folgen. :smile:
Es ging darum, das die Person aufgrund der Warnung völlig überreagiert.
Mach es bitte konkret: es ging darum, dass in Fällen bereits aufgetretener häuslicher Gewalt eine Warnung ausgesprochen wird:
Lieber treffe ich in Fällen häuslicher Gewalt zu extreme Annahmen und warne zu viel, als zu wenig.
Du argumentierst daraufhin, dass eine Person die bereits Opfer häuslicher Gewalt war, durch eine möglicherweise übertriebene Warnung viel kaputt machen könnte.
Wieso können die Menschen hier nur eigentlich nur noch binär denken?
Ich bin stellvertretend für "die Menschen hier"?
Von "um Frieden bemühen" habe ich rein gar nichts geschrieben. Bleibe doch bitte bei den Fakten und unterlasse es (auch wenn Du das als Frage stellst), mir Dinge unterzuschieben von denen keine Rede war.
Um Frieden bemühen ist genau das, was die TE tut und wovon ich abrate. Du drückst ihr hingegen dabei die Daumen und findest meine Warnung übertrieben. Indem du ihr die Daumen drückst und keine andere Vorgehensweise für angebrachter hältst, zeigst du logischerweise, dass sie sich aus deiner Sicht um Frieden bemühen sollte.
"Fakten" (die wir hier sowieso kaum haben) sind nicht nur das exakt geschriebene Wort. Zur Kommunikation gehört mehr, und auch das sollte man berücksichtigen.

Aber vielleicht habe ich es auch falsch verstanden, dann frage ich dich konkret: Was soll die TE aus deiner Sicht tun? Nicht panisch werden, das ist klar. Was ist dein Rat, wenn es nicht "um Frieden bemühen" ist?
Stell Dir folgendes Szenario vor: "Du warnst eine Person und diese schnappt sich die Kinder und setzt sich ins Ausland ab". Ja, da kann ganz viel kaputt gehen… muss nicht, aber kann.
Ja, ist ein denkbares Szenario. Leider wissen wir nicht, was die Alternative gewesen wäre zu diesem Szenario gewesen wäre. Die "Familientragödie", bei der Mann Frau und Kinder ermordet? Sicher ein Extrem, aber eben nicht unmöglich.
Und ich kann Dir nur wärmstens ans Herz legen, nicht zu sehr zu interpretieren was ein Mensch den Du kein Stück kennst vielleicht gemeint haben könnte. Das geht (wie Du selbst sehen kannst) oftmals völlig schief.
Ich sehe nicht, dass irgendwas schief gegangen ist.
Wie gesagt… binäres denken. Es gibt nur 1 oder 0. Ist es zu irgendeiner Gewalt gekommen, wird direkt die Femizid-Warnung ausgepackt.

Einer der Gründe, wieso es so in dieser Welt immer schlimmer wird. Denn es wird nur noch in Extremen gedacht. Traurige Entwicklung!
Die Welt wird immer schlimmer (in Bezug worauf, Fakten?) weil ein Opfer von häuslicher Gewalt gewarnt wird, dass der Täter wahrscheinlich nicht in Zukunft kooperativ sein wird … hm. 🤔

Ja, da habe ich ein paar Schritte in deiner Argumentation ausgelassen, aber das kommt bei dieser heraus, wenn man Logik anwendet. Bist du dir sicher, dass du das so aussagen wolltest?
Es gibt eben Fälle, da ist ein Ausgangsszenario so extrem, dass man eine klare Position beziehen muss. Hier hat ja keiner gesagt, dass sie das Kind entführen soll. Sondern sich entsprechend vorbereiten und nicht auf Kooperation hoffen soll. Wie kann das ernsthaft als binäres Denken bezeichnet werden? Wirklich, ich scheine das intellektuell nicht zu verstehen.

Ist jegliche Form der Prävention für dich binäres, extremes Denken, weil man vom schlimmsten ausgeht?
Was für ein Unsinn!
Danke für dieses klasse Argument!
 
J
Benutzer186762  (54) Verbringt hier viel Zeit
  • #76
Menschen können lernen. Nur weil jemand einmal Gewalt angewendet hat, muss er / sie das nicht wieder tun. Es gibt genug Belege von gewalttätigen Straftätern, die erfolgreiche Anti-Gewalttrainings absolviert haben.

Wer einmal die Hemmschwelle bei einem Menschen überschritten hat, der wird beim nächsten Mal eine geringere Hürde haben, das wieder zu tun.

Das mag nach Anti-Gewalt-Trainings und weiterer Persönlichkeitsentwicklung dann anders sein, aber das hat mit dem vorliegenden Fall ja nun nichts mehr zu tun.
 
S
Benutzer152906  (48) Beiträge füllen Bücher
  • #77
Wer einmal die Hemmschwelle bei einem Menschen überschritten hat, der wird beim nächsten Mal eine geringere Hürde haben, das wieder zu tun.

Diesen Satz liest man immer wieder … aber ist das wirklich so? Ich glaube nicht, das Du entsprechende Studien präsentieren kannst.

Ja, man findet zwar Dinge, die ein statistisches erhöhtes Risiko einer Wiederholungstat nahelegen.

Aber das allein wäre zu einfach gedacht. Sicherlich wird es Menschen geben, die nach der Tat sagen / denken: "Ziel erreicht … keine / wenig Konsequenzen" und bei denen dann Deine "Ansicht" zutreffend sein könnte.

Andererseits gibt es auch Menschen, die sich selbst dafür hassen, das es dazu gekommen ist und die nicht noch einmal die Kontrolle verlieren möchten. Es wäre alles andere als logisch, wenn bei solchen Menschen das genauso wäre.

Und dann existiert zwischen diesen Extremen noch eine ganze Menge.

Das mag nach Anti-Gewalt-Trainings und weiterer Persönlichkeitsentwicklung dann anders sein, aber das hat mit dem vorliegenden Fall ja nun nichts mehr zu tun.

Wie schon erwähnt… nicht jede Person braucht Hilfe von außen, um eine Handlung als falsch zu betrachten und sich zu ändern. Ob die Gewalthandlungen bei dem Einzeltermin der Mediation Thema waren, weiß alleine der Partner der TE.
 
Kokiri
Benutzer157013  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #78
S Souvereign bitte nicht wieder dieselbe Meta-Diskussion wie immer anzetteln. Das ist nun wirklich nicht hilfreich.
 
Kokiri
Benutzer157013  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #80
Die Nebendiskussion, die Souvereign angestoßen hat, sollte auch von anderen Usern hier nicht fortgesetzt werden.
 
Theoderich
Benutzer107327  (40) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #81
Puh...oh Mann, ist ja wirklich hart. Tut mir wirklich leid für dich bildertage_44 bildertage_44 . Ich drücke meinen Respekt aus für deine Stärke und dass du es jetzt schaffst, konkret Schritte zu unternehmen, dich und deine Tochter zu schützen.

Er hat ja auch bisher eindeutig gezeigt, dass er sich nicht an Vereinbarungen hält und ggf. auch versucht dich mit eurer Tochter zu erpressen. Dass sie leider beobachten musste, wie er dir Gewalt angetan hat schadet ihr ganz eindeutig!
Da ist m. E. Einschreiten des Jugendamtes geboten.

Mag sein, dass er sich so verhält, weil er eine Persönlichkeitsstörung hat, das klingt ziemlich plausibel, wie du ihn beschreibst. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass alleine er der Aggressor ist und er dich und deine Tochter gefährdet, dass er es ist, der eine Trennung zu aktzeptieren hat. Du bist ja nicht sein Eigentum.

Ich hoffe, ihr schafft es, euch beide von ihm zu lösen - ich fürchte, auf seine Kooperation kann man nicht setzen, dass hat er mehrfach eindeutig demonstriert. Ganz im Gegenteil, seine Anwesenheit ist für dich gefährlich.
Ich wünsche dir wirklich alles Gute, du kannst jede Unterstützung brauchen! Beratungsangebote, Jugendamt, ggf. auch Polizei.
Und bitte lass dir auf keinen Fall eine unsäglcihe Täter-Opfer-Umkehr einreden, es ist ganz klar und eindeutig ER, der eure Familie zerstört und euch massiv schadet. Da kann es vernünftigerweise keine zwei MEinungen geben. Ich würde auch ernsthaft in Frage stellen, ob ich mit diesem Menschen zusammen arbeiten und finanziell auch mit ihm verbandelt und damit von ihm abhängig sein möchte.
 
Zuletzt bearbeitet:
bildertage_44
Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #82
ich sehe, hier wurde eifrig diskutiert. Ich verstehe, dass bei diesem Thema die Meinungen auseinander gehen. Ich sehe die Grenzüberschreitungen, die passiert sind, auch klar. Das ist der Grund, warum ich keinen Schritt mehr zurück gehen werde, egal was er tut. Dennoch sind Theorie und Praxis zwei unterschiedliche Dinge, die Nuancen beinhalten. Ich verstehe jede Warnung und nehme sie ernst, aber für Betroffene ist das oft nicht so einfach und verstärkt schlussendlich nur das Gefühl, ohnehin alles falsch zu machen. Der (Ex)Partner tut das und manche (gut gemeinte) Ratschläge vermitteln dieses Gefühl auch. Der Ex sagt, ich bin zu hart zu ihm, alle Welt da draußen sagt das Gegenteil. Und nach vielen Jahren mit ambivalenten Aussagen ist das erst recht eine Challenge.

Infosern hoffe ich weiterhin auf
die Komponente, den Versuch weiter zu fahren, nicht alles in Schutt und Asche zu legen - selbst wenn er es war, der Fehler gemacht hat.
Solange er jetzt weiterhin kooperativ ist und sich auf dieser Basis möglicherweise Vereinbarungen treffen lassen, nehme ich eine gewisse Zeitspanne in Kauf, in der ich 'mitspiele'. Trotz allem, was passiert ist, sagt mein Bauchgefühl, dass dieser langsamere Weg sich richtiger anfühlt als die Eskalation und das Beharren auf Grundsätzen.

Es ist sozusagen der 'Last Try' - sollte noch einmal etwas vorfallen, werde ich mit Tochter weg sein.

Beruflich bin ich mit einem Nebenjob abgesichert, aus unseren Firmen gibt es derzeit kein Einkommen, insofern lässt sich das ggf. auch einfach auflösen. Wenn alles gut läuft, hat er eine vollzeitstelle in Aussicht, ich denke, das würde generell massiv an Druck rausnehmen.

Und bitte lass dir auf keinen Fall eine unsäglcihe Täter-Opfer-Umkehr einreden, es ist ganz klar und eindeutig ER, der eure Familie zerstört und euch massiv schadet.

Vielen Dank für deine worte
mein Verstand weiß es - und sieht das auch. Aber emotional sind die letzten Monate ganz schwierig für mich zu verarbeiten. Es bleibt dieses 'ich darf das nicht'-Gefühl als ständiger Begleiter.
Absurd… aber auch das werde ich überwinden können. Ich habe mir immerhin endlich ein Bett für meine Wohnung gekauft und heute Nacht schlafe ich zum ersten Mal in meinem neuen Schlafzimmer… und ich darf das! ☺️
 
Theoderich
Benutzer107327  (40) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #83
ich sehe, hier wurde eifrig diskutiert. Ich verstehe, dass bei diesem Thema die Meinungen auseinander gehen. Ich sehe die Grenzüberschreitungen, die passiert sind, auch klar. Das ist der Grund, warum ich keinen Schritt mehr zurück gehen werde, egal was er tut. Dennoch sind Theorie und Praxis zwei unterschiedliche Dinge, die Nuancen beinhalten. Ich verstehe jede Warnung und nehme sie ernst, aber für Betroffene ist das oft nicht so einfach und verstärkt schlussendlich nur das Gefühl, ohnehin alles falsch zu machen.
Ja, absolut verständlich. DAmit bist du ja nicht alleine. Du hast ja schon richtige Schritte unternommen und kannst jede Beratung brauchen.

Infosern hoffe ich weiterhin auf
die Komponente, den Versuch weiter zu fahren, nicht alles in Schutt und Asche zu legen - selbst wenn er es war, der Fehler gemacht hat.
Solange er jetzt weiterhin kooperativ ist und sich auf dieser Basis möglicherweise Vereinbarungen treffen lassen, nehme ich eine gewisse Zeitspanne in Kauf, in der ich 'mitspiele'. Trotz allem, was passiert ist, sagt mein Bauchgefühl, dass dieser langsamere Weg sich richtiger anfühlt als die Eskalation und das Beharren auf Grundsätzen.
Es ist ja eindeutig ER, der alles rücksichtlos in Schutt und Asche gelegt hat. Bisher hat er halt leider schon öfter gezeigt, dass er sich nicht an Vereinbarungen hält und auch nicht davor zurückschreckt eure Tochter als FAustpfand zur Erpressung zu missbrauchen.
Es ist sozusagen der 'Last Try' - sollte noch einmal etwas vorfallen, werde ich mit Tochter weg sein.
Das kannst du ja für dich so entscheiden, wie es passend ist. Dazu nur zwei wichtige Punkte:
1.) Vergiss nicht, dass auch eure Tochter betroffen ist.Du musst sie schützen! Er hat schon gezeigt, dass er sie nicht schützt, sondern ihr schadet.
2.) Bitte überlege dir genau und konkret, was du dann tun wirst "wenn wieder etwas vorfällt" und zwar so, dass du das dann auch tun wirst und möglichist leicht kannst.
Beruflich bin ich mit einem Nebenjob abgesichert, aus unseren Firmen gibt es derzeit kein Einkommen, insofern lässt sich das ggf. auch einfach auflösen. Wenn alles gut läuft, hat er eine vollzeitstelle in Aussicht, ich denke, das würde generell massiv an Druck rausnehmen.
Eigener Job und WOhnung sind super! Das ist wichtig! Gut gemacht!
Wenn die Firma eh nichts abwirft, dann würde ich mich an deiner Stelle schleunigst lösen. Das ist ja dann erst Recht kein Grund, sich den ganzen SCheiss reinzuziehen.
Es bleibt dieses 'ich darf das nicht'-Gefühl als ständiger Begleiter.
Es ist natürlich schwierig, ja. ICh würde ganz im Gegenteil sagen, du darfst nicht in dieser total toxischen, missbräuchlichen, gewalttägien Situation bleiben! Bitte sei dir selbst mehr wert. Und deiner Tochter vor allem auch!
Du wirst es krass empfinden, wie erleichtert es sich anfühlt, wenn du endlich sicher vor deinem Ex bist.
 
bildertage_44
Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #84
Es ist natürlich schwierig, ja. ICh würde ganz im Gegenteil sagen, du darfst nicht in dieser total toxischen, missbräuchlichen, gewalttägien Situation bleiben! Bitte sei dir selbst mehr wert. Und deiner Tochter vor allem auch!
Du wirst es krass empfinden, wie erleichtert es sich anfühlt, wenn du endlich sicher vor deinem Ex bist.
Danke! Ja, ich spüre auch jetzt schon manchmal diese Erleichterung, dass er nicht mehr mein Partner ist und ich mich in so vielen Dingen nicht mehr nach ihm richten muss. Ein großartiges Gefühl. Und gleichzeitig ein erschreckendes, wie weit ich mental in diesem inneren Gefängnis stecke, trotzdem Verständnis aufzubringen und immer noch weich zu sein.

Ich sehe das alles, ich höre die Ratschläge, aber ich bin nicht in der Lage einfach so 'drüberzufahren'. Alles hemmt mich. Ich bin stolz auf diese Schritte, die ich bis jetzt gesetzt und gehalten habe, aber die Last mile , das nun final zu regeln, ist nochmal schwer. Er ist jetzt in der Phase, wo er kooperativ ist, Abstand wahrt, scheinbar akzeptiert. Ich sage das mit Vorsicht, denn mittlerweile traue ich ihm nicht mehr und vermute hinter jedem Verhalten eine Strategie.
Ich gehe jetzt erstmal mit, mit dem maximalen Kompromiss, auch an zeitgleicher Anwesenheit im Haus, aber warum und wieso weiß ich selbst nicht mehr ganz.
Vermutlich weil ich nach diesem Horror der letzten Monate dafür schon dankbar bin. Ich habe jedenfalls bald wieder einen Termin bei der Mediatorin, werde mich auch extern stärken, um bis zum Jahresende Lösungen zu haben.
Im neuen Jahr möchte ich möglichst geklärt starten und all das hinter mir lassen …
 
B
Benutzer2404  Verbringt hier viel Zeit
  • #85
Vermutlich weil ich nach diesem Horror der letzten Monate dafür schon dankbar bin. Ich habe jedenfalls bald wieder einen Termin bei der Mediatorin, werde mich auch extern stärken, um bis zum Jahresende Lösungen zu haben.
Im neuen Jahr möchte ich möglichst geklärt starten und all das hinter mir lassen …


Mediation bringt eigentlich nur was wenn beide zu einem zugeständnis bereit sind.

So wurde mir da bei einem Versicherungsfall erklärt.

Ich frage mich was kannst du in dem fall zugestehen ?

Aus meiner Sicht eher vergeudetet zeit, aber vielleicht kapier ich auch nicht was du damit lösen willst.
Ausschließlich zum klären wie die Trennung ablaufen ,und das Sorgerecht ausgestaltet werden soll ?

So wie ich es verstanden habe ist eine Rückkehr zu ihm ausgeschlossen , bzw . nicht möglich.
 
Duracellhäschen
Benutzer211462  (44) Verbringt hier viel Zeit
  • #86
Ich bin über die letzten Seiten nur drüber geflogen. Erst mal möchte ich dir das hier dalassen :knuddel:
Ich finds total krass, was du alles auf die Beine stellst, trotz deiner verheerenden Umstände. Ich halte dich für eine verdammt starke Frau.

Du hattest in einem Beitrag von verdecktem Narzissmus gesprochen. Ich hab mich damit viel beschäftigt und auch für mich klingt alles ganz stark danach.
Auf Youtube gibt es zwei Kanäle, die richtig viel guten Input dazu machen: "Narzissmus verstehen" mit Marie und "Delia Schreiber". Kann ich dir beides nur ans Herz legen, die haben auch gute Beträge dazu, was alles bei ner Trennung beachtet werden sollte. Außerdem informier dich mal über DARVO. Das ist ne Strategie, die Täter immer wieder anwenden, um die Opfer weiter klein zu halten. Ich meine Psychologie to go hätte dazu einen guten Podcast gemacht.
Ich verstehe jede Warnung und nehme sie ernst, aber für Betroffene ist das oft nicht so einfach und verstärkt schlussendlich nur das Gefühl, ohnehin alles falsch zu machen.
Und genau dieses Gefühl ist klassisch für Opfer von Narzissmus. Da geht es unter anderem um Manipulation und Gaslighting. Wenn du nicht mehr weißt, was richtig und falsch ist, bist du auch nicht handlungsfähig und leichter manipulierbar.
Der Ex sagt, ich bin zu hart zu ihm, alle Welt da draußen sagt das Gegenteil. Und nach vielen Jahren mit ambivalenten Aussagen ist das erst recht eine Challenge.
Selbes Prinzip wie oben. Eine der fiesesten Manipulationsmethoden, wie ich finde.
Es bleibt dieses 'ich darf das nicht'-Gefühl als ständiger Begleiter.
Absurd… aber auch das werde ich überwinden können. Ich habe mir immerhin endlich ein Bett für meine Wohnung gekauft und heute Nacht schlafe ich zum ersten Mal in meinem neuen Schlafzimmer… und ich darf das! ☺️
Unbedingt darfst du das. Großartig! Zeigt einmal mehr, wie krass und ungerechtfertigt die Anforderungen an dich waren.
Danke! Ja, ich spüre auch jetzt schon manchmal diese Erleichterung, dass er nicht mehr mein Partner ist und ich mich in so vielen Dingen nicht mehr nach ihm richten muss. Ein großartiges Gefühl. Und gleichzeitig ein erschreckendes, wie weit ich mental in diesem inneren Gefängnis stecke, trotzdem Verständnis aufzubringen und immer noch weich zu sein.
Nach allem was ich weiß, ist "weich sein" nicht unbedingt die sinnvollste Strategie bei narzisstischem Verhalten. Damit kannst du zwar vielleicht eine Zeit lang einen Konflikt vermeiden, aber das geht zu deinen Kosten.
Verständnis finde ich sinnvoll, aber nicht vorrangig für ihn, sondern für dich und vor allem für die Dynamiken, durch die er dich da treibt. Wenn du weißt, was er warum macht, fällt es dir leichter, ein Stück weit zukünftiges Verhalten vorauszusehen und dich selber besser zu positionieren.
mittlerweile traue ich ihm nicht mehr und vermute hinter jedem Verhalten eine Strategie.
Zurecht übrigens. Menschen mit narzisstischen Tendenzen geht es um Macht. Er will Macht über dich, über eure Tochter, und über möglichst viele Aspekte eures Lebens. Um das zu erreichen schreckt er auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Er wird tun, was immer aus seiner Sicht funktioniert.

Du willst das Gegenteil, Du willst ihn (hoffe ich, du hättest zumindest sehr gute Gründe) langfristig aus Deinem Leben raus haben. Das ist der Grundkonflikt, und ich fürchte der wird dich leider durch den ganzen Abtrennungsprozess begleiten.

Im Moment ist es für ihn erfolgreich, sich kooperativ zu verhalten. Noch ist die Tochter im gemeinsamen Haus, er hat jederzeit Zugriff auf sie, und weil ihr geschäftlich verbunden seid, hat er auch noch Zugriff auf dich.
Ich befürchte, dass er seine schlimmsten Seiten zeigen wird, wenn ihm Aggression zielführender als Kooperation erscheint, und das kann jederzeit umschlagen.

Deswegen würde ich dir empfehlen, wenn du dazu die Kapazitäten hast, dich mit worst case Szenarien zu beschäftigen und vorzusorgen. Musst du nicht alleine machen, hol dir dazu alle Hilfe, die du kriegen kannst.
Wie schwer kann er es dir machen, aus der gemeinsamen Firma auszusteigen? Kann er eventuelle Schulden auf dich abwälzen? Gerade bei Geldthemen würde ich super drauf achten. Geld ist Macht, insbesondere wenn du das jetzt gerade brauchst, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Wie sieht es mit dem gemeinsamen Haus aus, oder mit weiterem gemeinsamen Besitz? Was musst du tun, damit du den Anteil, der dir zusteht, auch bekommst?

Wie sieht es mit deinem Nebenjob aus, hat er da irgendwie Zugriff drauf? Kann er dich da schlecht machen oder dir Steine in den Weg legen?

Was eure Tochter angeht, die ist leider ein ideales Machtmittel. Du liebst sie, damit bist du mit ihr erpressbar. Und leider sind narzisstische Menschen sehr erfolgreich bei offiziellen Verhandlungen, weil sie sich gut verkaufen können und dafür auch rücksichtslos lügen würden. Deswegen macht es Sinn, dass du jede Aggression von ihm sofort zur Anzeige bringst, damit hast du bessere Chancen beim Sorgerechtsstreit.

Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich hier so ein düsteres Bild male. Ich hoffe wirklich für dich, dass es glimpflich abläuft und wünsche dir das allerbeste für dein zukünftiges Leben.
 
bildertage_44
Benutzer200905  (43) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #87
Ich bin über die letzten Seiten nur drüber geflogen. Erst mal möchte ich dir das hier dalassen :knuddel:

Wenn ich könnte, würde ich deinen Beitrag mit 5x hilfreich und 5 x lieb bewerten 🥰

Vielen Danke für Deine Zeit und Deine Mühe, hier so viel dazulassen.

Ich bin gerade mit Arbeit eingedeckt, aber bin sehr froh über Deine Tipps und werde mir das alles ansehen - und bald nochmal ausführlicher antworten bzw. ein Update geben.
 
Duracellhäschen
Benutzer211462  (44) Verbringt hier viel Zeit
  • #88
Auf Youtube gibt es zwei Kanäle, die richtig viel guten Input dazu machen: "Narzissmus verstehen" mit Marie und "Delia Schreiber". Kann ich dir beides nur ans Herz legen, die haben auch gute Beträge dazu, was alles bei ner Trennung beachtet werden sollte. Außerdem informier dich mal über DARVO. Das ist ne Strategie, die Täter immer wieder anwenden, um die Opfer weiter klein zu halten. Ich meine Psychologie to go hätte dazu einen guten Podcast gemacht.
Ich lass dir mal noch die passenden Links dazu da:
DARVO: Täterstrategien entlarven
https://www.youtube.com/@Narzissmusverstehen
Ich bin gerade mit Arbeit eingedeckt, aber bin sehr froh über Deine Tipps und werde mir das alles ansehen - und bald nochmal ausführlicher antworten bzw. ein Update geben.
Bitte mach dir gar kein Stress mit nem Update. Klaren freuen wir uns darüber, aber viel wichtiger ist es, dass es dir und deiner Tochter gut geht!
 
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