Organspendepflicht?

Organspende per Gesetz ohne Widerruf zwangsweise?

  • dafuer

    Stimmen: 15 31,9%
  • dafuer, aber nur, wenn darueber aufgeklaert wird (Medicare Beispiel)

    Stimmen: 17 36,2%
  • dagegen

    Stimmen: 13 27,7%
  • keine Ahnung/egal

    Stimmen: 2 4,3%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    47

Benutzer15353 

Verbringt hier viel Zeit
Ich gebe zu, der Titel ist etwas reisserisch gewaehlt.

Vor der Abstimmung bitte zumindest das das Blaue lesen!

Aus aktuellem Anlass:

Hier in Queensland (Bundesstaat von Australien) wird gerade ein Gesetz vorbereitet, das vorsieht, dass jeder Bewohner automarisch Organspender ist, es sei denn er widerspricht schriftlich.

Man koennte sagen: Die Beweislast wird quasi umgedreht.


Die Intention ist recht offensichtlich. Da sich relativ wenige um das Thema kuemmern, geht man davon aus, dass auch wenige widersprechen. Damit hat man auf einen Schub viele Organspender.

Was haltet Ihr davon?

Wuerde so ein Gesetz in Deutschland vor dem Verfassungsgericht stand halten?

---------------------

Meine Meinung:

Ich bin strikt dagegen!

Auch wenn ich tot bin gehoert mein Koerper immer noch mir. Ich will darueber entscheiden, was mit meinen Ueberresten passiert, und das soll sich nicht der Staat anmassen.

Fuer mich ist das eine plumpe Ueberrumpelungstaktik des Staates.

Was ist,wenn eine Familie, die aus religioesen oder ethischen Gruenden Organspende ablehnt, ploetzlich erfaehrt, dass ihr verstorbener Verwandter bereits zwangsweise "gespendet" hat?

Wenn jemand aus anderen Bundesstaten oder aus Uebersee nach Queensland zieht, ist es wahrscheinlich das Letzte, an was er denkt: Widerspruch einzulegen. Die meisten werden gar nicht wissen, dass dann solch ein Gesetz exitiert. Sobald sie eine Wohnung hier mieten, sind sie auch gleichzeitig Organspender.

---------------------------

Im Prinzip ist es moeglich, dass man bei einem Zuzug/Einwanderung nach Queensland bei der An- oder Umeldung bei Medicare (staatliche Krankenkasse) ein entsprechendes Widerrufsformular automatisch zugeschickt bekommt (mit frankiertem Rueckumschlag).


Wenn das so geplant ist, wuerde ich meine Meinung leicht revidieren, aber daran habe ich grosse Zweifel.


Ich bin uebrigens selbst Organspender. Als ich vor zwei Jahren den Antrag ausgefuellt habe, lag ein Begleitschreiben bei:

Sinngemaess:
Haben sie sich das reiflich ueberlegt und in ausfuehrlichen Gespraechen mit ihren Angehoehrigen eroertert?. Bla Bla...

Vor dem Hintergrund des neuen Gesetzesentwurfs sind solche Phrasen der blanke Hohn!

Die kann man gleich in das Begleitschreiben zum Widerspruch woertlich uebernehmen!

Ich fuer meinen Fall habe beschlossen, dass wenn die Regierung der Meinung ist, dass man so ein Gesetz einfuehren muss, weil die meisten ihren Arsch nicht hoch kriegen um ein Spenderformular auszufeullen, werde ich nach der Einfuehrung zum 2ten Mal meinen Arsch hochkriegen und das entsprechende Nichtspender-Formular ausfuellen.

Sorry fuer die, die vielleicht mein Herz bekommen haetten.

Aber hier gehts mir ums Prinzip!

Happy discussion!
 

Benutzer72148 

Meistens hier zu finden
Mit dem Zusatz, dass man darüber immer informiert wird um Einspruch zu erheben wäre es mir egal.
Wenn es diesen Hinweis aber nicht sofort gibt wenn man dort hinzieht bzw wenn die Bevölkerung das nur einmal gesagt bekommt und dann müsste man sich von sich aus infos suchen bin ich dagegen.

Ich möchte auf jeden Fall immer selbst entscheiden dürfen, was mit meinen Organen passiert und ich will auch nicht, dass ich durch Unwissenheit plötzlich Organspender werde obwohl ich das nicht möchte.
 
G

Benutzer

Gast
Ich finde auch, dass jeder selbst bestimmen sollte, was nach dem Tod mit seinem Körper passiert.
Die Regelung hier in Deutschland, dass die Organspende freiwillig ist, finde ich total in Ordnung.

Wie kann das sein, dass ein Staat über die Körper der Bevölkerung entscheidet?
Und warum setzen sich dagegen keine Menschen ein? Wie kann sowas einfach beschlossen werden?
Schon komisch. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sowas in Deutschland vor dem Bundesverfassungsgericht durchgesetzt werden könnte, schon alleine aus moralischen Gründen.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Es darf natürlich nicht "heimlich" gemacht werden und das "Abmeldeverfahren" muss einfach und unkompliziert sein.

Dann seh ich eigentlich keine Nachteile für mich, bin dann ja eh tot! :engel:
 

Benutzer505 

Team-Alumni
In der Schweiz (oder wars Österreich?) gibts diese Lösung schon lange - und ich finds klasse. Wer wirklich partout nicht will, dass Organe entnommen werden, kann sich drum kümmern und das ausschließen und wem es völlig egal ist, wird nicht, wie momentan, Madenfutter, sondern spendet seine Organe dem guten Zweck.


Off-Topic:
Aber whitewolf, wenn du eine Vernünftige DIskussion wünschst, solltest du bei der Themenerstellung auf deine Wortwahl achten - ich gehe jede Wette ein, dass schon der erste gepostet hat, ohne den Text vernünftig zu lesen..
 

Benutzer76373 

Meistens hier zu finden
Mit dem Zusatz, dass man darüber immer informiert wird um Einspruch zu erheben wäre es mir egal.
Wenn es diesen Hinweis aber nicht sofort gibt wenn man dort hinzieht bzw wenn die Bevölkerung das nur einmal gesagt bekommt und dann müsste man sich von sich aus infos suchen bin ich dagegen.

Ich möchte auf jeden Fall immer selbst entscheiden dürfen, was mit meinen Organen passiert und ich will auch nicht, dass ich durch Unwissenheit plötzlich Organspender werde obwohl ich das nicht möchte.

Sehe ich auch so.
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
Was haltet Ihr davon?

Wuerde so ein Gesetz in Deutschland vor dem Verfassungsgericht stand halten?

ich halte das für sinnvoll. :smile:
selbstverständlich würde so ein gesetz vor dem verfassungsgericht stand halten.

du musst ja gar nicht bis nach australien gucken. :grin:
belgien und österreich haben doch diese widerspruchsregelung. :smile:

in der ddr war übrigens auch jeder organspender, der nicht widerrufen hat. :zwinker:

dein körper ist selbstverständlich immer noch deiner und du kannst IMMER entscheiden, was nach deinem tod damit passiert ... ganz gleich ob mir oder ohne widerspruchsregelung.
nur bist du halt erstmal gezwungen dich mit der thematik auseinander zu setzen, statt die hände in den schoß zu legen und zu sagen: joa ... eigentlich würde ich ja spenden, aber bin zu faul mir einen organspendeausweis zu besorgen.

ich glaube das die meisten eigentlich spenden würden und eben NICHT widerrufen würden.

aber so ein gesetzesentwurf ist ja (leider) bereits vor 2 jahren in deutschland schon gescheitert.
 

Benutzer31418 

Sehr bekannt hier
In der Schweiz (oder wars Österreich?) gibts diese Lösung schon lange
Genau, in Österreich läuft das so. Ich fänds gut, wenns auch hier so wäre. Ich kenne leider Leute, die gar nicht wussten, wie einfach es ist, sich einen Ausweis zu besorgen (die dachten, man müsse extra zu nem Amt gehen und sich anmelden etc) und deswegen keine Spender waren, nicht weil sie es nicht wollten.
 

Benutzer65590 

Beiträge füllen Bücher
Ich wüsste nicht, was dem Staat ein Recht darauf gibt, auf meinen Körper zugreifen zu dürfen, sei er tot oder lebendig.

Organspende (oder Spende des ganzen Körpers für die Wissenschaft) sollte, finde ich, eine freiwillige Entscheidung des Einzelnen sein, nicht die Norm, von der man sich entschuldigen muss.

Ich stehe dem Verfahren der Organspende sehr kritisch gegenüber. Der menschliche Körper als, sozusagen, geschützter Raum, sollte m.E. nicht bedenkenlos angegriffen werden... die Schutzsphäre sollte nicht ohne Not verkleinert werden, denn wenn man erst mal sagt: Organspende ist Pflicht!... dann ist es nicht mehr weit, und es wird gefragt, inwieweit man nicht generell im Falle größerer Notwendigkeit Menschen das Recht auf körperliche Unversehrtheit absprechen kann (Pflicht zur Blutspende, Pflicht zur Eizellen/Samenspende, Pflicht zur Knochenmarksspende...).

Der Körper ist keine Verfügungsmasse! Der Körper ist der absolute und letztendlich einzige Besitz des Individuums, und man sollte diesen Besitz absolut respektieren, auch über den Tod hinaus.
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
War mir nicht bekannt. Interessant zu wissen.
In den meisten europäischen Ländern gilt nämlich – auch für Ausländer – in Verbindung mit der Organspende die so genannte Widerspruchsregelung. Das bedeutet, dass man in diesen Ländern nach dem Ableben automatisch zum möglichen Organspender wird, wenn man nicht ausdrücklich etwas anderes festgelegt hat. In vielen Fällen haben dann nicht einmal mehr die Angehörigen ein Widerspruchsrecht.

Die Länder mit Widerspruchsregelung sind: Italien, Luxemburg, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn. Eine Sonderform der Widerspruchsregelung gilt in Belgien, Finnland und Norwegen. Hier haben die Angehörigen ein Einspruchsrecht. Auch in Schweden und Frankreich wird man automatisch zum Organspender. Allerdings müssen in diesen Ländern die Angehörigen informiert werden, ein Einspruchsrecht haben sie aber nicht.
http://www.weltzeituhr.com/reise/so_schnell_wird_ma.shtml

vor dem urlaub sollte man sich mal informieren. :zwinker:

aber es ist ja auch jedem bekannt, das man die gesetze des jeweiligen landes einzuhalten hat. :tongue:
 
G

Benutzer

Gast
Ich finds gut. Wer darauf besteht nicht als Organspender in Anspruch genommen zu werden kann dem ja widersprechen.

Alle, denen es total egal ist und die sich aber gleichzeitig einfach nie um einen Ausweis gekümmert haben, werden als Organspender gewonnen...und können dadurch anderen Menschen zu einem neuen Leben verhelfen.
 

Benutzer15353 

Verbringt hier viel Zeit
vor dem urlaub sollte man sich mal informieren. :zwinker:

aber es ist ja auch jedem bekannt, das man die gesetze des jeweiligen landes einzuhalten hat. :tongue:
Mit Urlaubern hat das jetzt nix zu tun. Der Rest waere ein eigenes Thema.
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
Mit Urlaubern hat das jetzt nix zu tun. Der Rest waere ein eigenes Thema.

naja, du fragst ja was man davon hält was in australien gemacht werden soll ... dabei hat man das ganze ja direkt vor der haustür und ich denke mal, fast jeder war schon in einem land wo die widerspruchsregelung gilt und war somit ... gewollt oder nicht ... ein potentieller organspender, wäre er dort gestorben. :zwinker:

abgesehen davon war dem system die eingabe zu kurz mit meinem zitat und ich musste noch was schreiben. :grin:
 

Benutzer11128 

Beiträge füllen Bücher
Ja, es würde auch vor dem BVerfG stand halten.

Weil es keinen Artikel im GG gibt, dem es widersprechen würde.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar" gilt zwar über den Tod hinaus, aber wenn ein dementsprechendes Gesetz erlassen werden würde, hätte jeder die Möglichkeit zu Lebzeiten dem zu widersprechen.

Insofern finde ich so eine Regelung gut.
 

Benutzer15353 

Verbringt hier viel Zeit
naja, du fragst ja was man davon hält was in australien gemacht werden soll ... dabei hat man das ganze ja direkt vor der haustür und ich denke mal, fast jeder war schon in einem land wo die widerspruchsregelung gilt und war somit ... gewollt oder nicht ... ein potentieller organspender, wäre er dort gestorben. :zwinker:

abgesehen davon war dem system die eingabe zu kurz mit meinem zitat und ich musste noch was schreiben. :grin:
Australien war nur der Aufhaenger fuer die Umfrage -- mir gings eigentlich ums Priinzip.

Scheinbar gibt es mehr Laender, die entsprechende Gesetze haben, als mir bewusst war. Da muss ich mich jetzt mal informieren.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Würde ich befürworten.

Widersprechen kann man ja, von daher ist es kein Zwang im eigentlichen Sinne.
 

Benutzer48619  (36)

Verbringt hier viel Zeit
ich wüsste nicht ob ich das gut fände....

evt wenn man genug gut vorher aufgeklärt wird... ok.

dann soll man noch genug zeit haben um sich so einen ausweis zu besorgen, das man NICHT spenden will.

die frage ist dann wohl eher, ob dies dann auch wirklich berücksichtigt wird.
ich meine steht das nur in dem ausweis drin, oder ist das noch irgendwo anderst festgehalten?

nur im ausweis wäre mir eindeutig zu unsicher. dann wär ich wohl dagegen.

da kann ja jeder kommen und sagen, die frau hatte keinen ausweis (nachweis), dass sie NICHT spenden will.
oder sie finden ihn "perzufall" nicht. oder was weiss ich.

das wär mir zu ungeheuerlich.

entweder ausweis UND noch wo registriert, oder ich würde es ablehnen.


ich wäre eher dafür, das man die leute besser übers organspenden aufklärt.
somit spenden dann sicher auch mehr leute.
wär mir echt lieber zuerst so rum, als gleich anders.
 

Benutzer67771 

Sehr bekannt hier
In der Schweiz (oder wars Österreich?) gibts diese Lösung schon lange - und ich finds klasse. Wer wirklich partout nicht will, dass Organe entnommen werden, kann sich drum kümmern und das ausschließen und wem es völlig egal ist, wird nicht, wie momentan, Madenfutter, sondern spendet seine Organe dem guten Zweck.
Genau meine Meinung.
 

Benutzer18636  (37)

Verbringt hier viel Zeit
inwieweit kann den zb die familie nach dem tot noch einspruch erheben? weil du ja zb religion ins spiel brachtest

ich glaub juden dürfen nicht aufgeschnitten werden wenn sie tot sind als beispiel

wenn der patient nun jude war un stirbt, hat die familie zeit zu sagen wir wollen nicht das die organe entnommen werden?

eigentlich geht das ja nicht weil die organe dann selbst absterben?



ich denke wenn die australische regierung bisher von organspendern eine überlegte entscheidung wollte und jetzt quasi viele unüberlegte haben wollen ist das ein starker kurswechsel

da müssten sie zumindest aufklärungskampanien starten und zwar nicht eine sondern in gewissen abständen damit folgende generationen auch was von mitbekommen
 
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