Organspendeausweis

Benutzer38494 

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Zumindest ist man mit 16 testierfähig, kann also rechtswirksame Testamente erstellen. Ein Organspendeausweis sollte m.E einem Testament in dieser Sache gleich gestellt sein. Aber selbst wenn er nicht rechtswirksam ist, nimmt er den Angehörigen im Zweifelsfall die Last der Entscheidung ab.

so siehts aus. :zwinker:

Ich wiederum finde es bedenklich, wenn man extra erklären muss, dass einem nicht gegen den eigenen Willen nach dem Hirntod die Organe entnommen werden. Übrigens nach dem Hirntod, nicht nach dem Tod. Immerhin wird der Körper am Leben erhalten, bis Organe entnommen wurden.
Warum also muss ich mir, wenn ich mich nicht explizit dagegen äußere, bei funktionierenden Körperfunktionen meine Organe entnehmen lassen?

Ich darf zu Lebzeiten über meinen Körper vollkommen frei entscheiden, und das Recht steht mir auch über meinen Tod hinaus zu. Weder habe ich einen Organspenderausweis noch möchte ich Organe spenden.

bezüglich des hirntods sprichst du den idealfall an, den jeder mediziner begrüßt.

letztlich werden die angehörigen immer gefragt wie verfahren werden soll.
ein organspendeausweis ist in meinen augen ein hilfsmittel ihnen die entscheidung abzunehmen.
genauso wie ich sagen kann, ob ich verbrannt werden möchte oder klassisch in einem sarg beerdigt werden will mit einem grabstein drauf.

bei einem organspendeausweis kannst du ja auch sagen, das KEINE organe entnommen werden sollen.

aber mal ne andere frage .... wenn du so denkst .... hast du eine patientenverfügung?
 

Benutzer79580 

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Ich habe keinen, ich brauche auch keinen...in Österreich ist man automatisch Organspender, ausser man läßt sich explizit in eine nicht-Organspender-Datenbank eintragen.
 

Benutzer48572 

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bezüglich des hirntods sprichst du den idealfall an, den jeder mediziner begrüßt.

letztlich werden die angehörigen immer gefragt wie verfahren werden soll.
ein organspendeausweis ist in meinen augen ein hilfsmittel ihnen die entscheidung abzunehmen.
genauso wie ich sagen kann, ob ich verbrannt werden möchte oder klassisch in einem sarg beerdigt werden will mit einem grabstein drauf.

bei einem organspendeausweis kannst du ja auch sagen, das KEINE organe entnommen werden sollen.

aber mal ne andere frage .... wenn du so denkst .... hast du eine patientenverfügung?

Den Hirntod sprach ich insofern an, als dass mir lange Zeit unbekannt war, wie so eine Organentnahme abläuft. Mir gefällt die Vorstellung nicht, dass - mit Ausnahme meines Gehirns - mein Körper noch vollkommen lebt und mir dann ein Arzt Organe entnimmt. Überhaupt scheinen mir die Organspende und der Ablauf sowie die Diskussion, wann entnommen wird und wann ein Mensch nun als tot zu betrachten ist, nicht genug ins Bewusstsein vieler gerückt.

Meine Familie weißt seit langem ebenso wie meine Freundin, dass ich keine Organspende möchte, auch wenn ein "negativer" Organspenderausweis natürlich noch mehr Klarheit schafft.

Off-Topic:
Eine Patientenverfügung habe ich auch nicht...ich verdränge so etwas wie all die anderen auch. Da ich für mich bisher keine Behandlungsmethode ausschließen wollte und noch relativ jung bin, hab ich da bisher keine Notwendigkeit gesehen.
 

Benutzer15353 

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Ich hab sowas.

Man wird bei mir aber wahrscheinlich sowieso nicht viel Brauchbares finden -- und den Rest kann man dann einfach in die Tonne treten. :grin:
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
Den Hirntod sprach ich insofern an, als dass mir lange Zeit unbekannt war, wie so eine Organentnahme abläuft. Mir gefällt die Vorstellung nicht, dass - mit Ausnahme meines Gehirns - mein Körper noch vollkommen lebt und mir dann ein Arzt Organe entnimmt. Überhaupt scheinen mir die Organspende und der Ablauf sowie die Diskussion, wann entnommen wird und wann ein Mensch nun als tot zu betrachten ist, nicht genug ins Bewusstsein vieler gerückt.

Meine Familie weißt seit langem ebenso wie meine Freundin, dass ich keine Organspende möchte, auch wenn ein "negativer" Organspenderausweis natürlich noch mehr Klarheit schafft.

Off-Topic:
Eine Patientenverfügung habe ich auch nicht...ich verdränge so etwas wie all die anderen auch. Da ich für mich bisher keine Behandlungsmethode ausschließen wollte und noch relativ jung bin, hab ich da bisher keine Notwendigkeit gesehen.

äh, wenn bei dir der hirntod festgestellt wird, dann bist du tot!!!
http://de.wikipedia.org/wiki/Hirntod

wenn dein hirn also nicht mehr arbeitet schlägt dein herz nicht mehr und nichts lebt mehr in deinem körper .... ausser ein paar zellen die sich noch weiter teilen und die fingernägel und haare noch über den tod hinaus wachsen. :zwinker:

offensichtlich hast du dich wohl nicht genügend oder falsch informiert wie eine organentnahme von statten geht.

das man also in einem krankenhaus an einer herz-lungen-maschine angeschlossen ist und dann erst der hirntod festgestellt wird, ist eben der medizinische idealfall.
glaubst du jeder der bei einem verkehrsunfall stirbt fällt automatisch aus dem raster zur organspende? :ratlos:
 

Benutzer78707  (31)

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Ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber ich habe keinen Organspendeausweis. Weiß auch garnicht ab welchen Altern man das machen lassen kann.

Leider wurde vor einigen Tagen bei meiner Tante festgestellt dass sie zwei Schrumpfnieren hat und in den nächsten 2 Jahren eine Spenderniere braucht. Ich hab mit ihr geredet und sie hat mir erklärt wie schwer man ein neues Organ bekommt...

Deswegen werd ich mir irgendwann auch einen Spenderausweis holen.

Ausserdem find ichs super wie viele von hier einen Ausweis haben :smile:
 

Benutzer37399 

Benutzer gesperrt
Da ich niemals selbst in die Situation kommen möchte, vielleicht vergeblich auf ein Spenderorgan warten zu müssen, besitze ich natürlich einen Organspendeausweis.
Wenn ich tot bin, kann man mir gerne alles entnehmen, wenn es das Leben eines anderen rettet.
 
G

Benutzer

Gast
ich hab auch einen. kann alles raus. wenn ich tot bin brauch ich es eh nicht mehr. also ruhig alles raus. is der sarg wenigstens leichter :smile:

by the way: den österreichischen weg finde ich übrigens den weitaus besseren.
 

Benutzer62819 

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Ich wohne in Österreich, und hab das nicht gewusst, dass man automatisch nach dem Tod als Spender in Frage kommt. Und ich finde das eigentlich nicht richtig, weil das wissen nur sehr wenige. Und wenn man dann stirbt, können nicht mal mehr die Angehörigen was dagegen tun. Ich finde, da ist der Staat mal wieder etwas zu weit in die Privatsphäre vorgedrungen. Auch wenn man nur als Besucher in Österreich stirbt, und in seinem Heimatsland einen Organspendeausweis mit 'NEIN' hat, gilt trotzdem österreichisches Gesetz.

Ich hab mich jetzt noch nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigt, dass ich sagen könnte, ob ich spenden will oder nicht.
Aber ich denke, ich werde mich auf der Nichtspenderliste eintragen lassen. Weil mir das Thema viel zu viel vertuscht wird, und man nicht wirklich Infos dazu bekommt, wann und wie genau der Tod festgestellt wird, und ich jetzt schon sehr viel gehört hab, dass Menschen aufgeschnitten wurden, die eigentlich noch eine Chance gehabt hätten.

Aber ich muss mir das alles noch mal durch den Kopf gehen lassen.
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
Und wenn man dann stirbt, können nicht mal mehr die Angehörigen was dagegen tun. Ich finde, da ist der Staat mal wieder etwas zu weit in die Privatsphäre vorgedrungen. Auch wenn man nur als Besucher in Österreich stirbt, und in seinem Heimatsland einen Organspendeausweis mit 'NEIN' hat, gilt trotzdem österreichisches Gesetz.

ich glaube da hast du was falsch verstanden.

gibt man in google "organspende österreich" ein, steht gleich im ersten link:

In Österreich gilt die sogenannte Widerspruchslösung. Ein Organ, ein Organteil oder Gewebe dürfen einem "Organspender" nur dann entnommen werden, wenn kein zu Lebzeiten abgegebener Widerspruch vorliegt. Sämtliche Transplantationszentren in Österreich sind verpflichtet, vor einer geplanten Organentnahme das Vorliegen eines Widerspruches im sogenannten Widerspruchregister zu prüfen. Diese Abfragen werden durch das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) dokumentiert.

Wer seine Organe, Organteile oder Gewebe nicht "schenken" möchte, also eine Organentnahme ablehnt, muss einen Widerspruch schriftlich dokumentieren (z.B. bei seinen Ausweispapieren). Aus dem Widerspruch muss hervorgehen, dass man mit der Organentnahme nicht einverstanden ist. Außerdem sollte man sich im sogenannten »Widerspruchregister gegen Organspende« eintragen lassen.

Das gilt auch für Ausländer, die sich in Österreich aufhalten (z.B. im Urlaub!).
http://www.transplantation-informat...etze/organspende_oesterreich_widerspruch.html
 

Benutzer62819 

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haarefan: Ich versteh nicht wirklich, was ich da jetzt falsch verstanden hab. In deinem zitat steht ja das selbe drinnen, was ich gemeint hab. Wenn man nicht zu Lebzeiten im österreichischen Register 'NEIN' gesagt hat, dann kommt man automatisch auf die Spenderliste. Wenn du nicht einen Zettel im Geldbörsal hast, wo 'NEIN' draufsteht. Aber wenn du diesen nicht hast, dann gilt auch für dich, als Deutscher, österreichisches Gesetz.
 

Benutzer75674 

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Ich werde mir bald einen holen, mir
darf man alles rausnehmen.
 

Benutzer48572 

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äh, wenn bei dir der hirntod festgestellt wird, dann bist du tot!!!
http://de.wikipedia.org/wiki/Hirntod

wenn dein hirn also nicht mehr arbeitet schlägt dein herz nicht mehr und nichts lebt mehr in deinem körper .... ausser ein paar zellen die sich noch weiter teilen und die fingernägel und haare noch über den tod hinaus wachsen. :zwinker:

offensichtlich hast du dich wohl nicht genügend oder falsch informiert wie eine organentnahme von statten geht.

das man also in einem krankenhaus an einer herz-lungen-maschine angeschlossen ist und dann erst der hirntod festgestellt wird, ist eben der medizinische idealfall.
glaubst du jeder der bei einem verkehrsunfall stirbt fällt automatisch aus dem raster zur organspende? :ratlos:

Ich glaube, wir reden aneinander vorbei.
Wie man letztlich auf dem OP-Tisch landet, mag dahinstehen.

Auf der Seite der DSO ist der Ablauf einer Organspende so etwa umrissen:
http://www.dso.de/barrierefrei/organspendeablauf.html

Da wird vom Verstorbenen gesprochen, jedoch auch nur der Hirntod erwähnt. Dass der Körper weiter an Maschinen hängt, fällt da unter den Tisch. Findet man z.B. hier:
http://www.klinikum.uni-muenster.de/organspende/hintergrund/ablaufeinerorganspende/index.php

Ob nun Unfall, Krankheit oder was auch immer, ich kann mich als Organspender in einem bestimmten Fall nicht dagegen wehren, dass mein Körper so lange weiter am Leben gehalten wird, bis man mir Organe entnommen hat. Davon mag ich hoffentlich nichts mitkriegen, weil mein Gehirn ja abgestorben ist, aber der Umstand, dass der Körper noch "lebt", fällt anscheinend gerne unter den Tisch.
Etwas anderes, was du unter deinem selbst geposteten Link lesen kannst, ist z.B. die EEG-Messung bei einem Hirntoten. Der Kreislauf der Halsschlagader ist noch intakt und versorgt die Hirnhäute, sodass dort Nervenzellen überleben können.
Das macht mich zwar auch nicht wieder lebendig, aber der Ablauf ist dann doch ein anderer, als man z.B. bei der DSO lesen kann, und auf mehr wollte ich eigentlich auch gar nicht hinaus.
 

Benutzer55841 

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Ich habe einen - ist für Motorradfahrer so oder so ein Muss - und es kann alles raus.

Warum: ich bin jung, gesund.
 
R

Benutzer

Gast
Ja, ich habe einen Organspenderausweis.

Ich wäre ja auch froh, wenn ich selber oder einer meiner Angehörigen ein lebensrettendes Organ erhalten würde - und wenn ich unter der Erde liege, vergammeln meine Innereien doch eh, da sind sie bei einem lebendigen Menschen wohl besser aufgehoben.
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
Ich glaube, wir reden aneinander vorbei.

hm.
glaub ich auch. :grin:

ok, bei mir wird mal irgendwann der hirntod festgestellt.
also für mich ist das dann so, das ich in dem moment tot bin. :smile:
siehst du das anders?

dann kommt ein zweiter arzt um bei mir den tod festzustellen, wobei das ja schon ein privileg ist, denn das bekommt ja wohl sonst ein "normal gestorbener" nicht.

also bin ich tot!

ja, da werden maschinen benutzt, um meine organe am funktionieren zu halten.

ich bin also hirntot und bekomme davon nichts mehr mit.

wenn die maschinen abgestellt werden, habe ich keinen puls mehr, weil der puls eben durch die maschine erzeugt wird, oder? :ratlos:
also interessiert mich das nicht, ob da an mir rumgeschnippelt wird, weil ich einfach nicht mehr unter den lebenden weile.

mich interessiert das ja auch nicht, das wenn ich in einer kiste liege und in ein erdloch versenkt werde, das da die würmer in meine kiste kommen und mich auffressen, oder ob ich bei ein paar hundert grad verbrannt werde. :ratlos:

nur mal so zur info:
wenn jemand sagt, das er keine organe spenden möchte, ist das ja ok. :smile:
wenn jemand sagt, das er es nicht mit seinem gewissen vereinbaren auch.

mir hat mal ein sehr gläubiger mensch gesagt, das er heil da oben im himmel ankommen will .... ich hab ihn gefragt, ob ihm bewusst ist, das nur seine seele da oben ankommt und sein vergänglicher körper hier bleibt.

jeder sollte sich eben seine meinung bilden und seine entscheidung fällen. :zwinker:
hat man bedenken, sollte man sich gegen eine organspende aussprechen ... hat man verstanden das man tot ist, wenn man tot ist, dann muss man meiner ansicht nach nicht den körper unbedingt den maden überlassen, sondern KANN damit noch was gutes tun für die, die für jede hilfe dankbar sind.

so sehe ich das jedenfalls ... und wenn du einen grund hast die organspende abzulehnen ist das doch voll ok und zu respektieren. :smile:
aber bitte sag dann auch, das du keine organe empfangen möchtest, wenn du sie benötigst. :zwinker:
 
1 Woche(n) später

Benutzer35934  (31)

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Ich habe einen, als ich 16 wurde direkt ausgefüllt.
Die Frage ist doch eher: warum nicht?
Ich bin tot, kann mit meinen Organen sowieso nichts mehr anfangen und ich finde es beruhigend, zu wissen, dass mein Tod wenigstens insofern einen Sinn ergibt, als dass ich möglicherweise damit noch ein anderes Leben gerettet habe.

genauso sehe ich das auch...
 

Benutzer77224 

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Ich bin sehr Überrascht wieviel hier einen Organspendeausweis haben.

Hab selber natürlich auch einen.
 
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