Organspende<->Organspender

Benutzer14593 

Verbringt hier viel Zeit
habe das heute nochmal im Radio gehört - es geht nicht darum, daß Nicht-Spender kein Organ erhalten, sondern nur, daß die die Organe spenden bevorzugt Spenderorgane bekommen, und das finde ich richtig so, hat schließlich was von Gerechtigkeit der Gesellschaft gegenüber und da macht dann Geld keinen Unterschied im Gegensatz zu heute wo sich reiche Leute unter Umständen aus dubiosen Quellen am Ende der Welt was besorgen können. Und auch das Problem der langen Wartezeiten wäre dann nicht mehr so schlimm, weil halt mehr Leute drüber nachdenken würde und sich dann fürs Spenden entscheiden würden. Ich glaube, die meisten sind nicht dagegen, sondern haben nur noch nicht drüber nachgedacht, bis es dann zu spät ist...
 

Benutzer15353 

Verbringt hier viel Zeit
Gutes Thema!

Als ich die Frage hier zum ersten Mal gelesen habe, habe ich auch erst die Nase geruempft. Aber je mehr ich darueber nachdenke, desto besser finde ich es.

Dafuer spricht viel. Was spricht dagegen?

Religioese Einstellung: Wenn man konsequent gegen Organspende ist, muss man auch konsequent gegen den Empfang eines Spenderorgans sein. Ansonsten macht diese Einstellung keinen Sinn.

Die Definition von Tod: Dass ist natuerlich schon etwas heikel. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand, bei dem der Hirntod festgestellt wurde, spaeter nochmal aufwacht und gesund das Krankenhaus verlaesst. Und im Zweifelsfalle bin ich lieber nach einer verfruehten Organspende richtig tot, als spaeter im Sarg unter der Erde nochmal aufzuwachen.

Sternschnuppe_x schrieb:
Was ich allerdings gut fände: Ich habe in einer Diskussion im Fernsehen den Vorschlag gehört, bei der Verlängerung des Personalausweises GRUNDSÄTZLICH auch zwingend das Ausfüllen eines Organspendeausweises einzuführen. Und zwar nicht so, daß man Organe spenden MUSS, sondern so, daß man auch "nein" sagen darf.
Die Idee ist nicht neu. In Australien ist das bereits so. Da gibt es zwar keine Personalausweise, aber das wird im Fueherschein vermerkt.

Ich muss jetzt zu meiner Schande gestehen, dass in meinem Donor=No drin steht. Aber das werde ich bei der Verlaengerung naechtes Jahr aendern lassen.

dergutekoenig schrieb:
Klasse: Schon wieder so ein cleverer Schachzug der Mächtigen, uns grundlegende Werte wie Solidarität abzugewöhnen.

Liebe deinen nächsten - so lange du was davon hast.

Scheiß Kapitalismus.

LOL! Ist heute schon der 1. April? Tatsaechlich. Was hat denn das mit Kapitalismus zu tun??? Nur weil Dir die Idee nicht passt, ist das noch lange nicht kapitalistisch. (So kann man natuerlich auch zu einem politischen Weltbild kommen)

Und Deine Definition von Solidaritaet muss recht seltsam sein, wenn das heisst, dass sich alle auf die Solidaritaet von ein paar wenigen verlassen, obwohl sie in diesem Falle problemlos dazu beitragen koennten.
 
R

Benutzer

Gast
~Carry~ schrieb:
Wo hast Du denn das her
Naja die Niere kann man ersetzen und über einen gewissen Zeitraum auch evtl. das Herz.

Aber ich habe noch keinen Ersatz für eine Leber gesehen.

Nicht nur das ich jetzt ne 1/4 Stunde danach googln mußte um die Antwort zu bringen sondern ich sah dadurch auch Operationsbilder *bäähh* .
Ich glaube ich lasse jetzt das Frühstück, sonst muss ich brechen ^^ .

Es gibt ne Leberdialyse, die heißt Mars-Verfahren. Aber das scheint nur für ne Weile zu helfen. Aber immerhin können alle Organe mittel- bis langfristig durch Maschinen ersetzt werden.

Lt. Cmdr. Data schrieb:
Ich bin medizinisch nicht so bewandert: Geht das in allen Fällen, beliebig lange?

Medizin ist auch nicht mein Fachgebiet. Aber ich glaube schon nach spätestens 1 Monat willste doch nicht mehr von Maschinen abhängig sein, oder? Und dann wirst du dir automatisch ein Spenderausweis holen um endlich ein neues Organ zu bekommen.
 

Benutzer11128 

Beiträge füllen Bücher
Die Idee finde ich nicht gut, sie würde die Grundwerte unseres Sozial- und Solidaritätsstaates (soweit er überhaupt noch existiert) doch erheblich untergraben.

Aber die Idee, die jetzt auch schon als Gesetzesinitiative angedacht ist, nämlich, dass jeder, der nicht ausdrücklich widerspricht, einer Organspende zustimmt, find ich besser. Viele Menschen (unter anderem auch ich :schuechte ) sind nämlich grundsätzlich zur Organspende bereit, haben aber keine Lust das verwaltungstechnische Procedere durchzuführen oder denken schlicht und ergreifend nicht daran. Da in Deutschland eh jeder gemeldet sein muss, kann man den Ausschluß bein der Anmeldung durch ein einfaches Kreuzchen bewerkstelligen. Da auf diese Datei nicht nur die Meldeämter, sondern auch die Polizei Zugriff hat, ist eine dauernde Abrufbarkeit gewährleistet.
 

Benutzer15785 

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Reservoir Dog schrieb:
Es gibt ne Leberdialyse, die heißt Mars-Verfahren. Aber das scheint nur für ne Weile zu helfen. Aber immerhin können alle Organe mittel- bis langfristig durch Maschinen ersetzt werden.

Tja nur schade, daß die Leber nicht nur eine entgiftende Funktion hat, sondern auch eine Synthesefunktion z. B. von Blutgerinnungsfaktoren, Albumin, Harnstoff, Kreatin, Glucose, Globulin usw. hat.

Die Lunge kann man übrigens auch nur kurze Zeit ersetzten, durch ECMO.

PS: Wir haben hier doch einen Experten?
 

Benutzer31418 

Sehr bekannt hier
Laut www.oraganspende-kampagne genügt es sogar, wenn man sich den Ausweis selber bastelt und die Bereitschaft auf einem Blatt Papier festhält:
"Es ist auch möglich, seine Erklärung einfach nur auf einem Bogen Papier formlos festzuhalten."
 
11 Monat(e) später

Benutzer55448 

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Ich denke, jeder muss das Recht auf ein Spenderorgan haben!

Aber ich denke auch, man muss sich Gedanken machen und deshalb sollte eine Widerspruchsregelung wie in Österreich und Spanien gemacht werden
 
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