Offene Ehe bzw Beziehung

Benutzer3336  (37)

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Nun, da hier gern zerpflückt und zerklaubt wird, schicke ich einfach mal sicherheitshalber voraus: Die nun folgende Schilderung ist subjektiv und muss nicht verallgemeinert werden. Zum Nachdenken, zur Zustimmung und/oder zum Widerspruch darf sie natürlich trotzdem anregen. :zwinker:


Für mich persönlich ist eine offene Ehe derzeit realistischerweise zwar als Gedankenspiel interessant, in der Realität aber mit zu vielen Risiken behaftet, um so etwas wirklich in die Tat umsetzen zu wollen. Für mich ist der Gedanke an lebenslange sexuelle und emotionale Treue und Stabilität auch nicht absurd, sondern durchaus vorstellbar. Meine jetzige Frau und ich sind vor über 16 Jahren im Alter von 18 bzw. 16 Jahren zusammengekommen und bisher der einzige Sexualpartner des jeweils anderen. Unser Liebes- und Sexleben hat in dieser Zeit natürlich Höhen und Tiefen erlebt, ist aber immer noch (und eigentlich immer mehr) spannend und gleichzeitig vertraut und abwechslungsreich. Gerade im letzten Monat haben wir wieder einige "erste Male" erlebt - das geht auch nach 16 Jahren noch. :cool:

Natürlich gab es Phasen, wo ich mir überlegte, ob wir beide es nicht irgendwann bereuen würden, so exklusiv miteinander zu sein, niemals "andere Haut" zu spüren - aber wir sprechen hin und wieder drüber und sehen derzeit keinen Anlass, unser Beziehungsarrangement zu ändern.

Für uns beide kommt wohl auch dazu, dass uns beiden der Aspekt der "Ganzannahme" in der Beziehung wirklich wichtig ist und uns stützt und hält. Bei der Hochzeit haben wir uns versprochen, einander ganz und gar anzunehmen - mit Stärken und Schwächen (die wir beide haben). Das gibt uns einfach Sicherheit und das Vertrauen, als ganzer Mensch angenommen zu sein.
Wenn ich jetzt Dinge, die ich vielleicht in meiner Ehe vermisse, das sprichwörtliche "grünere Gras auf der anderen Seite des Zauns" suche (oder meine Frau das täte), würde eventuell doch irgendwann der Selbstwert darunter leiden und ohne Not ein Unsicherheitsfaktor in die Beziehung einkehren, der durchaus das Potential hätte, die Hauptbeziehung zu verwunden.

Ich sehe gerade bei einer Freundin, dass die Öffnung einer Beziehung - wenn man sie nicht gut kommuniziert, Regeln aufstellt, mit denen alle leben können und diese auch einhält - auch ganz gehörig nach hinten losgehen kann. Die zwei haben mit Clubbesuchen, Partnertausch, Dreiern etc. begonnen, dann hat sie - zunächst noch konsensual - begonnen, Aspekte, die sie in der Beziehung vermisst gezielt in anderen Fixpartnern zu suchen und zu finden. Daraus ist dann eigentlich eine polyamore Beziehung zu zwei Männern geworden, was aber ihrem Mann zunehmend zu viel wurde und auf ihrer Seite in die Heimlichkeit abglitt. Derzeit stehen sie vor einer sehr fragil gewordenen Ehe, machen eine Paartherapie und suchen sich getrennte Wohnungen. Weiß nicht, ob da noch was zu retten ist. :hmm: Die Frage ist natürlich auch, ob die Beziehung nicht von Anfang an auf ungleichen Erwartungen beruhte.

Ich wiederhole: Das ist natürlich ein Einzelfall, den ich nicht generalisieren möchte, der aber dennoch für mich die möglichen Tücken offener Arrangements - gerade, wenn sie nicht von beiden Partnern mit gleicher Begeisterung gewählt werden - aufzeigt.

Jeder und jedem, die offene Arrangements in ihr Leben integriert und so leben kann, dass niemand verletzt wird: Herzlichen Glückwunsch!
Für mich wäre es derzeit nichts.
 
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Gast
Wenn ihr das alles so abgesprochen habt, wird dann auch gesagt wer dann mit wem was gehabt hat?

oder bleibt das dann unter Verschluss?

Werden die anderen Sex Partner mit nach Hause genommen?

oder wie kann man sich das so vorstellen?

Nun bevor man so eine Beziehung beginnt, jedenfalls warmes bei uns so, haben wir vorbei den Rahmen abgesteckt.

Mein Mann kennt meinen festen Lover, wenn ich irgendein Ons habe dann nicht.

Mein Lover kommt zu mir nach Hause, haben ein großes Gästezimmer, Ehebett ist tabu!!!

Ich erzähle meinen Mann keine Details über unseren Sex, wenn nur wenn gewünscht!
 

Benutzer3336  (37)

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Dachte ich mir. Und werden die gezielt aus dem Haus geschickt (wie kommuniziert man das?) oder eher der Lover ins Haus geholt, wenn es sich eben ergibt? Oder ist es eher zu Zeiten, wo Kinder in der Schule und der Mann in der Arbeit sind?
 

Benutzer71015 

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Wenn ihr das alles so abgesprochen habt, wird dann auch gesagt wer dann mit wem was gehabt hat?
Unbedingt. Mit Geheimhaltung würde das ganze Vertrauen kippen. Wer in Frage kommt ist bekannt, bevor es intim wird.

oder bleibt das dann unter Verschluss?
Nein.

Werden die anderen Sex Partner mit nach Hause genommen?
Ja, wir haben aber keine reinen Sexpartner.

oder wie kann man sich das so vorstellen?
Das Bett ist groß genug für drei (oder vier), der Frühstückstisch auch und außerdem kann man so viel besser was zusammen unternehmen.
 
V

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Gast
Dachte ich mir. Und werden die gezielt aus dem Haus geschickt (wie kommuniziert man das?) oder eher der Lover ins Haus geholt, wenn es sich eben ergibt? Oder ist es eher zu Zeiten, wo Kinder in der Schule und der Mann in der Arbeit sind?


Nein es sind Zeiten, wo Mann und Kinder aus dem Haus ist!
 

Benutzer131884 

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widerspruch sollte ja angeregt werden ...

Für uns beide kommt wohl auch dazu, dass uns beiden der Aspekt der "Ganzannahme" in der Beziehung wirklich wichtig ist und uns stützt und hält. Bei der Hochzeit haben wir uns versprochen, einander ganz und gar anzunehmen - mit Stärken und Schwächen (die wir beide haben). Das gibt uns einfach Sicherheit und das Vertrauen, als ganzer Mensch angenommen zu sein.
Wenn ich jetzt Dinge, die ich vielleicht in meiner Ehe vermisse, das sprichwörtliche "grünere Gras auf der anderen Seite des Zauns" suche (oder meine Frau das täte), würde eventuell doch irgendwann der Selbstwert darunter leiden und ohne Not ein Unsicherheitsfaktor in die Beziehung einkehren, der durchaus das Potential hätte, die Hauptbeziehung zu verwunden.
Den Teil deines Beitrags verstehe ich nicht, bzw. ich verstehe nicht, was Du damit sagen willst.

Geht es darum, Menschen in einer OB würden sich nicht gegenseitig ganz annehmen? Ich behaupte, das Gegenteil ist wenigstens bei uns der Fall. Ich kann meine Frau sogar mit samt ihrem Vergnügen annehmen, das sie jüngst mit einem andern Mann hatte. Ich, und sie ebenfalls, können es annehmen, dass das sexuelle Vergnügen, selbst die emotionale Begegnung mit andren Sexpartnern (Respekt, Achtung, Wertschätzung, …) nicht ausschließlich auf uns beschränkt ist. Ich kann meine Frau so annehmen wie sie ist, absolut ohne Einschränkung und Ausschlüssen. Die Regeln, die wir im Rahmen unserer OB haben, sind Kommitments und somit keine Einseitigkeiten. Den Partner ganz anzunehmen steht für mich nicht im Widerspruch zu einer OB, im Gegenteil, es ist für mich die unerlässliche Basis dafür

Was den Aspekt Selbstwert betrifft, verstehe ich deine Botschaft so, dass ihr die Sicherheit innerhalb der geschlossenen Beziehung braucht, und damit risikofreien und konkurrenzlos, um eueren Selbstwert nicht zu gefährden. David Schnarch nennt diese Konstellationen “Fremdbestätigung“. Für mich kann ich nicht nachvollziehen, warum mein Selbstwert leiden sollte, wenn meine Frau Sex mit anderen hat. Der Umkehrschluss würde nämlich heißen, mein Selbstwert steigt, würde sie das nicht … und damit wäre mein Selbstwert von ihr und ihrer Wahl ihres Sexpartners abhängig. Wäre dem so, dann würde ich auch von einer OB abraten, allerdings zum Nachdenken über Abhängigkeiten in der Beziehung und der Quelle des eigenen Selbstwertes.
Weiter bringst Du das Stichwort von Not und Unsicherheitsfaktoren, auch da verstehe ich die eigentliche Botschaft nicht, insbesondere die Wertung. Du schreibst so, als wäre eine OB aus einer Not (Not welcher Natur?) raus geboren, warum beinhaltet sie Unsicherheitsfaktoren (über die Unsicherheiten geschlossener Beziehungen hinaus?), warum geht von ihr das Potential aus, die Hauptbeziehung zu gefährden. Ich stelle hier mal die These auf, dass ca. die Hälfte aller Ehen heute geschieden wird. Die Quote der gescheiterten informellen Beziehungen (im allgemeinen vor der Ehe) dürfte nochmal deutlich höher sein. Und ich behaupte, eine Beziehung/Ehe geht dann den Bach runter, wenn die Partner nicht zur Wahl/Gestaltung einer Partnerschaft fähig sind, die zu ihnen passt. Das Beziehungsmodell ist allenfalls die Bühne auf der das Scheitern stattfindet, aber sicher nicht die Ursache dafür. Das sehe ich auch in dem von dir geschilderten Fall deiner Freundin so.
 
V

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Gast
Gerade gestern hatte ich mit meiner mittleren Schwester das Thema offene Ehe.
Sie ist der Meinung das unsere einseitige offene Ehe unstabil und unfair gegenüber meinem Mann wäre.
Ich erklärte ihr das allesvorher besprochen ist, Er wenn er wollte ebenso mit einer anderen Frau Geschlechtsverkehr haben könne.
Und mein Mann liebt mich sehr, sieht mich als seine Ehefrau, ich Gehöre ihm, aber er sieht mich nicht als Besitztum.
Sie versteht nicht ,wie ich Geschlechtsverkehr mit meinem Mann haben kann ,voller Liebe und Zuneigung, anderseits, Geschlechtsverkehr mit anderen Männer ,ohne Liebe, rein Körperlich.
Geb ja zu das es schwer zu verstehen ist, aber diese Beziehung kann gut funktionieren!
 
G

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Gast
Mir geht es wie Deiner Schwester.
Klar, jetzt kommen sicher Einwände wie polyamor und ich will mich nicht fest Ketten lassen.
Aber das ist halt für mich nicht der Sinn von Beziehung / Partnerschaft.

Aber bitte.

Frage: was, wenn er das nur mitmacht, um Dich nicht zu verlieren? Wenn er das nur duldet, weil die Alternative sonst das definitive Ende der Ehe wäre? Weniger Überzeugung und mehr Verzweiflung?
Wie ausgewogen und fair ist es dann?
Oder bist du so knallhart, dass er für Dich in seiner Verzweiflung halt schlicht zu blöd und zu schwach ist, die Wahrheit auszusprechen und folglich selbst schuld an seiner Angst hat?
Vielleicht duldet er es aus Verantwortung für Eure Kinder? Um denen die Trennung zu ersparen?
 
V

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Gast
Mir geht es wie Deiner Schwester.
Klar, jetzt kommen sicher Einwände wie polyamor und ich will mich nicht fest Ketten lassen.
Aber das ist halt für mich nicht der Sinn von Beziehung / Partnerschaft.

Aber bitte.

Frage: was, wenn er das nur mitmacht, um Dich nicht zu verlieren? Wenn er das nur duldet, weil die Alternative sonst das definitive Ende der Ehe wäre? Weniger Überzeugung und mehr Verzweiflung?
Wie ausgewogen und fair ist es dann?
Oder bist du so knallhart, dass er für Dich in seiner Verzweiflung halt schlicht zu blöd und zu schwach ist, die Wahrheit auszusprechen und folglich selbst schuld an seiner Angst hat?
Vielleicht duldet er es aus Verantwortung für Eure Kinder? Um denen die Trennung zu ersparen?


Interessant Fragen die Du da stellst. Und sie gelten durchaus abzuarbeiten.
Wie ich Inder Vergangenheit geschrieben habe sind wir25 Jahre verheiratet. Haben beide in unserer Ehe miteinander einiges durchgemacht , in der wir uns gegenseitig Mut und Stärke geschenkt haben.
Nicht umsonst sind wir 25 Jahre zusammen und liebe uns immer noch !
Genau deine Fragen haben wir in unseren Gesprächen behandelt. Ich habe ihn nie die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt: Entweder du erlaubst es, oder ich bin weg.
Mit guten Gewissen kann ich sagen das wir beide hinter unserer Entscheidung stehen!
 

Benutzer75021 

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Mich würde viel eher interessieren, ob diejenigen, die eine offene Beziehung/Ehe leben, darüber auch im Freundeskreis oder Familie sprechen? Oder wird darüber nicht geredet?
Ich kann mir gut vorstellen das da (wenn man es offen lebt und darüber spricht) immer wieder blöde Sprüche und Diskussionen im Freundeskreis aufkommen (das würde mich ziemlich nerven und deshalb sprechen wir im Freundeskreis zB nicht über unsere Neigungen).

Anders ist es ja (vermutlich) wenn man polyamurös lebt, dann wird das Umfeld ja zwangsläufig mitbekommen das man nicht monogam lebt, oder?
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Mich würde viel eher interessieren, ob diejenigen, die eine offene Beziehung/Ehe leben, darüber auch im Freundeskreis oder Familie sprechen? Oder wird darüber nicht geredet?
Ich find's immer interessant, dass diese Fragen kommen. Ich habe noch nie jemanden nach seinen Beziehungsstatus gefragt, noch haben mich andere Beziehungsformen interessiert. Ich weiß nicht, wer wie wo wann eine monogame oder offene Beziehung führt. Interessiert mich nicht, wurde ich im Umkehrschluss auch nie so gefragt.

Meine engsten Freunde wissen um die Beziehungsform, meine Familie nicht und auch Bekannte hat das nicht zu interessieren.

Sollte ich gefragt werden, werde ich wahrheitsgemäß antworten - wurde ich aber noch nie. Die meisten Menschen haben dann doch ein gutes Gefühl für zu intime Fragen.

Ich vermeide das Thema nicht, weil Diskussionen aufkommen könnten - die würde ich sowieso gleich unterbinden, weil es da nichts zu diskutieren gibt. Das Thema kommt schlicht nie auf.
 
G

Benutzer

Gast
Ich habe ihn nie die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt: Entweder du erlaubst es, oder ich bin weg.
Mit guten Gewissen kann ich sagen das wir beide hinter unserer Entscheidung stehen!

Ja, dann ...
In meinem Studienfach gibt es den Ausdruck "die normative Kraft des Faktischen". Im Kern: Fakten (schaffen) haben Wirkung.
Und ich kenne nur Deine Darstellung.
Und ich klinke mich aus dieser Diskussion aus.
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Jonah-sweet was hat eine offene Beziehung denn mit Polyamorität oder "nicht fest ketten lassen" zu tun?
Es geht doch nicht darum, dem Partner etwas zu erlauben oder zu gestatten.

Eine offene Beziehung ist doch eher eine Grundhaltung. Klar muss ich mich darüber mit meinem Partner auseinandersetzen. Aber wenn beide Partner die Einstellung haben, dass Sex nicht exklusiv sein muss und dass in beiden Köpfen die Option vorhanden ist "es geht auch (aber eben nicht nur) rein körperlich, warum sollte man dem Partner dann solche Gedanken unterstellen? Es geht dabei ja nicht um Problemlösung, sondern idealerweise schon vorher eben um Grundhaltung.
[doublepost=1535186032,1535185677][/doublepost]Zum Thema Freundeskreis/Familie:
Mit meiner Familie spreche ich darüber nicht. Wenn es sich ergibt, habe ich keinen Stress damit, dass unsere Beziehungsform bekannt ist. Ich würde es so aber niemandem erzählen. Wer darauf achtet, was ich sage und tue, kommt darauf aber auch von alleine.

Meine Freunde wissen es, wir unterhalten uns auch drüber. Blöde Sprüche kamen da noch nie. Diskussionen auch nicht. Nachfragen ja, aber das ist ja auch total okay.
Bei Freunden begegnet mir eher sowas wie... Neid. Oder allenfalls "Joah mach mal, wäre nicht mein Weg, aber ich wünsche viel Spaß".
 

Benutzer137391  (46)

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Mich würde viel eher interessieren, ob diejenigen, die eine offene Beziehung/Ehe leben, darüber auch im Freundeskreis oder Familie sprechen? Oder wird darüber nicht geredet?
Ich kann mir gut vorstellen das da (wenn man es offen lebt und darüber spricht) immer wieder blöde Sprüche und Diskussionen im Freundeskreis aufkommen (das würde mich ziemlich nerven und deshalb sprechen wir im Freundeskreis zB nicht über unsere Neigungen).
bei mir wussten es 3 freundinnen.. und mein chef.. :ROFLMAO:
(klingt komisch, aber war kein problem.. und..nein ich habe nat. nicht mit IHM geschlafen!!)

erstaunlicherweise war keiner geschockt.. im gegenteil.. es war interesse vorhanden, es wurde versucht nachzuvollziehen und es wurden sachlich fragen gestellt.
in der familie weiß/ wusste es niemand. mein inzwischen exmann hat es wohl (angeblich) nur einer person erzählt, die ihm angeblich die sofortige trennung nahegelegt hat.. :rolleyes:
der wunsch ging ja nun in erfüllung..
bei uns waren die grundvoraussetzungen aber auch anders/ schlechter als z.b. bei mickflow mickflow
das weiß ich nun auch.. aber am ende ist man immer klüger, gell? :zwinker:

ich würde in zukunft nicht ausschliessen, dass ich mal wieder eine OB führe.
ich kenne inzwischen viele paare, für die es den wert der beziehung und der liebe erhöht hat.
klingt auch wieder komisch für aussenstehende, ist aber so.. (stichworte: vertrauen, respekt, dem anderen etwas gönnen..)
 

Benutzer71015 

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Mich würde viel eher interessieren, ob diejenigen, die eine offene Beziehung/Ehe leben, darüber auch im Freundeskreis oder Familie sprechen? Oder wird darüber nicht geredet?
Ich kann mir gut vorstellen das da (wenn man es offen lebt und darüber spricht) immer wieder blöde Sprüche und Diskussionen im Freundeskreis aufkommen (das würde mich ziemlich nerven und deshalb sprechen wir im Freundeskreis zB nicht über unsere Neigungen).
Der Freundeskreis ist tendenziell kein Problem. Seine Freunde kann man sich ja aussuchen und Leute, die dauerhaft dumme Sprüche machen würden, würden da einfach nicht passen. Wir haben Freunde, die es wenig mitbekommen und das Wenige stillschweigend hinnehmen. Es gibt aber auch Freunde, die nachfragen und viele finden es spannend, sich darüber zu unterhalten, wie das alles funktioniert. Manche werden auch ausgesprochen neugierig und nehmen Elemente in eigene Beziehungen mit - und natürlich haben wir Freunde, die selbst so leben.
Natürlich gibt es manchmal weniger enge Bekannte, die meinen, da irgendwie drüber urteilen zu müssen und ebenso semikonspirativ wie halbwissend rumerzählen, dass man was am Laufen hätte (direkt angesprochen zu werden wäre da wesentlich angenehmer). Aber um solches Gerede völlig zu verhindern, müsste man sich weiter einschränken und mir reicht es schon, dass das im lokalen Umfeld nötig ist, denn:

Familie und Arbeitskollegen sind ein anderes Thema. Wenn man Familienangehörige hat, die das "krank" finden, redet man freilich nicht offen darüber. Wenn man einen Beruf hat, in dem Gerede schädlich wäre, hält man es dort auch für sich.

Anders ist es ja (vermutlich) wenn man polyamurös lebt, dann wird das Umfeld ja zwangsläufig mitbekommen das man nicht monogam lebt, oder?
Nein, das macht es nicht zwingend anders. Es kommt ein bisschen darauf an, wie offen man es auslebt/ausleben kann und ein bisschen kann man auch das "heile Weltbild" seiner Mitmenschen nutzen. Solange man nach außen hin eine genormte Zweierbeziehung lebt, bekommt niemand das mit, der es nicht mitbekommen soll. Es gibt polyamore Beziehungen, in denen Partner "offiziell" in WGs leben und ihre Drittpartner sogar regelmäßig als "Mitbewohner" mit zu Familientreffen nehmen. Wer nicht über den Tellerrand schaut, findet das nichtmal komisch genug, um das näher zu hinterfragen.
 
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Benutzer164330 

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Jonah-sweet warum stellst du denn Fragen, wenn du die Antworten darauf eh nicht ernst nimmst?

Für mich hat das auch nichts mit Polyamor sein oder sich nicht festketten lassen wollen zu tun.
Ich denke einfach nicht monogam.
Für mich gibt es dieses "aber er ist meins und ich will ihm für mich ganz alleine" nicht in sexueller Hinsicht.
Klar kann ich auch monogam Leben, tue ich momentan, weil es meinem Partner da einfach anders geht und ich das akzeptiere, aber mangels dieser sexuellen Eifersucht hätte ich trotzdem absolut kein Problem damit, wollte er eines Tages nicht mehr monogam leben.
Und bis dahin ist unsere Beziehung zumindest theoretisch einseitig offen - Ich hätte kein Problem, wenn er andere Partnerinnen hätte, er andersrum schon.

Es ist einfach eine andere Lebenseinstellung, genau wie manche eben lieber Rosen mögen und andere Lavendel.
Ich muss nicht verstehen, dass andere Lavendel besser finden, aber es macht mir doch nichts, also kann ich es akzeptieren.
[doublepost=1535198375,1535198184][/doublepost]
Es gibt polyamore Beziehungen, in denen Partner "offiziell" in WGs leben und ihre Drittpartner sogar regelmäßig als "Mitbewohner" mit zu Familientreffen nehmen.
Ist das nicht total nervig, da ständig aufpassen zu müssen?
Man merkt doch als Außenstehender schnell, wie vertraut Menschen miteinander umgehen und ob sie verliebt ineinander scheinen.

Also ich fände das schon zumindest merkwürdig, wenn jemand einen platonischen Freund mit zu einem Familientreffen nehmen wollen würde, aber vielleicht ist mein Tellerrand da auch einfach zu niedrig, um nicht drüber zu schauen.
Viele sind sich ja nicht mal bewusst, dass es sowas wie Polyamorie gibt.
 

Benutzer168370 

Planet-Liebe-Team
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Also ich habe im Moment Kontakt zu gleich zwei Männern, die in offenen Beziehungen/Ehe leben. Weil ich auch neugierig bin, hab ich denen schon ne Menge Fragen gestellt :grin: Bei beiden isses so, dass niemand, mit dem sie nicht Sex haben, davon weiß. Keine Freunde, keine Familienmitglieder und vor allem letztere es auch nie erfahren sollen, weil es in beiden Fällen wohl so ist, dass da ne Menge Unverständnis, doofe Sprüche und nicht mehr Ernstnehmen der Beziehung rumkämen. Umgekehrt hab ich auch das Gefühl, nicht vielen Leuten davon erzählen zu können. Ein, zwei Freunde wissen, was Sache ist im Moment bei mir.
Aber auch in meiner Familie könnte ich niemandem davon erzählen, dass ich mit Männern schlafe, die vergeben sind und das mit Erlaubnis ihrer Partnerin machen. Da käme mir eine Welle aus Entsetzen und Unverständnis entgegen.
 

Benutzer58054  (39)

Sehr bekannt hier
Mich würde viel eher interessieren, ob diejenigen, die eine offene Beziehung/Ehe leben, darüber auch im Freundeskreis oder Familie sprechen? Oder wird darüber nicht geredet?
Ich kann mir gut vorstellen das da (wenn man es offen lebt und darüber spricht) immer wieder blöde Sprüche und Diskussionen im Freundeskreis aufkommen (das würde mich ziemlich nerven und deshalb sprechen wir im Freundeskreis zB nicht über unsere Neigungen).

Anders ist es ja (vermutlich) wenn man polyamurös lebt, dann wird das Umfeld ja zwangsläufig mitbekommen das man nicht monogam lebt, oder?
Familie nein.
Freunde ja. Bei weibl Freunden war ich lang zurückhaltend außer bei der besten Freundin. Weil ich nicht wollte, dass sie dachten, dass ich ihre Männer anbaggere. Absolutes NoGo. Nun ja, einer merkt man an, dass sie sich leicht distanziert. Sie ist für totale Monogamie, ihr 7 Jahre jüngerer Freund nicht (hat sie auch schon betrogen) und sie nervt es, dass ich da so locker bin und er das auch weiß. Ich würde dennoch nie nie nie was mit ihm machen.

Generell nicht in der Stadt, Freundeskreis auch erweiterer. Alles reine Sexkontakte online geknüpft.
 
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