"Offene" Beziehung

Benutzer158308 

Sorgt für Gesprächsstoff
Zwar ist mein anderer Thread offensichtlich "Auslöser" für dieses Thema, dennoch möchte ich hier nicht auf diesen eingehen, sondern das Thema losgelöst davon besprechen.

Man sagt, laut Klischee, dass Männer mehr Mühe damit haben, wenn eine Frau sexuell untreu ist, Frauen hingegen mehr Mühe haben, wenn ein Mann emotional untreu ist (begründet darin, dass Männer Angst haben, dass ihnen ein Kind "untergeschoben" wird, während Frauen Angst haben, dass der Mann sie mit Kind im Stich lässt, sagt man). Nehmen wir mal an, wir haben ein Paar mit diesen Ansichten. Und diskutieren nicht darüber, dass es Tausende von Beispielen gibt, bei denen es anders ist.

Was wäre die sinnvolle Konklusion daraus? Ist unter dieser Voraussetzung überhaupt ein faires "Abkommen" möglich? Was ist denn schlimmer? Wenn der Mann/die Frau emotional untreu ist oder wenn er/sie sexuell untreu ist?

Aus Sicht der Frau wäre es weniger schlimm, wenn der Mann sexuell untreu ist. Aus Sicht des Mannes aber ist sexuelle Untreue schlimmer, also würde es mehr bedeuten, wenn er es tun würde.

Kann es nicht eine Möglichkeit geben, beiden Seiten gerecht zu werden, wenn beide Seiten gewillt sind, der anderen Person entgegen zu kommen und nicht per se auf ein starres monogames Beziehungsmodell pochen möchten?
 

Benutzer70315  (32)

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Ist es denn in dem Fall wirklich relevant welche Art von Untreue(sexuell o. emotional) für die Betroffenen 'schlimmer' ist? Zumal wenn dieses Klischee stimmen würde, eine Frau beispielsweise nicht wirklicch beruhigt sein dürfte wenn ihr Partner sie 'nur' sexuell betrogen hat. Fakt ist aber eben auch, dass Untreue in einer offenen Beziehung auf einem anderen Level passiert, da es doch hier eben auf die Absprachen ankommt.
 

Benutzer158308 

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke für deine Antwort, deine Gedanken.

Ist es denn in dem Fall wirklich relevant welche Art von Untreue(sexuell o. emotional) für die Betroffenen 'schlimmer' ist?
Genau diese Frage stelle ich mir ja: Welche Art der Untreue ist schlimmer? Die, die der "Täter" schlimmer findet, oder die, die der Betroffene schlimmer findet?

Zumal wenn dieses Klischee stimmen würde, eine Frau beispielsweise nicht wirklicch beruhigt sein dürfte wenn ihr Partner sie 'nur' sexuell betrogen hat.
Genau das frage ich mich ja. Wenn der Mann das genau so sehen würde wie die Frau, dann wäre die Frau ja beruhigt, wenn es "nur" sexuell wäre. Da die Frau aber weiss, dass für den Mann sexuell schlimmer ist, wäre es jedoch wieder schlimmer für die Frau. Also müsste für die Frau emotionale Untreue weniger schlimm sein, weil sie weiss, dass der Mann das als weniger schlimm erachtet. Aber persönlich findet die Frau das ja schlimmer. ??

Fakt ist aber eben auch, dass Untreue in einer offenen Beziehung auf einem anderen Level passiert, da es doch hier eben auf die Absprachen ankommt.
Genau. Ich denke, Untreue ist eventuell etwas der falsche Begriff. Was ich mich aber frage, welche Absprachen denn irgendwie den unterschiedlichen Ansichten von Mann und Frau gerecht werden könnten. Welche Absprachen könnten unter diesen Voraussetzungen Sinn machen? Welche Regeln könnten funktionieren? Was könnte fair sein?
 

Benutzer136306 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich denke, dass solche klischeebeladenen Haltungen, bei denen in Kategorien wie "Täter" oder "Betroffenen" gedacht wird, denkbar schlechte Voraussetzungen für jede Art von offener Beziehung sind.
Aus jeder deiner Zeilen lese ich, dass wenigstens du eine offene Beziehung nicht möchtest. Bei dieser Sachlage können keine Regeln funktionieren. Eine offene Beziehung ist schließlich kein WG-Putzplan, bei dem es nur darauf ankommt, dass man einen Kompromiss aus allen Meinungen und Vorstellungen schließt. Man muss das auch wollen.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Solange Du von "Männern" und "Frauen" als große Schubladen & Klischees ausgehst, wirst Du eh auf keinen vernünftigen Schluss kommen. Wenn da überhaupt etwas herauskommt, dann ist das ein theoretisches Gebilde ohne praktischen Nutzen.

Eine (Paar-)Beziehung ist etwas, das zwischen zwei Individuen besteht. Die Beziehung, ihre Regeln - die müssen für diese zwei passen. Individuell verhandelt werden.

Und so oder so: Nicht jeder ist für eine offene Beziehung "geschaffen". Viele wollen einfach keine. Können das nicht. Das ist völlig ok und keine theoretisch "faire" Regelung wird daran etwas ändern.
 

Benutzer158308 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich bin euch ja wirklich dankbar für eure Antworten, aber fände es toll, wenn wir uns ein wenig weniger auf die Wortwahl stürzen können. Ich meine "Täter" mit " " und "Betroffene" mit " " und auch "untreu" mit " ". Wenn ihr mir gute Wörter für diese Dinge geben könnt, dann werde ich diese benützen.

Es geht auch nicht darum, ob ich das kann oder nicht.

Ich habe auch explizit gesagt, dass das nur nach Klischee so ist und bei Tausenden anders sein wird.

Ich würde einfach wirklich gerne, abstrahiert von all diesen Kleinigkeiten, an denen ihr euch nun etwas aufhängen wollt, diese Fragestellung diskutieren. Wäre das eventuell möglich?
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Allein schon die Tatsache, für sich derart sexuelle Untreue in Kategorien einzuteilen, spricht eindeutig gegen eine offene Beziehung. In einer offenen Beziehung ist die sexuelle Untreue kein negativer Aspekt, sondern ein gewünschter.

Ob jetzt die sexuelle oder emotionale Untreue für jemanden schlimmer, weniger schlimm oder gleichwertig schlimm ist, wird so verschieden sein, wie die Menschen selbst. Am Geschlecht wird das nicht pauschal festzumachen sein.

Fazit: Für mich ist Deine Fragestellung in Bezug auf eine offene Beziehung überhaupt nicht nachvollziehbar, bzw. macht sie so keinen Sinn. Vielleicht würde ich das anders sehen, wenn ich die Hintergründe kennen würde.
 

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Genau diese Frage stelle ich mir ja: Welche Art der Untreue ist schlimmer? Die, die der "Täter" schlimmer findet, oder die, die der Betroffene schlimmer findet?
Was ist schlimmer? Sich eine Hand oder einen Fuß abhacken? An Pest oder an Cholera zu sterben? Blind oder taub zu werden?

Sobald in einer Beziehung auch nur einer der beiden Partner irgendetwas als ernstlich schlimm ansieht, ist es egal, ob andere das als weniger schlimm ansehen, oder ob etwas anderes noch schlimmer wäre. Bei ernsthaften Störfaktoren gibt es keine Kompromisse. In einer Beziehung sollte man zwar möglichst immer versuchen Kompromisse zu schließen, aber bei manchen Dingen gibts keine. Wenn einer Kinder will und der andere nicht, kannst als Kompromiss auch kein halbes Kind bekommen. Und bei einer offenen Beziehung ist das dasselbe. Entweder wollen das beide, oder es wird nicht klappen
 

Benutzer15049  (35)

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Ich finde es ja irgendwie süß, dass du dieses Thema unabhängig von deinem anderen Thread diskutieren willst. Im Endeffekt geht es aber doch darum, dass du krampfhaft eine Lösung für dein Problem suchst, damit du nicht schlussmachen musst. Dabei bist du doch schon selbst darauf gekommen, dass ihr da keine zufriedenstellende Lösung finden werdet.
Firebird Firebird https://www.planet-liebe.com/threads/beziehung-endgültig-am-ende-neuanfang.556933/
Das wären die Hintergründe.

Ich persönlich finde sowohl sexuelle, als auch emotionale Untreue meines Partners furchtbar und könnte mit beidem nicht Leben. Und das obwohl ich aus eigener Erfahrung weiß, dass sexuelle Untreue nicht zwangsläufig Einfluss auf die Liebe hat. Ich kann es mir dennoch beim besten Willen nicht vorstellen meine Beziehung jemals zu öffnen, egal unter welcher Voraussetzung. Das Potential, dass dadurch irgendwann ein Problem auftritt ist mir schlicht und ergreifend zu groß.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer158308 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich finde es ja irgendwie süß, dass du dieses Thema unabhängig von deinem anderen Thread diskutieren willst. Im Endeffekt geht es aber doch darum, dass du krampfhaft eine Lösung für dein Problem suchst, damit du nicht schlussmachen musst. Dabei bist du doch schon selbst darauf gekommen, dass ihr da keine zufriedenstellende Lösung finden werdet.
Ich finde dieses Thema auch losgelöst von meiner Beziehung interessant. Ich glaube, dass es keine Lösung gibt, aber bin gespannt auf irgendwelche spannenden Gedanken dazu, weil ich es wirklich interessant finde.
Das Potential, dass dadurch irgendwann ein Problem auftritt ist mir schlicht und ergreifend zu groß.
Das ist wohl unbestritten so. Dennoch gehen wohl auch Tausende von Beziehungen kaputt, weil man da gerade so starre Vorstellungen hat. Ich denke, das sieht man in der Tendenz auch zu einseitig.
 

Benutzer136306 

Planet-Liebe Berühmtheit
Voraussetzung für eine gelungene offene Beziehung ist m.E. dennoch, dass beide es wollen und nicht eine Seite es lediglich als angeblich evolutionäre Notwendigkeit hinnimmt und sich dies mit Geschlechterklischees schönredet.
 
K

Benutzer

Gast
Man sagt, laut Klischee, dass Männer mehr Mühe damit haben, wenn eine Frau sexuell untreu ist, Frauen hingegen mehr Mühe haben, wenn ein Mann emotional untreu ist (begründet darin, dass Männer Angst haben, dass ihnen ein Kind "untergeschoben" wird, während Frauen Angst haben, dass der Mann sie mit Kind im Stich lässt, sagt man)
Sagt wer? Worauf basiert das? Ist doch im Endeffekt komplett egal wer welche Art von Untreue schlimm oder schlimmer findet. Solang beide sich nicht mit dem Gedanken anfreuden können dass der Partner gegebenenfalls mit anderen verkehrt - ob jetzt sexuell oder emotional - gibt es keine Grundlage für eine offene Beziehung. Das kann nur funktionieren wenn man wirklich davon überzeugt ist und beide dazu bereit sind Kompromisse füreinander einzugehen.
 
G

Benutzer

Gast
Also zum Thema "offene Beziehung" selbst gibts viele Beiträge in meinem Thread ( Offene Beziehung - how to (not) )

Ich finde, sexuelle Untreue dürfte für beide keine Rolle spielen, da es ja in einer offenen Beziehung gewünscht wird. Emotional sieht das wieder anders aus, da hier idR Treue bestehen soll/muss.
 

Benutzer158624 

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Diese Treue-Diskussion... schonmal gut und interessant, dass hier wenigstens zwei Treue-"Arten" angegeben werden - eine sexuelle UND emotionale.

Allerdings - was ist eine emotionale Untreue? Was darf ich für jemanden empfinden, was nicht?

Emotionen heißt Gefühle. Und Gefühle gibt es unzählige. Freundschaft, Zuneigung, Sympathie, Liebe, Verliebtheit, Schwärmen, Begierde, Lust... etc. etc.

Und: Was seit überhaupt Treue?
Wie gesagt, schonmal gut, dass das hier nicht nur auf Sex bezogen wird. Das macht nämlich immer wieder alle Welt. Und das ist sehr kurzsichtig und undifferenziert.

Treue - Synonyme sind:
Ergebenheit, Loyalität, Adhärenz, Anhänglichkeit, Beständigkeit, Zuverlässigkeit...

Das hat erstmal nichts mit Sex zu tun. Wenn überhaupt ist das nur ein Aspekt.

Ich kann gar nicht verstehen, wieso die große Mehrheit immer von sexueller Treue spricht. Das ist eine solche Reduktion und Abwertung dieses starken und wichtigen Begriffs.

Laut Wikipedia ist Treue:
"ist eine Tugend welche die Verlässlichkeit eines Akteurs gegenüber einem anderen, einem Kollektiv oder einer Sache ausdrückt"

Klar, wenn man abmacht, monogam zu sein, dann ist ein Seitensprung eine Form von Untreue... eine Form davon.

Nur mal so als kleiner Essay und Denkanstoß. :zwinker:
 

Benutzer158308 

Sorgt für Gesprächsstoff
Vielen Dank euch allen.

Ich denke, dass ich diese Thematik etwas tiefgründiger und philosophischer betrachten möchte, als das oft getan wird.

Ich finde die von dir, J johnny.marr.k , genannte Defintion von Treue sehr spannend. Ich habe auch soeben nochmals über 3 Stunden mit meinem Freund gesprochen über dieses Thema und schlussendlich haben wir eine sehr ähnliche Ansicht bezüglich was in Ordnung ist und was nicht, aber mit ganz anderen Konsequenzen.

Wir sind uns also z.B. einig, dass wir alle Dinge, die längerfristig eine Gefahr für unsere gemeinsame Zukunft sein könnten, nicht provozieren wollen, also nicht Dinge tun wollen, die unsere Zukunft in Frage stellt. Da er denkt, dass unsere Zukunft durch mich eher in Gefahr ist, wenn ich Sex mit einem anderen Mann habe, stört ihn das mehr. Ich hingegen mache mir eher Sorgen, dass er sich in eine andere verlieben könnte, wenn er viel Zeit mit ihr verbringt, deshalb finde ich emotionale Untreue schlimmer.

Aber insgesamt, dass, wenn man darauf vertrauen kann, dass der andere nur das tut, was nicht gefährlich für die längerfristige Planung der Beziehung ist, es im Prinzip egal ist, was der andere tut. Dass die Treue nicht "sexuell" oder "emotional" in welcher Hinsicht auch immer ist. Sondern dass es vielmehr ein Versprechen ist: "Was ich auch tue, ich tue nur das, was sicherlich nicht meine Absicht, meine Zukunft mit dir zu verbringen, ins Wanken bringt." Ein Vertrauen darauf, dass die Abmachung einer gemeinsamen Zukunft also steht.

Klar, sicherlich lasse ich mich momentan etwas von meiner eigenen Situation beeinflussen. Aber findet ihr dennoch, dass diese Art von Treueverständnis so abwegig ist? Ganz im Ernst: ICh finde es nict schlimm, wenn er eine andere Person anflirtet oder sogar mit ihr Sex hat oder auch ihr ein Kompliment macht, sofern ich mir sicher sein kann, dass das nichts daran ändert, dass er nur mit mir eine Zukunft will. Klar kann man das nie garantieren. Aber das kann man auch mit anderen Arten von Treueschwüren nicht.

Und die Gefahr, die davon ausgeht, wenn man mit mehreren Menschen in Kontakt ist, ist sicherlich präsent. Aber es besteht auch die Gefahr, dass man einander zu viel Freiheiten nimmt und sich einengt, wenn man einen strengeren Weg geht.

Seht ihr das alle komplett anders?
 

Benutzer123446 

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Ich sehe das nicht zwingend anders - sofern beide eine offene Beziehung wollen und sich völlig darüber im Klaren sind, was sie mit wem haben wollen, ist doch alles gut.

Treue in deinem und johnnys Sinn ist durchaus nachvollziehbar. Für mich wäre das beispielsweise trotzdem nichts, weil ich zwar meinem Mann tatsächlich vertraue, aber z.B. einfach - im Moment - nicht mit dem Gedanken klar kommen würde, dass er mit einer anderen Sex hat.

Insofern liegt das Problem nicht in der Definition von Treue oder in der Frage, welche Form von "Untreue" schlimmer ist, sondern in einer Entscheidung beider Partner.
Eine Beziehung basiert, so unromantisch das auch ist, eben auch auf Absprachen, auf einem "Wo liegen deine Grenzen, was darf ich, was darfst du", und mit diesen Absprachen müssen beide zufrieden sein können.
Ich finde, wenn einem oder beiden Beziehungspartnern Zweifel am Konzept "Offene Beziehung" kommen, dann ist ein trotzdem-beharren auf dem Konzept das Quasi-Aus der Beziehung, außer, beide berappeln sich danach wieder. Gemeinsam und mit viel Verständnis und Willen.

Zu deiner Anfangsfrage: "Schlimmer" ist nichts. Weder sexuelle noch emotionale Untreue. Wenn man es generell betrachtet. Schlimm für eine Beziehung ist aber, wenn man sich über die Wünsche und Bedürfnisse des anderen hinwegsetzt, weil genau das heißt, unloyal und damit - eurer Definition nach - untreu zu sein.

Kann es nicht eine Möglichkeit geben, beiden Seiten gerecht zu werden, wenn beide Seiten gewillt sind, der anderen Person entgegen zu kommen und nicht per se auf ein starres monogames Beziehungsmodell pochen möchten?
Die kann es nur geben, wenn beide Seiten durch die neuen Absprachen nicht verletzt werden. Ich kann meinem Mann entgegenkommen und Hackfleisch statt Brokkoli kochen. Das tut nicht weh. Ich kann ihm auch entgegenkommen und die Wohnung für einen Männerabend räumen. Das ist nervig und tut damit auch etwas weh oder sowas, aber es schadet meiner Beziehung nicht, weil es sie nicht in den Grundfesten tangiert.
Wenn er jetzt zwingend Sex mit einer anderen haben wollen würde, und ich würde ihm entgegenkommen, würden wir BEIDE zu Beziehung zerstören, weil ich nicht in der Lage wäre, das "unverletzt" hinzunehmen.
Und genau das Verständnis dafür - wann ist der andere verletzt, und wie sehr - fehlt mir in deinen Beschreibungen, um die oben zitierte Frage beantworten zu können.
Die Frage, ob Sex/Liebe mit anderen erlaubt ist, bildet für mich einen wesentlichen Teil der Basis der Beziehung und da über die Bedürfnisse des Anderen auch mit einem "Entgegenkommen" hinweg zu gehen halte ich für gefährlich.

"Rein theoretisch" ist die Frage für mich nicht zu beantworten, da "Entgegenkommen", wie geschildert, ganz unterschiedliche Dinge beinhalten kann und sehr individuell ist.
 

Benutzer154044 

Öfters im Forum
Vielleicht wurde das so schon beantwortet, habe die Antworten davor noch nicht alle durchgelesen.

Es ist ganz einfach: das Vertrauen ist weg. Punkt.

Du musst das so sehen: nur weil ich z.B. finde dass es schlimmer ist, wenn mir jemand mit dem Hammer die Zehen bearbeitet, als wenn mich jemand ins Gesicht haut, heisst nicht, dass es okay ist, wenn mich jemand ins Gesicht puncht. DENN: ich habe weder ERWARTET, dass ich im Gesicht verletzt werde, noch habe ich es ERLAUBT. Das ist eine Sache von Anstand und Vertrauen.

Selbst wenn eine Frau es weniger "schlimm" finden würde, dass ihr Partner rumvögelt, würde sie...

1. es trotzdem schlimm finden, wenn er's tut
2. es ihm nicht erlauben: "du darfst fremdvögeln" (es sei denn, es ist eine "offene" Beziehung, bei der es aber auch(!) Regeln gibt
 

Benutzer146142 

Benutzer gesperrt
Dass die Treue nicht "sexuell" oder "emotional" in welcher Hinsicht auch immer ist. Sondern dass es vielmehr ein Versprechen ist: "Was ich auch tue, ich tue nur das, was sicherlich nicht meine Absicht, meine Zukunft mit dir zu verbringen, ins Wanken bringt." Ein Vertrauen darauf, dass die Abmachung einer gemeinsamen Zukunft also steht.
Mit dieser Minimaldefinition wärst du also zufrieden? :hmm:
Wenn du - wie ich vermute - streng monogam denkst, dann kann es für dich kein Kompromiss sein, Treue nur ein bisschen umzudefinieren und schon ist wieder heile Welt. Selbstverständlich ist Verlässlichkeit ein Grundpfeiler in jeder Beziehung; ansonsten gäbe es keine Basis für's Zusammenziehen + Kinderkriegen. Darüber hinaus ist aber emotionale Zuwendung notwendiger Bestandteil, und hierbei spreche ich nicht nur von flirten oder freundlich sein. Mag sein, dass sich die Wertigkeiten mit den Jahren verschieben. Nur, wer möchte schon starten mit Tiwi-Couch-&-Tatort-Ritualen?
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
Kann es nicht eine Möglichkeit geben, beiden Seiten gerecht zu werden, wenn beide Seiten gewillt sind, der anderen Person entgegen zu kommen und nicht per se auf ein starres monogames Beziehungsmodell pochen möchten?
natürlich gibt es die,solange sich beide eben entsprechend der eigenen einstellungen einigen können auf ein passendes beziehungsmodel,mit dem beide 100%ig einverstanden sind.

allerdings halte ichs weder für sinnvoll noch finde ich es interessant,über irgendwelche klischeehaften männer und frauen zu reden,die es so "in echt" quasi eh kaum gibt.und natürlich sagt das geschlecht eines menschen gar nichts darüber aus,wie er zu treue steht und wie er im falle von untreue damit umgeht und sich fühlt.
und letztlich gilt doch sowieso allgemein-egal wie man zu treue uä steht-dass es partner braucht,die wirklich gut zu einem passen.ist das der fall,hat man dieselben vorstellungen von beziehungen,wird sich einig und alles ist gut.und wenns nicht passt,lässt mans logischerweise am besten direkt sein.
[doublepost=1453050964,1453049259][/doublepost]
Was ich mich aber frage, welche Absprachen denn irgendwie den unterschiedlichen Ansichten von Mann und Frau gerecht werden könnten. Welche Absprachen könnten unter diesen Voraussetzungen Sinn machen? Welche Regeln könnten funktionieren? Was könnte fair sein?
na es machen die absprachen sinn,denen alle an der beziehung beteiligten aus freiem willen heraus zu 100% zustimmen können.man ist sich eben einig.
welche absprachen das sind?na eben die,die der einstellung zu beziehung und treue aller beteiligten entsprechen.zb:beide wollen eine emotional und sexuell offene beziehung und leben diese darum-alles bestens,absprache passt.würde ich aber mit einem monogam eingestellten mann eine beziehung eingehen und zustimmen,treu zu sein,obwohl ich das nicht sein will (bin polyamor),wäre das natürlich einfach nur dämlich,sinnfrei,ihm gegenüber unfair,mir selbst gegenüber unehrlich und zum scheitern verurteilt.
und wie gesagt,es geht hier um klischees.es ist ja faktisch nicht so,dass frauen generell eine andere ansicht zu treue etc haben als männer.das geschlecht sagt ja gar nichts darüber aus,ob und was für beziehungen jemand führen will.
finden sich die passenden menschen und sind die regeln klar,gibts über das thema mMn auch nichts groß zu reden.
 

Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich finde, sexuelle Untreue dürfte für beide keine Rolle spielen, da es ja in einer offenen Beziehung gewünscht wird. Emotional sieht das wieder anders aus, da hier idR Treue bestehen soll/muss.
Dass keine emotionale Einseitigkeit erwartet wird, gibt es genauso. Ich finde auch, die ist viel schwerer einzuhalten. Mit niemandem außer dem Partner Sex zu haben, kann man ja noch aktiv beeinflussen, sich in niemanden zu verlieben aber eigentlich nicht. Eigentlich kann es beim Stichwort "emotionale Treue" in offenen Beziehungen doch nur darum gehen, mit demjenigen, in den man sich vielleicht verliebt hat, keinen Sex zu haben.

Aber insgesamt, dass, wenn man darauf vertrauen kann, dass der andere nur das tut, was nicht gefährlich für die längerfristige Planung der Beziehung ist, es im Prinzip egal ist, was der andere tut. Dass die Treue nicht "sexuell" oder "emotional" in welcher Hinsicht auch immer ist. Sondern dass es vielmehr ein Versprechen ist: "Was ich auch tue, ich tue nur das, was sicherlich nicht meine Absicht, meine Zukunft mit dir zu verbringen, ins Wanken bringt." Ein Vertrauen darauf, dass die Abmachung einer gemeinsamen Zukunft also steht.

Klar, sicherlich lasse ich mich momentan etwas von meiner eigenen Situation beeinflussen. Aber findet ihr dennoch, dass diese Art von Treueverständnis so abwegig ist? Ganz im Ernst: ICh finde es nict schlimm, wenn er eine andere Person anflirtet oder sogar mit ihr Sex hat oder auch ihr ein Kompliment macht, sofern ich mir sicher sein kann, dass das nichts daran ändert, dass er nur mit mir eine Zukunft will. Klar kann man das nie garantieren. Aber das kann man auch mit anderen Arten von Treueschwüren nicht.

Und die Gefahr, die davon ausgeht, wenn man mit mehreren Menschen in Kontakt ist, ist sicherlich präsent. Aber es besteht auch die Gefahr, dass man einander zu viel Freiheiten nimmt und sich einengt, wenn man einen strengeren Weg geht.

Seht ihr das alle komplett anders?

Nein, ich sehe das nicht anders und ich lebe das genau so. Ich habe aber auch keine "Mühe" damit, wenn mein Partner anderweitig sexuell oder emotional involviert ist und mein Partner sieht das genauso. Das ist doch der Knackpunkt an der Sache. Wenn wir damit ein Problem hätten, würde es nicht funktionieren und die meisten Leute haben doch faktisch ein Problem damit; ihnen reicht diese Definition für Treue eben nicht aus.
 
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