Nur Analsex aus religiösem Hintergrund

Benutzer101504 

Benutzer gesperrt
Hallo zusammen,

Bevor ich hier zur eigentlichen Frage komme mal hier mein Beweggrund dazu:

Ich habe heute mit meiner kleinen Cousine (17) kurz im FB geschrieben und dann wollte sie unbeding mit mir telefonieren...

zu meiner Cousine:
Sie ist 17 und meiner Meinung auch recht weit für ihr Alter. Meine Tante (Schwester meiner Mutter) ist tot seid sie 5 ist, und ihr Vater (mein Onkel) ist türkischer Abstammung. Er ist aber wirklich extrem liberal eingestellt und hat so garnichts mit irgendwelchen religiösen traditionen am Hut.

Jetzt zum Telefonat:
Meine Cousine hat mich fast umgehauen, denn wir haben zwar sehr engen Kontakt, aber Sex war irgendwie nie ein gesprächsthema.
Sie ist jetzt seid fast 2 Jahre mit ihrem Freund zusammen und wollte mit ihm endlich Sex haben... jetzt hat sie aber Angst, was mein Onkel davon hält (wurde wohl in der Familie nie drüber gesprochen, aber den Freund kennt er von Anfang an... war nie ein Problem)
Sie hat jetzt schon mit ihrer Cousine (türkische Familienseite) gesprochen, und die hat ihr wohl geraten bis zur Ehe nur Analsex bzw. Oralsex zu machen.
Da ich nicht glaube dass mein Onkel deshalb durchdrehen würde, hab ich ihr jetzt geraten, dass sie sich da keine Gedanken machen soll und so handeln soll wie sie es für richtig hält.



Aber die ganze Sache brachte mich jetzt mal zum nachdenken, denn dieses Jungfrauending bis zur Ehe ist ja nicht NUR in dieser Kultur so, sonder auch bei den extrem religiösen Christen oder auch in anderen Kulturen.
Habe auch schön öfters in meiner Jugend mitbekommen, dass die Mädels dann heimlich Freunde hatten und auch, dass die dann NUR Analsex machen wenn es um richtige Penetration geht.

Hier die Frage:
Was haltet ihr von der ganzen Sache... ist es scheinheilig so zu tun, als hätte man mit Sex nicht zu tun und nur um das Häutchen zu erhalten dann andere Praktiken zu vollziehen? Es ist ja im Grunde kein Geheimnis, dass diese Praktik ziemlich häufig angewandt wird, und trotzdem wird an der Jungfräulichkeit festgehalten.
Oder seid ihr der Meinung, wenn man selbst davon überzeugt ist sei es OK, wenn man dann auf diese Praktik zurückgreift.

Um ausschweifende Diskusionen über Reliegion zu vermeiden geht einfach mal davon aus, dass niemand außer die beteiligten jemals vom Sex was wissen und auch keine Ehrentaten die Folge sein könnten... das ist ja wieder ne ganz andere extremere Situation, die ich hier nicht meine.


So, sorry, dass ich soviel geschrieben hab :zwinker: Freu mich auf Antworten :zwinker:
 

Benutzer42813 

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Ich fürchte, du wirst die Ehrentaten nicht rausnehmen können... Denn es geht meines Wissens bei dieser Jungfrauendebatte bis zur Ehe in den muslimischen Kulturkreisen nicht um Religion, sondern um die "Ehre" der Familie. Da nutzt es übrigens oft auch nichts, wenn der Vater für sich genommen liberal ist, weil da innerhalb seines sozialen Drucks ein unglaublicher Druck von anderen Männern ausgeübt werden kann und oft auch wird...
 
M

Benutzer

Gast
Ich halte gar nichts davon. Zum einen halte ich vom Konzept "Kein Sex bis zur Ehe" nichts. Wobei es ja auch darum geht, rein in die Ehe zu gehen. Und ob man nach x Mal Analverkehr noch als rein gilt, ist da auch noch die Frage.
Jungfräulichkeit macht sich zumindest für mich nicht am Vorhandensein des Jungfernhäutchens fest.
 

Benutzer109511  (27)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde es schwer,mir darüber ein Urteil zu erlauben,ob das okay ist oder nicht.Das können nur die Betroffenen selbst entscheiden,welche Praktiken sie ausführen und was eben nicht.
Ich hab einige Bekannte mit türkischem Hintergrund,diese Mädchen hatten bzw haben fast alle einen Freund,von dem die Eltern auch wissen und das stellt kein Problem dar.Wenn sie einen Freund haben darf,und ihr Vater damit auch kein Problem hat,wird er sich doch sicher denken können dass Sex irgendwann ein Thema wird.
Ich finde das nicht verurteilenswert,wenn man aus religiösen Gründen eventuell erstmal auf andere Praktiken zurückgreift.
 

Benutzer101504 

Benutzer gesperrt
... Da nutzt es übrigens oft auch nichts, wenn der Vater für sich genommen liberal ist, weil da innerhalb seines sozialen Drucks ein unglaublicher Druck von anderen Männern ausgeübt werden kann und oft auch wird...

Also da kann ich nur sagen, dass das nicht stimmt, wenn ich jetzt zum Beispiel meinen Onkel nehme, hat er fast nur deutschstammige Freunde, ist enger mit unserer Familie verbunden als mit seiner, und er regt sich oft genug über die ganzen traditionsdebaten auf und meint wir leben im 21. Jahrhundert. Also von ihm ist echt nichts zu erwarten, und auch von ein paar anderen türkisch stammenden Freunden weiß ich, dass die Schwestern schon ganz offiziell Sex hatten und das echt kein Problem ist...

Die mit den Ehrentaten sind extremisten und da liegt für die Frauen ja auch Zwang dahinter, dass sie das von zuhause nicht dürfen... das ist wirklich wieder ein Thema für sich... ich will hier wirklich nur auf das Thema religöse überzeugung (denn das gibts auch in sämtlichen anderen religionen) und das heuchleriche Handeln eingehen.

Ich bin da nämlich auch EnfantDuSangs meinung... Sex ist Sex, ob Jungfernhäutchen oder nicht, ich finde das dann etwas scheinheilig!
 

Benutzer39962 

Verbringt hier viel Zeit
Analsex vor der Ehe zu haben, mit.der Begründung man möchte seine jungfreulichkeit behalten ist sowas von sinnlos. Zum einen ist in den meisten releigionen analsex genauso eine Sünde wie unehelicher Sex. Das heißt man würde versuchen den Teufel mit dem beelzebub auszutreiben. Zum anderen würde man sich selbst einfach nur betrügen. Man fabrizuert av ohne es wirklich zu wollen. Meiner Meinung nach hat so jemand nicht verstanden was Sex bedeutet und sollte am besten erstmal gar keinen haben.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Ich halte sämtliche Kulte, die um Jungfräulichkeit gemacht werden für stark bedenklich und schädigend. Als Atheist gilt Religion für mich aber ohnehin niemals als handfester Grund für irgendeine Handlung.

Wenn man diesen kleinen Trick mit den etwas tiefer gelagerten Eingang nutzt, dann wird dieses in meisten Fällen aufgrund von patriarchalischer Unterdrückung geschehen. Das "religiöse Argument" dient nur der Legitimation über die Kontrolle der Sexualität und Entwicklung entsprechender Opfer.
 

Benutzer99399 

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Wenn jemand Analsex vor Vaginalsex praktiziert, ist er für mich keine Jungfrau mehr.
Sex ist Sex. Ob Analsex jedoch für den Einstieg so geeignet ist bezweifel ich. Mir würde da als junges unerfahrenes Mädchen die Vertrautheit und Nähe fehlen.
Wenn sich also jemand dazu gezwungen sieht, das so zu handhaben, finde ich das sehr traurig und bedauerlich für denjenigen.
 

Benutzer65590 

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Fuchs hat natürlich ganz recht: der gesamte "Kein-Sex-vor-der-Ehe"-Diskurs ist zum größten Teil Relikt oder Rechtfertigung eines männlich-patriarchalischen Machtdiskurses, der im Wesentlichen darauf hinaus läuft, dass Frauen Kapital (des Mannes oder häufiger der Familie) sind, das nicht beschädigt werden darf. Diese Einstellung ist natürlich diametral gegensätzlich zur westlich-liberalen Position vom individuellen Lebensglück. Und natürlich zu jeder Form von Bekenntnis zu den Menschenrechten.

Analsex zum Schutz der technischen Jungfräulichkeit ist ein recht perverser Bastard beider Positionen. Einerseits wird damit dem Willen der jungen Frauen, trotz allem sexuelle Erfahrungen zu sammeln - wie ihre westlich-liberal erzogenen Freundinnen - Rechnung getragen, andererseits bleibt sozusagen das Gütesiegel des Handelsobjektes ungebrochen. Natürlich ist das ein iin jeder Hinsicht fauler Kompromiss, denn der Frau bleibt unterm Strich doch das Recht auf selbstbestimmte, erfüllende Sexualität versagt, und natürlich steht sie mit dieser Heuchelei und Heimlichtuerei immer noch jederzeit an der Schwelle der Katastrophe, denn öffentlich werden darf ihr Verhalten nicht, auch wenn alle es wissen. Und vor allem wird durch das Eingehen auf diesen Kompromiss letztendlich die männliche Dominanzideologie anerkannt.

Es ist allerdings für die indivuelle Frau bzw das Mädchen auch schwer, aus diesem Konstrukt auszubrechen. Ich hatte selber schon Gespräche mit muslimischen Schülerinnen und Studentinnen, die teilweise abstruse Einblicke in das Leben von Migrantinnen der zweiten und dritten Generationg ewährt haben: gerade junge Mädchen stehen offenbar in fast allen Familien unter einem extremen Druck, ja nicht zu "verwestlichen" - da wird weniger mit Gewalt oder körperlichem Zwang gearbeitet, als vielmehr mit dem unfassbaren Druck des Gewohnheitsrechtes und der Konformität - "Das haben wir immer schon so gemacht - warum musst du es anders machen? Deine Familie ist enttäuscht von dir. Du willst doch zur Familie gehören? Schau deine ältere Schwester, die macht alles richtig."
Und dabei kommen dann Menschen heraus, die sich damit arrangiert haben, dass die Familie das Leben bestimmt und dass man sich kleine Freiheiten nur unter den Bedingungen des Althergebrachten und in allerhöchster Heimlichkeit herausnehmen darf. Was für uns früher die Rebellion gegen das Elternhaus als Befreiungserlebnis der Pubertät war, ist für solche Mädchen die Heuchelei als Beweis dafür, dass man wenigstens kleine Dinge tun kann, ohne den Vater um Erlaubnis zu fragen.

Das ist alles extrem traurig, und wenn man die Möglichkeit - die realisische Möglichkeit - hat, auch nur einen jungen Menschen aus den Zwängen dieses Systems zu befreien, sollte man es tun. Zumal, wenn möglicherweise gar kein direkter familiärer Druck da ist, sondern der junge Menschn nur durch Kontakt mit anderen, tatsächlich in derartigem Druck lebenden Leuten der Meinung ist oder befürchtet, dass dem doch so sein könnte - oder dass es gar so sein sollte. - Da kann man Überzeugungsarbeit leisten. Wenn hingegen wirklich eine Druck ausübende Familie da ist, hat man realistischerweise keine Chance.
 
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