NOSTALGIE - WAS IST DEINE ZEITMASCHINE?

Benutzer154044 

Verbringt hier viel Zeit
Kinder.jpg

Alles ändert sich.

Die Straßen, Gebäude und die Menschen. Ein Tag folgt dem Nächsten.

Ein achtjähriger Junge aber... mit dem willensstarken Blick eines James Dean... auf der anderen Straßenseite... mit der Abwesenheit einer Tüte, sich abmühend zwei große Colaflaschen nach Hause zu tragen... löst etwas in Dir aus, und ein halber Gedanke später... ist sie da: die Erinnerung, ein Déjà-vu, gepaart mit der tiefstehenden Sonne und der schwülen Luft von einst, gewürzt mit Kinderlachen in der Ferne. Wie im Halbschlaf näherst Du Dich dem Ort... den Jungen in Zeitlupe und sein goldenes Haar im leichten Sommerwind beobachtend... dem Ort namens...

Damals.

Spielende Kinder. Der leicht süßliche, nach Plastik und Meer riechende Ball und das knistern der Steinchen unter ihm auf aufgeheiztem Asphalt in der Dämmerung eines Julisommers Mitte der 60er oder Ende der 80er Jahre... lädt und regt Gedanken und Gefühle zu verweilen an.

Ein Tag von Vielen, aber noch immer weinend, um seiner Schönheit wissend, nach den Kindern von einst rufend, die in kurzen Hosen in engen, schattigen Gassen auf dem Boden murmelnspielend ihre Knie scheuerten und selbige mit Brennnessel quälten und mit selbstgebauten Holzwaffen und Zwillen dem Sonnenuntergang entgegen liefen und Mitten auf der Straße, mit ausgestreckten Armen und ihren offenen nach Erdbeereis schmeckenden Münder gen Himmel reckten und den wasserfallartigen Sommerregen begrüßten.

Welche Erinnerungen begleiten Dich? Welcher Duft, welche Worte? Welche Freunde, welche Umarmungen, welche Urlaube, Spiele, welche Straßen und Häuser vermisst du?

Den altern Nachbarn, der immer ein freundliches Wort hatte? Die ersten verliebten Blicke in der Schule? Den Teddy, der dich durch Höhen und Tiefen begleitete? Den Kuchen der Mutter, die Bonbons der Tante? Das Auto des Vaters? Den Tabakgeruch des Opas? Die Unbekümmertheit der Schwester? Den ruhelosen Bruder? Telefon mit Wählscheibe, VHS-Kassette, Walkman? Die Klamotten, die Frisuren? Den heißen Sommer im August? Den halben Meter Schnee im Januar? Fröhliche Geburtstage und kuschelwarme Feiertage? Die TV-Highlights vor der Flimmerkiste? Campingurlaube in den 60ern? Klassenfahrten in den 70ern? Zauberwürfel, Pacman und He-Man in den 80ern? Supermario, Street Fighter 2 und Resident Evil in den 90ern?

Was bringt Dich zurück?

Was ist Deine Zeitmaschine?

Woran erinnerst Du dich gerne?
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer153425 

Benutzer gesperrt
Ich habe letztens auf einer Abifeier gekellnert und musste wehmütig an meine Abifeier zurückdenken. Als dann dort noch in voller Lautstärke ein Lied gespielt wurde, welches mich an meinen Exfreund erinnerte, kamen mir kurz die Tränen.:cool:
 

Benutzer137391  (46)

Beiträge füllen Bücher
tja, meine kindheit spielte sich in einem land ab, welches es nicht mehr gibt :frown:
daher werden meine erinnerungen zb. um dem 9. november immer wieder hochgespült und ich werde sehr emotional..
wenn genscher auf dem balkon der prager botschaft steht, es war an meinem 15. geburtstag(!) dann erinnere ich mich daran, dass ich zu der zeit schwer verliebt war und die weltgeschichte mir völlig egal war, die sich gerade vor meinen augen abspielte..

ich war verliebt und hatte mein erstes mal..
andere gingen auf die strasse und flüchteten in den "westen".. ich himmelte meinen freund an und bekam kaum was mit..

immer wenn ich filme oder dokus sehe über die zeit, werde ich direkt zu diesem gefühl von damals wieder zurückversetzt.
ansonsten habe ich ganz viele klare erinnerungen an meine schöne kindheit, voller abenteuer, urlaube an der ostsee, pioniernachmittage, höhlen im wald bauen und vom fahrrad fallen.. inkl. fahrt mit rettungswagen, die tollen pakete aus der BRD, der geruch eben dieser..., selbstgemachte pommes, ferienlager, heimlich bravo-lesen und aufwendiges aufnehmen von songs auf kassetten..:smile:
mein kuscheltier, welches immer noch vorhanden ist und nun nachts im arm meiner tochter schläft...

die hühner meiner großeltern und das verteilen der frischen eier in der nachbarschaft.. dafür gab es immer schoki, wenn ich glück hatte auch mal bonbons aus dem anderen teil deutschlands.

am tag der währungsumstellung 1.7.90 war ich bei meinem ersten open-air konzert... depeche mode und viele andere stars, die ich bis dahin nur aus dem radio kannte..:love:
ein schweres unwetter zog über das fest, mein freund und ich waren pitschnass, liefen zu fuß zu ihm nach hause und er musste mir sachen leihen, damit ich nach hause fahren konnte.. in meiner not nahm ich ein taxi...
zu dumm, dass meine eltern darüber nicht erfreut waren, zumal sie den fahrer nach 0 uhr mit "westgeld" zahlen mussten (bzw. ostgeld nur zu wucherkursen umgerechnet wurde)
mir wars egal.. der abend war der hammer :whistle: ich war zu jung, um mir bewusst zu machen, dass mal wieder weltgeschichte vor meinen augen ablief, und ich lieber knutschend und im regen meine erste liebe genoss..

ich erinnere mich sehr gern an meine kindheit... ist wohl zu lange her, daher fällt mir eigentlich nur gutes ein.. der rest ist aus dem gehirn gefiltert :grin::thumbsup:
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
Sobald ich Tabak (Pfeife) rieche, denke ich an mein 5-jähriges Ich zurück: Zusammen mit dem Nachbarjungen, den ich unbedingt heiraten wollte, sitze ich im Wohnzimmer seines Opas. Er raucht Pfeife, seine Oma kocht uns etwas leckeres und Opa erklärt uns die Welt, während wir gebannt zuhören. Das hatte Bullerbü-Charakter und ich habe diese Tage geliebt. Auch Johannisbeeren erinnern mich daran: Dann waren wir mit dem Opa im Garten und haben Beern gepflückt, daraus Saft gemacht oder sie einfach so gegessen.
Manche Lieder im Radio lösen auch solche Flashbacks aus: Cat Stevens Wild World zb: Das Lied hörte ich durch Zufall im Radio, als ich zur Abschiedsfeier meiner besten Freundin fuhr, die damals gedacht für immer in die USA gehen würde. Andere Lieder erinnern mich an meine Hochzeit, an mein Abi, an die Geburt meiner Tochter.
Manchmal, wenn ich bei älteren Damen zu Gast bin, oder ei altes Buch meiner Oma öffne, kommt mir der Duft ihrer Wohnung entgegen (Rosen-Seife). Da muss ich jedes mal mit den Tränen kämpfen.
 

Benutzer58449  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Immer wenn ich Grashüpfer sehe erinnere ich mich daran wie ich als Kind jeden Sommer mit meinem Bruder meine Großeltern in Brandenburg besucht habe. Beide hatten eine kleine Laube mitten auf dem Land und jeder Tag war wie ein Abendteuer. Gleich neben dem Haus gab es ein riesiges Stoppelfeld auf dem ich mit meinem Bruder zusammen immer Grashüpfer gefangen habe ^^
Stundenlang!
Ich habe mich durch Büsche gewühlt, bin auf alte Eichen geklettert, habe Störche beobachtet, Glühwürmchen gefangen und meinem Opa beim Angeln zugeschaut.
Heim ging es immer erst dan wenn ich Hunger hatte und danach gings gleich wieder aufs Feld, in den Wald oder an die Spree :smile:
Ich erinnere mich daran wirklich gerne, immer wenn ich einen Grashüpfer sehe.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was meine Kindheit und Jugend anbelangt, bin ich nicht wirklich sentimental.

Ich erinnere mich gerne an die Zeit, die ich mit meinem Opa verbracht habe (der beste Opa, den man sich vorstellen kann), den Geruch von frisch gesägtem Holz in seiner Schreinerwerkstatt, unsere vielen schönen Gespräche, usw.
Und sonst denke ich auch manchmal zurück, wie schön es wäre, wenn die Zeit immer noch so langsam vergehen würde, wenn ich so viel Freizeit hätte, wie während meiner Schulzeit (als dauer-unterforderter Schüler konnte ich es mir erlauben, so gut wie nichts für die Schule zu tun) und natürlich auch an die unheimlich coolen und chaotischen Aktionen, die ein ganz besonderer, leider viel zu früh verstorbener Lehrer auf die Beine gestellt hat.
Auch die Campingurlaube mit meinen Eltern im Wohnwagen von meinem anderen Opa waren immer sehr schön und wenn ich gewisse Alben von Pink Floyd und Alan Parsons Project höre, denke ich immer an Autofahrten auf französischen Straßen, weil wir dort fast immer eine Kassette mit dieser Musik im Autoradio hatten.

Aber ich musste vom Kindergarten bis zur Mittelstufe am Gymnasium auch genügend Scheiße fressen (Hänseleien durch Mitschüler, Außenseiter-Dasein, usw.), dass ich nicht all zu wehmütig an diese Zeit zurückdenke.

Viel lieber verbringe ich hier und jetzt Zeit mit Kindern, werde dabei selbst wieder ein wenig zum Kind und erfreue mich an der Freude und Unbekümmertheit dieser Kinder, die ich ein ganz kleines Stück weit begleiten darf, wenn ich sie für ein paar Studnen unter meinen Fittischen habe.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren