"Noch"-Frau und Kind meines Freundes

Benutzer29410 

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Erstmal kurz die Eckdaten zu mir: bin seit 10 Monaten mit meinem Freund zusammen, als wir uns kennengelernt haben war sein Sohn drei, und er war seit zwei Jahren von seiner Ex getrennt.

Bei seiner Ex und ihm war es genauso wie bei dir (außer dass sie nicht verheiratet waren): sie merkte dass die Beziehung sehr kriselte und versuchte, ihren Status durch ein Kind zu retten. Sie hat die 300 Euro für das Verhütungsstäbchen, die er ihr gegeben hatte, auf den Kof gehauen, ihm davon natürlich nichts gesagt und "merkte" erst nach nem halben Jahr, dass sie schwanger war. Mein Ex dachte sich: gut, dann müssen wir da halt des Kindes wegen durch, es ging katastrophal in die Hose, sie zog mit dem Baby irgendwann wieder zu ihren Eltern (einen Beruf oder eine Ausbildung hat sie nicht, mit mittlerweile fast 30 ist sie von Beruf Tochter) und ein schönes Gezerre und Geziehe um das Kind, das sich natürlich auch auf die weitere Verwandtschaft erstreckte, fing an.

Und dann kam ich irgendwann. ;-) Die erste feste Freundin seit der Trennung, auch noch ne Fernbeziehung, absolut planlos und ich hatte null Ahnung, worauf ich mich da eingelassen hatte.:zwinker:

Seine Exfreundin fing mit einem unglaublichen Psychoterror an, der mit einer tränenreichen, theaterreifen Vorstellung begann, mit der sie ihn "zurückerobern" wollte ("Das Kind und ich, wir brauchen dich doch so!") und sich mit übelsten Mitteln weiter hinzog, in dem das Kind als Druckmittel verwendet wurde. "Nein, zu Ostern darf der Kleine nicht zu dir kommen wenn deine neue Freundin auch da ist." oder: es ist "unser" WE und mein Freund ist bei mir, 700 km von zu Hause entfernt. Samstag kommt der Anruf: "Der Kleine hat morgen eine Kindergartenvorstellung wo er singen soll." mein Freund: "Du weisst doch, dass ich dieses WE bei...bin. Warum hast du mir das nicht früher gesagt, dann hätten wir das anders planen können?" sie: "Du bist doch eh bloß an dir interessiert. Der Kleine hat auch schon gesagt dass der Papa ihn gar nicht mehr lieb hat." Meinem Freund, der ein hingebungsvoller Vater ist, hat das fast das Herz gebrochen und uns beiden war total das We versaut.

Anfangs war ich ein nervliches Wrack. Die Wohnung meines Freundes und sein Büro in der Arbeit sind vollgeklatscht mit Fotos von dem Kind in Plakatgröße, wo man auch hinschaut, der Blick fällt auf einen entsprechenden Bilderrahmen oder riesengroße Bilder an der Wand. In seiner Wohnung standen und hingen Fotos von ihm, seiner Ex und dem Kleinen, der Stammbaum der Familie an der Wand seiner Oma zeigte an seinem Zweig ein liebevolles Foto von den beiden und dem Baby, bei senen Eltern hängt alles voller Kinderfotos, er hat eine Homepage eingerichtet, mit einem detaillierten Geburtsbericht seiner Ex, Fotos von wirklich jedem Augenblick der Schwangerschaft, vor der Geburt, direkt nach der Geburt und zahllose weitere Fotos von dem sich entwickelnden Kind und den Sprüchen: "Blut ist dicker als Wasser" und "Die Sippe ist das wichtigste im Leben".

Die EX ruft jeden Tag mehrmals an, früher auch gerne mitten in der Nacht, und mindestens einmal am Tag werden die Webcams angeschmissen damit der Kleine seinen Papa sehen kann.

Ich sage euch, ich hätte am liebsten gekotzt. Jemand der nicht in der Lage jemals war, kann sich überhaupt gar nicht vorstellen, wie sich das angefühlt hat. Ich kam mir wirklich so vor: der Thronerbe, das Wichtigste in seinem Leben, ist gezeugt, und ich darf jetzt meinen Platz als Amüsierdame einnehmen. :grin: Mir ist sehr schnell klar geworden, dass die beiden ein ewiges Band verbindet, dass seine Vergangengheit immer präsent sen wird und ich nie damit abschließen kann und jedesmal wenn ich sie oder das Kind gesehen habe stiegen vor menem inneren Auge sehr hässliche Vögel- und Geburts-Bilder von meinem Freund und seiner Ex auf.

Wie wir das Ganze in den Griff gekriegt haben? Erstmal mussten wir uns darüber klar werden, was die Situation eigentlich für den anderen bedeutet. Mein Freund hatte am Anfang schwerste Gewissensbisse: früher hatte er jedes WE seinen Sohn abgeholt, und nun ging alles drunter und drüber, denn da gab es ja nun noch die neue Beziehung. Mir ging es aus oben genannten Gründen dreckig. Schließlich machten wir beide mal den Mund auf und da wir jung und energisch sind, fiel uns auch was ein.

Zuerst haben wir einen strikten Plan aufgestellt, von dem jeder einen Ausdruck bekam: ich einen, die Ex einen und mein Freund einen, wo ganz genau drauf vermerkt war, wann jeder der Eltern das Kind hat, und da wird sich dran gehalten, damit sich jeder drauf einstellen kann und spontane Überraschungsaktionen vermieden werden (Fälle wie Krankheit etc. sind natürlich ausdrücklich ausgenommen und in der Woche darf mein Freund sein Kind auch jederzeit holen). Das heißt für mich: ich habe ihn nur jedes 2. WE, dafür haben wir dann auch Zeit für uns, und der Kleine hat ihn jedes 2. We und ca. zweimal unter der Woche. So klappt es am besten bei uns. Ich finde, eine junge Beziehung braucht Zeit und Zuwendung, sonst klann sie nicht gedeihen, und bei einer Fernbeziehung ist das anders schwer zu regeln. Dem Kleinen tut vdie Regelmäßigkeit auch gut und als mein Freund merkte, dass es sowohl mir als auch dem Kleinen gut tut, entspannte er sich auch und hatte kein schlechtes Gewissen mehr.

Weiter: die ganzen Bilder wo seine Ex drauf zu sehen war, sind rausgeflogen, ein paar Fotos in Plakatgröße von mir und ein Blderrahmen von uns beiden haben die Fotosammlung ergänzt. :zwinker: Seine Eltern kriegen auch bald eins von uns zwei, da freuen die sich. Er übernachtet nicht mehr spontan bei seiner Ex wie er es früher getan hat und er hat sie auch gebeten, die Anrufe mitten in der Nacht einzustellen bzw. ist dann gar nicht mehr ans Telefon gegangen, und das hat sich mittlerweile auch erledigt.

Alles Friede, Freufde und Eierkuchen ist natürlich trotzdem nicht, klar, oder? ;-)

Wenn ich in den Ferien etwas länger bei meinem Freund bin, kommen wir natürlich auch in die Situation, dass wir das Kind gemensam am entsprechenden WE beaufsichtigen. Das fällt mir alles andere als leicht. Zum einen bin ich da nicht reingewachsen wie mein Freund, zum zweiten ist es nicht mein Kind und zum dritten ist der Kleine unglaublich verschlossen und hat große Probleme, Kontakte zu anderen zu schließen (selbst zu seinen eigenen Großeltern), es kommt von ihm fast nichts zurück, auch zu mir nicht. Das macht solche Wochenenden natürlich unglaublich anstrengend. Mit einem Kind, das nicht reagiert und das - weil alle so froh sind wenn er mal eine Regung zeigt oder etwas sagt - von allen hofiert wird und deswegen auch kein "nein" oder "jetzt machen wir etwas das uns allen Spaß macht" kennt, ist so ein We kein Zuckerschlecken. Dazu kommt noch, dass man den ganzen Tag ein fremdes, schwer zu bespaßendes Kind bespaßt und abends todmüde ins Bett fällt und kaum Zeit für einander hat.

Mir ist natürlich klar, dass das Kind - das ich genauso mag wie alle kleinen Kinder, nicht mehr und nicht wenger, nichts dafür kann und behandele es so, wie ich ein eigenes auch behandeln würde.

Erst war ich frustriert und fand es langweilig und nervig, dann hab ich die Ärmel hochgekrempelt und hab es angepackt. Da mir schnell aufgefallen ist, dass alle immerzu um das Kind herumtanzen und was von ihm haben wollen, es im Umkehrzug immer verschlossener und ausdrucksloser wird, hab ich ihm zur Begrüßung nur den Kopf gestreichelt und dann einfach mit dem weitergemacht was ich ohnehin grad gemacht habe. Das war er nicht gewöhnt und war verdutzt. Normalerweise führen Mama, Papa und alle Großeltern immer einen Affentanz um ihn auf. Dieser Wegfall von Druck half ihm dann, sich an mich zu gewöhnen und wir begannen, auf seine zaghaften Versuche hin, miteinander sowas wie zu kommunizieren, was immer besser klappte mit der Zeit. Nachdem mich das ewige "Höhle bauen" und "Wasserbomben schmeißen" Spielen langweilten, begann ich eigene Akzente zu setzen. Ich fing an, ihm abends vorzulesen, schnitzte mit ihm Kürbisgesichter, malte den Boden vor dem Haus mit Kreide mit ihm zusammen voll und bastelte ein Puppentheater, wo ich vor dem begeisterten 2 Mann Publikum kleine Stücke aufführte. (Das kannte das Kind alles gar nicht) Direkt zurück kriege ich immer noch nicht viel, aber es häuft sich. Ich hasse Paprika und friemel meine immer von der Pizza runter, er macht es nun genauso. :grin: Ich liebe es, ausgiebig zu frühstücken, er will nun auch an "seinen" Wochenenden mit Papa zusammen genauso frühstücken wie wenn wir drei den Tag verbringen. Er fragt ständig nach mir und bastelt mir Geschenke.

Es ist immer noch anstrengend und ich bevorzuge ein Wochenende allein mit meinem Freund bei weitem, aber die Vergangenheit kann man nicht rückgängig machen, man kann nur ein neues Kapitel im Buch des Lebens aufschlagen und sen Möglichstes versuchen, dass es ein besseres, schöneres wird.

Die olle Ex von meinem Freund mag ich immer noch nicht, und sie mich auch nicht, aber ich beiße die Zähne zusammen und komme überall mit hin, denn der Platz an der Seite von meinem Freund gehört mir, nicht ihr.
Mich frustriert immer noch, dass eine Frau bloß ein Kind auf die Welt bringen muss, um wie die Königin von Saba behandelt zu werden, bei entsprechender Unterstützung durch den Kindsvater/die glücklichen Großeltern keinen Finger zu rühren braucht um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und dann noch dem Kind nichtmal eine entsprechende Kindheit/Erziehung zu bieten braucht - das Druckmittel Kind ist tödlicher als jede Waffe, und man kann einen Haufen Leute damit wunderbar terrorisieren.

Aber daran kann ich nichts ändern. Ich für meinen Teil möchte lieber eine glückliche Familie haben, mit einem Mann an meiner Seite der mich liebt, und Wunschkindern, für die wir uns gemeinsam entschieden haben, als die Königin von Saba sein, die doch nur die Vergangenheit hat, auf der sie sich ausruhen kann, und an der sie gleichzeitig leidet.

Ja, es ist hart, und so schön und problemlos wie im Fernsehen ist es nicht, die ewige Zweite zu sein, aber in unserem Fall hat uns unser Probleme bzw. die gemeinsame Bewältigung dieses Problems noch enger zusammengeschweißt. Wir lieben uns über alles, und auch wenn ich vorher gewusst hätte, wie schwierig es für mich werden würde, würde ich alles genauso noch mal wieder machen.
 

Benutzer69138 

Verbringt hier viel Zeit
ich hab den thread jetzt nur überflogen,

aber was mir spontan in den sinn kam, waren zwei dinge:

- zum einen pflichte ich dem einsamen engel bei: auf unbewusster ebene ist ein vertrauensbruch passiert. er hat seine frau während der schwangerschaft belogen, und die trennung hinausgezögert... ich finde das ein starkes ding. heftig für die noch frau.
dass er sich aber dann konsequent getrennt hat, und sich ums kind kümmert ist auf alle fälle ein plus.
unbewusst prüft man den partner auf seine ehrlichkeit und loyalität. denn man könnte der nächste sein.

- zum anderen glaube ich an unbewusstes schulderleben deinerseits. dir kommen die schönen momente der beiden hoch. und letztlich warst du der tropfen auf den heißen stein, der das zerstört hat, und einem kind den vater und einer frau den mann "nahm" (auch wenn er sich kümmert, ein verlust ist da) klar bist du nicht verantwortlich aber auf seelischer ebene spielt das oft keine rolle.

irgendetwas scheint dich in deren beziehung zu ziehen. überleg dir was genau es ist. die beziehung der beiden ist vorbei. die elternschaft besteht weiter. die beziehung geht dich nichts an, sie scheiterte schon vor deiner zeit.

das kind allerdings war auch schon vor dir da. ebenso die frau. sie musste platz machen, damit du an seine seite konntest. würdige das. dann kannst du sie auch loslassen.
erkenne den platz des kindes an, er tangiert deinen nicht, denn zwischen euch besteht die paarebene.

der herr an sich bereitet mir aber noch einige sorgen. er scheint es unbewusst wunderbar auf die reihe zu bekommen, dass sich die frauen an seiner seite immer gedanken um eine andere machen müssen. hier stellt sich die frage, welchen zweck er damit unbewusst verfolgt.

klassisch ist auch, dass er sich eine jüngere genommen hat. eine ohne kinderwunsch. praktisch. die gefahr ist erst mal gebannt.


es trifft deine situation zwar nur ansatzweise, aber:
mein partner war mit seiner ex schwanger. sie haben das kind verloren. für mich ist klar, sobald wir beide nun zusammen ein kind bekommen, werden meine kinder irgendwann wissen, es gab noch ein älteres halbgeschwisterchen. jedes kind hat ein recht auf seinen platz.
 

Benutzer13281 

Kurz vor Sperre
@piratin:
oh gott wie schrecklich.:eek: hut ab das du das mitgemacht hast und vorallem das eure beziehung das durchgehalten hat. ich glaube DAS hätte ich nicht mitgemacht. mir hat unser theater schon gereicht (und sie hat gott sei dank nie angerufen oder ähnliches,soviel verstand hat sie dann wohl doch). wir hatten schon unsere wohnung gekündigt weil ich eben nicht mehr damit leben konnte das wie du schon sagtest eine frau nur ein kind kriegen brauchte und somit für immer die königin sein wird.
ich glaube ich hätte die foto´s von den wänden gerissen :angryfire
mein mann hatte letztes jahr auch briefe von seinen kindern bekommen in denen wortwörtlich stand: papa komm doch zu uns aber OHNE ... schlaf doch mal bei uns. lass dich nicht herum führen denn du hast dein leben selbst in der hand.

und sowas soll ein 8 jähriges kind geschrieben haben!!:angryfire
ich weiß genau das diese briefe nicht von den kindern kamen bzw der inhalt nicht. aber die liebe mutter streitet natürlich alles ab und sagt das haben die kinder geschrieben. mein mann kennt nur seine kinder nicht mehr denn sie sind schon sehr weit...

ich habe mir eins geschworen: sollten wir uns jemals trennen möchte ich niemals so eine besch....e ex werden wie sie und viele andere!!!
 

Benutzer29410 

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sara-mira: stimme dir absolut zu! mir ist schon öfter aufgefallen, dass viele Männer nach gescheiterten Beziehungen die Kinder auf eine Art Podest stellen, wie den heiligen Gral. (Ob das das schlechte Gewissen ist?) Viele können sich vor lauter markigen Sprüchen gar nicht einkriegen: "Die Kinder sind das wichtigste im Leben, da kommt sonst nichts ran." "Ich tu alles für meine Kinder, würde alles für sie aufgeben" usw.

Wenn die Kinder das Allerheiligste im Leben sind, für das alles andere geopfgert wird, dann frage ich mich, warum sich die Herren dann überhaupt getrennt haben. ;-)

Und was besonders lachhaft ist (auch bei alleinerziehenden Müttern!): Je markiger die Sprüche, desto erratischer gestaltet sich gewöhnlich die Erziehungsarbeit. :zwinker:
 

Benutzer35148 

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Ach was, das ist doch alles nur noch eine Ausrede.

Somit können die Herren sich dann alles freihalten und sich auch alles erlauben...

Z.B. eine Affaire... solange die "Freundin" nicht aufmuckt und alles mitmacht, ist es ok. Aber wehe sie will daß er sich von der Frau trennt... Da wird er sagen "Nein, kommt nicht in Frage, wegen der Kinder", egal wie wenig er seine Frau überhaupt noch liebt.

Ich weiß nicht was besser ist: den Kindern die heile Welt vorspielen, obowhl es da sicherlich auch ganz schön krachen muß,
oder eine schmerzliche Trennung haben, und den Kindern ein Hin-und-her zumuten?

Besser ist es, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen,
aber das ist scheints heutzutage gar nicht mehr so einfach.

Wo sind die guten Beispiele?

:engel_alt:
 

Benutzer29410 

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Was dabei rauskommt, sieht man bei Kindern, die ihren Vätern furchtbar auf der Nase rumtanzen und immer im Mittelpunkt stehen wollen

jawoll....das kenn ich gut :ratlos: Aber da muss ich ganz einfach sagen: das muss mein Freund dann halt ausbaden. ;-) Der Kleine tritt und schlägt und beisst seine Mutter, die setzt ihm noch weniger Grenzen und erzieht noch weniger. Ein glückliches, fröhliches, freundliches Kind ist der Kleine jedenfalls nicht....
 

Benutzer82104  (34)

Verbringt hier viel Zeit
ich wäre froh gewesen wenn mein vater so gedacht hätte... aber genau das war da leider nicht der fall. er hat sich für die neue entschieden und den kntakt abgebrochen. habe ihn genau einmal in meinem leben gesehen.

ok ich hatte nen stiefvater aber das beste verhältnis hab ich zu ihm nicht - sage zwar "papa" aber meiner mutter steh ich einfach nochmal ganz anders gegenüber...
ich glaube das so manches meiner "probleme" (probleme in der schule, drogenkonsum, die falschen leute, usw) auf die fehlende vaterrolle zurückzuführen sind. das ist KEINE rechtfertigung aber ich könnte mir vorstellen das das mitwirkt.

also auch wenn du probleme hast: denk an das kind, denk an die zukunft des kindes.
vielleicht fällt es dir dann leichter :smile:
 

Benutzer29410 

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ich glaube das so manches meiner "probleme" (probleme in der schule, drogenkonsum, die falschen leute, usw) auf die fehlende vaterrolle zurückzuführen sind. das ist KEINE rechtfertigung aber ich könnte mir vorstellen das das mitwirkt.

Naja dann frage ich mich aber, wie die ganze Kriegskindergeneration nach 45 das erfolgreichste Wirtschaftswunder aller Zeiten hingekriegt hat, ohne kollektiv am Vatermangel einzugehen. ;-)

also auch wenn du probleme hast: denk an das kind, denk an die zukunft des kindes.
vielleicht fällt es dir dann leichter

Das ist natürlich eine ethisch-moralische Forderung, die für ein junges Mädchen unglaublich schwierig umzusetzen ist, selbst mir fällt das nicht leicht, mit meinen 30 Jahren. Welcher Mensch aus Fleisch und Blut ist so selbstlos, sein eigenes Schicksal auf dem Altar eines fremden Kindes zu opfern?

Was mir mehr geholfen hat, als der generelle gesellschaftliche Imperativ "Denkt an die Kinder" waren folgende Überlegungen:

Basis war: ich liebe meinen Freund. Über alles, keine Zweifel, absolut.

Mein Freund liebt sein Kind - und mich. Ohne den Kontakt zu seinem Kind wäre er kreuzunglücklich. Das Kind ist auch ein Teil von ihm. Es haben sich schon Männer umgebracht, weil sie ihr Kind nicht sehen durften, ich kenne da einen Fall im Bekanntenkreis. Rumzuzicken oder ihn zu irgendeiner "Entscheidung" zu zwingen, wäre pure Folter für ihn, würde garantiert die Beziehung sehr schädigen wenn nicht terminieren und ich glaube er würde mich auch nie wieder mit dem gleichen Blick ansehen, wie er es heute tut.

Was ich tue, ist mein Möglichstes zu geben, dass die Interessen von allen Beteiligten (Freund, Sohn, meine) austariert werden.
Klar hätte ich mehr von einem Freund ohne Kinder, aber die Qualität unserer Beziehung ist eine so besondere, dass ich diese Einbuße in Kauf nehme.
 

Benutzer13281 

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Mein Freund liebt sein Kind - und mich. Ohne den Kontakt zu seinem Kind wäre er kreuzunglücklich. Das Kind ist auch ein Teil von ihm.

genau so ist es aber als junger mensch muß man erst lernen das die liebe zu einem kind etwas ganz anderes ist wie dir liebe zum partner.
aber wenn man selbst noch keine kinder hat ist es eigentlich fast unmöglich das zu verstehen. zumindest war es bei mir so.
meine mutter hat damals immer zu mir gesagt das ich das erst verstehen werde wenn ich selbst kinder habe.
mit kindern kann man teilen.mit einer anderen frau nicht.
 

Benutzer64930 

Verbringt hier viel Zeit
Das glaube ich auch.
Mein Freund ist 5 Jahre älter als ich und hat drei Kinder. Mit den Töchtern hat er nicht allzu viel Kontakt; die eine lebt in Deutschland und ist aus einem ONS hervorgegangen, die andere lebt in England, die Mutter ist verheiratet und mein Freund hat sie nur einmal gesehen (während er auf die erste immer wieder aufgepasst hat, als sie noch ein Baby war und die Mutter noch in Österreich war). Mit seinem Sohn ist das was anderes; die Mutter hat meinem Freund geholfen, aus der Drogenklinik herauszukommen, war immer wieder für ihn da, und als sie schwanger geworden ist, haben sich die beiden bewusst entschieden, zu heiraten. Mein Freund war bei der Geburt seines Sohnes mit dabei und war jeden Tag für ihn da. Der Kleine ist jetzt acht und hängt immer noch wahnsinnig an ihm. Das einzige Problem ist, dass die Mutter im Moment spinnt und dass deswegen der Kontakt sehr schwierig geworden ist. Mein Freund hat auch mehrmals gesagt, dass er die Liebe, die er für seinen Sohn empfindet, niemand anders geben kann. Mir tut der Gedanke auch manchmal weh; aber nicht, dass er seinen Sohn so liebt, sondern dass er dieses Erlebnis von der Geburt nicht mit mir, sondern mit einer anderen Frau hatte.
Er sagt mir oft, dass er das Gefühl hat, nie in eine Frau so verliebt gewesen zu sein wie in mich; er nennt mich im gleichen Atemzug mit all seinen Kindern, wenn er davon spricht, welche Menschen ihm in seinem Leben am wichtigsten sind; er erzählt mir manchmal, dass seine Ex-Frau nicht so gut zu ihm gepasst hat, wie er gedacht hat, und dass es schon vor der Scheidung Krisen und Trennungen auf Zeit gegeben hat. Anfangs musste sie ihn auch mit einer anderen teilen, und mein Freund wusste nicht, für wen er sich entscheiden soll. Das macht es für mich vielleicht einfacher, zu akzeptieren, dass sein Sohn existiert und dass er immer für ihn da sein wird. Auf der anderen Seite denke ich mir auch, was wäre, wenn er sagen würde, sein Sohn sei ihm egal? Und wenn wir dann zusammen bleiben würden? Dann würde ICH bestimmt keine Kinder von ihm wollen...
Für mich ist es vielleicht auch deswegen leichter, weil ich die Trennung nicht miterlebt habe. Als ich ihn kennen lernte, war er schon seit gut zwei Jahren geschieden. Aber ich wusste über ihn Bescheid, bevor ich mich für eine Beziehung entschieden habe. Ich kann nicht von ihm verlangen, dass er sich zwischen mir und seinem Sohn oder auch den anderen Kindern entscheiden soll. Mein Freund verbringt jede freie Minute mit mir, also kann ich ihm doch wohl die kostbare Zeit mit seinem Sohn zugestehen.
 
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