Neuen Bewerbern gegenüber Stillschweigen?

S

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Gast
Hallo Ihr Lieben,

ich hatte schon mal einen Thread, wo es um die Bewerbung im öffentlichen Dienst ging. Das hat sich erledigt, ich hab die Stelle bekommen :smile::smile::smile:

Ich wollte gehen, weil ich hier unzufrieden war. Der Job ist langweilig, es ist nicht genug zu tun, ich habe nur 20 Tage Urlaub im Jahr und das Gehalt ist auch nicht so meins. Jetzt im öD habe ich 10 Tage mehr Urlaub und 1200 Euro mehr. Alles super!

Zu Ende Mai steige ich aus. Sie wird sich also eine neue Angestellte suchen müssen, die ich noch einarbeiten soll, wenn diese zum Probearbeiten kommen.

Jetzt die Frage... wenn es wirklich dazu kommt und die Bewerberin stellt mir Fragen zum Arbeitsverhältnis und den Vertragsbedingungen (ich wusste damals erst zum Schluss bei Vertragsunterzeichnung, dass ich nur 20 Tage Urlaub habe usw)... darf ich darauf antworten oder soll ich lieber den Mund halten? Denn wenn ich ehrlich bin und sage, sie hat 20 Tage und das Gehalt dazu... hinzu kommen Kollegen, die den ganzen Tag lästern und tratschen... da will doch am Ende keine mehr die Stelle. Vorallem nicht, wenn hier Arbeitsflaute herrscht.

Ich meine, ich finde es zwar ein Unding, dass sie nur 20 Tage gibt (ich werde echt immer bemitleidet und kenne KEINEN, der so wenig hat!) und hab mir ehrlich gesagt schon überlegt, einer neuen gegenüber einfach ehrlich zu sein.. aber fair ist das ja nicht.

Was würdet Ihr tun?
 

Benutzer114351 

Verbringt hier viel Zeit
Ich wäre, glaube ich, ehrlich.
Das mit den Urlaubstagen würde ich auf jeden Fall, ohne groß zu überlegen, ansprechen. Warum auch nicht? Vielleicht findet der Bewerber/die Bewerberin das ja gar nicht weiter wild.
Das mit dem Arbeitsklima ist wiederum eine andere Sache. Möglich, dass bei dem Neuen/ der Neuen das Lästern aufhört, aber ich hätte vermutlich ein sehr schlechtes Gewissen, wüsste ich um den Umstand und würde es nicht einmal andeuten. Fänd ich nicht so pralle in die pure Arbeitshölle zu laufen.
Feiger Ausweg: Wenn die Bewerber nicht fragen, hast du Glück gehabt :jaa:
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Ich würde sagen, du solltest alles unterlassen, was irgendwie wertend rüberkommt. Dass die Kollegen lästern, würde ich z. B. auf keinen Fall äußern, und auch nicht, dass es "nur" 20 Tage Urlaub gibt und wie blöd du das findest. Ich sehe da ehrlich gesagt keine irgendwie geartete Verpflichtung gegenüber neuen Bewerbern, sondern fände das eher schlechten Stil.
 
S

Benutzer

Gast
Ja, wenn sie nicht fragen, ist alles gut :smile: Aber da ich anscheinend eine vertrauenserweckende Person zu sein scheine, schwingt man bei mir schnell in vertraulichere Fragen über...

Das Lästern geht ja hier nicht konkret um mich. Es ist so, dass hier eben noch ca. 30 andere Frauen (alle älter) arbeiten. Wenn man in einen Raum reingeht, hört man nur noch "Boaaah ich hab auf Person x keinen Bock mehr, die stinkt" usw... Da gehts nicht um mich, ich halte mich da einfach fein raus und hab deswegen keinen Kontakt großartig, außer es geht um die Arbeit. Aber die haben eben wohl nichts besseres zu tun, als zu lästern. Das wird also mit einer neuen nicht aufhören. Außer sie ist genau so und macht mit...
 

Benutzer113476  (36)

Benutzer gesperrt
Du bist deinem baldigen Ex-Arbeitgeber nichts schuldig und wenn du aus Unzufriedenheit kündigst, dann würde ich das dem Nachfolger auch so verklickern. Sie wird dich mit Sicherheit nach den Gründen fragen.

Über den Job zu lästern, fällt wohl nicht unter die firmeninterne Verschwiegenheitserklärung.
 

Benutzer113476  (36)

Benutzer gesperrt
Mhhh meinst Du echt, sie fragt warum ich gehe?

Also ich würd's tun, du nicht? :zwinker:

Du musst sie einarbeiten, ihr werdet viel Zeit miteinander verbringen und einige Ruhephasen haben, die irgendwie überbrückt werden müssen und da greift man doch automatisch zum Smalltalk.
 

Benutzer67627  (51)

Sehr bekannt hier
20 tage liegen doch weit unter dem mindesturlaub...wie kann das denn überhaupt sein? :hmm:
 
S

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Gast
Nee der Mindesturlaub sind 20 Arbeitstage bzw. 24 Werktage :zwinker: Stimmt schon so, ist nur arbeitnehmerunfreundlich festgelegt...
 

Benutzer37900 

Teammitglied im Ruhestand
Off-Topic:
20 tage liegen doch weit unter dem mindesturlaub...wie kann das denn überhaupt sein? :hmm:
Mindesturlaub beträgt 24 WERKtage. Der Samstag zählt als Werktag, also hat man 4 Wochen Urlaubsanspruch vom Gesetz her. Beträgt die Arbeitswoche aber nur 5 Tage (Mo-Fr), rechnet man 5 x 4 = 20 Tage.


Bitte nicht in Rechtsberatung abdriften! Danke!
 

Benutzer115563 

Verbringt hier viel Zeit
Off-Topic:
da bin ich echt froh in österreich zu leben da sind es 25 tage bei einer 5 tage woche und 30 bei einer 6 tage woche.


wenn die neue fragt wie es so abläuft mit arbeitszeit und co. würd ich ehrlich sein und die fakten ohne persönliche meinung nennen.
wenn sie dich persönlich fragt also wie es dir gefallen hat oder warum du gehst würde ich auch die wahrheit sagen und dass du das eben so empfunden hast.
 

Benutzer36171 

Beiträge füllen Bücher
Glückwunsch zur Stelle!

Ich wäre ehrlich, zumindest was die Fakten betrifft, weil ich niemandem einen so schlechten Arbeitgeber wünschen würde. Du hast da m.E. keine Verpflichtungen. Vielleicht sollte dein Ex-Arbeitgeber lieber mal über seine Vertragbedingungen nachdenken.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Fakten kannst du IMMER nennen. Letztlich kann jeder auch seinen Vertrag selbst lesen, aber wenn Fragen kommen, dann halte dich an die Fakten und wie schon In Love And War gesagt hat: Nichts wertendes einbringen, dann kannst du dir auch sicher sein, dass man dir dafür nicht ans Bein pinkeln kann :zwinker:
 
M

Benutzer

Gast
Die Urlaubstage werden ja vermutlich schon im Vorstellungsgespräch Thema sein, daher werden die, die zum Probearbeiten kommen, wohl schon wissen, worauf sie sich einlassen. Das mit den Kollegen würde ich auch auf jeden Fall unerwähnt lassen, sofern da z. B. kein systematisches Mobbing gegenüber Neuen passiert.

Ansonsten kannst Du ja schon ehrlich sein und Dich dahingehend äußern, dass Du eben die Konditionen hier nicht so toll fandest und außerdem nicht genug gefordert warst. Richtig ablästern und alles mal rauslassen, was Dich in dem Laden gestört hat, würde ich nun nicht unbedingt. Es kommt ja auch darauf an, ob man als Bewerber überhaupt die Wahl hat oder ob man auf die Stelle angewiesen ist. Und wenn der Vorgänger einem den künftigen Job mies macht, geht man wohl nicht mit so 'nem tollen Gefühl an die Sache ran. Und wer weiß, vielleicht arbeitet der oder die Neue ja langsamer und kommt mit den Kollegen super aus... :zwinker:

Wenn Du im persönlichen Gespräch jetzt aber heraushörst, dass sich der Bewerber eigentlich was ganz anderes vorstellt als letztlich auf ihn zukommen würde und zumindest diesen Job nicht unbedingt braucht, dann würde ich da schon unter vier Augen sagen, dass er sich das noch mal überlegen soll.

Off-Topic:
Ich wäre jedenfalls sehr froh gewesen, wenn mich jemand vor meinem letzten Job "gewarnt" hätte, aber die Kollegen haben lieber - wie sich im Nachhinein herausstellte - heimlich Wetten abgeschlossen, wie lange ich es aushalte und mich am ersten Tag mit "Oje, hoffentlich bleibst Du länger als die anderen!" begrüßt. :ratlos: Da wäre ich für einen kleinen Hinweis vorab (gut, bei mir gab's kein Probearbeiten, aber eine Unterhaltung mit 'ner späteren Kollegin nach dem Vorstellungsgespräch) doch sehr dankbar gewesen, zumal ich ja einen festen Job hatte und mich eigentlich nur verbessern wollte.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich würde das ganze einfach so objektiv wie möglich und sachlich verpacken. Man kann ja sagen, dass man für sich selbst die Bedingungen woanders besser findet, dass es einem persönlich zu wenig Urlaub war und dass man auch mal neue Leute kennenlernen möchte - ohne jetzt groß in ein "Das ist hier alles doof" abzudriften.

Man kann ja auch ganz gut abschätzen, wie das Gegenüber drauf ist. Ich würde nicht groß lästern, aber objektive Hinweise kann man schon geben.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Hey, erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem neuen Job! :smile:

Was das Thema angeht: was meinen Arbeitgeber angeht, handle ich das ganz pragmatisch: wenn ich fair behandelt werde, bin ich auch fair und engagiert. Werde ich verarscht, mache ich es genauso.
Dein noch-Arbeitgeber scheint sich einen Dreck darum zu kümmern, ob es seinen Angestellten gut geht, warum willst Du dann noch Rücksicht nehmen? Du hast, solange er Dich noch bezahlt, Deinen Job zu machen, mehr nicht. Und da Cheffe ja offensichtlich Nichts gegen Tratscherei im Unternehmen unternimmt, kannst Du das ja auch machen, halt über den Job...:zwinker:
Im Übrigen: was kann Dir denn noch passieren? Rausschmeißen kann er Dich nicht mehr :grin:
Aber vll hilfst Du ja einer netten Bewerberin dabei, einen Riesen-Fehler zu vermeiden...

Mark11
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Nein, ich würde Dir davon abraten. Zum einen ist es nicht Deine Aufgabe, Deine Nachfolgerin vor MÖGLICHEM Unrecht zu schützen. Weiterhin sind die vertragliche Vereinbarungen, die DICH betreffen - die Nachfolgerin kann ganz andere verhandelt haben. Sowas zu vergleichen ist immer schwierig.

Letztlich hat sowas auch immer mit Fairness zu tun. Von Arbeitgebern erwartet man diese auch, also sollten dies auch Arbeitnehmer so halten. Ein guter Abschluss des Ganzen sollte vielleicht ein Anspruch sein. Es ist sehr schön, wenn Du Dich mit der neuen Stelle in einzelnen Bereichen deutlich verbessert hast - dass es woanders besser ist, macht aber Deinen derzeitigen Arbeitgeber nicht zwingend schlecht.

Ich würde es lassen, sowas kommt auch bei neuen Arbeitgebern nicht gut an, wenn sich ein Mitarbeiter nicht loyal verhält...
 
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