Nachtschicht

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Evtl. ist die Umfrage auch fürs andere Forum, aber ich erstell sie einfach mal hier...

Mich würde mal interessieren, wer von euch zumindest ab und zu nachts arbeitet oder wessen Partner. Also sei es im Krankenhausbereich oder sonstiger Schichtdienst (Pförtner, Hotel oder was weiß ich).

Ich denke im Moment selbst darüber nach, evtl. in dem Bereich zu suchen, bin mir aber sehr unsicher, wie schwer die Umstellung ist. Für mich alleine sowieso, dazu die Partnerschaft.
Also wie funktioniert das in der Praxis, wenn praktisch tagsüber Nacht ist?
Wie regelt ihr das, dass ihr genügend Ruhe habt, um zu schlafen? Was macht man mit den Nachbarn, die tagsüber nicht schlafen? Was mit hellhörigen Wohnungen?
Inwieweit beeinträchtigt es eure Partnerschaft oder funktioniert das problemlos?

Ich bin dankbar für jeden Erfahrungsbericht. :smile:
 

Benutzer92211 

Sehr bekannt hier
Mein Freund hat seit ca. 6 Monaten Schichtdienst, wechselt aber zum Glück bald den Job.

Wir finden es beide schrecklich. Wenn er Spät- oder Nachtschicht hat, sehen wir uns unter der Woche praktisch gar nicht, denn ich arbeite, wenn er dann zu Hause schläft (ich habe ganz "normale" und regelmäßige Arbeitszeiten), und er ist oft schon weg, wenn ich nach Hause komme. Er kommt vom Biorhythmus her auch überhaupt nicht damit klar, aber das ist sicher typabhängig und kann nicht verallgemeinert werden. Er kann dann aber jedenfalls am Tag immer nur sehr schlecht schlafen, obwohl wir in einer ruhigen Gegend wohnen (also keine laute Straße oder laute Nachbarn). Er hat permanent ein Jetlag-Gefühl, das auch kaum weggeht, wenn er Frühschicht und damit eigentlich einen "normalen" Arbeitstag hat. Das belastet die Beziehung dann auch unabhängig davon, dass man sich seltener sieht, denn WENN wir uns dann sehen und eigentlich was zusammen machen könnten, ist er oft (verständlicherweise) einfach zu müde.

Also ich kann es aus persönlicher Erfahrung überhaupt nicht empfehlen.
 

Benutzer46728 

Beiträge füllen Bücher
Ich nicht, aber bei meinem Freund kanns wg Überstunden nach der Spätschicht ggh später werden. Spätschicht geht oft bis 0 und wenn s länger dauert-bis 1 oder 2. Passiert so einmal pro Woche, in der er Spätschicht hat.

Tagsüber schläft er dann nicht. Er steht entweder mit mir auf oder wir schlafen zusammen aus. Letztens hat er 3 Schichten hintereinander gemacht und danach 24 Std geschlafen, aber das ist was anderes:grin:

Mich stört es auch nicht, wenn er mitten in der Nacht kommt. Ich bin da nicht so pingelig. Entweder gehe ich noch was weg oder ich penne vor und verbringe danach noch was mit ihm Zeit.

Das funktioniert problemfrei. Nachtschicht gibts quasi nie in seinem Job. Es kommt alle 2 Jahre oder so vor, dass ne Woche auf nem Event arbeitet (zusätzlich), dann arbeitet er etwa 15 Std durch. Das wäre aber erst Mitte nächsten Jahres.
 

Benutzer100379 

Sorgt für Gesprächsstoff
ja, hatte ja vor meinem Studium den Beruf des Müllers erlernt und auch ausgeübt.

in meiner letzten Mühle hatte ich alle drei Wochen eine Woche Nachtschicht, bei Urlaub von anderen auch mal zwei-drei Wochen am Stück.
Arbeitszeit war immer von 18 Uhr bis 6 Uhr (von Montag 18 Uhr bis Samstag 6 Uhr im Winter und Sonntag 6 Uhr im Sommer)

Nachtschicht hatte seine Vor- und Nachteile. Man war ja nachts über komplett allein in der Mühle und als Vorteil eben, man konnte sich die Arbeit nach eigenem Gusto einteilen. Nachteil war, dass wenn es doof lief, irgendwelche Maschinen kaputt gingen und man die ganze Schicht nur mit dem Werkzeugkasten rumlief und/oder das Produkt, aus welchen Gründen auch immer, nicht den Anforderungen entsprach.

Schlimm war aber diese Abgeschiedenheit, besonders bei 2-3 Wochen am Stück. Man war um 6 Uhr morgens fertig mit der Schicht, dann noch Übergabe an die Tagschicht, duschen und los nach Hause, dann wars auch meist schon 7:30 und die Freundin meist auch schon auf dem Sprung zur Arbeit, dann geschlafen, meist bis 15 Uhr, was essen, Zeitung lesen, unterwegs noch Essen und Trinken kaufen und 17:30 wieder in der Mühle dann umziehen und Schicht übernehmen und wieder waren alle weg. Der Zwischenmenschliche Kontakt beschränkte sich also auf 5-10 Minuten, mit denen man mit Menschen sprach am Tag.

Die Umstellung war eigentlich, außer im Sommer, wo man am folgendem Tag wieder früh raus musste, sehr gut zu bewerkstelligen und hatte Samstags seinen Vorteil, dass man ausgeschlafen war am Abend.

Beim Partner kommt es drauf an, ob er es wirklich langfristig mit macht, mein damaliger hatte es nicht :tongue: auch geht die Isolation ziemlich an die Psyche, aber mein Beispioel ist ja auch eher ne Extremsituation, hatte aber den Vorteil, dass ich da soviel verdiente, um während des Studiums chillen zu können :smile:
 

Benutzer64969 

Verbringt hier viel Zeit
letztes jahr habe ich über ein halbes jahr lang alle drei wochen eine woche nachtschicht gehabt...viel mir zeitweise sehr schwer..
mein verlobter arbeit seit einem jahr in dauernachtschicht...und kommt immer weniger damit klar...weil er einfach nur noch am schlafen ist und tagsüber zu nichts mehr kommt..
er überlegt derzeit ob er wieder in die tagschichten wechselt...
bei nachtschicht ist es wichtig das man sich einen guten schlafrhytmus zurecht legt...sonst klappt man irgendwann in der nachtschicht zusammen...und kann nicht mehr leisten..
und wenn man zwischen durch frei hat muss zusehen das man in dem rythmus bleibt zumindest ein bisschen
 

Benutzer41093 

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Ich habe 3 Jahre Nachtschicht in der Taxizentrale gearbeitet und für mich war es an sich die Hölle, ich war ständig schlecht gelaunt. Ich kam um halb sieben nach Hause, um halb acht musste mein Sohn aus dem Bett und in den Kindergarten, also bin ich selten vor 8 Uhr ins Bett gekommen. Telefon und Handy konnte ich nicht ausschalten, ich muß ja erreichbar sein falls mit dem Kurzen was ist... tja, dann denkt mal jemand nicht dran und ruft an, es klingelt an der Haustür, was auch immer. Tja, und um 12 Uhr musste ich schon wieder aufstehen und Mittagessen machen. Ich habe ständig zwischendurch mal 'ne Stunde geschlafen, damit ich überhaupt auf 5, 6 Stunden komme - aber auf Dauer wäre ich daran kaputtgegangen. Und dann ist es gerade im Winter echt scheiße, wenn sich Dein Partner gemütlich auf die Couch haut und Du mußt zur Arbeit...
 

Benutzer97191 

Meistens hier zu finden
hey krava.
mit der nachtarbeit ist es wohl so, das man für sich selbst (und natürlich für seine partnerschaft) erst herausfinden muss, ob einem das liegt und obs funktioniert. inwieweit da erfahrungen anderer auf sich selbst zu übertragen wären ... weiss ich nicht :zwinker:

ich selbst bin eher ein nachtmensch und brauche wenig schlaf. von daher bin ich vor etlichen jahren mal nachtkurier gefahren (jede nacht ca.750km) und fand das prima. die tochter war damals zwar noch klein aber dennoch kein "krawallo" ;o) und ich konnte in aller regel meine 4h schlafen. nachmittags dann noch mal ne stunde "schlummern" und alles war gut. einzig störend war in regelmässigkeit der hausmeister, wenn er direkt vorm fenster mit dem rasenmäher zugange war.

meine ex arbeitet seit vielen jahren als schwester im dauernachtdienst und könnte sich gar nix anderes vorstellen. beziehungsmässig war das auch kein prob., ich war zu hause und schmiss soweit den haushalt.wenn die tochter von der schule kam war das essen fertig und es wurde zusammen gegessen.

is halt alles auch ne gewohnheitssache. aber es liegt eben nicht jedem.

probiers einfach.
 

Benutzer87508 

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Und was wird dann mit deinem Hund? Du müsstest ja tagsüber schlafen.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Und was wird dann mit deinem Hund? Du müsstest ja tagsüber schlafen.

Ja du sagst es.
Mein Hund schläft tagsüber zwar auch viel, aber nicht nur. :grin:
Ich müsste früh nach der Arbeit eben erst mit ihr raus gehen, das wäre nicht das Problem. Dann hätte ich zumindest hundemäßig erstmal 2-3 Stunden Ruhe, aber wie schon erwähnt wurde, klingelt da hier und da mal das Telefon, die Haustür oder die Nachbarn sind laut...
Und spätestens wenn mein Freund von der Arbeit kommt, ist die Ruhe auch vorbei.

Es wäre schwer umsetzbar und auch wenn ich durchaus ein Nachtmensch bin, Schlaf brauche ich. Dann eben tagsüber, aber ich brauche ihn. Sonst bin ich schlecht gelaunt, unkonzentriert etc.

Ich will das eben gründlich durchdenken und eure Erfahrungen helfen mir da durchaus weiter. :smile:
 

Benutzer18889 

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Ich habe schon seit der Ausbildung oft nachts gearbeitet und mache es immer noch ab und zu. Jetzt gerade bin ich übrigens auch arbeiten. Ich habe keine Probleme damit. Wenn ich nach der Arbeit schlafen will, setze ich mir 'ne Schlafbrille auf und leg' mich hin. Geräusche von draußen oder die meiner Mitbewohner stören mich nicht.

Meine Partner haben teilweise auch im Schichtdienst gearbeitet und das war nie ein Problem. Man sieht sich doch trotzdem genug.

Ich empfinde Schichtdienst als viel angenehmer als "normale" Arbeitszeiten.
 

Benutzer53338 

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Mein Partner hat die letzten 5 Jahre in wechselnden Schichten gearbeitet - eine Woche Nachtschicht, eine Woche lang Tagschicht. Man sieht sich dann meist nur kurz morgens oder nachts, wenn man selbst schon im Bett liegt und morgens, wenn man selbst dann aufsteht. Bei der Nachtschichtwoche haben wir dann die Wochenenden genutzt und was schönes unternommen, nur wir beide gemeinsam und die Zeit dann einfach intensiver genutzt.

Es kommt eben auf den Mensch an. Mein Mann hatte nie Probleme mit den Wechsel der Schichten, meine Freundin die im Krankenhaus arbeitet kann nur noch mit Schlaftabletten pennen, wenn sie Nachtschicht hat, weil sie sonst keine Ruhe finden würde.
 

Benutzer15875 

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Ich werde demnächst auch mit Schichtarbeit anfangen, allerdings weiß ich noch nicht genau nach welchem Schema. In einer Infoveranstaltung hat der Stationsleiter das 4-Tage-Prinzip erklärt, also 4 Tage Früh, 4 Tage Nacht, 4 Tage spat und 4 Tage Verfügung und dann zwei Tage frei. Von anderer quelle habe ich nun gehört, man würde doch einigermaßen langfristig in einer Schicht gelassen. Naja ich werde mich überraschen lassen.

Aber Fakt ist, dass man im Schichtdienst immer mehr vom Tag hat, als bei "normalen" arbeitszeiten weil man je nach Schicht noch den ganzen Vor- oder Nachmittag für sich hat. Bei normalen Arbeitszeiten fähr man morgens los und kommt irgendwann nachmittag nach Hause. Dann nochmal schnell einkaufen gehen, was zu essen machen und gleich wieder schlafen, weil man am nächsten morgen ja wieder früh raus muss. Hab das eine Zeit lang gemacht um 06:30 das Haus verlassen und abends gegen 18:30-19:00 wiedergekommen. Da hatte ich nichts mehr vom Tag und hab mich des öfteren gefragt ob ich für die Arbeit lebe oder arbeite um zu leben. Dann geh ich doch lieber morgens um 05:00 aus dem Haus um prünktlich um 06:00 meine Frühschicht antreten zu können, habe um Schlag 14:00 Feierabend, bin ca. 30-45 Min. später zu Hause und habe noch den ganzen Nachmittag für Besorgungen, Freizeit und andere private Dinge.
 
D

Benutzer

Gast
Da hast du dir aber ein Thema ausgesucht...... :zwinker:

Eigentlich geht Alles, wenn man will......Ich habe viele Jahre in Schichten gearbeitet, ich habe Nachtschicht sehr gemocht, was mir nicht gefallen hat, war die Wechselei, von Nacht auf Früh, von Frü auf Spät und dann wieder Früh, auch an Wochenenden aber dann meist 3 Tage frei in der Woche. manchmal hatte ich garkein Zeit/Datumsgefühl mehr.....man vergisst vieles.....

Ganz klar: Beziehungsfördernd war es nicht. Erst garnicht mit Kind.

Als wir uns damals kennenlernten haben wir beide in entgegengesetzten Schichten gearbeitet, haben uns mittels Zettel besprochen und manchmal ne Woche nicht gesehen. Später habe ich dann nur noch Schicht gearbeitet, als ich dann Hausmann wurde, ist sie 2 Jahre lang nur noch Nachts arbeiten gegangen.

Eine Klingel kann man abstellen, das Telefon auch. Laute Nachbarn haben mich nie gestört, ich konnte sogar schlafen, als ein Gerüst angebracht war und die die Fassade erneuert hatten.

Wichtig ist, dass du unabhängig von allen anderen Dingen DEINEN Rhytmus findest. Das muss jeder ausprobieren - ich habe es nach der Nachtschicht nie lange ausgehalten, musste sofort ins Bett und bin meist gegen 14 Uhr wieder aufgestanden - abends um 20 Uhr hab ich noch ne Std gedöst. Andere sind bis Mittags aufgeblieben und haben bis 21 Uhr gepennt.

Die Wochenenden an denen frei ist, sind schrecklich. Samstags ist man dann putzmunter, wenn andere schlafen gehen - überhaupt hatte meine LUST, irgendetwas zu unternehmen fast ganz nachgelassen. Wenn andere im Sommer gegrillt haben, bin ich zur Arbeit, wenn andere Nachmittags nach Hause kamen und sich auf n Kaffee gefreut haben und etwas zu unternehmen - war man grade erst auf und zu Nichts zu gebrauchen.

Es sind eher die Dinge, die man noch so nebenbei zu erledigen hat, wie Arzttermine, bei dir ein Haustier, Behördengänge, Post und Pakete empfangen / abholen.....das muss man erst mal auf die Reihe bekommen, weil man schnell den Eindruck hat, dass "man nicht mehr am regulären Leben draussen, tagsüber TEINEHMEN kann", man glaubt, man verpasst etwas, nur weil man Nachts arbeitet und die anderen nicht. Gut, heute kann man Tag und Nacht einkaufen usw. aber trotzdem ...dieses Gefühl bleibt.
Man glaubt wirklich, alle Anderen nehmen keine Rücksicht (und das geht schnell auf die Beziehung über) ist schnell gereizt und dauernd Müde......Dann kommen die Attacken... :zwinker: Man hat Nachts Hunger auf Bratkartoffeln oder haut sich morgens, wenn andere Frühstücken, die Granaten in den Kopf (Pommes und Bratwurst, nen halbes Hähnchen....) .....Also, auch da gilt, nicht nachzugeben und lieber etwas essen, was nicht zu sehr belastet zum Schlafen.

Zum einen ist es für die Innere Uhr nicht gut, zum Anderen hat man im Sommer das Problem, dass man nicht bei offenem Fenster schlafen kann.......braucht aber frische Luft um überhaupt einzuschlafen.

Ich habe später immer Ohrenstöpsel benutzt, wir hatten uns ein Verdunkelungsrollo gekauft und so ging es einigermaßen. Bis auf die Wärme im Sommer.

Also, probiere es aus und finde deinen Rhytmus. Ich habe später auch garnicht mehr Nachts gegessen (Nur Joghurt), kein Kaffee mehr getrunken und keinen Alk. Mehr als 7 Std durfte ich eh nicht schlafen, eher weniger.

Ganz schlimm waren die Monate mit 12 Std Schichten im Sommer....
2 Wochen Nacht, 2 Wochen Tag.....von 6 bis 6 ......Da habe ich oft bis 17 Uhr geschlafen, schnell raus - unterwegs was zu Essen gekauft und schon war man wieder in der Arbeit.......

Du bist noch jung, dein Körper und der Organismus - alles stellt sich schnell ein auf den Wechsel.
Trotzdem ist es gefährlich, der Mensch ist kein Nachttier, denke daran, dass ihr euch auch einigen müsst (was ja auch in einer guten Beziehung klappt), man wird lustlos, jeder hat seinen "müden Punkt" in der Nacht (bei mir war es immer gegen 3 Uhr, da bin ich oftmalls in den Sekundenschlaf gefallen....oder ich "wusste nachher nicht mehr", was ich gemacht hatte...), vorsicht ist immer geboten auch Privat dann bei Autofahrten und im Haushalt - man soll sich nicht mit Gewalt gegen die Zeichen des Körpers wehren - wenns nicht geht, dann gehts nicht. :smile:

Viel Erfolg!
 
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