Planetarium Moderne HIV-Prävention - More To Safer Sex

Benutzer90972 

Team-Alumni
Die aktuelle HIV- Präventionsdebatte in Deutschland ist zweigeteilt. Der konsequenten Nutzung von Kondomen (auch in monogamen Beziehungen mit einem Positiven) stehen die neuen Forschungsergebnisse zum "Schutz durch Therapie" und der Wirkungsweise der, in Deutschland noch nicht zugelassenen, PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe = Einnahme von HIV Medikamenten um eine Infektion vor einem geplanten Risikokontakt zu verhindern) entgegen. Nach diesen Erkenntnissen, kann auch Sex ohne Kondom Safer Sex sein.

Kondome sind immer noch die einfachste und (neben Enthaltsamkeit) kostengünstigste Methode, weshalb auch immer wieder zuerst auf sie verwiesen wird. In den letzten Jahren sind durch die PEP (Post-Expositions-Prophylaxe = vergleichbar mit der "Pille danach"), die PrEP und "Schutz durch Therapie" aber neue Methoden hinzugekommen*. Wie der aufmerksame Leser noch aus dem Blogbeitrag zum Weltaidstag weiß, senken auch eine offene Kommunikation und regelmäßige HIV-Tests das Infektionsrisiko. Zusätzlich kann natürlich auf risikoreiche Sexpraktiken verzichtet werden, fraglich bleibt dabei, ob man das auf Dauer möchte.
Anzumerken bleibt an dieser Stelle aber, dass Kondome weiterhin die einzige Möglichkeit sind, sich vor STIs (sexuell übertragbaren Krankheiten) und HIV zu schützen!

In England hat die Schwulenorganisation GMFA (Gay Men Fightung Aids" nun eine Kampagne gestartet, die nicht nur optisch den neusten Standards entspricht. :zwinker: Emoticons und Auberginen erklären mit nur einem Satz was alles zu Safer Sex dazugehört. GMFA begründet die Konzeption mit der Tatsache, dass Kondome einfach nicht für jeden immer passen. Das Mantra "Nutzt Kondome" sei daher nicht mehr ausreichend. Insgesamt gehe es darum über HIV, Risikoverhalten und verschiedene Möglichkeiten zu informieren. Offene Kommunikation und ein Ende der Stigmatisierung von HIV seien ein Ziel der Kampagne.

GMFA hat dafür folgende sieben Bilder entwickelt:









Eine durchaus ansprechende und gelungene Kampagne, wie wir finden. Aber wäre das alles nicht noch einfacher gewesen, wenn es das Kondom-Emoji schon geben würde? :zwinker:

Was sagt ihr zu der Kampagne? Findet ihr sie gelungener als die der BZgA zum Weltaidstag?

*Zu diese medikamentösen Entwicklungen wird es in Kürze einen eigenen Beitrag im Planetarium geben.

Quellen und Links zum Weiterlesen:
The Gay Men Fighting Against Aids
G
MFA: Why we created "More To Safer Sex"
 
2 Woche(n) später

Benutzer102673 

Beiträge füllen Bücher
Ich finde beide Kampagnen gelungen.

Das eine betrifft die Senkung des Ansteckungsrisikos, und dazu gehört auch die Enttabuisierung durch Kommunikation. Ob die PEP/PrEP nun zu einer Vernachlässigung des Kondoms oder zur Unterschätzung des Risikos beitragen, vermag ich nicht zu beurteilen. Ähnliche Gedanken haben ja viele zur "Pille danach"- ich habe nicht nach entsprechenden Zahlen gesucht.
Ich bin weder homosexuell, noch gehöre ich zu einer der Risikogruppen - ich weiß, dass es "Szenen" gibt, allerdings weiß ich nicht, wie es dort zugeht. Und ob die Kampagne in der Hinsicht effektiv ist oder sein wird.

Die zweite Kampagne thematisiert ja eher den Umgang mit HIV-infizierten Personen und auch hier greift sie ein Tabu auf und zeigt - im Grunde ja selbstverständliche, aber man weiß ja, wie blockiert man sein kann - realistische und richtige "Lösungen" auf.
 

Benutzer149315 

Öfters im Forum
Die Bilder wirken amateurhaft und die Umsetzung dessen kann man wohl nur als solches Bezeichnen. 3 verschiedene Schriftarten, welche wahllos zusammengewürfelt wirken. Kein wirklich durchdachtes Layout (Schlechte Positionierungen / Abstände). Die Komposition der Emoji sehen auch nicht wirklich ansprechend aus.

Die Idee mag vielleicht seinen Reiz haben, aber die Umsetzung finde Ich für sowas lächerlich.
Da ist die Kampagne der BZgA um einiges professioneller und ansprechender.
 
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