Mobbing am Arbeitsplatz

Benutzer151358  (25)

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Hallo zusammen,

(wird lang....)

Vorgeschichte:
ich mache seit August 2014 eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellte. Es ist eine kleine Kanzlei (3 Anwälte, eine ausgebildete Rechtsanwaltsfachangestellte und ich). Wir haben auch nicht all zu viel zu tun. Morgens um 8 Uhr lege ich die Akten vor, mach die Kaffeemaschine an und lüfte mal ordentlich durch. Um 8.30 Uhr kommt dann meine Arbeitskollegin. Um 9 Uhr geh ich in die Stadt hole die Post und bearbeitet die dann. Um 9.30 Uhr sind die Anwälte dann etwa da. Und ab da langweile ich mich dann... Ab und zu kommt mal ein diktierter Schriftsatz aber auch das kommt so 3-4 mal am Tag vor.

Jetzt zu meinem Problem:

Ich habe allgemein ein Problem mit der anderen Fachangestellte. Sie ist (wirklich, kein scherz) krank. Sie hat ein Kontrollzwang und das bezieht sich nicht nur auf die Kanzlei. Zum Beispiel werde ich abends 3 mal gefragt ob ich auch wirklich die Fenster zu gemacht habe und trotzdem geht sich nochmal an jedes Fenster und schaut ob die wiiiiirklich zu sind.:kopfwand: Ich hab darunter echt gelitten und meine Mutter hat gesagt ich soll mit meinem Chef mal darüber reden. Gemacht getan. Er hat mir bestätigt, dass es wirklich krankhaft ist, aber sie schon in Behandlung ist. Es wurde dann irgendwann besser. Sie hat still und heimlich ihre Liste geführt, damit sie Zuhause sieht das sie wirklich alles gemacht hat und lässt mich damit in Ruhe. Die Frau lebt alleine und lebt in einer anderen Welt.

Seit 3 Wochen allerdings fühle ich mich gemobbt.:schuettel: Natürlich ist der Azubi der Depp vom Dienst, aber irgendwo sind auch da die Grenzen. Wir mussten Akten ins Nachbarhaus tragen, weil in unserer Kanzlei kein Platz ist. Während sie immer nur eine genommen hat, hab ich 10 genommen. War deswegen auch schneller aus der Puste. Ich hab dann gesagt ich will am nächsten Tag weiter machen. Sie ist dann zum Chef gerannt und hat mich ausgelacht, weil ich schon schlapp mache. Der Chef hat zum Glück mitbekommen, dass ich deutlich mehr getragen habe und hat ihr dann gesagt, dass es auch ein Unterschied ist, wenn man nur eine Akte trägt oder 10. Da fing es dann an, dass sie nicht mehr mit mir redete. Ihr passt das glaub ich überhaupt nicht, dass ich ein besseres Verhältnis zum Chef habe, als sie. Sie ist glaub ich auch ein bisschen verliebt in ihn. Am nächsten Tag Haben wir dann wieder Akten rum getragen, wieder gleiche Aufteilung (1:10). Plötzlich hat sie aber einfach aufgehört und hat sich an den Schreibtisch gesetzt. Ich habe dann alleine weiter gemacht und im Nachbarshaus angefangen die Akten nach Nummern zu sortieren. Meine Vorgängerin hat irgendein Fehler gemacht und es hat mit den Nummern nicht gestimmt. Mein Chef hat mir dann geholfen und hat mit mir weiter Akten rüber getragen, während sie am Schreibtisch saß und uns zugeschaut hat. Ich hab ihm angesehen, dass ihm das gestunken hat. Trotzdem hat er nichts gemacht...:realmad: Die Situation hat sich zugespitzt, sodass sie überhaupt nichts mehr mit mir geredet hat und mir nur noch gesagt hat, wenn ich was falsch gemacht habe. Letzte Woche ist mir aufgefallen, dass sie mir jede Menge Arbeit hinlegt, wenn ich den ganzen Tag (dienstags) in der Berufsschule war.:eek: Mir ist das schon paar mal aufgefallen aber letzte Woche wars extrem. Die Akten die dienstags vorgelegt werden müssen, schiebt sie mir einfach am Mittwoch hin. Ich hab dann gefragt was dass soll. Sie hat dann gesagt "Ja so war das in meiner Ausbildung auch". Sie hat mit keinem Wort erwähnt das ich die Akten für den Dienstag vorlegen muss, sonst hätte ich die ja am Montag Abend immer gerichtet. Wir haben dann diskutiert und sie hat gesagt "Wie redest du eigentlich mit mir?" Ich hab Respekt vor "älteren" (sie ist 33), aber wenn sie mit mir nicht respektvoll umgehen, brauch ich das ja nicht mir gefallen lassen. Ich hab dann gesagt, dass ich zum Chef geh. Hab ich wieder gemacht. Er stand wieder auf meiner Seite, aber ändern tut sich trotzdem nichts. Er hat dann mit uns beiden gesprochen und jetzt herrscht totale Eiszeit zwischen uns. Sie kommt jetzt immer um 7 Uhr, damit sie meine Arbeit machen kann, so dass ich nichts zu tun habe. Ich sag Hallo und von ihr kommt nichts. Ich darf keine Diktate mehr schreiben, weil sie die mir immer wegschnappt. Ich hab ihr heute morgen gesagt, dass sie nicht meine Arbeit machen soll, dass ich das damit nicht gemeint habe, sondern das sie auch mit mir fair und respektvoll umgehen soll.

Ich weiß einfach nicht weiter. Mein Chef steht zwar zu mir, macht aber nichts... Was soll ich machen? Soll ich mich an die Kammer wenden?

Vielen Dank, wer bis hier hin gelesen hat :herz:
 

Benutzer151358  (25)

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wo genau ist jetzt das mobbing ? :what:

Wenn sie mich ausgrenzt aus der Arbeit finde ich das schon mobbing. Außerdem sagt sie nicht mehr hallo bzw. redet überhaupt nicht mehr mit mir. Und sie hat versucht mich mit der Geschichte das ich aus der Puste war, beim Chef lächerlich zu machen. Nicht nur beleidigen ist mobbing
 

Benutzer95651  (35)

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Nicht jede Auseinandersetzung ist gleich Mobbing.
Ihr beide scheint euch einfach nicht leiden zu können.

Dein Chef denkt wahrscheinlich, dass ihr erwachsene Menschen seid und das selber regeln könnt.
Vielleicht versuchst du nochmal sachlich mit ihr zu reden, anstatt immer direkt zum Chef zu rennen.

Bedank dich das nächste Mal einfach bei ihr, wenn sie dir deine arbeit abnimmt und du somit mehr "Freizeit" hast, da wird sie bestimmt blöd gucken :grin:
 
T

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Gast
Ich erkenne da auch kein Mobbing, bestenfalls Gezicke.
Ich hab zwar keine Ahnung von Anwälten, Kanzleien und Kammern, aber mir scheint das ziemlich banal, um sich da gleich an die Kammer zu wenden.

Was machst du denn, wenn sie dir deine Arbeit "wegschnappt"? Den ganzen Tag rumsitzen und Däumchen drehen? Gehst du dann nicht zum Chef und fragst "Chef, ich hab Freizeit, was kann ich tun"? Das wäre doch der normale Weg.

Ich finde auch, du solltest dich nicht so sehr über ihren Kontrollzwang aufregen. Wenn sie gerne selber kontrollieren möchte, ob auch jedes einzelne Fenster zu ist, dann lass sie doch. Das beeinträchtigt dich doch nicht! Du hast sie alle zugemacht und damit deine Pflicht getan, fertig. Der Rest kann dir doch wurst sein.
 

Benutzer141430  (36)

Benutzer gesperrt
du bist aber wirklich mehr als sehr dünnhäutig ohne das böse zu meinen.
nichts von dem was du da beschrieben hast würde mich auch nur jucken.

im schlimmsten fall würde ich ihr mal das leben im büro zur hölle machen.
gerade wenn sie solche vorgeschichten hat und der cheff auf deiner seite ist, ist das ein kinderspiel.
 
T

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Gast
im schlimmsten fall würde ich ihr mal das leben im büro zur hölle machen.
Das würde ich mir verkneifen, zumal sie sowohl "die Neue" als auch Azubi ist. Nicht nur, weil es Kindergarten ist, sondern auch, weil sowas ganz schnell böse nach hinten losgehen kann. Am Ende wird sie noch rausgeschmissen und kriegt ein schlechtes Zeugnis... dann hat sie ein richtiges Problem.
 

Benutzer151358  (25)

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Was machst du denn, wenn sie dir deine Arbeit "wegschnappt"? Den ganzen Tag rumsitzen und Däumchen drehen? Gehst du dann nicht zum Chef und fragst "Chef, ich hab Freizeit, was kann ich tun"? Das wäre doch der normale Weg.

Es gibt hier nichts zu tun. Mein Chef schreibt seine Schriftsätze selbst. Auch die anderen Anwälte arbeiten selbstständig. Anrufe nimmt grundsätzlich sie an. Klagen oder Mahnverfahren kommen hier vielleicht 1 mal im Monat rein.
 
T

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Gast
Und sonst gibts nichts, was ein üblicher Azubi in deiner Position machen würde? Kenne mich da echt nicht aus.
Wozu bezahlt dein Chef dann deine Stelle, wenn du nichts zu tun hast? Das ist ja auch nicht Sinn deiner Ausbildung, dass du da nur rumsitzt, nachdem du gelüftet und Kaffee gekocht hast. Du sollst ja was lernen! In dem Fall würde ich mich doch an eine zuständige Stelle wenden, aber nicht über Mobbing reden, wo keins da ist, sondern nur über die Arbeitssituation.
 

Benutzer95651  (35)

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Dann würde ich mir in der Zeit einfach Lehrbücher und Unterlagen schnappen und lernen.
Da wird der Chef auch nicht viel zu sagen können.
Und nebenbei wieder bei ihr Bedanken, dass du nun lernen kannst.

Ansonsten wäre vielleicht auch ein Wechsel der Kanzlei in Betracht zu ziehen, wenn du da auch unterfordert bist und dir wohl so auch wenig beigebracht werden kann.
 

Benutzer151358  (25)

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Und sonst gibts nichts, was ein üblicher Azubi in deiner Position machen würde? Kenne mich da echt nicht aus.
Wozu bezahlt dein Chef dann deine Stelle, wenn du nichts zu tun hast? Das ist ja auch nicht Sinn deiner Ausbildung, dass du da nur rumsitzt, nachdem du gelüftet und Kaffee gekocht hast. Du sollst ja was lernen! In dem Fall würde ich mich doch an eine zuständige Stelle wenden, aber nicht über Mobbing reden, wo keins da ist, sondern nur über die Arbeitssituation.

Nicht mal Kaffee kochen muss ich. Ich muss die Maschine nur anschalten... Lernen tu ich hier nicht wirklich was..
 

Benutzer13901  (46)

Grillkünstler
Sorry aber da wird sich die Kammer null drum kümmern weil das noch kein mobbing ist und bitte schön wie kann die Kanzlei bei 3 Anwälten funktionieren wenn da nichts zu tun ist ?

Naja ok das ist nicht mein Bier....dann schnapp dir Arbeit und mach die es wird doch sicherlich immer was tun geben Akten ablegen Montags die Terminsakten für Dienstags raussuchen etc pp
 

Benutzer151358  (25)

Ist noch neu hier
Dann würde ich mir in der Zeit einfach Lehrbücher und Unterlagen schnappen und lernen.
Da wird der Chef auch nicht viel zu sagen können.
Und nebenbei wieder bei ihr Bedanken, dass du nun lernen kannst.

Ich hab immer meine Unterlagen dabei und lerne auch. Aber 8 Stunden am Stück? Und so schwer ist das erste Lehrjahr wirklich nicht...
[DOUBLEPOST=1425476405,1425476228][/DOUBLEPOST]
Sorry aber da wird sich die Kammer null drum kümmern weil das noch kein mobbing ist und bitte schön wie kann die Kanzlei bei 3 Anwälten funktionieren wenn da nichts zu tun ist ?

Naja ok das ist nicht mein Bier....dann schnapp dir Arbeit und mach die es wird doch sicherlich immer was tun geben Akten ablegen Montags die Terminsakten für Dienstags raussuchen etc pp

Wir haben nur so Großunternehmen, die immer zu uns kommen, wenn sie ein Problem haben. Haben nicht so viel Zivilsachen...
Deshalb gibt es auch nicht viele Akten die man ablegen kann. Ich sammel immer 5, dass es sich wenigstens ein bisschen lohnt... Es ist echt frustrierend hier zu sitzen und zu warten das 5 ist.
 

Benutzer13901  (46)

Grillkünstler
Dann such dir besser ne andere Kanzlei wo du auch wirklicb was lernst zudem ist es sehr unüblihc in den Kanzleien die ich kenne das jemand im ersten schon schreibt
 

Benutzer151358  (25)

Ist noch neu hier
In meiner Klasse schreiben die meisten schon. Es gibt ja sonst nichts zu tun... Ich bekomm als die 20 min Diktate aufgebrummt, während sie die 30 Sekunden Diktate schreibt...
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich würde auch sagen: Etwas mehr Gelassenheit. Ich kenne genügend Anwaltskanzleien, wo die Mitarbeiter völlig überfordert sind und vor Arbeit am Rad drehen. Sicherlich ist Unterforderung auch blöd, aber da kann man gelassener dran gehen.

Mach dein Zeug, sei nett zu deiner Kollegin und nehm dir ansonsten was zu lernen mit. Fachzeitschriften, Lehrbücher, Skripte - in der Ausbildung kann man wahrlich genug tun!

Dass du immer gleich zum Chef rennst, ist auch kein guter Stil. Er steht zwar auf deiner Seite, aber wie lange guckt er sich das an? Muss man denn jedes Klischee über Gezicke im Büro noch befeuern und gleich von Mobbing reden? Deine Überlegungen Richtung Chef und Kammer sind auch nur Gepetze, für ziemliche Kleinigkeiten.

Meine Kollegin grüßt mich auch manchmal nicht, wenn sie was in den falschen Hals gekriegt hat. Sicherlich stresst mich das, weil ich häufig nicht wittern kann, was sie nun stört. Na und?

Mach deinen Job gut, sei nett und höflich - und in ruhigen Phasen bringst du dir was zum Lernen mit. Anscheinend fühlt sich deine Kollegin von dir bedroht und fühlt sich mit deinem Umgang mit ihr auch nicht wohl. Das kann man ein Stückweit auch nachvollziehen - sie ist länger da und nun taucht da jemand Neues auf, der ihr die Aufgaben strittig macht und auch noch dauernd beim Chef petzt.

Grundregel Nummer 1 im Arbeitsleben: Stell dich mit denen gut, die schon lange da sind, auch wenn sie ihre Marotten haben. Mit denen und dem Chef im Rücken geht es am Besten. Gehacke und Petzen sind nie guter Ton, auch wenn man sich noch so im Recht fühlt.

Für mich klingt es nach Kindergarten und Machtgerangel. Ihr habt ja anscheinend alle zu wenig zu tun, klar geht dann das Gestreite um das Wenige los, womit man sich hervortun kann. Besser wäre es, wenn man sich dann auf das besinnt, was man tun kann - und ansonsten auch mal fragt, ob es noch was zu erledigen gibt, vielleicht was Bestehendes verbessert, eigene Ideen einbringt. Und sich ansonsten eben weiterbildet, Artikel für die Homepage schreibt, sonst was. Gibt genug Dinge, die man in einer Kanzlei tun kann! Und wenn es wirklich nicht anders geht: Kanzlei wechseln. Dann aber nicht wegen "Mobbing", sondern weil du dort zu wenig lernst. Wenn der Stoff dich insgesamt unterfordert, ist die Ausbildung vielleicht für dich zu wenig?
 

Benutzer95651  (35)

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In meiner Klasse schreiben die meisten schon. Es gibt ja sonst nichts zu tun... Ich bekomm als die 20 min Diktate aufgebrummt, während sie die 30 Sekunden Diktate schreibt...
Was denn jetzt? Erst meckern, dass es nichts zu tun gibt und dann auch wieder, wenn du mal Arbeit bekommst. :zwinker:
 
T

Benutzer

Gast
Schön, ich versuchs noch mal: Was antwortet dein Chef, wenn du zu ihm gehst und sagst "ich hab Freizeit, was kann ich tun"?
 

Benutzer29008 

Verbringt hier viel Zeit
Du bist jetzt über ein halbes Jahr in der Kanzlei. Ist doch ein guter Zeitpunkt deinen Chef mal um ein Feedbackgespräch zu bitten. In das Gespräch nimmst mit, was Du so alles schon gemacht und gelernt hast, was die gefällt und was nicht. Ein Punkt ist dann, dass nicht genug zu tun ist.
 

Benutzer151671  (33)

Ist noch neu hier
Du bist jetzt über ein halbes Jahr in der Kanzlei. Ist doch ein guter Zeitpunkt deinen Chef mal um ein Feedbackgespräch zu bitten. In das Gespräch nimmst mit, was Du so alles schon gemacht und gelernt hast, was die gefällt und was nicht. Ein Punkt ist dann, dass nicht genug zu tun ist.

Eigentlich gute Idee ... aber ... vielleicht kommt da auch einiges an Kritik zurück. Ob das vertragen wird?
Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass es bei drei Anwälten in einer florierenden Kanzlei nicht genug für zwei Bürokräfte zu tun gibt. Grundsätzlich würde ich mir aber schon die Frage stellen, ob der Beruf das richtige ist. Vielleicht müssen da die Weichen anders gestellt werden. Soll es langfristig bei der Rechtanwaltsfachangestellten bleiben oder sind da Ambitionen auf ein Weiterkommen?
 
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